Okt 12 2014

Svenska stjärner i NLA: Poängmaskinen

Biels Schweden-Trio: Pär Arlbrandt, Dragan Umicevic und Niklas Olausson (Foto: Hervé Chavaillaz)

Biels Schweden-Trio: Pär Arlbrandt, Dragan Umicevic und Niklas Olausson (Foto: Hervé Chavaillaz)

Sie haben den Titel nicht verstanden? Schade. Ein Schwedisch-Kurs könnte sich in dieser Eishockey-Saison lohnen. Die neuen «stjärner» oder Stars in der NLA entpuppen sich nämlich als wahre Punktemaschinen. Sie wurden bereits vor der Saison als Top-Transfers angekündigt. Linus Klasen in Lugano, Daniel Sondell in Zug und natürlich auch Pär Arlbrandt und Niklas Olausson in Biel. Und sie halten, was man sich von ihnen versprochen hat. Mitte Oktober besetzen die Importspieler aus dem Norden nicht weniger als sieben Plätze in den Top-10 der NLA-Skorerliste.
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Mit Fredda Pettersson, Marcus Paulsson und Nicklas Danielsson beanspruchen Tre-Kronor-Spieler gleich die ersten drei Plätze der Goalgetter. Pierre-Marc Bouchard, der Zuger NHL-Filigrantechniker, verteidigt als Viertplatzierter die Ehre der Kanadier. Sprunger und Wick vervollständigen das Bild der Top-10, beides langjährige Skorer ihrer Teams.

«Die Schweden-Importe sind effiziente Skorermaschinen».

Natürlich ist die Saison noch jung. Natürlich kann sich noch viel ändern. Und natürlich pflegt ein bekannter Eishockey-Chronist jeweils zu sagen: «Die Stars des Herbsts waren noch nie die Stars des Frühlings.» Mag alles sein. Der massive Import aus dem Land der Elche hat sich aber für die meisten Teams gelohnt.

Effizienz, Taktik und Teamspirit

Die Schweden versprechen nicht nur Spektakel. Sie sind taktisch (nichts Neues unter der Sonne) hervorragend geschult und die meisten von ihnen gewöhnen sich sehr rasch an die Lebensumstände in der Schweiz. Die Mannschaftsdienlichkeit gehört dabei zum Gesamtpaket. Ein Blick auf die +/- Bilanzen der jeweiligen Spieler unterstreicht dies. In der Strafenstatistik tauchen sie – anders als die Nordamerikaner – kaum in Erscheinung.

Es ist bereits nach einem Fünftel der Qualifikation augenfällig: Teams, die sich mit Nordeuropäern verstärkt haben, gehören zu den Tabellengewinnern. Ausnahme bilden hierbei die Lakers, welche ohne ihre Schweden wohl noch heftiger unter die Räder kämen. Und natürlich die ZSC Lions mit ihrem breiten Kader. Die Ausländer spielen dort eine untergeordnete Rolle. Kloten (ohne Berücksichtigung des Mueller-Transfers) und Gottéron (Ausnahme: Mauldin) gehören bisher mit ihren schwachen Nordamerika-Söldnern zu den deutlichsten Verlierern. Vielleicht sollten Housi und Fige mal einen Blick ‘gen Norden richten?

Sep 10 2014

Wo bleiben die zahlreichsten Fans Europas?

Champions-Hockey-League 2014/15 Bern - Tapapra Tampere Foto: eishockeyblog

Champions-Hockey-League 2014/15: SC Bern – Tappara Tampere – Foto: eishockeyblog.ch

Der SC Bern hat den höchsten Zuschauerschnitt Europas, in der National-League-A (NLA) zumindest, was aber ist mit der Champions Hockey League (CHL)?

Zuschauerschnitt von 4’704 

In den beiden CHL-Partien gegen Ocelari Trinec und Tappara Tampere füllen 4’677 bzw 4’731 Fans nicht einmal die 6’800 Sitzplätze. Hat die Nummer eins in Europa etwa kein Interesse an Europa? 

Der 08/15-SCB-Fan vergnügt sich lieber hundertmal beim Spiel Bern gegen Biel, statt einmal bei Bern gegen Tappara Tampere. Der 08/15-SCB-Fan kann (noch) nichts mit der neugeschaffenen Champions Hockey League anfangen. Erstens verfügt er nur über mangelnde Kenntnisse und zweitens reicht sein Eishockey-Horizont knapp bis zu den Tribünen des Stade-de-Suisse, schade eigentlich.

Ein wahrer Eishockey-Krimi

Denn die Partie gegen Tappara Tampere hat alles geboten was ein Eishockeyspiel bieten muss: Spannung bis zum Schluss, eine packende Aufholjagd der Finnen, Penalty in der Overtime, Schlägereien und als Krönung ein Penaltyschiessen … und für den SCB-Fan hat sogar noch die richtige Mannschaft gewonnen. Was will man mehr?

«diä Tschämpiens-Liiig isch doch ä schissdräck».

 

Kein Vergleich zu den 90ern 

Ich erinnere mich an die Berner Europacup-Auftritte der 90er Jahre, im Vergleich zu damals sind die Zuschauerzahlen erheblich gestiegen. 800 Zuschauer verloren sich beispielsweise am 8. November 1991 anlässlich der Europacup-Partie gegen den jugoslawischen Vizemeister Olimpija Ljubljana im damaligen Berner Allmend-Stadion.

Höherer Schnitt vor sechs Jahren  

An die Zahlen der Champions Hockey League, Ausgabe 2008/09, kommen die Berner heute noch nicht. 6’756 und 7’057 wollten die beiden Partien gegen die Espoo Blues und HV71 Jönköping sehen. Vielleicht finden wir den Grund des aktuellen Zuschauermangels beim fehlenden Berner Erfolg? Ein SCB-Funktionär sagte nach der 0:4-Niederlage gegen die übermächtigen Tschechen aus Trinec: «diä Tschämpiens-Liiig isch doch ä schissdräck».

Sep 01 2014

Die tschechische Elite trifft sich am 30. August 2014 bei Dukla Jihlava

ZU_150 Zu Ehren von Ivan Hlinka…

Vor zehn Jahren verunfallte Ivan Hlinka in der Nähe von Karlovy Vary (Karlsbad) tödlich. Auf einen Schlag verlor das tschechische Eishockey nicht nur einen ausgewiesenen Fachmann und grossen Eishockeyspieler und späteren sehr erfolgreichen Coach, sondern auch eine Vaterfigur. Ivan Hlinka hielt die Fäden in der Tschechischen Republik im Eishockey zusammen. Eine Eishockeywelt ohne Ivan war schlicht undenkbar. Viele Kenner sehen auch in diesem Zusammenhang den Niedergang des tschechischen Eishockeys. Hlinka war ein schlauer Fuchs und verstand es auch schwierig zu führende Spieler für die Nationalmannschaft zu gewinnen. Der sensationelle Sieg an den Olympischen Spielen in Nagano 1998 sollte ihm Recht geben, ebenso die nachfolgenden drei WM-Titel von 1999, 2000 und 2001. Ivan Hlinka genoss nicht nur im heimischen Litvínov (Oberleutensdorf) wo er die Gegner austanzte und später den Club übernahm, grosse Sympathien.

Dukla Jihlava

2004 verlor die Tschechische Republik ihren Hockey-Gott…

Zu Ehren von Ivan Hlinka gelang es Bedřich Ščerban dem Generalmanager vom HC Dukla Jihlava, ein Showspektakel auf die Beine zu stellen, über das wohl noch in zehn Jahren gesprochen wird. Das komplette Team Nagano 1998 tritt gegen den Golden Hattrick 1999/2000/2001 an. Einzig Robert Lang und Petr Svoboda konnten am Event nicht teilnehmen, ansonsten war alles da, was Tschechien zu bieten hat:

Jaromír Jágr

Team Nagano 1998: Hašek (31. Čechmánek) – Šlégr, Šmehlík, Hamrlík, L. Procházka, Kučera, Špaček – Straka, Beránek, Jágr – Hejduk, Robert Reichel, Martin Ručinský – David Moravec, Pavel Patera, M. Procházka – Čaloun.

Coach: Lener, Ruzicka, Dopita
Golden Hattrick 1999/2000/2001: Hnilička (31. Salfický) – Martínek, Karel Pilař, Buzek, Kaberle, Benýšek, Štěpánek, Vykoukal – Broš, Čajánek, Ujčík – Vlasák, Hlinka, Kucharčík – Tomajko, Šimíček, Varaďa.
Coach: Augusta, Martinec
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Ausverkauftes Horácko-Stadion in Jihlava

Das letzte Mal war das alte Horácký zimní stadion vor zehn Jahren im Jahr 2004 ausverkauft. Jaromír Jágr gastierte in der Lockout-Season mit dem HC Kladno in Jihlava. Damals gab’s für ihn eine 5:0-Klatsche. Dukla’s Jan Šmarda verfolgte und bewachte den Topstar bis in die Garderobe – eine Szene, die mich an Biel’s Bernhard Wist im Kampf gegen Fribourg’s Kanadier Sauvé erinnerte. Auch Jaromír Jágr gab entnervt auf. Zehn Jahre später spielt er wieder in Jihlava und füllt die Halle noch einmal. Die ganze tschechische Eishockeywelt schaute an diesem Samstag auf die 50.000 Einwohner-Stadt auf der böhmisch-mährischen Höhe. Ein Ort, wo es im Winter richtig kalt werden kann und wenn der Wind einem so richtig seine Kälte ins Gesicht peitscht, kann’s ungemütlich werden. Nicht nur auf dem Eis. Ja, es ist ein hartes Pflaster und Dukla liess selten Punkte zu Hause liegen und liess den Gegner erfrieren. Die Zeiten haben sich geändert. Dukla spielt heute in der zweithöchsten Liga vorne mit und baut eine junge, starke Mannschaft auf, die bis in 5 Jahren den Aufstieg schaffen kann.

Was mich an diesem 30. August 2014 erwartete war ein unvergessliches Ereignis. Ein unglaublicher Mix an Nostalgie, Gegenwart und einzigartiger Momente. Es war ein perfekter Tag für den Eishockey-Fan. Die Schlange für die Autogrammstunde betrug bereits um 12 Uhr schon fast 750m die Fanartikel um 14 Uhr ausverkauft, bei Türöffnung um 16 Uhr 15 wurde die alte Halle fast wie von Piraten geentert. Keine 20 Minuten später war sie proppenvoll. Offiziell 7200 Zuschauer, inoffiziell wohl etwas mehr. Es lief mir kalt den Rücken herunter. Erinnerungen an die grossen Zeiten von Dukla wurden wieder wach. Schliesslich war ich ja 1991 beim bis jetzt letzten und zwölften Titel auch dabei ebenso wie an den Auf- und Abstiegsspielen. Was hier im Stadion meines Herzclubs abging war unglaublich und jeder sprach in diesem Land heute von JIHLAVA und da kommt man an Dukla nicht vorbei.

Das tschechische Fernsehen übertrug natürlich den kompletten Anlass samt Rahmenprogramm. Ein schönes Gefühl, die bordeaux-gelben Mauern des 1956 erbauten Stadions endlich wieder im TV zu sehen.

ZU_91 Das Spiel endete mit einem 7:7-Remis. Die Fans bereiteten den zum Teil immer noch aktiven Spielern (ua. Jágr, Čajánek, Ručinský, Šlégr, Vlasák) und den Legenden eine unglaublich Atmosphäre. La-Ola-Welle, Fangesänge und diverse Choreos in Erinnerung an Ivan Hlinka liessen niemanden kalt. Ergreifend auch, als Ivan Hlinka’s Frau den Puck zum Face-Off einwarf.

 Jaromír Jágr: Das Publikum in Jihlava war phantastisch. Die Kabinen sind im Vergleich vor 10 Jahren besser geworden. Vielleicht sollten wir an der WM 2015 die Aktion wiederholen. Da kämen wohl gegen 17’000 Zuschauer :-)

Tore und Assists: 

Nagano 199828. Hejduk (Reichel, Ručinský), 33. Ručinský (Hejduk, Reichel), 34. Straka (Šlégr, Jágr), 41. Ručinský (Reichel), 48. Jágr (Straka), 49. Moravec (Hamrlík, Hejduk), 55. Patera (Moravec, Šlégr)

Golden Hattrick: 13. Vlasák (Kucharčík, Hlinka.), 15. Ujčík (Pilař, Martínek), 22. Hlinka (Vlasák), 36. Kucharčík (Vlasák, Martínek), 41. Broš (Čajánek), 52. Hlinka (Pilař), 57. Kucharčík (Hlinka, Vlasák). 

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Die Erkenntnis nach diesem Tag: es ist zu hoffen, dass das tschechische Eishockey wieder an Qualität gewinnen wird. Die Resultate der U16, U18 und U20 stimmen mich positiv. Die Handschrift von Robert Reichel im Juniorenbereich ist zu erkennen. Es wurde wieder einmal dem hinterletzten klar, dass Eishockey DER Sport in der Tschechischen Republik ist und Dukla Jihlava zu mir gehört wie Wayne Gretzky zu Kanada.

Ein grosser Dank an Bedřich Ščerban und seinem ganzen Team im Umfeld vom HC Dukla Jihlava. Ohne zahlreiche Überstunden und unermüdlichem Einsatz wäre dieser Event nicht möglich gewesen.

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Foto: Christoph Habegger, Michala Kodysová

Aug 26 2014

Von Wasen, Puigcerda und Färjestad

 

Willi Vögtlin an der A-WM 1989 in Stockholm. Foto: Krein Archiv

Weltklasseschiedsrichter Willi Vögtlin an der A-Weltmeisterschaft 1989 in Stockholm. Foto: Krein-Archiv

Der schwedische Vizemeister Färjestads BK Karlstad gastiert im Rahmen der Champions Hockey League in Zürich. Ich bin etwas früher da und habe noch etwas Zeit, so spaziere ich ums alterwürdige Hallenstadion als ein Fussball direkt vor meinen Augen auf die Hauptstrasse rollt.

Selbstverständlich schnappe ich mir den Ball – wie ich mich umdrehe winkt mir Färjestad-Keeper Justin Pogge zu und bittet um den Ball … wie könnte es auch anders sein, denn BK steht schliesslich für «Boll Klub». Mein Spaziergang führt mich ins ca. 200 Meter entfernte «Stadiönli» in Oerlikon, drinnen läuft grad ein Freundschaftsspiel der «Mini» zwischen den GCK Lions und dem HC Dragon/Thun mit dem ehemaligen Nationalmannschafts-Verteidiger Christian Silling als Trainer.

Auf internationalem Topniveau war ich der letzte Head-Schiedsrichter ohne Helm und der erste mit Helm

Zurück im Hallenstadion – das «warm up» der beiden Mannschafen läuft – dazu gibts folgende Anmerkung: Färjestads Rickard Wallin spielte einst beim HC Lugano, Zürichs Severin Blindenbacher und der verletzte Ersatzgoalie Luca Boltshauser einst oder vergangene Saison für Färjestad. FBK-Headcoach Tommy Samuelsson absolvierte eine Nationalliga B-Saison beim SC Luzern und unter anderem verteidigte er an der A-Weltmeisterschaft 1989 für Schweden in Stockholm, worauf ich nochmals zurück komme. Dazu kommt Basels Ex-Goalie Urban Leimbacher, welcher ab der 21. Minute für den angeschlagenen Lukas Flüeler zum europäischen Handkuss kommt – von Basels Konkursmasse direkt in die Champions League. Die Partie bietet gute Unterhaltung, denn die beiden Mannschaften schenken sich nichts und müssen in die Verlängerung.

Von Wasen-Sumiswald bis Stockholm

Auf der Rückfahrt ins «Bernbiet» treffe ich zufällig den ehemaligen Weltklasseschiedsrichter Willi Vögtlin im Fressbalken zu einem Schlummertrunk. Wir sprechen über «Hockeygott und die Hockeywelt», nur wenige Personen würden mit uns über die Themen Europacup, C-Weltmeisterschaft in Puigcerda 1986, Calgary 1988, Industriecup, U18 Europameisterschaft 1987 in Hämeenlinna, über den Berner-See, den ehemaligen EHC Wasen-Sumiswald-Spieler Gerhard «Schöge» Schöni oder eben die bereits erwähnte A-Weltmeisterschaft 1989 in Stockholm mitreden können. «Auf internationalem Topniveau war ich der letzte Head-Schiedsrichter ohne Helm und der erste mit Helm» so Vögtlin … eine Diskussion welche uns bis tief in die Morgenstunden des Sonntags beschäftigte …

… und übrigens kennen Sie Serge Domeniconi, den HC Mègeve oder den Eishockey Da-Vinci-Code «94/64» oder «94/55»? Die Antworten erhalten Sie im Verlaufe der Saison 2014/15.

Aug 22 2014

Dübendorf und die Champions League

 

Anhang 1-1

In Dübendorf startet der Champions League Titelverteidiger ZSC Lions zum Auftakt der neugeschaffenen Champions Hockey League gegen den norwegischen Vizemeister Vålerenga IF Oslo. Der Start in der «Provinz» erweist sich als holprige Angelegenheit. In der Kabine der Lions geht plötzlich das Licht aus, Aufstellungen gibt’s keine und eine Pressekonferenz wird von anrennenden Journalisten vergeblich gesucht – rechtzeitig zum Bully liegen die Aufstellungen aber doch noch vor – und der höchste europäische Clubwettbewerb startet in seiner fünften Ausgabe.

Die Gäste aus Norwegen treten mit nur zehn Stürmern und sechs Verteidigern an, dennoch hält die Mannschaft von NHL-Star Espen Knutsen – der Star ist der Trainer – in den ersten zwanzig Minuten mit. Übrigens gewann Vålerenga sein letztes europäisches Pflichtspiel gegen eine Schweizer Mannschaft, in der European Hockey League am 8. Dezember 1998 beim 5:3-Sieg gegen den EV Zug. Dies dürfte wohl keinem der 1’917 Zuschauer im Stadion «im Chreis» in Erinnerung sein, vielleicht kann sich Oslos Teamcaptain Morten Ask noch daran erinnern, denn er ist der einzige der damals schon dabei war.

Morten Ask war schon 1998 mit Vålerenga IF Oslo in der European Hockey League …

 

Dabei war auch Zürichs Luca Cunti, vor sieben Jahren beim 1. Liga Ostschweizer-Meistertitel 2007 mit dem EHC Dübendorf, welcher erst im gesamtschweizerischen 1. Liga-Final gegen den EHC Zuchwil-Regio gestoppt wurde. Vom Siegreichen Champions Hockey League Team der Lions von 2009 sind auch heute noch sieben Spieler im Kader von Marc Crawford.

Wie viele Plätze fasst «im Chreis»?

Zurück zum EHC Dübendorf, wie viele Plätze fasst eigentlich das ehemalige Nationalliga B Stadion? Offizielle Zahlen sagen das Stadion mit dem markanten Schrägdach habe 4’100 Plätze. In der zweiten Drittelspause frage ich mich durch die Halle und keiner, ausser einem älteren Herrn, scheint mir eine Antwort geben zu können. Der langjährige Dübendorf Fan erzählt mir ein paar Episoden aus vergangenen Zeiten und zeigt mir einen nummerierten Sitzplatz im viertausender Bereich. Doch beim heutigen Champions League Spiel wirken bereits die 1’900 wie ein volles Haus, so wie es sich gehört für ein Spiel der europäischen Königsklasse.

Jun 28 2014

Kevin Fiala als Nummer 11 nach Nashville

Foto: Bill Streicher-USA TODAY Sports

Foto: Bill Streicher-USA TODAY Sports

Kevin Fiala wird beim NHL-Draft in Philadelphia als Nummer elf in der ersten Runde gezogen. Damit ist Fiala der siebte Schweizer Erstrundendraft der Geschichte.

Fialas ist hinter Nino Niederreiter (Nr. 5, 2010) der zweithöchste Schweizer Draft der bisher 53 gezogenen Schweizer. Der Uzwiler verdrängte Sven Bärtschi (Nr. 13, 2011) von der zweiten Position. In den letzten fünf Jahren sind vier Schweizer (Niederreiter, Bärtschi, Mirco Müller und Fiala) in der ersten Runde gezogen worden.

Kevin Fialas Vater Yan (Hans) Fiala, spielte in der Saison 1992/93 35 Spiele für den NLB-Club SC Lyss.

 

Nashville ist bekannt dafür, für seine Schweizer Affinität. Neben Roman Josi und Simon Moser ist Fiala der dritte Schweizer in der Organisation der Predators. Fiala ist nach Timo Helbling (1999, Nr. 162), Martin Höhener (2000, Nr. 284) und Josi (2008, Nr. 38), der vierte Schweizer der von den Predators gezogen wurde.

1984 und 2014 ein Ehlers

Zwei Positionen vor Fiala wurde Nikolaj Ehlers von den Winnipeg Jets ausgewählt. Der 18-jährige Ex-Bieler erzielte In der vergangenen Saison für die Halifax Mooseheads in der  QMJHL in 79 Partien 132 Skorerpunkte. Ehlers ist wie Fiala der zweithöchste dänische NHL Draft nach Mikkel Boedker (Nr. 8, 2008). Nikolajs Vater und aktueller Lausanne-Trainer Heinz Ehlers war 1984 der erste Däne, der als Nr. 188 von den New York Rangers gezogen wurde.

Rod, Merzlikins und Walker

In der zweiten Runde kam als Nr. 53 mit Noah Rod der zweite Schweizer zum Zug. Rod ist erst der zweite Schweizer Draft der Sharks-Geschichte. Luganos lettischer Torhüter Elvis Merzlikins wurde als Nr. 76 von den Columbus Blue Jackets gedrafted. Hockey-Geschichte schrieb der 20-jährige Australier Nathan Walker. Als erster Spieler Ozeaniens wurde der aus New South Wales stammende Stürmer in der dritten Runde als Nr. 89 von den Washington Capitals gezogen.

 

 

Jun 15 2014

Die Fussball-Helden von Rio

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Wenn sich die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft für die Fussball WM in Rio de Janeiro qualifiziert ist dies zweifellos eine grosse Sache: „Jetzt werden wir Weltmeister“ oder „unsere WM-Helden“ titeln die Boulevard-Medien jeweils nach solchen fussballerischen Grosstaten. Nach der EURO 2004 in Portugal erschien das Buch „Die Helden von Portugal“ – etwas falsch verstanden? Ein Held ist eine Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen treibt. Die Heldentat von Portugal war eine Spuck-Affäre und ein Unentschieden gegen Kroatien.

Weltmeister?

Vier Jahre später, an der Heim-EM, forderte die Fussball-Schweiz den EM-Titel und die „Helden“ wurden Gruppenletzter. Und an der WM? 2006 spielten die Schweizer eine hervorragende Vorrunde mit Siegen gegen Togo und Südkorea, „jetzt werden wir Weltmeister“ war sich der „Mainstream“ landesweit einig. Endstation Achtelfinal gegen die „Fussball-Grossmacht“ Ukraine. Die letzte Heldentat vollbrachten die Schweizer an der WM 2010 in Südafrika. Ein 1:0-Sieg gegen den aktuellen und späteren Weltmeister Spanien zum WM-Auftakt: „Jetzt werden wir Weltmeister“ feierten die Eidgenossen. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste, der Sieg gegen Spanien sollte der einzige bleiben, die weiteren Kontrahenten Chile und Honduras erwiesen sich als unbezwingbare Gegner.

Heldenhafte Rückkehr ist sicher

Szenenwechsel: Im Frühjahr 2013 holte die Eishockey-Nationalmannschaft in Stockholm die WM-Silber-Medaille. Es war das erste Eishockey-Edelmetall seit 1935. Die Hockey-Nati hat als „die Helden von Stockholm“ nicht nur Schweizer Sportgeschichte-, sondern auch Eishockeygeschichte geschrieben. Wo liegt nun der Unterschied zwischen den Helden von Portugal und den Helden von Stockholm? Beide Mannschaften haben „Heldentaten“ vollbracht, oder war die Sache mit den „Fussball-Helden“ eher als ein „ihr seit mir vielleicht Helden“ zu verstehen? Umgangssprachlich wird der Begriff „Held“ ja auch ironisch verwendet. Eine WM- oder EM-Qualifikation der Fussballer ist gleichzusetzen mit einer Eishockey-Medaille. Wetten dass? …die „heldenhaften“ Fussballer auch in Brasilien die Gruppenphase mit Honduras, Ecuador und Frankreich nicht überstehen werden – aber sie werden so oder so als „Helden“ zurückkehren, so wie die Hockey-Cracks, nach ihrer nächsten Medaille.

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