Jun 28 2014

Kevin Fiala als Nummer 11 nach Nashville

Foto: Bill Streicher-USA TODAY Sports

Foto: Bill Streicher-USA TODAY Sports

Kevin Fiala wird beim NHL-Draft in Philadelphia als Nummer elf in der ersten Runde gezogen. Damit ist Fiala der siebte Schweizer Erstrundendraft der Geschichte.

Fialas ist hinter Nino Niederreiter (Nr. 5, 2010) der zweithöchste Schweizer Draft der bisher 53 gezogenen Schweizer. Der Uzwiler verdrängte Sven Bärtschi (Nr. 13, 2011) von der zweiten Position. In den letzten fünf Jahren sind vier Schweizer (Niederreiter, Bärtschi, Mirco Müller und Fiala) in der ersten Runde gezogen worden.

Kevin Fialas Vater Yan (Hans) Fiala, spielte in der Saison 1992/93 35 Spiele für den NLB-Club SC Lyss.

 

Nashville ist bekannt dafür, für seine Schweizer Affinität. Neben Roman Josi und Simon Moser ist Fiala der dritte Schweizer in der Organisation der Predators. Fiala ist nach Timo Helbling (1999, Nr. 162), Martin Höhener (2000, Nr. 284) und Josi (2008, Nr. 38), der vierte Schweizer der von den Predators gezogen wurde.

1984 und 2014 ein Ehlers

Zwei Positionen vor Fiala wurde Nikolaj Ehlers von den Winnipeg Jets ausgewählt. Der 18-jährige Ex-Bieler erzielte In der vergangenen Saison für die Halifax Mooseheads in der  QMJHL in 79 Partien 132 Skorerpunkte. Ehlers ist wie Fiala der zweithöchste dänische NHL Draft nach Mikkel Boedker (Nr. 8, 2008). Nikolajs Vater und aktueller Lausanne-Trainer Heinz Ehlers war 1984 der erste Däne, der als Nr. 188 von den New York Rangers gezogen wurde.

Rod, Merzlikins und Walker

In der zweiten Runde kam als Nr. 53 mit Noah Rod der zweite Schweizer zum Zug. Rod ist erst der zweite Schweizer Draft der Sharks-Geschichte. Luganos lettischer Torhüter Elvis Merzlikins wurde als Nr. 76 von den Columbus Blue Jackets gedrafted. Hockey-Geschichte schrieb der 20-jährige Australier Nathan Walker. Als erster Spieler Ozeaniens wurde der aus New South Wales stammende Stürmer in der dritten Runde als Nr. 89 von den Washington Capitals gezogen.

 

 

Jun 15 2014

Die Fussball-Helden von Rio

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Wenn sich die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft für die Fussball WM in Rio de Janeiro qualifiziert ist dies zweifellos eine grosse Sache: „Jetzt werden wir Weltmeister“ oder „unsere WM-Helden“ titeln die Boulevard-Medien jeweils nach solchen fussballerischen Grosstaten. Nach der EURO 2004 in Portugal erschien das Buch „Die Helden von Portugal“ – etwas falsch verstanden? Ein Held ist eine Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen treibt. Die Heldentat von Portugal war eine Spuck-Affäre und ein Unentschieden gegen Kroatien.

Weltmeister?

Vier Jahre später, an der Heim-EM, forderte die Fussball-Schweiz den EM-Titel und die „Helden“ wurden Gruppenletzter. Und an der WM? 2006 spielten die Schweizer eine hervorragende Vorrunde mit Siegen gegen Togo und Südkorea, „jetzt werden wir Weltmeister“ war sich der „Mainstream“ landesweit einig. Endstation Achtelfinal gegen die „Fussball-Grossmacht“ Ukraine. Die letzte Heldentat vollbrachten die Schweizer an der WM 2010 in Südafrika. Ein 1:0-Sieg gegen den aktuellen und späteren Weltmeister Spanien zum WM-Auftakt: „Jetzt werden wir Weltmeister“ feierten die Eidgenossen. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste, der Sieg gegen Spanien sollte der einzige bleiben, die weiteren Kontrahenten Chile und Honduras erwiesen sich als unbezwingbare Gegner.

Heldenhafte Rückkehr ist sicher

Szenenwechsel: Im Frühjahr 2013 holte die Eishockey-Nationalmannschaft in Stockholm die WM-Silber-Medaille. Es war das erste Eishockey-Edelmetall seit 1935. Die Hockey-Nati hat als „die Helden von Stockholm“ nicht nur Schweizer Sportgeschichte-, sondern auch Eishockeygeschichte geschrieben. Wo liegt nun der Unterschied zwischen den Helden von Portugal und den Helden von Stockholm? Beide Mannschaften haben „Heldentaten“ vollbracht, oder war die Sache mit den „Fussball-Helden“ eher als ein „ihr seit mir vielleicht Helden“ zu verstehen? Umgangssprachlich wird der Begriff „Held“ ja auch ironisch verwendet. Eine WM- oder EM-Qualifikation der Fussballer ist gleichzusetzen mit einer Eishockey-Medaille. Wetten dass? …die „heldenhaften“ Fussballer auch in Brasilien die Gruppenphase mit Honduras, Ecuador und Frankreich nicht überstehen werden – aber sie werden so oder so als „Helden“ zurückkehren, so wie die Hockey-Cracks, nach ihrer nächsten Medaille.

Jun 05 2014

Vom Bettler zum König?

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Der schwedische Weltklassegoalie Henrik Lundqvist gewann schon fast alles was es im Eishockey zu gewinnen gibt: Olympia-Gold 2006, Olympia-Bronze 2014, U20-Weltmeisterschaftsgold 2000 und 2001, holte zweimal den schwedischen Meisterkübel 2003 und 2005 (mit Martin Plüss) und zweimal WM-Silber 2003 und 2004. Nur der Stanley-Cup fehlt „King-Henrik“, wie er im Madison Square Garden jeweils gefeiert wird.

Erstmals seit ihrem vierten und letzten Stanley-Cup-Sieg stehen die New York Rangers wieder im Endspiel und die Chancen auf den Pott sind so gut wie nie zuvor. Dabei begann Lundqvists NHL-Karriere alles andere als optimal. Im NHL-Draft wurde der Schwede von den Rangers erst in der siebten Runde als Nr. 205 gezogen. Im gleichen Jahr wurde Sven Helfenstein als Nr. 175 von den Rangers gedraftet.

Ungaren, Briten, Israeli und Sven Helfenstein wurden im Jahr 2000 noch vor Henrik Lundqvist gedrafted!

Unter den Torhütern wurde Rick Di Pietro als Nr. 1, von den New Yorker Stadtrivalen aus Long Island gezogen. Sogar der ungarische Nationalkeeper Levente Szuper wurde vor Lundqvist als Nr. 116 von den Calgary Flames berücksichtigt. Es kommt noch eindrücklicher, der israelische Nationalspieler Max Birbraer (Nr. 67) und der Brite Colin Shields (Nr. 195) wurden ebenso vor dem kühlen Schweden gedraftet.

Rückblickend gesehen gabs „King Henrik“ für die Rangers als absolutes Schnäppchen. Drei Jahre später sicherten sich die Rangers, den an sechster Position gedrafteten Keeper Al Montoya. Lundqvist bestritt bis heute über 600 Spiele für New York, im Gegensatz zum Topdraft von 2004 mit knapp 90 NHL-Partien.

 

 

Mrz 12 2014

Huet und der «Fluch Zürichs»

Cristobal Huet holt ausgerechnet mit Lausanne im ersten Spiel den ersten Sieg im Hallenstadion. FOTO lausannehc.ch

Cristobal Huet holt ausgerechnet mit Lausanne im ersten Spiel den ersten Sieg im Hallenstadion. FOTO lausannehc.ch

 

Cristobal Huet und die ZSC Lions, die Geschichte beginnt in Playoff-Final 2000 zwischen dem HC Lugano und den ZSC Lions. Als amtierender Meister verliert das in der Qualifikation übermächtige Lugano die Finalserie gegen die Zürcher mit 2:4. Dies vor allem, weil die Tessiner mit Huet im Tor in Zürich alle drei Spiele (2:3, 1:3 und 3:4) verlieren.

Huets einziger Playoff-Sieg in vier Spielzeiten

Der gleiche Schauplatz ein Jahr später. Die ZSC Lions verlieren Spiel vier Zuhause mit 0:4 und liegen in der Serie mit 1:3 hinten. Luganos 4:0-Auswärts-Sieg ist zu diesem Zeitpunkt Huets einziger Sieg auf Zürcher-Playoff-Eis. Lugano verliert in der Folge nicht nur die restlichen drei Spiele (Endstand 3:4) sondern auch noch zum zweiten Mal in Folge den Meistertitel an die Lions.

Gleicher Schauplatz eine weitere Saison später. Huet und der HC Lugano scheitern bereits im Halbfinal an den Zürchern und gewinnen im Hallenstadion wieder keine einzige Playoff-Partie (1:6, 1:2 n. P. und 3:4 n. P.). Nach der Saison verlässt Huet das Tessin in Richtung National Hockey League.

Auch mit den Blackhawks klappts nicht

In der Zwischenzeit holen die Lions den Titel der Champions Hockey League und qualifizieren sich 2009 für den Victoria Cup gegen den späteren Stanley-Cup-Sieger Chicago Blackhawks. Zu diesem Zeitpunkt steht Cristobal Huet zwischen den Pfosten der Blackhawks. Am Vortag fegen die NHL-Stars um Patrick Kane, Jonathan Toews und Duncan Keith den HC Davos mit 9:2 vom Eis, im Tor steht Huets Backup-Goalie Antti Niemi.

Einen Tag später spielen die Blackhawks in Bestbesetzung mit Standard-Hüter Huet gegen die Zürcher Underdogs. An diesem Tag sollte Huet mit Chicago den «Zett»  endlich in die Knie zwingen. Doch Huets ZSC-Fluch scheint, egal in welcher Besetzung Huet gegen die Löwen antritt, stärker zu sein als die gesamte Klasse des späteren Stanley-Cup-Siegers (Acht Monate später holen die Hawks den Stanley-Cup). Sensationell unterliegen die Blackhawks mit Huet gegen die ZSC Lions mit 1:2 und verlieren das Spiel um den Victoria Cup.

Was mit Chicago nicht klappt, gelingt mit Lausanne

In drei Playoff-Serien mit dem Grande-Lugano der 2. Epoche und den Chicago Blackhawks gelang dem Franzosen gerade Mal ein Sieg in Zürich. Anders ausgedrückt, spielt Huet, gewinnt Zürich? Bis zum ersten Viertelfinalspiel 2013/14 gegen den HC Lausanne zumindest. Ausgerechnet mit der nominell schwächsten Mannschaft, mit der Huet je gegen die Zürcher angetreten ist, dem Qualifikations-Achten Lausanne holt Huet gleich im ersten Spiel ein Sieg im Hallenstadion. Zufall? Die richtige Chemie zwischen dem gebürtigen Franzosen und der Romandie? Der «Fluch» wird uns die Antwort bis spätestens am 25. März 2014 geben.

 

Feb 24 2014

Beton-Hockey als Erfolgsrezept?

Teemu Selänne

Teemu Selänne: 43 jähriger MVP des Olympia-Turniers von Sochi (snstatic.fi)

Als bestbesetztes Hockey-Turnier aller Zeiten wurde das Starterfeld in Sochi bezeichnet. Wohl zu Recht. Doch: was ist vom Glanz der besten Spieler der Welt geblieben? Wenn man die Matches in der Endausmarchung zum Massstab nimmt, nicht viel. Nach dem Finalspiel der Kanadier gegen die Schweden kann man als Eishockey-Liebhaber nur hoffen, dass die Coaches dieser Welt nicht zu genau hingeschaut haben. Ein derart emotionsloses Team mit dem Ahornblatt auf dem Leibchen hat man wohl selten gesehen. Dass die Schweden immer noch besser sind im Abwehr-Riegel bauen und «Midsommar» feiern, als im Offensiv-Feuerwerk zünden…. das ist beileibe nichts Neues. Aber die Kanadier?

Die beiden in der Vorrunde und bis ins Halbfinale begeisternden Teams aus Finnland und den USA haben leider für die Goldmedaille einen wichtigen Vorsatz vergessen: Defense first! Auffällig ist, dass im Allstar-Team nicht etwa die Plätze unisono an die beiden Finalisten vergeben wurden. Ganz im Gegenteil: wer wirklich für Unterhaltung gesorgt hat, waren die Selänne’s, Granlunds und Kessel’s an diesem Turnier. Mit Lundqvist, Karlsson und Doughty sind bezeichnenderweise drei Leute aus der Defensivabteilung der Finalisten im Allstar-Team. Wobei vor allem Karlsson offensiv enorm produktiv war.

Mehr Spektakel als im Vorrundenspiel zwischen Russland und den USA wurde leider an diesem Turnier nie mehr gezeigt. Und dies nicht nur wegen Oshie’s Penalty-Show.

Vielleicht erleben wir auch aus Schweizer Sicht an der WM in Weissrussland wieder mehr Action. Ein Turnier zwar mit weniger Glanz auf dem Papier, aber möglicherweise mehr Unterhaltung auf dem Eis. Zu hoffen wäre es!

Feb 13 2014

Daniel Bongni, einst unter Simpson, heute für Hiller

Beozeitung

Feb 10 2014

Teemu Selänne – der Olympia-Marathon-Man

Teemu Selänne feiert einen Treffer gegen Polen an den Olympischen Spielen in Albertville 1992. (Foto Matti Björkman)

Teemu Selänne feiert einen Treffer gegen Polen an den Olympischen Spielen in Albertville 1992. (Foto Matti Björkman)

Die finnische Eishockey-Legende Teemu Selänne wird in Sotschi seine sechsten Olympischen Spiele bestreiten. Der 43-jährige Stürmer der Anaheim Ducks wurde als einer von 16 NHL-Profis in das Aufgebot seines Heimatlandes berufen.

Nach seinem Landsmann Raimo Helminen (1984, 1988, 1992, 1994, 1998, 2002) wird Selänne erst der zweite Eishockeyspieler sein, der sechsmal an Olympia teilnimmt. Seine erste Olympia-Teilnahme bestritt der damals 21-jährige Finne 1992 in Albertville, wo er mit Finnland bereits im Viertelfinal scheiterte. Durch sein NHL-Engamement bei den Winnipeg Jets verpasste der Stanley-Cup-Sieger von 2007 die olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

Drei Olympia-Medaillen an fünf Teilnahmen

1998 und 2010 gewann er mit Finnland Olympia-Bronze, 2006 in Turin sogar Silber. In Salt Lake City belegten die Finnen mit Team-Captain Selänne den 6. Rang. In seinen bisherigen fünf olympischen Turnieren buchte er in 31 Spielen 37 Skorerpunkte. 2006 wurde er ins Olympia All-Star-Team gewählt und zum besten Stürmer des Turniers ausgezeichnet, zudem wurde er Topskorer.

Rücktritt und Debüt 2018?

Im vergangenen Jahr kündigte Selänne bereits an, dass er nach dieser Saison seine Karriere in Anaheim beenden wird. Für die Nachfolge wäre bereits gesorgt, denn mit Eemil und Eetu Selänne spielen beide Söhne Selännes in den amerikanischen Juniorenligen. Eemil wäre an den nächsten Olympischen Spielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang 21-jährig, wie sein Vater damals beim Olympia-Debüt in Albertville. Da die Selänne-Jungs in den USA geboren sind, könnten die beiden auch für die USA spielen.

 

Selännes-Olympia-Statistik

1992 8 Spiele, 7 Tore, 4 Assists, 11 Punkte, 6 Strafminuten, 7. Rang
1998 5 Spiele, 4 Tore, 6 Assists, 10 Punkte, 8 Strafminuten, Bronze
2002 4 Spiele, 3 Tore, 0 Assists, 3 Punkte, 2 Strafminuten, 6. Rang
2006 8 Spiele, 6 Tore, 5 Assists, 11 Punkte, 4 Strafminuten, Silber
2010 6 Spiele, 0 Tore, 2 Assists, 2 Punkte, 0 Strafminuten, Bronze
Total 31 Spiele, 20 Tore, 17 Assists, 37 Punkte, 20 Strafminuten

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