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Playoff-Zeit ist die beste Zeit. Nun gehts nach Deutschland in die Hauptstadt zum Playoff-Viertelfinal-Auftakt der Deutschen-Eishockey-Liga (DEL). Mit den Eisbären Berlin (1.) und den Hamburg Freezers (8.) treffen zwei Anschutz-Teams aufeinander. Am Nachmittag schlendern wir noch am Brandenburger-Tor entlang, als mir drei bekannte Gesichter auffallen, es sind die Gesichter der Champions-Hockey-League-Helden und Schweizer Playoff-Versagern: Mathias Seger, Lukas Grauwiler und Andri Stoffel flanieren ebenfalls ums Brandenburger Tor herum… …weitere «Schweizer» stehen auf dem heutigen Matchblatt: Ex-ZSC Lions Teamkollege Andy Roach und der ex-Klotener Deron Quint (beide Eisbären Berlin).

Auch drei Akteure der ZSC Lions sind am 13. März 2009 beim Brandenburger-Tor. (Krein)

Nach einem fünfminütigen Fussmarsch vom Berliner Ostbahnhof in Friedrichshain ist sie zu sehen, die O2 World Arena, aktuell Europas modernste Arena. Am 10. September 2008 wurde sie eröffnet. Man könnte die O2 World auch als «Prudential Center Europas» (die aktuell modernste NHL-Arena) bezeichnen, jede europäische Organisation würde von solch einer Arena träumen. Man sitzt wie in einer NHL-Arena, auf dem Oberrang, im Block 405, in der elften Reihe, in einem bequemen Sessel, auf dem neunten Sitz und ausgestattet mit eigenem Getränkehalter, bereits ein dünner Pullover genügt zum Familienerlebnis wie in einem grossen Kino.

«Ich bin ein Berliner?» …oder eben doch nur Pfannkuchen. (Krein)

Von der Grossmutter bis zum Hardcore-Fan, dazu zählen unter anderem die Fans in der Dynamo-Kluft, ist hier alles anzutreffen. Zu Zeiten der ersten Bundesliga-Derbys gegen den Berliner SC Preussen gabs jeweils reichlich Zoff, doch heute ist davon nichts mehr zu sehen. Anders als bei gemächlicher Atmosphäre in der NHL, ist die Stimmung hier riesig – Deutschland eben. Die 14’200 in der ausverkauften «World» sind mit blauen, weissen und roten Klatschpappen ausgestattet und lassen die Arena zum Tollhaus werden. Kulinarisch vermisse ich nur eines, einen «Hamburger!» Stattdessen gibs «Hotdogs» welche an die Würste in Übersee erinnern, doch was ist heute passender als vor- oder während des Spiels einen «Hamburger» zu verzehren?

„Ihre Geschichte haben die Ossies trotz neuer Arena, Namen- und Standortwechsel nicht vergessen: Dynamo!“

— Krein

Die bedauernswerten Gäste scheinen auch ohne «Hamburger» auf der Stadion-Speisekarte «verzehrt» zu werden. Der Qualifikationssieger und aktuelle Meister dominiert das erste Drittel nach Belieben, trotz einem Schussverhältnis von 18:2, führen die «Ostdeutschen» nach zwanzig Minuten nur mit 1:0. Die äusserst effizient spielenden Gäste aus der Hansestadt kommen in der 52. Minute sogar zum 3:3-Ausgleich. Unter dem Ansporn des zweithöchsten Zuschauerschnitts Europas und der Anwesenheit von Doppel-Klub-Inhaber Philipp Anschutz spielt sich der ehemalige «Polizei-Klub» noch zum verdienten und wichtigen 5:3-Sieg im ersten Spiel der «Anschutz-Serie.»

Der ehemalige DDR-Klub zählt heute zu Europas Top-Adressen. Wer hätte dies einst gedacht, im ersten Bundesliga-Jahr nach der Wiedervereinigung mussten die «Eisbären», damals noch als EHC Dynamo Berlin in die 2. Bundesliga absteigen. Doch anders als der West-Klub BSC Preussen, schafft der 15-fache DDR-Meister im Westen die Wende, nicht zuletzt Dank des US-amerikanischen Investors Anschutz-Entertainment-Group (AEG), welche seit 1999 alleinige Inhaberin der Eisbären ist und 2002 auch beim Gegner aus Hamburg eingestiegen ist.

Dynamo ist allgegenwärtig

Die Geschichte haben die Ossies trotz neuer Arena, Namen- und Standortwechsel von Hohenschönhausen an den Ostbahnhof nicht vergessen. Fangesänge wie «Berlin-Ost, Berlin-Ost, Berlin-Ost» oder «Dyyynamo, Dyyynamo, Dyyynamo» sind ebenso präsent wie Dynamo-Schals, Trikots, Fahnen oder die Fanzeitung «Eis-Dynamo.» Die Organisation ist auch für jeden Schweizer ansteckend und manch einer ist geneigt zu sagen «Ich bin ein Berliner.»

13. März 2009 – Viertelfinal (Spiel 1)

Eisbären Berlin – Hamburg Freezers 5:3 (1:0, 2:2, 2:1)
O2 World. – 14’200 Zuschauer. – SR Klau/Piechaczek, Brodnicki/Ponomarjow. – Tore: 12. Robinson (Beaufait) 1:0. 23. Tripp (Sarno, Pelletier /Ausschluss Berlin) 1:1. 32. Rankel 2:1. 38. Felski (Alexander Weiss, Quint /Ausschluss Hamburg) 3:1. 39. Leask (Wilm, Retzer) 3:2. 52. Aab (Manning, Delmore) 3:3. 57. Alexander Weiss (Ustorf, Mulock) 4:3. 60. (59:02) Rankel (ins leere Tor, Ausschluss Berlin!) 5:3. – Strafen: Eisbären Berlin 12-mal 2 Minuten, Hamburg Freezers 9-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Torschüsse 36:16.
Eisbären Berlin: Zepp (Ziffzer); Quint, Hördler; Roach, Baxmann; Braun, Smith; Kramer; Walker, Pederson, Busch; Robinson, Beaufait, Rankel; Alexander Weiss, Felski, Mulock; Ustorf, Daniel Weiss, Swärd.
Hamburg Freezers: Pelletier (Güttner); Delmore, Manning; Karalahti, Blanchard; Leask, Retzer; Sevo; Mueller, Barta, Brigley; Aab, Wilm, Fortier; Smyth, Sarno, Tripp; Pielmeier, Ostwald, Schmidle; Sommerfeld.

Europas Nummer zwei

RangKlubStadionSchnitt
1.SC BernPostFinance Arena16’172
2.Eisbären BerlinO2 World13’746
3.Adler MannheimSAP Arena11’756
4.Frölunda GöteborgScandinavium11’234
5.Kölner HaieLanxess Arena10’342

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