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Archiv des Autors

Es sind die kleinen Dinge

Mit Simon Strecker und Marc Möri (1978 – 2019), beim DEL-Playoff-Spiel, Eisbären Berlin – Hamburg Freezers, am 13. März 2009 in der O2 World. (Krein)

Vor zwei Wochen habe ich einen langjährigen und guten Freund verloren, für seine Familie und seinen Freundeskreis gibt es in diesem Moment nichts was einem noch wichtig erscheint. Gegen einen solchen Rückschlag ist ein Spiel der 40. Runde, zwischen dem EHC Biel und den SC Rapperswil-Jona Lakers nur noch eine Randerscheinung, für alle im Stadion Anwesenden aber, ist es an diesem Abend das wichtigste Spiel auf der Welt.

Ein Eishockey-Unternehmen ist wie ein Leben eines Menschen, es vermittelt Liebe, Freude und Leidenschaft, bewältigt aber auch Krisen, Rückschläge und Tiefpunkte. Rapperswil-Jona und Biel haben sich beide aus dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Swiss-League (Nationalliga B) wieder ins Oberhaus zurück gekämpft. Beide haben sich nach einer kurzzeitigen Klubfarben-Krise wieder erholt und zur ursprünglichen Identität zurück gefunden.

Vielleicht waren es genau diese Tiefschläge und Krisen, welche nötig waren die Organisation einen Schritt nach vorne zu bringen. Wenn ein Klub, durch Fehlentscheide und Misswirtschaft aber für immer verschwindet, gibt es kein zurück mehr. Deshalb sind es eben doch die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. So gesehen, ist die Partie der 40. Runde eben doch keine Randerscheinung, denn sie ist Teil unseres Lebens, welches wir in vollen Zügen und in jedem Moment geniessen müssen, auch wenn wir dies manchmal kurzzeitig vergessen.

Vorwort aus dem EHC Biel-Matchprogramm, Biel – Rapperswil-Jona, vom 26. Januar 2019

Michael Krein

Das verpasste NHL-Duell

Trafen in der NHL nie aufeinander, Reto Berra und Jonas Hiller. (Hervé Chavaillaz)

Am 17. April 2013 wurde Reto Berra vom EHC Biel zu den Calgary Flames transferiert. Am 3. November 2013 debütierte der Zürcher in der besten Liga der Welt, als sechster und bisher letzter Schweizer NHL-Torhüter, auswärts mit einem 3:2-Sieg in Chicago. Während seiner Zeit in Übersee und 76 NHL-Partie traf Berra nie auf Jonas Hiller.

Zum Zeitpunkt von Berras Debüt hatte Hiller schon sechs NHL-Jahre hinter sich. Berra wurde am 5. März 2014 von Calgary nach Denver zu den Colorado Avalanche transferiert. Am 1. Juli gleichen Jahres kam dafür Hiller nach Calgary. Nach neun Saisons bei den Anaheim Ducks und Calgary kehrte der Appenzeller als einer der drei erfolgreichsten Schweizer NHL-Goalies in die Schweiz zurück.

Erstes Duell nach der NHL-Karriere

Am 28. September 2018 standen sich Berra und Hiller, welche neben Calgary und der Schweizer Nationalmannschaft auch eine Bieler und Davoser Vergangenheit haben, erstmals nach ihrer NHL-Karriere als Gegner in der Tissot-Arena gegenüber. Nach einer 2:0-Führung der Seeländer, ging das verpasste NHL-Duell noch mit 3:2 an Berra und die Freiburger.

Beim zweiten Aufeinandertreffen, am 16. Oktober 2018 konnte Berra beim 3:0-Heimsieg über Hiller und den EHC Biel sogar einen Shutout feiern. Am 7. Dezember 2018 revanchierten sich Hiller und die Bieler mit einem klaren 4:0-Auswärtssieg. Einen Tag später holte Berra mit Gottéron den zweiten Auswärtssieg gegen Hiller mit einem 4:1 in Biel.

Fünf Duelle vor der NHL-Karriere

Berra und Hiller trafen schon vor ihrem Nordamerika-Abenteuer aufeinander. Die erste Affiche gabs am 5. März 2006 zwischen dem HC Davos und den ZSC Lions. Hiller siegte im letzten Qualifikationsspiel mit den Bündnern gegen Berra und die Lions, welcher als Ersatz für Ari Sulander zum Einsatz kam, mit 5:2.

In den Playoffs 2005-06 standen sich Berra und Hiller während vier Viertelfinal-Partien gegenüber. Auf dem Weg zum 28. Meistertitel der Bündner, ging Hiller dreimal als Sieger vom Eis. Wobei Berra in seiner einzigen siegreichen Partie, für den durch eine Adduktoren-Verletzung ausgeschiedenen Stammkeeper Sulander, nur noch in den letzten neuneinhalb Minuten zum Einsatz gekommen ist.

Hiller führt gegenüber Berra mit 5:3, die nächsten Duelle gibts am 5. Januar 2019 in Biel und am 16. Februar 2019 in Freiburg, sofern die beiden Stammtorhüter eingesetzt werden.

Die Duelle Berra gegen Hiller
5. März 2006, 2:5 in Davos
3. März 2007, 5:2 in Zürich (Berra 9 Minuten und 31 Sekunden im Einsatz)
5. März 2007, 2:4 in Davos
8. März 2007, 1:3 in Zürich
10. März 2007, 0:3 in Davos
28. September 2018, 3:2 in Biel
16. Oktober 2018, 3:0 in Freiburg
7. Dezember 2018, 0:4 in Freiburg
8. Dezember 2018, 4:1 in Biel
5. Januar 2018 in Biel
16. Februar 2018 in Freiburg

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Michael Krein

Wenn Lysser in Rapperswil-Jona…

Rapperswil-Jonas Steve Mason identifiziert sich gerne mit seinem ersten Club und posiert mit der Saisonkarte des SC Lyss. (Régis Cerf)

Am 23. Oktober 2018 schiesst Steve Mason innert 6 Minuten und 39 Sekunden seine National-League-Tore eins und zwei. Beide Treffer fallen im Powerplay und die Lakers gewinnen gegen Genf-Servette mit 4:3. Die Mason-Doublette zum 3:2 und 4:2 ist wegweisend für Rapperswil-Jonas zweiten Sieg im zwölften Spiel. Der holländisch-kanadische Doppelbürger spielt seit 2015 für die Lakers und kam während der Saison 2015-16 vom niederländischen Spitzenklub Tilburg Trappers in die Rosenstadt.

diese Karte habe ich auch noch

Vor dem Interview mit MySports frage ich den holländischen Internationalen, Mason bestritt fünf Weltmeisterschaften, ob er sich an seinen ersten Verein erinnern könne, die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen, «ja den SC Lyss.» Steves Vater Doug Mason wurde im Sommer 1992 vom damaligen NLB-Club Lyss als Nachfolger von Mike McParland verpflichtet, so unternahm «klein-Steve» im alter von vier Jahren bei den Lysser Bambinis die ersten Gehversuche auf dem Eis.

Vater Doug wurde, in der schlechtesten Lysser NLB-Saison, mit nur einem Sieg nach neun Spielen im Oktober 1992 entlassen. Mason wurde im Heimspiel gegen den HC Thurgau, in der zweiten Drittelspause beim Stand von 0:4 seines Amtes enthoben. Dennoch erinnert sich Steve immer noch bestens an das kurze Gastspiel: «Diese Karte (siehe Foto) habe ich auch noch», sagt der freundliche Mittelstürmer der Lakers. Übrigens, den Saisonauftakt 1992 verloren die Lysser unter Coach Mason gegen Rapperswil-Jona mit 1:8.

 

Michael Krein

Wenn Stewart klingelt…

Patrick Glanzmann und Präsident Mathias Müller empfangen Cliff Stewart. (Myriam Koubâa)

Europapark Rust, irgendwo zwischen «Silverstar» und «Poseidon» erreicht mich eine Whatsapp-Nachricht meines einstigen Eishockey-Kollegen Jarno Michel. Der ehemalige Lyss-Trainer Cliff Stewart weilt für ein paar Tage in Lyss und wolle sich ein Training der ersten Mannschaft ansehen, ob ich ihm weiterhelfen könne. Natürlich stösst der ehemalige Torhüter und Spieler aus dem Lysser-Nachwuchs bei mir auf ein offenes Ohr, Cliff Stewart wurde 1980 als erster vollamtlicher Profitrainer in Lyss engagiert.

Langjähriger Lyss-Kontakt

Der 71-jährige Kanadier befindet sich auf Europa-Tour und besucht seine ehemaligen Wirkungsstätten, unter anderem war er auch an der Jubiläumsfeier im holländischen Geleen, wo er zwischen 1992 und 1997 als Headcoach bei den «Meetpoint Eaters» im Amt war. Sein Engagement in Lyss kam unter der Präsidentschafts-Ära von Peter Bangerter zustande. Nach nur einer Saison im Seeland, bleibt Stewart – der im Sommer 1981 zum EV Zug gewechselt hat – stets mit dem langjährigen OK-Präsident des Lysser Industriecups, Jürg Michel in Kontakt, der Vater meines aktuellen Whatsapp-Informanden.

Stewart richtet ein paar Worte an die 1. Mannschaft

Wenn Stewart 37 Jahre nach seinem Abgang die Lysser Seelandhalle betreten wird, dann muss dies in einem angemessenen Rahmen passieren. So kontaktiere ich noch aus dem Europapark den neuen Präsidenten Mathias Müller, welcher sofort alle Hebel in Bewegung setzt um die einstige Trainerlegende in Lyss zu empfangen. Bestenfalls hätte man Stewart zum Saisonauftakt gegen den HC St. Imier, am 29. September auf dem Eis begrüssen wollen, der Kanadier allerdings hat seinen Rückflug bereits einen Tag vorher gebucht.

Ein würdiger Empfang

So wird Stewart mit seiner Gattin Gloria am Mittwoch, 26. September, um 19 Uhr von Lyss-Coach Patrick Glanzmann und Präsident Müller zu einem Training des Fanionteams empfangen. In der Kabine richtet Stewart ein paar Worte an die jüngste Ausgabe des Schlittschuhclub Lyss. Stewart seinerzeit erreichte das Saisonziel «Aufstiegsspiele zur NLB» 1980-81 nicht. Übrigens, von Stewarts Mannschaft ist heute noch einer im Nachwuchs-Trainerstaff tätig, Novizen-Trainer und Eisplaner Urs Christen. Vor lauter hektik wird beinahe noch das Erinnerungsfoto für «Socialmedia» vergessen. Die fleissige Club-Sekretärin, womöglich durch eine Info aus dem Europapark beauftragt, eilt noch rechtzeitig vorbei. Stewarts Europa-Tournee geht in Lyss zu Ende, meine im «holländischen Teil» des Europaparks…

Michael Krein

Die Genfer Energy-Line

Lance Bouma und Tommy Wingels beim Torjubel 2017-18 für die Chicago Blackhawks. (Mark J. Rebilas-USA TODAY Sports)

Genf-Servettes nordamerikanische Neuzugänge Lance Bouma und Tommy
Wingels haben zusammen 868 NHL-Partien bestritten. Bouma und Wingels haben

in der letzten Saison beide in Organisation der Chicago Blackhawks gespielt.

Beide wurden noch vor den Playoffs transferiert. Bouma in die American-Hockey-
League zu den Rockford IceHogs und Wingels nach Boston. Beide waren vorher über mehrere Jahre Stammspieler in der besten Liga der Welt.

Die Energy-Line

Die beiden Powerstürmer spielten bei den Blackhawks in der vierten Reihe, der
«Energy-Line», wie Headcoach Joel Quenneville die Reihe mit Bouma, Wingels
und John Hayden bezeichnet hat. Neben ihrem physischen Spiel, steuerten die drei Energie-Spieler zusammen auch 34 Skorerpunkte bei.

Nach der Versetzung ins Farmteam, folgt nun der logische Schritt nach Europa,
für Bouma ist Genf die erste Station auf dem alten Kontinent. Wingels hat den
Lockout 2012-13 in der zweiten finnischen Liga bei KooKoo Kouvola verbracht.
Michael Krein

Wenn sich IFK und Jokerit in Küssnacht heimlich duellieren

Warten gespannt auf ihren nächsten Einsatz, die Spieler mit den Rückennnummern 15, 14 und 16. (Michael Krein)

Antti Törmänen und Waltteri Immonen haben zwischen 1990 und 1998 sieben Jahre zusammen beim finnischen Topklub Jokerit Helsinki verbracht. Seit 2008 ist Immonen als Assistenztrainer in der Schweiz tätig, Törmänen kam drei Jahre später zum SC Bern. Heute stehen die zwei Finnen bei Kloten und Biel an der Bande.

Szenenwechsel: Es ist Samstag, sieben Uhr in der Früh, die ersten Eltern treffen mit ihren Kindern in der Rigihalle in Küssnacht ein. Eines von zahlreichen Piccolo-Turnieren, welches Wochenende für Wochenende auf allen Eisbahnen in der Schweiz über die Bühne geht. Erstmals dabei beim Küssnachter SC ist ein Jungtrainer, gleichzeitig spielt der Mann mit «Jokerit Helsinki» Baseballcap im Fanionteam in der 2. Liga.

 Tragen die Spieler ihre echten Namen auf ihren Trikots?

Der Jungtrainer mit der Jokerit-Mütze ist der Sprössling von Waltteri Immonen. Doch er ist nicht der einzige Finne, welcher an diesen Samstag Vormittag in der Rigihalle im Einsatz steht. Bei den Piccolos des SC Lyss steht ebenfalls ein Finne auf dem Matchblatt, dabei handelt es sich um den jüngeren Sohn des Trainers der 1. Mannschaft des EHC Biel. Biel und Lyss arbeiten bei den jüngsten zusammen, so gehören solche Aufgebote zur Tagesordnung. Törmänen Junior trägt sogar noch die Stulpen von IFK Helsinki, dem letzten Klub, vor Papas Wechsel ins Berner Seeland.

Ein aufmerksamer Gegenspieler Küssnachts, neben Törmänen stehend, will mehr wissen und fragt erstaunt: «Tragen die Spieler ihre echten Namen auf ihren Trikots?» Ob dies dem Küssnachter Assistenten finnischer Herkunft ebenfalls aufgefallen ist? Vermutlich nicht, warum auch, denn Riki Immonen hat immer in der Schweiz gespielt. So duellieren sich «heimlich» die Söhne aus der finnischen Hauptstadt im schweizerischen Küssnacht, in der Schweizer-Nachwuchsausgabe mit dem besseren Ende für «Jokerit».

Michael Krein

Vier Schweizer im Draft 2018 gezogen

Der Bündner Nico Gross wurde im Draft 2018 als erster Schweizer gezogen. (Goodall Media/oshawagenerals.com)

Mit Nico Gross, Philipp Kurashev, Akira Schmid und Tim Berni wurden beim NHL-Draft in Dallas vier Schweizer gezogen. Zwischen 1976 und 2018 wurden bisher 69 Spieler aus der Schweiz im Draft berücksichtigt. Als Nummer eins wurde der schwedische Verteidiger Rasmus Dahlin von den Buffalo Sabres ausgewählt. Dahlin ist nach Mats Sundin (1989), erst die zweite Nummer eins aus dem Land des Weltmeisters. Der 18-Jährige spielt für die Frölunda Indians in Göteborg und wurde bei der U20-WM zum besten Verteidiger ausgezeichnet.

Dritter Schweizer der Rangers

Als erster Schweizer wurde Nico Gross in der vierten Runde als Nr. 101, von den New York Rangers gezogen. Der Verteidiger in Diensten der Oshawa Generals, kam in der Ontario-Hockey-League in 63 Spielen auf 14 Skorerpunkte. Der St. Moritzer hat drei U18 Weltmeisterschaften- und zwei U20 WM-Turniere bestritten und spielte in der Schweiz zuletzt bei der EV Zug Academy. Bei den New York Rangers ist Gross, nach Sven Helfenstein (2000) und Philippe Furrer (2003) der dritte Schweizer Draftpick der Geschichte.

Gross, Kurashev, Schmid und Berni sind die NHL-Drafts Nummer 66 bis 69

Philipp Kurashev kam ebenfalls in der vierten Runde, als Nummer 120 der Chicago Blackhawks zum Zug. Der Sohn von Chur-Trainer Konstantin Kurashev spielt seit zwei Jahren in der Quebec-Major-Junior-Hockey-League bei den Quebec Remparts. Der Stürmer kam dabei in 134 Spielen auf 122 Skorerpunkte. Bei Chicago ist der Junioren-Internationale, nach Lars Weibel (1994), Reto von Arx und Arne Ramholt (beide 2000), der vierte gezogene Schweizer, wobei nur Von Arx zu NHL-Einsätzen gekommen ist.

Auf Senn folgt Schmid

In der fünften Runde wurde Langnaus Goalie-Talent Akira Schmid von den New Jersey Devils als Nummer 136 ausgewählt. Die Organisation von Nico Hischer und Mirco Müller, wählte mit Gilles Senn (Davos) schon im vergangenen Jahr einen Torhüter aus der National-League. Schmid kam in der vergangenen Saison in sechs Mannschaften zum Einsatz. Neben dem U18, U19 und U20 Nationalteam, wurde der 18-Jährige bei Langnaus Elite-Junioren, beim Partnerteam EHC Thun und für eine Partie der SCL Tigers (22. März 2018) in der National-League eingesetzt. Bei den Devils ist Schmid, nach Mauro Jörg (2010), Hischer und Senn der vierte gedraftete Schweizer.

Berni nach Columbus

Als vierter und letzter Schweizer wurde Tim Berni in Runde sechs von den Columbus Blue Jackets als Nummer 159 ausgewählt. Der Verteidiger der ZSC Lions kam in 15 Playoff-Spielen beim Schweizermeister zum Einsatz und absolvierte die U20 WM in Buffalo. Für Columbus ist Berni, nach Raffaele Sannitz (2001) und Calvin Thürkauf (2016) erst der dritte berücksichtigte Schweizer in der aktuellen Organisation von Dean Kukan.

Deutscher in erster Runde

Der deutsche Dominik Bokk wurde von den St. Louis Blues in der ersten Runde als Nummer 25 gewählt. Der 18-Jährige Stürmer der Växjö Lakers ist, nach Olaf Kölzig (1989), Marco Sturm (1996), Marcel Goc (2001) und Leon Draisaitl (2014), erst der fünfte Deutsche, der in der ersten Runde des Drafts gezogen wurde. In der letzten Runde als Nummer 170 der Florida Panthers, wurde mit Justin Schütz ein zweiter Deutscher ausgewählt.

Michael Krein

Die Hockeygötter bei den Briten

Grossbritannien kehrt nach 25 Jahren wieder auf die Weltbühne zurück. (TeamGBicehockey, Twitter)

Hochspannnung herrscht vor der letzten Runde der «B-WM» oder der «Division 1-A-WM» in Budapest. Fünf von sechs Mannschaften können noch aufsteigen. Die Konstellation ist kompliziert, Grossbritannien liegt mit neun Punkten auf dem ersten Platz, gefolgt vom Quartett aus Italien, Kasachstan, Slowenien und Ungarn mit je sechs Zählern. Als Absteiger stehen einzig die Polen fest, welche im kommenden Jahr durch Litauen ersetzt werden.

Fünf Teams können aufsteigen

In der Ausgangslage haben die Briten die besten Karten, denn ihnen genügt ein Punkt nach 60 Minuten, alle andern brauchen einen Sieg. Im Mittagsspiel legt Kasachstan mit einem 6:1-Sieg über Polen vor. Am Nachmittag nehmen die Slowenen beim Stand von 3:3 gegen Italien ihren Torhüter aus dem Kasten und kassieren zwei Sekunden vor Schluss das 3:4.

Vor dem Abschlussknüller zwischen Gastgeber Ungarn und Neuling Grossbritannien, haben drei Mannschaften neun Zähler auf dem Punktekonto. Grossbritannien, Italien und Kasachstan. Der Gastgaber benötigt deshalb einen Sieg um einen von zwei Aufstiegsplätzen zu ergattern. Bei einem Sieg der Magyaren hätten die ersten vier Teams je neun Punkte, in den Direktbegegnungen würden Kasachstan und Ungarn aufsteigen.

Nach 25 Jahren kehren die Briten wieder auf die Eishockey-Weltbühne zurück

Die Ungarn legen vor 7’870 Fans in der vierten Minute durch einen Powerplay-Teffer durch Christopher Bodo vor, doppeln in der 42. Minute durch Csanad Erdely nach und legen den Grundstein für den Aufstieg. Doch die Briten kommen zurück, mit dem Anschlusstreffer in der 52. Minute durch Robert Dowd, auf Zuspiel des Ex-Langnauers Brendan Brooks. Drei Minuten vor Schluss können die Ungarn zu einem, durch Robert Farmer verschuldeten, Penalty anteten und den Aufstieg klarmachen.

Es scheint als tragen die Hockeygötter an diesem Abend ein britisches Trikot. Ben Bowns pariert und die Briten erkämpfen, mit sechs Feldspielern und ohne Torhüter, 15 Sekunden vor Schluss durch eben diesen Farmer den sensationellen Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt sind die Briten und die Italiener, durch den Sieg im Direktduell gegen Kasachstan, wieder A-Klassig. Was für ein Krimi, bei dem die Squadra Azzuara, mit den «Schweizern» Diego Kostner, Tommaso Goi und Luca Zanatta als Zuschauer in der ausverkauften Laszlo-Papp-Arena auch noch in den letzten 15 Sekunden, die Ungarn bringen die Scheibe noch zweimal in den britischen Torraum, mitzittern müssen.

Im Durchmarsch

Erst vor Jahresfrist sind die Briten aus der «Division-1-B-Gruppe» in die Division-1-A-Gruppe aufgestiegen, nun folgt der direkte Wiederaufstieg. Gleiches gelang den Briten schon beim letzten Aufstieg ins Oberhaus 1993 in Eindhoven, damals marschierte die Mannschaft von Coach Alex Dampier ebenfalls auf direktem Weg von der C- in die A-WM. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass die jüngste Britische Ausgabe nur vier eingebürgerte Kanadier in seinen Reihen hat, dies dürfte den grössten britischen Spieler aller Zeiten, Tony Hand besonders erfreuen.

Die «kanadisierung» des britischen Eishockeys in den 90er Jahren, hat der Ausnahmekönner und erste NHL-Draftpick von der Insel, stets bemängelt und hat sich zeitweise sogar geweigert fürs Nationalteam zu spielen. Beim letzten Aufstieg 1993 standen neben Hand, 13 Akteure kanadischer Herkunft im Kader. Damals mit dabei war der Verteidiger Michael O’Connor, ein eingebürgerter Kanadier der Durham Wasps. Sein Sprössling Ben O’Connor, geboren in Durham, gehört in Budapest als echter Brite mit sechs Skorerpunkten zu den Schlüsselspielern der grossartigen Mannschaft von Coach Peter Russell.

Das Aufstiegsteam 2018: Ben Bowns (Cardiff), Jackson Whistle (Belfast); David Phillips (Sheffield), Ben O’Connor (Sheffield), Dallas Ehrhardt (Manchester), Mark Richardson (Cardiff), Stephen Lee (Nottingham), Paul Swindlehurst (Manchester), Zach Sullivan (Braehead); Brett Perlini (Nottingham), Robert Farmer (Nottingham), Colin Shields (Belfast), Robert Lachowicz (Nottingham), Oliver Betteridge (Nottingham), Jonathan Phillips (Sheffield), Robert Dowd (Sheffield), Mike Hammond (Manchester), Brendan Brooks (Braehead), Benjamin Davies (Guildford), Matthew Myers (Cardiff), Liam Kirk (Sheffield), Luke Ferrara (Coventry); Peter Russell; Adam Keefe, Corey Neilson.

Der Weg der Briten in die WM-A-Gruppe
Kroatien 4:2 (2017)
Estland 5:1 (2017)
Litauen 5:1 (2017)
Niederlande 14:0 (2017)
Japan 4:0 (2017)
Slowenien 3:1
Kasachstan 1:6
Polen 5:3
Italien 4:3
Ungarn 3:2 nP

Michael Krein

Von Fankulturen und Draft-Kandidaten

Folgt auf Jonas Siegenthaler bald ein weiterer Zürcher ins Camp der Washington Capitals? (russianmachineneverbreaks.com)

Tissot-Arena in Biel, die Pressekonferenz wurde von den beiden Presse-Verantwortlichen Sandro Frei und Silvan Andrey abgehalten, da betritt ein gut gekleideter, älterer Herr den Presseraum. Höflich bittet er den Pressechef um eine Aufstellung. Wer noch spät im Presseraum herumlungert, bemerkt den nicht alltäglichen Gast und erkennt ihn durch seine englische Sprache. Sofort ist klar, die Scouts aus der National-Hockey-League bummeln wieder durch die europäischen Stadien, allerdings trägt er ein Logo von ZSKA Moskau auf seiner Jacke.

Eigentlich nichts spezielles und dennoch fragt man sich, wen beobachtet er? Was notiert er? Welcher Akteur imponiert ihm? Auf der Pressetribüne, wie könnte es auch anders sein, nimmt der freundliche, ältere Herr neben mir Platz und fragt vorher ob dieser Sitz noch frei sei. Im Smalltalk gibt Danny Brooks einiges Preis: Als Scout der Washington Capitals tourt er einige Wochen durch Europa, zum Playoff-Beginn weilt er noch in der Schweiz, dann geht er eine Woche nach Schweden.

Europäisches Nashville

Auf die Frage wen er den heute Abend beobachtet, zeigt sich der Scout, wie erwartet bedeckt, „i look for everyone“, sagt er lachend. Er füt hinzu, dass ihm die europäscihe Stadion Atmosphäre imponiert, seine Tochter und seine Frau, wären sie hier, würden sie mitten in der Stehrampe stehen. Statt über mögliche Kandidaten für die Capitals, unterhalten wir uns über die unterschiedliche Fankultur zwischen Europa und Nordamerika. „Am ehesten kommt Nashville an die Stimmung der Europäer, in Nashville ist das Publikum frenetischer als in der NHL üblich“, sagt Brooks weiter.

„i look for everyone“

Und Brooks weiss wovon er spricht, als Spieler hat er in den neunziger Jahren in Grossbritannien gespielt und als Assistenztrainer war ein Jahr in der Kontinental-Hockey-League bei ZSKA Moskau tätig. Zurück zum Spiel: Die Intensität gefällt ihm, auf dem Eis gehts ziemlich zur Sache, die Bieler führen nach 40 Minuten mit 2:0 und ein erster Vorgeschmack auf die Playoffs ist zu spüren. Am Montag besucht er das „Rückspiel“ in Zürich oder das 50. und letzte Qualifikationsspiel.

Erste Saison für Siegenthaler

Washington hat sich 2015 die Rechte von Zürichs Jonas Siegenthaler gesichert und ihn im Draft in der zweiten Runde als Nummer 57 gezogen. Man sei in sehr zufrieden mit Siegenthaler sagt Brooks weiter. Nach zwei Stippvisiten, bestreitet der 20-jährige Verteidiger seine erste „ganze“ Saison in Nordamerika und ist im AHL-Team der Hershey Bears parkiert. In Hershey ist Siegenthaler, nach David Aebischer und Timo Helbling, erst der dritte Schweizer in der 80-jährigen Klubgeschichte.

In der Schweiz ist Brooks kein unbekannter, im Juli 2014 sorgte der irisch-amerikanische Doppelbürger beim SC Bern für kuriose Schlagzeilen. Nachdem Brooks als Assistent von Guy Boucher verpflichtet wurde, wurde das Engagement nach knapp einer Woche wieder aufgelöst. Brooks, der bereits zwei Jahre als Assistent von Boucher in Drummondville tätig war, soll gleichzeitig in Frankreich einen Vertrag unterschrieben haben.

Michael Krein

Wenn Törmänen auf Jalonen trifft

Antti Törmänen trifft als Biel-Trainer erstmals auf seinen Landsmann Kari Jalonen und den SC Bern. (Hervé Chavaillaz)

Am 13. Januar 2018 trifft der EHC Biel-Coach Antti Törmänen im Rahmen der National-League zum ersten Mal wieder auf den SC Bern. Am 22. November 2013 hat Törmänen mit dem SCB seine letzte NLA-Partie gegen Biel mit 1:4 verloren. Bei Törmänens Comeback am 12. Dezember 2017 gegen den HC Lausanne siegte Biel wieder mit 4:1. Der Auftakt unter dem ersten finnischen Trainer in Biel ist mehr als geglückt. In den ersten neun Spielen unter dem Finnen haben die Seeländer sieben Partien gewonnen, gepunktet haben die Bieler sogar in jedem Spiel seit Törmänens Ankunft.

Vier Jahre Gegner in der finnischen «Liiga»

Mit Samuel Kreis und Julian Schmutz stehen zwei Spieler im Kader, welche schon unter Törmänen in Bern gespielt haben. Keine gemeinsame Vergangenheit haben die finnischen Headcoaches von Biel und Bern. Die beiden kennen sich aus der finnischen «Liiga», damals noch «SM-Liiga», nur als Gegner. Zwischen 1990 und 1994 traf Kari Jalonen mit TPS Turku und Lukko Rauma während vier Saisons auf Antti Törmänen und Jokerit Helsinki. Beide konnten in dieser Zeit je zwei Meistertitel feiern: Jalonen 1991 und 1993 mit Turku, Törmänen 1992 und 1994 mit Jokerit. Allerdings trafen die beiden erst 1994 im Halbfinal zwischen Jokerit und Rauma erstmals in den Playoffs, mit dem besseren Ende für den aktuellen Biel-Trainer, aufeinander.

Michael Krein

Der 27. Dezember, kein gewöhnlicher Tag

Ein kleiner, zwölfjähriger Junge sass am 22. Februar in einer Ferienwohnung in Saas Fee vor dem Fernseher. Eigentlich hätte der Junge längst schlafen sollen, denn es war schon 23 Uhr, und die Frage ob er sich das Eishockeyspiel der Amerikaner gegen die Sowjets anschauen dürfe, wurde von seinem Vater, dem späteren Präsidenten des SC Lyss positiv beantwortet. So wird der Moskito-Spieler Zeuge des grössten Eishockeywunders aller Zeiten, dem „Miracle on Ice.“ Denn die Nacht vom 22. auf den 23. Februar war keine gewöhnliche Nacht. Für den Eishockey-Sport und für den zwölfjährigen Jungen nicht. Es war der Tag, an dem das Team USA, ein zusammengewürfelter Haufen namenloser College-Boys mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren, bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid für den wohl grössten Moment in der Geschichte des Eishockeys- und einen der grössten Sensationen in der Geschichte des Sports sorgte, an dem ein paar Studenten die unbesiegbare Sowjetunion mit 4:3 besiegten.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste, der zwölfjährige Junge wird später als Rekordspieler des SC Lyss in die Annalen eingehen und bestreitet alle 178 Nationalliga-B-Spiele in der erfolgreichsten Zeit des Seeländer Vereins. Das Wunder von Lake Placid hat nicht nur den Lysser Kultspieler Noël Gerber geprägt, sondern rückwirkend auch seinen heutigen Assistenztrainer bei den Lysser Bambini, allerdings war dieser damals gerade mal zweieinhalb Jahre alt und hat das Wunder von Lake Placid nicht mal im Traum mitbekommen.

Von Lake Placid nach Bern

Die beiden Nachwuchstrainer stehen am 27. Dezember 2017 angespannt im „Bären Graben“ der PostFinance Arena, ihre Mannschaft wird in Kürze den Final des NOVO-Future-Cup bestreiten, dem wohl prestigeträchtigsten Bambini-Turnier in der Region. Noch nie konnte eine Lysser Nachwuchs-Mannschaft den Pott ins Seeland holen, im Final standen die Lysser aber schon im Vorjahr. Doch auch der 27. Dezember 2017, scheint kein gewöhnlicher Tag zu sein. Ähnlich wie die US-Boys vor knapp 28 Jahren, sind auch die Lysser ein zusammengewürfelter Haufen namenloser Unterstufenschüler. Zwei Stürmer und der Torhüter kommen aus Biel, ein Stürmer aus Zuchwil, der Kern aber stammt aus der Nachwuchsabteilung des SC Lyss, welcher auf der untersten Stufe eine Partnerschaft mit dem grossen Nachbar pflegt.

Herb zu Craig: „ich habe kein gutes Gefühl“, Craig zu Herb: „ich auch nicht“

Die Aufgabe ist nicht einfach, denn Auftaktgegner HC Dragon Thun, eine Mannschaft gegen die es während der Meisterschaft meistens nichts zu holen gibt, wurde schon Morgens um neun mit 6:1 geschlagen. Der Gegner aus dem Oberland teilt auch noch die gleiche Kabine wie die Mannschaft aus Lyss. Trotz der Auftaktniederlage haben sich die Thuner während des Turniers von Spiel zu Spiel gesteigert und das entscheidende Spiel um den Finaleinzug gegen den Lokalmatador SC Bern gewonnen. Und Lyss? Die Lysser haben ihre letzten drei Vorrundenspiele nach belieben mit 4:0, 10:0 und 11:1 dominiert. Es ist als trifft der Qualifikationssieger auf den Achtplatzierten und wie wir aus der Geschichte kennen, ist das kein leichtes Unterfangen, gibt es doch unzählige Beispiele über das Scheitern des Favoriten in der ersten Playoffrunde.

Sind die U9-Spieler wirklich bereit? Können sie im entscheidenden Moment wieder einen Gang höher schalten, fragen sich Herb“ und „Craig“. In Anlehnung an den 22. Februar von 1980 nennen wir die beiden Coaches „Herb“ Brooks (Gerber) und „Craig“ Patrick (Krein). Die Kinder zeigen keine Anzeichen von Nervosität und sind sich ihres Sieges ziemlich sicher und genau das beunruhigt das Trainerduo. Sind die beiden schon zu lange im Eishockeygeschäft? Denn bekanntlich gewinnt man am gleichen Turnier fast nie zweimal gegen den gleichen Gegner.

Ein grosser Schritt für den SC Lyss

Beide erinnern sich an Brooks‘ Rede vor dem Spiel gegen die Sowjetunion und kommen ins grübeln: „Was erzählen wir einer Bambini-Mannschaft?“ Herb zu Craig: „ich habe kein gutes Gefühl“, Craig zu Herb: „ich auch nicht“, die Nervosität der beiden Coaches darf sich nicht auf die zusammengewürfelte Truppe übertragen. Diese legt sich auch nicht während der langgezogenen Final-Zeremonie, die Bambini können in der PostFinance Arena einlaufen wie dies jeweils die „Grossen“ tun, mit Feuer, Flamme und Bärengebrüll – dies wird sie ein „Leben“ lang prägen. Die Jungs laufen ein wie die College-Boys 1980 im Olympic Fieldhouse, die Gesichter sind voller Zuversicht und Unbekümmertheit, der „Wille“ zu gewinnen ist grösser als die „Angst“ vor dem verlieren. Nur im Ansatz können die Coaches erahnen, wie schwierig es sein muss bei einem Profiteam an der Bande zu stehen.

Wie einst die Sowjets, beginnen die Thuner furios und gehen Zeitgleich mit dem ersten, weinend auf die Bank zurückkehrenden Lyss-Spieler mit 1:0 in Führung. Zum ersten Mal sind die Lysser im Rückstand. Doch die Mannschaft lässt sich, wie die Amerikaner am 22. Februar, nicht aus der Ruhe bringen und gleicht sofort aus. Es scheint als sei ein kleiner Funken der Gold-Boys von Lake Placid knapp 28 Jahre später nach Bern gesprungen, die Sowjets aus Thun werden mit 4:1 bezwungen. Für den zusammengewürfelten Lysser-Haufen geht der 27. Dezember in die Geschichte ein, denn es ist ein grosser Schritt für die Lysser und ein kleiner Schritt für die Eishockey-Welt.

Michael Krein

Herisauer Meisterhelden wieder vereint

Drei Herisauer auf einen Streich: Beat Forster (links), Jonas Hiller und Thomas Nüssli (SCL Tigers) beim Bieler Heimauftakt 2017-18. (Foto: Hervé Chavaillaz)

Es gilt bis heute als kuriosestes Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte. Im Weltmeisterschafts-Viertelfinal in Quebec, am 14. Mai 2008, bezwingt Philippe Furrer mit einem Slapshot seinen eigenen Torhüter Martin Gerber und bringt Russland noch im ersten Drittel mit 3:0 in Führung.

Was hat der 14. Mai 2008 mit dem EHC Biel zu tun? An diesem Tag bestreiten die beiden Herisauer Beat Forster und Jonas Hiller (er wird in der 27. Minute, beim Stand von 0:5, für Gerber eingewechselt) ihr letztes gemeinsames Pflichtspiel. Vorher absolvieren die beiden vier gemeinsame Profi-Saisons mit dem HC Davos und die WM 2007 in Russland.

Gemeinsam Meister mit Herisau

Forster und Hiller stammen beide aus der Nachwuchsabteilung des SC Herisau und spielen schon 1990 zusammen bei den Piccolos, später gehören sie zu den Teamstützen bei Herisaus Elite-Novizen. welche unter Trainer Marcel Bruderer sensationell den Schweizermeistertitel ins Appenzell holen. Neben Forster und Hiller gehören auch die Ex-Bieler und aktuellen Langnauer Thomas Nüssli und Emanuel Peter zu Herisaus Meisterkader 1997-98.

Hiller und Forsters erstes gemeinsames Pflichtspiel seit neun Jahren

Im Sommer 1999 wechselt Forster nach Davos, Hiller folgt dem Weg ins Bündnerland erst ein Jahr später. 2001 wird Forster von den Phoenix Coyotes als Nummer 78 gedrafted und Hiller wird übergangen. Auch Peter (Nr. 142) und Nüssli (Nr. 277) werden 2002 im Draft gezogen. Eine NHL-Karriere macht aber nur der im Draft übergangene Hiller, der sich in 404 NHL-Spielen in neun Saisons zum Dollarmillionär entwickelt.

Schon im ersten NLA-Spiel siegreich

Ihre erste gemeinsame NLA-Partie bestreitet das Appenzeller-Duo am 17. September 2004 mit dem HC Davos gegen den HC Lugano, vor 6’333 Zuschauern bezwingen sie die Tessiner mit 3:2 und Forster erzielt in der 58. Minute das «Game-Winning-Goal.» Durch den NHL-Lockout stehen auch die NHL-Stars Rick Nash und Joe Thornton erstmals auf Davoser Eis. Siegreich sind Forster und Hiller auch bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt seit neun Jahren, beim 3:0-Auswärtssieg am 8. September 2017 in Kloten. Forster spricht in Biel sogar vom Meistertitel, auch für Herisaus Novizen schien dies einst unmöglich…

Michael Krein

Von Boulogne-Billancourt bis Bercy

14’510 Zuschauer, darunter rund 8’000 Schweizer, sehen den 3:2-Sieg der Eisgenossen gegen Kanada, Leonardo Genoni (Screen) wird als bester Spieler ausgezeichnet. (Foto: Michael Krein)

Paris und Eishockey? Im Vorfeld der Weltmeisterschaft hält sich die Freude nach Paris zu reisen in Grenzen, nicht nur wegen der Terroranschläge, sondern auch weil in Paris kein WM-Fieber entfacht werden könne oder wie es ZüriWest im Song «Paris» treffend formuliert: «Schiss-Paris». Es ist Sonntag, die Sonne scheint, in der Brasserie Jean Baptiste in Boulogne-Billancourt gibts bereits um 11 Uhr keine Croissants mehr, die Bedienung kommt «tout de suite», «sofort» heisst im Pariser Aussenquartier geschlagene 20 Minuten. 1,7 Kilometer entfernt steht die Patinoire de Boulogne-Billancourt, vor rund 60 Jahren ist dies Dreh- und Angelpunkt des französischen Eishockeys. Der Athletic-Club Boulogne-Billancourt (ACBB) wird hier im Dezember 1955 vom Pariser Unternehmer Philippe Potin aus der Taufe gehoben.

Boulogne-Billancourt

Die Eisbahn, inmitten eines verschlafenen Quartiers erinnert noch heute an die alte Zeit, nur anhand der parkierten Autos bewegt man sich in Gegenwart. Die gut erhaltene und teilweise renovierte Eishalle hat ihren Charme der 50er Jahre nicht verloren, eine Vitrine erinnert an die grossen Erfolge der Vergangenheit, 1959 gastieren mit den Boston Bruins und New York Rangers sogar zwei NHL-Teams. Es ist gut vorstellbar, wie es in den 60er Jahren kurz vor Spielbeginn ausgesehen haben könnte, mit Stürmer Elvin Friedrich und Torhüter Jean Ayer würden wir* zwei Schweizer-Söldner gegen den HC Chamonix spielen sehen. Friedrich und das Frankokanadische Starensemble holt in seiner Blütezeit drei französische Meistertitel und drei Spenglercup-Siege, ehe die legendäre Mäzenin Madame Janine Potin ihre Meistertruppe mit Friedrich nach Villars verlegt.

Spieler aber keine Klubs

Paris ist eishockeytechnisch wichtiger als es scheint, ist aber in der Gegenwart tatsächlich in Vergessenheit geraten. In der obersten französischen Spielklasse, der Ligue Magnus, ist seit dem Abstieg des Pariser-Vorortklubs Jets de Viry-Châtillon im Jahr 2001 kein Klub mehr vertreten. Der letzte Pariser Meistertitel der Français-Volants Paris liegt bereits 28 Jahre zurück, die «Flügel» spielen aktuell in der Anonymität der dritthöchsten Spielklasse. Noch tiefer ist der ACBB Paris gefallen, der ehemalige Spitzenclub spielt noch eine Klasse tiefer als die Français-Volants. Im WM-Kader von Coach Dave Henderson stehen immerhin drei Spieler aus der Nachwuchsabteilung von Viry, Stéphane und Teddy Da Costa, sowie Yohann Auvitu, dazu kommen die in Paris geborenen Antonin Manavian und Ronan Quemener, dies sind 20% der «Equipe-Tricolore».

Paris ist eishockeytechnisch wichtiger als es scheint

Durch die WM will der französische Verband den Eishockeysport in Paris wieder ankurbeln, doch die Begeisterung hält sich, trotz der guten Auftritte der «les Bleus», in Grenzen, die Zuschauerzahlen sind schlecht, selbst die Spiele Frankreichs (alle als «trois etoiles» Spiele deklariert und somit die teuerste Kategorie) sind nie ausverkauft. Auch der Bierkonsum hat im Stadion keinen Platz und eine alkoholfreie Brühe kostet 10 Euro. Dafür gibts rund ums Stadion an der Rue de Bercy viele «Brasserien», unser* Favorit ist die Brasserie les Spectacles mit dem Zaubertrank «Pelforth Blonde», welches der Schweizer Fan-Delegation, den Holländern des Eishockeys, ausgiebig ausgeschenkt wird. Ausserhalb von Bercy ist nichts von der WM zu sehen, an einem Schaufenster an der Champs-Élyssés ist eine kleine Werbung zu sehen, welche aber nur den scharfsinnigsten unter den Hockey-Affinen ins Auge sticht. Dabei steht Paris am 15. Mai 1908 im Zentrum des internationalen Eishockeys, an der Rue de Province 34 wird der IIHF als Ligue Internationale de Hockey sur Glace (LIHG) durch die Landesverbände Belgien, Grossbritannien, Schweiz und Frankreich gegründet. Der Französische Verbandspräsident Louis Magnus (nach ihm sind die Liga und der Meisterpokal in Frankreich benannt) ist zugleich erster IIHF-Präsident. Seit 2007 wird der französische Cup-Final in der AccorHotels Arena vor jeweils fünfstelliger Zuschauerkulisse ausgetragen.

Eisgenossen und Schweizergardisten

Mit Andres Ambühl als erster Schweizer WM-Torschütze seit des letzten WM-Treffers 1951 durch Ueli Poltera (Arosa), trifft erneut ein Bündner auf Pariser Boden. Die jüngste Schweizer Ausgabe ist auf dem besten Weg in die Fussstapfen ihrer Vorgänger zu treten, welche vor 66 Jahren unter Headcoach Bibi Torriani die Bronze-Medaille nachhause bringen. Die Mannschaft von Patrick Fischer spielt ihre zweitbeste Vorrunde der Neuzeit und steht im Viertelfinal, nur noch beim WM-Silber 2013 war man vor der Endrunde besser klassiert. Nach einem mirakul(ix)ösen (mit Verdacht auf gallischen Zaubertrank) 3:2-Sieg über Kanada, gelingt einen Tag später beinahe (der Zaubertrank hat nachgelassen) noch der erste WM-Sieg über Finnland seit 1972. Eisgenossen und «Schiss-Paris», eine Wort-Kombination welche im «Vocabulaire» des Eishockeys nicht existiert. In diesem Zusammenhang müssen die Eisgenossen wohl mit den Schweizergardisten verwechselt worden sein, welche während der französischen Revolution auf dem heutigen Place de la Concorde mehr als nur Haare lassen mussten. Apropos rollende Köpfe, an der «gallischen» WM müssen ausgerechnet die Römer wieder in die Zweitklassigkeit absteigen.

Schweizer Resultate in Paris

1951: Norwegen 8:1, Grossbritannien 7:1, Finnland 4:1, Schweden 3:3, Kanada 1:5, USA 5:1
2017: Slowenien 5:4 nP, Norwegen 3:0, Frankreich 3:4 nP, Weissrussland 3:0, Kanada 3:2 nV, Finnland 2:3 nV, Tschechien 3:1, Schweden 1:3

 

*Eindrücke und Erlebnisse von Rolf Pfeiffer und Michael Krein, unterstützt von Pelforth

Michael Krein

eishockeyblog als „Experte“ im Owayo Magazin

Michael Krein

Der grüne McNamara

Noè Livio Zanotta (links) überreicht Mike McNamara das grüne Playoff-Hemd. (Foto: Krein)

Nach dem 6:3-Sieg gegen den HC Genf-Servette wird der EHC Biel zum neunten Mal in der Geschichte- und zum vierten Mal seit dem Wiederaufstieg 2008 «grün» im Teletext. Rechtzeitig vor dem Interview-Termin mit den Fernsehsendern überreicht Noè Livio Zanotta Mike McNamara ein grünes Hemd, welches sich der 67-jährige Kanadier extra für die TV-Kamera auf der Spielerbank überstreift. Zanotta, Biels offizieller Mode-Ausrüster, sagt: «Ich habe das schon lange geplant, heute habe ich gespürt, dass ich das grüne Hemd in die Tissot-Arena mitnehmen muss.»

Ein Novum in grün

In der zweiten Drittelspause steht es 3:3 und Biels Playoff-Qualifikation ist noch ungewiss. Trotzdem übergibt mir Zanotta auf der Medientribüne das grüne Hemd der Marke Olymp für McNamara, damit ich es vor meinem Interview dem Headcoach übergeben- und er es gleich überstreifen kann. Nach dem Sieg und der definitiven Playoff-Qualifikation lassen die Bieler aber auf sich warten und so kann der «Schöpfer» sein Hemd gleich persönlich übergeben. Langnau spielte nach seiner bisher einzigen Playoff-Qualifikation 2011 in grün, «ein grünes Hemd für den Headcoach gabs bisher noch nie», sagt der gut informierte Mode-Mann.

Bieler Schützlinge

Zanotta und Eishockey gibts schon seit den 90er Jahren, denn Noès Bruder Ivo spielte einst selber als Aktiver und war später als Nachwuchstrainer beim SC Lyss und Biel tätig, Biel-Kapitän Mathieu Tschantré, Mathias Joggi und auch meine Wenigkeit gehörten einst zu seinen Schützlingen. Stolz auf seine Schützlinge zeigt sich auch McNamara, denn der Interims-Coach schaffte mit Biel erst zum dritten Mal in seiner Karriere, nach 1989 und 1990 mit Fribourg-Gottéron, als Headcoach eine Playoff-Qualifikation. Zanottas neustes Testimonial scheint für die grüne Hemd-Premiere nahezu perfekt.

Michael Krein

Ein denkwürdiger Herisauer Abend

Der SC Herisau tritt im Jubiläumsspiel in Retro-Trikots der 60er Jahre an, die Nachwuchsspieler tragen Kult-Trikots der Vergangenheit. (Foto: SC Herisau)

Am 22. Januar 2017 wird der SC Herisau 75-jährig. Im Rahmen des stolzen Jubiläums feiert der Appenzeller Traditionsclub am Samstag, 21. Januar sein 75-jähriges Bestehen. Nach einer Bilderausstellung und einem NLA-Aufstiegs-Kinoanlass, empfängt das Fanionteam, vor Legenden wie Ex-Spieler Claude Vilgrain und prominenten Gästen, als ungeschlagener Leader der 2. Liga, Gruppe 2 den zweitplatzierten HC Prättigau-Herrschaft.

Herisauer Abend überall

Auch die 42. Runde der National-League-A (NLA) steht ganz im Rahmen des SCH, ich berichte aus Langnau für den SRF-Journalisten in Zürich, er hält mich im Gegenzug über den Spielstand des 2. Liga-Knüllers auf dem laufenden. Wir haben eine gemeinsame Vergangenheit, denn unsere Stammclubs, der SC Lyss und Herisau duellierten sich zwischen 1989 und 1993 während vier Jahren 18-mal in der Nationalliga B und wir verpassten kaum eine Heimpartie.

Erster «Herisau» Torschütze des Abends ist aber ein Langnauer, Thomas Nüssli trifft 19 Uhr 52 gegen Fribourgs Benjamin Conz zum 1:0 für die SCL Tigers. Erst um 20 Uhr startet das 2. Liga-Spitzenspiel im Sportzentrum Herisau vor 1’231 Zuschauern. 20 Uhr 25 trifft der erste aktuelle Herisauer, Ivan Hausammann erzielt auf Zuspiel von Matthias Popp und Sandro Bleiker den ersten Treffer im 2. Liga-Knüller.


Erster Herisau-Torschütze des Abends ist Thomas Nüssli

Bis zur 27. Minute geht der 2. Liga-Leader mit 3:1 in Führung, dennoch meldet Zürich nach 40 Minuten den ernüchternden 3:7-Spielstand aus dem Appenzell. Was ist passiert? Innert zehn Minuten schiessen die Prättigauer sechs Tore und verwandeln den 1:3-Rückstand in eine 7:3-Führung. In der gleichen Zeitspanne stehts im Emmental, hier gastierten die Herisauer in den 90er Jahren regelmässig, erst 2:1 für die Tigers.

Herisaus Exil-Spieler

Ehe die «aktuellen» Herisauer nochmals auf 5:8 rankommen, gibt Beat Forster, zu Herisau-Zeiten hiess er noch Beat Schiess-Forster, in der 59. Minute den Assistpunkt zum 2:0 der Bündner in Kloten. Nicht im Einsatz stehen an diesem Abend Jonas Hiller (EHC Biel), Luca Homberger (EHC Kloten), Jens Nater (HC Thurgau) und der zur Zeit wichtigste Export Timo Meier (San Jose Sharks). Herisau muss ausgerechnet am Jubiläumsabend im 15. Spiel die erste Niederlage hinnehmen, dafür gewinnen die Exil-Spieler Forster (2:0) mit Kloten, Emanuel Peter (6:0) mit Zug und Nüssli (4:2) mit Langnau, selbstverständlich wählen wir Nüssli als Interviewpartner nach dem Spiel.

Schon am Abend zuvor duellieren sich die Herisauer Nüssli und Hiller in Biel, dabei bezwingt der Stürmer den Torhüter zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Am Gründungsdatum, 22. Januar punkten weitere Herisauer: Ryan McGregor trifft eine Sekunde vor Schluss zum 4:3-Sieg der Rapperswil-Jona Lakers gegen den EHC Winterthur. Tomas Dolana (Assist zum 1:0), gewinnt mit dem EHC Visp 6:2 gegen den EHC Olten.

Michael Krein

Küpfers kanadischer Hockeytraum

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Die Schweizer Fraktion der Parry Sound Islanders, von links Flurin Hobi (77), Claudio Clement (12), Joël Küpfer (22) und Gian-Marco Schumacher (8). (Foto: Parry Sound Islanders)

Neben den Schweizer NHL-Söldnern und den Nachwuchshoffnungen in den drei höchsten kanadischen Juniorenligen Ontario-Hockey-League, Quebec-Major-Junior-Hockey-League und der Western-Hockey-League, spielen auch zahlreiche junge Schweizer in unbekannteren nordamerikanischen Minor-Leagues. Der 21-jährige Seeländer Joël Küpfer spielt seit diesem Herbst in der «Greater-Metro-Junior-A-Hockey-League» bei den Parry Sound Islanders. Der Flügelstürmer aus Lyss berichtet exklusiv für eishockeyblog über seinen kanadischen Hockeytraum und zieht eine erste Zwischenbilanz.

Joël Küpfer aus Parry Sound

Die Liga

Die «Greater-Metro-Junior-A-Hockey-League» (GMHL) umfasst 24 Teams im Raum Central Ontario und Quebec, geteilt in eine North- und eine South Division. Die GMHL ist eine von Hockey-Canada unabhängige Entwicklungsliga, die es jungen Eishockeyspielern aus aller Welt ermöglicht, in Kanada Eishockey zu spielen und sich für das College-Hockey aufzudrängen. Innerhalb der North-Division spielen wir 42 Saisonspiele. Ende Februar starten die Playoffs um den Russell-Cup, diese finden bis zum Finalspiel ebenfalls innerhalb der eigenen Division statt.

Mein Team

Unser Team besteht aus den unterschiedlichsten Nationalitäten und Altersstufen. Da der Eigentümer des Teams von tschechischer Herkunft ist, haben wir acht Tschechen in unseren Reihen. Diese sind technisch und läuferisch sehr gut, jedoch hatten sie zu Beginn Mühe sich im Team zu integrieren. Weiter haben wir vier finnische Mitspieler, diese sind alle grossgewachsen und wirken läuferisch eher langsam, sind dafür aber mit einer sensationellen Schusstechnik ausgestattet.

So erstaunt es nicht, dass mit Valtteri Mäkiviinikka und Benjamin Linna gleich zwei unserer finnischen «Sniper» unter den Topskorern der Liga zu finden sind. Zudem stehen fünf Amerikaner und ein Kanadier im Kader. Die Nordamerikaner besitzen alle ein eigenes Auto und chauffieren uns täglich zu den Eistrainings oder zum Einkaufen. Um unser Team zu komplettieren sind da noch vier Schweizer, drei Jungs aus dem schönen Graubünden und ich, der liebevoll genannte «Bärner Gigu.»

der liebevoll genannte «Bärner Gigu»

Ein sehr vielfältiges Ensemble mit vielen interessanten und guten Persönlichkeiten. Wir haben ein talentiertes Team mit vielen guten Spielern, was für ein gutes Trainingsklima sorgt. Mittlerweile sind wir auch als Mannschaft näher zusammengewachsen, können und müssen aber im Hinblick auf die Playoffs sicherlich noch weiter daran arbeiten.

Start im September

Über den Schweizer Torhüter Léon-Rouven Marty, der letztes Jahr in der GMHL bei den Kingsville Kings gespielt hat, wurde ich auf die Parry Sound Islanders aufmerksam. Im Frühjahr 2016 habe ich mich dann entschieden, mein Studium in Fribourg für ein Jahr zu unterbrechen um nach Kanada zu reisen und dort den Traum eines jeden Hockeyspielers zu leben. Gemeinsam mit meinen drei Schweizer Teamkollegen Claudio Clement, Furin Hobi und Gian-Marco Schumacher (alle vom HC Prättigau-Herrschaft), haben wir am 5. September 2016 die Reise nach Toronto in Angriff genommen.

Zwischenbilanz

Nach einem einwöchigen Trainingscamp hat die Saison bereits begonnen. Mit zwei Kantersiegen (13:1 und 11:0) gegen die Rivalen aus Seguin (Huskies), die im selben Resort wohnen wie wir, konnten wir die Saison wunschgemäss starten. Beim «Christmas-Break» liegen wir mit 24 Siegen und 5 Niederlagen auf dem 2. Rang der North-Division. Wir befinden uns auf dem richtigen Weg, jedoch ist die Liga in letzter Zeit ausgeglichener geworden. Alle Teams werden im Verlaufe der Saison mit weiteren Spielern ergänzt und verstärkt.

Die New Tecumseth Civics, der Leader unserer Division (fünf Punkte vor Parry Sound) hat mit Michael Giugovaz einen Torhüter geholt, der zuvor vier Jahre in der OHL gespielt hat. Gerüchte besagen, dass ihm die Civics sogar ein gutes Salär bezahlen. Normalerweise berappt ein Spieler der GMHL seine Unkosten um in dieser Liga spielen zu können. Trotzdem haben wir das Zeug dazu im Kampf um den Russell-Cup ein Wörtchen mitzureden, der Weg bis zum Final-Einzug ist allerdings noch sehr weit und alles andere als einfach.

Das Grand Tappattoo Resort

Unser Team, sowie die Mannschaft aus Seguin wohnen in einem Ferienresort, welches 15 Minuten ausserhalb von Parry Sound am Otter Lake liegt. Da das Resort im Winter nur wenig Gäste beherbergt, können gleich zwei Eishockeyteams in den Hotelzimmern und Cottages untergebracht werden. Wir werden dreimal täglich verpflegt und die Zimmer werden zweimal wöchentlich gereinigt. Ich würde es aber bevorzugen, wenn wir etwas selbständiger sein könnten und eine eigene Küche zur Verfügung hätten, aber beklagen will ich mich keinesfalls.

Das Hotel liegt zwar abseits der Stadt, mit dem direkten Zugang zum Otter Lake ist es aber sehr schön gelegen. Das Resort bietet neben einem Fitnessraum, Hallenbad und Sauna auch einen Tischtennis-Raum, wo wir – wenn es die Zeit erlaubt – unsere internen Turniere veranstalten. Als es noch etwas wärmer war konnten wir mit den Kanus die wunderschöne Landschaft vom See aus bestaunen, mit dem Wintereinbruch soll in wenigen Wochen auf dem gefrorenen See ein Hockey-Rink entstehen.

Der GMHL-Alltag

Ein normaler Tag beginnt für uns, je nach Wochentag, meistens zwischen 7 Uhr 30 und 9 Uhr 30, mit dem Frühstück. Anschliessend begeben wir uns zum Bobby-Orr-Community-Centre in Parry Sound, (Anm. der Red. Parry Sound ist die Heimatstadt der NHL-Legende Bobby Orr) unserem Heimstadion, wo wir täglich ein anderthalbstündiges Eistraining absolvieren. Der zweite Programmpunkt ist ein «Off-Ice» Training in der lokalen YMCA (Young-Men’s-Christian-Association), eine Art öffentliche Turnhalle, zur Spinning Class (ein relativ hartes Workout auf dem Fahrrad) oder wir haben gemeinsame Lifts im Fitnessraum des Hotels.

Nach einem intensiven Wochenende kommt es auch mal vor dass wir an einem «Competition-Tuesday» ein Eistraining mit vielen kleinen Spielen absolvieren und in der anschliessenden YMCA-Stunde Fussball oder Basketball spielen. Einmal pro Woche, meistens Donnerstags, treffen wir uns zum Videostudium. Dort zeigt uns Coach Doug Raymond diverse Situationen aus den vergangenen Spielen. Weiter studieren wir das Spiel der nächsten Gegner, vor allem in Power- und Boxplaysituationen. Den Rest des Tages haben wir dann meistens zu unserer freien Verfügung. Einmal täglich findet noch eine Englischlektion statt, die allerdings eher für die Tschechen und Finnen, die kaum englisch sprechen, hilfreich ist.

Während des Spiels haben wir neben unseren zwei Coaches einen «Gator» und «Dakota»

An Spieltagen haben wir kein grosses Programm und viel Zeit für individuelle Vorbereitungen. Ich setze mich vor den Spielen jeweils für ca. 20 Minuten aufs Fahrrad, um mich ein wenig aufzulockern. Während des Spiels haben wir neben unseren zwei Coaches einen Betreuer, «Gator» und einen kleinen Jungen namens «Dakota», welche uns begleiten. Da in Parry Sound leider kein Busunternehmen existiert, reisen wir an die Auswärtsspiele mit einem Schulbus. Daher sind die Fahrten sind sehr lang und definitiv alles andere als komfortabel.

Nach dem letzten Spieltag der Woche haben wir jeweils ein «Off-Day», ein trainingsfreier Tag, den wir individuell gestalten können. Im September haben wir beispielsweise einige Spiele des World-Cup-of-Hockey in Toronto- und ein Baseball-Playoffspiel der Toronto Blue Jays besucht. Andere Ausflugsziele für Shopping, Eat&Drink oder um ein bisschen Spass zu haben sind Barrie, Vaughn und natürlich Toronto.

Nun stehen wir im «Christmas-Break», die kommenden zwei Wochen werde ich gemeinsam mit den drei Bündnern in Montreal, wir besuchen das NHL-Spiel zwischen den Montreal Canadiens und Nino Niederreiters Minnesota Wild, sowie in Toronto verbringen. Es war bis anhin eine sehr anstrengende und intensive Zeit und da werden zwei «hockeyfreie» Wochen bestimmt nicht schaden, dennoch geniesse ich meinen kanadischen Hockeytraum in vollen Zügen.

Michael Krein

Von Gentlemen und Weltenbummlern


Gisela Schlapbach serviert einen Kaffee am Tisch der aussergewöhnlichen Gentlemen. (Foto: eishockeyblog)

Gisela Schlapbach serviert einen Kaffee am Tisch der aussergewöhnlichen Gentlemen, mit Markus Jutzi und Stefan Sommer (rechts). (Foto: eishockeyblog)

Zum 101. mal trifft Langnau in einem NLA-Spiel auf den EHC Biel. Im Presseraum herrscht wie üblich eine gute Ambiance und die Verpflegung durch Gisela Schlapbach ist wie immer herzlich und charmant. Die Presseverantwortlichen Rolf Schlapbach (SCL Tigers) und Silvan Andrey (EHC Biel) informieren 19 Uhr 17 über die Aufstellungen ihrer Mannschaften, auf Andreys Info: «Marc-Antoine Pouliot ist überzählig», meldet sich der weltbekannte Eishockey-Chronist zu Wort: «Was heter vergässe?» und sorgt unter dem «who-is-who» am Tisch der journalistischen Berner-Hockey-Fraktion für einen Lacher.

Von Läderach bis Tuma

Am «Tisch der aussergewöhnlichen Gentlemen» fällt der Name Heinz Läderach, «ou was macht dä?», «Dasch dr schneuscht Schlittschuehläufer xi vor NLB», «är het dr Siegträffer gäge SCB gschosse» oder «är het gspiut wie dr Peter Sullivan.» Die Lorbeeren für den ehemaligen Stürmer vom SC Langenthal könnten nicht grösser sein. In diesem Augenblick betritt ein älterer Herr den Presseraum, der Publizist: «und da chunt si Trainer», Jaroslav Tuma ist verblüfft und begrüsst die fachkundige Runde. Auch Tuma verliert über Läderach nur gute Worte. Der gebürtige Tschechoslowake verlässt 1968 im Alter von 21-Jahren seine Heimat Richtung Holland, via Tilburg, Rosenheim, Mannheim, Iserlohn, Schwenningen und Ingolstadt heuert er 1983 bei Langenthal an. Noch heute ist der 69-Jährige als Spieler-Agent tätig und betreut weltweit rund 80 Spieler.

zwei Weltenbummler im besten Alter

Ebenfalls in den 80er Jahren kommt der aktuelle Biel-Trainer Mike McNamara in die Schweiz. 1981 verpflichtet der NLB-Club HC Villars McNamara als neuen Headcoach. Im Frühjahr 1982 steigt der Traditionsclub mit McNamara in die 1. Liga ab. Kein erfolgreicher Start für den Kanadier, dennoch setzt der damals 32-Jährige seine Karriere in der Schweiz fort. Lugano, Dübendorf, Fribourg-Gottéron, Zug, Visp, Ajoie, Lugano, Chur, Lugano, Lausanne und Biel heissen seine Stationen als Head- und Assistenzcoach bis 2016.

Zum dritten Mal interims-Trainer

Auf seiner Trainer-Odyssee heuert der heute 67-Jährige dreimal beim HC Lugano an, 1983, 2006 und 2009. Als Assistent und Ersatzausländer von «Magier» John Slettvoll ist er bei den Meistertiteln 1986 und 1987 dabei, später kehrt er zweimal als Headcoach der Elite-Junioren zurück ins Tessin. Auch mit der Rolle als interims-Trainer ist der ehemalige WHA-Spieler der Quebec Nordiques bestens vertraut. Bereits zum dritten Mal übernimmt er während der Saison einen Trainerposten in der National-League (NL), 2007-08 beim EHC Chur kommt er für Andreas Fischer, 2010-11 übernimmt er in Lugano für Philippe Bozon und am 14. November 2016 in Biel für «Hockeygott» Kevin Schläpfer.

Die Uhr im Presseraum zeigt 19 Uhr 35, es ist höchste Zeit seinen Platz auf der Pressetribüne aufzusuchen. Zugegeben, ohne bevorstehende Eishockey-Partie der 27. Runde, hätte man den Abend – gefüllt mit Anekdoten aus längst vergangenen Zeiten – im gemütlichen Langnauer Presseraum unter der Bewirtung von Frau Schlapbach ausklingen lassen können. Die zwei älteren Herren und Hockey-Koryphäen sind längst auf ihren Plätzen. Tuma auf der Pressetribüne als Beobachter, McNamara hinter der Bande als Trainer, zwei Weltenbummler im besten Alter. Und ja, McNamara und die Bieler gewinnen in einem packenden Spiel mit 5:3 und SI-Mann Stefan Sommer*, er wettet jeweils unter den Gentlemen gegen seine Mannschaft, kassiert 120 Franken Schmerzensgeld.

*gehört seit Jahren zum Tisch der aussergewöhnlichen Gentlemen und berichtet für die Sportinformation.

Michael Krein

Der Patron von Court

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Eine eigene Hall-of-Fame im Dachstock, Monsieur Charpié (hinten) durchstöbert seine faszinierende Welt des Eishockeys. (Michael Krein)

Die Fahrt durchs Vallée-du-Tavannes führt im östlichen Teil ins verschlafene Dörfchen Court. Das ehemalige Strassenzeilendorf liegt im Berner Jura, hier scheint die Zeit noch stehengeblieben, es ist als würde man zurück in die 80er Jahre versetzt. Treffpunkt ist die Rôtisserie La Calèche, zwischen der Hauptstrasse und der Bahnlinie. Im schmucken, typisch welschen Landgasthof sticht ein Service-Tablar mit dem Mannschaftsfoto des EHC Biel ins Auge. Der ehemalige EHCB-Spieler Francis Lardon führt das Restaurant, Lardon gehörte 1978 zum ersten Bieler Meisterteam.

Den Chef des Hauses sehen wir nicht, denn dies ist auch nur die Zwischenstation auf dem Weg zum Haus von Monsieur Charpié. Der 67-Jährige lebt seit Jahren in seinem eigenen Eishockey-Museum in Court. Auf der Fahrt zu Monsieur Charpié erblicken wir, nach dem überqueren der Birs, den Wegweiser zur Patinoire de Court, die offene Eisbahn auf einer ehemaligen Kuhweide liegt nur 800 Meter von Charpiés Haus entfernt.

ACBB Paris und Wembley Lions

Der Patron, im Team-Kanada-Pullover, öffnet seine Türe wie die Tore zu einem geheimen Nummerndepot einer Schweizer Bank. Bereits der erste Blick bringt uns zurück in die 50er Jahre, das Trikot vom Athletic-Club-de-Boulogne-Billancourt (ACBB) Paris hängt am Treppengeländer, welches zu Charpiés persönlicher Hall-of-Fame in den Dachstock führt. «Das ist das Original-Trikot von Jean Ayer», sagt der passionierte Hockeysammler. Er habe noch mehr von Ayer, unter anderem sämtliche Matchprogramme aus seiner Zeit bei den Wembley Lions in London.

Du wirst schlichtweg erschlagen

Schon nur diese Aussage, lässt uns zumindest im Ansatz erahnen, was sich noch alles in seinem Archiv verbergen könnte. Dann betreten wir das Reich Charpiés, es erinnert an den Bieler Spielzeugladen Schöni an der Kanalgasse 37, hier gibt es alles – alles – vom Trikot des EHC Nidau, über sämtliche Trikots des HC Villars und CP Court, bis zu einer Jacke der Montreal Canadiens 1952 von Doug Harvey, die Lizenzen der Croci-Torti’s (Guy, Jean-Luc und Yves), Presseordner des EHC Olten oder sämtliche Chroniken vom Lausanne HC bis zum HC Le Fuet Bellelay.

Emotionale Erschöpfung

Nach ca. 90 Minuten schleicht sich im Denkzentrum eine psychische Übermüdung ein, man ist nicht mehr in der Lage neue Informationen und Eindrücke einzuordnen. Selbst der hartgesottenste Hockey-Romantiker erreicht hier mit der emotionalen Erschöpfung die erste Stufe eines Burnouts. Allerdings lässt sich das Burnout nicht auf negative-, sondern auf den massiven Überfluss positiver Eindrücke zurückführen. Du wirst schlichtweg erschlagen. Und Monsieur Charpié? Der Patron stöbert, räuspert, erzählt und präsentiert einen Leckerbissen nach dem andern.

Hat er selber noch den Überblick? Weiss er wo er was verstaut hat? Woher hat er nur all diese Zeitzeugen? Und was sagt Madame Charpié? Diese Fragen gehen einem zusätzlich durch den Kopf. Es ist pure Eishockey-Romantik, in diesem Archiv scheint die Zeit noch langsamer zu laufen, als dies im Dörfchen Court der Fall zu sein scheint – und das ist gut so. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt mit einem gutmütigen Patron, der hier einen wichtigen, längst verloren gegangenen Teil des Schweizer Eishockeys in welscher Manier, aber mit grösster Sorgfalt beherbergt.

Besuch vom 12. November 2016 – Chris Habegger, Beat Kurt und Michael Krein

Michael Krein

Kevin allein im Stadion

Kevin allein im Stadion vom 11. November 2016 – Der Haas hoppelt nach Bern, die SCL Tigers stehen vor den Toren der Stadt. Was der EHC Biel-Bienne Trainer Kevin Schläpfer wohl dazu meint…

Kevin allein im Stadion vom 28. Oktober 2016 – Sieben Niederlagen aus den letzten sieben Spielen… Was ist bloss los mit dem EHC Biel-Bienne? Und wieso ist die Bibel glaubwürdiger als der Blick Sport? «Kevin» weiss es…

Michael Krein

Retro-Wick und der SEGA-Mega-Drive

Im Retro-Spiel 2016 erzielt Roman Wick den schnellsten Hattrick der Lions-Geschichte. (Foto: ZSC Lions)

Im Retro-Spiel 2016 gegen den HC Genf-Servette erzielt Roman Wick den schnellsten Hattrick der Lions-Geschichte. (Foto: www.zsclions.ch)

Einmal pro Saison laden die ZSC Lions zu einem Retro-Spiel, wo die Lions in einem Trikot – welches durch eine Abstimmung der Fans bestimmt wird – aus vergangenen Zeiten antreten. In der jüngsten Ausgabe treten die Zürcher im Trikot aus den Saisons 1992-94 gegen den HC Genf-Servette an. Das schwarze Trikot von damals war von Adidas und trug die Sponsorenschriftzüge «Inag» und «Lehmann», Hosensponsor von damals war der japanische Softwareentwickler und Spielkonsolenhersteller «SEGA». Die besten Spieler jeder Heimpartie wurden jeweils mit einer SEGA-Mega-Drive Spielkonsole ausgestattet. Die Kinder der 70er und 80er Jahre sind damit bestens vertraut, eishockeytechnisch sind «EA-Hockey» oder «NHLPA Hockey ’93» Kult.

tatsächlich folgt zwei Minuten später der lupenreine Hattrick und ein weiterer dreifacher Roman

Zu jener Zeit, dümpelte Zürichs Retro-Gegner Genf-Servette noch in der Gruppe 3 der 1. Liga, dies ist nicht abwertend gegenüber der Amateurliga gemeint, rum. Auf dem Match-Magazin des Retro-Spiels 2016 ist Roman Wick abgebildet, als ob die Verantwortlichen der Lions oder Stadionspeaker Giovanni «Giovi» Marti dies hätten vorausahnen können. Als Zürichs Topskorer Wick in der 27. Minute das 3:1 erzielt skandiert Marti Wicks Namen gleich dreimal «dä Rrr-oman, dä Rrr-oman, dä Rrr-oman», dies war bei Morris Trachsler (Torschütze zum 1:0) und Ryan Shannon (2:1) nicht der Fall. Marti: «beim dritten Treffer der Lions skandiere ich jeweils dreimal den Vornamen». Beim vierten Treffer der Lions, dem zweiten Wicks, wiederholt Marti spontan den dreifachen Roman und tatsächlich folgt zwei Minuten später der lupenreine Hattrick und ein weiterer dreifacher Roman.

Schnellster Lions-Hattrick

Retro-Wick erzielt drei Tore im 2. Drittel, es ist innert 11 Minuten und 23 Sekunden der schnellste Hattrick oder «HattWick» in der Geschichte der Lions, damit unterbietet Zürichs Topskorer seinen Teamkollegen Morris Trachsler um 20 Sekunden. Einen Hattrick den Mann/Kind selbst im alten SEGA-EA-Hockey mit der Schweiz gegen Spanien kaum hätte unterbieten können. Das Retro-Jersey 2016, Replika durch Ochsner, beschert also nicht nur Retro-Wick, sondern auch den Zürchern einen überlegenen Sonntag-Nachmittag. Der klare 5:1-Sieg über Servette ist der sechste Sieg im sechsten Retro-Spiel und damit rücken die Lions an die Tabellenspitze. Und Wick? In der 93er Ausgabe hätte er als «Best Player» einen SEGA-Mega-Drive erhalten, heute ist es ein Gutschein des Zürcher Reisebüros Cruisetour AG.

Die Lions Retro-Spiele

16. Oktober 2016, ZSC Lions (Trikot 1992-94) – HC Genf-Servette 5:1 (1:0, 4:1, 0:0)
25. Oktober 2015, ZSC Lions (Trikot 1973-74) – SCL Tigers 6:3 (2:1, 1:1, 3:1)
12. Oktober 2014, ZSC Lions (Trikot 1948-49) – HC Davos 4:1 (3:1, 1:0, 0:0)
27. Oktober 2013, ZSC Lions (Trikot 1988-89) – SC Bern 6:0 (2:0, 2:0, 2:0)
14. Oktober 2012, ZSC Lions (Trikot 1982-83) – EHC Biel 4:1 (2:1, 2:0, 0:0)
6. November 2010, ZSC Lions (Trikot 30er Jahre) – HC Lugano 6:2 (3:1, 3:1, 0:0)

Michael Krein