Amerika git’s nid

Bis Ende der 90er Jahre ist die National-Hockey-League von der Schweiz so weit entfernt, wie einst Amerika für «Colombo», wie 1994 im Züri-West-Song «Amerika git’s nid» von Kuno Lauener passend umgesetzt. Nur wenige Schweizer Journalisten erleben die sogenannte «Belle-Epoche» der NHL und kehren mit leuchtenden Augen aus Amerika zurück, doch niemand weiss so richtig ob’s dieses «Amerika» so wirklich gibt, nichts beschreibt dies treffender als Züri-West’s Refrain: „Amerika git’s nid, sie hei’s gar niä gfungä – Amerika git’s nid, das isch nume ä Gschicht – Amerika git’s nid, aues glogä u erfungä – Amerika gits nid, Amerika isch nume es Grücht.“ Erst im Januar 1995 wird das Gerücht durch die Pionierleistung von Pauli Jaks zur Geschichte.

2022 und 43 Schweizer NHL-Spieler später weiss jeder, das es das mythische «NHL-Amerika git» und wie. Heute ist die NHL allgegenwärtig und der Traum jedes Hockeytalents – und sie gastiert bereits zum sechsten Mal in der Schweiz, die European-Tour von 1959 in Genf und Zürich nicht mit eingerechnet. Und wenn «Amerika» in Europa gastiert, ist alles anders. Sämtliche Zweifel in Lauener’s Refrain werden auf einen Schlag ausgeräumt. Die Medien-Akkreditierung wird durch eine Schwedin administriert: «Sorry i’m from Sweden», sagt sie nach meiner berndeutschen Frage.

Selbst die treuesten SCB-Funktionäre dürfen das Training der prominenten Gäste in der PostFinance Arena nicht besuchen und der heimische SC Bern wird beim Sonntagstraining aufs unterirdische Trainingsfeld degradiert. Die Nashville Predators trainieren ab 11 Uhr, während 30 Minuten auf dem Hauptfeld der Arena, ehe sie ihre Eisschicht vor geschlossenen Türen und Vorhängen in der Trainingshalle fortsetzen. Neben dem «besenreinen Stadion», Nachwuchskabinen inklusive und dem kompletten Wechsel sämtlicher Sponsoren, sowie dem Grossteil der Stadioneinnahmen, werden auf dem grösseren Eisfeld sogar die Bully-Kreise neu gezeichnet, damit der Winkel für die NHL-Goalies stimmt. Für den Berner Schlussmann Philip Wüthrich, spielt dies aus Sicht «Amerikas» keine Rolle. Während des Spiels scheint dies für den hervorragend spielenden Wüthrich tatsächlich keine Rolle zu spielen – er pariert Schuss um Schuss und wird zurecht als drittbester Spieler der Partie ausgezeichnet.

NIEDERREITER
JOSI

Der Rummel um und in der Arena ist der absolute Wahnsinn, alles was Rang und Namen hat – und alles was nicht Rang und Namen hat – tummelt sich im langsamen Schritt-Tempo durch die Tribünengänge. Jeden Meter kennst du irgendjemanden aus dem Hockeyumfeld und selbst Nashvilles General-Manager David Poile oder Triple-Gold-Club-Legende Peter Forsberg gehen in diesem Tohuwabohu unter. Im «Bärengraben» tummeln sich nach dem Spiel über 100 Journalisten wie in einem Ameisenhaufen, dennoch behalten die Medien-Verantwortlichen beider Seiten den Überblick. Das unerreichbare Amerika, welches vor 30 Jahren nur vom Hörensagen durch eine Handvoll Pioniere nach Drehbuch und Hollywood gerochen hat, ist nun da – und wie. «Amerika git’s» und dies allen Belangen anlässlich seines bereits zwölften Einzel-Auftritts auf Schweizer Eis.

Die sportliche Kontrolle auf dem Eis übernimmt zunächst aber nicht Amerika, sondern der Gast im eigenen Stadion und geht mit 1:0 in Führung. Ab der 27. Minute schlägt die teuerste Angriffsreihe Nashvilles, 21.5 Millionen Saisonverdienst, mit Duchene-Granlund-Forsberg gleich doppelt zu. Zweimal trifft auch Berns verlorener Sohn Roman Josi. «Wie nach Drehbuch» meint mein Sitznachbar der deutschen Eishockeynews und NHL-Kenner Joël Wüthrich, ich entgegne das «kontroverse Duell»* mit einem «Nein», wie einst in der gleichnamigen Slapshot-Rubrik* zwischen Wüthrich und Klaus Zaugg. Apropos Zaugg, der beim SCB äusserst «beliebte» Chronist findet kurz vor Spielbeginn auf der Medientribüne seinen Sitzplatz nicht: «I ha niene ä Platz», der SCB habe ihm einen Medienplatz verwehrt, entpuppt sich aber als «gloge u erfunge u isch nume es Grücht» – aber Amerika git’s!

Mikael Granlund, Nino Niederreiter und Matt Duchene vor dem nächsten Einsatz gegen den SCB. (Kein)

Eine Legende für die Gala

Für den Hockey-Affinen ist die Champions-Hockey-League die höchste Königsklasse, wenn also jemand über die «Champions-League» spricht, denkt der Hockey-Affine an die schnellste Mannschaftssport der Welt, nicht an das theatralische Spiel auf dem Grün. Dennoch hinkt das europäsiche Eis-Produkt dem Rasen-Produkt über Jahre hinterher. In den 90er Jahren hat man von einer heutigen Ausgabe geträumt, ein Wettbewerb mit 32 Mannschaften, welcher sich nun schon seit acht Jahren auf der europäischen Bühne etabliert, ist bereits ein grosser Erfolg. Drei Vorläufer (EHL, ECC und CHL) sind alle spätestens innert vier Jahren gescheitert. Die Längste Epoche schreibt immer noch der altehrwürdige Europa-Cup, welcher zwischen 1965 und 1996, 32-mal ausgetragen wird.

Im jüngsten Kapitel, rund 15 Minuten vor Spielbeginn zwischen dem EV Zug und Turku PS (Pallo-Seura), durchdringt eine englische Frage, die in Gedanken vertiefte Spielvorbereitung an meinem Kommentatoren-Platz: «Where can i find a line-up», fragt ein freundlicher, älterer Herr. Sofort ist klar, dieser Mann hat mit dem heutigen Gast aus Finnland zu tun. Glücklicherweise hat mir Aufnahmeleiter Marin Keller, auch ein «Champions-League-Affiner», eine Viertelstunde vorher ein zweites Line-up vorbei gebracht, ich hatte mir bereits eines im Presseraum besorgt. So habe ich eines für den älteren freundlichen Herrn, welcher mir dafür sehr dankbar ist. Natürlich frage ich ihn um seine Herkunft, wobei er mir erklärt, dass er nicht wegen Turku hier sei, sondern als neutraler Scout aus der National-Hockey-League.

Die Legende

«Jää für welches Team er denn scoute» entgegne ich ihm, für die New York Rangers, sagt er. Je mehr wir uns austauschen umso interessanter wird’s. Als er mir seinen Namen verrät, erhebe ich mich aus meinem Kommentatoren-Stuhl und begrüsse den Herrn mit Handdruck. Herr Ari Vuori steht neben mir, Ari Vuori! Sofort läuft in meinem Hockey-Hirn das Finalspiel um den Europa-Cup 1993, zwischen Dynamo Moskau und Turku, mit Ari Vuori. Alle Bilder rauschen vor dem inneren Auge vorbei. Ein paar Sequenzen und dazugehörige Namen gebe ich dem Scout der Rangers wieder. Erstaunt beginnen auch seine Augen zu funkeln, «Yes thats a long time ago, it seems you are for a long time in that Business.»

Vuoris Business ist seit 26 Jahren das Scouting, für die Los Angeles Kings, die Detroit Red Wings und zuletzt die Toronto Maple Leafs, diesen Sommer wechselt der ehemalige Sport-Manager von TPS von den Maple Leafs in die Organisation der Rangers. Als Aktiver holt Vuori vier finnische Meistertiel mit dem heutigen Gegner der Zuger, dazu kommt der Europa-Cup-Titel 1993.

Talent- und Meisterschmiede

Diese glorreichen Zeiten sind beim elffachen finnischen Meister seit 2010 vorbei, damals noch unter Sportchef Vuori. Zuletzt steht TPS zweimal in Folge im Endspiel um die Kanada-Malja, der Trophäe um die finnische Meisterschaft. Der jährliche Aderlass an Talenten macht sich beim Vergleich mit Schweizermeister Zug bemerkbar. Zwölf Spieler müssen aktuell ersetzt werden, darunter gehen mit Markus Nurmi, Juuso Pärssinen (beide Nashville) und Number-One-Draft Juraj Slafkovsky (Montreal) drei in die NHL. Auch die Rangers und Scout Vuori dürfen sich auf ihre Prospects Nico Gross (Zug) und Kalle Väisänen (Turku) freuen und Turkus nächster «Slafkovsky» steht mit dem 16-jährigen Verteidiger Aron Kiviharju schon bereit.

Für einen Gala-Auftritt sorgt aber nicht die finnische Talentschmiede, sondern die schweizerische Meisterschmiede, das 6:1 ist der höchste Sieg einer Schweizer Klub-Mannschaft gegen den finnischen Top-Klub aus Turku. Im zehnten europäischen Pflichtspiel, seit der Gründung aller europäischen Wettbewerbe (siehe Kasten), verliert der finnische Vizemeister erst zum vierten Mal, davon gleich zweimal innert einer Woche gegen den Schweizermeister. In dieser Form sind die Zuger auf bestem Weg in die Fussstapfen Turkus, welche schon drei Europäische Titel auf ihrem Konto haben, zu treten.

Und dann kommt Furrer

Wir haben uns dieses Szenario bereits im Presseraum heraufbeschwört, beim gemütlichen Tête-à-Tête tief unter der Tribüne der alten Patinoire Saint-Leonard um 18 Uhr 15 fallen Sprüche über eine mögliche Overtime, unser Live-Spotter Marin Keller, einst selbst eine bekannter 3. Liga-Hockey-Akteur und heutiger Souffleur für die vier Live-Kommentatoren für MySports und SRF/RTS, fragt mich schon vor dem Spiel ob ich ihn im Falle einer zweiten Overtime mit dem Auto nach Bern mitnehmen könne, da dann kein Zug mehr fahren würde. Selbstverständlich nehme ich den Zentralschweizer 3. Liga-Meister, unsere einzige Gemeinsamkeit der Aktivzeit, mit. Ich fühle mich ready für einen neuen Overtime-Rekord entgegne ich Keller.

Pressechef Pierre Renaud eröffnet die Sitzung mit Regiesseuren, Aufnahmeleitern, Spottern, Journalisten, Kommentatoren und Kameramännern, begleitet vom üblichen Gruyère-Käsebuffet stärken wir uns für die 60 bevorstehenden Spielminuten. Die Stimmung ist gut, die BCF-Arena war für dieses Spiel innert 20 Minuten ausverkauft. Ein Playoff-Spiel ist eine andere Liga, es hebt sich schon im Vorfeld vom üblichen Qualifikationsspiel ab. Nicht nur die Pressetribüne ist da jeweils bis auf den letzten Platz gefüllt, sondern vor allem die Intensität der Akteure auf dem Eis steigert sich, gefühlt, ums doppelte. Das ist die Zeit wofür wir diesen Sport so lieben und die Vorstellung gerade die heutige Partie könnte in drei- oder vier Verlängerungen vorgeführt werden, steigert die faszinierende Vorstellung zusätzlich.

Nach 15 Minuten könnte es schon 3:0 stehen

Nach 13 Minuten scheinen sich aber all diese Vorstellungen über dieses Szenario bereits in Luft aufzulösen, Fribourg-Gottéron führt nach zwei herrlichen Powerplaytreffern klar mit 2:0 und scheint die Partie schon im ersten Drittel zu entscheiden. In der 15. Minute verpassen die Hausherren, vor einer frenetischen Kulisse, gar noch den Treffer zum 3:o. Das wärs gewesen, doch «wärs» sorgt bis 44. Minute zum Ausgleich und der unbequeme Gegner aus Lausanne bleibt hartnäckig und kommt, wie schon im zweiten Spiel, erneut zur Overtime. Jetzt gehts los. Das ausgemalte Verlängerungs-Szenario aus den Katakomben um 18 Uhr wird rund viereinhalb Stunden später zur Realität und „mein Spiel“ wird zum Live-Spiel auf MySports-One. Hoffentlich gibts kein schnelles Ende, sind meine Gedanken, denn ich habe – trotz einer Frühschicht gleichentags zwischen 5 Uhr und 13 Uhr – die Energie, die Zeit und keine Termine am nächsten Vormittag.

80 Minuten sind gespielt, 23 Uhr 22, kurz vor der zweiten Overtime. (Krein)

Um 23 Uhr 25 gehts in die zweite Overtime und die Diskussionen auf der Medientribüne gewinnen an Dynamik, die Recherchen über die Rekordspiele, auch jenes über den Weltrekord in Norwegen von 214 Minuten und 14 Sekunden, sind in aller Munde. Verbandsmann Pascal Vögtlin, dessen Vater Willi in der Freiburger Patinoire des Augustins einst, am 15. Oktober 1980, die erste NLA-Affiche zwischen den heutigen Gegnern gepfiffen hat, hat den Rekord auf Twitter ausgegraben, 117 Minuten und 43 Sekunden sind Schweizer-Rekord. Mark Arcobello beendete 2019 die Partie in der dritten Overtime für den SCB in Genf. Soweit sind wir noch nicht, begeben wir uns vorerst in die zweite Verlängerung, denn eine alte Weisheit sagt, wenn du beginnst zu recherchieren, ist der Zauber innert Kürze vorbei. Nicht so an jenem 29. März 2022 im Freiburger Üechtland. Denn kurz nach Mitternacht gehts in die, nun doch langsam geschichtsträchtige, dritte Runde.

100 Minuten sind gespielt, 00 Uhr 12, kurz vor der dritten Overtime und Furrers Schlusspunkt. (Krein)

Nochmals werden die Rekorde überprüft und vorab notiert, die Verpflegungsstationen unter den Tribünen laufen auf Hochtouren, für uns (Kommentatoren) welche nicht früher in die Pause abwandern können ein Ding der Unmöglichkeit an einen Burger oder sonst was zu kommen, geschweige denn auf die Toilette. So geht es kurzum per Medien-Lift zum Parterre, jedoch verfügt auch der Presseraum über keine Brot und Käse-Reserven mehr. Getränke können nur noch per Wasserhahn in eine leere Pet-Flasche aus der Leergut-Harasse aufgefüllt werden und SRF-Mann Silvan Schweizer schenkt mir einen Getreideriegel.

Der Gang zur Toilette, wird in der 18-minütigen Pause ebenfalls zur Herausforderung, doch da gibts ein Insider-WC für Helferinnen und Helfer via Freiburger Spielerbank. Nach dem pausentlichen Kurztrip gehts nach 100 Spielminuten in die dritte Overtime – Wow! Der Rekord naht, noch knapp 18 Minuten und das Spiel geht als längste Partie unseres Landes in die Geschichtsbücher ein. Über die Rekordzeiten werden ich zusätzlich durch unsere Aufnahmeleiter Philipp Kobel und Ken Vettore im zürcherischen Erlenbach à Jour gehalten. Aber dann kommt Furrer… …11 Minuten und 45 Sekunden zu früh für den Rekord, jedoch nicht früh genug für die 8’934 – der Spuk ist zirka um 0 Uhr 20 vorbei und nach einem Interview-Marathon geht die Nacht für die meisten Beteiligten als „längste Hockey-Nacht“ in die persönlichen Annalen ein. Ausgerechnet Furrer, im Herbst 2002 hat er bei mir als Feusi-Schüler und SCB-Junior sein erstes Interview fürs SCB-Magazin Spirit gegeben. 20 Jahre später, mittlerweile beide in die Jahre gekommen, gehts in die vorerst letzte Interview-Runde.

29. März 2022 – Viertelfinal Spiel 3

Fribourg-Gottéron – Lausanne 3:2 (2:0, 0:1, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0) n.V.
BCF-Arena. – 8’934 Zuschauer (ausverkauft). – SR Piechaczek /Dipietro, Fuchs /Kehrli. – Tore: 12. (11:42) Sprunger (DiDomenico, Gunderson /Ausschlüsse Glauser, Miele) 1:0. 13. (12:36) DiDomenico (Mottet, Desharnais /Ausschluss Miele) 2:0. 27. Krakauskas (Douay) 2:1. 44. Bertschy (Bozon, Heldner) 2:2. 105. (104:58) Furrer 3:2. – Strafen: Fribourg-Gottéron 5-mal 2 Minuten, Lausanne 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Rantakari (überzähliger Ausländer).
Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Jecker; Sutter (2), Furrer (2); Diaz, Dufner; Chavaillaz; Marchon, Desharnais (2), Mottet; Sprunger, Schmid, DiDomenico (2); Rossi, Walser, Jörg; Brodin, Haussener, Bykow (2); Bougro.
Lausanne: Boltshauser; Glauser (4), Genazzi; Marti, Gernat; Heldner, Frick; Krueger; Bertschy, Fuchs (2), Sekac; Paré, Miele (2), Bozon; Riat (2), Jäger, Kenins (2); Krakauskas, Maillard, Douay; Baumgartner.

Die längsten Spiele der Schweiz

RangHeimGastDatumDauer
1.GenfBern21.3.2019117:43
2.FribourgLausanne29.3.2022105:58
3.KlotenRapperswil17.4.2018102:32

Über Jokerit und Co.

Vor dem Biel-Spiel gegen Davos unterhalte ich mich, während des Trainings der U13, mit Biel-Coach Antti Törmänen. Über den Bieler Nachwuchs gehts via Bieler Fanionteam zu Törmänens Heimat in die finnische Hauptstadt. Zwischen 1990 und 1995 spielt der spätere finnische Nationalspieler, von Espoo kommend, erstmals für den Traditionsclub Jokerit Helsinki. Den «Joker» spielen heute aber die Russen, welche als Besitzer der Hartwall-Arena auch Mitbesitzer des sechsfachen finnischen Meisters sind.

Nach den schlimmen Ereignissen in der Ukraine hat sich Jokerit sofort aus dem Spielbetrieb der «russischen» Kontinental-Hockey-League zurückgezogen und die Türen der Hartwall-Arena, welche auch WM-Hauptort hätte sein müssen, geschlossen. Der Spielbetrieb ist eingestellt und noch neun Akteure stehen im Kader Jokerits. Janne Juvonen (Ambri-Piotta), Tommi Kivistö (ZSC Lions) und Kalle Kossila (Rapperswil-Jona) beenden ihre Saison in der Schweiz.

Ungewisse Zukunft

Aber wie geht es weiter mit Jokerit? Die Hartwall-Arena wird künftig kaum noch zur Verfügung stehen, erläutert Biel-Trainer Törmänen, eine Option für Jokerit könnte auch die Espoo-Metro-Areena sein, denn diese liegt nur knappe 30 Autominuten von Helsinki entfernt. Der dort ansässige Klub Kiekko-Espoo, ein Revival der 2016 in Konkurs gegangenen Espoo Blues, spielt heute wieder unter seinem ursprünglichen Namen in der zweithöchsten Klasse «Mestis,» wo einst auch Törmänen seine ersten Gehversuche auf dem Eis unternommen hatte.

Für die «Liiga» wäre die Rückkehr von Jokerit natürlich ein Gewinn, man stelle sich vor Lugano hätte sich für acht Jahre aus der National-League verabschiedet. Dann ist da noch Jokerits Stadtrivale IFK, welcher ein neues Stadion plant und immer noch in der altehrwürdigen Jäähalli, welche zu Törmänens Aktivzeit auch Heimstätte von Jokerit gewesen war, spielt. Eine Rückkehr Jokerits in die alte Jäähalli erachtet Törmänen eher als unwahrscheinlich, denn 1997 hätte auch IFK in die Hartwall-Arena umziehen sollen, draus wurde aber nichts.

Welchen «Joker» im Herbst 2022 der finnische Traditionsclub spielen wird ist noch ungewiss, die «Liiga» dürfte durch die Rückkehr Jokerits bereichert werden, ob in Espoo oder in Helsinki. Bereichert würden aber schon in diesem Monat die Playoffs der National-League, durch die direkte Viertelfinal-Qualifikation des EHC Biels. Doch dazu braucht die Mannschaft von Törmänen noch weitere Punkte, diese sollen in den nächsten drei Heimspielen, auch ohne finnischen «extra-Joker», eingefahren werden.

8. März 2022 – 55. Runde

Biel – Davos 2:3nV (1:1, 1:0, 0:1, 0:1)
Tissot-Arena. – 5’007 Zuschauer. – SR Stricker /Di Pietro, Progin /Duarte. – Tore: 6. Ambühl (Corvi, Zgraggen) 0:1. 18. Cunti 1:1. 33. Rajala (Sallinen, Forster) 2:1. 53. Rasmussen (Barandun, Bromé) 2:2. 64. Stransky (Dominik Egli, Corvi) 2:3. – Strafen: Biel 4-mal 2 Minuten, Davos 2-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Biel ohne Brunner, Fey, Hischier, Rathgeb (alle verletzt), Haas (krank), Korpikoski und Shikin (beide überzählige Ausländer), Davos ohne Nussbaumer, Simic (beide verletzt), Heinen (krank) und Pospisil (überzähliger Ausländer).
Biel: Van Pottelberghe; Stampfli, Lööv; Yakovenko, Grossmann; Schneeberger (4), Forster; Christen; Hügli, Sallinen, Rajala; Kessler, Cunti (2), Künzle; Schläpfer, Indrasis (2), Hofer; Karaffa, Froidevaux, Tanner; Kohler.
Davos (2): Aeschlimann; Nygren, Jung; Dominik Egli, Wellinger; Zgraggen, Barandun; Stoop; Stransky, Rasmussen, Bromé; Ambühl, Corvi, Chris Egli; Frehner, Prassl, Schmutz; Wieser, Canova (2), Knak.

Rumble in the Jungle

Eigentlich schade, denn der eine Boxer hat nicht wirklich mitgeboxt. In der 48. Minute geraten Genfs Marco Maurer und Gottérons Dave Sutter aneinander. Die beiden Hünen (189cm gegen 195cm) bringen zusammen über 200 Kilogramm auf die Waage – dementsprechend rumpelt es in der ausverkauften BCF-Arena in Freiburg. Statt „Rumble in the Jungle“, der Boxkampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman im ehemaligen Zaire, ist es ein „Rumble in the Patinoire“, jedoch boxt Sutters Gegner nicht wirklich mit, sondern weicht seinem Kontrahenten lediglich aus, so gut das geht.

Das Video ist auf facebook ein Hype…

Wie Blin gegen Ali

Der Vergleich ist gar nicht so weit davon entfernt, denn Gottérons Dave Ntamacks (Sutter’s echter Name) Geburtsort Douala, liegt nur rund 2’000 Kilometer von Kinshasa entfernt, dem damaligen Schauplatz des weltberühmten „Rumble in the Jungle“ zwischen Clay (Ali’s echter Name) und Foreman. Maurer gleicht allerdings eher einem anderen Gegner Ali’s, dem Deutschen Jürgen Blin – und dieses Duell ging bekanntlich auf Schweizer Boden über die Bühne oder gar über die Eisfläche.

BCF-Arena statt Hallenstadion

Am 26. Dezember 1971 boxte Blin im Zürcher Hallenstadion gegen Ali. In der Schweizer Hockey-Version am 25. Februar 2022 boxte Maurer in der Freiburger BCF-Arena gegen Sutter. Ein hockeytechnisches Feuerwerk gibts aber schon zwischen der 36. und 39. Minute als die Freiburger innert 2 Minuten und 43 Sekunden mit vier Treffern den Grundstein zum Sieg legen. Vier Treffer landet rund zehn Spielminuten später Sutter in seinem Schwergewichskampf gegen Maurer und das vor einer Rekordkulisse. Nie zuvor in der Geschichte sahen mehr als 8’935 Zuschauer ein Spiel zwischen Gottéron und Servette und nie zuvor war soviel Wucht in einem Boxkampf auf Schweizer Boden seit Ali gegen Blin – auf die Zuschauer abgewälzt, es ist wie im Jungel, lautet der Titel vielleicht doch wieder „Rumble in the Jungle“ und der Sieger nach Punkten wird am Ende, bei Eye-of-the-Tiger, abgefeiert wie Rocky.

25. Februar 2022 – 50. Runde

Fribourg-Gottéron – Genève-Servette 5:3 (0:1, 4:0, 1:2)
BCF-Arena. – 8’934 Zuschauer. – SR Lemelin (Ka) /Borga, Steenstra (Ka) /Gnemmi. – Tore: 6. Moy (Maurer) 0:1. 36. (35:59) Diaz (Brodin /Ausschluss Tömmernes) 1:1. 38. (37:06) Walser (Jörg, Rossi) 2:1. 38. (37:49) Desharnais (Mottet) 3:1. 39. (38:42) Rossi (Walser, Jörg) 4:1. 50. Rod (Jooris, Richard /Ausschlüsse Sutter, Maurer) 4:2. 53. Richard (Vermin) 4:3. 60. (59:06) Desharnais (Mottet /Ausschluss Servette) 5:3. – Strafen: Fribourg-Gottéron 6-mal 2 plus 5 Minuten (Sutter) plus Spieldauer (Sutter), Genève-Servette 4-mal 2 plus 5 Minuten (Maurer) plus Spieldauer (Maurer). – Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Jobin (verletzt), Genève-Servette ohne Miranda, Patry, Tanner (alle verletzt) und Pouliot (gesperrt).
Fribourg-Gottéron (4): Berra; Gunderson, Jecker; Sutter (27), Furrer; Diaz, Dufner; Kamerzin; Marchon, Desharnais, Mottet; Rossi (2), Walser, Jörg; Sprunger, Schmid, DiDomenico; Brodin, Haussener (2), Bykow; Bougro.
Genève-Servette (2): Descloux; Karrer, Tömmernes (4); Vatanen, Maurer (25); Jacquemet, Le Coultre; Völlmin; Rod, Filppula, Winnik; Smirnovs, Richard, Vermin; Moy, Jooris, Vouillamoz; Antonietti, Berthon (2), Riat; Cavalleri.

Der zweite Kasslatter

Am 18. September 2021 erzielt der Spieler mit der Rückennummer 71 und dem speziellen Namen «Kasslatter» sein erstes Tor für den SC Lyss. «Kasslatter» wird sich manch Lysser denken, nie gehört? Doch! Und zwar schon in Lyss, allerdings dürfte dies nur den ältesten Besucher in der Seelandhalle ein Begriff sein. 150 Zuschauer sehen am 26. März 1972 das erste Tor eines «Kasslatters» in der Lysser Eissporthalle. Im Rahmen der U19-Europameisterschaft erzielt Fabrizio Kasslatter beim 12:4-Sieg der Italiener gegen Holland das 1:1.

Der zweite Kasslatter

Knapp 50 Jahre später kommt mit Hannes der zweite Kasslatter ins Berner Seeland. Die «Kasslatters» sind hockeytechnisch im italienischen Val Gardena in den Dolomiten Zuhause. So stehen beim HC Gröden aktuell neben Sportchef Franz Kasslatter auch Fabian (Hannes‘ Cousin) und Marc Kasslatter im Kader. Kasslatters prägen über Jahre die Clubgeschichte des HC Gröden, zwischen 1969 und 1981 holen die Grödner vier «Scudetto» (Meistertitel) und jedesmal steht ein Kasslatter im Meisterkader: Gottfried (1969 und 1976) und Fabrizio (1976, 1980 und 1981). Beim letzten Titel ist Hannes‘ Vater Christian, der ebenfalls in Gröden gespielt hat, erst 13-jährig und damit zu Jung für die grossen Zeiten der Grödner.

Für die grosse Zeit der Lysser will Christians Sohn Hannes in der aktuellen Spielzeit sorgen. Der Südtiroler ist bei den Seeländern auf Anhieb integriert, hilft auf den Nachwuchsstufen ab U13 abwärts und übernimmt sogar die Leitung der Hockeyschule. Über die Festtage fährt Kasslatter in seine Heimat um die Weihnachtstage bei seiner Familie im Val Gardena zu verbringen. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand weiss, dass sein letztes Spiel für den SC Lyss bereits am 4. Dezember 2021 über die Bühne gegangen ist.


„Ich werde sie auf jeden Fall vermissen.“

– Hannes Kasslatter, über seine Lysser Teamkollegen

Familiäre Gründe ziehen den 22-jährigen und ehemaligen U18- und U20 Internationalen Italiens zurück in seine Heimat. Kasslatter wird vorerst nicht mehr in die Schweiz zurückkehren und verlässt den SC Lyss nach 18 Partien und elf Skorerpunkten. Kasslatters Schweizer-Odyssee, welche er im Alter von 15 Jahren beim HC Lugano angetreten hat, endet praktisch zeitgleich und gleich überraschend wie Gregory Hofmanns Karriere bei den Columbus Blue Jackets.

«Ich werde sie auf jeden Fall vermissen», sagt Kasslatter über seine Lysser Teamkollegen und auch über das SCL-Gründungslokal Gasthof Bären, wo Kasslatter zusammen mit drei Teamkollegen einquartiert gewesen war, verliert der «Ladiner» nur gute Worte. Vermissen wird der ehemalige Lyss-Topskorer auch die Hockeyschule, welche er jeweils Sonntags Vormittags geleitet hat. Denn nicht nur die Hockey-Knirpse haben von Hannes gelernt, sondern auch Hannes von den Kindern, wie er wehmütig betont.

Der verlorene Sohn kehrt zurück

In Lyss verliert man den flotten Südtiroler nur ungern und man wird nicht noch einmal 50 Jahre warten wollen, bis der nächste «Kasslatter» auf Lysser Eis ein Tor erzielen wird. Kasslatter, welcher in Ausleihe auch vier Spiele beim SC Langenthal bestritten hat, wird seine Karriere bei seinem Stammclub HC Gherdëina, wie der Club im «Ladiner-Dialekt» genannt wird, in der zweitklassigen österreichisch-italienischen Alpenliga- und in der italienischen Serie-A fortsetzen. Im Team vom finnischen Trainer Hannu Järvenpää wird der verlorene Sohn, nach sieben Jahren in der Schweiz, bereits als Verstärkung angekündigt.

Alles nur Unsinn?

Irgendwann im Schlussdrittel kommt die Geschichte des Kommentators über Dominik Kahun, er sei der erste Deutsche beim SC Bern seit dem Engagement von Xaver Unsinn 1978. Innert Kürze meldet sich per WhatsApp ein gewiefter SCB-Journalist, der Chronist würde sagen, dass ihm dessen Name soeben entfallen sei: „Stimmt nid ganz mitem Unsinn u mitem Kahun. Dr Justin Krueger hett ou z Bärn gspiut u isch ja ou ä Dütsche“, lautet die Nachricht. Super einer hört zumindest ganz genau zu und genau genommen hat er recht, denn Krueger ist zwischen 2010 und 2011, sowie zwischen 2013 und 2020 beim SCB und spielt fürs deutsche Nationalteam. Doch Krueger ist in der Schweiz gross geworden und verfügt über eine Schweizer Lizenz, also quasi ein „Hockeyschweizer“ wie einst Christian Langer, welcher zwischen 1995 und 1998 ebenfalls beim SCB unter Vertrag steht und für Deutschland spielen kann. Langer ist also gleich „deutsch“ wie Krueger und Krueger ist gleich „schweizerisch“ wie Langer.


(Andreas Blatter)

„Stimmt nid ganz mitem Unsinn u mitem Kahun.“

– R. P. aus A., per WhatsApp

Somit ist die Aussage des Kommentators doch kein Unsinn? Und Dominik Kahun ist der erste „echte“ SCB-Import unseres grossen Nachbarn seit dem Engagement von Xaver Unsinn. Deutschland und Bern, eine Kombination welche nicht nur farblich-, sondern auch sportlich passt. Unsinn holt mit dem SCB gleich im ersten Jahr den Schweizermeistertitel. Kahun bietet auf Anhieb Spektakel, der 188-fache NHL-Spieler und Topskorer hat zwar seit sieben Spielen nicht mehr getroffen, sorgt aber mit seinem wunderbaren „Game-Winning-Goal“ in der 14. Minute für den ersten Sieg der Mutzen seit vier Spielen. Kahun und der SCB, eine Geschichte die zu passen scheint, wie einst mit dem ersten Deutschen Meistertrainer der Schweiz.

11. Dezember 2021 – 34. Runde

Bern – Davos 3:1 (2:0, 0:1, 1:0)
PostFinance-Arena. – 14’131 Zuschauer. – SR Stolc /Hürlimann, Steenstra /Stalder. – Tore: 3. Bader (Thiry, Praplan) 1:0. 14. Kahun (Thomas, Scherwey) 2:0. 31. Simic (Stransky, Nygren) 2:1. 49. Thiry (Varone) 3:1. – Strafen: Bern 8-mal 2 Minuten, Davos 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Bern ohne Blum, Jeffrey, Pinana, Rüfenacht (alle verletzt) und Conacher (überzählig), Davos ohne Frehner und Nussbaumer (beide verletzt). Davos ab 58:27 ohne Torhüter.
Bern: Wüthrich; Untersander, Henauer; Andersson, Beat Gerber; Thiry, Colin Gerber; Kast; Thomas, Kahun, Scherwey; Daugavins, Varone, Moser; Jeremi Gerber, Praplan, Bader; Sciaroni, Neuenschwander, Berger; Fahrni.
Davos: Senn (21. Aeschlimann); Nygren, Heinen; Dominik Egli, Wellinger; Zgraggen, Jung; Stoop, Barandun; Stransky, Rasmussen, Simic; Ambühl, Corvi, Pospisil; Schmutz, Chris Egli, Ritzmann; Wieser, Prassl, Knak.

Ein Snell-Talk und ein Jubiläum

Wenn Christine «Chrige» Nyfeler Jubiläum feiert bin ich in Langnau, dies ist schon beim 35-Jährigen so. Langnaus Kult-Speakerin hat genau heute vor 40 Jahren in der Nationalliga debütiert. Gegner am 20. November 1981 ist der EHC Kloten, die Tiger gewinnen durch Tore von Peter Sullivan, Neil Nicholson und Jürg Berger mit 6:3, Nyfeler sitzt derweil im Zeitnehmerhäuschen und assistiert den damaligen Speaker als Zeitnehmerin. 40 Jahre später erkundigt sich im Presseraum ein freundlicher, älterer Herr aus dem Jura über den einstigen Torschützen Berger, er wolle ihn treffen, Nyfeler erklärt ihm freundlich wo Berger zu finden sei.

Ein Treffen gibts auf der Pressetribüne mit einem anderen älteren Herrn, dieser kommt aus der kanadischen Provinz Ontario. Pressechef Rolf Schlapbach führt den rüstigen Rentner auch beim Kommentatoren-Platz vorbei und sagt, «kennst du diesen Mann Michu?» Zu meiner Schande muss ich sagen «Nein», als der Name fällt kann ich dann aber seine Stationen von Langenthal bis Langnau aufzählen, der Kanadier ist verblüfft und der «Snell-Talk» beginnt.

Der 75-Jährige heisst Ted Snell und ist zum Zeitpunkt bei Nyfelers Debüt als Zeitnehmerin bereits fünf Jahre in der Schweiz. Heute wohnt Snell, zweieinhalbstunden von Peterborough (Petes) entfernt, irgwendwo in der kanadischen Idylle, eine halbe Stunde vom nächsten Laden entfernt. Ex-Tiger-Spieler und Sohn Wesley ist ebenfalls in die Heimat zurückgekehrt. In der Pause, beim Stand von 6:2 für die Emmentaler sagt Snell einem Journalisten «es müsste schon 12:1 stehen.» Am Schluss stehts 8:2 und die Söldner, sind wie schon vor 40 Jahren bei Nyfelers Feuertaufe, hauptverantwortlich für den Sieg der Emmentaler.

20. November 2021 – 27. Runde

SCL Tigers – Ajoie 8:2 (3:1, 3:1, 2:0)
Ilfishalle. – 5’040 Zuschauer. – SR Hungerbühler /Dipietro, Fuchs /Duc. – Tore: 1. (0:55) Saarela (Berger, Pesonen) 1:0. 2. (1:33) Romanenghi 1:1. 5. Saarela (Ausschluss Rouiller) 2:1. 17. Diem (Loosli) 3:1. 23. Loosli 4:1. 35. Grenier (Flavio Schmutz) 5:1. 37. (36:33) Fortier 5:2. 38. (37:24) Olofsson (Huguenin, Grenier) 6:2. 42. Pesonen (Berger) 7:2. 48. Diem (Huguenin) 8:2. – Strafen: SCL Tigers 2-mal 2 Minuten, Ajoie 4-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: SCL Tigers ohne Aeschbach, Erni, Melnalksnis, Stettler, Weibel, Zaetta (alle verletzt) und Guggenheim (krank). Ajoie ohne Hazen, Leduc und Wännström (beide verletzt).
SCL Tigers (2): Mayer; Huguenin, Schilt (2); Blaser, Zryd; Grossniklaus, Elsener; Leeger; Grenier, Flavio Schmutz, Olofsson; Berger, Saarela, Pesonen; Petrini, Salzgeber, Sturny; Langenegger, Diem, Loosli; Schweri.
Ajoie: Wolf (21. Östlund); Birbaum (2), Pouilly; Eigenmann, Joggi; Rouiller (2), Hauert; Hänggi, Schnegg (2); Asselin, Devos, Fortier; Rohrbach, Romanenghi, Huber; Frei, Frossard (2), Reto Schmutz; Bogdanoff, Ness, Macquat.

Von Sydney nach Koppigen

Zurück zu den Wurzeln oder «Back to the roots» heisst es an einem frühen Samstag Abend. Einst selber in der 2. Liga aktiv, gehts als Zuschauer in die Zentralschweizer 2. Liga, Gruppe 1 nach Burgdorf. Die 2. Liga ist die konstanteste Liga der Schweiz, seit 1984 und der Einführung des Projekts Avanti* spielt die zweithöchste Amateurklasse in den traditionellen Gruppen, früher um den Aufstieg in die 1. Liga, heute um den Titel der 2. Liga. In seiner 26. Zweitliga Saison steht der EHC Koppigen. Die Koppiger zählen, neben Freimettigen, Meinisberg und Mirchel zu den dienstältesten Klubs der Liga. Nicht so alt wie die Liga-Zugehörigkeit ist Koppigens Logo, welches im Sommer 2017 präsentiert wird und aus dem alten Gockel mit Hockeystock ein «NHL-Logo» werden lässt.

Ein Logo für die NHL

Oder wie wärs mit einem Logo aus der «NRL», der National-Rugby-League im fernen Australien? Dort werden 1908 die Eastern Suburbs gegründet, welchen ihren Namen aber erst 1967 in «Roosters» (Hähne) umändern. Zu diesem Zeitpunkt ist der EHC Koppigen vier Jahre alt. Zur Jahrtausendwende präsentiert der mehrfache australische Rugby-Meister sein neues Logo mit dem weiss-rot-blauen Hahn. Dieser Hahn wird 2017 zur Vorlage für den Emmentaler Traditionsklub. Der Rooster wechselt von Sydneys Cricket-Ground (48’000 Plätze) in die beschauliche Localnet-Arena in Burgdorf (800 Plätze) und keinen dürfte die Logo-Adaption interessieren, weder den Rugby-Fan aus Sydney noch den Eishockey-Fan aus Koppigen.

Einzig dieser Blog, einst als Spieler selbst verblüfft worden – als sich der EHC Napf bei den Springfield Falcons in der AHL bediente, muss der Geschichte auf den Grund gehen. Auf Nachfrage beim freundlichen Zweitligisten, wird die Adaption des Logos durch Captain Raphael Buser, welcher neben seiner Aufgabe auf dem Eis auch für das Logo-Design und das Klub-Marketing verantwortlich ist, freundlich bestätigt. Die Koppiger, durch den australischen Rugby-Hahn beflügelt, liessen diesen im stillen Kämmerlein, fernab von Down-Under, zum Hockey-Hahn umfunktionieren.

Wenn der Rooster zum Hahn wird…

Der Ähnlichkeit ist verblüffend, nicht nur farblich gleichen sich die beiden Logos des EHC Koppigen und der Sydney Roosters. Die Details (Das Auge, der Nacken mit blauen Streifen, der Schnabel mit dem Kehllappen und sogar die rote Wellenlinie unter des Schriftzugs) verblüffen den Betrachter. Einzig der Kamm (bei Sydney ist der Kamm auch die berühmte Oper) wurde vom Koppiger Drahtzieher Raphael Buser fast unverkennbar umgestaltet. (Krein)

entworfen 2017
entworfen 2000

Doch «back to the Roosters» und damit zum Spiel, dort kommen die Gäste durch drei Treffer innert 2 Minuten und 22 Sekunden «back to the game.» Das Momentum scheint gekippt, doch die Hähne finden immer wieder eine Antwort, selbst der erneute Ausgleich 34 Sekunden vor der zweiten Pause bringt die Koppiger nicht aus dem Tritt. Die Mannschaft von Trainer Martin Bernhard läuft wie das australische Rugby-Team der Roosters und der Koppiger «Hahn» pickt sich mit dem ersten Vollerfolg drei Punkte.

13. November 2021 – 6. Runde

Koppigen – Zuchwil-Regio 6:4 (1:0, 3:4, 2:0)
Localnet-Arena. – 60 Zuschauer. – SR Von Rohr /Schädler. – Tore: 16. Salzmann (Buser, Meyer) 1:0. 24. Salzmann (Erbsland, Schär) 2:0. 28. Ramstein (Schär, Häubi) 3:0. 33. Wirth (Mombelli, Dick) 3:1. 35. (34:24) Farner (Heiniger) 3:2. 35. (34:56) Wirth (Dick) 3:3. 36. Erbsland 4:3. 40. Dick (Flavio Müller /Ausschlüsse Burkhalter, Frauchiger) 4:4. 45. Erbsland (Schär, Salzmann) 5:4. 54. Salzmann (Meyer) 6:4. – Strafen: Koppigen 5-mal 2 Minuten, Zuchwil-Regio 3-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: 28. Time-out Zuchwil-Regio.
Koppigen: Eggimann (Hess); Meyer (2), Burkhalter (4); Simon Baumberger, Roman Baumberger (2); Erbsland, Häubi Bernhard; Bettler, Buser, Schär; Mocci, Frauchiger (2), Marc Kilchenmann; Ramstein, Rieder, Salzmann; Kessi, Zaugg.
Zuchwil-Regio: Flavio Müller (Chéhab); Hofstetter (2), Siro Müller; Binggeli, Fankhauser; Hansruedi Kilchenmann (2), Meier (2); Hagi; Dick, Mombelli, Wirth; Farner, Bürgin, Schertenleib; Amstutz, Heiniger, Schöni; Schümperli, Zollinger.

*Unter dem Projekt «Avanti» wird die 2. Liga 1985 von neun auf sechs Gruppen reduziert.

Ein Sumpfhase in der Provinz

Eine Weltpremiere ist es, am 23. Oktober 2021 geht das erste National-League-Spiel zwischen dem HC Ajoie und dem HC Lausanne in die Geschichtsbücher ein. Nie zuvor haben sich die beiden Romands im Oberhaus getroffen. Zum zweiten Mal in der Ajoie spielt Neuzugang Maxime Fortier, der Kanadier hält sich vor seinem dritten Europa-Engagement in der East-Coast-Hockey-League (ECHL) bei den Greenville Swamp Rabbits fit. Greenville Swamp Rabbits? Die «Sumpf Hasen» spielen seit 2015 in der ECHL und sind ein Nachfolgeclub der Greenville Road Warriors und der Greenville Grrrowl. Swamp Rabbits klingt nach tiefster amerikanischer Hockey-Provinz und wäre in der Schweiz wohl mit dem HC Delémont-Vallée oder dem HC Tramelan zu vergleichen.

Nun spielt Fortier in der obersten Spielklasse in der schmucken und kleinsten Arena der Liga. Von der amerikanischen Provinz ins schweizerische Rampenlicht? Diese Aussage ist sportlich absolut korrekt, stadiontechnisch und infrastrukturell jedoch wie ein Wechsel von der Vaudoise-Arena in die Patinoire Régionale in Delémont. Tatsächlich spielen die Swamp Rabbits in der Bon-Secours-Wellness-Arena, vor einer Kulisse von 15’591 Sitzplätzen. Der Schnitt in Greenville allerdings liegt zuletzt bei knapp 3’000 Zuschauern.

Der Schnitt der Raiffeisen-Arena in Pruntrut übertrifft aber den Schnitt der drittklassigen ECHL-Organisation aus dem Bundesstaat Süd-Carolina. Die Fan- und Hockeykultur im Schweizer Jura ist höher einzuschätzen als die Hockeykultur in Greenville, dennoch dürfte die ehemalige Voyeboeuf, neben den Gästen aus Lausanne, auch Fortier zum staunen bringen. Es ist ein Erlebnis. Der Weg des TV-Kommentators zum Presseraum gleicht einem Hindernisparcours: Durch eine kleine Hühnerleiter gehts direkt durch die Spielerbank des HC Ajoie, weiter gehts durch zwei Stehplatz-Fanzonen der Jurassier, ehe der Weg vor den Kabineneingängen beider Mannschaften über eine Treppe bis durch einen langen «Hotelkorridor» quer durch die Loge zum Presseraum führt. Es ist als gäbe es die Valascia in renovierter Form in Pruntrut. Der Weg der Lausanner auf dem Eis der Jurassier erweist sich um einiges einfacher als der Weg der Kommentatoren durch die Eishalle des HC Ajoie.

23. Oktober 2021 – 19. Runde

Ajoie – Lausanne 2:6 (1:3, 0:2, 1:1)
Raiffeisen-Arena. – 3’855 Zuschauer. – SR Wiegand /Piechaczek, Kehrli /Obwegeser. – Tore: 6. Glauser (Varone, Frolik) 0:1. 16. Wännström (Devos, Frossard) 1:1. 19. (18:09) Sekac (Frolik, Varone) 1:2. 19. (18:19) Bertschy 1:3. 21. (20:57) Frolik (Varone, Gernat) 1:4. 37. Tim Bozon (Jäger) 1:5. 41. (40:57) Devos (Wännström, Hauert /Ausschluss Arnold) 2:5. 49. Kenins (Sekac) 2:6. – Strafen: Ajoie 1-mal 2 Minuten, Lausanne 3-mal 2 plus 5 Minuten (Arnold). – Bemerkungen: Ajoie ohne Rouiller (krank), Asselin, Leduc und Hazen (alle verletzt).
Ajoie: Wolf; Birbaum (2), Pouilly; Hänggi, Hauert; Eigenmann, Joggi; Frei, Helfer; Wannström, Devos, Schmutz; Fortier, Frossard, Schnegg; Rohrbach, Romanenghi, Huber; Macquat, Ness, Bogdanoff.
Lausanne (2): Boltshauser; Heldner, Frick; Glauser, Gernat; Marti, Genazzi; Krueger, Mainot; Kenins, Bertschy (2), Douay; Frolik (2), Varone, Sekac; Maillard, Jäger, Tim Bozon; Holdener, Krakauskas, Arnold (5).

Langnauer EYshockey

Die «Ey» liegt von Signau her, einem einstigen Eishockey-Traditionsort, knappe zwei Kilometer vom Ilfis-Stadion entfernt. Der Weiler «Ey» beherbergt das Eystübli, ein wahres Bijou für den Hockeygeniesser, hier in der schmucken Lokalität von Simon Langenegger, selbst ehemaliger Torhüter in der Organisation der Tiger, wird «Hockey-Coutry» 1:1 umgesetzt. Zu einem Tiger-Käse-Fondue gibts den passenden «Tiger-Wy», all dies im passenden Ambiente des warmen Stüblis. Sandro Lamparter, ein bekannter Bastard-Coutry-Punkrocker von «Slam & Howie and the Reservemen» beschreibt das Langnauer Ambiente wie eine Musik-Strophe seines neusten Albums «In Langnau fühlt sich jeder irgendwie heimisch» und genau so ist es.

Die Langnauer Ilfishalle ist eine Art Eystübli im Grossformat, sie empfängt dich urchig, freundlich und bodenständig, kombiniert mit einer offenherzigen aber doch leicht zurückhaltenden Art. Dies zieht sich vom Presseraum bis zum Kommentatorenplatz, quer durch die gesamte Langnauer Gefolgschaft, vom einfachen Fan aus dem Trub bis zur Hockey-Koryphäe Alfred «Fredy» Bohren. Es heisst, früher habe man in Langnau «diä wott nid guet ta hey» in den Jura verjagt, dies scheint heute kaum vorstellbar, denn das Langnau der Gegenwart verkörpert kein «Verjagen», es sei denn, die Gäste kommen tatsächlich aus dem Jura.

Hintergrund-Story von Sandro Lamparter

15. Oktober 2021 – 13. Runde

SCL Tigers – Ajoie 9:3 (2:0, 5:1, 2:2)
Ilfishalle. – 4’747 Zuschauer. – SR Dipietro /Mollard, Fuchs /Kehrli. – Tore: 2. Schweri (Pesonen, Weibel) 1:0. 13. Grenier (Huguenin, Olofsson /Ausschluss Frossard) 2:0. 30. Schweri 3:0. 34. Huguenin (Weibel, Pesonen) 4:0. 36. Grenier (Olofsson, Mayer) 5:0. 38. Huguenin 6:0, 38. Sturny (Petrini) 7:0. 38. Fortier (Devos) 7:1, 42. Berger (Sturny /Ausschluss Hänggi) 8:1. 47. Huber (Frossard) 8:2. Fortier 8:3. Olofsson (Pesonen, Schweri /Ausschluss Hänggi) 9:3. – Strafen: SCL Tigers 2-mal 2 Minuten, Ajoie 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: SCL Tigers ohne Leeger, Loosli, Stettler, Zaetta (alle verletzt), Guggenheim und Saarela (beide krank), Ajoie ohne Asselin, Leduc, Gfeller und Hazen (alle verletzt).
SCL Tigers: Mayer; Erni, Blaser; Schilt, Huguenin (2); Grossniklaus, Elsener; Zryd, Aeschbach; Olofsson, Schmutz, Grenier; Pesonen, Weibel, Schweri; Dukurs, Salzgeber (2), Berger; Sturny, Diem, Petrini.
Ajoie: Wolf (36. Östlund); Birbaum, Hauert; Rouiller (2), Pouilly; Hänggi (4), Eigenmann; Fortier, Devos, Beauchemin; Huber, Frossard (2), Schnegg; Rohrbach, Romanenghi, Joggi; Macquat, Ness, Bogdanoff; Frei, Reto Schmutz (2).

Eine NHL-Destination

Über 8’000 Zuschauer sehen das Spiel des Tabellenzweiten Fribourg-Gotteron und dem Elftplatzierten HC Ajoie. Mit der BCF-Arena erklimmt der Dienstälteste NL-Verein den Eishockey-Olymp-Europas, diese Arena hat alles was ein modernes Stadion bieten muss. Fast 9’000 Fans finden in der umgebauten ehemaligen WM-Arena (1985 und 1990) Platz. Schon im alten Stadion liegen die Freiburger in Sachen Zuschauer europaweit in den letzten zwölf Jahren jeweils zwischen den Rängen 19 und 36 und beim aktuellen Formstand in der neuen Arena dürfte Gottéron in neue Zuschauer-Sphären vorstossen.

Die steilen Tribünen verwandeln das Stadion in eine imposante Arena, die Sitze bieten eine hervorragende Sicht aufs Eis, durchtrennt durch zahlreiche Logen ist der untere Ring immer noch Teil des «alten Gottérons» und lässt die Geschichte der «ehemaligen» Patinoire Saint-Leonard auch im neuen Kleid weiterlaufen, die Halle wurde gekonnt und äusserst taktvoll umgebaut. Damit erhebt die neuste Spielstätte des Landes den Anspruch zum erneuten Austragungsort einer Weltmeisterschaft oder einem Auftritt einer NHL-Organisation im Rahmen der Global-Series. Die NHL gastierte bisher erst in Genf, Zürich, Bern, Zug und Lausanne, Freiburg hätte dieses Spektakel mehr als verdient.

Selbst der Coachingstaff verfügt über glorreiche NHL-Erfahrung, Torhüter-Trainer David Aebischer ist der erste Schweizer Stanley-Cup-Sieger, die Coaches Christian Dubé und Pavel Rosa haben je 36-mal in der besten Liga der Welt gespielt. Mit Ausnahme von Chris DiDomenico (27 Spiele), verfügen die Spieler David Desharnais, Raphael Diaz und Reto Berra über noch mehr NHL-Erfahrung und New Jersey Devils-Draftpick Mauro Jörg befindet sich in der besten Form seit seinem Draft 2010. Gegen Ajoie bereitet der 31-Jährige drei Tore vor, darunter ein Zuckerpass zu Desharnais Treffer zum 3:1.


HCFG

„Bykow und Chomutow sind das beste Duo welches die Schweiz je gesehen hat.“

— in Hochachtung

Seit 1977 haben die Freiburger ihr Logo von den Montreal Canadiens leicht abgeändert adaptiert. Aus dem ursprünglichen «Montreal-HCF» in blauem statt rotem «Montreal C» wird 1999 ein ein «FG» in rotem «G.» Der Blick nach Übersee ist also auch in der Logo-History der Freiburger tief verankert. Im Frühling 1990 schnappt man der NHL, durch den Geniestreich des damaligen Präsidenten Jean Martinet, sogar zwei absolute Weltklassespieler den Quebec Nordiques vor der Nase weg.

«Fribourg-Gottéron empfängt die Montreal Canadiens», nichts wäre der BCF-Arena würdiger als ein Duell gegen den Rekord-Titelträger, dem Original-Six-Team und Liga-Gründungsclub aus der frankophonen Provinz Quebec. Desharnais hat acht Jahre in der Organisation der Canadiens verbracht, davon drei zusammen mit Diaz. Der letzte NHL-Auftritt im Rahmen der Global-Series ist im Herbst 2020 in Bern der Pandemie zum Opfer gefallen.

Für den nächsten Auftritt muss Freiburg, wie 1990 für die Sowjetrussen, für absolutes Weltklasse-Eishockey ein Thema sein. Bis dahin müssen sich die fanatischen und treuen Fans aber weiterhin mit unbequemen Gegnern aus dem Jura- oder mit ein paar Leckerbissen aus der Champions-Hockey-League begnügen.

8. Oktober 2021 – 13. Runde

Fribourg-Gottéron – Ajoie 4:1 (0:1, 2:0, 2:0)
BCF-Arena. – 8’079 Zuschauer. – SR Urban /Hürlimann, Altmann /Wermeille. – Tore: 19. Frossard (Pouilly) 0:1. 22. Marchon (Walser, Jörg) 1:1. 38. Diaz (Rossi, Bykow) 2:1. 55. Desharnais (Jörg, Marchon) 3:1. 59. Walser (Marchon, Jörg, ins leere Tor) 4:1. – Strafen: Fribourg-Gottéron 2-mal 2 Minuten, Ajoie 3-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Kamerzin (verletzt), Ajoie ohne Asselin und Hazen (beide verletzt). Ajoie von 55:52 bis 56:57 und 58:49 bis 58:56 ohne Torhüter.
Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Chavaillaz; Sutter, Furrer; Diaz, Dufner; Jecker; Brodin, Desharnais, Mottet (2); Marchon, Walser, Jörg; Sprunger, Schmid (2), DiDomenico; Herren, Bykow, Jobin; Rossi.
Ajoie: Wolf; Leduc, Hauert (2); Birbaum, Eigenmann; Rouiller, Pouilly (4); Helfer; Bogdanoff, Devos, Schnegg; Huber, Frossard, Schmutz; Rohrbach, Romanenghi, Joggi; Frei, Ness, Macquat.

Unter Tarantinos Regie

Einmal pro Saison gibts in Genf die Pink-Night, am 2. Oktober 2021 geht die Aktion zugunsten des Brustkrebs-Fonds zum 16. Mal über die Bühne der Les Vernets. Die Pink-Night entpuppt sich dieses Mal zu einem wahren Quentin-Tarantino-Klassiker. Tarantinos «From-Dusk-Till-Dawn» ist im ersten Teil ein Gangsterfilm, welcher sich im zweiten Teil zum Vampir-Film entwickelt. Genfs «Pink-Night» ist im ersten Teil ein Spiel zum Gähnen, welches sich im zweiten Teil zum Spiel des Jahrzehnts entwickelt.

Die Eishockeykost in den ersten 20 Minuten sogar weit von einem «Gangsterfilm» entfernt und einer Pink-Night unwürdig, «aber Vorsicht das stimmt nicht», sagte einst Peter «Cool-Man» Steiner im Milka-Werbespot und dies ändert sich ab der 22. Minute und ein neuer Teil beginnt. Bei Tarantino startet der Vampir-Teil und in Genf startet das Spiel des Jahrzehnts. Unter der Regie von Tarantino sind die Ereignisse kaum noch festzuhalten:

Servette gleicht zweimal einen Zweitore-Rücktand aus, NHL-Star-Einkauf Sami Vatanen erzielt seine ersten beiden Tore auf Schweizer Eis, ein Tor – Grassi gibt den Pass von der Strafbank aus – welches eigentlich nicht hätte zählen dürfen übersehen die Schiedsrichter, Inti Pestoni erzielt zum ersten mal in seiner NL-Karriere vier Tore in einem Spiel, Yanik Burren erzielt sein erstes Tor für die Leventiner, Dario Bürgler ist, wie Vatanen, Doppeltorschütze und Stéphane Charlin erwischt, wie seine Vorderleute, einen schwarzen Abend.

Tarantinos Streifen dauert von der Abenddämmerung (From-Dusk) bis zum Morgengrauen (Till-Dawn) und der Genfer-Streifen spult die Superlative bereits von der Abenddämmerung (From-Dusk) bis Mitternacht (Till-Midnight) ab – oder eben von Pink bis Mitternacht, damit alles im Rahmen des offiziellen Anlasses bleibt. Genf kassiert in seiner ganzen Geschichte erst zum dritten Mal eine zweistellige Heim-Niederlage, dabei die erste seit 1974.

Alle zweistelligen Genfer-NL-Niederlagen

Statistik: eishockeyblog

Genf-Servette – Ambri-Piotta 4:10 (0:1, 3:3, 1:6)
6′ Bürgler (Hietanen, Heim) 0:1,
22′ Zwerger (Pestoni) 0:2,
25′ Smirnovs (Maurer, Berthon) 1:2,
27′ Filppula (Vatanen) 2:2,
32′ Pestoni (Zwerger) 2:3,
35′ Bürgler 2:4,
39′ Vatanen 3:4,
41′ Vatanen (Tömmernes, Jooris) 4:4,
45′ I. Dotti (Grassi) 4:5,
50′ Burren 4:6,
53′ Kostner 4:7,
55′ (54:10) Pestoni 4:8,
55′ (54:31) Pestoni (Zwerger) 4:9,
59′ Pestoni (Zwerger) 4:10.

Les Vernets: 5105 Zuschauer
SR: Wiegand, Hungerbühler; Progin, Dreyfus
Str. (G): 5×2′
Str. (A): 9×2′

Genf-Servette: Charlin; Jacquemet, Tömmernes (2); Vatanen (2), LeCoultre (2); Karrer, Maurer; Smons; Vouillamoz, Filppula, Winnik; Moy, Jooris, Miranda; Völlmin, Vermin (4), Patry; Riat, Berthon, Smirnovs; Cavalleri.
Ambri-Piotta: Ciaccio; Fora, I. Dotti; Hietanen (2), Fischer; Burren, Z. Dotti (2); Hächler (2), Pezzullo; Kozun, Regin, Kneubühler (2); Bürgler, Heim (2), McMillan (2); Pestoni, Grassi (4), Zwerger; Trisconi (2), Kostner, Bianchi.

Fattons Feuertaufe

Erst zum zweiten Mal, innerhalb einer Woche, in seiner noch jungen Karriere steht Thibault Fatton von Beginn weg im Kasten der National-League und zum ersten Mal vor heimischem Publikum und dies im ewigen Klassiker gegen den SC Bern. Der 19-Jährige holt im zweiten Spiel den zweiten Sieg und wird als bester Spieler Luganos ausgezeichnet. Mit Gianluca Cortiana kommt ein zweiter 19-Jähriger zu seiner NL-Feuertaufe. Fatton und Cortiana gehören seit zwei Jahren zu den Leistungsträgern der Elit-Junioren. Mittelstürmer Cortiana spielt aber an diesem Abend in der vierten Reihe neben Nelson Chiquet und Loic Vedova nur knapp zwei Minuten.

Knapp an einer Schlägerei vorbei schrammen in der 35. Minute Mirco Müller und Thomas Thiry, die beiden imponieren mit guter Standfestigkeit und sorgen nach einem Ringkampf im stehen, für kurzzeitige Playoff-Stimmung bei den heissblütigen Fans der berühmten Nord-Kurve. Knapp vorbei kommen nach dem Spiel die Zuschauer auf den Sitzplätzen – bei einem Geschoss aus der Lugano-Fankurve – welche mit dem Schrecken eines lauten Knalls davonkommen. Auch ein betagter Lugano-Anhänger, der die Spiele schon auf dem Lago Muzzano erlebt haben musste, schüttelt dabei nur den Kopf.

Mit erhobenem Kopf kann sich der beste Spieler des Abend durch eine dreifache «Welle» von der Curva-Nord feiern lassen. Trotz Feuerwerk, Fatton steht beim Knall nicht weit daneben, ist die heimische Feuertaufe des Goalies aus der Nachwuchsabteilung des HC La Chaux-de-Fonds, welcher seit 2018 im Tessin unter Vertrag steht, gelungen. Gelungen ist auch Luganos jüngstes Duell im Sottoceneri gegen die Berner, welches auf höchster Stufe erstmals am 14. Oktober 1972 vor 4’500 Fans über die Bühne geht.

Thibault Fatton besteht die Lugano-Feuertaufe mit nur einem, ärgerlichen, Gegentreffer. (Krein)

25. September 2021 – 9. Runde

Lugano – Bern 3:1 (1:0, 1:1, 1:0)
Cornèr-Arena. – 5’206 Zuschauer. – SR Wiegand /Hungerbühler, Progin /Duarte. – Tore: 14. Fazzini 1:0. 23. Jeremi Gerber (Moser, Scherwey /Ausschluss Nodari) 1:1. 27. Bertaggia (Riva, Thürkauf) 2:1. 59. Walker (ins leere Tor, Ausschluss Riva!) 3:1. – Strafen: Lugano 7-mal 2 plus 10 Minuten (Müller), Bern 4-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer Fazzini und Conacher. Lugano ohne Carr, Haussener, Josephs, Loeffel (alle verletzt) und Tschumi (gesperrt), Bern ohne Praplan (verletzt). Bern von 58:10 bis 58:30 und ab 58:50 ohne Torhüter.
Lugano: Fatton; Nodari (4), Müller (12); Alatalo, Riva (2); Chiesa, Guerra; Wolf; Walker, Arcobello, Fazzini (2); Boedker (2), Herburger, Morini; Bertaggia, Thürkauf, Stoffel (2); Vedova, Cortiana, Chiquet; Traber.
Bern: Manzato; Andersson, Beat Gerber; Untersander, Henauer; Thiry (2), Colin Gerber; Pinana; Conacher (2), Jeffrey, Scherwey; Kast, Kahun, Moser; Fahrni, Daugavins (2), Jeremi Gerber; Sciaroni (2), Neuenschwander, Bader; Berger.

In flagranti 1’000

1’000-mal gespielt und 1’000-mal ist was passiert, dies gilt für Jubilar Beat Forster. Die «Eiszeit» des Herisauers beginnt am 16. Januar 2001 und dem Alter von 17 Jahren in der National-League (A). 20 Jahre später lassen die Hockey-Götter oder Willi Vögtlins Raffinesse das 1000-ste Spiel des Biel-Verteidigers auf den HC Davos fallen. 628 seiner 1000 Spiele hat Forster mit dem HCD absolviert und dort spielt ein weiteres Mitglied des 1’000-er Clubs: Andres Ambühl debütiert 2001 einen Monat nach Forster und spielt heute seine 1’090. Partie und liegt hinter Beat Gerber und Mathias Seger auf Rang drei unseres Landes.

In diesen 999 Partien schiesst, «Beat Schiess-Forster» hiess Forster zu Beginn seiner Karriere noch, 20-mal das Game-Winning-Goal, davon einmal in der Overtime. In 13 Spielen fasst der harte Verteidiger eine Spieldauer-Disziplinarstrafe, vor dem Interview der 1’000. Partie sagt Forster, er habe auch alle Drittel seiner Karriere gezählt, dies sind aufgrund seiner Ausschlüsse keine 3’000. In flagranti, was «auf frischer Tat» bedeutet, erwischt es den Jubilar auch in seinem Jubiläumsspiel und muss in der 31. und 32. Minute seine Strafminuten 1’506 und 1’507 absitzen.

In flagranti erwischt es nach der Davoser Niederlage auch den 1’090 Spiele schweren Ambühl, zunächst muss er zum Interview antreten und danach wird er noch auf seine Hockey-Affinität befragt. Ambühl verfolgt das Spielgeschehen nämlich rund um die Welt und wird mit einem australischen Eishockey-Buch für die Heimreise ausgestattet. «Australien wäre noch was», verrät Ambühl, denn sein ehemaliger Teamkollege Andreas Camenzind (2012 in Brisbane und 2019 in Canberra) habe ihm davon erzählt, «doch es sei wohl zu spät für ihn», nie und nimmer, der Dauerbrenner könnte auch mit 50 noch in Australien spielen.

In flagranti zum australischen Hockey-Buch, Andres Ambühl beim Jubiläumsspiel Beat Forsters. (Hervé Chavaillaz)

In flagranti erwischt es nach dem Spiel auch den MySports Kommentator in der Amag-Lounge. «In flagranti» ist die Werbe-Agentur welche für den «coolen» Auftritt der Bieler «Eiszeit» verantwortlich ist, zu seiner eigenen Schande hat er dies noch nicht mitgekriegt, obwohl er einst – vor ca. 1000 Spielen – bei der Lysser Agentur eine Woche verbracht hat. «In flagranti» erwischt es aber auch Agentur-Mitgründer und Geschäftsführer Michael Hählen bei der gegenseitigen Vorstellungsrunde mit dem einstigen Werbe-Kandidaten.

Die kurzweilige Zeit in der Amag-Lounge geht gegen Mitternacht dem Ende zu, die «Eiszeiten» von Forster und Ambühl laufen mindestens noch bis im Frühling 2022 bzw. 2023 – und wer weiss – findet vielleicht dereinst in der australischen AIHL ihre Fortsetzung, wenn die Australier von den alten Schweizern in flagranti erwischt werden.

18. September 20216. Qualifikationsrunde

Biel – Davos 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)
Tissot-Arena. – 4’622 Zuschauer. – SR Tscherrig /Hungerbühler, Huguet /Altmann. – Tore: 25. Brunner (Lööv, Jakowenko) 1:0. 35. Sallinen (Rajala, Schneeberger) 2:0. 47. Hügli (Schläpfer, Hischier) 3:0. – Strafen: Biel 7-mal 2 plus 5 Minuten (Rathgeb) plus Spieldauer (Rathgeb) gegen Biel, Davos 7-mal 2 plus 5 Minuten (Jung) plus Spieldauer (Jung). – Bemerkungen: Biel ohne Fey, Haas und Tanner (alle verletzt).
Biel: Van Pottelberghe; Rathgeb (27), Lööv (4); Jakowenko (2), Grossmann; Stampfli, Forster (2); Schneeberger; Brunner (TS), Cunti (2), Künzle; Hügli, Sallinen, Hofer; Hischier, Schläpfer (2), Rajala; Kohler, Froidevaux, Kessler; Karaffa.
Davos: Aeschlimann; Nygren, Zgraggen; Dominik Egli, Wellinger; Heinen, Jung (29); Stoop, Barandun; Stransky, Rasmussen, Bromé; Wieser, Corvi, Ambühl (TS); Frehner, Prassl (2), Knak (2); Simic, Chris Egli (4), Schmutz.

Zurück in Langnau

Auf dem Trottoir auf der Sägestrasse vom Ilfiskreisel her Richtung Iflishalle sind bereits zwei Stunden vor Spielbeginn erste Fans mit „Langnau-Liibli“ unterwegs. Alles scheint zunächst so zu sein, wie vor dem Eingriff durch die Pandemie, auch der Parkplatzeinweiser ist noch der gleiche und alles scheint in Ordnung.

Doch der Parkplatzeinweiser sagt etwas was er in den letzten 19 Jahren nie gesagt hat: „Nei dir chöit da nid parkiere, das geit nümm“, auf meine Frage: „Wo soll ich denn hin?“ Gibt es keine Antwort, so fahre ich halt einfach mal Richtung Presseparkplätze und zu meinem Erstaunen sind diese tatsächlich weg. Dafür tummelt sich da eine riesige Menschenmenge, welche sich fürs Covid-Testcenter einreiht.


„Das muss das falsche Jahr sein.“

— Marty McFly, Zurück-in-die-Zukunft-II

Die nächste Hürde heisst, Eingangskontrolle gefolgt vom abhanden gekommenen Presseraum? Ein ungutes Gefühl kommt in mir hoch und ich denke an die Worte von Marty McFlys Rückkehr aus der Zukunft in „Back-to-the-Future II“: „Das muss das falsche Jahr sein?“ Irgend etwas stimmt nicht. Da kann nur einer helfen, Doc Emmet Brown, in der „Langnauer Rolle“ gespielt von Athletiktrainer Nik Hess.

Hess weist mir den Weg zum neuen Presseraum und da stehen glücklicherweise das Ehepaar Rolf und Gisela Schlapbach und die Normalität des guten, alten Jahres 2021 scheint wieder hergestellt. Zugegeben einen kurzen Moment habe ich mir die letztjährige Saison zurück gewünscht, ohne auch nur eine Menschenseele ein Spiel der National-League problemlos besuchen zu können.

Die aktuelle Abonnement-Kampagne des HC Genf-Servette. (HC Genf-Servette)

Zurück-in-die-Zukunft ist auch Thema beim Langnauer Gegner, Genf-Servettes Abonnements-Kampagne lautet „Back-to-the-Vernets“ und könnte zu diesem Abend nicht passender sein. Die Genfer sind, nach Zürich, beim zweiten Auswärtsspiel nämlich immer noch unterwegs „zurück“ Richtung „Vernets“.

„Zurück-ins-Spiel“ finden beide Teams an einem denkwürdigen Hockeyabend erster Klasse, denn das Spiel bietet alles was Eishockey bieten muss: Langnau kommt nach einem 0:2-Rückstand „zurück“, Genf-Servette kommt nach einem 3:4-Rückstand „zurück“ und „zurück“ im Stadion ist eine fantastische Stimmung, passend zu 70 Minuten Spektakel-Eishockey, mit dem besseren Ende für die Gäste.

11. September 2021 – 3. Runde

SCL Tigers – HC Genf-Servette 4:5nP (0:1, 3:2, 1:1, 0:1)
lfishalle. – 4’258 Zuschauer. – SR Tscherrig /Hürlimann, Stalder/Burgy. – Tore: 8. Tömmernes (Winnik, Ausschluss Huguenin) 0:1, 22. Moy (Jooris) 0:2, 26. Olofsson (Leeger) 1:2, 31. Olofsson (Huguenin, Grenier) 2:2, 34. Vermin (Filppula) 2:3, 40. Saarela (Pesonen, Schilt) 3:3, 50. Saarela (Pesonen, Ausschluss Winnik) 4:3. 55. Filppula (Vermin) 4:4. – Penaltyschiessen: Winnik 0:1, Olofsson -; Filppula 0:2, Petrini -; Tömmernes -, Saarela 1:2; Rod -, Grenier -; Moy 1:3. – Strafen: SCL Tigers 4-mal 2 Minuten, Genf-Servette 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: SCL Tigers ohne Elsener, Guggenheim (beide überzählig), Langenegger und Weibel (beide verletzt). Genf-Servette ohne Karrer, Le Coultre, Mercier, Miranda und Richard (alle verletzt).
SCL Tigers: Punnenovs; Leeger (2), Huguenin (2); Erni (2), Blaser; Grossniklaus, Schilt; Zryd; Pesonen, Saarela, Petrini; Olofsson, Grenier, Loosli; Sturny, Schmutz, Berger; Salzgeber (2), Diem, Schweri; Lapinskis.
Genf-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Völlmin (2), Smons; Ugazzi, Maurer (2); Guignard; Vouillamoz, Pouliot, Winnik (2); Vermin, Filppula, Rod; Moy, Jooris (2), Smirnovs; Antonietti, Berthon, Patry (2); Riat.

Premieren als Headcoach und Experte

Morgens um neun Uhr klingelt das Telefon, Telebärn-Mann Koch braucht einen „Experten“ für die Sendung des gleichen Tages. Heutiges Thema: „der neue SCB-Coach Johan Lundskog.“ Die Angelegenheit ist zwar äusserst kurzfristig, dennoch lasse ich mir den Auftritt als Experte nicht entgehen.

Für Lundskog ist es der erste Saisonstart als Headcoach, zuvor stand der Schwede zwei Jahre beim HC Davos- und drei Jahre bei den Frölunda Indians in Göteborg, dem erfolgreichsten Team Europas der letzten Jahre, als Assistent hinter der Bande. Wie für Lundskog ist es auch für mich eine Premiere, stehe ich normalerweise doch auf der anderen Seite der Kamera.

Rolex, Tati und Vernets

Ein Spiel in Genf hat, neben der französischen Sprache, immer irgendwie einen französischen Flair. Genf könnte als Grenzstadt genau so gut auch in Frankreich liegen, ja und wer auf der Autobahn A1 nicht aufpasst, landet tatsächlich in Frankreich. So erinnere ich mich, jeweils auf dem Weg nach Genf, an die Geschichte des damaligen Slapshot-Redaktionsleiters Bernhard «Bärni» Grimm, als er in der ersten Saison nach dem Genfer Wiederaufstieg in die NLA mit dem gesamten «Slapshot-Karsumpel» bei Bardonnex – ohne Pass – über die französische Grenze gefahren ist, dies weil er bei der Verzweigung Perly den falschen Weg gewählt hat. Diese Geschichte führt mich noch heute, am 15. April, Grimm sei Dank, immer Richtung «La Praille» und schliesslich bis ins Quartier «Vernets».

Die Verzweigung-Perly wurde Bernhard Grimm zum Verhängnis. (Krein)

Ein bisschen Frankreich liegt in Genf dennoch in der Luft, denn im Parkhaus der Rolex soll die Presse beim ersten Playoff-Spiel gegen Freiburg-Gottéron geparkt werden. Nach 19 Jahren Genf-Retour auch für mich ein Novum und dieses lässt mich kurzzeitig im Stile von Jacques-Tatis Film Playtime durch die grosse Eingangshalle der Rolex irren. Tatis Film aus dem Jahre 1967 ist ein wahrer Klassiker und das Rolex-Gebäude gar noch älter als der Film. Ein freundlicher Securitas-Mann weist mir dann den Weg Richtung rettenden Ausgang in Richtung Patinoire-les-Vernets.

Die Vernets-Halle an der «Rue-Hans-Wilsdorf 4», benannt nach dem Rolex-Gründer, ein Bauwerk von 1958 und so aus der gleichen Epoche wie Tatis erste Meisterwerke in Farbe, wirkt aus der Ferne immer noch modern und zeitlos. Les Vernets hätte auch in einem Tati-Streifen vorkommen können. Zeitlos ist auch die Playoff-Bilanz der Gäste aus dem Kanton Freiburg, Gottéron hat noch nie eine Playoff-Serie, immerhin schon drei Serien, gegen die Servettiens gewonnen.

Die Ausgangslage zu einem zweiten Gottéron-Sieg ist so gut wie nie zuvor, denn Genf muss auf Tanner Richard und Noah Rod verzichten. Letzterer wird aber kurz vor dem Warm-up wieder als einsatzfähig gemeldet und die Wichtigkeit des Genfers Captains unterstreicht auch Sportchef Marc Gautschi vor dem Spiel im MySports-Interview (siehe Tweet).

Das Warten vor dem Interview verkürzen wir uns mit einem Hockey-Talk über den finnischen Zweitligisten Hermes Kokkola, die KHL und den ehemaligen Genfer-Junior Jonathan «Jo» Aeby.

Wo ist Aeby?

Aeby spielte letzten Herbst beim SC Lyss in der MySportsLeague, der Stürmer ist dort aber nicht mehr erwünscht. Gautschi hat nur Gutes über den dreifachen Nachwuchs-Schweizermeister (zweimal mit der U20 und einmal mit der U17) mit Servette berichtet. Sportchef Gautschi hat sich noch vor der ersten Pause über den Mann aus dem eigenen Nachwuchs erkundigt und erläutert mir in der Drittelspause dessen Clubsuche in der Romandie.

Aeby selber bestätigt die Aussage des Sportchefs noch vor Genfs 3:1-Sieg per WhatsApp-Nachricht. Bestätigt hat sich auch die Aussage von Gautschi über die Wichtigkeit von Kapitän Rod, dessen Vater Jean-Luc einst für beide Kontrahenten gespielt hat, welcher seine Mannschaft an diesem Abend zum Ausgleich der Viertelfinal-Serie führt.

Genf – Gottéron 3:1 (1:0, 0:1, 2:0)
Les Vernets. – 0 Zuschauer. – SR Lemelin/Mollard, Altmann/Wolf. – Tore: 4. Smirnovs (Vermin, Moy /Ausschluss Kamerzin) 1:0. 37. Mottet (Desharnais) 1:1. 52. Tömmernes (Vermin, Jacquemet) 2:1. 60. (59:44) Vermin (Winnik, ins leere Tor) 3:1. – Strafen: Genf 4-mal 2 Minuten, Gottéron 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Genf ohne Maurer, Mercier, Richard (alle verletzt) und Asselin (überzählig), Gottéron ohne Brodin und Rossi (beide verletzt). Gottéron von 58:24 bis 58:27 und 58:41 bis 59:44 ohne Torhüter.
Genf: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Le Coultre; Guebey, Völlmin; Smons; Vouillamoz, Winnik, Omark; Rod, Fehr, Vermin; Moy, Kast, Miranda; Montandon, Berthon, Patry; Smirnovs.
Gottéron: Berra; Gunderson, Chavaillaz; Sutter, Furrer; Kamerzin, Jecker; Abplanalp; Bougro, Schmid, Jörg; Stalberg, Desharnais, Mottet; Herren, Marchon, DiDomenico; Sprunger, Walser, Bykow; Jobin.

Premiere für die Ewigkeit

Die Pre-Playoff-Premiere in der Schweiz wird durch das verflixte Corona-Jahr wohl immer in Erinnerung bleiben, «damals wurden doch die Pre-Playoffs eingeführt, im Jahr der ersten Pandemie», wird man wohl dereinst sagen. Die Schweiz ist das letzte Land Europas grosser Hockeynationen, welches den neuen Vor-Playoff-Modus adaptiert. Finnlands SM-liiga war 2004-05 der Vorreiter dieses Spektakels. Zwei Jahre später folgten Deutschland und Tschechien, 2013-14 Schweden und vor zwei Jahren die Slowakei. Bern und Rapperswil-Jona sind die ersten Nutzniesser der schweizerischen Version und gehen, im Land der ängstlichen Favoriten, erstmals als Sieger hervor.

Im zweiten Spiel adaptiert sich die leere, imposante PostFinance-Arena auf die Torproduktion des Heimteams und dem amtierenden Schweizermeister, aktuell der längste Schweizermeister seit dem HCD beim Zweiten Weltkrieg, gelingt kein Treffer gegen Sandro Aeschlimann und Co. Bündner und Berner haben sich im Lauf der Jahre schon sieben packende Playoff-Duelle geliefert, dabei fünfmal mit dem besseren Ausgang für die gelb-blauen. Dies gelingt dem hervorragend eingestellten Team von Christian Wohlwend vorerst auch im zweiten Spiel der neuen Pre-Playoffs.

Derweil fällt der erste Favorit 160 Kilometer östlich von Bern durch das «Swiss-Cheese-Modell», Das Schweizer-Käse-Modell ist eine Verkettung von Unfallursachen, welche von latenten und aktiven menschlichen Fehlern, im Zusammenhang mit einer ungünstigen Kombination vieler ursächlicher Faktoren zu einem unerwünschten Ereignis führen. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.

Mehr zu sagen hätte es bei der Trauerminute zu Ehren vom langjährigen SCB-Funktionär Max Sterchi gegeben. SCB-Original und Parkplatz-Chef Jüre Wymann, bekannt als «SCB-Jüre» hat mir beim passieren der Barriere zu den Presseparkplätzen Sterchis Lieblingsgeschichte erzählt: Es war im Februar 1965, als der SCB in Villars zur letzten und entscheidenden Partie um den Schweizermeistertitel antrat, unter heftigem Schneefall musste das Eis in den letzten zehn Minuten dreimal gereinigt werden, der SCB führte bereits mit 3:0, als das Heimteam einen Spielabbruch forderte, doch Head-Schiedsrichter Heinrich Ehrensperger liess sich davon nicht beirren und die Berner feierten ihren zweiten Meistertitel. Diese Geschichte, so SCB-Jüre, habe Sterchi immer wieder gerne erzählt.

Wer weiss, dereinst wird vielleicht ein langjähriger SCB-Funktionär auch die Geschichte von der leeren PostFinance-Arena, den ersten Pre-Playoffs während der ersten Pandemie, welche nicht nur den Eishockeysport weltweit beeinträchtigt hat, erzählen: Es war im April 2021, als der SCB…

9. April 2021 – Pre-Playoffs

Bern – Davos 0:3 (0:1, 0:0, 0:2)
PostFinance-Arena. – 0 Zuschauer. – SR Salonen/Urben, Schlegel/Burgy. – Tore: 9. Palushaj (Heinen) 0:1. 57. Baumgartner (Nussbaumer) 0:2. 59. Baumgartner (Herzog, Palushaj) 0:3. – Strafen: Bern 4-mal 2 Minuten, Davos 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Bern ohne Blum, Rüfenacht, Sciaroni (verletzt), Burren, Sterchi (überzählig). Davos ohne DuBois, Paschoud, Dino Wieser (verletzt), Ullström (überzählig). – 12. Pfostenschuss Palushaj. Marc Wieser im zweiten Drittel verletzt ausgeschieden.
Bern: Karhunen; Untersander, Henauer; Andersson, Zryd; Thiry, Beat Gerber; Colin Gerber; Conacher, Jeffrey, Olofsson; Pestoni, Praplan, Scherwey; Sopa, Heim, Moser; Berger, Neuenschwander, Bader; Jeremi Gerber.
Davos: Sandro Aeschlimann; Nygren, Jung; Stoop, Sund; Heinen, Guerra; Barandun, Hänggi; Marc Wieser, Corvi, Ambühl; Palushaj, Baumgartner, Turunen; Frehner, Egli, Herzog; Nussbaumer, Marc Aeschlimann, Ritzmann.

Der Wahnsinn von Genf

Nach 57 Minuten und 28 Sekunden steht es 1:0 für den HC Genf-Servette, der EHC Biel braucht unbedingt einen Sieg um sich noch direkt für die Playoffs zu qualifizieren. Nach 59 Minuten und 21 Sekunden steht es 5:1 für Biel – unmöglich? Deshalb lieben wir den faszinierendsten Sport der Welt, Biel schiesst innert 112 Sekunden fünf Tore und bleibt damit im Rennen um einen direkten Playoff-Platz. Beat Forster, Yannick Rathgeb (Biel ohne Torhüter), zweimal Fabio Hofer und Janis Moser heissen die Torschützen des «Wahnsinns von Genf.»

Wie vor 45 Jahren

Was für ein Spiel, sechs Kommentatoren legen nach 60 Minuten mit ungläubigen aber glücklichen Gesichtern ihr Headset ab, einen Treffer haben wir in 57 Minuten kommentiert… …der Rest geht in die Geschichtsbücher ein. Apropos Geschichte, die Seeländer verblüfften schon einmal mit einem Torrausch: Am 6. Januar 1976 lag Biel nach 57 Minuten gegen den HC Sierre mit 4:6 Toren in Rückstand in die Überraschung für die Walliser gegen den Leader schien perfekt. Nur eine Minute später stand es 8:6 für die Hausherren. Was für ein Schlussspurt, angefeuert von 7’700 Zuschauern, schossen die Seeländer innert 53 Sekunden vier Tore. Reto Lohrer, René Berra, Barry Jenkins und René Stämpfli hiessen die Torschützen zwischen 57:21 und 58:14 beim «Wunder» von Biel.

Das «Wahnsinn» von Genf geht unter die Haut, Direktbeteiligte und Journalisten sind Minuten später noch beflügelt durch den Effort der Seeländer. Aber nicht alle sind derart aufgewühlt, Beat Forster, «Flaschenöffner» für Biel und Urheber des Genfer Unheils, ist schon kurz nach dem Spiel äusserst gelassen, was man von mir und meinen Fragen nicht behaupten kann (Interview): Sollte es nicht «abgezeichnet» heissen? Einen äusserst turbulenten Tag hinter sich hat Biel-Sportchef Martin Steinegger, am Nachmittag sieht er wie Biels U20-Elit-Junioren im Playoff-Final gegen Zug (2:7) fünf Gegentore innert 12 Minuten und 42 Sekunden hinnehmen müssen, ein paar Stunden später wird er Zeuge des Wahnsinns von Genf.

Verarbeiten ohne Bier

Auch Fabio Hofer, der an drei Treffern beteiligt ist, hat sowas weder in Österreich noch in der Schweiz je erlebt und muss dies geistig noch verarbeiten. Nach den Interviews würden sich die Berichterstatter nach so einem Spiel normalerweise in der Prime’s Fine Food & Sports Bar, dem ehemaligen «McSorley’s», ein Bierchen gönnen um erlebtes gemeinsam zu verarbeiten. Ja dieses Spiel hätte eine ausverkaufte Les Vernets Halle mehr als verdient gehabt, es ist eines jener Spiele über welches man in 45 Jahren noch darüber spricht, ob dann noch einer weiss, weshalb es keine Zuschauer gab?

Wie ich, muss Fabio Hofer eben erlebtes noch verarbeiten. (Andreas Ruefer)

Der 112-Sekunden Wahnsinn von 2021

ZeitSekundenTorschützeSpielstand
57:290Forster (Hofer, Künzle)1:1
57:4112Rathgeb (Pouliot, Trettenes)1:2
58:0334Hofer (Lindbohm, Komarek)1:3
58:5687Hofer (Van Pottelberghe)1:4
59:21112Moser (Pouliot, Brunner)1:5

Das 53-Sekunden Wunder von 1976

ZeitSekundenTorschützeSpielstand
57:210Lohrer5:6
57:4625Berra6:6
57:5938Jenkins7:6
58:1453Stämpfli8:6

3. März 2021

Genf-Servette – Biel 1:5 (1:0, 0:0, 0:5)
Les Vernets. – 0 Zuschauer. – SR Hebeisen /Fluri; Obwegeser /Progin. – Tore: 19. Omark 1:0. 57:29 Forster (Hofer) 1:1. 57:41 Rathgeb (Ausschluss) 1:2. 58:04 Hofer 1:3. 58:56 Hofer (Ausschluss/ins leere Tor) 1:4. 59:21 Moser (Komarek/Ausschluss) 1:5. – Strafen: Genf-Servette 4-mal 2 Minuten, Biel 3-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Genf-Servette ohne Maurer, Mercier (beide verletzt), Fritsche und Riat (beide überzählig). Biel ohne Fey (verletzt während Einlaufen), Hischier, Hügli (beide Isolation), Rajala (rekonvaleszent), Kreis, Tanner (beide vorsorgliche Quarantäne), Fuchs, Lindgren, Lüthi (alle verletzt) und Schläpfer (Langenthal), dafür erstmals mit Augsburger und Jaquet (B-Lizenz La Chaux-de-Fonds). Biel von 57:33 bis 57:41 ohne Torhüter. Genf-Servette von 58:12 bis 58:56 ohne Torhüter.
Genf-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Le Coultre; Völlmin, Smons; Guebey; Moy, Fehr, Miranda; Vouillamoz, Winnik, Omark; Patry, Richard, Vermin; Montandon, Kast, Berthon; Smirnovs.
Biel: Van Pottelberghe; Moser, Stampfli; Rathgeb, Lindbohm; Sartori, Forster; Jaquet; Brunner, Pouliot; Trettenes; Ulmer, Komarek, Hofer; Kessler, Cunti, Künzle; Kohler, Gustafsson, Augsburger.

Eines dieser Spiele…

Von 50 oder 52 Qualifikationsspielen sind vielleicht ein Viertel der Partien ein Knüller und der Rest wird als „Pflichtprogramm“ abgespult. Die Partie zwischen dem HC Lausanne und dem EHC Biel, am 20. März 2021, gehört zur Kategorie „Knüller.“ Lausanner und Bieler liefern elf Tore in 61 Minuten und 25 Sekunden, dabei ist auch der Spielverlauf entscheidend. Die Gäste führen nach zwölf Minuten mit 3:0 und nach 29 Minuten mit 4:2, doch das Heimteam findet immer einen Weg zurück und holt mit der erstmaligen Führung den zweiten Punkt.

In der ersten Pause kommt Journalisten-Saurier Anton „Toni“ Abbühl zu mir und erzählt, dass ihn diese Partie bisher nicht erwärmt und ich stimme ihm aus Lausanner Sicht zu. Abbühl ist seit 1978 in der gesamten Westschweiz als freier Journalist unterwegs und weiss alles was man über das Sportgeschehen in der Romandie wissen muss. Abbühl hat aus technischer Sicht vom ersten Rapport via Telefonkabine, über den Telex bis zu Socialmedia- und aus sportlicher Sicht den Auf- und Niedergang des Lausanner- und Genfer Hockeys bis in die 1. Liga miterlebt.

Als Aufgang entwickelt sich auch die Partie zwischen Lausanne und Biel, im zweiten Abschnitt wird die Partie eben zu einem dieser Spiele, welche man gesehen haben muss – und dies auch in einer Journalisten-Karriere von 43 Jahren. Abbühl und ich sind uns in der zweiten Pause bewusst, welches Glück wir haben, überhaupt noch live vor Ort sein zu dürfen und umso mehr, wenn sich die Partie als Knüller entpuppt. Nicht im Traum dürfen wir uns an die Vorstellung wagen, welch Wahnsinn diese Partie in einem ausverkauften Haus von 9’600 Zuschauern gewesen wäre. Wir sind überzeugt, dass sich auch der schönste Sport der Welt in naher Zukunft wieder als „absoluter Knüller“ erweisen wird.

20. Februar 2021

Lausanne – Biel 6:5nV (1:3, 3:1, 1:1, 1:0)
Vaudoise Arena. – 0 Zuschauer. – SR Stricker /Mollard; Kehrli /Burgy. – Tore: 4. Pouliot (Rajala, Lindbohm) 0:1. 8. Cunti (Hügli, Lindbohm) 0:2. 12. Hischier (Hofer, Moser) 0:3. 17. Hudon (Frick, Malgin /Ausschluss Rajala) 1:3. 25. Malgin (Gibbons, Hudon) 2:3. 29. Pouliot (Rajala, Lindbohm) 2:4. 34. Hudon (Malgin, Gibbons /Ausschluss Tanner) 3:4. 39. Kenins (Frick, Jooris /Ausschlüsse Krakauskas; Fey) 4:4. 56. (55:47) Hofer (Hischier, Fey) 4:5. 57. (56:47) Hudon (Heldner, Malgin) 5:5. 62. (61:25) Jooris (Kenins, Grossmann) 6:5. – Strafen: Lausanne 4-mal 2 Minuten, Biel 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Lausanne ohne Douay, Hudacek, Maillard (alle verletzt), Almond, Mémeteau, Roth und Schneeberger (alle überzählig). Biel ohne Fuchs, Komarek, Lindgren, Lüthi (alle verletzt), Sartori (überzählig), Delémont, Stampfli (beide La Chaux-de-Fonds) und Schläpfer (Langenthal). 11:34 Time-out Lausanne. 48. Lattenschuss Krakauskas.
Lausanne: Stephan; Genazzi, Barberio; Heldner, Frick; Krueger, Marti; Grossmann; Gibbons, Malgin, Hudon; Bertschy, Emmerton, Kenins; Jäger, Jooris, Bozon; Krakauskas, Froidevaux, Antonietti; Arnold.
Biel: Van Pottelberghe; Moser, Kreis; Rathgeb, Lindbohm; Fey, Forster; Ulmer; Brunner, Pouliot, Rajala; Hügli, Cunti, Künzle; Hofer, Tanner, Hischier; Kessler, Gustafsson, Kohler.