Die Indianer von Pilsen

Pilsen gehört schon während der Tschechoslowakei zu den interessanten Klubs des Landes und ist vor allem als HC Skoda Pilsen (Plzen) bekannt. Wie es der Name bereits verrät, trägt „Skoda“ das Logo der damals in Westeuropa noch unbekannten Automarke an. Für die Eishockeyfamilie ebenso wichtig ist die Brauerei „Pilsner Urquell“, welche noch vor Spielbeginn die erste Anlaufstation ist.

An besagtem Sonntag gastiert in der Home-Monitoring-Aréna der Titelanwärter aus der Hauptstadt. Als HC Skoda Pilsen trägt der Klub bis 1997 das unverwechselbare Skoda-Logo, allerdings handelt es sich hier nicht um den Autokonzert, der liegt in Mlada Boleslav, sondern um die Skoda-Transportbetriebe. Dennoch stellt sich immer wieder die Frage nach dem Indianerkopf auf dem Logo mitten im Westen von Böhmen. Oder gilt Pilsen vielleicht schon als „wilder Westen“ Tschechiens?

Nur einer kennt die Antwort

Eine durch uns (mit Chris Habegger) gestartete Umfrage auf den Sitzplätzen ergibt zunächst keine Antwort, keiner weiss warum hier die „Indianer von Cleveland“ spielen. Etwas was mich an Fans, dies ist in der Schweiz nicht anders, immer wieder verblüfft, sie hinterfragen nichts. Sie sind Anhänger eines Klubs und sind bereits durch die erste Frage über ihren Lieblingsverein aus-gecoacht.

In der zweiten Drittelspause kann uns doch noch einer der „Indianer“ eine Antwort geben. Der Indianerkopf symbolisiert die Zweite US-Infanterie-Division während des zweiten Weltkriegs. Nach der Landung am „Omaha-Beach“, kämpft sich die Zweite US-Division durch Frankreich, Belgien und Deutschland bis in die Tschechoslowakei und trifft am 8. Mai 1945 in Pilsen ein. Pilsen wird durch die Zweite US-Division, welche noch heute den Indianerkopf trägt, von den Nazis befreit.

Der Indianer von Pilsen steht vor dem Spiel auf dem Eis. (Krein)

Amerikaner

Gegen Sparta Prag steigen die Indianer aber ohne ihre beiden Amerikaner Nick Johnson und Ryan Hollweg, welche Verletzungsbedingt fehlen, in den Kampf. Seit die Pilsener als „Indianer“ unterwegs sind, spielt jeweils mindestens ein Amerikaner im Team. Ohne Amerikaner reichts in der 22. Qualifikationsrunde aber nicht gegen Sparta und dort trifft mit Curtis Hamilton ausgerechnet ein Amerikaner gegen die Indianer.

HC Škoda Pilseň – HC Sparta Prag 2:4 (0:0, 0:1, 2:3)
Home Monitoring Aréna. – 6’100 Zuschauer. – SR Hradil, Hrubý; Komárek, Ondráček. – Tore: 36. Kumstát (Eminger) 0:1. 48. Lev (Kracík) 1:1. 50. Čajkovský (J. Hlinka, J. Mikuš) 1:2. 52. Lev (Jeřábek, Kracík) 2:2. 54. Netík (Polášek) 2:3. 56. Hamilton (Cingel) 2:4. – Strafen: Pilsen 6-mal 2 Minuten, Sparta Prag 5-mal 2 Minuten.
Pilseň: Machovský; Jeřábek, Chalupa; Holý, Pulpán; Kubka, D. Sklenička; Indrák, Kracík, D. Kubalík; Poletín, Bližňák, Johnson; J. Sýkora, Preisinger, F. Suchý; Schleiss, Lev, M. Beran.
Sparta Prag: Lukáš; Čajkovský, Barinka; Eminger, Polášek; Hrbas, J. Mikuš; Netík, Klimek, Buchtele; Sabolič, J. Hlinka, Kumstát; Hamilton, Cingel, A. Kudrna; M. Procházka, Pech, Forman.

Stimmung in Pilsen nach dem Ausgleichstreffer durch Jakub Lev. (Krein)

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