Zehn Minuten für die Ewigkeit

Mannschaftsfotos sind die wohl wichtigsten Zeitzeugen einer Sportequipe. Als Spieler ist es ein stolzes Gefühl, seine Mannschaft im neusten Tenü zu repräsentieren. Jeder will eine gute Falle machen, dies zieht sich von den Kleinsten bis zu den Grössten wie ein roter Faden durch die Fotoszenerie. In der Kabine werden noch Haare gekämmt und gestylt, Trikots werden zurecht gerichtet, Stulpen in die richtige Lage gezerrt und Klebebänder dezent oder versteckt angebracht. Die Sitz- und Stehordnung ist Sache des Fotografen. Schlechte Teamfotos fallen sofort ins Auge und bleiben schlecht bis in alle Ewigkeit. Zehn genaue Minuten und es lohnt sich.

Der Zeitzeuge wird zur Geschichte

Jede Mannschaft erzählt ihre Geschichte anhand ihres Fotos, taucht heute ein Teamfoto von 1986 auf, werden die verschiedenen Gesichter sofort kommentiert und der wichtige Zeitzeuge wird zur Geschichte. Hockeytechnische Pionierarbeit in Sachen Mannschaftsfotos leistete zwischen 1981 und 1993 das Jahrbuch „Eishockey“ vom Habegger-Verlag. Unvergessen sind auch die Edelausgaben von „Champions“ von Bernard Thurnheer im Weltrundschau-Verlag, dort wurden jeweils bis in die unterste Liga Equipen aus sämtlichen Mannschaftssportarten publiziert. Zeitzeugen die heute auf der Klub-Homepage im Jahrestakt wieder verschwinden und vielleicht nur durch ein Klub-Bulletin in ein paar Jahren zur interessanten Gesprächsrunde auftauchen.

Fotograf Tobias Gerber agiert nicht nur vorbildlich mit der Gesichtsmaske, sondern auch beim richten der Spieler. (Krein)

Das ordnen und einreihen lohnt sich, Spieler werden wegen ihrer Grösse getauscht, Spieler mit neongrünen Schnürsenkel werden nach hinten in den „Senkel“ gestellt. Da sitzen noch drei mit „roten“ statt „blauen“ Handschuhen, ab nach hinten, wer die passenden Stulpen nicht trägt geht ebenfalls nach hinten. Für die einen ist dies reines Theater, für die anderen ist es Feinarbeit und der Drang nach Perfektion. Die Schweden sind darin führend, ihre „Lag-Bilder“ gehören seit den 80er Jahren zur fototechnischen Weltspitze und dies über sämtliche Stufen. Zurück zur zehnminütigen Hektik. Die Handschuhe gehören auf die Knie, die Schlittschuhrichtung in die Achse der Fotokamera, der Fotograf bittet nun alle ihren Blick direkt ins Auge der Kamera zu richten. Jetzt ist der entscheidende Moment, wer jetzt patzt, patzt für die Foto-Herrlichkeit in Ewigkeit.

Hier gehts zum Endprodukt …und gepatzt haben die Trainer…

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