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Vispertermin

Stell dir vor du hast über die Weihnachtstage nur zwei Eishockeytermine – und beide – am gleichen Tag. Der 27. Dezember lädt früh morgens nach Bern, zum Nachwuchsturnier Novo-Future-Cup, welches ich aus familiären Gründen erstmals als „Vater“ besuche. Bereits um 17 Uhr 45 lädt ein Vispertermin(en), das Bergdorf nennt sich jedoch „Tärbinu“ und hat nichts mit einem Termin zu tun, zum Nationalliga-B oder Swiss-League-Knüller zwischen dem EHC Visp und dem HC La Chaux-de-Fonds ins Wallis.

Autoverlad Lötschberg oder nicht? Noch während des Nachwuchs-Turniers nehme ich die Route via Genfersee Richtung Wallis. Die alte Litterna-Halle habe ich – zu meiner eigenen Schande – nie gesehen, dafür die neue Lonza-Arena gleich im Eröffnungsjahr. Die Bildungslücke Visp sollte sich endlich schliessen, auch wenn „Visp“ in meiner Selbstverständlichkeit vor allem aus alten Erinnerungen belebt wird, doch da sind auch die grossen aktuellen Exportschlager „Hischier oder Senn.“


Patric Hofstetter

„Wenn Walliser nach Übersee ziehen, ziehen Lysser ins Wallis.“

— Michael Krein, über Visp

Apropos Export, ein Lysser-Export in Visps Diensten ist Patric Hofstetter. Wenn Walliser nach Übersee ziehen, ziehen Lysser ins Wallis, ein Jahr nach Nico Hischiers Debüt in New Jersey, debütiert Hofstetter in Visp. Was Lysserisches scheint hier aber schon länger zu schlummern, an der Wimpelwand, welche aus der alten Litterna-Halle gezügelt wurde, hängt ein Lysser-Wimpel der 80er Jahre in der Werkstatt des Eismeisters.

Das sind wir wieder bei den alten Erinnerungen, Lysser und Visper duellierten sich einst in der Nationalliga-B 1979-80 und Mitte der 80er Jahre in den Aufstiegsspielen zur NLB. Genau aus dieser Zeit muss das „Fanion“ stammen. Immerhin sind heute zwei dieser „Lysser“ Nachkommen in Visp, jedoch nur einer auf dem Eis.

Oder drei oder vier? Kurz nach Spielschluss läuft mir Hofstetters Onkel hinter der Tribüne über den Weg, also noch ein „Lysser.“ Onkel-Hofstetter war einst mein Trainer, Andreas „Res“ Habegger durch unsere Begegnung ebenso überrascht. Nach dem Spiel wartet der Habegger/Hofstetter-Clan auf seinen Schützling und auch ich sage noch kurz „Hallo“, bevor es dann von meinem Vispertermin(en) via Lötschberg zurück geht, in die Heimat Hofstetters.

27. Dezember 2019

Visp – La Chaux-de-Fonds 1:5 (1:0, 0:3, 0:2)
Lonza-Arena. – 3’057 Zuschauer. – SR Borga /Boujon, Wolf /Micheli. – Tore: 14. Josephs (Ritz, Van Guilder /Ausschlüsse Jaquet, Carbis) 1:0. 21. Schmidt (Karaffa, Tanner /Ausschluss Wiedmer) 1:1. 24. Tanner (Holdener) 1:2. 27. Miéville (Schmidt) 1:3. 53. Voirol (Wetzel) 1:4. 58. (57:16) Holdener 1:5 (ins leere Tor). – Strafen: Visp 2-mal 2 Minuten, La Chaux-de-Fonds 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Visp ohne Achermann, Camperchioli, Burgener und Spinell (alle verletzt), La Chaux-de-Fonds ohne Mathis, Bays, Hasani und Augsburger (alle verletzt). Visp zwischen 56:19 und 57:16 ohne Torhüter.
Visp: Lory; Furrer, Wiedmer; Nater, Steiner; Heynen, Zeiter; Brantschen; Dolana, Van Guilder, Josephs; Petrig, Andy Ritz, Haberstich; Ranov, Brügger, Riatsch; Haueter, Hofstetter, Christen.
La Chaux-de-Fonds: Matteo Ritz; Jaquet, Zubler; Kühni, Iglesias; Ahlström, Wollgast; Fontana, Barbero; Carbis, Coffman, Cameron; Karaffa, Tanner, Holdener; Schmidt, Miéville, Grezet; Dubois, Wetzel, Voirol.

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