MonatsarchivSeptember 2013

Der falsche Goalie und die Kamber Show

Biel gewinnt zum 2. Mal im 3. Heimspiel den Zusatzpunkt nach Penaltyschiessen. Im Gedränge der Katakomben der Kabinengänge wird Biel-Goalie Simon Rytz interviewt. Auf die Frage eines Journalisten «heiter scho mau 3 Penaltys ghäbt» muss sich Rytz kurz hintersinnen, denn der Lysser stand ja gar nicht im Tor!

Meili statt Rytz

Ausgangspunkt für den Lapsus gab die Mannschaftsaufstellung, denn gemäss Matchblatt wurde vor dem Spiel Rytz als Nummer 1 im Spiel gegen den Kantonsrivalen aus Bern gemeldet. Tatsächlich steht aber Lukas Meili von Beginn weg zwischen den Pfosten – doch kaum einer bemerkt den Wechsel – was mir höchst bedenklich erscheint. Es ist als ob man bei einem Date erst nach 2 Stunden bemerken würde, dass die falsche Frau am Tisch sitzt.

Welcher Goaliewechsel?

Teilweise mussten die ganzen Matchberichte, welche während 2 Stunden auf Rytz geschrieben wurden nochmals gründlich revidiert werden – andere fragten wann denn Biel den Torhüter gewechselt hätte oder ob Biel auf das Penaltyschiessen einen Goaliewechsel vorgenommen habe. Selbstverständlich sind mir die Namen der betroffenen Medien entfallen.

Schläpfer wie Hartley?

«Das isch ä Fehler vo dämm wo s Matchblatt gschriebä het, mit so Sache befassi mi nid», sagte Kevin Schläpfer auf die Frage ob Rytz absichtlich als Nummer 1 aufgeführt wurde. Wir erinnern uns an Bob Hartley, seine Mannschaftsaufstellungen sind schon heute Kult, denn seine unkorrekten Matchblätter waren Teil des 7. Meistertitels.

Kamber’s Vorankündigung

Alles andere als eine Irreführung war Oliver Kambers Facebook-Eintrag vor dem SCB-Spiel: «How many fans go to EHCB – SC BERN ?! Are you ready for Kamber’s show?» postete der Facebook-Profil-Verantwortliche des Baselbieters. Kamber’s Worten folgten Taten: Mit einem Zuckerpass war er Vorbereiter des Bieler Ausgleichstreffers, mit einem verwerteten Penalty war er der Vollstrecker beim Penaltyschiessen. Wer war nun der Matchwinner, Torhüter Rytz oder Kamber?

 

Von Rangers, Kaffi und Bertaggia’s

Erstmals seit 1984 lief trug wieder ein Bertaggia die Zuger-Farben auf heimischem Eis. Lugano-Legende Sandro Bertaggias Sohn Alessio wechselte auf die aktuelle Saison von den Brandon Wheat Kings an den Zugersee. Der junge Bertaggia trug sich mit einem Assist auch gleich in die Skorerliste ein – es war der 1. EVZ-Skorerpunkt eines Bertaggias seit 1984 – was für eine Geschichte.

Wer’s mit den Rangers nicht schafft, schaffts mit Biel

Eine andere Geschichte ist die Story von Biel’s Brendan Bell. Der Kanadier ging hier im Herbst 2011 mit den New York Rangers mit 4:8 unter – mit Biel führte der Vertieidger nach 34 Minuten mit 3:0! Was er mit den Rangers nicht schaffte, schafft er mit Biel? Nein, denn ausgerechnet Bell leitete mit einem dummen Scheibenverlust das 1:3 der Zuger und somit den Untergang bis zur 3:4-Niederlage aus Sicht der Seeländer ein.

Schnapszeiten und Kaffi-fertig

Und was gab’s sonst noch in der Bossard-Arena «von Zug» – ach ja die Schnapszahlen, die gib’s in jedem verdammten Spiel – die Spielzeit in Zug wurde Beispielsweise bei 28:28, bei 30:30 und bei 49:49 gestoppt. Apropos Schnaps oder Kaffi-Schnaps – wo ist eigentlich der Fanklub von Rotkreuz? In der alterwürdigen Hertihalle wurde man jeweils von den Rotkreuzern pausentlich mit Kaffi-Schnaps verpflegt – kalt aber herrlich war’s.

Saisonauftakt in der 2. Jahreshälfte

Zum «gefühlten» 257mal betrete ich das Bieler Eisstadion, diese Kultstätte wird dem Bieler eines Tages noch fehlen, es ist wie ein «Heimkommen» – überall werden Hände geschüttelt, ein «Hallo» hier ein «Sälü» da.

Wo waren die denn alle?

Ich frage mich wo wir alle den Sommer verbracht haben? Fotografen, Journalisten, Fans, Freunde, Funktionäre, Schiedsrichter, Schiri-Obmänner, Speaker, Eismeister, Pressechefs, Eishockeyspieler… und natürlich Jerry de Jonckheere – «er weiss alles was man über den EHC Biel und die hier beheimateten Vereine wissen muss» würde ein berühmter Filmcharakter zu sagen pflegen.

Die erfolgreiche 1. Jahreshälfte

Und da ist noch ein ehemaliger Lyss-Team-Kollege, Roger R. heute Moskito-Trainer in Biel, Vorzeige-Vater und vorzüglicher Planer im Kinderkriegen. Denn seine 3 Kinder sind alle in der 1. Jahreshälfte geboren, so wie wie es seinerzeit im J+S Eishockey-Trainerkurs gelehrt wurde. Eine Studie besagt, dass die in der 1. Jahreshälfte geborenen sportlich bessere Aussichten haben als Kinder der 2. Jahreshälfte. 

Die Oberbaselbie«l»er

Die Antwort erhalten wir in rund 15, spätestens 20 Jahren und wie war eigentlich das Spiel? Kurz gesagt: Ein Sissacher und ein Österreicher zeigten ihre coolness im wahrsten Sinne des Wortes. Apropos Zunzgen-Sissach, eine tragische Geschichte, denn der Oberbaselbieter Traditionsklub hat immer wieder grosse Spieler hervorgebracht, einer ist heute Biel-Trainer ein anderer Biel-Spieler …geboren in der 1. Jahreshälfte.

Biasca, die Coyotes des Schweizer Eishockeys

Foto: Kapitän Nicola Medici feiert Chiassos 2. Liga-Titel 2010. (Ti-Press)

Der HC Biasca übernimmt den 1. Liga Platz des HC Chiasso. Dieser wiederum übernimmt Biascas Platz in der 2. Liga. Damit holt der HC Ambri-Piotta sein 1. Liga-Partnerteam in seine Nähe.

Nach dem „Deal“ zwischen dem EHC Arosa und dem SC Bern im Frühjahr 1986, ist es der grösste „Umzug“ der Schweizer Hockeygeschichte. Was in der National-Hockey-League fast zum „Yearly-Business“ gehört, hat nun auch die Hockeyschweiz erreicht.

Anfang März hat der HC Chiasso aus finanziellen Gründen seinen Rückzug aus der 1. Liga bekannt gegeben. Dafür übernimmt der 2. Liga Klub HC Biasca auf die kommende Saison 2013-14 den Platz in der obersten Amateurklasse. Im Gegenzug wechselt Chiasso in die 2. Liga und an die Stelle der Leventiner.

Geografisch sinnvoll

Klubnamen, Spielerlizenzen und die Spielorte werden getauscht. Mit dem Transfer des HC Chiasso, holt der HC Ambri-Piotta sein Partnerteam in die Leventina. So können künftig Ambris Elite-Junioren von 1. Liga Einsätzen im 30 Kilometer entfernten Biasca profitieren.

Eine ähnliche Situation gab es schon vor Jahresfrist zwischen Luganos Partnerteams HC Ceresio und GDT Bellinzona. Der 2. Liga Klub Bellinzona tauschte seinen Platz mit dem 1. Ligisten Ceresio. Absurd, denn ursprünglich war Chiasso Luganos Farmteam und Bellinzona kooperierte mit Ambri, alles noch klar?

Irren und Wirren um die Klub-Geschichte

Teams werden verschoben, getauscht und umbenannt. Dies ist eine Verfälschung der Geschichte und die Klub-History wird komplizierter als jede Ahnenforschung von Männern welche den Nachnamen ihrer Ehefrau übernehmen.

Die Winnipeg Jets sind das Paradebeispiel. 1996 wurden die Jets in die Wüste nach Phoenix transferiert. Die gesperrten Rückennummern von Bobby Hull und Thomas Steen, welche nie ein Spiel für die Coyotes absolviert haben, hängen nun unter dem Hallendach der Glendale Arena in Arizona.

Die neuen Winnipeg Jets, nach dem Transfer aus Atlanta 2011, erben wiederum die „Geschichte“ der Atlanta Trashers um die zurückgezogene Nummer des tödlich verunfallten Dan Snyder. Wo liegt nun Chiasso? In Biasca – oder erbt die Grenzstadt schon bald einen Platz in der NLA als HC Faido?

Die wichtigsten Umzüge:
2013 Ceske Budejovice nach Hradec Kralove
2012 HC Lev Poprad nach Prag
2011 Atlanta Trashers nach Winnipeg
2002 München Barons nach Hamburg
1997 Hartford Whalers nach Carolina
1996 Winnipeg Jets nach Atlanta
1995 Quebec Nordiques nach Denver (Colorado Avalanche)
1993 Minnesota North Stars nach Dallas
1982 Colorado Rockies nach New Jersey
1980 Atlanta Flames nach Calgary
1976 Kansas City Scouts nach Denver (Colorado Rockies)
1976 Oakland Seals nach Cleveland (Barons)
1934 Ottawa Senators nach St. Louis (Eagles)
1930 Pittsburgh Pirates nach Philadelphia (Quakers)