Més que un Club

Zu Besuch bei der Eishockey-Sektion des berühmten FC Barcelona, im April 2007. (Roger Mauerhofer)

Wer 1989 im offiziellen Jahrbuch des IIHF, dem «International IIHF-Yearbook 1988-89» auf den Seiten 161 und 162 die spanische Meisterschaft studiert, kommt ins Grübeln, dies noch mehr im Kindesalter. Vier Mannschaften spielen 1988 um den spanischen Meistertitel, Txuri Urdin, CC Hielo Jaca, Puigcerda und der FC Barcelona? Im Alter von elf Jahren fragst du dich, sind das die Fussballer welche Eishockey spielen? Sind das die gleichen Spieler wie im Fussballteam? Da die Spanier auf dem Eis ja nicht zur Weltspitze gehören, könnten die Fussballer durchaus so gut Eishockey spielen um dabei den spanischen Titel zu holen? Fragen über Fragen, denn diese zwei Seiten sind nun während eines Jahres die einzige Quelle der iberischen Halbinsel.

Im Lauf der Jahre beantworten sich die Fragen um die Eishockeyabteilung des grossen FC Barcelona aufgrund der Spieler, welche mehr und mehr unter den Topskorern der Liga auftauchen, von selbst. 1991-92 stellt der FCB die drei besten Skorer der Liga, darunter ist der Nationalverteidiger Miguel Baldris, welcher 1986 sogar von den Buffalo Sabres gedraftet wurde. Baldris stammt jedoch wie die beiden anderen Goalgetter Denis Bourque und Pierre Millier aus Kanada. Die Puckjäger der katalanischen Fussballabteilung holen 1997 und 2002 ihre Meistertitel drei- und vier.

Erst am 27. April 2007 betrete ich erstmals die «Pista-de-Hielo» auf dem grossen Campus Barcelonas. Neben dem imposanten Fussballstadion «Camp-Nou» mit 98’787 Plätzen, geht die kleine «Eishalle», eröffnet am 23. Oktober 1971, mit gerade mal 1’256 Plätzen unter. Dennoch haben die Geschehnisse in diese Halle schon einiges geboten. 1972 erlebte die Eishockeyabteilung unter dem finnischen Trainer Juhani Wahlsten ihre Premiere, neben 1994 ging hier auch 1979 die C-Weltmeisterschaft über die Bühne und die Spanier stürmten mit den vier einheimischen Bienvenido Aguado, Simo Ramon Regada, Juan-Carlos Cebrian und FCB-Captain Carlos Kubala auf den hervorragenden fünften Rang.

„Training? Immer am Donnerstag?“

— Eismeister der FCB Pista de Gel

Kubala ist der wichtigste Spieler aus der Sektion «Hoquei Hielo» innerhalb des Vereins, sein Vater Laszlo ist eine Fussball-Legende und wurde 1999 zum grössten Barça-Spieler aller Zeiten gewählt. Die Eishockeysektion wird auf der Homepage unter «Other sports» geführt und gehört zu den Randsportarten des Klubs. Trikots der Eishockeysektion gibts in keinem Souvenirshop, aber immerhin finde ich in einem FCB-Jahrbuch ein Foto des aktuellen Teams. Der Eismeister kommt sogar ins Grübeln wenn man ihn um die Trainingszeiten fragt, mit einer unsicheren Antwort sagt der nette Mann, wie einst Wally (Walter Reilly) bei Crocodile Dundee, rückfragend: «Immer am Donnerstag?»

Während meines Barcelona-Trips im April 2007 verpasse ich die spanischen Kufencracks um gut einen Monat. Das letzte Spiel ging hier am 17. März über die Eisfläche. In der Copa-del-Rey sowie in der Meisterschaft war für die «blaugrana» jeweils im Halbfinal gegen Jaca bzw. Puigcerda Schluss. Trotz des minimalen Trainingsaufwandes des Spitzenclubs, hat Barça aber sämtlichen Schweizer Nationalliga-Vertretern eines voraus, denn der Fussballclub zeigt sich äusserst grosszügig gegenüber der Eishockeyabteilung und der Eisbetrieb wird auch im Sommer fortgesetzt. Der FC Barcelona ist halt eben rundum «més-que-un-Club» (mehr als ein Club), auch wenns dabei «nur» um eine Randsportart geht.

Seleccion 2006-07: David Tello, Guillem Alvarez, Borja Munitiz; Toni Roig, Enrique Zapata, Jan Jungwirth (Cz), Kevin Clauson (USA), Johnnie Björklund (Sd), Guillermo Nieto, Victor de Canivell, Joaquim Repulles, Arnau Miguel, Endika Munitiz; Ivan Codina, Jordi Bernet, Yu Matoji, Joaquim Badia, Ramon Morer, Michael Sehlén (Sd), Mateu Tormo, Oyvind Eng (No), Rastislav Vitalos, Pablo Munoz, Alex Dominguez, Xavier Ortega, Christopher Haugen (No); Zdenek Cik (Cz)

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