Prestige um den Davoser Blumentopf

Dr. Carl Spengler
Das Prestigeträchtigste Eishockeyturnier der Welt? So wird der Spengler Cup jedes Jahr aufs Neue angekündigt. Dieses Jahr messen sich der Tschechische-, Deutsche- und Schweizer Vizemeister, KHL-Viertelfinalist Dinamo Riga, das traditionelle Team Canada und natürlich der HC Davos. Das Turnier mag von Prestige und Tradition leben, nicht aber von Klasse und schon gar nicht von sportlichem Wert, denn der Spengler Cup-Sieger gewinnt nicht mehr als ein Blumentopf eines Freundschafts-Turniers. Nur Dank der Unfähigkeit des Internationalen Eishockeyverbandes – Europäische Klubwettbewerbe sind das ewige Sorgenkind – verkommt der Spengler Cup zum vielleicht besten Klubturnier ausserhalb der NHL. Hauptprofiteur des Spengler Cups ist der HC Davos, welcher ohne sein Turnier längst in den Niederungen der 1. Liga verschwunden wäre. Dank des Spengler Cups spielt der HCD seine eigene „Klub WM“ und so kommen die Nati-Verweigerer – welche in Davos reichlich vorhanden sind – doch noch zu internationalen Titelkämpfen. Für die HCD-Stars Reto von Arx, Josef Marha, Beat Forster und Co. ist dies, neben den Playoffs, das höchste aller Gefühle. Mehr wollen und brauchen die Wahlbündner nicht. „Prestigeträchtig“ lautet der Leitsatz. Was für ein Prestige, sich gegen Wolfsburger, Ostrauer, Letten und drittklassige Kanadier messen zu können. Schade war Dr. Carl Spengler kein Aroser, denn dann würde der EHC Arosa unter Arno del Curto in der Altjahrswoche zum Spengler Cup bitten. Und der HCD? Würde sich mit Prestigeträchtigen 1. Liga Spielen gegen Chur und Winterthur begnügen müssen. Klar ist, „wäre“ und „würde“ gibt es nicht und der Spengler Cup bleibt das einzig überlebende Klubturnier von Weltformat.

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