Nicht Lausanne und nicht Olten

Olten-Hüter Simon Rytz steht kurzfristig in Langnau für Lugano im Einsatz. (Krein)

Match in Langnau, einen Tag vorher wird bekannt gegeben, dass statt Lausanne Lugano im Emmental gastiert. Durch die Quarantäne der Waadtländer wird das Spiel der 16. Runde, vom 24. November auf den Freitag, den 13. vor-verschoben. Ich selber hätte eigentlich den Lugano-Match am 24. November kommentieren sollen, durch eine Absage eines Kommentators, dessen Name mir soeben entfallen ist, bin ich zum Handkuss „Langnau – Lausanne“ gekommen, oder eben wieder zu meinem eigenen Spiel.

Lugano statt Olten

Anders als geplant verläuft dieser Tag auch für Olten-Hüter Simon Rytz. Nach dem Morgen-Training in Olten, wurde der Keeper kurzfristig für Lugano abkommandiert. Dies weil Ersatzgoalie Sandro Zurkirchen verletzungsbedingt fehlt und Juniorengoalie Davide Fadani mit Biasca in der Quarantäne sitzt. So trat Rytz statt den Heimweg, den Weg nach Lugano (am Samstag im Tessinerderby) via Langnau an, der Seeländer ist im Laufe seiner 21-jährigen Nationalliga-Karriere schon mehrfach kurzfristig eingesprungen.

„die Lehrer haben dies verboten, erst ab 15 durfte man an den Match.“

— Alfred Bohren

Bereits im Juniorenalter hat Rytz, organisiert durch seinen damaligen Nachbarn Urs Christen, einst erster Lysser Goalie-Export, 1997 ein Training beim Drittligisten SC Scheuren absolviert. Ob Scheuren oder Lugano, der 37-jährige hat schon zahlreiche Kurzeinsätze Quer durch Land und Liga geleistet. Nach Scheuren, war ich am 3. März 2005 auch in Zug dabei, da war der Lysser-Goalie Backup bei Genf-Servette, im Team seines jüngeren Bruders Philippe.

Wie einst heute?

Die Flexibilität welche Rytz seit jeher an den Tag legt, ist in der verfluchten Corona-Saison zur wichtigsten Eigenschaft geworden. Alles ist anders, so gibt es in Langnau erstmals, seit das Fernsehen über die Spiele der Langnauer berichtet, keinen Parkplatz-Einweiser. Langnau-Legende Michael Horisberger brätelt keine Hamburger, im sonst proppenvollen Tigersaal stehen Fitnessgeräte und im Presseraum führt Rolf Schlapbach nicht durch die Konferenz.

Aber auch früher gabs für die Schüler eine Zeit, wo man die Spiele der Langnauer nicht besuchen durfte, erzählt Langnau-Kultfigur Alfred Bohren: „Die Lehrer haben dies verboten, erst ab 15 durfte man an den Match“, so auch der spätere Schweizermeister von 1976, welcher das erste Spiel zwischen Langnau und Lugano, am 6. November 1971 vermutlich deswegen verpasst hat. Ob man sich in 49 Jahren auch nur noch vage an das Zuschauerverbot im Jahr 2020 erinnern kann? Und wer sich nicht mehr die Kurzeinsätze von Rytz erinnern kann…

DatumVertragin AusleiheGegnerMinuten
26.2.2005La Chaux-de-FondsGenf-Servettea-Zug 2:30
3.3.2005La Chaux-de-FondsGenf-Servettea-Zug 1:30
1.3.2011AjoieBiela-Ambri 1:20
3.3.2011AjoieBielAmbri 2:10
23.10.2012Freiburg-GottéronZuga-ZSC Lions 2:3nP65:00
27.10.2012Freiburg-GottéronZuga-Kloten 5:060:00
30.10.2012Freiburg-GottéronZugBiel 7:460:00
2.11.2012Freiburg-GottéronZuga-Bern 1:560:00
6.1.2013Freiburg-GottéronMartignya-Thurgau 3:260:00
10.1.2013Freiburg-GottéronMartignyVisp 4:3nP65:00
13.1.2013Freiburg-GottéronMartignya-Ajoie 2:460:00
20.1.2013Freiburg-GottéronMartignyBasel 3:460:00
8.10.2013BielGenf-Servettea-Lausanne 1:260:00
17.11.2017OltenBiela-Davos 2:359:24
13.11.2020OltenLuganoa-SCL Tigers 4:20
14.11.2020OltenLuganoAmbri 4:20
a = Auswärts. – nur Kurzeinsätze mit weniger als 5 Spielen sind aufgeführt.

SCL Tigers – Lugano 2:4 (1:1, 1:1, 0:2)
Ilfishalle. – 37 Zuschauer – SR Salonen/Flury, Progin/Duarte. – Tore: 3. Julian Schmutz (Flavio Schmutz) 1:0. 19. Bertaggia 1:1. 25. Morini (Ausschluss Blaser) 1:2. 28. Flavio Schmutz 2:2. 48. Arcobello 2:3. 49. Riva 2:4. – Strafen: SCL Tigers 7-mal 2 plus 10 Minuten (Earl), Lugano 6-mal 2 plus 10 Minuten (Arcobello). – Bemerkungen: SCL Tigers ohne Salzgeber (verletzt); Dostoinov, Melnalksnis, Huguenin, Stettler, Erni und Petrini (alle überzählig), Lugano ohne Lajunen, Sannitz, Zurbuchen (alle verletzt). 55. Time-out SCL Tigers, SCL Tigers von 54:56 bis 55:16 sowie ab 56:58 ohne Goalie und mit sechstem Feldspieler. Flavio Schmutz (SCL Tigers) und Riva (Lugano) als beste Spieler ausgezeichnet.
SCL Tigers: Punnenovs: Brännström, Glauser; Leeger, Blaser; Schilt, Grossniklaus; Lardi, Guggenheim; Weibel, Maxwell, Earl; Julian Schmutz, Flavio Schmutz, Neukom; Berger, Diem, Sturny; Kuonen, In-Albon, Andersons.
Lugano: Schlegel (Rytz); Riva, Heed; Wellinger, Loeffel; Chiesa, Nodari; Wolf; Fazzini, Arcobello, Bodker; Carr, Kurashev, Bürgler; Suri, Herburger, Lammer; Bertaggia, Morini, Walker; Traber.

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