Gelingt das zweite Wunder von Lyss?

Im Cup-Spiel gegen Fribourg-Gottéron braucht es vollen Einsatz der Lysser, wie hier Nicola Pfeiffer gegen Biels Mathieu Tschantré im Jubiläumsspiel 2014. (Foto: Hervé Chavaillaz)

Der SC Lyss und der HC Fribourg-Gottéron, war da nicht mal was? In der Saison 1979/80 spielten die aktuellen Cup-Gegner in der Nationalliga-B-Westgruppe (damals war die NLB in zwei Gruppen unterteilt) viermal gegeneinander und viermal gingen die Freiburger als klare Sieger (9:3, 9:2, 13:1 und 8:4) vom Eis. Für die Seeländer spielten die Üechtländer ein Eishockey vom andern Stern, als logische Folge schaffte Gottéron in dieser Saison den Aufstieg in die Nationalliga A und der SC Lyss musste den Gang in die 1. Liga antreten. Lyss kehrte zwischen 1989 und 1993 nochmals vier Jahre in die NLB zurück, Fribourg spielt seither in der NLA.

David gegen Goliath

35 Jahre später treffen die ehemaligen NLB-Gegner im Rahmen des Swiss-Ice-Hockey-Cup wieder aufeinander und wie in der Saison 1979/80 sind die Rollen immer noch klar verteilt. Lyss empfängt als Zweitplatzierter der 1. Liga, Gruppe 2 den Leader der NLA. Zumindest eine Gemeinsamkeit haben die beiden Cup-Gegner, beide sind in der aktuellen Meisterschaft noch ungeschlagen. Der Underdog gibt sich kämpferisch: «Wir sind bereit für Fribourg», sagt Lyss-Stürmer Nicola Pfeiffer vor dem Duell «David gegen Goliath». Apropos «David», in Anlehnung an den langjährigen Lyss-Trainer Hans-David Steiger (1993-2006) sollte man das Duell eigentlich «Hans-David gegen Goliath» nennen.

Schaad, Robert und Zaugg, einst mit Roman Josi Elite-Junioren Schweizermeister…

Beim Underdog stehen mit Torhüter Fabian Zaugg, den Verteidigern Dominique Robert und Manuel Schaad immerhin drei ehemalige Elite-Junioren Schweizermeister im Team von Trainer Patrick Glanzmann. Neben den drei Lyssern gehörte Nashville Predators-Verteidiger Roman Josi 2009 ebenso zum Meisterkader wie Etienne Froidevaux (Lausanne), Joël Vermin, Tristan Scherwey, Pascal und Alain Berger und Kevin Fey (Biel). Zudem hat Torhüter Zaugg im August das Trainingslager mit dem EHC Biel bestritten. Neben Zaugg (2008/09 Backup von Marco Bührer), können aber nur Schaad (10 Spiele für den SC Bern) und Florin Gerber (24 Spiele für den EHC Biel) auf NLA-Schnuppereinsätze zurückblicken. Allerdings fallen Schaad (Innenband) und Zaugg (Schulter) kurzfristig verletzungsbedingt aus. Der prominente Gegner aus der NLA kann auf die Erfahrung von 783 NHL-Partien, 73 WM-Spiele und 10 Olympia-Einsätze zählen und muss lediglich auf seinen Captain Julien Sprunger (gesperrt) verzichten.

Der historische 2. Januar 1991

Doch da war noch was anderes zwischen Lyss und Fribourg? Eine ähnliche Rollenverteilung wie heute gab es am 2. Januar 1991, als der damalige B-Ligist den HC Fribourg-Gottéron im Rahmen eines Neujahrsschlagerspiels vor 1’900 Zuschauern empfangen hat. Fribourg trat in Lyss mit dem ganzen Kader, inklusive den sowjetischen Superstars Wjatscheslaw Bykow und Andrei Chomutow an und setzte sich schon nach 6 Minuten mit einem brutalen 4-Tore-Vorsprung ab. Ein krasser Klassenunterschied schien für den Gastgeber Böses erahnen. Im Mittelabschnitt wendeten die Lysser mit einem sensationellen 5:0 das Blatt und schafften gegen den übermächtigen Gegner eine unerwartete Überraschung. Lyss siegte im Freundschaftsspiel gegen Bykow/Chomutow und Co. mit 8:5 und die Halle stand Kopf. Gelingt den tapferen Lyssern nach dem Wunder von 1991 auch das Wunder von 2015?

Alle Partien im Überblick

FS, 2. Januar 1991, Lyss – Fribourg-Gottéron 8:5 (1:4, 5:0, 2:1)
Tore: Pfeuti, Laczko (2), Lamoureux (2), S. Schmid, Weibel, Gagné; Brodmann (3), Theus, Balmer

Industriecup, 16. September 1989, Lyss – Fribourg-Gottéron 4:10 (2:2, 1:2, 1:6)
Tore: Lappert, S. Schmid, Laczko, Brambilla; Hodgson (3), I. Griga (2), Rottaris, Schaller (2), Staub, Stastny

NLB, 22. Januar 1980, Lyss – Fribourg-Gottéron 4:8 (1:3, 0:3, 3:2)
Tore: Riesen, D. Tschannen, Eicher, Mäder; Brand, Lussier (3), Lüdi (2), Marti, Lüthi

NLB, 18. Dezember 1979, Fribourg-Gottéron – Lyss 13:1 (1:1, 5:0, 7:0)
Tore: Uttinger, Lüthi (2), Lussier (3), Rouiller, Rotzetter, Marti (2), Stoll (2), Stempfel; Riesen

NLB, 6. November 1979, Lyss – Fribourg-Gottéron 2:9 (0:2, 0:1, 2:6)
Tore: Bula, Riesen; Lüdi (2), Uttinger, Rouiller (2), Brand, Rotzetter, Jeckelmann, Raemy

NLB, 9. Oktober 1979, Fribourg-Gottéron – Lyss 9:3 (5:0, 3:2, 1:1)
Tore: Stempfel (2), Lussier (2), Marti (2), Jeckelmann, Raemy, Rouiller; Riesen (2), Kohler

 

Die Swiss-Ice-Hockey-Cup 1/16-Finals 2016 (29./30.9.2015)

EHC Burgdorf – SCL Tigers 2:7 (1:3, 0:2, 1:2)
GCK Lions – HC Ambrì-Piotta 1:4 (1:2, 0:0, 0:2)
EHC Olten – EV Zug 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)
Hockey Thurgau – Kloten Flyers 1:5 (1:0, 0:1, 0:4)
EHC Wiki-Münsingen – EHC Biel 1:12 (0:4, 1:4, 0:4)
SC Weinfelden – SC Rapperswil-Jona Lakers 2:5 (0:1, 2:1, 0:3)
EHC Brandis – EHC Visp 1:4 (1:1, 0:2, 0:1)
SC Lyss – HC Fribourg-Gottéron (1:3 (0:1, 1:0, 0:2)
EHC Chur – ZSC Lions 2:9 (0:3, 0:4, 2:2)
HC Forward-Morges – Lausanne HC 1:6 (0:2, 0:2, 1:2)
HC Université Neuchâtel – Genève-Servette HC 2:10 (1:2, 1:3, 0:5)
SC Langenthal – SC Bern 2:3 (1:0, 1:2, 0:1)
EHC Winterthur – HC Lugano 1:2 (0:1, 0:0, 1:1)
EHC Dübendorf – HC Davos 5:4 nV (2:1, 1:3, 1:0, 1:0)
HC Ajoie – HC Red Ice Martigny 8:4 (2:1, 3:0, 3:3)
HC Sion-Nendaz 4 Vallées – HC La Chaux-de-Fonds 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)

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