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Category ArchiveErlebnisse

Gerd Zenhäusern – der erfolgreichere Gretzky?

Gerd Zenhäusern ist (rechts) beim überbrücken der Wartezeit sichtlich gerührt von seinem Bild als 16-jähriger Schnösel. Beobachtet von SRF-Aufnahmeleiter Silvan Schmutz (links). (Foto: Hervé Chavaillaz)

Gerd Zenhäusern (rechts) ist beim überbrücken der Wartezeit sichtlich gerührt von seinem Bild als 16-jähriger Schnösel. Beobachtet von SRF-Aufnahmeleiter Silvan Schmutz (links). (Foto: Hervé Chavaillaz)

Gerd Zenhäusern (42) soll neuer HC Fribourg-Gottéron werden, vermeldet die «Le Matin» schon in aller Frühe des besagten Samstags, am 18. Oktober 2014.

Der Auftrag war klar für alle Medienschaffende. Trotz des Berner-Derbys gegen den SC Bern stand eigentlich nur Biels «Noch-Assistenztrainer» im Fokus. Allerdings gab es da noch ein kleines Problem, offiziell wurde Zenhäuserns Wechsel von Gottéron noch nicht bestätigt, dennoch würde ich nach dem Spiel den neuen Fribourg-Trainer zu seinem Wechsel befragen dürfen.

Pressemitteilung erst nach dem Spiel

Fribourg gibt bekannt, seinen neuen Trainer am Samstag nach dem Spiel gegen den HC Davos um 22 Uhr 15 offiziell per «Communiqué de presse» zu verkünden. Währenddessen schreitet die Partie zwischen Biel und Bern in rasantem Tempo und wenig Unterbrüchen voran. Beide Mannschaften agieren diszipliniert und nach der 3:1-Führung der Gäste aus Bern scheint auch eine Verlängerung kein Thema zu sein. Nach einer ersten Hochrechnung müsste das Spiel in Biel um ca. 21 Uhr 55 zu Ende sein, dass heisst 20 Minuten zu früh für das Zenhäusern-Interview. Kann ich den neuen Fribourg-Trainer nach dem Spiel so lange hinhalten?

Gerd Zenhäusern verstärkt den Staff der HC Fribourg-Gottéron AG als Cheftrainer der 1. Mannschaft. Er übernimmt seine Aufgaben für den Club ab Montag den 20. Oktober 2014.

Selbstverständlich bin ich vorbereitet, denn ich habe genügend Infos über Zenhäusern in meinem psychischen Lexikon dabei. Zenhäusern betrat nämlich als 3-jähriger erstmals das Bieler Eis. Mit Sechs stand er bei den Bieler Moskitos im Einsatz, weil Vater Aldo Zenhäusern (bildete das Meister-Backpaar Zenhäusern-Kölliker 1978 und 1981) zur gleichen Zeit für seine Familie die Brötchen in Biel verdiente.

Gretzky einst Zenhäuserns Idol

Als 16-Jähriger eiferte Gerd seinem Eishockey-Idol Wayne Gretzky nach, als Headcoach dürfte Gretzky (2005-09 erfolglos bei den Phoenix Coyotes) bei Gerd seinen Idol-Status aber verloren haben. Der im freiburgischen Courtepin wohnhafte Walliser führte im Frühjahr 2013, in seinem ersten Job als Headcoach, den HC Lausanne in die NLA. Als Nachfolger von Hans Kossmann kann er in Fribourg eigentlich nur gewinnen, ist er als Trainer gar der bessere Gretzky? … die Nachricht aus der Patinoire St-Léonard (heute BCF-Arena) erreicht mich früher als erwartet, um 22 Uhr 04 per SMS von Blog- und SRF-Kollege Mathias Marti … es kann losgehen mit dem neuen Headcoach von Gottéron.

Der Zenhäusern-Clan anno 1988 (von links): Gerd, Aldo und Jan (spielt aktuell beim HC Sierre)

Der Zenhäusern-Clan anno 1988 (von links): Gerd, Aldo und Jan (spielt aktuell beim HC Sierre). Foto: Krein-Archiv

Via Würenlos von Zürich bis Stockholm

 

Willi Vögtlin an der A-WM 1989 in Stockholm. Foto: Krein Archiv

Weltklasse-Schiedsrichter Willi Vögtlin an der A-Weltmeisterschaft 1989 in Stockholm. (Foto: Krein-Archiv)

Der schwedische Vizemeister Färjestads BK Karlstad gastiert im Rahmen der Champions-Hockey-League (CHL) in Zürich. Beim Spaziergang ums alterwürdige Hallenstadion rollt ein Fussball direkt vor meinen Augen auf die Hauptstrasse. Selbstverständlich schnappe ich mir den Ball, wie ich mich zurückdrehe winkt mir Färjestad-Keeper Justin Pogge zu und bittet um den Ball, wie könnte es auch anders sein, denn BK steht schliesslich für «Boll Klub.»

Mein Spaziergang führt mich weiter ins benachbarte «Stadiönli» in Oerlikon, drinnen läuft grad ein Freundschaftsspiel zwischen den «Minis» der GCK Lions und dem HC Dragon/Thun. An der Bande der Berner Oberländer steht der ehemalige Nationalmannschafts-Verteidiger Christian Silling.

Von der Konkursmasse in die Champions-Hockey-League

Im Hallenstadion läuft das «Warm-up» der ZSC Lions und der Gäste aus Schweden, dazu gibts folgende Anmerkungen: Färjestads Rickard Wallin spielte einst beim HC Lugano, Zürichs Severin Blindenbacher und der verletzte Ersatzgoalie Luca Boltshauser einst für Färjestad. Der schwedische Headcoach Tommy Samuelsson absolvierte eine NLB-Saison beim SC Luzern und verteidigte an der A-Weltmeisterschaft 1989 für Schweden in Stockholm.

Dazu kommt Basels ex-Goalie Urban Leimbacher, welcher ab der 21. Minute für den angeschlagenen Lukas Flüeler zum europäischen Handkuss kommt, von Basels Konkursmasse direkt in die Champions-Hockey-League. Die Partie bietet gute Unterhaltung, denn beide Mannschaften schenken sich nichts und müssen in die Verlängerung.

Von Wasen bis Stockholm

Auf der Rückfahrt ins «Bernbiet» treffe ich im Würenloser Fressbalken zufällig auf den ehemaligen Weltklasse-Schiedsrichter Willi Vögtlin. Bei einem Schlummertrunk sprechen wir über «Gott und die Hockeywelt», nur wenige Eishockeyverrückte würden bei unserem Themenkatalog mitreden können.

Wir philosophieren über den alten Europacup, die C-Weltmeisterschaften in Puigcerda, die Olympischen Spiele in Calgary, den Industriecup, die U18-Europameisterschaft in Hämeenlinna (1987), den ehemaligen EHC Wasen-Sumiswald-Spieler Gerhard «Schöge» Schöni oder die bereits erwähnte A-Weltmeisterschaft 1989 in Stockholm, wo einst Färjestads Headcoach Samuelsson verteidigt- und Vögtlin geschiedsrichtert hat.

SCB-Details und auch ein «Meister» wird nicht erkannt

Bewusst oder unbewusst falsch aufgehängt? Das WM-Logo in den Katakomben der Arena.

Bewusst oder unbewusst falsch aufgehängt? Das WM-Logo in den Katakomben der Arena.

Beim SC Bern bin ich immer gern, denn hier sind die besten Medienplätze der Nationalliga A, die Sicht aufs Eisfeld ist hervorragend. Das Matchblatt heute weist zwei kleine Schreibfehler auf und auf dem neuen Videowürfel leuchtet immer noch das «alte» Logo des heutigen Gegners HC Genf-Servette. Bis auf ein paar Details ist hier alles up-to-date.

Die fehlenden Interview-Partner

In der zweiten Drittelspause vermeldet Berns Medienchef Christian Dick den Ausfall von Silberheld und Post-Topskorer Martin Plüss – ausgerechnet Plüss, er sollte bei meinem «Kollegen» vom Teleclub zum Interview antreten, das wird wohl nix. Glücklicherweise ist mein Interview-Partner bereits zum Interview angemeldet und die Fragen sind bereit.

Vier Minuten vor Schluss: Matt Lombardi wird von einem Geoff-Kinrade-Schuss am Gesicht getroffen, der Kanadier muss in der Kabine verarztet werden. Tja und das wäre mein Interview-Partner gewesen und auch das wird nun  nix. Kurzfristig einigen wir uns auf Goran Bezina und Kaspars Daugavins anstelle Lombardis. Beim Abgang in die Interview-Zone «Bärengraben», sehe ich wie selbst SCB-Goalietrainer Rupert Meister, ehemaliger DEL und Bundesliga Goalie, ohne gültiges Ticket nicht an den Security-Frauen vorbei gelassen wird.

Horizontale Lage

Nach dem Spiel genehmigen sich ein paar Medienvertreter beim gemütlichen Talk mit einem ehemaligen SCB-Manager ein paar Bierchen. Der SCB-Manager wurde 1990 im Rahmen der Weltmeisterschaft in Bern offiziell als Schiedsrichter verabschiedet. Das Logo der 90er WM hängt noch heute in den Katakomben der ehemaligen Allmend, aber warum zum Teufel in der horizontalen Lage? Doch dies interessiert leider eben so wenig wie das falsche Servette-Logo auf dem Berner Videowürfel…

Wenn das alte Hallenstadion-Feeling in Lyss auflebt

Hockey Day Lyss

Swiss Ice Hockey Day 2013 in Lyss

Tatort: Eishalle Lyss

Anlass: Swiss Ice Hockey Day 2013

Anwesend: Nationaltrainer Sean Simpson, die ex-Lysser Philipp & Simon Rytz, Geoff Kinrade (SCB), Manuel Gossweiler (EHC Biel), rund 50 begeisterte Kids

Organisiert: SC Lyss und seine Juniorenverantwortlichen

Essen: Fondue und Lysser Bratwurst in der Hallenbeiz

Stimmung: Ausgelassen bis enthusiastisch; Eine Atmosphäre in der Fondue-geschwängerten Halle, wie beim legendären ZSC…..

Erfolgsfaktor: Viele kleine Eisflitzer, welche in einer gut vorbereiteten Umgebung dem Puck nachjagen konnten!

Verbesserungspotenzial: Die Lysser hätten es verdient, noch mehr Publikum anzuziehen.

Der falsche Goalie und die Kamber Show

Biel gewinnt zum 2. Mal im 3. Heimspiel den Zusatzpunkt nach Penaltyschiessen. Im Gedränge der Katakomben der Kabinengänge wird Biel-Goalie Simon Rytz interviewt. Auf die Frage eines Journalisten «heiter scho mau 3 Penaltys ghäbt» muss sich Rytz kurz hintersinnen, denn der Lysser stand ja gar nicht im Tor!

Meili statt Rytz

Ausgangspunkt für den Lapsus gab die Mannschaftsaufstellung, denn gemäss Matchblatt wurde vor dem Spiel Rytz als Nummer 1 im Spiel gegen den Kantonsrivalen aus Bern gemeldet. Tatsächlich steht aber Lukas Meili von Beginn weg zwischen den Pfosten – doch kaum einer bemerkt den Wechsel – was mir höchst bedenklich erscheint. Es ist als ob man bei einem Date erst nach 2 Stunden bemerken würde, dass die falsche Frau am Tisch sitzt.

Welcher Goaliewechsel?

Teilweise mussten die ganzen Matchberichte, welche während 2 Stunden auf Rytz geschrieben wurden nochmals gründlich revidiert werden – andere fragten wann denn Biel den Torhüter gewechselt hätte oder ob Biel auf das Penaltyschiessen einen Goaliewechsel vorgenommen habe. Selbstverständlich sind mir die Namen der betroffenen Medien entfallen.

Schläpfer wie Hartley?

«Das isch ä Fehler vo dämm wo s Matchblatt gschriebä het, mit so Sache befassi mi nid», sagte Kevin Schläpfer auf die Frage ob Rytz absichtlich als Nummer 1 aufgeführt wurde. Wir erinnern uns an Bob Hartley, seine Mannschaftsaufstellungen sind schon heute Kult, denn seine unkorrekten Matchblätter waren Teil des 7. Meistertitels.

Kamber’s Vorankündigung

Alles andere als eine Irreführung war Oliver Kambers Facebook-Eintrag vor dem SCB-Spiel: «How many fans go to EHCB – SC BERN ?! Are you ready for Kamber’s show?» postete der Facebook-Profil-Verantwortliche des Baselbieters. Kamber’s Worten folgten Taten: Mit einem Zuckerpass war er Vorbereiter des Bieler Ausgleichstreffers, mit einem verwerteten Penalty war er der Vollstrecker beim Penaltyschiessen. Wer war nun der Matchwinner, Torhüter Rytz oder Kamber?

 

Von Rangers, Kaffi und Bertaggia’s

Erstmals seit 1984 lief trug wieder ein Bertaggia die Zuger-Farben auf heimischem Eis. Lugano-Legende Sandro Bertaggias Sohn Alessio wechselte auf die aktuelle Saison von den Brandon Wheat Kings an den Zugersee. Der junge Bertaggia trug sich mit einem Assist auch gleich in die Skorerliste ein – es war der 1. EVZ-Skorerpunkt eines Bertaggias seit 1984 – was für eine Geschichte.

Wer’s mit den Rangers nicht schafft, schaffts mit Biel

Eine andere Geschichte ist die Story von Biel’s Brendan Bell. Der Kanadier ging hier im Herbst 2011 mit den New York Rangers mit 4:8 unter – mit Biel führte der Vertieidger nach 34 Minuten mit 3:0! Was er mit den Rangers nicht schaffte, schafft er mit Biel? Nein, denn ausgerechnet Bell leitete mit einem dummen Scheibenverlust das 1:3 der Zuger und somit den Untergang bis zur 3:4-Niederlage aus Sicht der Seeländer ein.

Schnapszeiten und Kaffi-fertig

Und was gab’s sonst noch in der Bossard-Arena «von Zug» – ach ja die Schnapszahlen, die gib’s in jedem verdammten Spiel – die Spielzeit in Zug wurde Beispielsweise bei 28:28, bei 30:30 und bei 49:49 gestoppt. Apropos Schnaps oder Kaffi-Schnaps – wo ist eigentlich der Fanklub von Rotkreuz? In der alterwürdigen Hertihalle wurde man jeweils von den Rotkreuzern pausentlich mit Kaffi-Schnaps verpflegt – kalt aber herrlich war’s.

Seguin: Von Brampton bis Grenchen

 

Tyler Seguin im Trikot der Plymouth Whalers (2008-10). Foto: Edmonton Oilers

Biel-Lockout-Star Tyler Seguin im Trikot der Plymouth Whalers (OHL). (Foto: Edmonton Oilers)

 

Tyler Seguin, am 31. Januar 1992 in Brampton, Ontario geboren. Brampton ist eishockeytechnisch als Brampton Battalion, dem Juniorenteam aus der Ontario-Hockey-League (OHL) bekannt. Vor zwei Jahren (2010/11) spielte der Berner Torhüter Dennis Saikkonen beim Team aus Brampton, ehe er wieder zum SC Bern zurückkehrte. Zurück zu Seguin, der zwar in Brampton geboren wurde, jedoch bis 2010 für Ligakonkurrent Plymouth Whalers spielte. Genau eine Saison später spielte Biel-Zuzug Dario Trutmann bei den Whalers aus Plymouth, während Seguin bereits sein NHL-Debüt in Boston gab.

Das Interview mit Tyler Seguin war eine logische Folge der Eishockey-Umstände

Was Seguin bis heute nicht weiss, in Biel ist er Plymouth näher als er denkt, denn rund 15 Kilometer weiter spielt ein Strassenhockey-Team mit dem «geklauten» Logo der Plymouth Whalers: Der SHC Grenchen-Limpachtal. Hätte man mir vor einem Jahr gesagt „nächstes Jahr wirst du Tyler Seguin interviewen“, hätte ich ihn ausgelacht und den netten Spruch als Witz betrachtet. Selbstverständlich würde ich meine Fragen an den Nummer-zwei-Draft von 2010 nicht etwa für den «Boston Herald», den «Boston Globe» oder das «New England Hockey Journal» stellen…

…ob NHL oder NLA, Grenchen oder Plymouth, Boston oder Biel, Brampton oder Bern, es lässt sich überall eine Verbindung finden, selbst Brampton und Lyss haben im entferntesten Sinne eine Verbindung, denn der junge Berner Goalie Saikkonen hütete 2008/09 auch schon das Tor des SC Lyss, meinem Ursprungsklub. So gesehen war ein Interview mit NHL-Star Tyler Seguin die logische Folge dieser Eishockey-Umstände.

Meine Begegnung mit Langnaus Kultfigur

Wale Gerber sw

Walter Gerber, 1969-2012 (Foto: EHC Mirchel)

Der Kultspieler des SC Langnau hatte in der Saison 1997/98 grossen Anteil am Wiederaufstieg der Emmentaler in die Nationalliga A (NLA). Bereits vier Jahre zuvor ist Gerber mit Langnau von der 1. Liga in die Nationalliga B (NLB) aufgestiegen. Dieser Erfolg gelang ihm in der Saison 1999/00 nochmals mit dem HC Ajoie. Zwischen 2001 und 2012 spielte er in der 2. Liga für den EHC Oberlangenegg. Gerber absolvierte für Langnau, Lyss, Chur und Ajoie 383 Spiele in der NLB, erzielte 65 Tore und buchte 141 Assists.

2. Liga Saison 2001/02

Ich erinnere mich an den 17. November 2001, mit dem SC Biberen gastierten wir im Hinterland der Schallenberger Berge beim 2. Liga-Aufsteiger EHC Oberlangenegg. Nach dem «Warm-up» sagte mir Biberen-Coach Andreas «Res» Kohler (ebenfalls eine Kultfigur): «Michel (er nannte mich jeweils Michel) du bist der einzige, der die läuferischen Fähigkeiten besitzt Wale Gerber auf Schritt und Tritt zu folgen.»

Gerbers Rucksack

Der Auftrag war klar, mit mir als «Rucksack», sollte die ehemalige Nationalliga-Kultfigur kein Tor erzielen. Kohlers Worte sollten sich als richtig erweisen. An diesem kalten November-Abend legte ich meine grösste taktische Leistung ab und folgte Gerber auf Schritt und Tritt, wie einst Biels Bernhard Wist dem Freiburg-Kanadier Jean-François Sauve. Gerber erzielte keinen einzigen Skorerpunkt, dennoch mussten wir kurz vor Schluss noch den 5:5-Ausgleich hinnehmen und ich habe während 65 Minuten keine einzige Scheibe gesehen.

 

In Erinnerung an Walter Gerber, der 2012 im jungen Alter von 43 Jahren an einem Hirntumor erlegen ist. Seine Rückennummer 44 wird in Langnau nicht mehr vergeben.

Zweierlei des Saisonauftakts

Mit «Moskaue in Davos» wurde das Bild betitelt. Das Foto stammt aber von der Europacup-Partie vom 28. Februar 1985, welches der HC Davos in Bern gegen ZSKA Moskau (4:7) gespielt hat.

HCD-Kult-Goalie Richard Bucher 1985 im Europacup Spiel gegen ZSKA Moskau. (Foto: SRF)

HC Davos gegen Kloten Flyers ist mein NLA-Auftakt 2012-13. Aber nicht etwa in Davos, sondern im Zürcher Leutschenbach. Ein Zusammenschnitt von 12 Minuten ist geplant, kommentiert durch Jann Billeter. Dies ist eine ganz neue Situation, sitze doch sonst ich live im Stadion und Billeter, Jaggi und Co. in Zürich am Schnittplatz hinter den Bildschirmen.

Noch vor dem Spielstart um 19.45 Uhr meldet sich Radio-DRS-Journalist Mathias Marti aus Berlin. Auf meinen Rat geht er in der O2 World zum DEL-Auftaktspiel Eisbären Berlin (ehemals SC Dynamo Berlin) gegen die Straubing Tigers.

Schweigeminute für Richard Bucher

In der Zwischenzeit läuft auf dem Bildschirm die Schweigeminute für den letzte Woche verstorbenen HCD-Kultgoalie Richard Bucher. Ich kann mich genau an Buchers letzte Aktivsaison 1988-89 erinnern, von dieser Mannschaft habe ich irgendwo noch ein Mannschaftsposter mit allen Unterschriften.

Zurück ins Jahr 2012, Davos und Kloten, welche übrigens endlich wieder mit ihrem «alten» Klublogo antreten, haben zusammen gerade Mal fünf Ausländer auf dem Matchblatt. Aus finanziellen Gründen oder bereits zukunftsorientierten Wunschvorstellungen. Falls der NHL-Lockout erneut eintreffen würde, kämen Joe Thornton, Rick Nash und Nino Niederreiter zu den Bündnern.

Marti aus Berlin

Davos verliert die Partie im Penaltyschiessen durch einen sehenswerten Penalty Simon Bodenmanns. Schon etwas vorher kommt ein MMS aus der Berliner-Eisbären-Loge von Reporter Marti, welcher mir die 1:3-Niederlage der Eisbären mitteilt. Die 1. Runde von 50 NLA-Qualifikationsspielen oder Spiel 1 von 52 DEL-Runden sind bereits wieder Geschichte.

Das Berliner Wunder von Mannheim

 

Die Eisbären erzwingen in Mannheim das siebte Spiel. (Foto: DPA/Welt Online)

Die Eisbären erzwingen in Mannheim das fünfte Spiel. (Foto: DPA/Welt Online)

Wenn Rumänien gegen Litauen an der B-Weltmeisterschaft“vier Minuten vor Schluss noch 3:5 zurück liegt und die Partie innert zwei Minuten in einen 6:5 Sieg verwandelt, nehmen dies gerade mal 140 Nasen in der Halle von Krynica zur Kenntnis. Der Spielausgang hat im Nachhinein für beide Teams keine Auswirkung über den Klassenerhalt.

Das Wunder von Stockholm

Im Oktober 2011 führt AIK Solna Stockholm nach zwei Dritteln gegen HV71 Jönköping souverän mit 6:2, in der 42. Minute fällt durch Oscar Ahlström sogar noch das das 7:2. Es geht nur noch darum wie hoch der Sieg bis zur 60. Minute ausfallen würde. Doch alles kommt anders. In der 48. Minute erzielt Jönköping innerhalb von sieben Sekunden zwei Treffer – und für AIK kommts noch schlimmer. Innerhalb von 133 Sekunden gelingt Jönköping zwischen der 51. und 53. Minute der 7:7-Ausgleich! Logischerweise gelingt den Gästen aus Jönköping im Shootout durch Jukka Voutilainen der Siegestreffer zum 7:8 Endstand.

DEL-Final

Wer glaubt, solche «Eishockey Wunder» gibts nur in bedeutungslosen Qualifikationsspielen, wird im DEL Finale 2012 eines besseren belehrt! In der Best-of-five Serie führen die Adler Mannheim mit 2:1 in der Serie und können im vierten Spiel Zuhause in der proppenvollen SAP-Arena alles klar machen. In der ersten Minute erzielt Christoph Ullmann auch schon den Führungstreffer – die Halle steht bereits Kopf – und die Eisbären Berlin stehen mit dem Rücken zur Wand. Nach einem offenen Schlagabtausch führen die Adler 14 Minuten vor Schluss mit 5:2, Berlin scheint am Boden. Mannheim greift bereits nach dem Pokal und keiner der 13’600 Fans – selbst der optimistischste «Dynamo-Anhänger» im Stadion würde jetzt noch eine Reichsmark (die alte DDR-Währung) auf die Eisbären wetten.

Harold Kreis geht mit seiner Mannschaft ehrenhaft unter…

Nur zehn Sekunden nach dem 5:2 fällt der 3:5-Anschlusstreffer der Berliner durch Jimmy Sharrow. Ab diesem Zeitpunkt stehen die Mannheimer total neben den Schlittschuhen und kommen kaum noch über die rote Linie. Innert sechs Minuten läuft der «Dynamo» bis zum 5:5-Ausgleich auf Hochtouren. Wie kann man einen Dreitore Vorsprung in einem Endspiel verspielen? Adler-Trainer Harold Kreis – hat immerhin in der Schweiz schon zwei Titel geholt – kann Mannheims Untergang in den letzten 14 Minuten nicht stoppen und geht mit seiner Mannschaft ehrenhaft unter… selbst Kevin Schläpfer hätte diesen Vorsprung mit dem EHC Biel verwalten können, lässt mich der Biel-Trainer auf seiner Heimfahrt aus Staubig wissen.

Die Eisbären gewinnen in der Verlängerung (64. T.J. Mulock) und holen als Zugabe im fünften Finalspiel Zuhause den sechsten DEL-Titel seit dem Fall der Berliner Mauer. Um es in «Schwyzerdütsch» auszudrücken, die Eisbären Berlin sind die ZSC Lions Deutschlands und die Adler müssen sich als den «SCB Deutschlands» trösten lassen.

«Nino is my Buddy»

Aussteigen vor dem Marriot's Hotel in Uniondale: v. li. Brom, Bodmer, Zurbuchen (unten), Saxer, Pfeiffer, Krein und Taxifahrer Serge Mars (hinten). Foto: eishockeyblog.ch

Aussteigen vor dem Marriott’s Hotel in Uniondale: v. li. Brom, Bodmer, Zurbuchen (unten), Saxer, Pfeiffer, Krein und Taxifahrer Serge Mars (hinten). Foto: eishockeyblog.ch

«I think Track six, but i’m not sure, i let you know about this» sagt der Zugbegleiter als ich ihn über die Gleisnummer beim umsteigen in Jamaica frage. Jamaica? Gemeint ist nicht der Karibikstaat, sondern ein Vorort von New York. Rolf Pfeiffer und ich haben keine guten Erinnerungen an Jamaica, gingen wir doch vor einem Jahr beinahe «lost in Jamaica». Viele Immigranten aus dem Karibikstaat wohnen dort, erklärt uns Taxifahrer Serge Mars zwei Tage vorher. Die letzte und fünfte Station des fünftägigen NHL-Road-Trips ist zum zweiten Mal Uniondale.

Flyers, Sabres, Devils, Ducks, Islanders, Hurricanes, Rangers, Blue Jackets und Senators heissen die klingenden Namen des diesjährigen Trips. Wells Fargo Center, Prudential Center, Nassau Veterans Memorial Coliseum und nicht zu vergessen «The Worlds Most Famous Arena» der Madison Square Garden heissen die NHL-Schauplätze. Nirgends sonst auf der Welt sind innerhalb von zwei Stunden vier NHL-Teams stationiert und nirgends sonst auf der Welt kann man innert fünf Tagen fünf NHL-Spiele in solch kurzer Distanz bewältigen.

 Man wird freundlich gebeten die Lobby wieder zu verlassen

New York gilt nicht nur als «Hauptstadt» der Welt, sondern auch als NHL-Headquarter, an der 1185 Avenue of the Americas oder besser bekannt als 6th Avenue logiert die NHL seit Jahren. Die NHL Hauptzentrale ist in New York so unsichtbar wie die geheimen Waffenlabore des britischen Geheimdienstes in den James Bond Filmen. Von aussen findet man nicht einmal ein Türschild oder ein Logo. Erst an der Rezeption erntet man beim Fragen nach der «NHL» einen verblüfften Blick und wird freundlich gebeten die Lobby wieder zu verlassen. Dabei ist man im offiziellen NHL Reebok Store nebenan schon näher als man denkt, doch kaum ein Kunde würde im Traum erahnen, dass sich das NHL-Hauptquartier im gleichen Gebäude nur wenige Stockwerke höher befindet.

Streets of Philadelphia

Unser NHL-Road-Trip beginnt aber nicht in New York, sondern in Philadelphia – per Amtrak kommt man innert anderthalb Stunden vom Herzen Manhattans in die „Streets of Philadelphia“, sogar Bruce Springsteen hat eine „Retired Number“ an der Stadiondecke – nach einer 15-minütigen Taxifahrt erreicht man das Wells Fargo Center der Philadelphia Flyers. Wir sehen wie die Flyers einen 0:2 Rückstand nach dem ersten Drittel noch in einen 7:2-Sieg ge Buffalo Sabres verwandeln. Dabei erleben wir das erste NHL-Tor von Erik Gustafsson und den Ausfall von Daniel Brière. Und ja, das Blut wie zu Zeiten der „Broad Street Bullies“ fliesst jetzt nach dem Spiel, wenn zwei betrunkene Schweizer durch die Sitzreihen die Stadiontreppe herunterstürzen.

Meet-and-Greet mit Hiller und Sbisa

Am zweiten Tag steht Newark auf dem Programm. Beim „Will Call“ Schalter hinterlässt uns Jonas Hiller sechs Karten für die Familienzone, wo wir uns nach dem Spiel kurz mit Luca Sbisa und Jonas Hiller unterhalten können. Die Ducks um Hiller und Sbisa verlieren erst im Penaltyschiessen mit 2:3 gegen die New Jersey Devils. Die nächsten Schweizer sehen wir 24 Stunden später auf Long Island. Zu sechst buchen wir ein Taxi und erleben auf der Hinfahrt eine anderthalbstündige Sightseeing Tour – mit dem besten Taxifahrer Long Islands, wie Serge Mars selber von sich behauptet – durch Queens, Jamaica und Uniondale.

Der Weg ins Nassau Veterans Memorial Coliseum führt immer durchs Marriott’s Hotel. Vor und nach dem Spiel ist die „Champions-Bar“ besser besetzt als das Nassau Veterans Memorial Coliseum während des Spiels. Erstmals sehen wir zwei Schweizer im selben Team, Mark Streit und Nino Niederreiter sind die letzten welche nach dem Warm-Up das Eisfeld verlassen. John Tavares ist der Mann des Spiels, Streit bucht zwei Assists und Niederreiter holt in seiner dezimierten Eiszeit das Optimum heraus, die Islanders gewinnen gegen die Carolina Hurricanes verdient mit 4:3.

 

The World’s Most Famous Arena

Zurück nach Manhattan und zum Madison Square Garden. Die New York Rangers sind, gemessen an ihrer Zeitachse, das traditionsreichste- aber auch die erfolgloseste Mannschaft New Yorks. Seit der Gründung 1926 holen die Rangers vier Stanley-Cups, die Islanders, holen in 46 Spielzeiten weniger ebenfalls vier mal den Pott. Noch besser sind die New Jersey Devils, denn sie müssen in 76 Jahren nur noch einen Titel holen um das Palmarés der Rangers zu egalisieren. Trotzdem gelten die Rangers als „Kultteam der Original Six“ und der Madison Square Garden ist Weltberühmt. Ruhm und Kult sind grösser als New Yorks Erfolge, umso wichtiger, dass die Rangers aktuell die Rangliste der Eastern Conference anführen.

Gegen den Conference-Letzten aus dem Westen, die Columbus Blue Jackets um Captain Rick Nash, reichts erst zum Overtime–Sieg (3:2). Schlüsselszene ist ein nicht gegebener regulärer Rangers-Treffer im Mitteldrittel. Das Head-Duo Stephane Auger/Don van Massenhoven (pfeifen schon am Vortag in Uniondale) greift zum Telefonhörer nach Toronto – sämtliche Torentscheide werden in Toronto gemanagt, wie uns Luca Sbisa in Newark erzählt hat – wo sich dieses mal die Verantwortlichen in der Zentrale im 11 Stock an der Bay Street wohl gerade ein Nickerchen gönnen? Denn das Video auf dem Screen zeigt die Puck-Überquerung der Torlinie bei 00:01 Sekunden und führt zu einem kurzzeitigen „raunen“ im Garden.

Howie und die Rookies

Zurück zu meinem Long-Island-Rail-Road-Trip nach Uniondale, nach anderthalb Stunden und einer kurzen Taxifahrt erreiche ich das Marriott’s Hotel in Unodale. Das Marriott’s ist Dreh- und Angelpunkt des Nassau Veterans Memorial Coliseum, hier logieren nicht nur sämtliche Gästeteams und Gegner der Islanders, sondern auch sämtliche Fans oder die Islanders-Rookies. Und wer das Marriott’s mit dem Taxi verlässt, kommt kaum an Howie Kats vorbei. Kats ist selbständiger Taxifahrer, gehört aber seit Jahren zum Hotelinventar. Kats ist eine Art fahrendes Islanders-Lexikon oder der Hockey-Journalist unter den Taxifahrern. „Nino is my Buddy“ sagt Kats nachdem ich ihn über meine Herkunft orientiere. Howie begleitet jeden Rookie bei dessen Ankunft und kennt die neuen Spieler zu Beginn besser als Isles-Headcoach Jack Capuano.

Das Marriott’s ist Dreh- und Angelpunkt des Nassau Veterans Memorial Coliseums

Ich selber fahre nach dem letzten Spiel, welches für die Islanders die bitterste Niederlage (0:6) der aktuellen Saison absetzt, zum dritten Mal mit Howie’s Taxi und die Fahrt zum JFK Airport ist kurzweilig. Wir unterhalten uns über David Ullström, Rick Di Pietro, Evgeny Nabokov, Mark Streit, Nino Niederreiter und über die guten, alten Stanley-Cup-Zeiten (1980-83) der Isles. Als Schweizer (Mark und Nino sei Dank) kann ich sogar mit Schweizer Franken bezahlen. Unsere NHL-Söldner leisten also nicht nur Pionierarbeit für Sven Bärtschi und Co., sondern auch für Meier und Müller, welche zumindest auf Long Island bei Howie Kats nicht mehr mit Andersson und Johansson verwechselt werden. Und übrigens, Kats ist jüdischer Abstammung und hat sowenig mit Katzen zu tun wie Schweizer mit Schweden.

Wein, Spielplan und NHL – der Weg führt über Zürich

Matchprogramm Tschechoslowakei - Calgary Flames vom  September 1989. (Foto: Chris Habegger)

Matchprogramm Tschechoslowakei – Calgary Flames vom September 1989. (Foto: Chris Habegger)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie üblich sitze ich im Zug, im Speisewagen zwischen Bern und Zürich. Aus der Ferne erblicke ich den ehemaligen Weltklasse-Schiedsrichter (Olympia, WM, NLA, Bundesliga, Europacup, Iswestija Cup usw …) und aktuellen Wein-Baron sowie NLA-Spielplan-Gestalter Willi Vögtlin. Vögtlin scheint noch heute nichts zu entgehen! Selbst im Zugwagen scheint er jede Aktion des Service-Boys genaustens zu beobachten um ihn bei einer irregulären Service-Aktion für zwei Minuten in die Kühlbox, die Zugküche des Wagens, zu schicken.

Vögtlin an der NHL-Friendship-Tour

In Gedanken schwelge ich via Vögtlin in die National Hockey League. Willi Vögtlin arbitrierte im September 1989 die legendäre NHL-Friendship-Tour der Calgary Flames und der Washington Capitals durch die damalige Sowjetunion und nach Prag (Calgary). Vögtlin flog sogar direkt nach dem Spiel SC Langnau – HC Fribourg-Gottéron am Lysser Industriecup nach Prag. Am liebsten hätte ich meinen Pendlertag zusammen mit Willi Vögtlin nach Zürich-Flughafen fortgesetzt, um dann die nächste Maschine nach New York nehmen zu können.

Das Hallenstadion als Knackpunkt

Zum Vinehouse-Hockey-Talk kams dennoch, unser Weg führt Richtung Oerlikon und der Talk beinhaltet NLA-Spielplan-Problematik, Weinverkauf (Vögtlin liefert jeweils höchstpersönlich bis vor die Haustür nach Ammerzwil, irgendwo im Jaussacher), Spiele in New Jersey und die Tücken des Pendlers. Ob nach New York oder Moskau, Ammerzwil oder Kirchberg, der Weg führt immer über Zürich. Und manchmal auch übers Hallenstadion, welches nicht nur Knackpunkt der Spielplan-Problematik ist, sondern auch noch als Weindepot nützlich sein kann.

Ob nach New York oder Moskau, Ammerzwil oder Kirchberg, der Weg führt immer über Zürich.

 

ČSSR – Calgary Flames 4:2 (2:2, 1:0, 1:0)
Prag. – 14 000 Zuschauer. – SR Vögtlin (Sui) – Tatíček, Janíček (Tsch). – Tore: 9. Pattersson 0:1. 11. Nieuwendyk 0:2. 15. Bača 1:2. 20. J. Doležal 2:2. 24. Jelínek 3:2. 42. F. Procházka 4:2. – Strafen: ČSSR 9 mal 2 plus 1 mal 10 Minuten (Bača). Calgary 10 mal 2 plus 1 mal 10 Minuten (Gilmour).
ČSSR: Hašek – Stavjaňa, Ščerban, F. Procházka, Bača, D. Kadlec, L. Gudas – Svitek, V. Růžička, Cíger – Janecký, Kron, Šejba – L. Dolana, J. Kučera, P. Vlk – Jelínek, O. Haščák, J. Doležal.
Calgary Flames: Vernon, Wamsley – Nattress, Macoun, McCrimmon, G. Suter, MacInnis, Sabourin – S. Makarov, Jiří Hrdina, Ranheim – Prjachin, Nieuwendyk, Gary Roberts – Peplinski, Otto, MacLellan – M. Hunter, Gilmour, Patterson.

ČSSR – Calgary Flames 4:1 (2:0, 0:0, 2:1)
Prag. – 14 000 Zuschauer. – SR Vögtlin (Sui) – Grúň, Rouspetr (Tsch). – Tore: 4. Jelínek 1:0. 8. V. Růžička 2:0. 46. Nieuwendyk 2:1. 48. R. Holík 3:1. 60. D. Kadlec 4:1. – Strafen: ČSSR 8 mal 2 Minuten. Calgary 12 mal 2 Minuten.
ČSSR: Bříza – Stavjaňa, Ščerban, F. Procházka, Bača, D. Kadlec, L. Gudas, Tichý, F. Kučera – Svitek, V. Růžička, Cíger – Jágr, Reichel, R. Holík – L. Dolana, J. Kučera, P. Vlk – Jelínek, O. Haščák, J. Doležal.
Calgary Flames: Wamsley, Vernon – R. Johansson, Murzyn, MacInnis, Sabourin, Nattress, Macoun, McCrimmon, G. Suter – S. Makarov, Nieuwendyk, Ranheim – Prjachin, Gilmour, Patterson – T. Hunter, Otto, Jiří Hrdina – Bergqvist, T. Fleury, MacLellan.

Pass-Übung in der NHL

http://video.nhl.com/videocenter/console?catid=35&id=133956

Noch nie gesehen! Vor ein paar Jahren habe ich eine ähnliche Szene zwischen Zug und Servette erlebt. Die Genfer spielten Pass hin-und-her und kein Zuger ging ran. Solches ist in der Schweiz nur Chris McSorley zuzutrauen – wenn seine Mannschaft aber dafür eine Strafe für Spielverzögerung kassieren würde – hätte McSorley seine Truppe für mindestes acht Minuten in die Katakomben beordet und für Stricker gäbs ein Donnerwetter wie am Tag des jüngsten Gericht – halt! Schiri-Donnerwetter gibts ja neuerdings in „Spektakel-Bern“ mit Sportchef Leuenberger.

Nostalgisches aus Biel

Beim Durchstöbern von alten Büchern und Magazinen – ich suche Artur(s) Irbe-Bilder (Torhüter mit der Nummer 20) für meinen Kollegen Ramon T. aus L. – stolpere ich über dieses Foto. Das Foto stammt aus dem Slapshot Magazin Nr. 5, Januar 1990 und zeigt die Schweiz gegen die Sowjetunion, anlässlich des Länderspiels vom 9. Dezember 1989 in Biel. Die Schweiz verlor damals standesgemäss mit 3:7. Zu meinem Erstaunen sehe ich den kleinen Jungen (im grünen Kreis), hinter der Plexiglasscheibe – das bin ich – mit der neongelben Steffner-Kappe (damals ein Renner).

Was damals – im Dezember 1989 – noch niemand wusste – Valeri Shiryayev mit der Rückennummer 14, unterschreibt nur zwei Jahre später einen Vertrag beim EHC Biel! Und der kleine Junge mit der gelben Steffner-Kappe schreibt 19 Jahre später die Matchberichte über den EHC Biel! Übrigens, die orangen Schalensitze, sind heute wie einst noch die selben geblieben. Doch etwas habe ich noch vergessen, raten Sie mal bei welchem aktuellen NLA Club der Vater meines Freundes Ramon T. aus L. sein NLA-Debüt gegeben hat?

 

Grauer NLA Alltag

Nach zwei Spielen der Superlative, gibts heute wieder Magerkost, die Paarung heisst Biel gegen Rapperswil-Jona Lakers. Zumindest auf der Pressetribüne ist was los, heisse Diskussionen über die Rangers, Mannheim, Linesmen und Heads, das Schiri-Austauschprogramm, Penaltyschiessen auf einen Pappkarton Berra, über Frydek-Mistek, den Geburtsort von Peter Jaks und die Nacht und Nebel Aktion von Mario Scalzo.

In den Katakomben von Mannheim

Mannheim – einfach nur „WOW“ geht einem durch den Kopf, wenn man die SAP Arena betritt. Nun habe ich den direkten Vergleich, innert 24 Stunden besuche ich die Bossard Arena in Zug und die SAP Arena. Ich muss zugestehen, die Bossard Arena kommt nie und nimmer an das Mannheimer Prunkstück heran.

Dafür die Partie! Anders als die Zuger, geraten die Adler gegen die Buffalo Sabres (ohne Jochen Hecht!) schon früh in Rückstand, 0:3 stehts nach 20 Minuten und die Partei ist bereits gelaufen. Da nützt das beste Stadion nichts! In der ersten Drittelspause begegnen mir im Stadionflur zwei Männer in Schale? Ja klar, Jim Corsi (früherer Azzuri-Hexer und aktueller Torhütertrainer der Sabres) und Teppo Numminen (Ex-Spieler und aktueller Assistenzcoach der Sabres).  Diese beiden erwecken kurzzeitig nostalgische-Gefühle, bis ich mein Getränk und meine Stadionwurst zu Gemüte führen kann.

Weiter mit Nostalgie gehts in der zweiten Drittelspause, René Corbets Rückennumer 20, wird in einer unvergesslichen Zeremonie, von Corbet selber an die Hallendecke gezogen. Harold Kreis (Nr. 3), Marcus Kuhl (Nr. 15), Stéphane Richer (Nr. 25) und Robert Müller (Nr. 80) heissen die anderen unsterblichen.

Rangers in drei Akten ausgekontert

Ein historischer Tag für den EV Zug, am 3. Oktober 2011 werden die Rangers niedergekontert. (Foto: eishockeyblog.ch)

Ein historischer Tag für den EV Zug, am 3. Oktober 2011 werden die Rangers niedergekontert. (Foto: Michael Krein)

Ein herrlicher Herbststag und alle pilgern in die Bossard Arena. Die Halle ist mit 7’015 restlos ausverkauft wenn die New York Rangers zum Prestige antreten. Der Matchticker:

1. Drittel: Eine Minute ist gespielt und Timo Helbling ist schon im Clinch mit Brandon Dubinsky. Powerplay Tor durch Esa Pirnes zum 1:0. Mathieu Biron die Pflaume! 2:0 nach sechs Minuten durch Duri Camichel. 2:1 Ryan Callahan (Dubinsky) – Zug spielt sehr gut! Ein super Spiel. Shorthander Josh Holden 3:1! Wo sind die Rangers und was macht Brad Richards? 3:3 innert einer Minute, Michael Rupp und Artem Anisimov – sechs Tore im ersten Drittel – Wahnsinn!

2. Drittel: Rangers Powerplay bei 5:5 – neue Sturmreihe Marian Gaborik-Richards-Dubinsky. Kurz nach der Pause geht Rangers General Manager Glen Sather, Stumpen rauchend (trotz Rauchverbot), an mir vorbei, 20 Meter neben mir sitzt der ganze Rangers-Clan inkl. «King Henrik» Lundqvist. Zug-Glen Metropolit 4:3. Holden 5:3, die Halle bebt. Ruslan Fedotenko 4:5-Anschluss kurz vor der Pause. Noch nie hat ein Schweizer Team fünf Tore (bisheriger Rekord waren zwei Treffer!) gegen ein NHL-Team geschossen.

3. Drittel: Zug lässt sich nicht abfertigen wie der SC Bern (Rangers 1:8) und der HC Davos (Chicago Blackhawks 2:9). Zug ist gefährlich mit Konter – Die NHL Stars legen zwei Gänge zu. Kann Zug die Führung halten? Ja, sogar ausbauen, Esa Pirnes zum 6:4. Damien Brunner zum 7:4! Unglaublich. Zug, geschickt mit Konterspiel, Rangers viel zu lange bis zum Abschluss, atypisch für ein NHL-Team. Richards? Gleich teuer wie der ganze EVZ. Die Pflaume: Biron. New York fünf Minuten vor Schluss ohne Torhüter! 8:4 ins leere Tor, durch den Luzerner Fabian Schnyder. Das ist der grösste Sieg eines Schweizer Hockeyteams! Unglaublich, dies wäre auch mit Lundqvist eng geworden, Zug schreibt Schweizer Hockeygeschichte. Zug sollte nochmals gegen ein anderes NHL-Team ran dürfen! Leise schleiche ich mich im Dubinsky-Shirt aus dem Stadion.

Fazit: Die New York Rangers werden total ausgekontert, bei Holdens 3:1 steht Richards wie eine Slalomstange da, notabene eine 60’000 Mio US$-Slalomstange. Sind die Rangers müde? Vier Spiele (Frölunda Göteborg 4:2, Sparta Prag 2:0,  Slovan Bratislava 4:1 und Zug) in fünf Tagen, sind aber keine Entschuldigung. Die Schweizer Bilanz gegen die NHL lässt sich sehen: NLA – NHL 4 Spiele, 2:2 Siege, 13:22 Tore.

EV Zug – New York Rangers 8:4 (3:3, 2:1, 3:0)
Bossard Arena. – 7015 Zuschauer (ausverkauft). – SR Joanette/Rochette (Ka/Sz); Devorski/Arm (Ka/Sz). – Tore: 2. (1:18) Pirnes (Blaser, Schnyder/Ausschluss Dubinsky) 1:0. 6. Duri Camichel (Sutter) 2:0. 16. (15:40) Callahan (Dubinsky) 2:1. 17. (16:24) Holden (Chiesa/Ausschluss Helbling!) 3:1. 19. (18:47) Rupp (Del Zotto, Zuccarello Aasen) 3:2. 20. (19:00) Anisimov 3:3. 35. (34:02) Metropolit (Casutt) 4:3. 35. (34:43) Holden (Lüthi, Lindemann) 5:3. 39. Fedotenko (Anisimov) 5:4. 43. Pirnes 6:4. 45. Brunner (Schnyder) 7:4. 56. Schnyder (Holden, ins leeere Tor) 8:4. – Strafen: Je 4mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Zug ohne Corsin Camichel (rekonvaleszent), New York Rangers ohne Lundqvist und Avery (beide geschont). Rangers zwischen 55:10 und 55:55 ohne Torhüter. Beste Spieler: Josh Holden (EV Zug), Ryan Callahan (NY Rangers).
EV Zug: Markkanen; Chiesa, Wozniewski; Helbling, Fischer; Furrer, Erni; Blaser; Christen, Metropolit, Casutt; Brunner, Holden, Schnyder; Duri Camichel, Sutter, Pirnes; Lüthi, Oppliger, Lindemann; Rossi.
New York Rangers: Biron; Girardi, McDonagh; Eminger, Del Zotto; Bickel, Bell; Gaborik, Richards, Fedotenko; Callahan, Anisimov, Dubinsky; Zuccarello-Aasen, Stepan, Rupp; Prust, Christensen, Boyle.

Tour-de-Hockey – 8. Etappe Zug

Hertihalle oder eben Bossard Arena, nun ist auch das neue Aussenfeld bezugsbereit. Die Arena ist wirklich ein Bijou – ich war bereits in der vergangenen Saison ein paar Mal hier. Nach dem zweiten Drittel packt mich der Hunger und ich kämpfe mich zur Theke um einen Hamburger zu ergattern. Doch aufgepasst, Ketchup und Senf müssen an einer separaten Station selber dosiert werden. Ich erinnere mich an die letzte Saison, der Hamburger war eigentlich gut, doch ohne Ketchup etwas trocken. Die optimale Toilette kenne ich auch noch nicht oder doch? Ja gleich neben dem Presseraum in den Katakomben war ich im Vorjahr auf der Toilette, habe aber erst beim Stehklo bemerkt, dass es sich um die Spielertoilette der Gästemannschaft handelte – und ich pinkelte vor dem Spiel neben Mattia Bianchi – vielleicht verirre ich mich ja in einer Pause wieder Mal aufs Gästeklo, selbstverständlich nicht wegen Bianchi. Zurück zum Spiel. Rapperswils neuer Mann heisst Kent McDonell, der Kanadier ist erst heute Mittag von Toronto in Zürich gelandet und hinterlässt dementsprechend einen müden Eindruck. Und wie spricht man seinen Namen korrekt aus? „Kent McDonnl!“

Vällkommen RBK till Biel

Rögle BK, Foto C. Habegger

Das Foto schaffte es ins Helsingfors Dagblad, ein herzlicher Empfang während des Freundschaftsspiels zwischen dem EHC Biel und Rögle BK. (Foto: Chris Habegger)

Vällkommen RBK till Biel. Eine herzliche Begrüssung gibt es für die Südschweden während eines Freundschaftsspiels in Biel. Nicht nur die Spieler des schwedischen Zweitligisten staunten nicht schlecht, sondern auch die Journalistin Sara Johansson, welche das Willkommensfoto für ihre das Helsingborgs Daglad haben wollte.

Vällkommen RBK till Biel!

Schwedische Teams in Biel haben eine langjährige Tradition. Was in den 80er und 90er Jahren mit Huddinge IK begonnen hat, nimmt seine Fortsetzung mit Rögle BK Ängelholm. Und die Aussenseiter waren mehr als nur ein Sparringpartner, angeführt vom Ex-Bieler Eric Himelfarb forderten sie den Bielern, vom Trainingslager auf der Lenzerheide kommend, alles ab.

Für einen halben Nachmittag sind alle gleich…

Hiller und KreinEinmal im Leben mit einem NHL-Star auf dem gleichen Eis? Als gescheiterter 2. Liga Hobbyspieler ein Ding der Unmöglichkeit, oder doch nicht? Vielleicht nicht auf dem Eis aber auf einem Synth-Ice Belag in Magglingen. Ein Journalisten Team des SRF, verstärkt mit Jonas Hiller (als Feldspieler!), muss durch die harte Trainingsmühle des neuen DEB-Coachs Jakob Kölliker. Für einen halben Nachmittag scheinen wir alle gleich, doch in Wahrheit trennen uns Welten! Am 7. September fliegt Hiller zurück nach Kalifornien und startet im Oktober mit den Anaheim Ducks in die neue NHL Saison. Jakob Kölliker wird das DEB-Team trainieren und fährt neu einen DEB-BMW statt einen Swiss Ice Hockey Skoda. Und wir? Wir werden unter anderem auch wieder über Hiller, Kölliker & Co. berichten.

Barcelona am Industriecup?

Banska Bystrica, der junge slowakische Klub aus der Mittelslowakei ist erst sechs Jahre alt, daher der Name «HC ’05 Banska Bystrica», 05 steht für 2005. Für Verwirrung sorgt die Speakerin, welche man als Chrige Nyfeler im Westentaschenformat bezeichnen könnte: «Nöiä Spiustang, Bieu Zwöi, Banska Füf, Ejs», wie? Banska Fünf oder Eins? Ach so, gemeint war wohl Banska ’05 hat bisher ein Tor auf dem Konto?

Mes que un Car

Verwirrend ist es weiterhin, denn vor der Lysser Seelandhalle steht der Mannschaftscar des FC Barcelona. Was jetzt? Barcelona, Banska Bystrica oder Biel? Die Slowaken haben den Spaniern den «alten» Car abgekauft – sogar ein Fussball mit allen Unterschriften der FCB-Stars hat im neuen Bystrica-Car einen schönen Platz. Ob die Slowaken ihren neuen Teambus je umspritzen? Morgen wird der Car in Adelboden für Verwirrung sorgen, denn der «FC Barcelona» testet im Berner Oberland gegen den SC Bern.

EHC Biel – HC Banska ’05 Bystrica 5:1 (1:1,1:0, 3:0)
Seelandhalle, Lyss. – 672 Zuschauer. – SR Eichmann, Kämpfer; Huguet, Wermeille. – Tore: 7. Gerber (Fröhlicher) 1:0. 11. Cesik (Kolba, Cebak/Ausschlüsse Bordeleau, Fröhlicher) 1:1. 28. Ehrensperger (Gossweiler, Gerber) 2:1. 42. Spylo (Wieser) 3:1. 58. Steinegger 4:1. 59:42 Zigerli (Huguenin, Bordeleau) 5:1. – Strafen: je 5-mal 2 Minuten.
Biel: Berra; Preissing, Huguenin; Steinegger, Gossweiler; Wellinger, Fröhlicher; Grieder; Miéville, Bordeleau, Peter; Wetzel, Wieser, Zigerli; Ehrensperger, Haas, Truttmann; Spylo, Beaudoin, Gerber; Leuenberger.