Wenn es bei Orlando klingelt

Gaetano „Gates“ Orlando, Leader-Figur in den 90er Jahren beim SC Bern und beim HC Lugano, ist am Telefon in Rochester, seine Stimme geht über den Lautsprecher im Ristorante Celtic Soul, im Mailänder Stadtteil Rozzano. Orlando richtet, in Italienisch, ein paar Worte an die rund 80 Personen, anlässlich des Anlasses „Ritrovo Devils.“ Telefonisch kontaktiert hat ihn sein ehemaliger Assistenz-Captain Paolo Casciaro. Verabschiedet wird die Mailänder Club-Legende, mit dem Orlando-Song: „Gaetano-Or-lando-eeh-eeh-ooh-ooh…“ Kurzzeitig katapultiert einem dieser Fan-Song zurück in die gute, alte Zeit, in welcher wir, in der Generation X (1965–1980) geborenen, hin und wieder schwelgen. Orlando führte den SC Bern 1997 zum zehnten Meistertitel und den HC Lugano 1999, in der unvergesslichen Finalissima gegen den HC Ambri-Piotta zum fünften Meistertitel, dazwischen verhalf der unermüdliche Kämpfer, als SCB-Leihgabe, den SCL Tigers 1998 zum Wiederaufstieg in die NLA.

Die Geschichte auf dem alten Kontinent, begann für Orlando, in der Heimat seiner Vorfahren, in Meran und endete mit seinem vierten Meistertitel (Scudetto) bei den Devils in Mailand, ehe der italienische Internationale im Sommer 1994 zum SCB wechselte. Seine prägendste Zeit erlebte Orlando zwischen 1991 und 1994 bei den Devils in Mailand, der Eishockeyabteilung von Silvio Berlusconis AC Milan. Drei italienische- und ein Alpenliga-Titel wurden auf der Pista PalaCandy und dem Mailänder Forum gefeiert und Orlando gewann auch das Europa-Cup-Duell gegen seinen späteren Arbeitgeber aus Bern. Nach Berlusconis Wahl zum Ministerpräsidenten 1994, musste er sein Sportimperium auf den Fussball und die AC Milan beschränken und die Devils verschwanden, wie sie gekommen waren.

Bis heute nicht verschwunden ist eine ganze Entourage von Fans und Spielern, welche die sportlichen Höhepunkte „Mediolanums“ noch heute abfeiert. So auch am 4. Juli 2026 beim Treffen (Ritrovo) der Devils, organisiert durch die Associazione-Rossonera-Milano. Neben Gastgeber (Inhaber des eingangs erwähnten Ristorantes), dem ehemaligen Spieler Massimiliano Durante (Foto, rechts) sind weitere sieben ehemalige Akteure, sowie der Masseur Roberto Morosi (Foto, links) eingetroffen, Morosi machte nach seinem Hockey-Debüt in Berlusconis Organisation eine Karriere als Fussball-Masseur bei der AC und zuletzt bei Juventus Turin und ist heute in Italien bekannter als die ehemaligen Hockey-Cracks. Aber auch die Meisterspieler der Rossoneri hinterlassen bis heute ihre Spuren, Ivano Zanatta, einst in Lugano, Ambri, Biasca und Ajoie, amtet beim neuen HC Milano in der österreichischen ICE-Hockey-League. Mike Richards Sohn Tanner spielt in Genf. Diego Scandella ist in Italiens und Bellinzonas Coaching-Staff. Bruno Campese und Orlando, der jährlich in der Schweiz anzutreffen ist, scouten für die NHL.

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