Kapanen, Koskinen und Pesonen

Ein Spiel welches in Erinnerung bleiben wird, Langnau trifft als achtplatzierter auf den Tabellen-Sechsten Lugano. Die Luganesi führen nach drei Minuten mit 2:0. In der neunten Minute kommt es noch schlimmer, Langnau’s Brian Zanetti, welcher an diesem Abend von Philadelphia Flyers-Scout Sami Kapanen beobachtet wird, muss in die Kühlbox. Eine Minute später spielt sich Harri Pesonen, in Unterzahl, mit einem Weltklasse-Move, seine Scheibenkontrolle ist der absolute Wahnsinn, durch drei Tessiner hindurch und steht alleine vor Landsmann Mikko Koskinen. Allein dieser «stock- und schlittschuhtechnische Wahnsinn» entschädigt diesen denkwürdigen und kuriosen Abend an der Ilfis.

Der «technische Wahnsinn» nimmt seine Fortsetzung im zweiten Drittel, welches geprägt ist von Video-Reviews und zahlreichen Unterbrüchen. Der Wahnsinn liegt dieses mal im «Zytnehmerhüsli» von Christine Nyfeler. Zweimal gibt es eine fünfminütige Video-Review, zurecht, bei Calvin Thürkauf’s Treffer. Später folgt eine Strafe, welche durch einen technischen Fehler ,auf der Uhr nicht ins laufen gebracht wird, welche in einer fünfminütigen Zeitrechnung in Nyfeler’s «Häuschen» wieder korrigiert werden muss.

Kanditat Zanetti

Der Wahnsinn des zweiten Drittel’s ist auch für den NHL-Scout aus Finnland aussergewöhnlich. Mit dem Draft-Prospect der Flyers zeigt sich der 918-fache NHL-Spieler zufrieden, nach dem Ausfall von Juuso Riikola spielt Zanetti auch im Powerplay und steuert beim zweiten Treffer einen Assist bei. Kapanen, der von Schweden gekommen ist, reist am Sonntag nach Prag um weitere Kandidaten für die NHL-Organisation zu begutachten, ehe es, in einem «flugtechnischen Wahnsinn» wieder nach Kuopio geht. Bevor Schützling Zanetti zum Austausch mit dem Flyers-Scout kommt, wird unser Gespräch durch Lugano-Goalie Koskinen, äusserst herzlich, mit einem langen «moooi» (Hallo) auf finnisch unterbrochen. Koskinen spielte 2012-13 unter Teambesitzer Kapanen bei KalPa Kuopio, denn auch die kleine, vernetzte Eishockeywelt ist der absolute Wahnsinn.

Ruotsalainens Erben

Die New Jersey Devils fristen in ihren Anfangsjahren eher ein Schattendasein, auch in der Schweiz gibts lange Zeit keinen Bezug zum roten Teufel. Dies ändert sich, als Reijo Ruotsalainen den SC Bern nochmals Richtung National-Hockey-League verlässt. Rexi gibt im Alter von 29 Jahren ein Comeback bei den New Jersey Devils. In der Januar-Ausgabe 1990 von Slapshot erscheint ein dreiseitiger Beitrag mit der Überschrift «Rexi der Teufel» – Wow – Ruotsalainen, im weissen Jersey mit der gewohnten Rückennummer 29, in der legendären grünen CCM-Supra-Hose, in Aktion gegen die Vancouver Canucks. In der Kabine sitzt der Finne neben dem heutigen Nationalmannschaft-Assistenten Tommy Albelin. Erstmals erfährt die Schweiz, lange vor dem Internet-Zeitalter, Einzelheiten der Organisation aus East Rutherford, welche in der Brendan-Byrne-Arena im Meadowlands-Sportkomplex spielt. Teufel-Ruotsalainen erscheint auch in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) und im Bund. Geliefert wird die Exklusiv-Story im Slapshot von einem gewissen «George Bird», in der NZZ vom Kürzel «gel» und im Bund noch «el». Unter dem Pseudonym «Bird» berichtet Jürg Vogel in der Schweiz gleich mehrfach aus New Jersey. Das ist der Startschuss zur Organisation «enett» dem Hudson-River.

Die Schweiz trifft sich in New Jersey

33 Jahre nach Birds erstem Bericht aus dem fernen US-Bundesstaat heisst der Kapitän der Teufel Nico Hischier, der Verteidiger Jonas Siegenthaler, der Torhüter Akira Schmid und der neuste Kassenschlager und Wunschtransfer Timo Meier. Jeder Hockeyschweizer kennt heute die New Jersey Devils, die Organisation ist die «schweizerischste» die es bis heute je gegeben hat. Vier Spieler in der gleichen Organisation übertrifft die drei Akteure bei den Nashville Predators zwischen 2016 und 2019. So treffen sich die Schweizer auch während Partien der Devils rund um das Prudential Center, so auch am 28. Dezember 2022 im Restaurant Chipotle-Mexican-Grill an der Market-Street 222. Dieser Mann kommt mir doch bekannt vor? «George Bird» ist es nicht, aber mit Eishockey hat er zu tun, es ist Gérard Scheidegger, der ehemalige Manager von Biel, Davos, Langnau, Lausanne und La Chaux-de-Fonds. Man nickt einander zu und kommt ins Gespräch – beide können auf Anhieb den Namen ihres Gegenübers nicht nennen, aber kennen sich vom Sehen her. New Jersey ein Ort wo sich heute Schweizer:innen die Türklinke in die Hand geben. Aus Birds superlativem Bericht der frühen 90er Jahre ist heute ein Pendler:innen-Ort für Herr und Frau Schweizer geworden.

Zu Besuch sind beim Schweizer Kapitän auch die Familienangehörigen aus dem Wallis, die Schweiz und New Jersey stehen sich heute so nah wie keine andere NHL-Organisation. Selbst beim Einlass hilft dir das Prädikat «Switzerland» und der Ticket-Scan wird durch die Hostessen so freundlich abgefertigt, wie das Check-In in einem Wellness-Hotel im Südtirol. Selbst der langjährige Kult-Organist Pete Cannarozzi lässt dich während dem Spiel auf seinem Orgelstuhl Platz nehmen. Cannarozzi ist nicht nur ein Kult-Mann im Prudential Center, er griff schon im alten East Rutherford in die Tasten, wo einst dieser «Mister Bird» über die Teufel berichtete. «Piitii», wie seine Freunde ihn nennen, ist seit 2001 an Board der Devils und orgelte die Teufel, am 9. Juni 2003 vor 19 040 Zuschauern, in der Continental-Airlines-Arena (oder auch Brendan-Byrne-Arena) zum vorerst letzten Stanley-Cup-Triumph.

Cannarozzi’s Orgelspiel begleitet am 28. Dezember 2022 auch den Ausgleichstreffer Nico Hischiers in der 47. Minute. Die Devils sind eigentlich das bessere Team, doch die Boston Bruins spielen äusserst effizient und abgeklärt, dazu hält Schlussmann Linus Ullmark alles, was auf seinen Kasten kommt. Die Devils verlieren, wie 1990 bei Bird’s Besuch und einem 3:6 gegen die Washington Capitals, mit 1:3 durch einen Empty-Net-Goal in der letzten 59. Minute. An diesem Abend reicht es für Siegenthaler und Co. nicht. Nicht reichen tut es auch für all diejenigen welche sich während der Drittelspause eine Pizza holen wollen, dies nicht wegen der grossen Nachfrage, sondern wegen der äusserst ineffizienten Pizza-Crew.

Wegbereiter in Teufels Küche

Die Pizza-Mannschaft präsentiert sich etwa gleich schlecht wie die Devils kurz nach ihrem Umzug aus Denver, als sie am 19. November 1983 in Edmonton mit 14:3 abgefertigt und von Wayne Gretzky als «Mickey-Mouse-Team» belächelt werden. In 80 Spielen setzt es 1983-84 für die Devils 56 Niederlagen ab. Niederlagen würde es innerhalb des Prudential-Centers im Vergleich mit den anderen Imbiss-Buden auch für die Pizza-Station absetzen. Die Pizza-Crew arbeitet heute noch so wie das «Micky-Maus-Team» und in der 18-minütigen Drittelspause gehen in Teufels Küche drei Pizzen über die Theke.

In Teufels Küche befindet sich der Schweizer Wegbereiter Ruotsalainen kurz nach Bird’s Besuch und wird im Februar 1990 nach Edmonton transferiert. Dennoch ist Ruotsalainens Engagement als Teufel der Grundstein für die späteren Erben aus dem Alpenland. Ruotsalainen gilt daher als erster «Schweizer» und ist nur der Vorbote aus einem Land, welches den Devils später einen Captain und drei weitere Schlüsselspieler bescheren wird. 1990 ist die Schweiz für die Teufel genau so unbekannt wie für Bird’s oder Vogel’s Landsleute die erste Berichterstattung aus New Jersey. Heute haben bereits sieben Schweizer das Trikot der Teufel getragen, davon stehen 2023 vier auf der Gehaltsliste der Organisation von Gründer Dr. John J. McMullen. Der erfolgreichste Finne in Teufels Küche übrigens, Sami Vatanen spielt heute in der Schweiz beim HC Genf-Servette. Ruotsalainens Erben beehren eben nicht nur die teuflischen Devils, sondern auch die finnischen Schweizer.

SpielerSpielePunkte
Nico Hischier*384*284*
Jonas Siegenthaler*156*34*
Damien Brunner7732
Mirco Müller13422
Timo Meier*19*13*
Akira Schmid (G)*23**
Gilles Senn (G)2
*Aktiver Teufel, Stand 9. April 2023

Der Fluch und der Garden

Altjahrswoche in New York, neben Weihnachtsshopping und eisiger Kälte in den Strassenschluchten von Manhattan, macht auch der NHL-Spielplan nicht halt. Einst, zu Zeiten des kalten Krieges, ist die letzte Woche des Jahres reserviert für besondere Leckerbissen. So gastieren, seit der Eröffnung des vierten Madison-Square-Gardens, am 11. Februar 1968, fünfmal kommunistische Teams aus Osteuropa an der Pennsylvania Plaza 4. Diese Spiele gehen jeweils zwischen dem 27. Dezember und dem 1. Januar als NHL-Super-Series über die Showbühne der berühmtesten Arena der Welt – und die New York Rangers gewinnen nie. Zuletzt gibts, am Silvesterabend 1990, gegen ZSKA Moskau – das wohl beste Klubteam aller Zeiten – eine 1:6-Niederlage. Bei den Sowjets mit dabei sind Sergei Zubov und Sergei Nemchinov, beide werden vier Jahre später, zusammen mit den Dynamo Moskau-Spielern Alexei Kovalev und Alexander Karpovtsev, an der gleichen Spielstätte, den Stanley-Cup für die Rangers holen.

Der Fluch

Mit den vier ehemaligen Sowjets kämpfen die Rangers, am 14. Juni 1994, im siebten Spiel der Finalserie nicht nur gegen die Vancouver Canucks, sondern auch gegen den «Fluch», der seit 54 Jahren auf den Rangers lastet und sie auf Schritt und Tritt begleitet. In der 14. Minute ist es Captain Mark Messier, welcher das Game-Winning-Goal, zum zwischenzeitlichen 3:0 erzielt. Gezittert wird jedoch, durch zwei Canucks-Treffer von Trevor Linden, bis zum letzten Bully 1,1 Sekunden vor Schluss. Der «Fluch» ist endlich besiegt, so oft sind die Rangers in den vergangenen 54 Jahren gescheitert, die Ursachen für das ewige Scheitern soll mit einem Fluch zusammenhängen, über deren Urheber man sich nicht nie ganz einig gewesen war. John Reed Kilpatrick etwa, der nach dem letzten Cup-Gewinn 1940 den Pokal entheiligt haben soll, als er darin den Grundstückpfandbrief auf den alten Madison-Square-Garden (II), auf drei Millionen Dollar lautend, verbrannte? Oder etwa eine Aussage von Mervyn «Red» Dutton, Manager der damaligen Rivalen der New York Americans, dessen Team von den Rangers aus dem Garden vertrieben und aufgelöst wurde? Dutton, welcher 1987 verstarb, schwor, die Rangers würden den Stanley-Cup zu seinen Lebzeiten nie mehr gewinnen.

In der Folge finden die Rangers während 54 Jahren immer wieder einen Weg den Stanley-Cup nicht zu gewinnen, irgendetwas geht immer schief und irgendetwas muss immer als Ausrede für das Scheitern hinhalten. Neue Retter, neue Manager, neue Trainer, neue Superstars und neue Besitzer kommen und gehen an der Pennsylvania Plaza. So auch vor dem siebten Spiel der Finalserie 1994, als Besitzer Viacom Inc. den sportlichen «Nebenbetrieb» der Rangers und New York Knicks zum Verkauf anbietet. Die perfekte Ausrede für ein erneutes Scheitern ist also pünktlich zum siebten Finalspiel bereit. Vielleicht ist dies, neben der unglaublichen Kabinenrede von Headcoach Mike Keenan – Mark Messier bezeichnet die Rede als eindrücklichste Rede die er in seiner Karriere je gehört habe – die Extraspritze für den zusätzlichen Effort und damit den besagten Fluch endlich besiegen zu können.


„So lange ich lebe, werden die Rangers keinen Cup gewinnen.“

– Red Dutton, New York Americans und Hall-of-Fame-Mitglied

Dieser Garden versprüht auch 55 Jahre nach seiner Eröffnung und mehrfachem Umbau, zuletzt 2013, einen Charme, den man nicht beschreiben kann. Sind es die historischen Ereignisse die im Hinterkopf präsent sind? Ist es der spezielle Geruch? Ist es die stille Atmosphäre, welche an einen Theater- oder Kinosaal erinnert? Oder sind es Ausstrahlungskraft und Tradition der Rangers? «Man muss ihn erleben», beschreibt Harry Valérien, ein Urgestein des deutschen Sportjournalismus, im Buch «Kultstätten des Sports» die Atmosphäre des Gardens, treffender kann man die berühmteste Arena der Welt, nach deren auch die olympische Rad-Disziplin «Madison» benannt ist, nicht beschreiben.

So berühmt und grandios die aktuellen Stars auf dem Eis auch sind, der Garden überstrahlt sie alle. So auch am 27. Dezember 2022, als die Washington Capitals mit Alexander Ovechkin und Co. gastieren. Das Spiel des Gastgebers bleibt blass und dazu brauchts nicht mal einen Fluch. Das technische Kabinettstück von Verteidiger K’Andre Miller, wie er Ovechkin aussteigen lässt, bleibt die beste Aktion der Blueshirts. Auch ohne Treffer der Rangers ist der Besuch im Garden ein unvergessliches Erlebnis oder wie heisst es? «Man muss ihn erleben.» Dies gilt nicht für den Rangers-Fan neben mir, welcher seinen Sitzplatz schon nach der zweiten Drittelspause verlässt und dies, obwohl er sich pro Jahr nur drei Spiele leisten kann: «Die Tickets sind sehr teuer, so gehe ich lieber an die Auswärtsspiele in Philadelphia, Newark und Long Island», verrät der New Yorker.

Der Ruotsalainen-Deal

Seit dem letzten Cup-Gewinn sind bereits wieder 29 Jahre verstrichen, diese sind jedoch nicht mehr mit einem Fluch behaftet, auch wenn Schwarzmarktdealer mit verbfüffend echten, aber gefälschten Tickets, als «Frank Abagnales im Westentaschenformat» ihren Schabernack treiben. Der Garden verkörpert so viel mehr als nur ein einzelnes Spiel der Rangers. In seiner 55-jährigen Geschichte wird hier auch so mancher Deal eingefädelt, der spektakulärste aus Schweizer Sicht geht im «Charley O’s», einem Steakhouse welches in den 80er Jahren auch als wichtige Begegnungsstätte dient, über den Tisch. Noch heute werden dort, vor den Spielen Steaks verzehrt – jedoch unter dem Label «Nick + Stef’s Steakhouse.» Diese kulinarische Örtlichkeit, an der Pennsylvania Plaza Nummer 9, ist an einem 12. April 1986, nach dem dritten Playoff-Spiel der Rangers gegen die Philadelphia Flyers Ausgangspunkt des Reijo Ruotsalainen-Transfers. Nach dem 5:2-Sieg der «Blueshirts» treffen sich dort SCB-Präsident Eddie Tschanz und Rangers-Star Ruotsalainen, oder wie sagt man? «Man muss ihn erleben.»

27. Dezember 2022 – Spiel 549

New York Rangers – Washington Capitals 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)
Madison-Square-Garden. – 18’006 Zuschauer (ausverkauft!). – SR Rehman (10)/Markovic (31), Cherrey (50)/MacPherson (83). – Tore: 9. Johansson (Kuznetsov, Gustafsson /Ausschlüsse Lindgren, Kreider) 0:1. 38. Gustafsson (Sheary, Strome) 0:2. 40. Eller (Mantha) 0:3. 57. Sheary (ins leere Tor) 0:4. – Strafen: New York Rangers 3-mal 2 Minuten, Washington Capitals 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: New York Rangers ohne Blais und Hajek, Washington Capitals ohne Johansen, Oshie und Snively (alle verletzt). Torschüsse 32:30. Kuemper*, Gustafsson** und Sheary*** (alle Washington Capitals) als beste Spieler ausgezeichnet.
New York Rangers (2): Shesterkin (Halak); Miller, Trouba; Lindgren (2), Fox; Harpur, Schneider; Lafrenière, Chytil, Kakko; Panarin, Zibanejad, Kravtsov; Kreider (2), Trocheck, Vesey; Brodzinski, Goodrow, Gauthier.
Washington Capitals: Kuemper (Lindgren); Orlov (2), Jensen (2); Gustafsson, Van Riemsdyk; Alexeyev, Irwin (2); Johansson, Eller, Aubé-Kubel; Ovechkin, Strome, Sheary (2); Milano, Kuznetsov, Mantha; Protas, Dowd, Hathaway (2).

> Zu den Highlights

Wenn die NHL ruft

Wenn die National-Hockey-League ruft, dann ist das eine Ehre. Die Ehre wird dabei noch ehrenvoller, wenn es dabei um die schweizerischste Franchise aller Franchisen geht. Die New Jersey Devils aus dem gleichnamigen Bundesstaat ennet dem Hudson River beschäftigen Nico Hischier, Akira Schmid und Jonas Siegenthaler. Dies hätte sich nun keiner erträumt, der in den 90er Jahren auf der Sega-Mega-Drive die NHL-Spiele von EA-Sports Tag und Nacht durchgespielt hat. Damals war bereits Ken Baumgartner ein «Schweizer» und der erste echte NHL-Schweizer Pauli Jaks wurde ab NHL’95 selbst kreiert und bei den Los Angeles Kings länger als nur ein Drittel eingesetzt.

Kultsender Sportkanal

Im Alter von 45 Jahren ist sie also da, die Premiere als NHL-Live-Kommentator. Hätte ich dies dem 15-jährigen «Ich» von 1992 erzählt, hätte dieser den schon etwas älteren Herrn aus der Zukunft für einen Spinner gehalten. Damals gab es nur den guten, alten «Sportkanal», im NHL-Magazin führte Michael Schürmann, der wohl kompetenteste NHL-Kommentator aller Zeiten, in hervorragender Rhetorik durch die Highlights der faszinierenden und fernen Liga aus Übersee. Geschrieben wurde hierzulande zu dieser Zeit noch kaum über diese Liga, man musste, neben Schürmanns TV-Bildern, schon die «The Hockey News» abonnieren, um Up-to-Date zu sein.

Experte und Scout

Einer der diese ganze Entwicklungsgeschichte «Mittendrin, statt nur dabei» mitgemacht hat, ist der heutige Co-Kommentator und NHL-Scout Thomas Roost. Er weiss alles was man über jeden einzelnen Spieler wissen muss. Sein Werdegang ist ebenso faszinierend wie die schweizerische NHL-Entwicklung zwischen 1992 und 2022. Mit Roost an meiner Seite, musste nun das ganze Wissen der letzten 35 Jahre für dieses erste Spiel, am 19. November 2022, als «Schürmann im Westentaschenformat» gebündelt werden. Um 19 Uhr steigt sie also, die erste NHL-Partie, am rechten «Zürisee-Ufer» im schmucken Erlenbach. Die Devils gastieren in Ottawa bei den Senators, welche exakt vor 30 Jahren, 1992 ins Liga-Geschehen eingegriffen haben.

Teuflische Rekordjagd

Das schweizerische New Jersey steckt im zweitbesten Lauf aller Zeiten, würde die Serie von elf Siegen ausgerechnet heute Abend reissen? Es wäre ein Schönheitsfehler dieses für mich geschichtsträchtigen Abends. Der Franchise-Rekord von 13 Siegen stammt aus der Spielzeit nach dem zweiten Stanley-Cup 2000-01. Captain Hischier, welcher das erste Drittel durch einen Crosscheck Austin Watsons früher verlassen muss, führt die Devils zum zwölften Vollerfolg und trägt, zusammen mit Schmid und Siegenthaler, zu dieser Premiere mehr als nur erfolgreich bei.

Ottawa Senators – New Jersey Devils 1:5 (0:2, 1:2, 0:1)
Canadian-Tire-Center. – 18’881 Zuschauer. – SR Lambert (37)/Blandina (39), Alphonso (52)/Tobias (61). – Tore: 8. Haula (Zetterlund, Severson /Ausschluss Brunnström) 0:1. 16. Bastian (Wood, McLeod) 0:2. 23. Boqvist (Sharangovich, Siegenthaler) 0:3. 38. Brassard (Brännström, Giroux) 1:3. 40. Sharangovich (Hischier /Ausschluss McLeod!) 1:4. 58. McLeod (ins leere Tor) 1:5. – Strafen: Ottawa Senators 4-mal 2 Minuten, New Jersey Devils 2-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Ottawa ohne Chabot und Norris (beide verletzt), New Jersey ohne Bernier (verletzt). Ottawa ab 58. ohne Torhüter. Sharangovich*, Schmid** und Bastian*** (alle New Jersey) als beste Spieler ausgezeichnet.
Ottawa Senators: Forsberg (23. Talbot); Sanderson, Hamonic; Brännström (2), Zub; Holden, Bernard-Docker; Tkachuk, Stützle, Giroux; DeBrincat, Brassard (2), Joseph; Motte, Pinto, Batherson (2); Kelly, Gambrell (2), Watson.
New Jersey Devils: Schmid (Vanecek); Siegenthaler (2), Hamilton; Graves, Marion; Smith, Severson; Tatar, Hischier, Zetterlund; Haula, Hughes, Bratt; Sharangovich, Boqvist, Mercer; Wood, McLeod (2), Bastian.

Amerika git’s nid

Bis Ende der 90er Jahre ist die National-Hockey-League von der Schweiz so weit entfernt, wie einst Amerika für «Colombo», wie 1994 im Züri-West-Song «Amerika git’s nid» von Kuno Lauener passend umgesetzt. Nur wenige Schweizer Journalisten erleben die sogenannte «Belle-Epoche» der NHL und kehren mit leuchtenden Augen aus Amerika zurück, doch niemand weiss so richtig ob’s dieses «Amerika» so wirklich gibt, nichts beschreibt dies treffender als Züri-West’s Refrain: „Amerika git’s nid, sie hei’s gar niä gfungä – Amerika git’s nid, das isch nume ä Gschicht – Amerika git’s nid, aues glogä u erfungä – Amerika gits nid, Amerika isch nume es Grücht.“ Erst im Januar 1995 wird das Gerücht durch die Pionierleistung von Pauli Jaks zur Geschichte.

2022 und 43 Schweizer NHL-Spieler später weiss jeder, das es das mythische «NHL-Amerika git» und wie. Heute ist die NHL allgegenwärtig und der Traum jedes Hockeytalents – und sie gastiert bereits zum sechsten Mal in der Schweiz, die European-Tour von 1959 in Genf und Zürich nicht mit eingerechnet. Und wenn «Amerika» in Europa gastiert, ist alles anders. Sämtliche Zweifel in Lauener’s Refrain werden auf einen Schlag ausgeräumt. Die Medien-Akkreditierung wird durch eine Schwedin administriert: «Sorry i’m from Sweden», sagt sie nach meiner berndeutschen Frage.

Selbst die treuesten SCB-Funktionäre dürfen das Training der prominenten Gäste in der PostFinance Arena nicht besuchen und der heimische SC Bern wird beim Sonntagstraining aufs unterirdische Trainingsfeld degradiert. Die Nashville Predators trainieren ab 11 Uhr, während 30 Minuten auf dem Hauptfeld der Arena, ehe sie ihre Eisschicht vor geschlossenen Türen und Vorhängen in der Trainingshalle fortsetzen. Neben dem «besenreinen Stadion», Nachwuchskabinen inklusive und dem kompletten Wechsel sämtlicher Sponsoren, sowie dem Grossteil der Stadioneinnahmen, werden auf dem grösseren Eisfeld sogar die Bully-Kreise neu gezeichnet, damit der Winkel für die NHL-Goalies stimmt. Für den Berner Schlussmann Philip Wüthrich, spielt dies aus Sicht «Amerikas» keine Rolle. Während des Spiels scheint dies für den hervorragend spielenden Wüthrich tatsächlich keine Rolle zu spielen – er pariert Schuss um Schuss und wird zurecht als drittbester Spieler der Partie ausgezeichnet.

NIEDERREITER
JOSI

Der Rummel um und in der Arena ist der absolute Wahnsinn, alles was Rang und Namen hat – und alles was nicht Rang und Namen hat – tummelt sich im langsamen Schritt-Tempo durch die Tribünengänge. Jeden Meter kennst du irgendjemanden aus dem Hockeyumfeld und selbst Nashvilles General-Manager David Poile oder Triple-Gold-Club-Legende Peter Forsberg gehen in diesem Tohuwabohu unter. Im «Bärengraben» tummeln sich nach dem Spiel über 100 Journalisten wie in einem Ameisenhaufen, dennoch behalten die Medien-Verantwortlichen beider Seiten den Überblick. Das unerreichbare Amerika, welches vor 30 Jahren nur vom Hörensagen durch eine Handvoll Pioniere nach Drehbuch und Hollywood gerochen hat, ist nun da – und wie. «Amerika git’s» und dies allen Belangen anlässlich seines bereits zwölften Einzel-Auftritts auf Schweizer Eis.

Die sportliche Kontrolle auf dem Eis übernimmt zunächst aber nicht Amerika, sondern der Gast im eigenen Stadion und geht mit 1:0 in Führung. Ab der 27. Minute schlägt die teuerste Angriffsreihe Nashvilles, 21.5 Millionen Saisonverdienst, mit Duchene-Granlund-Forsberg gleich doppelt zu. Zweimal trifft auch Berns verlorener Sohn Roman Josi. «Wie nach Drehbuch» meint mein Sitznachbar der deutschen Eishockeynews und NHL-Kenner Joël Wüthrich, ich entgegne das «kontroverse Duell»* mit einem «Nein», wie einst in der gleichnamigen Slapshot-Rubrik* zwischen Wüthrich und Klaus Zaugg. Apropos Zaugg, der beim SCB äusserst «beliebte» Chronist findet kurz vor Spielbeginn auf der Medientribüne seinen Sitzplatz nicht: «I ha niene ä Platz», der SCB habe ihm einen Medienplatz verwehrt, entpuppt sich aber als «gloge u erfunge u isch nume es Grücht» – aber Amerika git’s!

Mikael Granlund, Nino Niederreiter und Matt Duchene vor dem nächsten Einsatz gegen den SCB. (Kein)

Das verpasste NHL-Duell

Am 17. April 2013 wurde Reto Berra vom EHC Biel zu den Calgary Flames transferiert. Am 3. November 2013 debütierte der Zürcher in der besten Liga der Welt, als sechster und bisher letzter Schweizer NHL-Torhüter, auswärts mit einem 3:2-Sieg in Chicago. Während seiner Zeit in Übersee und 76 NHL-Partie traf Berra nie auf Jonas Hiller.

Zum Zeitpunkt von Berras Debüt hatte Hiller schon sechs NHL-Jahre hinter sich. Berra wurde am 5. März 2014 von Calgary nach Denver zu den Colorado Avalanche transferiert. Am 1. Juli gleichen Jahres kam dafür Hiller nach Calgary. Nach neun Saisons bei den Anaheim Ducks und Calgary kehrte der Appenzeller als einer der drei erfolgreichsten Schweizer NHL-Goalies in die Schweiz zurück.

Erstes Duell nach der NHL-Karriere

Am 28. September 2018 standen sich Berra und Hiller, welche neben Calgary und der Schweizer Nationalmannschaft auch eine Bieler und Davoser Vergangenheit haben, erstmals nach ihrer NHL-Karriere als Gegner in der Tissot-Arena gegenüber. Nach einer 2:0-Führung der Seeländer, ging das verpasste NHL-Duell noch mit 3:2 an Berra und die Freiburger.

Beim zweiten Aufeinandertreffen, am 16. Oktober 2018 konnte Berra beim 3:0-Heimsieg über Hiller und den EHC Biel sogar einen Shutout feiern. Am 7. Dezember 2018 revanchierten sich Hiller und die Bieler mit einem klaren 4:0-Auswärtssieg. Einen Tag später holte Berra mit Gottéron den zweiten Auswärtssieg gegen Hiller mit einem 4:1 in Biel.

Fünf Duelle vor der NHL-Karriere

Berra und Hiller trafen schon vor ihrem Nordamerika-Abenteuer aufeinander. Die erste Affiche gabs am 5. März 2006 zwischen dem HC Davos und den ZSC Lions. Hiller siegte im letzten Qualifikationsspiel mit den Bündnern gegen Berra und die Lions, welcher als Ersatz für Ari Sulander zum Einsatz kam, mit 5:2.

In den Playoffs 2005-06 standen sich Berra und Hiller während vier Viertelfinal-Partien gegenüber. Auf dem Weg zum 28. Meistertitel der Bündner, ging Hiller dreimal als Sieger vom Eis. Wobei Berra in seiner einzigen siegreichen Partie, für den durch eine Adduktoren-Verletzung ausgeschiedenen Stammkeeper Sulander, nur noch in den letzten neuneinhalb Minuten zum Einsatz gekommen ist.

Hiller führt gegenüber Berra mit 5:3, die nächsten Duelle gibts am 5. Januar 2019 in Biel und am 16. Februar 2019 in Freiburg, sofern die beiden Stammtorhüter eingesetzt werden.

Die Duelle Berra gegen Hiller

5. März 2006, 2:5 in Davos
3. März 2007, 5:2 in Zürich (Berra 9 Minuten und 31 Sekunden im Einsatz)
5. März 2007, 2:4 in Davos
8. März 2007, 1:3 in Zürich
10. März 2007, 0:3 in Davos
28. September 2018, 3:2 in Biel
16. Oktober 2018, 3:0 in Freiburg
7. Dezember 2018, 0:4 in Freiburg
8. Dezember 2018, 4:1 in Biel
5. Januar 2018 in Biel
16. Februar 2018 in Freiburg

https://www.eishockeyblog.ch/nhl-cher/berra/

https://www.eishockeyblog.ch/nhl-cher/hiller/

Foto: Hervé Chavaillaz

Von Fankulturen und NHL-Kandidaten

Aus der Organisation der ZSC Lions gibts immer wieder NHL-Kandidaten. (Hervé Chavaillaz)

Tissot-Arena in Biel, die Pressekonferenz wurde von den beiden Presse-Verantwortlichen Sandro Frei und Silvan Andrey abgehalten, da betritt ein gut gekleideter, älterer Herr den Presseraum. Höflich bittet er den Pressechef um eine Aufstellung. Wer noch spät im Presseraum herumlungert, bemerkt den nicht alltäglichen Gast und erkennt ihn durch seine englische Sprache. Sofort ist klar, die Scouts aus der National-Hockey-League bummeln wieder durch die europäischen Stadien, allerdings trägt er ein Logo von ZSKA Moskau auf seiner Jacke.

Eigentlich nichts spezielles und dennoch fragt man sich, wen beobachtet er? Was notiert er? Welcher Akteur imponiert ihm? Auf der Pressetribüne, wie könnte es auch anders sein, nimmt der freundliche, ältere Herr neben mir Platz und fragt vorher ob dieser Sitz noch frei sei. Im Smalltalk gibt Danny Brooks einiges Preis: Als Scout der Washington Capitals tourt er einige Wochen durch Europa, zum Playoff-Beginn weilt er noch in der Schweiz, dann geht er eine Woche nach Schweden.

Europäisches Nashville

Auf die Frage wen er den heute Abend beobachtet, zeigt sich der Scout, wie erwartet bedeckt, «i look for everyone», sagt er lachend. Er füt hinzu, dass ihm die europäische Stadion Atmosphäre imponiert, seine Tochter und seine Frau, wären sie hier, würden sie mitten in der Stehrampe stehen. Statt über mögliche Kandidaten für die Capitals, unterhalten wir uns über die unterschiedliche Fankultur zwischen Europa und Nordamerika. «Am ehesten kommt Nashville an die Stimmung der Europäer, in Nashville ist das Publikum frenetischer als in der NHL üblich», sagt Brooks weiter.

„I look for everyone.“

— Danny Brooks (Scout, Washington Capitals)

Und Brooks weiss wovon er spricht, als Spieler hat er in den neunziger Jahren in Grossbritannien gespielt und als Assistenztrainer war ein Jahr in der Kontinental-Hockey-League bei ZSKA Moskau tätig. Zurück zum Spiel: Die Intensität gefällt ihm, auf dem Eis gehts ziemlich zur Sache, die Bieler führen nach 40 Minuten mit 2:0 und ein erster Vorgeschmack auf die Playoffs ist zu spüren. Am Montag besucht er das «Rückspiel» in Zürich oder das 50. und letzte Qualifikationsspiel.

Erste Saison für Siegenthaler

Washington hat sich 2015 die Rechte von Zürichs Jonas Siegenthaler gesichert und ihn im Draft in der zweiten Runde als Nummer 57 gezogen. Man sei in sehr zufrieden mit Siegenthaler sagt Brooks weiter. Nach zwei Stippvisiten, bestreitet der 20-jährige Verteidiger seine erste «ganze» Saison in Nordamerika und ist im AHL-Team der Hershey Bears parkiert. In Hershey ist Siegenthaler, nach David Aebischer und Timo Helbling, erst der dritte Schweizer in der 80-jährigen Klubgeschichte.

In der Schweiz ist Brooks kein unbekannter, im Juli 2014 sorgte der irisch-amerikanische Doppelbürger beim SC Bern für kuriose Schlagzeilen. Nachdem Brooks als Assistent von Guy Boucher verpflichtet wurde, wurde das Engagement nach knapp einer Woche wieder aufgelöst. Brooks, der bereits zwei Jahre als Assistent von Boucher in Drummondville tätig war, soll gleichzeitig in Frankreich einen Vertrag unterschrieben haben.

Ob sich auch Julian Schmutz ins Notizbuch von Brooks gespielt hat? (Hervé Chavaillaz)

3. März 2018

Biel – ZSC Lions 4:1 (1:0, 1:0, 2:1)
Tissot-Arena. – 5’828 Zuschauer. – SR Mollard/Müller, Altmann/Kaderli. – Tore: 14. Schmutz (Diem) 1:0. 39. Rajala (Forster/Ausschlüsse Earl; Kenins, Suter) 2:0. 44. Rajala (Pedretti) 3:0. 57. Chris Baltisberger (Sutter/Ausschluss Wetzel, ZSC Lions ohne Torhüter) 3:1. 59. Schmutz (Neuenschwander, Kreis) 4:1 (ins leere Tor). – Strafen: Biel 10-mal 2 Minuten, ZSC Lions 8-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer: Pouliot; Pettersson. Biel ohne Lofquist (überzähliger Ausländer) sowie Dufner, Tschantré und Valentin Lüthi, ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Sjögren, Marti (alle verletzt), Klein (krank), Pelletier (überzähliger Ausländer) sowie Künzle, Pestoni und Miranda (alle überzählig). 58. Tor von Chris Baltisberger annulliert (hoher Stock). (58:08) Timeout ZSC Lions und ab 56:06 bis 56:39 und von 57:35 bis 58:42 ohne Torhüter.
Biel: Hiller; Jecker, Forster; Fey, Kreis; Maurer, Steiner; Hächler; Pedretti, Pouliot, Rajala; Micflikier, Fuchs, Earl; Schmutz, Diem, Neuenschwander; Joggi, Sutter, Wetzel; Fabian Lüthi.
ZSC Lions: Flüeler; Seger, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Guerra, Berni; Karrer; Pettersson, Vey, Suter; Wick, Shore, Kenins; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Bachofner, Prassl, Hinterkircher; Korpikoski.

Seit 18 Jahren warten wir auf Shinkaruk

Im Kultfilm «Zurück in die Zukunft II» wird der fliegende DeLorean mit Doc Emmet Brown (Christopher Lloyd) in den Schlussminuten von einem Blitz getroffen, einen Augenblick später kommt ein Postbote mit einem Brief von 1885 für Marty McFly (Michael J. Fox): «Wir haben diesen Umschlag nun schon seit 70 Jahren in unserem Besitz!… …Wir hatten schon Wetten abgeschlossen, ob dieser Marty hier sein würde!»

Nicht 70 aber 18 Jahre warte ich auf das verfassen dieses Berichts über den Kanadier Hunter Shinkaruk. 1997 stiess auf ein Foto eines zweijährigen Knirps, der im WHL-Team (Western-Hockey-League) der Calgary Hitmen bei der Torbeschwörung mittun durfte. Sein Vater war Klub-Zahnarzt und der kleine Hunter war jeweils beim Warm-up mit den Grossen auf dem Eis. Zu seiner Unzufriedenheit musste man den «Kleinen» kurz vor Spielbeginn vom Eis nehmen. «Mein Vater sagte, ich war wütend weil ich nicht mitspielen durfte», sagt Shinkaruk heute.

Wie das Postamt von Hill Valley in «Zurück in die Zukunft II», habe ich das Foto von Calgary-Sun-Fotograf Dave Chidley vor 18 Jahren in mein Archiv, ein Ordner mit nicht alltäglichen Zeitungsartikeln, gelegt um die Geschichte in ferner Zukunft zu Ende zu bringen. Tatsächlich stösst mir 2010 im Kader der Medicine Hat Tigers der Name «Shinkaruk» ins Auge, es ist der «Kleine» aus der Zeitung. 2013 wird Shinkaruk in der ersten Runde als Nummer 24 von den Vancouver Canucks gedrafted.

Am 16. November 2015 ist es soweit. Bei den Canucks fallen die Stürmer Alexandre Burrows (Geburt seines Sohnes Jacob, vielleicht der nächste Hunter?) und Brandon Sutter (verletzt) aus und Shinkaruk wird für die Partie gegen die Montreal Canadiens vom AHL-Farmteam Utica Comets für die NHL aufgeboten. Nach 18 Jahren darf der «Kleine» endlich bei den ganz Grossen ran, der Center spielt in einer Linie mit Adam Cracknell und Derek Dorsett und kommt dabei auf 13 Einsätze und eine Eiszeit von 9 Minuten und 35 Sekunden. Vielleicht hätte ich wie der Postbote bei «Zurück in die Zukunft» eine Wette abschliessen sollen…

Shinkaruk aus dem «Sport 1997»

Hunter Shinkaruk bei seinem NHL-Debüt 2015 und rechts bei seinem Auftritt als 2-Jähriger mit den Calgary Hitmen 1997. (Claus Anderson/Getty Images, Dave Chidley/Calgary Sun)

Ehlers und das zweite Spiel

Am 5. Januar 2013 siegte der EHC Biel in einem Qualifikationsspiel gegen die SCL Tigers mit 5:4. Dabei setzte Biel-Trainer Kevin Schläpfer den erst 16-jährigen Junior Nikolaj Ehlers ein. Der Sohn von Heinz Ehlers durfte in seinem zweiten NLA-Spiel in der ersten Linie mit Eric Beaudoin und Emanuel Peter spielen. Nach lediglich 25 Sekunden erwischte der Däne Langnau-Hüter Thomas Bäumle zwischen den Schonern und brachte Biel mit 1:0 in Führung und Ehlers-Junior skorte bereits in seinem zweiten NLA-Spiel.

Auch in Winnipeg zwei Spiele

Auch in der National-Hockey-League (NHL) benötigte Ehlers-Junior nur zwei Spiele für seinen ersten Skorerpunkt. In seiner zweiten Partie für die Winnipeg Jets gab der NHL-Draft von 2014 am 9. Oktober 2015, beim 3:1-Sieg gegen die New Jersey Devils, in der 22. Minute die Vorlage zum 1:0 von Mark Scheifele. Ehlers beendete die Partie mit einer Plus 2 Bilanz und stand 14 Minuten und 14 Sekunden auf dem Eis. Mit seinem ersten Skorerpunkt im zweiten NHL-Spiel ist Ehlers der elfte dänische Punktesammler (siehe unten) in der besten Liga der Welt.

Auch bei den Junioren zwei Partien

In der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL) brauchte Ehlers ebenfalls zwei Spiele für den ersten Skorerpunkt. Am 13. September 2013 gab der Rechte Flügel der Halifax Mooseheads in der 17. Minute das Zuspiel auf Danny Moynihan’s 1:0 gegen die Charlottetown Islanders, die Partie ging allerdings 2:5 verloren.

Ehlers zweites Spiel

DatumLiga(Min) Punkt
5. Januar 2013NLA(1.) Tor zum 1:0
13. September 2013QMJHL(18.) Assist zum 1:0
9. Oktober 2015NHL(22.) Assist zum 1:0
5 Skorerpunkte in 18 Spielen für den EHC Biel: Der 16-jährige Nikolaj Ehlers 2012-13. (EHC Biel)

Die dänischen NHL-Skorer (Stand 10. Oktober 2015)

SpielerClubsPunkte
Frans NielsenNYI297
Jannik HansenVAN185
Mikkel BodkerARZ174
Lars EllerSTL, MTL130
Peter ReginOTW, NYI, CHI67
Philip LarsenDAL, EDM31
Nicklas JensenVAN6
Frederik AndersenANH4
Oliver LauridsenPHI3
Nikolaj EhlersWPG1
Artikel im Bulletin 2015/16 des Bieler Fan’s Club Seeschwalbe

Breakfast at Starbucks

Fifth Avenue, mitten im Rummel des Grossstadtjungels, «liechter won i härechume lüchtet’s u blinket’s aues fliesst wie wenn e fium louft überau lüt lüt überau» (ZüriWest) fährt ein Bus ins Blickfeld, nicht der Bus aber die Werbekampagne des Buses sticht dem «hockeyaffinen» sofort ins Auge. Martin St. Louis, Martin Brodeur, Sidney Crosby und Joe Thornton beeindrucken durch ihre Grösse, wie es sich eben für New York gehört. Der Store liegt an der Kreuzung «6th Avenue und der West 47. Street», offiziell bei der Hausnummer 1185, an der «Avenue of the Americas.» Offiziell wurde die sechste Strasse bereits 1945 in die «Avenue of the Americas» umbenannt, wird aber im Alltag immer noch als «Sixth Avenue» bezeichnet. Zurück zum Store, als Zückerchen ist der Hockey-Laden an einen Starbucks-Store gekoppelt.

Kaffee und Hockey was will man mehr? In der Tat entpuppt sich die Kombination Starbucks/NHL-Store als Schalt- und Walt Zentrale jedes New York Besuchs. Die Kombination ist Treffpunkt, Ruhepol, Warteplatz, Frühstücks-Platz, Fotostudio sowie «Working-Press» Station, wie es ein berühmter Schweizer Hockey-Journalist zu sagen pflegt. Frühstück bei Starbucks statt Tiffany, gibts Trip für Trip und Tag für Tag auf sämtlichen New York Exkursionen. Bei sechs Tripps werden hier einige Geschichten geschrieben.

Im Januar 2009 arbeitet ein Schweizer im Laden der Hockey-Herzen, Riccardo Fumasoli, ein ehemaliger Tessiner Hockeyaner dessen Bruder einst Torhüter beim HC Porza gewesen ist, für den Fall der Fälle kann er uns sogar Tickets für die bevorstehenden NHL-Spiele besorgen. 2015 machen wir eine private Foto-Session mit allen möglichen Trikots und möglichen Stanley-Cup-Siegerkandidaten, zudem laufen auf dem imposanten Videowürfel, flankiert durch tausend Hockeystöcke die NHL-Highlights in der Endlosschlaufe.

Die Hockey-Oase dient aber auch als ruhige Schreibstätte und als Ort der Erholung vom lauten und pulsierenden Strassen-Rummel Manhattans. Manche dieser Blog geschichten wurden direkt aus New York (Working-Press) hochgeladen und mancher Kaffee hat zu wichtigen Entscheidungen für den bevorstehenden Road-Trip beigetragen. Dabei geht jeweils fast vergessen, dass man hier eigentlich NHL-Fanartikel kaufen sollte. Nicht zu vergessen, dass sich das NHL-Hauptquartier, ganz unscheinbar, gleich nebenan befindet.

Es gibt drei NHL-Büros, eines in Toronto, eines in Montreal und eines in New York, im selben Gebäude wie Starbucks und NHL-Store in der 15. Etage. Die Eingangshalle ist äusserst unscheinbar und niemand würde hier die NHL-Zentrale erwarten, es ist wie in einem alten James Bond-Film, entweder bist du offiziell angemeldet oder musst dich an der Lobby beim Security-Man vorbeischleichen. Wir konzentrieren uns aber vorerst auf Kaffee und den Spielplan rund um die «1185 Avenue of the Americas.»

Die Zukunft liegt in Brooklyn

Seit ihrer Gründung 1972, spielen die New York Islanders im Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum auf Long Island. Aktuell stehen die Islanders als Topteam der Metropolitan Division an der Tabellenspitze. Für die ehemaligen Teamkollegen von Mark Streit und Nino Niederreiter ist es die letzte Saison in Uniondale. Im Sommer 2015 zügelt die Franchise innerhalb Long Islands nach Brooklyn, einem Stadtteil südöstlich von Manhattan. 73 Jahre nach den Brooklyn Americans (1941-42) kehrt das NHL-Eishockey wieder in den zweitdichtesten Stadtbezirk New Yorks zurück.

NHL-Kult-Spielstätte 

Das Nassau-Coliseum der Islanders ist nach dem Madison-Square-Garden die zweitälteste Arena der Liga und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen einer modernen NHL-Arena. 1985 schloss der damalige Besitzer John Pickett mit dem Stadionbetreiber des Nassau-Coliseums einen 30-Jahres-Vertrag ab, welcher im Sommer dieses Jahres ausläuft. Unter dem Management von Besitzer Charles B. Wang wird das 18’000 Plätze fassende Barclays Center in Brooklyn die neue Heimat der Islanders.

Das Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum versprüht den Charme der NHL der 80er Jahre noch heute und ist Kult. (Foto: Krein)
Nicht nur wegen Mike Bossy’s Ehrung versprüht das Nassau-Coliseum noch heute den Charme der 80er Jahre. (Krein)

Mit einer sportlich möglichst erfolgreichen Saison wollen sich die Spieler von Uniondale verabschieden: «Das sind wir unseren Fans Schuldig», meint der Österreicher Michael Grabner. «Eigentlich will ich gar nicht weg von hier, es gefällt mir hier sehr gut», meint einer der schnellsten Stürmer der Liga weiter. Dies betrifft nicht nur Grabner, sondern die meisten möchten lieber in der gewohnten Umgebung bleiben. Das Barclays Center (Eröffnung 2012) in Brooklyn gehört ab 2015 zu den modernsten Hallen der Liga, lässt aber vor dem Umzug noch einige Fragen offen. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt und trainiert wird weiterhin im 50 km entfernten Syosset, am 175 Underhill Boulevard.

Mit dem jüngsten Umzug in ein neues Stadion verliert die Liga nach Boston, Buffalo, Chicago, Detroit, Los Angeles, New Jersey, Philadelphia, Pittsburgh, St. Louis, Toronto, Vancouver und Washington eine weitere Kultstätte. Neben dem All-Star-Game 1983, wurden im Coliseum drei Stanley-Cups (1980, 1981 und 1983) in die Höhe gestemmt, der letzte 1983 beim 4:2-Sieg im vierten Spiel gegen die Edmonton Oilers. Der damalige Torschütze zum 3:2, Mike Bossy wird am 30. Januar 2015 vor der Partie gegen die Boston Bruins geehrt, der «Hall-of-Famer» gewann mit den Islanders vier Stanley-Cups und seine Rückennummer 22 wird bei den Isles nicht mehr vergeben.

Neues Kapitel steht bevor

Mit dem Umzug nach Brooklyn wird das erfolgreiche Islanders-Kapitel aus der Vergangenheit endgültig abgeschlossen. Nach einer langen Durststrecke ist die Mannschaft um Superstar John Tavares auf dem besten Weg an die Erfolge von Bossy und Co. anzuknüpfen. Den ersten Grundstein wollen die Islanders aber schon in ihrer letzten Saison im Kult-Stadion Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum legen.

29. Januar 2015 – Spiel 711

New York Islanders – Boston Bruins 2:5 (0:2, 1:1, 0:2)
Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum. – 16’170 Zuschauer. – SR Sutherland (11) /Lemelin (41), Mach (78) /Gibbs (66). – Tore: 14. Smith (Lucic, Krejci) 0:1. 17. Bergeron (Hamilton, Smith /Ausschluss de Haan) 0:2. 29. Tavares (Clutterbuck, Hamonic) 1:2. 36. Grabner (Boychuk, Tavares) 2:2. 40. Miller 2:3. 42. Krug (Smith, Lucic) 2:4. 58. Lucic (Krejci, Chara) 2:5. – Strafen: New York 1-mal 2 Minuten, Boston 2-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: New York ohne Donovan, Boston ohne Bartkowski und Caron (alle verletzt). Mike Bossy vor dem Spiel auf dem Eis geehrt. Smith*, Lucic** (beide Boston) und Tavares*** (New York) als beste Spieler ausgezeichnet.
New York Islanders: Halak (Johnson); Hamonic, De Haan (2); Boychuk, Hickey, Leddy, Strait; Strome, Lee, Nielsen; Bailey, Cizikas, Clutterbuck, Grabner, Grabovski, Kulemin, Martin, Nelson, Tavares.
Boston Bruins: Rask (Svedberg); McQuaid, Seidenberg; Chara, Hamilton, Krug, Miller; Smith, Bergeron, Marchand; Campbell, Cunningham, Eriksson, Kelly, Krejci (2), Lucic, Paille, Pastrnak, Söderberg (2).

Philadelphia ohne Wiederkehr

Zum zweiten mal steht Philadelphia auf dem Programm. Amtrak bringt dich innerhalb von zwei Stunden in die ehemalige Hauptstadt der USA. Die Zugfahrt bietet dabei ein bisschen Hollywood-Feeling. Zwei Stunden kannst du Leute und deren Verhaltensmuster beobachten, was für ein Leben der Herr im Anzug und am Natel wohl führt? Wie lange der Ticket-Kontrolleur wohl schon auf der Amtrak-Linie fährt? Ticket? Das Ticket liegt immer noch in meinem Hotelzimmer und eigentlich dürfte ich gar nicht im Zug sitzen. Der freundliche Kontrolleur an der Penn-Station, man wird bereits vor dem Einsteigen kontrolliert, drückt ein Auge zu, denn ich habe immerhin die Quittung (Receipt) dabei.

Im Zug gibts aber eine zweite Kontrolle, da muss ich die Geschichte erneut erklären und manch einer mag sich wohl fragen, welches Leben dieser Herr mit dem Ticket-Problem wohl führt und woher er wohl kommt? Wie gesagt, es ist wie in einem Film, mein Film bewegt isch zwischen einer Komödie und einem Drama. Der Zug ist bereits in Trenton, zwischen 2007 und 2011 spielt hier das Farmteam der New Jersey Devils, die Trenton Devils, vorher bekannt als Trenton Titans aus der East-Coast-Hockey-League.

Frühzeitig in Philadelphia angekommen, bleibt genügend Zeit sich die berühmte Rocky-Treppe und die Rocky-Statue anzuschauen. In der Stadt treffen wir Sport-Informations-Korrespondent Alex Löffel und gehen gemeinsam durch die «Streets-of-Philadelphia» Richtung Museum-of-Art, gleich beim «Kelly Drive», die Strasse welche nicht nach Fürstin Grace, sondern ihrem Bruder, dem Olympischen Ruderer John Kelly benannt ist.

Vom fiktiven Boxer, gehts an die Strasse der echten Boxer, an die Broad-Street vor dem Wells-Fargo-Center. Vor dem Pub erinnert eine Statue von Bobby Clarke und Bernie Parent an den letzten Stanley-Cup-Gewinn der Flyers als «Broad-Street-Bullies» 1975. Heute sind die Flyers keine Prügelbande mehr, gegen Toronto gibts gerade mal eine 2 Minuten Strafe (Jakub Voracek), was zu Zeiten der Broad-Street-Bullies mit Clarke, Dave Schultz, André Dupont und Co. undenkbar gewesen wäre.

Das Broad-Street-Bullies-Pub an der Pattison-Avenue. (Krein)

Nach dem Spiel gehts per Taxi zügig Richtung Bahnhof, denn der letzte Zug nach New York fährt pünktlich und morgen geht der Rückflug in die Schweiz. Doch für den Mann ohne Zugticket beginnt nun erst das richtige Spiel, im wahrsten Sinne des Wortes gegen die verbale Version der Broad Street Bullies. Vormittags durch den New Yorker Amtrak Kontrolleur den Zug passiert, passiert dies leider nicht mit der «Big-Mama» in Philadelphia.

Die Kontrolleurin nimmts ganz genau und macht ihren Job hervorragend. «Thats the receipt, thats not a Ticket» lautet das Password für das äussere Tor (nur um die Treppe Richtig Perron zu passieren). Doch wie lautet das Password für das innere Tor? Wie Tom Cruise bei Eyes-Wide-Shut, kommt der Mann ohne Ticket ins Schwitzen. Gefasst erklärt der Landsmann von Mark Streit der korrekten Kontrolleurin nochmals, warum er nur eine «Quittung» dabei hat, die Quittung ist praktisch identisch mit dem Zugticket.

Die Bahnhofhalle von Philadelphia und Schauplatz für das «Receipt-Theater». (Krein)

Doch es ist nur eine Quittung. «You need a Ticket», sie lässt den Mann nicht durch und die Zeit läuft, während hunderte von Passanten mit ihrem Ticket die Treppe in den «Himmel» erklimmen, kämpft der Mann auch noch gegen die Zeit. Nur noch wenige Minuten bleiben noch zum Einstieg und der Schlachtplan lautet, kurz vor der Abfahrt einfach vorbei zu rennen, «Big-Mama» würde uns nicht einholen können bis zum Einstieg. Dennoch eine heisse Situation, die US-Amerikaner sind nicht zimperlich wenn einer aus der Reihe tanzt. Philadelphia ohne Wiederkehr? Der Mann sieht sich bereits im Knast von Philadelphia: «Wenn ich Schwein habe, holt mich Streit dann aus dem Knast.»

Die Kontrolleurin verlangt ein neues Ticket zu kaufen für 60 Dollar, dabei hat er ja längst bezahlt und sogar eine Quittung auf dem Natel. In der Not erinnert sich der Mann an die letzten Tage, dass eine seiner EC-Karten (die Raiffeisen) hier nicht funktioniert. Mittlerweile sind sämtliche Passagiere an Bord der Amtrak und die Kontrolleurin begleitet den Störenfried an den Bankomaten um mit ihm gemeinsam das fehlende Ticket zu lösen.

Der Trick gelingt, die Bankkarte wird mehrmals abgelehnt, leider habe er nur diese bei sich, doch hier sei ja die Quittung, er würde das Ticket per Mail zusenden. Nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt von Amtrak, so kneift die strenge Amtrak-Frau doch noch ein Auge zu und der Schweizer kommt mit einem blauen Auge davon. Philadelphia was für eine Stadt, was für ein Erlebnis, für alles andere gibts die Mastercard.

Philadelphia Flyers – Toronto Maple Leafs 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) YouTube
Wells-Fargo-Center. – 19’872 Zuschauer. – SR Devorski (10) /Skilliter (24), Nowak (77)/Cvik (88). – Tor: 5. Del Zotto (Straka, Simmonds) 1:0. – Strafen: Philadelphia 1-mal 2 Minuten, Toronto 2-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Philadelphia ohne Raffl, Laughton, Coburn, Grossmann, Timonen und Rinaldo, Toronto ohne Phaneuf, Robidas und Booth (alle verletzt). Mason*, Del Zotto** (beide Philadelphia) und Kessel*** (Toronto) als beste Spieler ausgezeichnet.
Philadelphia Flyers: Mason (Emery); Schultz, Streit; Del Zotto, Luke Schenn; Colaiacovo, MacDonald; Read, Couturier, Umberger; Brayden Schenn, Giroux, Voracek (2); Straka, White, Simmonds; VandeVelde, Bellemare, Lecavalier.
Toronto Maple Leafs: Reimer (Bernier); Gardiner, Franson; Rielly, Polak; Holzer, Granberg (2); Van Riemsdyk, Bozak, Kessel (2); Lupul, Kadri, Winnik; Komarov, Holland, Santorelli; Panik, Smith, Clarkson.

Crosby statt Hartford

Eigentlich hätte alles ganz anders sein sollen. Das Ziel dieses Tages heisst Hartford, erstmals soll ein Spiel der American-Hockey-League (AHL) unsere New York-Tour bereichern. Ab Penn-Station New York ist die Hauptstadt des Bundesstaates Connecticut innert nur zweieinhalb Zug-Stunden zu erreichen. Nicht die Hartford Whalers, sondern die Hartford Wolf Pack empfangen im XL-Center die Bridgeport Sound Tigers, also ein Derby zwischen New Yorks Farmteams. Frühzeitig stehen wir an der Penn-Station beim Amtrak-Schalter um die Zugfahrt zu buchen, die Tickets (LA 104, Plätze 1 und 2) fürs AHL-Spiel liegen bereits in Hartford zu je 30 US-Dollar am Will-Call Schalter im XL-Center in einem Couvert für «Mr Krein» abholbereit.

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass der Amtrak-Zug, wie auf amtrak.com (NYP – HFD) im Vorfeld recherchiert, zwar pünktlich um 14 Uhr in der Hartford Union-Station einrollt, jedoch nicht, dass die Rückreise erst in einer Woche wieder angetreten werden kann. «Sie können heute nicht zurückfahren», sagt der nette Spence Olchin-Verschnitt hinter der Scheibe. Der Zug pendelt nur einmal wöchentlich zwischen New York und Hartford. Die AHL-Premiere wird noch früh Vormittags in einem Lokal der Penn-Station, tief unter den Strassen von New York mit Samuel Adams ertränkt.


„Die Tickets liegen noch heute irgendwo in Hartford und wurden nie abgeholt.“

— Michael Krein, Amtrak-Depp

Nach der ersten grossen Enttäuschung über die persönliche Niederlage gibts immerhin noch die Alternative National-Hockey-League. Anstelle des AHL-Knüllers gastieren gleichentags ja noch die Pittsburgh Penguins «ennet» dem Hudson-River. Tja dann halt Crosby und Co. statt Chris und Ryan Bourque oder zum achten Mal Prudential-Center statt zum ersten Mal XL-Center. Auch die Penguins sehe ich nicht zum ersten Mal in Newark. Eigentlich eine Frechheit, wenn die Alternative Crosby heisst, denn nur schon Sidney Crosby allein ist immer ein Spiel wert. Sein Linienkollege Chris Kunitz bestreitet an diesem Abend sogar sein 700. Spiel in dieser Liga. Kunitz und Crosby sind es schliesslich, welche die Gäste in die Overtime bringen und schon während des Warm-Ups ist Hartford zwar nicht vergessen, aber wird nur schon durch Crosbys Stickhandling wettgemacht.

30. Januar 2015 – Spiel 722

New Jersey Devils – Pittsburgh Penguins 1:2nV (0:0, 0:0, 1:1, 0:1)
Prudential-Center. – 16’592 Zuschauer. – SR Kozari (40)/St. Pierre (12), Galloway (82)/Nowak (77). – Tore: 47. Bernier 1:0. 57. Kunitz (Crosby, Letang/Ausschluss Harrold) 1:1. 63. (62:21) Despres (Sutter, Letang) 1:2. – Strafen: New Jersey 4×2 Minuten, Pittsburgh 3×2 Minuten. – Bemerkungen: 700. NHL-Spiel von Kunitz (Pittsburgh). Schneider* (New Jersey), Despres** und Kunitz*** (beide Pittsburgh) als beste Spieler ausgezeichnet.
New Jersey Devils: Schneider (Kinkaid); Greene, Larsson; Fraser (2), Zidlicky; Merrill, Harrold (2); Elias, Zajac, Havlat; Henrique, Gomez, Jagr; Zubrus (4), Cammalleri, Bernier; Ruuttu, Josefson, Tootoo.
Pittsburgh Penguins: Fleury (Greiss); Despres, Letang (2); Scuderi, Martin; Harrington, Bortuzzo; Kunitz, Crosby, Perron; Spaling, Sutter, Hornqvist; Arcobello, Lapierre (2), Downie (2); Sill, Ebbett, Adams.

Eine etwas andere Medienarbeit

John Ferguson, Director-of-Player-Personnel der Boston Bruins steht neben mir im Aufzug zu den Presseplätzen im Prudential Center, der «Lift» bringt uns direkt zu den Medienplätzen, direkt unter dem Hallendach der 17’625-Plätze-Arena. Für Presseleute und NHL-Team-Manager ist ein ganzes Stockwerk reserviert. Die Liste der Sitzplatzordnung hängt sogar noch vor der Toilettentüre. Kein Gedränge wie wir es von Schweizer Stadien kennen und die Zeit um sein Geschäft zu erledigen in der Pause manchmal knapp wird, in der National-Hockey-League ist der Gang aufs Klo so angenehm wie ein Spaziergang durch New Yorks Zentral-Park.

28. Januar 2015, „Michal Krain“ als Tscheche für die falsche Website auf der Medientribüne? (Krein)

Altbekannter aus Lyss 

Die Pressetribüne ist mit 128-Sitzplätzen auf zwei Etagen unterteilt. John Ferguson zeigt mir den Weg zu meinem Presseplatz (Nummer 2) und verabschiedet sich mit «good Game» zu den Plätzen der NHL-Manager. Dort sitzt auch ein alter Bekannter aus Lyss. Dave Baseggio, Vize-Präsident der Anaheim Ducks. In der zweiten Drittelspause unterhalten wir uns kurz über seine Aufgabe und die Organisation der Anaheim Ducks, sowie über seine Zeit als NLB-Ausländer 1992-93 beim SC Lyss.

Rundum Service-Paket 

Der Service für die Medienvertreter ist gross, in jeder Drittelspause wird eine Zusammenfassung der Spielstatistik verteilt, während des Spiels gibt es sogar einen separaten Speaker welcher nur für die Medientribüne sämtliche Strafen und Tore kommentiert. Auf dem Videowürfel sind nicht nur die Spieler «On Ice» angezeigt, sondern auch die Torschüsse sind jederzeit «up-to-date». Nichts scheint einem hier zu entgehen. Nach zwei Dritteln steht es nach 13:18 Torschüssen und je sechs Strafminuten immer noch 0:0 und die New Jersey Devils liegen nur Dank Ex-Ambrì-Goalie Cory Schneider noch nicht in Rückstand. Schneider wird beim 2:1-Sieg der Devils nach Penaltyschiessen durch die Medienvertreter auch als «Third-Star» ausgezeichnet.

Offene Kabinen und Telefon-Kult 

Zum Ende des Spiels werden die Medienvertreter per Lift in die Katakomben des Prudential Center begleitet. Die Kabinentüren zu den Devils und Toronto Maple Leafs sind geöffnet, in der Schweiz ein undenkbares Unterfangen, in der NHL eine Selbstverständlichkeit. Fehlt dir das «Finalsheet» mit der Schlussstatistik über das Spiel, wird dir auch dieses vom Medienvertreter sorgfältig nachgereicht. Bei aller Herrlichkeit der Medienarbeit der NHL, die Telefone auf den Presseplätzen der zweitneusten NHL-Arena (Baujahr 2007) lassen einem an längst vergangene Zeiten erinnern. Die NHL ist eben auch neben dem Eis Kult oder eben in allen Belangen einfach ein bisschen anders als bei uns.

28. Januar 2015 – Spiel 708

New Jersey Devils – Toronto Maple Leafs 2:1nP (0:0, 0:0, 1:1, 1:0)
Prudential-Center. – 15’882 Zuschauer. – SR Charron (6) /Walsh (29), Mach (78) /Sericolo (84). – Tore: 51. Van Riemsdyk (Bozak, Clarkson) 0:1. 58. Larsson (Havlat, Elias) 1:1. – Penaltyschiessen Gomez -, Santorelli -, Josefsson 1:0. Bozak -, Elias 2:0. – Strafen: New Jersey Devils 6-mal 2 Minuten, Toronto Maple Leafs 4-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: New Jersey Devils ohne Harrold und Ryder, Toronto ohne Leino, Phaneuf und Robidas (alle verletzt). Elias*, Schneider** (beide New Jersey) und Jonathan Bernier*** (Toronto) und als beste Spieler ausgezeichnet.
New Jersey Devils: Schneider (Kinkaid); Fraser (2), Gelinas, Greene, Larsson (2), Merrill, Zidlicky; Steve Bernier, Cammalleri, Elias, Gomez, Havlat, Henrique, Jagr (2), Josefsson, Ruuttu, Tootoo (2), Zajac (2), Zubrus (2).
Toronto Maple Leafs: Jonathan Bernier (Reimer); Rielly, Polak; Franson, Gardiner (2), Granberg, Holzer; Van Riemsdyk, Booth, Bozak, Clarkson (2), Holland (2), Kadri, Kessel, Komarov, Panik, Santorelli (2), Smith, Winnik, Van Riemsdyk.

Advents- und Scouting-Zeit

Sie tummeln sich wieder in den Eisstadien Europas, die Späher der National-Hockey-League (NHL). Allein am letzten Wochenende mit drei Spielrunden waren ein Dutzend NHL-Scouts in der Schweiz unterwegs. Die beiden Scouts der Buffalo Sabres, Fredrik Andersson und Teemu Numminen pendeln von Bern via Zürich nach Kloten. In Bern beobachten die beiden Skandinavier unter anderem Christoph Bertschy (Game-Winning-Goal), dessen Rechte allerdings schon bei den Minnesota Wild liegen. In Zürich sind es Jonas Siegenthaler und Denis Malgin, in Kloten sind es die jungen Davoser welche die Späher kurz vor ihrem Rückflug interessieren. Auch Pittsburgh-Scout Tommy Westlund ist in Zürich und Kloten anzutreffen.

Ehemalige Spieler 

Andersson, und Numminen waren einst selber Spieler. Andersson langjährier Torhüter bei MoDo Hockey Örnsköldsvik und Numminen war einst auf dem Weg in die NHL seinem älteren Bruder Teppo Numminen zu folgen. Wie Teppo, wurde auch der fünf Jahre jüngere Teemu von den Winnipeg Jets gedrafted, allerdings blieb es beim Draft. Nun beobachtet er selber mögliche Draft-Kandidaten für die Buffalo Sabres. Die beiden Skandinavier sind für das Amateur-Scouting in Europa zuständig. Als Pro-Scout in Buffalo ist übrigens Ex Bern- und Lausanne Trainer John van Boxmeer tätig.

Kalevi Numminen 

Apropos Trainer, Teppo- und Teemus Vater Kalevi Numminen ist in Finnland eine Legende, nach ihm ist sogar die Auszeichnung für den SM-liiga-Trainer des Jahres benannt. Vier Gewinner der Kalevi-Numminen-Trophy waren schon Trainer in der Schweiz. Ex Zug-Trainer Rauno Korpi gewann die Trophäe 1982, 1986 und 1987, der langjährige Kloten-Ausbildner Wladimir Jursinow wurde zwischen 1993 und 1995 drei Mal in Serie ausgezeichnet, ex SCB-Coach Hannu Jortikka zwischen 1999 und 2001 ebenfalls. Der vierte ist Raimo Summanen 2002.


Connor McDavid und Jack Eichel sind die heissesten Anwärter für die Nummer Eins

— Teemu Numminen (Buffalo Sabres)

Kalevi und Teppo Numminen haben bereits Eishockey-Geschichte geschrieben, Teemu Numminen soll als Scout zumindest den europäischen Teil des Kapitels der Buffalo Sabres von Morgen schreiben. Zu den heissesten Draft-Kandidaten für den Number-One-Draft 2015 zählen der Kanadier Connor McDavid (Erie Otters) und der Amerikaner Jack Eichel (Boston University). Die ersten Europäer sind auf den Positionen sieben und dreizehn des Rankings des International-Scouting-Services (ISS) vertreten: Oliver Kylington von Färjestads BK Karlstad und der Finne Mikko Rantanen von TPS Turku.

Die Schweizer Draft-Kandidaten

Die hoffnungsvollsten Schweizer Talente des ISS-Rankings sind Jonas Siegenthaler und Denis Malgin (Sohn von Albert Malgin) und dürften beim Draft vom nächsten Juni (26./27.) in Sunrise, Florida zum Zug kommen. Auf der nordamerikanischen Liste stehen die beiden in der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL) engagierten Kay Schweri (Sherbrooke Faucons) und Timo Meier (Halifax Mooseheads).

Unter Beobachtung stehen auch weitere Schweizer Talente wie Dominik Diem (GCK Lions), Colin Fontana (HC Lugano), Fabian Haberstich (SCL Tigers), Auguste Impose (HC Genf-Servette), Roger Karrer (GCK Lions), Timo Haussener (Rapperswil-Jona), Calvin Thürkauf (Zug) sowie die Berner Luca Hischier, Yanik Burren und Dario Meyer.

5. Dezember 2014

Bern – Ambrì-Piotta 4:1 (2:1, 2:0, 0:0)
PostFinance Arena. – 15’771 Zuschauer. – SR Michael Küng/Stricker, Dumoulin/Peter Küng. – Tore: 29. Giroux (Aucoin /Ausschluss Pestoni!) 0:1. 34. Loichat (Scherwey, Blum) 1:1. 40. (39:15) Bertschy (Blum /Ausschluss Lauper) 2:1. 49. Gardner (Scherwey) 3:1. 57. Gardner (Martin Plüss, Ritchie /Ausschluss Grieder) 4:1. – Strafen: Bern 5-mal 2 Minuten, Ambri-Piotta 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Bern ohne Kobasew, Reichert und Philippe Furrer, Ambri-Piotta ohne O’Byrne, Grassi, Elias Bianchi, Zurkirchen, Flückiger (alle verletzt). – Pfostenschuss Holloway (46.).
Bern: Bührer; Beat Gerber, Blum; Krueger, Gragnani; Jobin, Flurin Randegger; Kreis; Holloway, Ritchie, Cloutier; Bertschy, Martin Plüss, Scherwey; Simon Moser, Gardner, Ruefenacht; Alain Berger, Pascal Berger, Loichat.
Ambri-Piotta: Tobler; Birbaum, Bouillon; Gautschi, Zgraggen; Trunz, Sidler; Grieder, Chavaillaz; Daniel Steiner, Hall, Lauper; Stucki, Aucoin, Giroux; Duca, Schlagenhauf, Dostoinow; Pestoni, Fuchs, Lhotak.

7. Dezember 2014

Kloten – Davos 5:1 (3:0, 2:1, 0:0)
Schluefweg. – 6’923 Zuschauer (Saisonrekord). – SR Kurmann/Wiegand, Dumoulin/Küng. – Tore: 2. Schelling (Guggisberg, Hollenstein) 1:0. 11. Liniger (Guggisberg, Stancescu) 2:0. 20. (19:39) Kellenberger (Schelling) 3:0. 28. Guggisberg (Kellenberger, Back /Ausschluss Axelsson) 4:0. 31. Marc Wieser (Paschoud) 4:1. 37. Casutt (Guggisberg) 5:1. – Strafen: Kloten 5-mal 2 Minuten, Davos 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Kloten spielt im Jubiläums-Jersey (80 Jahre). Kloten ohne Gerber, Jenni, Bühler, Stoop und Santala, Davos ohne Dino Wieser, Du Bois, Forster, Kindschi und Schommer (alle verletzt). Timeout Davos (11.).
Kloten: Müller; Back, von Gunten; DuPont, Harlacher; Vandermeer, Frick; Schelling, Randegger; Hollenstein, Bieber, Bodenmann; Praplan, Liniger, Stancescu; Leone, Lemm, Mueller; Guggisberg, Kellenberger, Casutt.
Davos: Genoni; Guerra, Reto von Arx; Schneeberger, Koistinen; Jung, Camperchioli; Jan von Arx, Paschoud; Ryser, Ambühl, Axelsson; Marc Wieser, Lindgren, Paulsson; Sciaroni, Walser, Hofmann; Simion, Corvi, Jörg.

Vom Bettler zum König

Der schwedische Weltklassegoalie Henrik Lundqvist gewann fast alles was es im Eishockey zu gewinnen gibt: Olympia-Gold, Olympia-Bronze, Weltmeiterschaftsgold, zweimal Weltmeisterschafts-Silber sowie zweimal U20-Weltmeisterschaftsgold. Dazu kommen zwei schwedische Meistertitel (2005 mit Martin Plüss) und der Victoria-Cup in Bern. Nur der Stanley-Cup fehlt „King-Henrik“, wie der Ausnahmekönner, welcher auch ein bisschen was von Schauspieler Bradley Cooper verkörpert, während 15 Jahren im Madison-Square-Garden frenetisch gefeiert wird.

Der Stanley-Cup-Sieg bleibt dem Vezina-Trophy-Gewinner von 2012 zwar verwehrt, dennoch ist der schwedische Zwilling, sein Bruder Joel spielt bei Frölunda in Göteborg, eine Ausnahmeerscheinung. Doch Lundqvists NHL-Karriere beginnt eher holprig. Im NHL-Draft 2000 wird der Goalie erst in der siebten Runde als Nr. 205 von den Rangers gezogen. Im gleichen Jahr wird beispielsweise Sven Helfenstein als Nr. 175 von den Rangers gedraftet oder der israelische Nationalspieler Max Birbraer als Nummer Nr. 67 von den New Jersey Devils. Bereits in der dritten Runde wird Henriks Zwillingsbruder Joel von den Dallas Stars als Nummer 68 gezogen.


„Lundqvist kommt erst als 22. Torhüter in der siebten Runde zum Zug.“

— Michael Krein

Unter den Torhütern wird Rick di Pietro 2000 als Nr. 1, vom Stadtrivalen aus Long Island gezogen. Lundqvist kommt erst als 22. Torhüter in der siebten Runde zum Zug. Vor dem späteren Weltklassegoalie werden 13 Keeper berücksichtigt, welche später nie eine einzige NHL-Partie absolvieren werden. Mit Levente Szuper wird sogar ein Ungar vor Lundqvist gezogen. Auch Rangers-Intern ist Lundqvist hinter Brandon Snee nur zweite Wahl- und unter seinen Landsleuten hinter Mikael Tellqvist und Stefan Liv nur dritte Wahl. Was war mit dem Scouting im Jahr 2000 mag sich manch einer Fragen, denn später wird keiner aus der folgenden Liste (unten) Lundqvist (1’017 Spiele) das Wasser reichen können.

Die Torhüter vor Lundqvist im Draft 2000

NummerNameOrganisationNHL-Spiele
1Rick di PietroNY Islanders328
9Brent KrahnCalgary1
44Ilya BryzgalovAnaheim512
45Mathieu ChouinardOttawa1
60Dan EllisDallas219
70Mikael TellqvistToronto114
84Peter HamerlikPittsburgh0
90Jean-François RacineToronto0
102Stefan LivDetroit0
111Ghyslain RousseauBuffalo0
116Levente SzuperCalgary0
120Davis ParleyFlorida0
143Brandon SneeNY Rangers0
164Matus KosturNew Jersey0
165Nathan MastersLos Angeles0
166Nolan SchaeferSan Jose7
168Zdenek SmidAtlanta0
169Shane BenderaColumbus0
171Roman CechmanekPhiladelphia235
177Mike AyersChicago0
203Juri PenkoNashville0
205Henrik LundqvistNY Rangers1’017

Rückblickend haben die Rangers doch noch ein glückliches Händchen, mit ihrer siebten Wahl im Jahr 2000. Drei Jahre später sichern sich die Rangers die Rechte des an sechster Position gedrafteten Keepers Al Montoya. Das Supertalent spielt keine einzige Partie für das Team am Broadway. In 15 Saisons steht „King-Henrik“ in 1’017 Partien als Nummer eins zwischen den Pfosten der Blueshirts.

In gerade mal 14 Partien kann ich die „Faszination Lundqvist“ in fünf verschiedenen Ländern bei vier verschiedenen Wettbewerben „mittendrin statt nur dabei“ erleben. Dabei geht das Team von „King-Henrik“ nur dreimal als Verlierer vom Eis. Bei der NHL-Challenge 2010 in Zug sitzt Lundqvist als Ersatz auf der Tribüne der Bossard-Arena und erlebt die Rangers-Niederlage, neben General-Manager Glen Sather, nur als Zuschauer.

DatumOrtTeamGegnerResultat
22.2.2006TurinSchwedenSchweiz6:2
9.12.2007New YorkRangersNew Jersey1:0nV
8.5.2008QuebecSchwedenDänemark8:1
10.5.2008QuebecSchwedenRussland2:3
11.5.2008QuebecSchwedenTschechien5:3
1.10.2008BernRangersMagnitogorsk4:3
20.1.2009New YorkRangersAnaheim4:2
9.4.2010New YorkRangersPhiladelphia4:3
1.3.2011New YorkRangersBuffalo2:3
3.3.2011New YorkRangersMinnesota1:3
6.3.2011New YorkRangersPhiladelphia7:0
19.2.2012New YorkRangersColumbus3:2nV
18.5.2019BratislavaSchwedenSchweiz4:3
20.5.2019BratislavaSchwedenLettland5:4

Der Japaner von San Jose

Auch unsere Liga wird regelmässig von National-Hockey-League-Scouts heimgesucht. So auch am 7. Dezember 2013 beim Spiel EHC Biel – ZSC Lions (3:5). Angekündigt war zunächst nur Shin Larsson, oder eben Shin Yahata-Larsson. Der Scout der San Jose Sharks ist schwedisch-japanischer Doppelbürger und kann seinen Namen wie Biels Ahren Spylo-Nittel variabel einsetzen. So spielte der Stürmer 1998 an den Olympischen Spielen in Nagano – unter dem ehemaligen Biel-Coach Björn Kinding – als Shin Yahata (den ledigen Namen seiner Mutter). Ursprünglich stammt der Scout aber aus dem schwedischen Leksand, wo man ihn Shin Larsson nennt.

Patrick Kane lässt Biel grüssen

Bekanntlich sind die Scouts ja nie alleine unterwegs, so auch in Biel. Yahata-Larsson wird von seinem Berufskollegen aus Chicago begleitet. Dieser überbringt dem Bieler Pressechef Silvan Andrey gleich ein «Hello from Patrick Kane», welches Andrey gerne in die Bieler Katakomben weitergegeben hat, worauf einige geantwortet haben sollen «welcher Kane?». Wie Kane ist auch Yahatas Kollege, der Hüne (192cm, 97kg) aus Chicago in der Schweiz kein unbekannter. Der Schwede Mats Hallin bestritt in der Saison 1986-87 vier Spiele für den HC Lugano, wobei seine Hauptaufgabe darin bestand, HC Ambrì-Piotta-Bösewicht Misko Antisin zu verprügeln. Das Spiel zwischen Ambrì und Lugano ging als grösste Massenschlägerei im Schweizer Eishockey in die Geschichte ein.

Die Schweizer Draft-Kandidaten 

Wen wollen die beiden NHL-Scouts beobachten? Auf der Liste des NHL-Central-Scoutings ist von den heutigen Gegnern kein einziger Draft-Kandidat nominiert. Lions-Goalie Melvin Nyffeler wurde bereits im Vorjahr als möglicher Draft-Kandidat gehandelt. Die aktuellen Draft-Kandidaten sind Klotens Fabio Högger, Luca Hischier (Bern), Luca Fazzini (Lugano), Cédric Maurer und Patrick Brändli (beide Zug), Simon Kindschi und Gilles Senn (beide Davos), Noah Rod und Gauthier Descloux (Genf-Servette), Andy Ritz (Langnau), Noele Trisconi (Ambrì-Piotta), Fabian Heldner (Visp) und Silvio Schmutz (Thurgau).

Shin Yahata-Larsson wurde mit Kokudo fünfmal japanischer Meister, 1999 Liga-Topskorer, sowie ins All-Star-Team gewählt.

Der falsche Josi

Der Auftrag für den 14. Juni 2013 lautet, die drei Schweizer NHL-Grössen Roman Josi, Mark Streit und Yannick Weber bei ihrem Krafttraining in Bern zu begleiten. Die drei Berner NHL-Verteidiger trainieren alle zusammen bei Harry Andereggen. Für das Sportpanorama vom 16. Juni, treffen wir (SRF) die drei am Freitag Nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr im Fitnessstudio Fit-Line in der Nähe des Insel-Spitals in Bern.

Der fehlende Journalist

Die Kamerafrau kommt direkt aus Zürich, auch ich habe sie noch nie gesehen, so warten wir (Streit, Weber, die Kamerafrau und ich) an der Getränkebar des Studios auf den noch fehlenden Akteur und frischgebackenen Silbermedaillengewinner und wertvollsten Spieler der Weltmeisterschaft in Stockholm, Roman Josi. Bereits gibts ein erstes Erinnerungsfoto mit Streit und Weber und die Kamerafrau sagt «nun fehlt nur noch der Journalist,» aber da stehe ich doch? Streit, Weber und ich als «falscher Josi» warten auf Krein?

Der falsche und der echte Josi. (Angela Meschini)

Wer ist Roman Josi?

Die beiden NHL-Cracks Streit und Weber verstehen nicht ganz und wissen nicht, dass sich die Kamerafrau und ich bis heute nie begegnet sind, und antworten «nein Josi fehlt.» Für einen kurzen Augenblick bin ich eine NHL-Grösse und ein WM-MVP. Nach einer kurzen Aufklärung nehmen es alle mit Humor, ehe der echte Josi doch noch eintrifft. Ehrlich gesagt, am liebsten hätte ich als «falscher Josi» gleich mittrainiert. Wobei mir Fitnesscoach Andereggen während des harten Trainings erklärt, dass dies eher ein lockeres Training sei, so stehe ich doch Lieber auf der anderen Seite der Kamera und lasse dem echten Josi den Vortritt fürs Grobe.

Trainings-Drahtzieher Mark Streit beim rackern. (Krein)

Hier gehts zum SRF-Beitrag

Auf Chelios‘ Spuren…

Vor einem Interview bietet sich manchmal die Gelegenheit über ganz andere Dinge als den aktuellen Bieler 4:3-Sieg gegen Lugano zu diskutieren. Die Unterhaltung mit Mathieu Tschantré beginnt bei Rick Nash’s Hattrick in Davos und endet mit dem Bieler-Lockout-Star vor 18 Jahren.

Während des ersten NHL-Lockouts 1994-95 war der aktuelle Biel-Captain Mathieu Tschantré gerade Mal zehn Jahre alt und spielte bei den Moskitos des EHC Biel. Auf meine Frage ob er sich denn an das Engagement von Chris Chelios erinnern könne, antwortet Tschantré mit grosser Begeisterung: «Ich war im Freihockey als der NHL-Star Chelios im Bieler Eisstadion eingetroffen war, für uns war dies das Grösste.»

In dieser Woche trifft mit Tyler Seguin erneut ein ganz grosser aus der NHL in Biel ein. Seguin ist Biels grösster Transfercoup seit der Stippvisite (3 Spiele) Chelios‘ vor 18 Jahren. Der damals zehnjährige Mathieu empfängt dieses Mal den NHL-Star als Biel Team-Captain und womöglich wird auch da wieder ein Bieler Nachwuchsspieler den grossen Seguin bestaunen – und wer weiss in 18 Jahren…

Das verpasste NHL-Duell

Und übrigens… …vor 18 Jahren trafen die zwei grössten Attraktionen auf Schweizer Eis, Doug Gilmour und Chris Chelios mit Rapperswil-Jona und Biel nicht aufeinander. Chelios verletzte sich im dritten Spiel gegen Davos und musste frühzeitig nach Kanada zurückkehren. Eine Woche später mussten die Bieler ohne Chelios gegen Gilmour-Rappi ran. Diesen Samstag kommts nun doch noch zum NHL-Knüller zwischen Biel und Rapperswil, mit den Attraktionen Tyler Seguin (Boston Bruins) und Jason Spezza (Ottawa Senators).

Biel – Lugano 4:3 (1:1, 0:2, 3:0)
Eisstadion. – 4’341 Zuschauer. – SR Massy, Abegglen /Dumoulin. – Tore: 8. (7:44) Jordy Murray (Brett McLean, Blatter) 0:1. 9. (8:53) Füglister (Haas, Gloor) 1:1. 30. (29:17) Vauclair (Rüfenacht, Kamber /Ausschlüsse Wieser; Reuille) 1:2. 31. McLean (Vauclair, Heikkinen /Ausschlüsse Wieser; Reuille) 1:3. 44. Beaudoin (Dominic Meier) 2:3. 47. Wieser (Micflikier, Peter) 3:3. 57. Spylo (Pouliot, Beaudoin) 4:3. – Strafen: Biel 7-mal 2 Minuten, Lugano 8-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Biel ohne Marco Streit (verletzt), Untersander, Ehrensperger (beide überzählig) und Seguin (noch nicht eingetroffen), Lugano ohne Hirschi, Nummelin, Brady Murray (alle verletzt), Morant (gesperrt) und Sannitz (überzählig). Wetzel vom Puck getroffen und verletzt ausgeschieden (27.). Timeout Lugano (44.). Lattenschuss Spylo (57.). Lugano ab 58:12 ohne Torhüter.
Biel: Berra (Schmid); Dominic Meier, Huguenin; Grieder, Wellinger; Gossweiler, Kparghai; Trutmann; Wieser, Pouliot, Spylo; Micflikier, Peter, Beaudoin; Haas, Gloor, Füglister; Tschantré, Kellenberger, Wetzel; Lauper.
Lugano: Flückiger (Manzato); Heikkinen, Schlumpf; Vauclair, Ulmer; Kienzle, Blatter; Nodari; Diego Kostner, McLean, Jordy Murray; Domenichelli, Metropolit, Bednar; Reuille, Conne, Simion; Daniel Steiner, Kamber, Rüfenacht; Profico.

Jamaica, Taxi und Hiller

«I think Track six, but i’m not sure, i let you know about this» sagt der Zugbegleiter als ich ihn über die Gleisnummer beim umsteigen in Jamaica frage. Jamaica? Gemeint ist nicht der Karibikstaat, sondern ein Vorort von New York. Rolf Pfeiffer und ich haben keine guten Erinnerungen an Jamaica, gingen wir doch vor einem Jahr beinahe «lost in Jamaica». Viele Immigranten aus dem Karibikstaat wohnen dort, erklärt uns Taxifahrer Serge Mars zwei Tage vorher. Die letzte und fünfte Station des fünftägigen NHL-Road-Trips ist zum zweiten Mal Uniondale.

Flyers, Sabres, Devils, Ducks, Islanders, Hurricanes, Rangers, Blue Jackets und Senators heissen die klingenden Namen des diesjährigen Trips. Wells Fargo Center, Prudential Center, Nassau Veterans Memorial Coliseum und nicht zu vergessen «The Worlds Most Famous Arena» der Madison Square Garden heissen die NHL-Schauplätze. Nirgends sonst auf der Welt sind innerhalb von zwei Stunden vier NHL-Teams stationiert und nirgends sonst auf der Welt kann man innert fünf Tagen fünf NHL-Spiele in solch kurzer Distanz bewältigen.


„Jonas Hiller hinterlässt uns sechs Karten für die Familienzone, wo wir uns nach dem Spiel, zusammen mit Luca Sbisa, treffen.“

— eishockeyblog

New York gilt nicht nur als «Hauptstadt» der Welt, sondern auch als NHL-Headquarter, an der 1185 Avenue of the Americas oder besser bekannt als 6th Avenue logiert die NHL seit Jahren. Die NHL Hauptzentrale ist in New York so unsichtbar wie die geheimen Waffenlabore des britischen Geheimdienstes in den James Bond Filmen. Von aussen findet man nicht einmal ein Türschild oder ein Logo. Erst an der Rezeption erntet man beim Fragen nach der «NHL» einen verblüfften Blick und wird freundlich gebeten die Lobby wieder zu verlassen. Dabei ist man im offiziellen NHL-Reebok-Store nebenan schon näher als man denkt, doch kaum ein Kunde würde im Traum erahnen, dass sich das NHL-Hauptquartier im gleichen Gebäude nur wenige Stockwerke höher befindet.

Das unscheinbare NHL-Headquarter an der 1185 Avenue of the Americas. (Krein)

Streets of Philadelphia

Unser NHL-Road-Trip beginnt aber nicht in New York, sondern in Philadelphia – per Amtrak kommt man innert anderthalb Stunden vom Herzen Manhattans in die «Streets of Philadelphia», sogar Bruce Springsteen hat eine «Retired Number» unter der Stadiondecke – nach einer 15-minütigen Taxifahrt erreicht man das Wells Fargo Center der Philadelphia Flyers. Wir sehen wie die Flyers einen 0:2 Rückstand nach dem ersten Drittel noch in einen 7:2-Sieg gegen die Buffalo Sabres verwandeln. Dabei erleben wir das erste NHL-Tor von Erik Gustafsson und den Ausfall von Daniel Brière. Und ja, das Blut wie zu Zeiten der «Broad Street Bullies» fliesst jetzt nach dem Spiel, wenn zwei betrunkene Schweizer durch die Sitzreihen die Stadiontreppe herunterstürzen.

16. Februar 2012 (19 Uhr, Section 118, Row 20, Seat 12)

Philadelphia – Buffalo 7:2 (0:2, 4:0, 3:0)
Wells-Fargo-Center. – 19’725 Zuschauer. – SR Peel /Rehman, Sericolo /Murphy. – Tore: 6. Pominville (Myers, Roy) 0:1. 10. Vanek (Ennis, Gerbe) 0:2. 21. Talbot (Coburn, Carle) 1:2. 24. Simmonds (Giroux, Hartnell /Ausschlüsse Sestito, Kassian, Myers) 2:2. 27. Simmonds (Hartnell, Giroux /Ausschluss Stafford) 3:2. 34. Gustafsson (Voracek, Giroux) 4:2. 44. Talbot (Wellwood, Couturier) 5:2. 45. Voracek (Hartnell, Giroux) 6:2. 50. Hartnell (Read, Giroux) 7:2. – Strafen: Philadelphia 7-mal 2 plus 5 Minuten (Sestito), Buffalo 4-mal 2 plus 5 Minuten (Kassian). – Bemerkungen: Giroux*, Talbot** und Simmonds*** (alle Philadelphia) als beste Spieler ausgezeichnet.
Philadelphia: Bryzgalov (Bobrovsky); Bourdon, Carle, Coburn (2), Gustafsson, Lilja (2), Timonen; Brière (2), Couturier, Giroux, Hartnell (2), Read, Schenn, Sestito (5), Shelley, Simmonds (2), Talbot (4), Voracek, Wellwood.
Buffalo (2): Enroth (28. Miller); Ehrhoff, Leopold, Myers (2), Regehr, Sekera, Weber; Boyes, Ellis, Ennis, Gaustad, Gerbe (2), Kaleta, Kassian (5), Leino, Pominville, Roy, Stafford, Vanek (2).

Meet-and-Greet mit Hiller und Sbisa

Am zweiten Tag steht Newark auf dem Programm. Beim «Will Call» Schalter hinterlässt uns Jonas Hiller sechs Karten für die Familienzone, wo wir uns nach dem Spiel kurz mit Luca Sbisa und Jonas Hiller unterhalten können. Die Ducks um Hiller und Sbisa, gewinnen zwar den Faustkampf von George Parros gegen Eric Boulton, verlieren aber im Penaltyschiessen mit 2:3 gegen die New Jersey Devils.

17. Februar 2012Spiel 858 (19 Uhr) [Lower Level, Section 5, Row 10, Seat 7]

New Jersey – Anaheim 3:2nP (0:0, 2:1, 0:1, 0:0, 1:0)
Prudential-Center. – 15’312 Zuschauer. – SR Peel /Rehman, Barton /Murphy. – Tore: 22. Henrique (Kovalchuk, Parise) 1:0. 31. Ponikarovsky (Zubrus, Taormina) 2:0. 37. Perry (Getzlaf, Blake) 2:1. 58. Brookbank (Cogliano, Bonino) 2:2. – Penaltyschiessen: Kovalchuk 1:0. Selänne 1:1. Parise -. Perry -. Elias 2:1. Getzlaf -. – Strafen: New Jersey 3-mal 2 plus 5 Minuten (Boulton), Anaheim 1-mal 2 plus 5 Minuten (Parros). – Bemerkungen: Brodeur* (New Jersey), Brookbank** und Perry*** (beide Anaheim) als beste Spieler ausgezeichnet.
New Jersey: Brodeur (Hedberg); Fayne, Foster (2), Greene, Salvador, Taormina, Volchenkov (2); Bernier, Boulton (5), Clarkson, Elias, Henrique, Josefson, Kovalchuk, Palmieri, Parise, Ponikarovsky, Sykora (2), Zubrus.
Anaheim: Hiller (Deslauriers); Beauchemin, Brookbank, Fowler, Lydman, Sbisa, Visnovsky; Beleskey, Blake (2), Bonino, Cogliano, Getzlaf, Hagman, Koivu, Parros (5), Pelley, Perry, Ryan, Selänne.

Warten auf Kartengeber Jonas Hiller, zusammen mit Luca Sbisa in den Katakomben des Prudential Centers in Newark. (Anaheim-Betreuer)

Die nächsten Schweizer sehen wir 24 Stunden später auf Long Island. Zu sechst buchen wir ein Taxi und erleben auf der Hinfahrt eine anderthalbstündige Sightseeing Tour – mit dem besten Taxifahrer Long Islands, wie Serge Mars selber von sich behauptet – durch Queens, Jamaica und Uniondale.

Aussteigen vor dem Marriot’s Hotel in Uniondale: Brom, Bodmer, Zurbuchen (unten), Saxer, Pfeiffer, Krein und hinten Taxifahrer Serge Mars. (Hotelmitarbeiter Marriot’s)

Der Weg ins Nassau Veterans Memorial Coliseum führt immer durchs Marriott’s Hotel. Vor und nach dem Spiel ist die „Champions-Bar“ besser besetzt als das Nassau Veterans Memorial Coliseum während des Spiels. Erstmals sehen wir zwei Schweizer im selben Team, Mark Streit und Nino Niederreiter sind die letzten welche nach dem Warm-Up das Eisfeld verlassen. John Tavares ist der Mann des Spiels, Streit bucht zwei Assists und Niederreiter holt in seiner dezimierten Eiszeit das Optimum heraus, die Islanders gewinnen das «Alpenduell» gegen den Österreicher Andreas Nödl und die Carolina Hurricanes verdient mit 4:3.

18. Februar 2012 (19 Uhr) – Spiel 868 [Lower Gate 12, 205, H12]

NY Islanders – Carolina 4:3 (1:1, 2:2, 1:0)
Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum. – 11’818 Zuschauer. – SR Rehman /Rehman, Racicot /Amell. – Tore: 3. Okposo (Grabner, Streit) 1:0. 14. Sutter (Dwyer) 1:1. 21. Tlusty (Samson) 1:2. 25. Tavares (MacDonald, Parenteau) 2:2. 29. Nielsen (Tavares, Parenteau /Ausschluss Brent) 3:2. 31. Spacek (Staal) 3:3. 41. Tavares (Moulson, Streit). – Strafen: NY Islanders 5-mal 2 Minuten, Carolina 4-mal 2 plus 10 Minuten (Harrison). – Bemerkungen: NY Islanders ohne Wishart, Wallace und Nabokov, Carolina ohne Ruutu und Larose (alle verletzt). Tavares*, Parenteau** (beide NY Islanders) und Brandon Sutter*** (Carolina) als beste Spieler ausgezeichnet.
NY Islanders: Poulin (Montoya); Eaton, Jurcina (2), MacDonald, Ness, Staios, Streit (2); Bailey, Grabner, Martin (2), Moulson, Niederreiter, Nielsen, Okposo, Pandolfo, Parenteau, Reasoner (2), Rolston, Tavares (2).
Carolina: Ward (41. Peters); Allen, Faulk, Gleason, Harrison (12), Joslin, McBain, Spacek; Bowman, Brent (2), Dwyer, Jokinen (2), Nödl, Samson, Skinner (2), Staal, Stewart, Brandon Sutter, Tlusty.

The World’s Most Famous Arena

Zurück nach Manhattan und zum Madison Square Garden. Die New York Rangers sind, gemessen an ihrer Zeitachse, das traditionsreichste- aber auch die erfolgloseste Mannschaft New Yorks. Seit der Gründung 1926 holen die Rangers vier Stanley-Cups, die Islanders, holen in 46 Spielzeiten weniger ebenfalls vier mal den Pott. Noch besser sind die New Jersey Devils, denn sie müssen in 76 Jahren nur noch einen Titel holen um das Palmarés der Rangers zu egalisieren. Trotzdem gelten die Rangers als „Kultteam der Original Six“ und der Madison Square Garden ist Weltberühmt. Ruhm und Kult sind grösser als New Yorks Erfolge, umso wichtiger, dass die Rangers aktuell die Rangliste der Eastern Conference anführen.

Gegen den Conference-Letzten aus dem Westen, die Columbus Blue Jackets um Captain Rick Nash, reichts erst zum Overtime–Sieg (3:2). Schlüsselszene ist ein nicht gegebener regulärer Rangers-Treffer im Mitteldrittel. Das Head-Duo Stephane Auger/Don van Massenhoven (pfeifen schon am Vortag in Uniondale) greift zum Telefonhörer nach Toronto – sämtliche Torentscheide werden in Toronto gemanagt, wie uns Luca Sbisa in Newark erzählt – wo sich dieses mal die Verantwortlichen in der Zentrale im 11 Stock an der Bay Street wohl gerade ein Nickerchen gönnen? Denn das Video auf dem Screen zeigt die Puck-Überquerung der Torlinie bei 00:01 Sekunden und führt zu einem kurzzeitigen „raunen“ im Garden.

Hier gehts zum Spiel der New York Rangers

Rick Nash, 2004 in Davos bei mir im Interview, 2012 im Madison-Square-Garden. (Krein)

Howie und die Rookies

Zurück zu meinem Long-Island-Rail-Road-Trip nach Uniondale, nach anderthalb Stunden und einer kurzen Taxifahrt erreiche ich das Marriott’s Hotel in Uniondale. Das Marriott’s ist Dreh- und Angelpunkt des Nassau Veterans Memorial Coliseum, hier logieren nicht nur sämtliche Gästeteams und Gegner der Islanders, sondern auch sämtliche Fans oder die Islanders-Rookies. Mein Gepäck, ich fliege direkt nach dem Spiel, darf ich beim Hotelportier unterstellen. Wer das Marriott’s mit dem Taxi verlässt, kommt kaum an Howie Kats vorbei. Kats ist selbständiger Taxifahrer, gehört aber seit Jahren zum Hotelinventar. Kats ist eine Art fahrendes Islanders-Lexikon oder der Hockey-Journalist unter den Taxifahrern. „Nino is my Buddy“ sagt Kats nachdem ich ihn über meine Herkunft orientiere. Howie begleitet jeden Rookie bei dessen Ankunft und kennt die neuen Spieler zu Beginn besser als Isles-Headcoach Jack Capuano.

Das Marriott’s ist Dreh- und Angelpunkt

Ich selber fahre nach dem letzten Spiel, welches für die Islanders, im dunklen Spezialtrikot, die bitterste Niederlage (0:6) der aktuellen Saison absetzt, zum dritten Mal mit Howie’s Taxi und die Fahrt zum JFK-Airport ist kurzweilig. Wir unterhalten uns über David Ullström, Rick Di Pietro, Evgeny Nabokov, Mark Streit, Nino Niederreiter und über die guten, alten Stanley-Cup-Zeiten (1980 bis 1983) der Isles. Als Schweizer (Mark und Nino sei Dank) kann ich sogar mit Schweizer Franken bezahlen. Unsere NHL-Söldner leisten also nicht nur Pionierarbeit für Sven Bärtschi und Co., sondern auch für „Meier und Müller“, welche zumindest auf Long Island bei Howie Kats nicht mehr mit Andersson und Johansson verwechselt werden.

Gegen die Senators erwärmen nur die «Islanders-Ice-Girls» die Gemüter. (F. Streit)

20. Februar 2012 (13 Uhr) [Upper Gate 10, 302, C1]

NY Islanders – Ottawa 0:6 (0:3, 0:1, 0:2)
Nassau-Coliseum. – 15’818 Zuschauer. – SR Dwyer/Leggo, Murphy/Miller. – Tore: 2. (1:08) Karlsson 0:1. 2. (1:35) Spezza (Foligno, Neil) 0:2. 15. Karlsson (Alfredsson, Gonchar) 0:3. 30. Phillips (Turris, Gonchar/Ausschluss Staios) 0:4. 50. Lee (Karlsson, Condra) 0:5. 51. Spezza (Karlsson, Kuba/Ausschluss Pandolfo) 0:6. – Strafen: NY Islanders 5-mal 2 plus 5 Minuten (Martin) plus 2-mal 10 Minuten (Parenteau), Ottawa 3-mal 2 plus 5 Minuten (Smith). – Bemerkungen: Karlsson*, Spezza**, Anderson*** (alle Ottawa) als beste Spieler ausgezeichnet.
NY Islanders: Poulin; Eaton, Jurcina, MacDonald, Ness, Staios (2), Streit; Bailey, Grabner, Martin (5), Moulson, Niederreiter (2), Nielsen, Okposo, Pandolfo (2), Parenteau (24), Reasoner, Rolston, Tavares.
Ottawa (2): Anderson (Auld); Cowen (2), Gonchar, Karlsson, Kuba, Lee, Phillips; Alfredsson, Butler, Condra, Daugavins, Foligno (2), Greening, Michalek, Neil, O’Brien, Smith (5), Spezza, Turris.

SpielDatumOrtkmGegner
I16.2.Philadelphia160
II17.2Newark45
III18.2.Uniondale96
IV19.2.Manhattan3
V20.2.Uniondale96
Total400

Beim fünften New-York-Trip reisen wir zu sechst und logieren zum zweiten Mal im Hudson-Hotel.

New York Marathon

Sechs Spiele in sechs Tagen quer durch Manhattan und durch zwei Staaten. Die Genialität des NHL-Schauplatzes New York und der Spielplan der NHL, lässt zwischen dem 1. und 6. März 2011 sechs Spiele in sechs Tagen innerhalb von 50 Kilometern zu. Die Kilometer allerdings haben es in sich, denn da liegen der East- und der Hudson-River, sowie der Hackensack- und der Passaic-River dazwischen, dazu kommen ein gutes Zeit- und Essmanagement, zahlreiche Knackpunkte und das wichtigste: «Unvorhergesehenes.»

Der Madison-Square-Garden liegt quasi vor der Haustüre, das Prudential-Center ist ab Penn-Station innert 30 Minuten, Fussmarsch inklusive, erreichbar. Die einzige geografische Herausforderung sind die New York Islanders in Uniondale. Via Long-Island-Rail-Road gehts Richtung Hempstead, der Knackpunkt liegt dabei etwas ausserhalb von Queens bei der Haltestelle Jamaica. Beim Vorort, durch einstige Einwanderer nach dem Karibikstaat ernannt, gilt es den richtigen Anschluss Richtung Hempstead zu finden, wenn dir hier ein Fehler passiert bist du verloren, es sei denn du hast die zeitliche Pufferzone „unvorhergesehenes“ eingebaut.

Treffpunkt Starbucks beim NHL-Store

Die erste Anlaufstation am frühen Vormittag ist jeweils der Starbucks beim NHL-Store an der «1185, 6th Avenue.» Bei einem guten «Cup-of-Coffee» wird der Tagesablauf geplant, sechs Spiele an sechs Tagen bedürfen einer sorgfältigen Zeitplanung. Oberstes Gebot ist es die Zeit für «unvorhergesehenes» einzuplanen, ein Stolperstein der sich im Strassen-Jungel von Manhattan immer wieder bemerkbar macht. Sei es nach einer Shoppingtour die Einkäufe vorher noch ins Hotel zu bringen oder die Tickets im Hotel noch holen zu müssen, abgelenkt wirst du dabei durch hunderte von äusseren Einflüssen.

Die erste Station, der Madison-Square-Garden

Die erste Partie steigt bereits am Tag der Ankunft, direkt vor der Haustüre, zu Fuss wird der Madison-Square-Garden vom Hotel-Standort beim Columbus Circle am bequemsten erreicht. Nicht unbedingt bequem sind die alten grünen Polstersessel des Gardens und die Atmosphäre beim Spiel der Rangers gegen die Buffalo Sabres gleicht eher einer grossen Kinovorstellung. Die Ambiance der berühmtesten Arena der Welt, wie sie von sich selber sagt, kommt in der Schweiz dem Hallenstadion am nächsten, dennoch hat der Garden seine Faszination.

Die zweite Station – das Prudential Center

Unterhalb des Gardens, an den Schaltern der Penn-Station, kann das Ticket nach Newark gelöst werden. Die Zugfahrt mit der «New-Jersey-Transit» dauert gerade mal 20 Minuten und der Fussmarsch durch Newark, Richtung Stadion, knappe zehn Minuten. Während des Spiels der Devils gegen die Lightning, bei einem der zahlreichen «Powerbreaks» sorgen wir rein zufällig für Aufsehen, weil wir zwei Devils-Kaffeebecher abstauben. Das Aufsehen erregt auch die Aufmerksamkeit von Mutter und Tochter Morris, direkt hinter uns, Tochter Danielle zeigt sich dabei äusserst hilfsbereit und knipst unser «Selfie.»

Die 34th Street Pennsylvania Station ist der Dreh- und Angelpunkt des sechstägigen New York Marathons. (Rolf Pfeiffer)

Die dritte Station – wieder der Madison-Square-Garden

Spiel drei liegt wieder vor der Haustüre, wir logieren beim Columbus-Circle, Gegner der Rangers sind aber nicht die Blue Jackets, sondern die Wild aus dem State-of-Hockey im Garden. Minnesota, ein Name welcher sich in der Kindheit eingeprägt hat, während der faszinierenden Zeitspanne der guten, alten North Stars, ein Poster der grün-weissen zierte einst die Zimmerwand. Die Wild spielen mit einem «X» auf der rechten Schulter, welches für zehn Jahre Wild steht. Jubiläum feiern auch die Hausherren, im 85. Jahr stehen die Rangers und bitten zum Jubiläums-Duell.

Die vierte Station – das Prudential Center zum zweiten

Nach betreten des Center’s laufen wir quasi den Devils Dancer’s in die Arme, den Cheerleaders der Teufel. Wie schon die letzte Partie in Newark, fallen auch beim zweiten Auftritt der Devils kaum Tore. Der teuerste Devils-Spieler aller Zeiten, Ilja Kovalchuk schiesst die Teufel gegen die Penguins erst in der Overtime in den Himmel.

Die fünfte Station – das Nassau Coliseum in Uniondale

Es gibt zwei Möglichkeiten das Stadion der Islanders zu erreichen, eine Luxus-Version oder die Low-Budget-Version. Für zwei Personen ziehe ich die Low-Budget-Variante per Zuglinie mit der Long-Island-Rail-Road vor, dazu gibts eine Erlebnisfahrt durch die Vororte von Long Island. Knackpunkt der Linie ist die Haltestelle Jamaica, dort gilt es den richtigen Zug weiter Richtung Hempstead zu erwischen. Prompt verpassen wir den Anschluss und das «unvorhergesehene» wird zur Herausforderung. In Manhattan tummeln sich mehrere zehntausend, aber rund um den Bahnhof des Karibikstaates gibts nirgends ein Taxi. Die Rettung kommt durch einen Fan im St. Louis-Trikot, an diesen heften wir uns, denn dieser hat telefonisch ein Taxi bestellt. Freundlicherweise dürfen wir uns an der Fahrt nicht nur finanziell beteiligen und erreichen das Nassau-Coliseum erst bei Spielbeginn. Mit den Worten «what do you think, it’s nobody in there?» erblicken wir zeitgleich mit John Tavares erstem Treffer Gegen die Blues den ruhmreichsten Eisrink unseres Trips. Verteidiger Andrew MacDonald erzielt einen Hattrick.

Das Highlight

Nach der Partie schwemmts einen Grossteil der Fans in die Bar des Marriott’s Hotels Richtung Samuel Adams und Co. Zwischen zahlreichen Bierkübel der US-amerikanischen Brauerei aus Boston gesellt sich wie aus dem nichts der prominenteste Verletzte der Islanders dazu. Im Gespräch mit Mark Streit schlendern wir uns, zusammen, Streit nimmt Wasser, mit der Biermarke, in die nächste Zeitschlaufe «unvorhergesehenes» und verpassen die letzten Züge der gleichnamigen Rail-Road der berühmten New Yorker Insel. Selbst Streit rät uns in dieser Gegend spät Abends auf die Luxus-Budget-Variante «Taxi» umzudisponieren.

Sechste Station der MSG zum dritten

Ab Mittag regnet es in Strömen, die Stimmung beim Times-Square mahnt an einen Weltuntergang eines Hollywood-Blockbusters. Untergang gilt auch für den ewigen Rivalen aus dem Bundesstaat Pennsylvania, welche bei der gleichnamigen U-Bahn-Station, unterhalb des Gardens dem Untergang geweiht sind. Das Foto wird vor dem Spiel geschossen, zu diesem Zeitpunkt weiss noch niemand, dass Assistenz-Kapitän Ryan Callahan vier Tore schiessen würde.

Die sechs Spiele innert sechs Tagen sind innerhalb von 195 Kilometern quer durch New York zu erreichen. Die drei letzten, von diesen sechs, Partien leitet der kanadische Schiedsrichter François St. Laurent in Serie, ein happiges Programm für den Unparteiischen aus Quebec.

#DatumOrtkmGegner
I1. MärzManhattan3
II2. MärzNewark45
III3. MärzManhattan3
IV4. MärzNewark45
V5. MärzUniondale96
VI6. MärzManhattan3
Total195
Statistik: eishockeyblog

Beim vierten New-York-Trip reisen wir zu viert und logieren im Hudson-Hotel.

Die Hotel-Lobby des Hudson-Hotels, am 5. März 2011. (Krein)