Die Hockeygötter bei den Briten

Grossbritannien kehrt nach 25 Jahren wieder auf die Weltbühne zurück. (TeamGBicehockey, Twitter)

Hochspannnung herrscht vor der letzten Runde der «B-WM» oder der «Division 1-A-WM» in Budapest. Fünf von sechs Mannschaften können noch aufsteigen. Die Konstellation ist kompliziert, Grossbritannien liegt mit neun Punkten auf dem ersten Platz, gefolgt vom Quartett aus Italien, Kasachstan, Slowenien und Ungarn mit je sechs Zählern. Als Absteiger stehen einzig die Polen fest, welche im kommenden Jahr durch Litauen ersetzt werden.

Fünf Teams können aufsteigen

In der Ausgangslage haben die Briten die besten Karten, denn ihnen genügt ein Punkt nach 60 Minuten, alle andern brauchen einen Sieg. Im Mittagsspiel legt Kasachstan mit einem 6:1-Sieg über Polen vor. Am Nachmittag nehmen die Slowenen beim Stand von 3:3 gegen Italien ihren Torhüter aus dem Kasten und kassieren zwei Sekunden vor Schluss das 3:4.

Vor dem Abschlussknüller zwischen Gastgeber Ungarn und Neuling Grossbritannien, haben drei Mannschaften neun Zähler auf dem Punktekonto. Grossbritannien, Italien und Kasachstan. Der Gastgaber benötigt deshalb einen Sieg um einen von zwei Aufstiegsplätzen zu ergattern. Bei einem Sieg der Magyaren hätten die ersten vier Teams je neun Punkte, in den Direktbegegnungen würden Kasachstan und Ungarn aufsteigen.

Nach 25 Jahren kehren die Briten wieder auf die Eishockey-Weltbühne zurück

Die Ungarn legen vor 7’870 Fans in der vierten Minute durch einen Powerplay-Teffer durch Christopher Bodo vor, doppeln in der 42. Minute durch Csanad Erdely nach und legen den Grundstein für den Aufstieg. Doch die Briten kommen zurück, mit dem Anschlusstreffer in der 52. Minute durch Robert Dowd, auf Zuspiel des Ex-Langnauers Brendan Brooks. Drei Minuten vor Schluss können die Ungarn zu einem, durch Robert Farmer verschuldeten, Penalty anteten und den Aufstieg klarmachen.

Es scheint als tragen die Hockeygötter an diesem Abend ein britisches Trikot. Ben Bowns pariert und die Briten erkämpfen, mit sechs Feldspielern und ohne Torhüter, 15 Sekunden vor Schluss durch eben diesen Farmer den sensationellen Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt sind die Briten und die Italiener, durch den Sieg im Direktduell gegen Kasachstan, wieder A-Klassig. Was für ein Krimi, bei dem die Squadra Azzuara, mit den «Schweizern» Diego Kostner, Tommaso Goi und Luca Zanatta als Zuschauer in der ausverkauften Laszlo-Papp-Arena auch noch in den letzten 15 Sekunden, die Ungarn bringen die Scheibe noch zweimal in den britischen Torraum, mitzittern müssen.

Im Durchmarsch

Erst vor Jahresfrist sind die Briten aus der «Division-1-B-Gruppe» in die Division-1-A-Gruppe aufgestiegen, nun folgt der direkte Wiederaufstieg. Gleiches gelang den Briten schon beim letzten Aufstieg ins Oberhaus 1993 in Eindhoven, damals marschierte die Mannschaft von Coach Alex Dampier ebenfalls auf direktem Weg von der C- in die A-WM. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass die jüngste Britische Ausgabe nur vier eingebürgerte Kanadier in seinen Reihen hat, dies dürfte den grössten britischen Spieler aller Zeiten, Tony Hand besonders erfreuen.

Die «kanadisierung» des britischen Eishockeys in den 90er Jahren, hat der Ausnahmekönner und erste NHL-Draftpick von der Insel, stets bemängelt und hat sich zeitweise sogar geweigert fürs Nationalteam zu spielen. Beim letzten Aufstieg 1993 standen neben Hand, 13 Akteure kanadischer Herkunft im Kader. Damals mit dabei war der Verteidiger Michael O’Connor, ein eingebürgerter Kanadier der Durham Wasps. Sein Sprössling Ben O’Connor, geboren in Durham, gehört in Budapest als echter Brite mit sechs Skorerpunkten zu den Schlüsselspielern der grossartigen Mannschaft von Coach Peter Russell.

Das Aufstiegsteam 2018: Ben Bowns (Cardiff), Jackson Whistle (Belfast); David Phillips (Sheffield), Ben O’Connor (Sheffield), Dallas Ehrhardt (Manchester), Mark Richardson (Cardiff), Stephen Lee (Nottingham), Paul Swindlehurst (Manchester), Zach Sullivan (Braehead); Brett Perlini (Nottingham), Robert Farmer (Nottingham), Colin Shields (Belfast), Robert Lachowicz (Nottingham), Oliver Betteridge (Nottingham), Jonathan Phillips (Sheffield), Robert Dowd (Sheffield), Mike Hammond (Manchester), Brendan Brooks (Braehead), Benjamin Davies (Guildford), Matthew Myers (Cardiff), Liam Kirk (Sheffield), Luke Ferrara (Coventry); Peter Russell; Adam Keefe, Corey Neilson.

Der Weg der Briten in die WM-A-Gruppe
Kroatien 4:2 (2017)
Estland 5:1 (2017)
Litauen 5:1 (2017)
Niederlande 14:0 (2017)
Japan 4:0 (2017)
Slowenien 3:1
Kasachstan 1:6
Polen 5:3
Italien 4:3
Ungarn 3:2 nP

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