Der „American Dream“ beginnt in Basel

Brüglingerstrasse Basel, es ist Samstag Vormittag, ich stehe mit meinem Auto am Rotlicht, ca. 100 Meter vom St. Jakobs Areal entfernt. Die Sonne scheint, das Vogelgezwitscher übertönt meinen Radiosender – was für ein herrlicher Frühlingstag. Wohl keiner der sommerlich gekleideten Passanten käme auf den Gedanken, dass Eishockey jetzt ein Thema sein könnte, erst recht nicht in Basel. Zehn Minuten später – der Geruch von Eis und ein Hauch von Kälte sind zu spüren – bremsen von Schlittschuhen und an die Bande knallende Pucks hallen durch die St. Jakobshalle, ein „Pfiff“ aus der Trillerpfeiffe von Matt Smith bricht die Übung ab. Auf dem Eis kämpfen 30 Spieler aus Österreich, Italien, Deutschland, Slowenien und der Schweiz um ein Ticket für Toronto. Scanlon Creek Hockey Canada (mit Matt Smith, Jenya Feldman und Philippe Bohnenblust) bietet jungen Europäern, die Möglichkeit sich im Mai an einem Showcase Turnier in Toronto für die nordamerikanischen Ligen zu empfehlen. Die Jungs in Basel sind zwischen 15 und 19 Jahren und kommen aus Kloten, Davos, Basel, Salzburg, Varese, Valpellice oder St. Pölten.

Einer von ihnen hat bereits eine Saison in Übersee bestritten: Der Baselbieter Remo Hunziker spielte in der aktuellen Saison bei den Hartford Jr. Wolfpack in der Atlantic Junior Hockey League. In der kommenden Saison will er sich in Nordamerika eine Stufe höher beweisen, deshalb bestreitet er wieder das Camp von Scanlon Creek. Für den „American Dream“ gehen die jungen Spieler bis ans Limit. Nicht nur körperlich sondern auch psychisch ist dies kein Zuckerschlecken. Dennoch heisst das oberste Gebot „Spass am Spiel“ – diesen Eindruck habe ich jedenfalls auf der Spielerbank während das Coachings (ich coache das Team „White“) der beiden Trainingsspiele zwischen den Teams „White and Black“. Selbst nach zwei harten und intensiven Trainingstagen, lautet die Frage in den letzten Spielminuten (die Matchuhr ist defekt) jeweils: „Wie lange gehts noch?“ oder „wie lange können wir noch spielen?“ – keiner hinterlässt den Eindruck von „Müdigkeit oder Unlust“ – „spielen, spielen, spielen“ ist der Hauptgedanke. Gerade deshalb werden es einige von ihnen auch in Nordamerika packen, da bin ich überzeugt. Und wenn die „Müdigkeit“ kurzzeitig doch noch eintritt, gibts – wie könnte es für einen Salzburger auch anders sein – ein „Red Bull.“

Mehr zum „Ticket to Toronto“ folgt exklusiv auf Kr1 Eishockeyblog

Telebasel Beitrag zu Scanlon Creek, start bei 17:05

2 Gedanken zu „Der „American Dream“ beginnt in Basel

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