Beton-Hockey als Erfolgsrezept?

Teemu Selänne
Teemu Selänne: 43 jähriger MVP des Olympia-Turniers von Sochi (snstatic.fi)

Als bestbesetztes Hockey-Turnier aller Zeiten wurde das Starterfeld in Sochi bezeichnet. Wohl zu Recht. Doch: was ist vom Glanz der besten Spieler der Welt geblieben? Wenn man die Matches in der Endausmarchung zum Massstab nimmt, nicht viel. Nach dem Finalspiel der Kanadier gegen die Schweden kann man als Eishockey-Liebhaber nur hoffen, dass die Coaches dieser Welt nicht zu genau hingeschaut haben. Ein derart emotionsloses Team mit dem Ahornblatt auf dem Leibchen hat man wohl selten gesehen. Dass die Schweden immer noch besser sind im Abwehr-Riegel bauen und «Midsommar» feiern, als im Offensiv-Feuerwerk zünden…. das ist beileibe nichts Neues. Aber die Kanadier?

Die beiden in der Vorrunde und bis ins Halbfinale begeisternden Teams aus Finnland und den USA haben leider für die Goldmedaille einen wichtigen Vorsatz vergessen: Defense first! Auffällig ist, dass im Allstar-Team nicht etwa die Plätze unisono an die beiden Finalisten vergeben wurden. Ganz im Gegenteil: wer wirklich für Unterhaltung gesorgt hat, waren die Selänne’s, Granlunds und Kessel’s an diesem Turnier. Mit Lundqvist, Karlsson und Doughty sind bezeichnenderweise drei Leute aus der Defensivabteilung der Finalisten im Allstar-Team. Wobei vor allem Karlsson offensiv enorm produktiv war.

Mehr Spektakel als im Vorrundenspiel zwischen Russland und den USA wurde leider an diesem Turnier nie mehr gezeigt. Und dies nicht nur wegen Oshie’s Penalty-Show.

Vielleicht erleben wir auch aus Schweizer Sicht an der WM in Weissrussland wieder mehr Action. Ein Turnier zwar mit weniger Glanz auf dem Papier, aber möglicherweise mehr Unterhaltung auf dem Eis. Zu hoffen wäre es!

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