Mai 21 2013

Wasa, Starköl und ein Lotterteam

WM Maskottchen Icy flankiert von 5 Schweizern.

WM Maskottchen Icy flankiert von 5 Schweizern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Startschuss unserer diesjährigen WM-Reise erfolgte in Lyss (mit dabei der Hühnerbauer*, Matthew McConaughey* und das Eishockeylexikon*, am Flughafen gesellte sich noch Bündner dazu*). Lyss ein „Dorf“mit 13000 Einwohnern im Berner Seeland, wo einst der aktuelle National(held)trainer Sean Simpson am Industriecup (der Flachland Spenglercup) 1989 gegen den EHC Biel debütierte. Bereits in der 2. Minute musste er damals durch eine Verletzung die Partie beenden und so startete die wohl eindrücklichste Trainerkarriere der Schweizer Hockeygeschichte (Champions-Hockey-League-Sieger 2009, Victoria-Cup-Sieger 2009 und WM Silber 2013).

Starköl und das „Lotterteam“

Ein bekannter Schweizer Eishockey „Chronist“ erzählte mir nach unserem 3:2-Auftaktsieg, übrigens der 1. Schweizer Sieg in Stockholm seit 1948!!!, über den Gastgeber: „Schweeedä het äs Lotter-Team“. Er hatte nicht unrecht, denn bis zur Ankunft der Sedin-Zwillinge war der Gastgeber alles andere als überzeugend und erknorzte sich ein 2:1-Sieg gegen Weissrussland und musste gegen die Schweiz (2:3), sowie gegen Kanada (0:3) die (Wasa)-Segel streichen. Die Segel streichen mussten auch wir, ohne dabei etwas bemerkt zu haben, da wir 24 Stunden lang nichts flüssiges zu uns genommen ausser dem tückischen Starköl.

Die Zwillinge aus Örnsköldsvik

Dank der Ankunft der Sedins verwandelten sich die Schweden vom „Lotter“ zu einem „Team“ und segelten wie eine schwedische Galeone zum 9. WM-Titel, so wie es das schwedische Kriegsschiff Wasa vor 385 Jahren hätte tun sollen. Ich bin überzeugt, ohne die Sedins wären die „Lotter-Schweden“ des Chronisten wohl schon im Viertelfinal gegen die Kanadier wie die Wasa auf ihrer Jungfernfahrt im Hafen (Globen) von Stockholm mit wehenden Fahnen abgesoffen. Übrigens haben die Sedins in 10 Pflicht-Spielen (inkl. Junioren WM) gegen die Schweiz nur 1 mal verloren, an der U20 WM 1998 (mit Julien Vauclair) mit 1:2 nach Penaltyschiessen. Vorsicht: Die Sedins werden gerne mit ihrem Schweizer Pendant, den Marti-Bros (beide sprechen fliessend schwedisch und es fliesst schwedisch) verwechselt.

In 78 Jahren um die Welt

Etwas jünger als der Untergang der Wasa ist der letzte Silber-Medaillengewinn der Schweiz. 1935 holten die Eisgenossen zum einzigen Mal WM-Silber. Den heutigen Weltmeister Schweden schlug man im Eröffnungsspiel in Davos mit 6:1. Es folgten Siege über Holland, Frankreich, Grossbritannien und die Tschechoslowakei. Gegen Ungarn und Österreich kamen wir nicht über ein Unentschieden hinaus. Die 1. Niederlage mussten wir damals wie heute erst im Finalspiel hinnehmen beim 2:4 gegen Kanada (vertreten durch die Winnipeg Monarchs). Damals noch nicht dabei waren die USA und die Sowjetrussen.

Der Kreis der Silber-Helden

Bis zum 19. April 2013 gab es 12 Schweizer Silber-Medaillen-Gewinner: Die Goalies Albert Künzler und Arnold Hintz, die Verteidiger Ernst Hug, Christian Badrutt und Oscar Schmid sowie die Stürmer Pic (Ferdinand) und Hans Cattini, Bibi Torriani (der Ni-Sturm), Herbert und Charly Kessler, Peter Müller und Thomas Pleisch. Die 12 Legenden von anno 1935 werden nun komplettiert durch Martin Gerber, Reto Berra, Mathias Seger, Roman Josi, Julien Vauclair, Raphael Diaz, Philippe Furrer, Eric Blum, Patrick von Gunten, Robin Grossmann, Severin Blindenbacher, Andres Ambühl, Nino Niederreiter, Martin Plüss, Simon Moser, Denis Hollenstein, Simon Bodenmann, Luca Cunti, Ryan Gardner, Reto Suri, Matthias Bieber, Julian Walker, Morris Trachsler und Thibaut Monnet.

All-Star-Abwehr

Mit Julien Vauclair und Roman Josi figurieren erstmals in der Hockeygeschichte gleich 2 Schweizer im WM All-Star-Team, ebenfalls werden jeweils die 3 besten Spieler jeder Mannschaft gewählt. Dabei ist Vauclair der einzige Spieler aus dem All-Star-Team welcher nicht unter die 3 besten seiner Mannschaft gewählt wurde, wie das? Das All-Star-Team wird jeweils durch die Medienvertreter gewählt, die 3 besten Spieler durch die Headcoaches. Josi wurde zudem noch zum „besten Verteidiger“ sowie zum „wertvollsten Spieler“ der WM ausgezeichnet. Als dann Kommentator Jann Billeter (nicht zu verwechseln mit Biljeter) mit Malkin und Kovalchuk MVPs aus vergangenen Jahren aufgezählt hat, fügte Mario Rottaris (Burgdorf-Gretzky) noch „Yzerman“ hinzu. Steve Yzerman wurde an der WM 1990 in Bern und Fribourg zwar WM-Topskorer, aber nicht zum „MVP“ gewählt, da diese Auszeichnung erst seit 1999 (Teemu Selänne) vergeben wird.

Offene Fragen

Ein paar Fragen bleiben aber auch nach der WM unbeantwortet. Warum haben die Schwedinnen hinten an ihrer Hose immer einen kleinen Reissverschluss? Warum war die Schweizerin aus dem Aargau mit ihrem Bruder an der WM? Warum waren die Prinzessinnen Victoria und Madeleine nie im Stadion? Warum sagte mir der Türsteher vor dem Club „you give me a drunked impression“? Und die Mutter aller Fragen, warum zum Teufel ist die Wasa gesunken?

Working Press Stockholm-Aarberg

*Namen der Redaktion bekannt

 

Die WM Silber Helden

Torhüter

Reto Berra. NHL-Draft 2006, Nr. 106.
2x WM 2012 (11), 2013 (Silber).
U20 WM 2006 (mit Blum, Diaz, Bieber + Walker), 2007 (7, mit Grossmann + Josi). U18 WM 2005 (9, mit Cunti + Grossmann).

Martin Gerber. NHL-Draft 2001, Nr. 232. Stanley-Cup-Sieger 2006 mit Carolina.
9x WM 2000 (6), 2001 (9), 2002 (10), 2004 (8), 2005 (8), 2008 (7), 2009 (9), 2010 (5), 2013 (Silber)
Olympia 2002 (11, mit Seger, Vauclair + Plüss), 2006 (6, mit Plüss, Blindenbacher, Ambühl + Vauclair).

 

Verteidiger

Severin Blindenbacher. NHL-Draft 2001, Nr. 273. CHL-Sieger 2009
8x WM 2003 (8), 2005 (8), 2006 (9), 2007 (8), 2008 (7), 2009 (9), 2012 (11), 2013 (Silber)
Olympia 2006 (6, mit Plüss, Ambühl, Gerber + Vauclair), 2010 (8, mit Plüss, Ambühl, Blindenbacher, Seger, PvG + Furrer)
U20 WM 2001 (6), 2002 (7, mit Ambühl), 2003 (7, mit Furrer). U18 WM 2000 (4), 2001 (Silber, mit Ambühl)

Eric Blum.
WM 2013 (Silber)
U20 WM 2006 (mit Berra, Diaz, Bieber + Walker). U18 B WM 2004 (Aufstieg, mit Bieber + Walker)

Raphael Diaz. 87 NHL-Spiele für Montreal.
3x WM 2008 (7), 2011 (9), 2013 (Silber)
Olympia 2010 (8, mit Plüss, Ambühl, Blindenbacher, Seger, PvG + Furrer)
U20 WM 2005 (8, mit PvG, Furrer, Bieber + Walker), 2006 (mit Berra, Blum, Bieber + Walker). U18 WM 2004

Philippe Furrer. NHL-Draft 2003, Nr. 179.
5x WM 2008 (7), 2009 (9), 2011 (9), 2012 (11), 2013 (Silber)
Olympia 2010 (8)
U20 WM 2003 (7, mit Blindenb.), 2005 (8, mit Diaz, PvG, Bieber + Walker). U18 WM 2002 (7), 2003 (9, mit PvG).

Robin Grossmann.
WM 2013 (Silber)
U20 WM 2007 (7, mit Berra + Josi). U18 WM 2005 (9, mit Berra + Grossmann).

Roman Josi. NHL-Draft 2008, Nr. 38. 110 NHL-Spiele für Nashville. MVP, bester Verteidiger und WM All-Star-Team 2013.
4x WM 2009 (9), 2010 (5), 2012 (11), 2013 (Silber)
U20 WM 2007 (7, mit Berra + Grossmann), 2008 (9, mit Hollenstein + Suri), 2010 (4, mit Niederreiter), U20 B WM 2009 (Aufstieg, mit Moser). U18 WM 2007 (6, mit Cunti, Hollenstein, Suri + Moser), 2008 (8, mit Niederreiter).

Mathias Seger. CHL-Sieger 2009. Victoria-Cup-Sieger 2009.
15x WM 1998 (4, mit Plüss), 1999 (8), 2000 (6), 2001 (9), 2002 (10), 2003 (8), 2004 (8), 2005 (8), 2006 (9), 2008 (7), 2009 (9), 2010 (5), 2011 (9), 2012 (11), 2013 (Silber)
Olympia 2002 (11, mit Gerber, Vauclair + Plüss), 2010 (8).
U20 WM 1996 (9 mit Plüss), 1997 (7, mit Plüss). U18 EM 1995 (6 mit Plüss).

Julien Vauclair. NHL-Draft 1998, Nr. 74. 1 NHL-Spiel. All-Star-Team 2013.
12x WM 1999 (8), 2000 (6), 2001 (9), 2002 (10), 2004 (8), 2005 (8), 2006 (9), 2007 (8), 2008 (7), 2010 (5), 2011 (11), 2013 (Silber)
Olympia 2002 (11, mit Gerber, Seger + Plüss), 2006 (6, mit Plüss, Blindenbacher, Gerber + Ambühl).
U20 WM 1998 (Bronze), 1999 (9). U18 EM 1997 (Bronze).

Patrick von Gunten.
2x WM 2012 (11), 2013 (Silber).
Olympia 2010 (8, mit Plüss, Ambühl, Blindenbacher, Seger, Furrer + Diaz)
U20 WM 2005 (8, mit Diaz, Bieber + Walker). U18 WM 2003 (9, mit Furrer).

 

Stürmer

Andres Ambühl
10x WM 2004 (8), 2005 (8), 2006 (9), 2007 (8), 2008 (7), 2009 (9), 2010 (5), 2011 (9), 2012 (11), 2013 (Silber).
2x Olympia 2006 (6, mit Plüss, Blindenbacher, Gerber + Vauclair), 2010 (8, mit Plüss, Blindenbacher, Seger, PvG, Furrer + Diaz)
U20 WM 2002 (7, mit Blindenb.), 2003 (7, mit Furrer + Blindenb.). U18 WM 2001 (Silber, mit Blindenbacher)

Mathias Bieber
3x WM 2011 (9), 2012 (11), 2013 (Silber)
U20 WM 2005 (8, mit Diaz, Furrer, PvG + Walker), 2006 (mit Walker). U18 B WM 2004 (Aufstieg, mit Blum + Walker)

Simon Bodenmann
WM 2013 (Silber)
U18 B WM 2006 (Aufstieg)

Luca Cunti. NHL-Draft 2007, Nr. 75. Sein Onkel Pietro spielte mit Hollensteins Vater Felix in Calgary 1988.
WM 2013 (Silber)
U18 WM 2005 (9, mit Berra + Grossmann), 2007 (6, mit Hollenstein, Josi, Suri + Moser).

Ryan Gardner. CHL-Sieger 2009. Victoria-Cup-Sieger 2009
3x WM 2009 (9), 2011 (9), 2013 (Silber)

Denis Hollenstein. Sein Vater Felix spielte mit Cuntis Onkel Pietro in Calgary 1988.
2x WM 2012 (11), 2013 (Silber)
U20 WM 2008 (9, mit Josi + Suri). U18 WM 2007 (6, mit Cunti, Josi, Suri + Moser).

Simon Moser
3x WM 2011 (9), 2012 (11), 2013 (Silber)
U20 B WM 2009 (Aufstieg, mit Josi). U18 WM 2007 (6, mit Cunti, Josi, Suri + Hollenstein).

Nino Niederreiter. NHL-Draft 2010, Nr. 5. 64 NHL-Spiele. U20 WM All-Star-Team 2010
3x WM 2010 (5), 2012 (11), 2013 (Silber)
U20 WM 2010 (4), 2011. U18 WM 2008 (8, mit Josi), 2009 (8, mit Josi)

Martin Plüss
12x WM 1998 (4, mit Seger), 1999 (8), 2001 (9), 2002 (10), 2003 (8), 2004 (8), 2005 (8), 2006 (9), 2009 (9), 2010 (5), 2011 (9), 2013 (Silber)
3x Olympia 2002 (11, mit Gerber, Seger + Vauclair), 2006 (6, mit Blindenbacher, Ambühl, Gerber + Vauclair), 2010 (8, mit Blindenbacher, Seger, PvG, Furrer, Ambühl + Diaz)
U20 WM 1996 (9, mit Seger), 1997 (7, mit Seger). U18 EM 1995 (6, mit Seger).

Reto Suri
WM 2013 (Silber)
U20 WM 2008 (9, mit Josi + Hollenstein). U18 WM 2007 (6, mit Cunti, Josi, Hollenstein + Moser).

Morris Trachsler
WM 2010 (5), 2011 (9), 2012 (11), 2013 (Silber)
U20 WM 2004 (8).

Julian Walker. NHL-Draft 2006, Nr. 162
WM 2013 (Silber)
U20 WM 2005 (8, mit Diaz, Furrer, PvG + Bieber), 2006 (mit Berra + Bieber). U18 B WM 2004 (Aufstieg, mit Blum + Bieber).

Apr 19 2013

Der sinnloseste Abstieg aller Länder, Ligen und Zeiten

Der Abstieg der SCL Tigers ist der sinnloseste Abstieg aller Länder, Ligen und Zeiten. Noch nie ist eine Mannschaft so sinnlos abgestiegen. Das Abstiegsprotokoll: Im Spiel 6 des Playout-Finals (beim Stand von 3:2 für die Tiger) schiesst Etienne Froidevaux die Langnauer 1 Minute und 17 Sekunden vor Schluss mit 3:2 in Führung. Die Ilfis-Halle bebt und die Tiger stehen mit einem Bein in den Ferien. Doch die Hockeygötter entscheiden sich gegen die Emmentaler. 54 Sekunden vor Schluss erzielt Adrian Wichser den Ausgleich (David Aebischer hat für einen 6. Feldspieler Platz gemacht). Und es kommt wie es kommen muss, Langnau kassiert in der Overtime auch noch einen Shorthander und verliert das entscheidende 7. Spiel am Zürichsee. Der Rest ist Geschichte und die Langnauer steigen zum 3. Mal in der Clubgeschichte (nach 1985 und 1988) in die NLB ab.

Langnaus Abstieg ist mindestens so spektakulär wie jener des früheren 1. Liga-Partnerteams des SC Signau. Im Frühjahr 1996 verpassten die Signauer die 1. Liga-Playoffs um knappe 3 Punkte und mussten als 9. Platzierte gegen Worb, Thun und Aarau in die Abstiegsrunde. Auf die 11. Platzierten Aarauer (Abstiegsplatz) hatten die Emmentaler 9 Punkte Vorsprung, die es in 6 Spielen (2 Punkte für einen Sieg) zu verwalten gab. Kein unmögliches Unterfangen. Doch Signau verlor in der Folge sämtliche 6 Spiele gegen das abgeschlagene Worb, Thun und Aarau. Während die abstiegsgefährdeten Aarauer von möglichen 12 Punkten nur einen Punkt beim Unentschieden gegen Thun abgeben mussten. Das Team von Arnold Lörtscher überflügelte die Emmentaler um 2 Punkte und schaffte sensationell den Ligaerhalt und Signau musste, trotz einiger ehemaligen Langnau-Spielern, den Gang in die 2. Liga antreten. Am 16. April 2013 wurde Signaus „sinnloser Abstieg“ ausgerechnet durch die SCL Tigers innerhalb des Emmentals egalisiert.

Dez 12 2012

Der EHC Biel und das Trikot-Problem

Am 1. Dezember 2012 beim Auswärtsspiel in Davos präsentierte sich der EHC Biel erstmals mit einem neuen Auswärtsdress in weiss. Die bisherigen grauen Trikots gerieten trotz Abnahme der Nationalliga schon beim ersten Auswärtsspiel in Fribourg in Kritik.

Für Zuschauer und Offizielle waren die Biel-Spieler nicht immer leicht vom Gegner zu unterscheiden, deshalb treten die Seeländer seit dem 1. Dezember in neuem und schönerem «weiss» an.

Der EHC Biel und die Trikots, eine nicht ganz neue Geschichte. Bereits in der Saison 1994/95 sorgten die Bieler für einige Verwirrung. Damals begannen die Seeländer die Saison mit Trikots der Marke «High 5», welche aber kurz nach Saisonbeginn konkurs anmelden musste.

Deshalb lieferte der ehemalige Biel-Trainer und Hockeyartikel-Baron Jürg Ochsner, neue Cooper-Leibchen. Diese aber waren fehlerhaft. Das Dress von Martin Steinegger hatte die Nummer 13. Aber Steinegger spielte mit der Nummer 14, weil Biel-Trainer Anders Sörensen keine 13 im Team haben wollte.

Das Trikot von Axel Heim war mit der Nummer 71 beschriftet. Aber Heim trug in seinem ersten Spiel für Biel die 17, weil damals die 71 (sein Jahrgang) unauffindbar war. Heim erzielte mit der Nummer 17 zwei Tore und wollte deshalb die 17 behalten. Und die 71? Diese trug Lockout-Star Chris Chelios.

So weit so gut. Wenn nicht beim Leibchen mit der Nummer 14 (der neue Dress von Steinegger) die 1 in blau, und die 4 in schwarz gedruckt gewesen wären. Und auch Sponsor Opel reklamierte – denn beim neuen Bieler Heimdress (weiss) wurde der Opel-Schriftzug rot gedruckt. Opel wollte aber schwarze Buchstaben.

Deshalb wurden damals zum 3. Mal neue Biel-Leibchen gedruckt. In der Zwischenzeit, bis zum Liefertermin, spielten die Seeländer wieder im Trikot der Firma «High 5», die es zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr gegeben hat.

Nov 12 2012

Meine Begegnung mit Langnaus Kultfigur

Kultfigur Walter Gerber. FOTO Krein-Archiv

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Walter Gerber, langjähriger Spieler und Kultfigur des SC Langnau, ist im Alter von 43 Jahren an einem Hirntumor erlegen.

Der Kultspieler des SC Langnau hatte in der Saison 1997/98 grossen Anteil am Wiederaufstieg der Emmentaler in die NLA. Bereits vier Jahre zuvor ist Gerber mit Langnau von der 1. Liga in die NLB aufgestiegen. Dieser Erfolg gelang ihm in der Saison 1999/00 nochmals mit dem HC Ajoie. Zwischen 2001 und 2012 spielte er in der 2. Liga für den EHC Oberlangenegg.

Ich erinnere mich an den 17. November 2001, mit dem SC Biberen reisten wir ins Berner Oberland zum 2. Liga-Neuling EHC Oberlangenegg. Nach dem Warm-up teilte mir Biberen-Coach Res Kohler (ebenfalls eine Kultfigur) folgendes mit: “Michel (er nannte mich jeweils Michel) du bist der einzige, der die läuferischen Fähigkeiten besitzt, Wale Gerber auf Schritt und Tritt zu folgen.”

Der Auftrag war klar: Mit mir als “Rucksack”, sollte die ehemalige Nationalliga-Kultfigur kein Tor erzielen. Kohler’s Worte sollten sich als richtig erweisen: An diesem kalten November-Abend legte ich meine grösste taktische Leistung ab und folgte Gerber wie sein eigener Schatten. Gerber erzielte zwar keinen einzigen Skorerpunkt, dennoch mussten wir kurz vor Schluss noch den 5:5-Ausgleich hinnehmen. Und ich? …habe während 65 Minuten keine einzige Scheibe gesehen.

Okt 03 2012

Wo bleibt die Dieci-(S)p(e)zza?

Die Rapperswiler Spezza-Wurst…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Rapperswil gibts seit letzten Samstag alles von Lockout-Star Jason Spezza. Da gibts eine Hot Dog Spezzial Wurst für CHF 7.-, ein Spezza Mini-Trikot für CHF 20.- und einen Spezza-Schal für CHF 30.-, satte CHF 57.- kostet der ganze Spezza-Lockout-Spass.

Was es von Spezza noch nicht gibt sind: Spezza-Tore, Spezza-Assists und Spezza-Punkte. Und dies trotz 14 Lakers-Treffern in den letzten zwei Spielen. Da muss doch Spezza Mal getroffen haben? Nein.

Spezza erzielt in der NHL mehr als einen Skorerpunkt pro Spiel und in Rapperswil bleibt er nach drei Spielen immer noch punktelos. Es ist als müsste ein Süsswasser-Krokodil plötzlich im Salzwasser schwimmen, die Umstellung auf das grosse Eisfeld und die neuen Mitspieler ist auch für einen Mann wie Spezza gewiss nicht ganz einfach.

Ein kleiner Trost, auch Doug Gilmour traf beim ersten Lockout 1994/95 erst in seinem letzten Spiel für die Rapperswiler. Wann trifft Spezza und warum gibts in der Diners Club Arena eigentlich noch keine “Dieci” (S)p(e)zza?

Sep 24 2012

Tyler Seguin auf Chris Chelios’ Bieler-Spuren…

Biel Captain Mathieu Tschantré kurz vor dem Interview. Foto: Hervé Chavaillaz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor einem Interview bietet sich manchmal die Gelegenheit über ganz andere Dinge als den aktuellen Bieler 4:3-Sieg gegen Lugano zu diskutieren. Die Unterhaltung mit Mathieu Tschantré beginnt bei Rick Nash’s Hattrick in Davos und endet mit dem Bieler-Lockout-Star vor 18 Jahren.

Während des ersten NHL-Lockouts 1994/95 war der aktuelle Biel-Captain Mathieu Tschantré gerade Mal 10 Jahre alt und spielte bei den Moskitos des EHC Biel. Auf meine Frage ob er sich denn an das Engagement von Chris Chelios erinnern könne, antwortet Tschantré mit grosser Begeisterung: “Ich war im Freihockey als der NHL-Star Chelios im Bieler Eisstadion eingetroffen war, für uns war dies das Grösste.”

In dieser Woche trifft mit Tyler Seguin erneut ein ganz grosser aus der NHL in Biel ein. Seguin ist Biels grösster Transfercoup seit der Chelios Kurzvisite (3 Spiele) vor 18 Jahren. Der damals 10-jährige Mathieu empfängt dieses Mal den NHL-Star als Bieler Team-Captain. Und womöglich wird auch da wieder ein Bieler Nachwuchsspieler den grossen Seguin bestaunen – und wer weiss in 18 Jahren…

Und übrigens… …vor 18 Jahren trafen die zwei grössten Attraktionen auf Schweizer Eis, Doug Gilmour und Chris Chelios mit Rapperswil und Biel nicht mehr aufeinander. Chelios verletzte sich im dritten Spiel gegen Davos und musste frühzeitig nach Kanada zurückkehren. Eine Woche später mussten die Bieler ohne Chelios gegen Gilmour-Rappi ran.

Am Samstag kommts nun doch noch zum NHL-Knüller zwischen Biel und Rapperswil mit den Attraktionen Tyler Seguin und Jason Spezza.

Sep 20 2012

Lockout, Australien und Rapperswil

Michael Krein und Andreas Camenzind (Lakers).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der 14. Minute erzielt Andreas Camenzind durch ein herrliches Zuspiel Adrian Wichsers den 1:1-Ausgleich gegen den HC Davos. Die Lakers gewinnen das 2. Saisonspiel mit 3:2 nach Verlängerung gegen Davos. Für den zum Verteidiger umfunktionierten Camenzind ist es der 1. Treffer der neuen Saison.

Und – es ist der 1. Treffer seit “nur” knapp 4 Monaten, Camenzinds Pause dauerte kürzer als die seiner Teamkollegen. Seinen letzten Treffer erzielte er mitten im Sommer oder im australischen Winter, am 19. Mai vor 260 Zuschauern in Melbourne mittels einem Penalty gegen den Australier Fraser Carson im Tor der Melbourne Mustangs.

Irgendwie verrückt, nach 7 Spielen und 17 Punkten bei den Gold Coast Blue Tongues in Brisbane kehrte der gebürtige Wettinger wieder an den Zürichsee zurück. Nun heissen die Gegner wieder ZSC Lions und HC Davos statt Melbourne Ice und Adelaide Adrenaline – und die Mitspieler Jason Spezza statt Marco Bertossa…

…und übrigens auch in der australischen “AIHL” gabs vor 7 Jahren NHL-Lockout-Spieler.

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