Die Gulaschtruppe

gagaga
Ungarns Kultfigur Gabor Ocskay (19) beim Bully gegen Norwegen. (Foto: zvg)

Willkommen in der Welt der Exoten! Erstmals seit 70 Jahren nimmt Ungarn wieder an einer A-WM teil. Das Ziel der Puszta-Jäger: Ja nicht absteigen. 

Eishockey und Ungarn? Ein grosses Fragezeichen im Land der Puszta. Die Puszta ist eine baumarme und öde Steppenlandschaft im Osten Ungarns. Vergleicht man die Eishockeyweltkarte mit Ungarn, würde Ungarns Eishockey in der Puszta, in der Einöde liegen. Deshalb kann sich auch kaum jemand an Ungarns Auftritt an der B-WM 1985 in Fribourg erinnern! Die Magyaren belegten damals den letzten Platz und stiegen in die C-Gruppe ab. Vor Jahresfrist gelang der sensationelle Aufstieg in die A-Gruppe nach einem Sieg über die Ukraine. Ungarn kehrt also nach 70 Jahren wieder in die oberste Spielklasse zurück. Die letzte A-WM bestritten die Osteuropäer übrigens auch in der Schweiz, 1939 in Basel und Zürich.

Zu den Schlüsselspielern des Aufstiegsteams gehörte auch Gabor Ocskay (34). Wenige Tage nach dem ungarischen Meistertitel mit Alba Volan ist der 187-fache Internationale an einem Herzinfarkt in Budapest gestorben. Ende März fand im Eisstadion von Szekesfehervar eine grosse Abdankungsfeier statt. Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt, in einem familiären und emotionalen Moment wurden nochmals Bilder aus Ocskays Karriere gezeigt. Der plötzliche Tod von Ocskay war ein grosser Schock für das gesamte ungarische Eishockey. Ocskay galt als «Herz» der Nationalmannschaft. «Er war auf- und neben dem Eis die Leaderfigur, ich würde ihn in der Schweiz mit Sandy Jeannin vergleichen» so Assistenzcoach Diego Scandella.

Gabor Ocskay galt als «Herz» der Nationalmannschaft.

Scandella, der ehemals acht Jahre in Lugano und Ambri tätige Italo-Kanadier ist seit vier Jahren Assistenzcoach der Magyaren. Headcoach Pat Cortina und Diego Scandella stammen beide aus Montreal und sind langjährige Freunde. Die beiden arbeiteten schon in den neunziger Jahren erfolgreich bei den Devils Milano in Italien zusammen. Pat Cortina amtet nebenbei auch noch als Headcoach beim EHC München (2. Bundesliga). Diego Scandella kehrt auf die kommende Saison wieder in die Leventina zurück, die Funktion ist noch offen.

Die Schlüsselspieler sind gefordert

Um das Ziel «Klassenerhalt» zu erreichen sind vor allem die Schlüsselspieler gefordert! In erster Linie setzt man auf die NHL-Drafts. Vorallem Torhüter Levente Szuper (2001 als Nr. 116 von den Calgary Flames gezogen) und Janos Vas (gedraftet als Nr. 32 von den Dallas Stars). Janos Vas absolvierte 204 Spiele in der AHL und spielt in Schwedens Elitserien bei Brynäs Gävle. Ganz anders steht es um Ungarns ersten NHL-Draft der Geschichte. Der 1999 von den Edmonton Oilers als Nr. 256 gezogene Tamas Gröschl gehört seit letztem November nicht mehr zum Stamm der Nationalmannschaft. Doch Der Fall Gröschl ist in keiner Weise mit unserer Polemik um Reto Von Arx und Co. zu vergleichen. Das ewige Talent konnte oder wollte sein Potenzial nie richtig ausschöpfen und kann die Erwartungen des Trainerduos nicht erfüllen. Weitere wichtige Akteure der Puckjäger aus der Puszta sind Krisztian Palkovics (an der letzten Division I WM als bester Stürmer ausgezeichnet), die Auslandsöldner Balazs Ladanyi und Marton Vas (älterer Bruder von Janos Vas), sowie die erfahrenen Verteidiger Andras Horvath und Viktor Tokaji.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.