Sydney Bears - Canberra Knights (AIHL)

Link: http://www.bearsden.com.au/
Letzten Sonntag, unternahm ich den zweiten Versuch (1. Versuch, siehe Blog vom Juli) das Eisstadion in Baulkham Hills zu finden! Doch diesesmal habe ich den modernsten (erbaut 2002) und komfortabelsten Eisrink australiens gefunden! Dabei wurde mir klar, dass ich vor fünf Wochen ca. sechs Stationen zu früh aus dem Bus ausgestiegen bin.... dann hätte ich noch lange suchen können.....
Kurz vor 18 Uhr betrat ich das Glaciarium (Name des Eisrinks), ich war überwaeltigt! So gut habe ich's mir nicht vorgestellt! Im Vergleich zur veralterten Eishalle in Blacktown (wo die Ice Dogs Zuhause sind) war es riesig.
Erneut besuchte ich ein Spiel der AIHL. Diesesmal standen sich die Sydney Bears, dass Team mit dem ich eigentlich hätte trainieren sollen, und die letztplazierten Canberra Knights gegenüber! Das Heimteam der Bears trug die Jersey-Farben weiss/schwarz/rot/silber, die Gäste aus der Hauptstadt spielten in türkis (design wie das erste Trikot der San Jose Sharks). Die Athmosphäre war atemberaubend für mich, dieser Rink ist das wertvollste des australischen Eishockeys! Das heimteam der Sydney Bears hat die beste Infrastruktur der Liga, sozusagen der HC Lugano oder der SC Bern australiens!
Ich hatte das Gefühl, ich besuche ein NLA Spiel der Schweiz... doch das Niveau würde ich mit der 2. Liga bei uns vergleichen! Die Fans auf der modernen Sitzplatztribüne fiebern richtig mit, so wie das wohl in keinem anderen Eisrink australiens der Fall sein konnte, wenn ich an das Spiel vom vorletzten Wochenende der Ice Dogs denke. Ich zählte ca. 250 Zuschauer. "Doch bei Spitzenspielen wie letztes Wochenende gegen Leader Adelaide ist die Halle jeweils voll", so Bears General-Manager Wayne Hellyer! Die Sydney Bears bezwangen die Canberra Knights schliesslich mit 8:2! Die herausragendsten Akteure waren die australischen Nationalspieler Murray Wand, Tyler Lovering und Chris Rurak. Auch der U20-Nationalspieler Daniel Blythe zeigte eine sehr gute Leistung.
Bears-Manager Hellyer teilte mir mit, dass ein Spieler Canberras (Jason Tait) in Manly wohnen würde! So traf ich ihn gleich nach dem Spiel und so konnte ich mit ihm nach Manly zurückfahren (1 Std mit dem Auto)! Er spielte an der letzten Inline-Hockey WM für Australien und spielte schon für zahlreiche australische Vereine. Hockey sei einfach der beste Sport, meinte er! Und dies im Land des Surfens, Rugby's und Crickets! Eine weitere Begegnung hatte ich mit Mark Rummukainen, sein Name war mir bekannt aus dem International Ice Hockey Guide der IIHF, ich sprach ihn einfach Mal an und er war sehr erstaunt, dass ich ihn vom Namen her kannte!! Das ist typisch Michael Krein (mein Freund Claude Moeri kennt viele solche Beispiele von mir). Rummukainen ist finnisch-australischer Doppelbürger und spielt fürs australische Nationalteam, nach einem kurzen Smalltalk tauschten wir unsere E-Mail Adressen aus. Er will mich kontaktieren, weil er evtl. nächste Saison in der Schweiz spielen will, ich könne ihm eventuell bei der Klubsuche helfen. Umgekehrt kann ich vielleicht Mal in Canberra eine Saison bestreiten... wer weiss?!
West Sydney Ice Dogs - Melbourne Ice (AIHL)
Link: http://www.icedogs.com.au/

Am letzten Wochenende besuchte ich dann tatsächlich ein Spiel der obersten australischen Liga, der AIHL (Australian Ice Hockey League). Dabei standen sich die tabellendritten Western Sydney Ice Dogs und die fünftplatzierten Melbourne Ice gegenüber. Ich dachte ich sei im falschen Film, plötzlich war ich wieder mitten im Eishockey-Rummel. Als ich das Stadion, dies ist vielleicht der falsche Ausdruck - da die Hallendecke sehr tief ist und ein hoher lopp-Pass praktisch unmöglich ist, mit den worten "enjoy the Game" passierte kamen mir Fans mit Sydney-Trikots, Fan-Schals, und Caps entgegen. Man hätte gerade so gut in der Schweiz bei einem 1. oder 2. Liga Match sein können! Übrigens - das Eintrittsticket kostete zehn Dollars.
Das Spiel begann dann schliesslich nach einer Verspätung von 45 Minuten, da die Mannschaft aus Melbourne Verkehrsprobleme bekundete. Ob dies zur australischen Hockey-Normalität gehörte? Das Spiel begann, als die letzten Melbourne-Cracks noch in der Kabine weilten! Melbourne spielte mit nur zwei kompletten Linien! Sydney sah da mit drei Blöcken wesentlich professioneller aus! Melbourne würde das Tempo nicht durchhalten können,
kommt dazu, dass Melbourne keine Zeit mehr zur Verfügung hatte um sich einzuspielen oder die Torhüter aufzuwärmen!
Und so geschah es dann auch! Nach dem ersten Drittel führte Sydney mit 2:0 durch zwei Treffer des kanadiers Jason Haakstad! Haakstads Spielstil ähnelt Marcel Jennis Stil, in der Schweiz würde man sagen, "der Marcel Jenni des armen Mannes". Nach 30 Minuten stand es immer noch 2:0, dann kam der Einbruch: 8:0 nach 40 Minuten! Endresultat 11:1 für Sydney! die meisten Tore wurden durch Sydneys erster Formation mit dem kanadier Jason Haakstad, dem tschechen Martin Jesko und dem australier Andrew White erziehlt! Das Niveau stufe ich zwischen unserer 1. und 2. Liga ein, es ist schwer zu sagen, da Sydney um Klassen besser war. Eventuell könnte Sydney gut in der 1. Liga mithalten. Ich habe auch über gewisse Spieler nachgeforscht und gesehen, dass beispielsweise der kanadier Jason Haakstad schon in den amerikanischen Minor Leagues gespielt hat!
Das ganze Spielsystem ist ein bisschen anders als in der Schweiz. Dies wird beeinträchtigt von einem nicht ganz komfortablen Eisrink. Plexiglasscheiben hinter den Toren kennen sie hier nicht, da hängen einfach Netze! so wird automatisch weniger mit den Banden gespielt! Ich sah praktisch keinen Pass via Bande! Die Hallendecke ist so tief, dass ein lopp-Pass die Hallendecke berührte und das Spiel unterbrochen wurde! Doch eines ist sicher - dies war sicher nicht das letzte Spiel welches ich mir in Australien angesehen habe!
Eishockey in Down Under - eine Geschichte von 2003
Link: http://www.nswicehockey.com.au/club.aspx?clubid=3#top
Während meiner Rückfahrt mit der Sydney Ferry testete ich bei einem Anruf an den General-Manager der Sydney Bears (Australischer-Meister) ob meine neue Optus-Karte auch funktioniert. Er erklärte mir, dass bereits heute Abend um 20.30 ein Eistraining stattfinden würde und dass ich ohne Probleme bei ihnen trainieren dürfe! Ok that's great! Um 18.00 war ich back to the 42 Martin Street in Manly (wo ich für sieben Wochen wohne) um meine Eishockey-Ausrüstung zu holen. 18.55 ging ich am Manly-Wharf on the Ferry! 19.30 stieg ich am Circulary-Quai (Zentrum von Sydney bei Oper und Harbour Bridge) in den Train Richtung Parramatta. Um 20.15 erreichte ich endlich Parramatta....noch 15 Minuten bis zum Training...to late! Naja dann geh ich wenigstens vorbei und schau mir mal das Niveau der Spieler an, dachte ich mir. Von Parramatta dauerte es mit dem Bus nochmals 20 Minuten bis Baulkham Hills, wo das Sydney Glaciarium, die Eishalle, steht! Mittlerweile ist die Sonne längst untergegangen und niemand in Baulkham Hills wusste wo das Eisstadion ist, von Hockey erst gar nichts... schliesslich kam ich 21.00 Uhr zu einer Garage, einer der tankenden Aussies, wusste tatsächlich wo's zur Eishalle geht. yeah... dachte ich! Sechs Strassen weiter nach Westen, immer noch fest entschlossen, aber mittlerweile ca. 50 km von Manly entfernt, marschierte ich mit Hockeyausrüstung durch Sydneys Agglomeration von Baulkham Hills. Das Quartier muss man sich etwa so vorstellen, wie im Film "back to the future 2", als Marty McFly aus der Zukunft in seine "alte" Heimat zurückkehrte...... düstere Gegend, alte Holzhauser, dreckige Vorgärten usw. und dies nach 21.00 Uhr in einem fremden Land, mit einer fremden Sprache........ während meines Marsches, klingelte mein Natel und Bettina leistete mir glücklicherweise Gesellschaft. Während des Telefonates drang ich immer tiefer in die düstere Gegend von Baulkham Hills vor, ohne zu bemerken, dass ich mich wohl langsam aber sicher auf den Rückweg machen sollte!!! Schliesslich hielt ich an einer Bushaltestelle und beendete dann auch das Ferngespräch. Auch Bettina riet mir umzukehren. Guter Rat! (die letzte Ferrie Richtung Manly fährt um 23.45!) weit und breit nichts von Eisbahn, das Training musste längstens zu Ende gewesen sein! Nach einer Viertelstunde vergeblichen wartens auf den Bus, überkam mich das komische gefühl, dass hier vielleicht gar keine Busse mehr fahren..... in diesem Moment war mir nur noch meine eigene Kleidung, die Hockeytasche und der MOND vertraut. Der Mond ist überall auf dieser grossen weiten Welt, dachte ich mir. Ob ich in Aarberg nachts auf dem Balkon sitze, auf den Malediven weile, in den Bergen bin, im Baselbiet bei verwandten, im Flugzeug oder irgendwo unterwegs in Lyss, der Mond war immer da. Dies gab mir eine Portion Sicherheit..... das Gefühl, doch nicht ganz alleine zu sein! glücklicherweise kam ein Taxi vorbei und nahm mich mit, Richtung Parramatta. Ich erklärte, dass ich wohl vergeblich auf den Bus wartete, er meinte: "nein nein der Bus fährt noch!" Anstelle der drei Dollars für den Bus, kostete mich nun das Taxi ca. 25 AUS-Dollars. Ich bat ihn bei der nächsten Bushaltestelle anzuhalten, ich wollte lieber mit dem Bus fahren. Für ihn kein Problem, ich musste nicht Mal etwas bezahlen... wirklich hilfsbereit diese Aussies. Schliesslich erreichte ich im Circulary-Quai die zweitletzte Ferrie zurück nach Manly..... gottseidank..... nochmal gut gegangen...
Ich wusste, dass es auch in Canterbury einen Ice Rink gibt. dies hat mir am Vorabend auch der Bruder von Leah Mitchell (meine Schlummermutter), der auch Michael heisst, bestätigt. in Canterbury (Aussenquartier Sydneys) habe ich nach Michaels Beschreibungen doch tatsächlich nach fünf Minuten eine Sportanlage gefunden. Zu dieser Zeit fand dort draussen gerade ein Landhockeyspiel der Frauen statt. Gleich nebenan war eine Halle mit der Aufschrift: "Olympic Ice Rink Canterbury" yeah! amazing! Am 19. Juli 2003, um 14.00 Uhr war es soweit, ein historischer Augenblick für meine eigene persönliche Geschichte. Michael Krein erblickt zum ersten mal australisches Hockeyeis! Links und rechts längsseitig waren kleine Tribünen angebracht, hinter dem einen Tor war nichts (wie in Biel, einfach eine Wand), hinter dem anderen Gehäuse der Eingang mit einem Hockeyshop! Im Hockeyshop erkundigte ich mich gleich nach dem Team, dessen Name ich bereits kannte, die Canterbury Eagles Sydney! Der Verkäufer des Hockeyshops gab mir die Natel-Nummer des kanadischen Trainers. Der Coach war begeistert und gab mir die Nummer eines Spielers der in Manly wohnt, also im selben Stadtteil wie ich! Nachdem ich dann auch den Spieler (Jeff Klinck, ein Kanadier) kontaktiert habe, holte er mich um 19.30 direkt bei Mitchells mit seinem Auto ab - super! Er fährt irgend ein Cabriolet! Also sind wir im offenen Wagen durch die halbe Stadt gefahren, u. a. auch über die Harbour Bridge! Also bestritt ich am 23. Juli 2003 mein erstes Training auf australischem Eis, schon während unserer Lehrzeit (1993-1997) sprachen Marcel Althaus und ich oft darüber einmal nach Australien Hockey spielen zu gehen! Nun war es soweit... für mich! Obwohl es sicher als Duo einiges einfacher gewesen wäre! Doch nun hatte ich noch das Problem, dass ich keinen Hockeystock dabei hatte, also ging ich vor dem Training noch rasch in den Hockeyshop um einen Stock (Bauer, Jere Lehtinen) zu kaufen. Naja so gross war die Auswahl nicht! und der Stock kostete mich $79, ich denke in der Schweiz hätte ich diesen für CHF 40 erhalten. Jeff Klinck ist u. a. nicht nur Spieler der Eagles, sondern auch noch Assistant-Coach des Juniorenteams (U20) von Canterbury. So bestritt ich zuerst das Training mit den Junioren, dies war gut zum Einstieg nach meiner anderthalb jährigen Hockeypause! Im Juniorenteam figurierte ein U20 internationaler Australiens, der bei uns höchstens 3. Liga Niveau erreichen würde! Das Niveau dieses Juniorenteams erinnerte mich an den Film "Mighty Ducks das Superteam"! Einige bekundeten sogar Mühe beim Schlittschuhlaufen.... dies war das schlechteste Training das ich je gesehen habe! Nach dem Juniorentraining fand dann das richtige Training statt, mit dem Seniorteam der Canterbury Eagles. Auch hier spielten einige, mir bereits bekannte Namen aus dem australischen Nationalteam (Ross Moffat, Ryan Switzer oder Steve Riley), sie alle bestritten mehrere Weltmeisterschaften in der C- oder D-Gruppe des Welteishockeys! Ryan Switzer stand zudem im All-Star-Team des Goodall Cups 1988! Der beginn des Trainings erinnerte mich wieder an einen Eishockeyfilm: "Youngblood", oder in der deutschen Version: "Bodycheck", mit Patrick Swayze und Rob Lowe! Als ich die Spieler auf dem Eis gesehen habe dachte ich an "Coach Shadwick's" Spruch aus dem vorher genannten Film: "wo hast du die Jungs her, aus Mexiko?" Das Niveau des Teams würde ich als schlechtes Drittliga-Niveau bezeichnen. Doch es hat Spass gemacht wieder Mal auf dem Eis zu stehen und für mein erstes Training, dass gewöhnlich immer etwas speziell ist, lief es mir sehr gut. Bereits nach 30 Minuten meinten Jeff Klick und Manager Don Scurfield, ich solle doch mit einem Team der "East Coast Super League" trainieren! keine Ahnung....? East Coast Super League, klingt gut nicht?
In eigener Sache

Link: http://www.ontariohockeyleague.com
Das Actionbild welches Kr1 Eishockeyblog die nötige Action gibt, stammt aus der Ontario Hockey League. Im Zweikampf sehen wir mit der Nummer 13, Thomas Kiriakou von den Ottawa 67's. Sein Gegner ist der Oshawa Generals Stürmer James DeLory mit der Nummer 25.
Thomas Kiriakou wurde am 24. Janaur 1988 in Richmond Hill, Ontario geboren. Der Mittelstürmer spielt seit der Saison 2004/05 bei den Ottawa 67's. In der Saison 2006/07 spielte er auch mit dem aktuellen ZSC Lions Torhüter Lukas Flüeler im gleichen Team.
James DeLory wurde am 3.3.1988 in Newmarket, Ontario geboren. Der Rechte Flügel spielt seit 2004/05 bei den Oshawa Generals und wurde 2006 von den San Jose Sharks gedrafted. Auch er spielte schon mit einem Schweizer zusammen, in der Saison 2005/06 mit Stefan Grauwiler.
...Eishockey WM 1990... ein unvergessenes Erlebnis
Meine erste WM, ein Highlight für einen 12-jährigen Schulbuben. Die Spieler der WM kannte ich bisher nur aus den "Eishockey Almanachs" und da stand ich plötzlich im Allmend Stadion und traute meinen Augen nicht: Auf dem Eis spielte Kanada gegen Finnland, die Kanadier gerieten 0:4 in Rückstand und drehten die Partie noch zu einem 6:5 Sieg, was für ein Spiel!
Danach durfte ich Dank meines Vaters noch zwei weitere Partien besuchen, Schweden gegen die Tschechoslowakei und nochmals die Osteuropäer gegen die damalige Sowjetunion. Rolf Ridderwall, Jaromir Jagr im legendären Juniorenblock mit Robert Reichel und Robert Holik, Pavel Bure, Sergei Fedorov, Bykov, Khomutov, Fetisov hiessen die Stars - dass waren Helden!
