MonatsarchivSeptember 2019

Sammelbecken der Weltmeister

Wie der EHC Biel, hat auch der HC Lugano die gleichen drei Schlüsselpositionen mit Finnen besetzt. Der neue Headcoach Sami Kapanen, Verteidiger Atte Ohtamaa (ausgesprochen Oochtama) und Stürmer Jani Lajunen sind das Gegenstück zu Antti Törmänen, Anssi Salmela und Toni Rajala. Ohtamaa holte im vergangenen Frühling in Bratislava, zusammen mit Rajala, den dritten Weltmeistertitel Finnlands. Komplettiert wurden die beiden durch die Schweizer Söldner Petteri Lindbohm (Lausanne) und Harri Pesonen (SCL Tigers).

Zwölf finnische Weltmeister

Doch bereits acht Jahre vor dem aktuellen «Schweizer-Quartett», veredelten sich Lajunen und Salmela an der gleichen Wirkungsstätte mit dem zweiten WM-Gold für Finnland. Zum finnischen Gold-Team gehörten zudem die früher- oder späteren «Schweizer» Juhamatti Aaltonen (Bern), Jarkko Immonen (Zug), Jesse Joensuu (Bern), Niko Kapanen (Zug), Janne Niskala (Zug), Janne Pesonen (Ambri-Piotta), Antti Pihlström (Freiburg-Gottéron), Mika Pyörälä (Bern), Tuomo Ruutu (Davos) und Teammanager Timo Jutila (Bern).

Zwei Drittel des Weltmeisterteams von 1995

Das erste finnische Gold-Kunststück aber haben die drei aktuellen National-League-Trainer Kapanen, Törmänen und Ville Peltonen (Lausanne) bereits 1995, beim ersten WM-Titel Finnlands, geschafft. Zu den «Helden von Stockholm», gehörten neben der gesamten Verteidigung um Erik Hämäläinen (SCL Tigers), Timo Jutila (Bern), Marko Kiprusoff (Kloten), Janne Niinimaa (Davos), Peters Nummelin (Davos und Lugano) Mika Strömberg (Chur) und Hannu Virta (Grasshoppers und ZSC Lions), auch Tero Lehterä (Basel und Ambri-Piotta), Mika Nieminen (Grasshoppers), Janne Ojanen (Lugano), Ari Sulander (ZSC Lions) und Raimo Summanen (Bern und Trainer in Rapperswil-Jona), sowie Headcoach Curt Lundström (Kloten).

Im Fazit heisst dies, wer mit Finnland Weltmeister wird, wird höchstwahrscheinlich irgendwann in seiner Karriere in der Schweiz landen. Aktuell spielen, neben den drei Trainern, vier Weltmeister von 2019- und zwei Weltmeister von 2011 in der National-League.

Die aktuellen Finnland-Weltmeister

Sami Kapanen (Lugano)
Jani Lajunen (Lugano)
Petteri Lindbohm (Lausanne)
Atte Ohtamaa (Lugano)
Ville Peltonen (Lausanne)
Harri Pesonen (SCL Tigers)
Toni Rajala (Biel)
Anssi Salmela (Biel)
Antti Törmänen (Biel)

Mikko Lehtonen und die «Schweizer» Petteri Lindbohm, Harri Pesonen und Toni Rajala an der WM 2019. (Foto: Suomen Jääkiekkoliitto)

Zwischen Champions- und MySports League

In den ersten drei Partien der Champions-Hockey-League kommt beim EHC Biel die namenlose Nummer 42 zum Einsatz. In seinen ersten Einsätzen gegen den norwegischen Meister Frisk Asker kreiert der «Namenlose» bereits mehrere gefährliche Situationen vor dem Kasten von Nicklas Dahlberg, nun wird auch unter den Zuschauern getuschelt und gemunkelt wer die Nummer 42 wohl sein mag.

Der auffällige Stürmer stand knapp zwei Wochen vorher noch in Zuchwil mit der Nummer 66 auf dem Eis, beim MySports-Vorbereitungsspiel zwischen dem SC Lyss und dem EHC Bülach (4:2). Roman «Romik» Karaffa heisst das 20-jährige Bieler Nachwuchs-Juwel. Der Slowake ist vor fünf Jahren, durch Empfehlung seines Agenten Louis Liesch, von Spisska Nova-Ves in die Schweiz gekommen. Der Stürmer, der in seiner Heimat jeweils die Camps der slowakischen Legende Zdeno Ciger besucht hat, gilt daher neu als «Hockey-Schweizer» und belastet das Ausländer-Kontingent nicht.

«Slowakischer Hockeyschweizer»

Nach fünf Jahren in der Schweiz

Der Topskorer der Bieler Elite-Junioren (55 Punkte in 50 Spielen) wird in dieser Saison mindestens bei drei Mannschaften zum Einsatz kommen: Neben dem Fanionteam des EHC Biel und den Bieler Elite-Junioren, wurde der smarte Flügelstürmer, der auch in der Centerposition eingesetzt werden kann, beim SC Lyss mit einer B-Lizenz ausgestattet. Beim Partnerteam und MySports-League-Aufsteiger wird Karaffa viel Verantwortung übernehmen können. Der neue Lyss-Headcoach Serge Meyer hatte den Spielmacher bereits in den vergangenen zwei Jahren in seinem Kader.

Mit Karaffa steht beim SC Lyss erstmals seit «1993» wieder «Ausländer» im Kader. Beim Abstieg aus der Nationalliga B (NLB) vor 26 Jahren trugen die beiden Kanadier Dave Baseggio und Kent Hulst als letzte Söldner das Lysser Trikot. Lyss-Trainer Meyer absolvierte damals als 16-Jähriger seine erste NLB-Saison. In welchem Spiel Karaffa bei Lyss sein Debüt in der MSL geben wird ist noch unklar. Im ersten Testspiel buchte die Reihe mit Karaffa, Gauthier Girardin und Fabio Mattioni bereits in der vierten Minute den ersten Treffer. Für Lyss also, wie früher desto besser.

Karaffas Debüts

U20 Top (Ajoie): 16. September 2016, Herisau (3 Tore, 2 Assists)
U20 Elite A (Biel): 9. September 2016, in Davos
Champions-Hockey-League (Biel): 29. August 2019, Frisk Asker
MySports-League (Lyss): September 2019

Karaffas erste Champions-Hockey-League Punkte!
6. September 2019, in Asker: 32. Minute, Assist zum 1:1 (Tschantré); 39. Minute, Assist zum 2:1 (Cunti)

Foto: Hervé Chavaillaz