von Berlinern und Hamburgern…

Berlin
Die O2 World Arena in Berlin hat nach dem SC Bern den zweithöchsten Zuschauerschnitt des alten Kontinents. (Foto: Michael Krein)

Playoff-Zeit ist die beste Zeit! …nun gings nach Deutschland in die Hauptstadt zum Playoff-Viertelfinal-Auftakt der Deutschen-Eishockey-Liga (DEL). Mit den Eisbären Berlin (1.) und den Hamburg Freezers (8.) trafen zwei Anschutz-Teams aufeinander. Am Nachmittag schlenderten wir noch am Brandenburger Tor entlang, als mir drei bekannte Gesichter aufgefallen sind! Es waren die Gesichter von Champions-Hockey-League-Siegern und Schweizer Playoff-Versagern Mathias Seger, Lukas Grauwiler und Andri Stoffel flanierten ebenfalls ums Brandenburger Tor herum…

Nach einem fünfminütigen Fussmarsch vom Berliner Ostbahnhof war sie zu sehen, die o2 World Arena, Europas modernste Arena. Man könnte die o2 World auch als «Prudential Center Europas» bezeichnen. Jedes Schweizer Team würde von solch einer Arena träumen. Man sitzt wie in einer NHL-Arena, nur im Pullover, in einem bequemen Sessel mit Getränkehalter und das Spiel wird zum Familienerlebnis. Von der Grossmutter bis zum Hardcore-Fan war alles anzutreffen, von randalierenden Fans keine Spur. Doch anders als in der NHL, war die Stimmung riesig – Deutschland eben! Nur eines haben wir vermisst, einen «Hamburger», stattdessen gabs «American Hotdogs à la Quebec» – denn schliesslich waren die Hamburg Freezers zu Gast und nichts wäre für den Berliner Fan naheliegender, als vor dem Spiel einen «Hamburger» zu verzehren.

Die Geschichte haben die Ossies trotz neuer Arena, Namen- und Standortwechsel nicht vergessen

Doch die bedauernswerten Gäste schienen auf dem Eis tatsächlich «verzehrt» zu werden. Der Qualifikationssieger und aktuelle Deutsche Meister dominierte das erste Drittel nach belieben, trotz einem Torschussverhältnis von 18:2, führte man nach zwanzig Minuten nur mit 1:0. Die sehr effizient spielenden Gäste aus der Hansestadt kamen in der 52. Minute sogar zum 3:3 Ausgleich! Unter dem Ansporn der 14’200 Fans (Berlin hat den zweithöchsten Zuschauerschnitt Europas) spielten sich die «Ostberliner» doch noch zum verdienten und wichtigen ersten Sieg (5:3) in dieser Serie.

So gehört der ehemalige DDR-Verein (15facher DDR-Meister) heute zu den europäischen Top-Adressen. Nicht zuletzt Dank des US-amerikanischen Inhabers Anschutz Entertainment Group (AEG), welche seit 1999 alleiniger Inhaber der Eisbären ist. Doch die Geschichte haben die Ossies trotz neuer Arena, Namen- und Standortwechsel nicht vergessen. Fangesänge wie «Berlin-OST, Berlin-OST, Berlin-OST» oder «Dyyynamo, Dyyynamo, Dyyynamo» waren ebenso präsent wie Dynamo-Schals, Trikots und Fahnen.

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