Jahresarchiv2009

Kr1 Interviews

http://videoportal.sf.tv/video?id=aed8434a-4642-4ad8-9b8f-377a7fb2a40e

Michael Liniger und Martin Plüss.

http://www.tsr.ch/tsr/index.html?siteSect=500000#channel=sport;tab=lastvideos;vid=11556069
Julien Sprunger

Nostalgisches anno 1982

Samstag, 21. November 2009 – Nostalgie im Eisstadion Biel. Zum 70-jährigen Jubiläum spielt der EHC Biel im blauen Retro-Trikot der 83er Meistersaison. Im Vorfeld dieser Partie (Biel-Fribourg) recherchiere ich nach alten Ergebnissen und Spielern der Saison 1982/83.

Die Resultate aus der Saison 1982/83 zwischen Biel und Fribourg waren sehr Torreich: 7:2, 10:4 und 1:7, lauteten die Heimspiele für die Seeländer. Biel krönte die Saison 1982/83 mit dem dritten und bis heute letzten Meistertitel.

Einer der damals hautnah dabei war, ist der aktuell bei TSR arbeitende Robert „Robelon“ Meuwly. Natürlich konfrontiere ich ihn vor dem Spiel mit der Vergangenheit. Ich staune nicht schlecht als er mir erzählt: „hier haben wir 1982/83 eine deutliche Abfuhr bekommen, zehn Gegentore hab‘ ich damals in einem Spiel kassiert!“

Tatsächlich, es gab ein 10:4 sage ich zu ihm. Robert Meuwly sagt darauf: „ich weiss noch genau an welchem Tag es war“, ich bin verblüfft, Meuwly weiss noch das genaue Datum? Er scheint mindestens so Hockeyverrückt zu sein wie ich?! Er erinnert sich an den 28. September 1982, an jenem Tag hat seine Frau Geburtstag und Meuwly sagte ihr an jenem Morgen: „Heute mache ich ein Shutout, ich fühle mich grossartig, ich schenke dir einen Shutout zum Geburtstag.“

1982 was für ein Jahr!

Vorsicht während Interviews

Der folgende Bericht vom Lokalsender Tele Bilingue wurde von meinem Berufskollegen Philippe Delisle (TeleBärn) ausfindig gemacht.
Eine saubere Recherche, denn mir ist mein Lapsus zum Zeitpunkt des Geschehens, am 15. September 2009, nicht aufgefallen, andere behaupten ich sei Mediengeil…

Kr1 Interviews im Hallenstadion…

http://videoportal.sf.tv/video?id=84816c52-b162-470b-9d24-a4f8058cf62e

Interviews mit Patrik Bärtschi und Fabian Schnyder.

Von Pizzen und Lyssern

http://www.dieci.ch/

Wieder Mal steht Rapperswil-Jona auf dem Programm. Nach einer eher mühsamen und langen, trotz neuer „Züri-West“ Umfahrung, Autofahrt in die Rosenstadt komme ich gut gelaunt in der Diners-Club-Arena an. Kurz vorher noch etwas zu essen? Nein ich spare mir den Appetit auf ein „Schnitzel-Baguette-Brot“ für später auf, nach Arbeitsschluss.

Zu Gast ist der SC Bern, welcher den gleichen Weg auf dem „langen und grauen Band“ hinter sich gelassen hat. Während das Spiel läuft und ich fleissig am kommentieren bin, fällt mir auf, dass sich mindestens drei Lysser im Stadion befinden. Michel Riesen bei den Lakers, Philippe Rytz beim SCB und meine Wenigkeit auf der Tribüne. Mit Riesen habe ich bei den Moskitos des SC Lyss ein paar Spiele bestritten. Philippe Rytz war damals noch zu klein, doch mit seinem Bruder habe ich mehr als nur eine Saison absolviert.

So haben wir alle unseren Weg gemacht, erfolgreicher oder eben weniger erfolgreicher, je nach dem von WO und WIE man es betrachtet. Schliesslich sind wir alle am 23. Oktober 2009 in Rapperswil-Jona gelandet.

Nach dem Spiel gibts leider kein Interview mit Riesen oder Rytz, sondern mit Rappi-Hüter Daniel Manzato (einem Fribourger). Und was war da noch vor dem Spiel? Ach ja ein „Schnitzel-Brot“, doch leider bin ich zu spät, die Food-Theke ist nach Spielschluss bereits geschlossen.

http://videoportal.sf.tv/video?id=c0be8744-9b44-4d35-879e-ce70a544652e

Um den Appetit doch noch stillen zu können blieb mir nur noch eine Möglichkeit: 10′ DIECI! Einer der Mitgründer der in Rapperswil bekannten Pizza-Kette (welche auch noch eine Bar und eine Gelateria an bester Lage betreibt) ist ex-NLA-Crack Harry Rogenmoser. Als ich meine Bestellung aufgebe, erkenne ich neben mir Sandro Tschuor (Lakers), der kurz vorher noch mit Riesen und gegen Rytz um Punkte gekämpft hat. Unsere beiden Pizzen kommen sogar auf dieselbe Rechnung, doch wir bezahlen selbstverständlich getrennt. Ich wünsche ihm einen guten Appetit und ein gutes Spiel morgen in Biel, wo auch ich wieder dabei sein werde… Rapperswil-Bern, Biel-Rapperswil…

NHL Challenge 2010

http://www.tappara.fi/

Wie vor Jahresfrist gastieren auch 2010 wieder vier NHL-Teams in Europa. Heute starten die Florida Panthers in Tampere gegen den Traditionsklub Tappara (aktuell sechster der SM-Liiga). Gleichzeitig duelliert sich der HC Davos gegen die Chicago Blackhawks im Vorspiel um den Victoria Cup.

Für Tappara Tampere ist es, nach 1994 gegen die Winnipeg Jets (2:8), der zweite Vergleich gegen ein NHL-Team. Für Schweizermeister Davos ist es die Premiere. Die Florida Panthers haben bisher noch keine Partie gegen ein europäisches Team bestritten. Die Chicago Blackhawks absolvierten bisher nur fünf Spiele gegen ehemalige sowjetische Mannschaften und ein Team aus der ehemaligen Tschechoslowakei. Dabei setzte es vier Niederlagen ab.

EUROPA vs NHL 2009
28.9.2009 Zürich, HC Davos – Chicago Blackhawks 2:9 (0:3,1:2,1:4) 7’252
Goals: 10. Brouwer (Toews/Auschluss Madden!) 0:1. 14. Campbell (Brouwer, Toews) 0:2. 18. Kane (Campbell) 0:3. 26. Widing (Bürgler/Ausschluss Sharp) 1:3. 29. Brophey (Bickell, Hjalmarsson) 1:4. 36. Sharp (Madden) 1:5. 41. Smolenak (Klinkhammer) 1:6. 44. Keith (Sharp/Ausschluss Gianola) 1:7. 47. Kane 1:8. 52. Smolenak (Johnson) 1:9. 55. Guggisberg (Ausschluss Widing!) 2:9

28.9.2009 Tampere, Tappara Tampere – Florida Panthers 3:2 PS (1:1,0:0,1:1,0:0,1:0) 6’203
Goals: 9. Horton (Leopold, McCabe) 0:1. 9. T. Peltonen (Junnila, Pyymäki) 1:1. 43. Duco (Olesz) 1:2. 48. Junnila (Koskela, Mäntylä) 2:2. 65. V. Nieminen 3:2 (Penalty)

29.09.2009 Zürich, ZSC Lions – Chicago Blackhawks 2:1 (1:1,1:0,0:0) 9’744
Goals: 7. Barker (Sharp) 0:1. 13. Bärtschi (Monnet, Signoretti) 1:1. 35. Grauwiler (Bühler) 2:1.

29.9.2009 Linköping, Linköpings HC – St. Louis Blues 0:6 (0:2,0:3,0:1) 4’916
Goals: 2. Perron (E. Johnson) 0:1. 7. Colaiacovo (Crombeen, Steen) 0:2. 30. Berglund (Winchester, Oshie) 0:3. 33. Kariya (Tkachuk, Boyes) 0:4. 36. Kariya (PP) 0:5. 52. Steen (Weaver) 0:6

30.9.2009 Helsinki, Jokerit Helsinki – Florida Panthers 2:4 (0:2,1:2,1:0)
Goals: 19. Seidenberg (Horton) 0:1. 20. Stillman (Reinprecht, Ballard) 0:2. 23. Koivisto (Sihvonen, Mäki) 1:2. 29. Stillman (Koistinen, Reinprecht) 1:3. 36. Frolik 1:4. 53. Saarinen (Niemi, Hentunen) 2:4.

30.9.2009 Karlstad, Färjestads BK – Detroit Red Wings 2:6 (0:3,1:1,1:2) 8’398
Goals: 7. Williams (Leino) 0:1. 16. Zetterberg (Kronwall, Williams/PP) 0:2. 19. Filppula (Leino, Kronwall/PP) 0:3. 26. Rafalski (Franzén, Datsyuk/PP) 0:4. 33. Pihlström (Bastiansen) 1:4. 51. Kronwall (Zetterberg, Cleary/PP) 1:5. 51. Lindström 2:5. 58. Bertuzzi (Datsyuk) 2:6.

Tappara Tampere gelang der erste Sieg eines europäischen Teams seit dem 15. Januar 1991 (Quebec Nordiques-Dynamo Moskau 1:4). Einen Tag später doppelten die ZSC Lions gleich nach. Als erstes Schweizer Team gelang den Lions die Sensation.

Und täglich grüssen Spielorte und Spieler…

http://sport.sf.tv/sendungen/sportaktuell/sportaktuell_vom_15_09_2009

Nach den ersten Stationen Biel und Bern gings einmal mehr ins Tal der heulenden Winde. Langnau stand wieder auf dem Programm, ich hab mich gefragt, wie viele Male ich wohl schon hier gewesen bin? An meinen erstmaligen Besuch in der Ilfis-Halle kann ich mich noch gut erinnern, als 11-jähriger bestritt ich hier mein erstes Meisterschaftsspiel mit den Moskitos des SC Lyss. Wir kamen ohne Vorahnung, wir wussten nicht, dass wir hier auf den wohl besten Nachwuchs der Schweiz treffen werden und gingen gegen Jan von Arx & Co. mit 0:10 unter.

Heute kam ich unter ganz anderen Umständen in die Ilfis. Nach einem verrückten Spiel, welches die Gäste aus Biel noch für sich entscheiden konnten, gab es zwei Stimmen der beiden Coaches (Ruhnke und Weber). Während der Verlängerung klingelte noch mein Natel, eine Nummer aus Genf, TSR wollte auch noch ein Kommentar zum Spiel von Philippe Seydoux. Ausgerechnet Seydoux, Ihn hatte ich vier Tage vorher im Blick-Bericht als „die Pflaume des Spiels“ bezeichnet. Doch Seydoux hatte glücklicherweise keine Ahnung wen er vor sich hatte, falls er den Bericht vom letzten Samstag überhaupt gelesen hat?

Zum Saisonauftakt in Biel

Es ist wieder soweit! Die ersten Spiele sind irgendwie immer etwas spezielles, neue Spieler, neue Trikots, neue und alte Gesichter im Stadion – einige alte Hockeyfreunde meiner aktivzeit oder aktuelle Bekannte und Jounalisten. Schon auf dem Weg ins Stadion lief der Draht heiss – letzte Anweisungen der Sportredaktion, seinen es Zeilenangaben oder inhaltliches. Auch der Kollege vom Radio DRS, der den Auftakt in Fribourg erleben wird, wollte kurz wissen wo und für wen ich heute im Einsatz stehe.

Dann gehts endlich los, Pressekonferenz und Spielbeginn – und der Saisonauftakt 2009/10 ist schon bald wieder Geschichte. Neben mir auf der Medientribüne sitzt Fribourgs Elitetrainer und hat die Aufgabe, denb morgigen Gegner (Servette) zu beobachten. Der Beobachter, ein ehemaliger NLA und 1. Liga Torhüter, ist mir vorallem durch seine Zeit beim SC Lyss bekannt. Wir haben sogar Mal ein Spiel im selben Team bestritten, er konnte sich sogar noch daran erinnern, ans Spiel natürlich – nicht an mich.

Während unserem Gespräch in den Drittelspausen, hat mir vorallem sein Engagement im Ausland imponiert. Drei Jahre war er als Junioren- und Torhütertrainer in der Mozart- und Red-Bull-Stadt Salzburg tätig. Eine Erfahrung welche er nicht missen möchte, der Respekt gegenüber ausländischen Trainer sei dort riesig gewesen. Nicht zu vergleichen mit einem Engagement im eigenen Land. Kommt dazu, dass es in Salzburg (fast) keine finanziellen Grenzen gab. So jetete man während der Saison kurz nach Monza um bei einer Trainingsfahrt auf der Rennstrecke den Teamgeist zu fördern.

Auch beim aktuellen Spiel (Biel-Servette) standen zwei Akteure (Goran Bezina und Richard Jackman) mit Salzburger Vergangenheit auf dem Eis. Die Gäste aus Genf bezwangen die Seeländer mit 3:1. Der Matchbericht war in der Tasche und eben, der Saisonauftakt 2009/10 war bereits wieder Geschichte. Übrigens, auch Salzburg gewann sein erstes Spiel mit 7:6 in Klagenfurt…

Die Asia League verliert ein Traditionsteam

http://www.alhockey.com/

Aus finanziellen Gründen (Ausstieg des Hauptsponsors Princehotels) ziehen sich die in Nishi-Tokyo beheimateten Seibu Prince Rabbits aus Asia League zurück. Die Asia League verliert ein japanisches Traditionsteam. Seibu (vorher auch als Kokudo Tokyo bekannt) war mit 23 Titeln (13x Meister, 10x All-Japan-Championship Sieger) Japans erfolgreichste Mannschaft. In der Asia League holte man zwei Titel (2005 und 2006). In der vergangenen Saison scheiterte man im Finale an den Nippon Paper Cranes aus Kushiro.

Die meisten Spieler heuern bei ehemaligen Ligakonkurrenten an. Sechs Spieler wechseln zu den Nikko Icebucks, Nationalspieler Go Tanaka wechselt nach Deutschland in die 2. Bundesliga zum Aufsteiger ESV Kaufbeuren. Die Rabbits werden in der kommenden Saison durch die Tohoku Free Blades aus Koriyama ersetzt. So besteht die Asia League weiterhin aus vier japanischen Teams, zwei Mannschaften aus Südkorea und einem Team aus China.

Schweizer in der Kiwi Liga

http://www.nzihl.com/

Eishockey wird im Land der „Kiwis“ seit den Dreissigerjahren gespielt. Zu Beginn vorallem auf gefrorenen Seen. Das erste Turnier wurde 1937 in Opawa/Canterbury um den Erewhon-Cup ausgetragen. Bis 2004 wurden Klubmeisterschaften nur innerhalb der drei Distrikte (Southern, Canterbury und Auckland) ausgetragen. National spielten die drei Distrikte um den neuseeländischen Meistertitel. Auckland dominierte die New Zealand Championship zwischen 1976 und 2004 mit dreizehn Titeln.

2005 wurde die New Zealand Ice Hockey League (NZIHL) mit vier Teams (Southern Stampede, West Auckland Admirals, South Auckland Swarm und Canterbury Red Devils) ins Leben gerufen. Southern Stampede aus Queenstown holte sich die ersten zwei Titel (2005 und 2006).

In der aktuellen Saison, welche am 12. Juni mit fünf Teams begonnen hat, gehen die Botany Swarm (Meister 2007 und 2008) als Titelverteidiger ins Rennen. Botany wurde jedoch durch die Rivalen aus Queenstown (Stampede) im ersten und zweiten Aufeinandertreffen mit 1:7 und 3:7 deklassiert.

Der aktuelle Meister befindet sich nach sechs Spielen auf dem dritten Rang, hinter Southern Stampede und den Canterbury Red Devils (In der Saison 2003 spielte der Schweizer Bruno Habisreutinger bei den „roten Teufel“, siehe Playercard unten). Aktuell befindet sich noch ein Schweizer in der NZIHL, Alex Luggen spielt als Verteidiger bei den West Auckland Admirals, welche ihre Heimspiele in Avondale austragen.

Die Finalspiele der NZIHL finden, nach zwölf Qualifikationsspielen, am 5. und 6. September mit einem Hin- und Rückspiel statt.

CHL Import Draft 2009

http://www.chl.ca/fullstory.php?select=1&id=1183

Nicht nur der NHL Draft, sondern auch der CHL Import Draft ging über die Bühne. Der Davoser Junior Nino Niederreiter wurde als insgesamt zweiter Spieler (nach dem Russen Stanislav Galiev) von den Portland Winterhawks/WHL gezogen. Noch nie wurde ein Schweizer so früh gezogen. 2007 wurde Torhüter Robert Mayer als Nr. 3 gezogen.

Mit Alain Berger vom SCB wurde ein weiterer Schweizer als Nr. 27 von den Oshawa Generals/OHL (ex-Club von John Tavares) gezogen. Nach Stefan Grauwiler (2005) ist Berger Oshawas zweiter Schweizer Import Draft. Seit 1997 wurden insgesamt 25 Schweizer im CHL Import Draft gezogen.

Mit Tom Kühnhackl* aus Landshut (Nr. 24, Windsor Spitfires/OHL) und Konrad Abeltshauser (Nr. 28, Halifax Mooseheads/QMJHL) wurden auch unsere Deutschen Nachbarn zweimal berücksichtigt. Österreichs Kevin Puschnik** komplettiert den deutschsprachigen Raum als Nr. 40 (Shawinigan Cataractes/QMJHL).

*Sohn von Erich Kühnhackl, **Sohn von Gerhard Puschnik

The Truman Show

Am 17. August 2003 besuchte ich mein zweites Spiel (Sydney Bears – Canberra Knights) der Australian Ice Hockey League. Auf dem Eis stand ein gewisser Andrew Truman, gesponsert von der Firma „Pacific Prospect“. Bei Sydney haben alle Spieler zusätzlich einen privaten Geldgeber. Truman ist mir an diesem Abend (8:2 Sieg der Bears) nicht speziell aufgefallen. Anderhalb Jahre später tauchte derselbe Truman erstmals in der Schweizer Nationalliga auf!

Truman gilt als Weltenbummler, welcher sein Handwerk bei verschiedenen A-Midget-Juniorenteams im Mutterland des Eishockey erlernt hatte. Danach folgten drei Saisons in der Klasse „Junior A“. SJHL, AJHL und AWHL hiessen die weiteren Stationen. 1994 erzielte Truman für zwei Teams sagenhafte 256 Tore in nur einer Saison. Später (2000-02) spielte er in der South Saskatchewan Junior Hockey League (SSJHL), wo er mit den Estevan Bruins einen Meistertitel feiern konnte. 2003 erzielte Truman in 14 Spielen, 19 Punkte für die Sydney Bears in Australien. Der Abstecher nach Down Under galt als Vorbereitung für die anschliessend geplante Saison in Finnland. Bei Haukat Järvenpää, in der zweithöchsten Suomi-Liga Mestis, kam er jedoch nur zu Trainingseinsätzen.

Zurück zur Nationalliga. In der Saison 2004/05 gab er zu seine Feuertaufe in der NLB. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall vom damaligen Olten-Söldner Albert Malgin (heute in Biel), wurde er zunächst für drei Partien (sehr kostengünstig) verpflichtet. Doch das Gastspiel des kanadischen Stürmers war beim EHC Olten bereits nach einem Spiel wieder zu Ende. Im Training war man zwar von seinen Qualitäten überzeugt, jedoch konnte er kurzfristig keine Impulse geben, war dem EHC Olten Trainer Dario Andenmatten im „Oltner Tagblatt“ zu entnehmen. Truman stand vom 9. bis zum 18. Dezember 2004 bei den Solothurnern unter Vertrag. Doch Truman gab schon vorher sein Debüt auf Schweizer Eis. Der Zweitliga Klub EHC Sursee (Foto) verpflichtete ihn, zusammen mit seinem Bruder Lance Truman, für drei Spiele. In diesen drei 2. Liga Partien zeigte Truman alles andere als eine Truman Show, vier Tore und zwei Assists waren zu wenig um später in der NLB eine Rolle spielen zu können.

Andrew Truman ist ein Weltenbummler, als Profi kann er wohl nie eine wichtige Rolle spielen. Trotzdem warten wir gespannt auf die Fortsetzung der aussergewöhnlichen „Truman Show“, wo wird er als nächstes anheuern?

Andrew Truman, geboren am 2. Mai 1982 in Kanada, 183 cm, 79 kg, Stürmer, rechts schiessend

Die Welt der Maskottchen …von Pady bis Cooly…

An das erste WM-Maskottchen an welches ich mich erinnern kann ist der 90er WM-Eisbär Pady. Die Plüschform von Pady sitzt noch heute auf meinem Schreibtisch. Pady in der kleinsten Form, kostete bereits vor neunzehn Jahren zwanzig Franken, ein hoher Preis für einen damals 12jährigen.

Wie cool ist Cooly wirklich? Was gab es sonst noch für heimliche WM-Stars? Kann man sich überhaupt noch an andere „WM-Tierchen“ erinnern? Wo kamen welche Tiere am heufigsten zum Einsatz?

Die Russen beispielsweise haben in vier WM-Turnieren drei Bären eingesetzt. Toptigka (1973), Misha (1986) und Teamka (2007). Genauer gesagt, wenn die WM in Moskau stattfindet ist das Maskottchen ein Bär. An der WM 2000 in St. Petersburg trampelte der Elch Hockusha durch die Arena.

Auch Löwen kamen heufig zu Ehren. Der erste Löwe war Pepa (1985 in Prag), später folgte Leo (1992, wieder in Prag), in Finnland hiess „der König der Tiere“ Hanki (1997) und Finkey (2003). Die Tschechen präsentierten 2004 in Prag und Ostrava zum drittenmal einen Löwen (Tomik).

Zwei Maskottchen kamen sogar zu insgesamt fünf WM-Einsätzen. Der Pinguin Bully, trat 1993 erstmals in München und Dortmund auf. Bully blieb danach bis 1998 im deutschsprachigen Raum. In Wien (1996) und in Zürich und Basel (1998) absolvierte Bully zwei weitere WM-Turniere! Der zweite Kontrahent ist der Schneemann Snowy, Snowy stampfte 1995 und 2002 als Publikumsliebling in Schweden übers Eis.

Champion the Polar Bear setzte letztes Jahr in Quebec/Halifax neue Massstäbe und wurde gleich als Cooly für die aktuelle WM engagiert! Verwandte Eisbären von „Champion“ sind Pucky (1999 in Norwegen), der bereits erwähnte Pady, sowie Isidor aus Göteborg 1981.

Weitere klingende Namen waren Rix der Biber (2006 in Riga), Winni der Adler (2005 in Österreich), Spacy der Ausserirdische (2001 in Deutschland), Slapy der Schneehase (Italia ’94), Vikingman (Stockholm 1989) oder Packy der erste Pinguin (in Wien 1987).

Fakt ist, Cooly die Kuh wird zweiffellos als eines der nachhaltigsten und originellsten WM-Maskottchen in Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt Dank der grossartigen Show, welche die fünfköpfige Crew aus Kanada täglich geboten hat! Nun dann – nichts wie hin zum Fanshop, denn Pady war nun lange genug allein. Höchste Zeit, dass sich Cooly und Pady auf meinem Schreibtisch vereinen und gemeinsam auf den nächsten Plüschpartner freuen können…

Die Gulaschtruppe

^Foto: Die Magyaren Krisztian Palkovics, Daniel Koger und Istvan Szelig tragen auf ihren Helmen die Nummer 19, zu ehren ihres verstorbenen Freundes und Ungarn-Legende Gabor Ocskay. (Michael Krein)

Willkommen in der Welt der Exoten! Erstmals seit 70 Jahren nimmt Ungarn wieder an einer A-WM teil. Das Ziel der Puszta-Jäger: Ja nicht absteigen.

Eishockey und Ungarn? Ein grosses Fragezeichen im Land der Puszta. Die Puszta ist eine baumarme und öde Steppenlandschaft im Osten Ungarns. Vergleicht man die Eishockeyweltkarte mit Ungarn, würde Ungarns Eishockey in der Puszta, in der Einöde liegen. Deshalb kann sich auch kaum jemand an Ungarns Auftritt an der B-WM 1985 in Fribourg erinnern! Die Magyaren belegten damals den letzten Platz und stiegen in die C-Gruppe ab. Vor Jahresfrist gelang der sensationelle Aufstieg in die A-Gruppe nach einem Sieg über die Ukraine. Ungarn kehrt also nach 70 Jahren wieder in die oberste Spielklasse zurück. Die letzte A-WM bestritten die Osteuropäer übrigens auch in der Schweiz, 1939 in Basel und Zürich.

Zu den Schlüsselspielern des Aufstiegsteams gehörte auch Gabor Ocskay (34). Wenige Tage nach dem ungarischen Meistertitel mit Alba Volan ist der 187-fache Internationale an einem Herzinfarkt in Budapest gestorben. Ende März fand im Eisstadion von Szekesfehervar eine grosse Abdankungsfeier statt. Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt, in einem familiären und emotionalen Moment wurden nochmals Bilder aus Ocskays Karriere gezeigt. Der plötzliche Tod von Ocskay war ein grosser Schock für das gesamte ungarische Eishockey. Ocskay galt als «Herz» der Nationalmannschaft. «Er war auf- und neben dem Eis die Leaderfigur, ich würde ihn in der Schweiz mit Sandy Jeannin vergleichen» so Assistenzcoach Diego Scandella.

Gabor Ocskay galt als «Herz» der Nationalmannschaft

Scandella, der ehemals acht Jahre in Lugano und Ambri tätige Italo-Kanadier ist seit vier Jahren Assistenzcoach der Magyaren. Headcoach Pat Cortina und Diego Scandella stammen beide aus Montreal und sind langjährige Freunde. Die beiden arbeiteten schon in den neunziger Jahren erfolgreich bei den Devils Milano in Italien zusammen. Pat Cortina amtet nebenbei auch noch als Headcoach beim EHC München (2. Bundesliga). Diego Scandella kehrt auf die kommende Saison wieder in die Leventina zurück, die Funktion ist noch offen.

Die Schlüsselspieler sind gefordert

Um das Ziel «Klassenerhalt» zu erreichen sind vor allem die Schlüsselspieler gefordert! In erster Linie setzt man auf die NHL-Drafts. Vorallem Torhüter Levente Szuper (2001 als Nr. 116 von den Calgary Flames gezogen) und Janos Vas (gedraftet als Nr. 32 von den Dallas Stars). Janos Vas absolvierte 204 Spiele in der AHL und spielt in Schwedens Elitserien bei Brynäs Gävle. Ganz anders steht es um Ungarns ersten NHL-Draft der Geschichte. Der 1999 von den Edmonton Oilers als Nr. 256 gezogene Tamas Gröschl gehört seit letztem November nicht mehr zum Stamm der Nationalmannschaft. Doch Der Fall Gröschl ist in keiner Weise mit unserer Polemik um Reto Von Arx und Co. zu vergleichen. Das ewige Talent konnte oder wollte sein Potenzial nie richtig ausschöpfen und kann die Erwartungen des Trainerduos nicht erfüllen. Weitere wichtige Akteure der Puckjäger aus der Puszta sind Krisztian Palkovics (an der letzten Division I WM als bester Stürmer ausgezeichnet), die Auslandsöldner Balazs Ladanyi und Marton Vas (älterer Bruder von Janos Vas), sowie die erfahrenen Verteidiger Andras Horvath und Viktor Tokaji.

Aus dem WM-Alltagstrott…

http://www.iihf.com/

Nach 19 Jahren kehrt die Eishockey WM wieder nach Bern zurück. Ich kann mich noch gut erinnern, damals als 12-jähriger durfte ich mir drei Spiele in Bern ansehen. Als sei es erst gestern gewesen, nie mehr werde ich das Spiel Kanada-Finnland vergessen, die Skandinavier führten mit 4:0, verloren die Partie aber noch mit 5:6!

Nur ein Akteur der 90er WM ist heute immer noch dabei: Jaromir Jagr, damals im Junioren-Sturm zusammen mit Robert Holik und Robert Reichel eine der Entdeckungen des Turniers.

Übrigens war der Schiedsrichter Willi Vögtlin damals der einzige Schweizer WM-Teilnehmer, heute, 19 Jahre später sass ich neben Vögtlin auf der Pressetribüne.

Wer erinnert sich an das WM-Maskottchen von 1990? Wohl niemand, denn der Eisbär mit dem klingenden Namen „Pady“ war vor 19 Jahren eine Slowly-Standby-Version vom heutigen, heimlichen WM-Star Cooly. „Cooly“ stammt aus Kanada und wurde an einer professionellen Maskottchen-Schule ausgebildet!

Wie schon im vergangenen Jahr in Quebec ist „unser Held“ (auf eishockeyblog.ch) Alexander Radulov wieder präsent und hat das „Zeug“ zum Held von Bern zu werden. Jedoch anders als in Quebec hier mehr in spielerischer Hinsicht.

Der Ungarische Torhüter und NHL-erprobte Levente Szuper wird seinem Namen gerecht. Bei genauem hinschauen erkennt man vorne auf seiner Maske das Superman-Logo, doch dieses besteht nicht nur aus einem „S“ sondern aus einem „SZ“, S“z“uperman eben.

Die Partie Ungarn-Weissrussland durfte ich u.a. auf der Sitzplatztribüne neben dem Ungarischen Nachwuchstalent Daniel Koger (20) verbringen. Koger spielt in Österreich beim EC Red Bull Salzburg und wurde nun für die Relegationsrunde nachnominiert. Koger dürfte künftig wieder mitverantwortlich für die Rückkehr in die A-Gruppe sein.

Linus Ömark auf Peter Forsbergs, Rob Hiseys und Marek Maliks Spuren…

http://www.youtube.com/watch?v=b_X5FdpsWpg

Der Schwedische Nationalspieler Linus Ömark verwandelte den sehenswerten Penalty anlässlich des WM-Vorbereitungsspiels Schweden-Schweiz, gegen Marco Bührer ganz cool zum 4:3 Sieg für die Tre-Kronors. Ömark spielt bei Lulea HF und wurde 2007 als Nr. 97 von den Edmonton Oilers gedraftet.

Ein denkwürdiger Abend in der Patinoire St-Léonard

http://www.sf.tv/sfsport/sportaktuell/index.php?docid=20090317

Zwölf Tage nach dem Ausscheiden des Champions League Siegers war ich wieder in der St-Léonard im Einsatz. Bereits vor dem Spiel sah ich den Coach der gegnerischen Mannschaft gut gelaunt Autogramme verteilen. Diesen Coach werde ich nach dem Spiel interviewen müssen, was ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wusste.

Etwas Spezielles, so schien es, lag an diesem Abend des 17. März 2009 in der Luft. An diesem Abend sollte sich der Kreis des verpatzten Interviews von 2007 wieder schliessen. Habe ich etwas anders gemacht als sonst? Oder lag es an der speziellen Atmosphäre der Patinoire St-Léonard? War es meine Pausenunterhaltung, welche an diesem Abend erstmals stattgefunden hat? Oder war es das kurze Nachtessen vor dem Spiel, welches mich beflügelte? Oder war es ganz einfach ohne besondere Bedeutung?

von Berlinern und Hamburgern…

^Foto: Die O2 World Arena in Berlin hat nach dem SC Bern den zweithöchsten Zuschauerschnitt des alten Kontinents. (Michael Krein)

Playoff-Zeit ist die beste Zeit! …nun gings nach Deutschland in die Hauptstadt zum Playoff-Viertelfinal-Auftakt der Deutschen-Eishockey-Liga (DEL). Mit den Eisbären Berlin (1.) und den Hamburg Freezers (8.) trafen zwei Anschutz-Teams aufeinander. Am Nachmittag schlenderten wir noch am Brandenburger Tor entlang, als mir drei bekannte Gesichter aufgefallen sind! Es waren die Gesichter von Champions-Hockey-League-Siegern und Schweizer Playoff-Versagern Mathias Seger, Lukas Grauwiler und Andri Stoffel flanierten ebenfalls ums Brandenburger Tor herum…

Nach einem fünfminütigen Fussmarsch vom Berliner Ostbahnhof war sie zu sehen, die o2 World Arena, Europas modernste Arena. Man könnte die o2 World auch als «Prudential Center Europas» bezeichnen. Jedes Schweizer Team würde von solch einer Arena träumen. Man sitzt wie in einer NHL-Arena, nur im Pullover, in einem bequemen Sessel mit Getränkehalter und das Spiel wird zum Familienerlebnis. Von der Grossmutter bis zum Hardcore-Fan war alles anzutreffen, von randalierenden Fans keine Spur. Doch anders als in der NHL, war die Stimmung riesig – Deutschland eben! Nur eines haben wir vermisst, einen «Hamburger», stattdessen gabs «American Hotdogs à la Quebec» – denn schliesslich waren die Hamburg Freezers zu Gast und nichts wäre für den Berliner Fan naheliegender, als vor dem Spiel einen «Hamburger» zu verzehren.

Die Geschichte haben die Ossies trotz neuer Arena, Namen- und Standortwechsel nicht vergessen

Doch die bedauernswerten Gäste schienen auf dem Eis tatsächlich «verzehrt» zu werden. Der Qualifikationssieger und aktuelle Deutsche Meister dominierte das erste Drittel nach belieben, trotz einem Torschussverhältnis von 18:2, führte man nach zwanzig Minuten nur mit 1:0. Die sehr effizient spielenden Gäste aus der Hansestadt kamen in der 52. Minute sogar zum 3:3 Ausgleich! Unter dem Ansporn der 14’200 Fans (Berlin hat den zweithöchsten Zuschauerschnitt Europas) spielten sich die «Ostberliner» doch noch zum verdienten und wichtigen ersten Sieg (5:3) in dieser Serie.

So gehört der ehemalige DDR-Verein (15-facher DDR-Meister) heute zu den europäischen Top-Adressen. Nicht zuletzt Dank des US-amerikanischen Inhabers Anschutz Entertainment Group (AEG), welche seit 1999 alleiniger Inhaber der Eisbären ist. Doch die Geschichte haben die Ossies trotz neuer Arena, Namen- und Standortwechsel nicht vergessen. Fangesänge wie «Berlin-OST, Berlin-OST, Berlin-OST» oder «Dyyynamo, Dyyynamo, Dyyynamo» waren ebenso präsent wie Dynamo-Schals, Trikots und Fahnen.

Zuschauerschnitt 2008-09
1. SC Bern (Sz), 16’172 (Schnitt/Spiel)
2. Eisbären Berlin (De), 13’746
3. Adler Mannheim (De), 11’756
4. Frölunda Göteborg (Sd), 11’234
5. Kölner Haie (De), 10’342

Davos vs. Lugano! Strecker vs. Krein!

 

HC Davos (HCD) vs HC Lugano (HCL), Klaus Zaugg vs. Joël WüthrichDas Duell! Früher bekannt aus dem Magazin Slapshot und später aus dem Top Hockey. Jeweils monatlich duellierten sich Klaus Zaugg und Joël Wüthrich zu einem brisanten Thema. Als „Duell im Westentaschenformat“ oder als „Duell Zaugg/Wüthrich der armen Männer“ duellieren wir uns in der Playoff-Version Davos vs. Lugano 2008/09. Ein Duell, welches eigentlich schon fast ein vorgezogenes Finale sein könnte. Spitzeneishockey auf beiden Seiten bereits schon im Viertelfinal. Doch wer hat nach der Best of Seven Serie die Nase vorn? HCD vs. Lugano, oder Simon Strecker vs. Michele Krein!


Strecker:
Wenn man in die Vergangenheit schaut, müsste man das „Grande Lugano“ klar favorisieren. Doch erstens ist die Vergangenheit vorbei und zweitens ist das Grande Lugano nicht mehr so gross, wie es fürher war. Vor Jahren hätte man sich mit einem fünften Quali Rang nicht zufrieden gegeben.

Doch wer ist überhaupt favorisiert? Beide Teams verfügen über ein starkes Kader. Der HC Lugano hat bestimmt mehr Talent im Team, vor allem die viel stärkeren Ausländer. Davos hat dafür mehr Kampfgeist, mehr Siegeswillen, Davos ist hungriger! Und dies trotz der besten Bilanz aller National League A Teams der letzten Jahre! Arno del Curto hat es geschafft, dass keine mentale Müdigkeit im Team einkehrt, keine Genügsamkeit, wie sie z.B. der SC Bern seit Jahren verspürt.

In der Aktuellen Saison gab es bis jetzt sechs Verlängerungen. Davon konnte der HCD vier für sich entscheiden. In der Playoff Serie gab es bis jetzt immer Verlängerung. Von der Wahrscheinlichkeit her müsste es also dem Schweizer Rekordmeister reichen, die Halbfinals zu erreichen.

Doch auf Statistiken sollte man sich nicht verlassen. Es gibt weitere Gründe, warum der HCD die Tessiner schlagen wird. Gerade bei engen Serien, wo sich die Teams ebenbürtig sind, entscheidet am Schluss der Wille! Und Davos hat den stärkeren Willen. Davos hat ein jüngeres Kader mit Spielern, die zwar weniger Talent besitzen, doch dafür um so mehr daran glauben, das Ziel zu erreichen. Davos hat zudem die ausgeglichenere Mannschaft. Davos hat keinen Nummelin, keinen Thoresen und auch keinen Murray. Wenn es dem HCD gelingt, diese Spieler zu neutralisieren, dann ist ein Weiterkommen in die Halbfinals ausser Frage! Beim HCD sind die Skorer viel besser verteilt, jeder kann das entscheidende Tor schiessen. So wie Robin Grossmann im letzten Spiel in der Overtime mit einem scharfen Slapshot.

Krein: Insgesamt sechsmal standen sich die beiden Teams in Playoff-Serien schon gegenüber. Fünfmal (86, 88, 99, 03 und 06) konnten die Tessiner die Serie für sich entscheiden. Die Playoff-Statistik spricht also ganz klar für Lugano. Die letzte Playoff-Paarung der beiden Kontrahenten, konnte Lugano mit einer 4:1 Serie im Finale für sich entscheiden. Die aktuellen Saisonresultate sprechen aber für den HCD. In vier spielen ging es dreimal in die Verlängerung, wobei die Bündner deren zweimal die Overtime für sich entscheiden konnten.

Was spricht im Viertelfinale 2008/09 für den HC Lugano? Lugano behagt die Rolle des Aussenseiters besser als die des Favoriten. Bei den letzten drei Meistertiteln startete man aus den Rängen drei (99), vier (03) und zwei (06). Obwohl Davos-Trainer Del Curto sein Team „immer“ als Aussenseiter bezeichent, betrachte ich es für Lugano als Vorteil, vom fünften Rang aus als „Aussenseiter“ zu starten.

In den Jahren des scheiterns spielte Lugano jeweils eine grandiose Qualifikation, die Spieler erreichten ihr Leistungszenit bereits in der Quali, waren aber in den Playoffs ausgebrannt. Dazu kam meistens noch das Verletzungspech. In der aktuellen Saison spielte man eine durchzogene und nicht immer überzeugende Qualifikation und musste einen Trainerwechsel verkraften. Viele Spieler wie Hirschi, Domenichelli, Robitaille, Lemm, Conne und Nummelin standen nicht immer zur Verfügung. Doch rechtzeitig auf die Playoffs kann die Mannschaft erstmals komplett (mit Ausnahme von Paterlini und Domenichelli) antreten. Gerade Steve Hirschi, welcher in den letzten drei Jahren nur 46 Spiele bestreiten konnte, kommt als Sinnbild für Luganos Rückkehr in die Playoffs rechtzeitig zurück.

Unter den besten fünf Skorern der Qualifaktion befinden sich zwei Lugano-Spieler: Patrick Thoresen (63 Punkte) und Petteri Nummelin (62 Punkte). Der beste Davoser ist Michel Riesen mit 41 Punkten (noch hinter Julien Vauclair). Skorerwerte müssen nichts heissen, schlussendlich gewinnt man als Mannschaft und nicht mit Einzelspielern. Dennoch können Thoresen und Nummelin in der Serie gegen die Bündner entscheidende Faktoren sein.

Praktisch niemand glaubt an einen Triumph Luganos über die Bündner, trotzdem traue ich dem siebenfachen Schweizermeister eine „Überraschung“ zu. Doch dazu braucht es eine kompakte Mannschaftsleistung, einen David Aebischer in seiner besten NHL-Form, den Willen und den Glauben des Siegens. Dazu kommt das Wissen, dass man in den letzten Jahren alle Playoff-Serien gegen die Bündner gewinnen konnte. Der letzte und bisher einzige Davoser-Playoff-Erfolg gegen Lugano liegt elf Jahre zurück.

Die aussergewöhnliche Geschichte des Dukla-Trikots

 

Chris Habegger (rechts) freut sich über das verlorene Dukla-Juwel. (Foto: Sandro Stutz)

Eine nicht unbekannte Lokalität in Lyss, es ist Herbst im Jahr 1996, ich und mein Freund Claude M. sind mit seiner Kollegin N. H. im Ausgang. Trotz der anwesenden Dame wird an diesem Abend auch über Eishockey gesprochen. Aus dem Gespräch heraus ergibt sich der Zufall, dass N. H. ein seltenes tschechisches Eishockeytrikot des Traditionsclubs Dukla Jihlava besitzt. Sie meint, ich könne dieses «Liibli» haben, sie habe es geschenkt bekommen. Beim nächsten Treffen kommt es in der Tiefgarage der nicht unbekannten Lokalität zur Trikot-Übergabe, welche mich höchstens zwei Drinks an die nette Dame kostet.

Es beginnt im Bieler Eisstadion

Doch das ist nicht der Anfang, die Geschichte beginnt schon ein paar Jahre vorher. Der damalige EHC Biel-Fan und heutige Medienverantwortliche Chris Habegger hat anno der 90er Jahre eine nette junge Dame auf der Stehplatztribüne im Bieler Eisstadion kennengelernt. Habegger war schon damals nicht nur Biel-Anhänger, sondern auch ein grosser Bewunderer der tschechoslowakischen Eishockey-Kunst und vorallem Dukla Jihlavas. Aus liebe zu besagter junger Dame, kauft er beim Eishockey-Detailhändler Albert Müller zwei gleiche Trikots des berühmten Armee-Sportklubs, eines für sich und eines für seine Liebe. Wie es bei jungen Liebesgeschichten so läuft, trennten sich nicht nur die Wege des Liebespaars, sondern auch noch die Wege der beiden Dukla-Replicas der Marke Yvette!

Das Tauschgeschäft

Jahre vergehen, Beziehungen gehen auseinander, Eishockeyvereine steigen ab (wie Dukla Jihlava 2005) und verschwinden im irgendwo im Nirgendwo. So verliert auch das Dukla-Trikot der jungen Frau seine Bedeutung. Noch vor 1996 übergibt die ehemalige Freundin Habeggers das besagte Trikot ihrer jüngeren, damals eishockeyverrückten, Schwester. Auch N. H. findet am gelben Hockeylumpen ihrer Schwester kein Gefallen und gibt diesen bei der nächstmöglichen Gelegenheit kurzerhand für zwei Drinks an den Blogschreiber ab.

Der Kreis ist damit noch nicht geschlossen. Zu Beginn der aktuellen Saison 2008/09 lerne ich aus «beruflichen Gründen» Biels Medienchef Habegger kennen. Ich weiss, dass er nebenbei auch dem Dukla Jihlava Fanklub Schweiz vorsteht. In der logischen Folge unterhalten wir uns öfters über das tschechoslowakische, tschechische und slowakische Eishockey und die Trikot-Geschichte kommt ans Tageslicht. Sofort erkennt der «Kenner», dass es sich um sein Jihlava-Jersey der Marke Yvette handeln muss.

Zurück zu seinem Besitzer 

Nach einer 17-jährigen Odysse kommt das verloren geglaubte «Liibli» endlich wieder zum Vorschein. Was für eine aussergewöhnliche Geschichte, das Replica ist mehr als nur ein normales Eishockeytrikot. Eine unerfüllte Liebesgeschichte hängt mehr als ein Jahrzehnt in meinem Kleiderschrank. Praktisch zeitgleich mit der Übergabe an mich (1997) spielt der EHC Biel während 13 Jahren (1995-2008) in der Nationalliga B (NLB), es ist als hätte Biels Aufstieg ein direkter Zusammenhang mit dem verschwundenen Trikot. Ohne die Bieler Rückkehr ins Oberhaus hätte ich Habegger nie kennengelernt und das Replica wäre noch heute in meinem Schrank. Das «Hockeyliibli» ist wieder bei seinem alten Besitzer und wird womöglich sogar an Dukla Jihlava zurückgegeben. Die Geschichte geht weiter…

Langnou, Schangnou, Bärou u Gooou!

Jeder kennt das – man hört eine Geschichte oder einen Spruch und weiss eigentlich gar nicht, wovon man spricht. Trotzdem benutzt man ihn vielleicht selber.

Anno 1993 hörte ich von F. S. aus L. den Spruch „Langnou, Schangnou, Bärou u Gooou!“. Es war ein Spruch, den die Langnau Fans jeweils an den Eishockeyspielen sangen und es heute noch tun. Ein schöner Reim – drei Orte und am Schluss das „Goal“.

Auch mein sehr guter Freund Michi, der Chef von eishockeyblog.ch, kannte den Spruch. Als er dann einmal in der Ilfilshalle war, bemerkte er, dass ein Team mit der Aufschrift „Gohl“ spielte. Er musste lächeln, weil das wohl ein Spitzname oder so was sein musste. Doch als er einen Langnauer Ureinwohner fragte, erhielt er zur Antwort: „Momou, Goou isch es chlises Örtli drü Kilometer nördlich vor Bärou!“ Ich selber erfuhr es etwa ein Jahr später, am Silvesterabend 2008.