Andere Dimensionen, nur drei Stunden entfernt!

Zuviel Schweizer Eishockey bringt Langeweile, vor allem Spiele wie etwa Bern gegen Rapperswil-Jona fördern die Abschaffung von den sechs Zusatzrunden. Die Liga ist eine Zweiklassengesellschaft und wird auf die Dauer langweilig. Wo kommt man am schnellsten an ein Spiel in einer obersten Spielklasse im Ausland? Für einen Seeländer heisst die Antwort Mannheim, der Tessiner würde nach Italien gehen und der Bündner nach Österreich. Mannheim liegt nur drei Autostunden vom Berner Mittelland entfernt, also ideal für ein bisschen Abwechslung zum Nationalliga-Alltag.

Mannheims SAP-Arena ist qualitativ und quantitativ für jedes Schweizer Stadion, dies gilt auch für die neue Bossard Arena, unerreichbar. Die Multifunktionarena gleicht einem kleinen NHL-Stadion, dies gilt auch für das Catering, die Sitzplätze, mit Getränkehalter und die Show vor dem Spiel. Udo Scholz, der Stadionspeaker wirkt dreimal professioneller als die Besten unseres Landes. Die Speakerin in Langnau (Brät-Mägg-Liin, Ahren-Sbiiilo) würde in Mannheim nicht einmal in der Trainingshalle den Nachwuchs speaken können.

„Kein Stadion in der Schweiz kann der SAP-Arena das Wasser reichen.“

— Krein

Einzig die Klasse des Spiels, ist trotz der Superlative nicht besser als bei uns. Da klange ich über langweilige Partien, aber auch eine geile Arena machen ein Spiel nicht besser. Es stehen sich der Tabellenachte (Mannheim) und der Tabellenneunte (Hamburg) gegenüber, dementsprechend hoch ist die Fehlerquote. Dennoch hat man zumindest das Gefühl, durch die Arena und den Fremdfaktor, es sei doch irgendwie besser als in Ambrì, Langnau oder Biel. Das Spiel wird schliesslich auch noch von einem «ex-Schweizer» entschieden: Jame Pollock trifft im Powerplay, 15 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung zum 3:2 für die Adler.

Als Fazit war das mittelmässige Spiel in einem erstklassigen Stadion dennoch ein Erlebnis in einer anderen Dimension. Selbstverständlich vergebe ich wie als Blick-Redaktor die Stars und Pflaume des Spiels.

10. Oktober 2010

Adler Mannheim – Hamburg Freezers 3:2nV (1:0, 1:1, 0:1, 1:0)
SAP Arena. – 8’432 Zuschauer. – SR Dahle. – Tore: 16. Seidenberg (Dietrich /Ausschluss Hamburg) 1:0. 29. Goc (MacDonald) 2:0. 30. Polaczek 2:1. 56. Barta (Ausschluss Reul) 2:2. 65. (64:45) Pollock 3:2. – Strafen: Je 4-mal 2 Minuten.
Adler Mannheim: Lang; Pollock, Goc; Scalzo, Périard; Reul, Dietrich; Cespiva; Mauer, Kink, Arendt; King, MacDonald, Klinge; Robinson, Papineau, Seidenberg; Plachta, El-Sayed, Ritter.

Die Stars: ***Nikolai Goc (Mannheim), **Pollock (Mannheim), *Festerling (Hamburg).
Die Pflaume: Reul (Mannheim) – mit seiner hohen Fehlerquote ein Schatten seiner selbst.

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