Die Lakers haben es geschafft

Nur drei Nationalliga-A Teams sind noch nie aus der obersten Spielklasse abgestiegen, die Kloten Flyers, der HC Fribourg-Gottéron und die SC Rapperswil-Jona Lakers. Die drei Überlebenskünstler gelten in finanzieller- und sportlicher Hinsicht nicht nur in den Medien als unabsteigbar. Nun haben es die Lakers geschafft und stehen zumindest in der Liga-Qualifikation gegen den Meister der Nationalliga-B.

Selbstverständlich hat dies niemand verdient im Umfeld der freundlichen Organisation am Zürichsee, schon gar nicht der flotte Pressechef René Schmid, der nun wie viele seiner Arbeitskolleginnen und Kollegen um seinen Job bangt, wie er nach dem Spiel gegen Ambrì-Piotta im Presseraum erzählt.

Nach verlorener 3:6-Schlacht am Samstag gegen Ambrì-Piotta sagte Trainer Anders Eldebrink «Wenn ich in den Final komme will niemand mit mir reden, wenn ich verliere wollen alle mit mir reden.» Der Schwede hat nicht unrecht, aber Rapperswils Gang in die Liga-Quali schien für die St. Galler bisher noch unwahrscheinlicher als ein Vorstoss in den Playoff-Final.

„Wenn ich in den Final komme will niemand mit mir reden, wenn ich verliere wollen alle mit mir reden.“

— Anders Eldebrink

Seit dem NLA-Aufstieg 1994 konnten sich die Rapperswiler neun Mal vorzeitig in den Playouts retten, ausgerechnet im 70. Jubiläumsjahr verpassen die St. Galler das zehnjährige Playout-Jubiläum. Entgegen der Meldung auf der Club-Homepage und Artikel inkompetenter Medien stehen die Lakers nicht zum ersten-, sondern zum zweiten Mal in der Klubgeschichte in der Ligaqualifikation. Die Saison 1999-00 muss sämtlichen Medien- und Club-Verantwortlichen entgangen sein. Denn da spielte der damalige SC Rapperswil-Jona in der Liga-Qualifikation gegen den NLB-Meister EHC Chur und konnte sich in der «best-of-seven» Serie in fünf Spielen (5:4, 5:1, 4:5nP, 5:2, 3:1) durchsetzen.

Allerdings gibt es dazu ein «aber». Die oberste Spielklasse wurde nach dieser Saison von 10 auf 12 Mannschaften ausgestockt und die beiden NLB-Finalisten EHC Chur und der HC La Chaux-de-Fonds wurden in die NLA promoviert. So gesehen hätten die Rapperswiler wohl (Wobei 1986 der Zürcher SC als A-Letzter gegenüber dem B-Zweiten SC Bern durch den freiwilligen Rückzug Arosas auch nicht oben bleiben durfte) auch nach einer verlorenen Liga-Quali nicht absteigen können. Enger war es nur einmal, in Rapperswils erster NLA-Saison 1994-95 musste der Playout-Final-Verlierer direkt in die NLB absteigen. Die Rosenstädter konnten sich in sechs Spielen (0:7, 5:4nP, 5:4nP, 2:4, 7:4, 7:3) gegen den EHC Biel durchsetzen.

Alles spricht dagegen

2015 spricht eigentlich alles gegen Rapperswil-Jona. Das Jubiläumsjahr (Rapperswil feiert das 70-jährige Jubiläum, Basel stieg 2008 zum 85-Jährigen in die NLB ab, Biel rettete sich im 75-Jährigen erst in der Liga-Quali), die Reduktion in der Liga-Quali von vier- auf zwei Ausländer (im Powerplay spielten stets vier Söldner), der voraussichtliche verletzungsbedingte Ausfall von Kapitän Stefan Hürlimann (wechselt nach der Saison zum EHC Olten) und der Druck der geplanten Zukunft mit dem SC Herisau. Zudem gibts in der Liga-Quali für den Oberklassigen nichts mehr zu gewinnen, sondern nur noch schlimmeres zu verhindern. Dazu ist Topskorer Nicklas Danielsson für die ersten vier Spiele noch gesperrt.

Langnau wie 1998?

Anders als die Lakers werden die SCL Tigers voller Selbstvertrauen in ihre vierte Liga-Qualifikation starten. Zum ersten Mal treten die Langnauer dabei als Aussenseiter an, was sich als Vorteil erweisen kann. Die SCL Tigers haben nicht nur die Qualifikation mit 23 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten dominiert, sondern auch die NLB-Playoffs (je 4:0-Siege gegen Thurgau und Langenthal). Erst im Playoff-Final um den B-Meistertitel erwies sich der EHC Olten als echter Prüfstein, also als perfekter Sparringpartner für das bevorstehende Duell gegen die angeschlagenen Lakers.

Die Geschichte spricht allerdings für die St. Galler, drei Mal (2002, 2010 und 2013) besiegten sie die Emmentaler in einer NLA-Playout-Serie. Die Langnauer schickten die Rapperswiler aber bisher in ihre einzige Liga-Qualifikation in der Saison 1999-00. Dazu kommt eine bittere, offene Rechnung aus dem Playout-Final 2013, welche die Tigers nach zwei Jahren endlich begleichen wollen. Statistisch stehen die Chancen für den Underdog bei immerhin 33%, in den letzten 15 Jahren schafften fünf NLB-Meister (zweimal Lausanne, Genf-Servette, Biel und Basel) den Aufstieg. Langnau schaffte die Promotion bereits drei Mal, 1961, 1987 und zuletzt 1998, allerdings noch nach altem Modus.

Duell der Weltmeister von 1987

Mit den beiden Headcoaches Anders Eldebrink (Lakers) und Bengt-Ake Gustafsson (Tigers) stehen sich zwei Weltmeister von 1987 gegenüber. Auch bei ihrem ersten gemeinsamen Weltmeisterschafts-Turnier 1981 in Göteborg holten die ehemaligen Weltklasse-Spieler einst WM-Silber. Danach kreuzten sich ihre Wege als Spieler noch zwei Mal beim Europa-Cup 1994 und 1995, mit Feldkirch (Gustafsson) und Kloten (Eldebrink) gabs zwei Unentschieden (2:2 und 3:3). Nun steht den früheren Teamkollegen als Trainer das brisanteste Direktduell ihrer ganzen Karriere bevor.

Daniel Steiner wechselt auf die kommende Saison nach Biel. (Andreas Hatos)
Daniel Steiner ist der letzte Ambrì-Torschütze 2015. (Andreas Hatos)

28. März 2015

Rapperswil-Jona – Ambrì-Piotta 3:6 (2:1, 0:2, 1:3)
Diners-Club-Arena. – 5306 Zuschauer. – SR Eichmann/Stricker, Espinoza/Küng. – Tore: 2. Pedretti (Kuonen) 1:0. 11. Johansson (Ausschlüsse Stucki; Hächler) 2:0. 14. Lauper (Hall) 2:1. 29. O’Byrne (Lauper) 2:2. 30. Birbaum (Pestoni) 2:3. 51. Aucoin (Pestoni, Bouillon /Ausschlüsse Profico; Lhotak) 2:4. 52. Walsky (Geyer) 3:4. 54. Pestoni (Lhotak) 3:5. 59. Steiner (Poudrier) 3:6 (ins leere Tor). – Strafen: Rapperswil-Jona 5-mal 2 Minuten, Ambrì-Piotta 6-mal 2 Minuten.
Rapperswil-Jona: Wolf; Blatter, Fransson; Hächler, Walser; Fröhlicher, Geyer; Profico; Walsky, Persson, Johansson; Kuonen, Obrist, Pedretti; Ryser, Hürlimann, Schommer; Rizzello, Flavio Schmutz, Sieber; Nils Berger.
Ambrì-Piotta: Zurkirchen; O’Byrne, Zgraggen; Birbaum, Bouillon; Trunz, Sidler; Grieder, Chavaillaz; Steiner, Hall, Lauper; Pestoni, Aucoin, Stucki; Dostoinow, Schlagenhauf, Elias Bianchi; Grassi, Poudrier, Lhotak.

Die Liga-Qualifikation

JahrPaarungSerie
2014Biel – Visp4:1
2013SCL Tigers – Lausanne2:4
2012Ambrì-Piotta – Langenthal4:1
2011Ambrì-Piotta – Visp4:1
2010Biel – Lausanne4:3
2009Biel – Lausanne4:3
2008Basel – Biel0:4
2007SCL Tigers – Biel4:1
2006Freiburg-Gottéron – Biel4:2
2005Lausanne – Basel2:3
2004Lausanne – Biel4:0
2002Chur – Genf-Servette0:4
2001La Chaux-de-Fonds – Lausanne2:4
2000Rapperswil-Jona – Chur4:1
1999SCL Tigers – Chur4:3

Der Mythos um die unbekannte Legende

Stellen Sie sich vor sie gehen am obenstehenden Bild vorbei und erwidern die historische Zeichnung, was tun Sie? Der uninteressierte 08/15-Fan geht weiter ohne das Foto genauer zu betrachten, der etwas ältere Ambrì-Tifosi oder der Eishockey-Historiker wird sich möglicherweise an die drei Spieler erinnern- und deren Namen aus seinem Langzeit-Gedächtnis ausgraben können. Versuchen Sie es gleich selber, bestenfalls werden Sie zwei Namen nennen, denn nicht einmal die Ambrì-Spieler wissen welche ihrer Vorgänger ihren Mannschafts-Car verzieren.

Der erste NHL-Superstar in Europa

Das Luzerner Carunternehmen Gössi aus Horw fährt den HC Ambrì-Piotta jeweils an die Auswärtsspiele. Das Legendentrio ist auf der Rückseite des Cars und lässt einem in längst vergangene Leventiner Zeiten abschweifen. Alle drei Spieler haben in der Valascia Kultstatus erlangt. Links ist Andy Bathgate, der erste grosse NHL-Superstar, der sich in Europa niedergelassen hat. Bathgate bestritt über 1’000 Partien in der NHL und seine Rückennummer 9 hängt unter der Hallendecke des Madison-Square-Gardens. 1971 kam der Kanadier direkt aus Pittsburgh in die Leventina, mit diesem Transfer schaffte es der Tessiner Dorfclub sogar in die «New York Times». Bathgate blieb drei Jahre im Tessin.

Der erste Number-One-Draftpick

Rechts ist das unverkennbare Porträt von Dale McCourt. McCourt wurde 1977 als Nummer 1 von den Detroit Red Wings gedrafted und war 1984 der erste  «NHL-Number-One-Draftpick» in der Schweiz (Nationalliga B). Für die Detroit Red Wings, Buffalo Sabres und Toronto Maple Leafs bestritt der Kanadier über 500 Spiele. Zwischen 1984 und 1992 schoss sich der Mann mit indianischen Wurzeln für die Biancoblu in die Unsterblichkeit, sein Trikot mit der Nummer 15 wird in Ambrì nicht mehr vergeben und hängt unter der Hallendecke der Valascia.

Der Mythos um die unbekannte Ambrì-Legende

Doch wer ist der unbekannte Mann in der Mitte? Seine Darstellung im Mittelpunkt von Bathgate und McCourt lässt darauf schliessen, dass es sich hierbei um die grösste Legende handeln muss. Er trägt das älteste bekannte Ambrì-Trikot und braune Lederhandschuhe. Geschichtlich betrachtet ist es Einer aus der ältesten Epoche des Kultvereins. Ein Foto vom Januar 1939 in Origlio zeigt die Mannschaft des HCAP im selben Trikot. Ist es etwa einer aus dem Celio-Clan? Bixio, Cipriano oder Numa? Auch Ambrìs Presseverantwortlicher und sämtliche anwesende Tessiner Journalisten können den Spieler vorerst nicht identifizieren – der Mythos und das Interesse um den Unbekannten steigt. Wer ist der Mann?

Die drei Legenden auf Ambrì-Piotta's Mannschaftscar verpassen kein Auswärtsspiel. (Foto: Krein)
Die drei Legenden auf Ambrì-Piotta’s Mannschafts-Car von Gössi verpassen kein Auswärtsspiel. (Krein)

Infiziert durch meine Neugierde wird auch Raffaela Agustoni, freischaffende Journalistin, hellhörig und geht ebenfalls auf die Suche nach der unbekannten Legende. Um die sagenhafte Geschichte noch zu steigern, drohe ich den Leventinern mit Ambrìs Gang in die Ligaqualifikation, falls der Name der Ambrì-Legende bis zum Ende der «best-of-seven» Serie gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers nicht bekannt sein wird. Per Whatsapp bleibe ich auch nach dem zweiten Play-Out-Finalspiel zwischen Rapperswil-Jona und Ambrì (3:2) mit Signora Agustoni in Kontakt. Die Tessinerin macht sich während des dritten Spiels in der Valascia auf die Suche, Derek Holmes oder Nani Zamberlani kursieren als mögliche Legenden – trotz des zweiten Ambrì-Sieges (4:3nP), bleibt die Legende aber weiterhin nicht bestätigt.


„Der erste Ausländer und Spielertrainer in der Geschichte des HC Ambrì-Piotta.“

— über Bob Kelly

Spiel vier in Rapperswil, wieder betrachte ich das Legenden-Trio auf Gössis Car und frage den Car-Chauffeur Roberto Zilio. Wie erwartet ist auch ihm der mittlere Spieler unbekannt, doch weiss er, dass es sich um ein Kalenderbild aus der vergangenen Saison handelt. Auf der hcap-Homepage findet Zilio unter «Saldi» den «Serigrafia Vintage» mit dem Bild der gesuchten Legenden. Der letzte Mosaikstein scheint in Griffnähe, denn die Namen der drei sind unter dem Porträt publiziert, die Bildauflösung ist aber zu schlecht um die Buchstaben entziffern zu können.

Nach längerer Betrachtung scheint die Morgenröte der Leventina durch die Buchstaben durchzusickern, Bob Kelly? Es muss Bob Kelly sein. Kelly ging 1953 als erster Ausländer und Spielertrainer in die Geschichte des HC Ambrì-Piotta ein. In fünf Jahren realisierte der Kanadier in 70 Spielen, 126 Tore für die Leventiner. Kelly spielte auch noch für die britischen Spitzenclubs Paisley Pirates, Brighton Tigers und Wembley Lions. Kelly starb 2012 im Alter von 83 Jahren. Und der HC Ambrì-Piotta 2015? Wie von Geisterhand zauberten sich die Tessiner im vierten Play-Out-Spiel durch die Rapperswiler Abwehr, nach 15 Minuten lagen die Leventiner durch Tore von Keith Aucoin, Inti Pestoni und Christian Stucki bereits mit 3:0 in Führung. Meine Drohung scheint sich zu bewahrheiten, die Legende ist bekannt und Ambrì realisierte problemlos den dritten Sieg und liegt damit nur noch einen Schritt vom Ligaerhalt entfernt – vielleicht war es auch der Geist Bob Kellys welcher seine Nachkommen übers Eis fliegen liess…

19. März 2015 – Spiel 2

Rapperswil-Jona Lakers – Ambrì-Piotta 3:2 (0:1, 2:1, 1:0)
Diners-Club-Arena. – 4’511 Zuschauer. – SR Koch/Wiegand, Bürgi/Kohler. – Tore: 7. Aucoin (Sidler) 0:1. 29. (28:00) Danielsson (Walser, Schommer /Ausschluss Zgraggen) 1:1. 35. Steiner (Dostoinow /Ausschluss Hürlimann) 1:2. 36. Hürlimann (Ryser) 2:2. 51. Pedretti (Kuonen) 3:2. – Strafen: Rapperswil-Jona 6-mal 2 plus 5 Minuten (Rizzello) plus Spieldauer (Rizzello), Ambrì-Piotta 5-mal 2 plus 5 Minuten (Steiner) plus Spieldauer (Steiner). – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer Danielsson; Giroux. Rapperswil-Jona ohne Punnenovs, Valentin Lüthi, Friedli, Frei, Obrist, Neukom, Sven Berger, Thibaudeau (alle verletzt), Persson (krank), Rapuzzi und Penker. Ambrì-Piotta ohne Poudrier, Forget, Masalskis, O’Byrne (überzählige Ausländer), Grassi und Fuchs (beide verletzt). – 10. Zurkirchen hält Penalty von Kuonen. – Murray nach erstem Drittel verletzt ausgeschieden. Timeout Ambri (59:29). – Ambri von 59:21 bis 60:00 ohne Goalie.
Rapperswil-Jona Lakers: Wolf; Walser, Fröhlicher; Fransson, Blatter; Hächler, Profico; Geyer; Danielsson, Johansson, Nils Berger; Kuonen, Walsky, Murray; Ryser, Hürlimann, Schommer; Rizzello, Flavio Schmutz, Pedretti; Sieber.
Ambrì-Piotta: Zurkirchen; Gautschi, Zgraggen; Birbaum, Bouillon; Trunz, Sidler; Grieder, Chavaillaz; Steiner, Hall, Lauper; Pestoni, Aucoin, Giroux; Stucki, Fabian Lüthi, Bianchi; Duca, Schlagenhauf, Dostoinow.

24. März 2015 – Spiel 4

Rapperswil-Jona Lakers – Ambrì-Piotta 0:4 (0:3, 0:1, 0:0)
Diners-Club-Arena. – 4’323 Zuschauer. – SR Eichmann/Wehrli; Bürgi/Kohler. – Tore: 6. Aucoin (Pestoni) 0:1. 14. Pestoni (Aucoin) 0:2. 15. Stucki 0:3. 30. Dostoinow (Schlagenhauf, Zgraggen /Ausschlüsse Hächler, Pestoni) 0:4. – Strafen: Rapperswil-Jona 4-mal 2 Minuten, Ambrì-Piotta 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer: Danielsson; Giroux. Rapperswil-Jona ohne Punnenovs, Valentin Lüthi, Friedli, Frei, Neukom, Sven Berger, Thibaudeau, Jordan Murray (alle verletzt), Johansson, Rapuzzi und Penker (überzählige Ausländer), Sataric, Nils Berger. Ambri-Piotta ohne Bouillon, Grassi und Fuchs (alle verletzt), Forget, Masalskis, Poudrier (überzählige Ausländer), Gautschi. – 6. Pfostenschuss Aucoin (Ambri-Piotta). 6. Lattenschuss Duca (Ambri-Piotta). -Timeout Rapperswil-Jona (14:36).
Rapperswil-Jona Lakers: Wolf; Walser, Weisskopf; Fransson, Blatter; Hächler, Profico; Geyer, Fröhlicher; Danielsson, Persson, Sieber; Kuonen, Obrist, Walsky; Ryser, Hürlimann, Schommer; Rizzello, Flavio Schmutz, Pedretti.
Ambrì-Piotta: Zurkirchen; O’Byrne, Zgraggen; Birbaum, Chavaillaz; Trunz, Sidler; Kobach; Steiner, Hall, Lauper; Pestoni, Aucoin, Giroux; Stucki, Fabian Lüthi, Bianchi; Duca, Schlagenhauf, Dostoinow; Lhotak.

Bob Kelly

Tino Celio, damals ETH-Student an der Universität Zürich, hatte im Winter 1953 den Auftrag, den ersten Ausländer der Klubgeschichte am Zürcher Hauptbahnhof abzuholen und über den Gotthard in die Leventina zu bringen. Bob Kelly kam direkt aus Schottland, wo er für die Paisley Pirates in 55 Spielen, 88 Skorerpunkte erzielt-, aber die Playoffs verpasst hat. Für einen Wochenlohn von 400 Franken, schoss Kelly am 29. November 1953, bei der 4:6-Niederlage gegen die Grasshoppers, den ersten NLA-Treffer der Leventiner.

2’600 Fans beim 2. Liga-Final

2'614 Zuschauer in der 2. Liga, davon träumen sogar einige NLB-Teams. (Foto: HC Sierre)
2’614 Zuschauer in der 2. Liga, davon träumen sogar einige Teams in der NLB. (Foto: HC Sierre)

Tatort Playoff-Final in der 2. Liga, Gruppe 6, Westschweiz, Spiel 4 zwischen dem HC Sierre und dem Villars HC, 2’614 Zuschauer! Eine 2. Liga-Partie mit mehr als 2’600 Zuschauern? Kaum zu glauben. Mit den beiden Traditionsklubs Villars und Sierre messen sich zwei ehemals Grosse des Schweizer Eishockeys in dieser Finalserie. Immerhin gehörte Villars zu den acht Gründungsmitgliedern der Schweizerischen Eishockeyliga (die anderen sieben waren ebenfalls Romands) und wurde in den 60ern sogar zwei Mal Schweizermeister.

Wie konnte es überhaupt soweit kommen? Während der Villars HC immer noch in der von Madame Potin gesponserten Halle spielt und eigentlich zum Inventar der 1. Liga Westschweizer Gruppe gehört, hat sich Sierre nach dem Zwangs-Abstieg 2013 (notabene unter Trainer Morgan Samuelsson) aus der NLB direkt in der 3. Liga wiedergefunden.

Die Helden um die Gebrüder Croci-Torti und Boucher

Die Villardous (wie sie daheim genannt werden) hatten in der letzten Saison das Pech, die Playoffs in der 1. Liga um einen einzigen Punkt zu verpassen. Vor der Relegationsrunde wurde der Trainervertrag mit dem langjährigen Villars-Crack Gaëtan Boucher verlängert. Doch es kam anders als geplant. Niederlagen gegen Vallée de Joux (mit Coach Beat Kindler) und Yverdon besiegelten den Abstieg der Renards. Das alles hat Boucher an der Bande gar nicht mehr miterlebt. Zunächst wurde er krank gemeldet, anschliessend entlassen.

Das welsche Eishockey-Märchen von einst, erlebt in der 2. Liga eine Renaissance…

Der Abstieg war in Villars-sur-Ollon, wie die Station in den Waadtländer Alpen korrekt heisst, ein Drama. Trotzdem haben sich einige der routinierten Spieler auch für die 2. Liga zur Verfügung gestellt: Sémir Dufresne (Captain und Topscorer), Thierry Marro (der Patrick Kane des armen Mannes, würde Michael Krein in Anlehnung an einen berühmten Chronisten sagen), Nicolas Bernasconi (Ex-Martigny), Yves Jelovac (Bruder des EHC Biel Verteidigers) oder Vincent Ermacora (Ex-Gottéron). Präsident Philippe Bonzon (einst Teil der Meistermannschaft in den 60ern und nicht zu verwechseln mit dem französischen Nationalspieler und ex-Servettien Philippe Bozon!) holte junge Spieler, die in Villars ausgebildet wurden, zurück ins Team. Unterstützung erhalten die Renards auch von Lausanne-Hexer Cristobal Huet, der mit seiner Familie in Villars wohnhaft ist. Seine beiden Söhne spielen für die Nachwuchsteams des VHC und oft ist der französische Nationalgoalie in den Trainings der Youngsters engagiert.

Einst Aldo Zenhäusern und Didier Massy, heute Jan Zenhäusern und Johan Massy

Die Sierrois (oder Siderser) haben im März 2013 die Bilanz deponiert und mussten in der 3. Liga einen Neustart als HC Sierre wagen. Dort hielten sie sich nicht lange auf und sind direkt in die 2. Liga aufgestiegen (23 Siege in 23 Spielen). Das deponieren der Bilanz war auch für die stolzen Walliser ein Drama. Die altehrwürdige Patinoire-de-Graben ist dem Schreibenden noch bestens aus Duellen mit dem EHC Biel Mitte der 90er Jahre bekannt. Seither hat sich im Graben nicht viel geändert. Die mehrheitlich aus Stehplätzen bestehende Tribüne ist immer noch aus Holz – die Ambiance dafür einmalig. Hier wie dort wurde rund um altgediente Spieler junges Personal eingebaut. Der Erfolg hat sich rasch eingestellt. Und Sierre kämpft bereits wieder um den Aufstieg in die höchste Amateurklasse!

Zwischenstand in der Finalserie: 2:2

Am Sonntag um 20 Uhr wird es in der Patinoire-de-Villars nochmals heiss zu und her gehen. Die beiden Teams treffen sich zum alles entscheidenden fünften Finalspiel. Die Kapazitäten der Halle in Villars liegen zwar deutlich tiefer als in Sierre – aber mehr als 1’000 Zuschauer werden auch am Sonntag wieder ihre Teams anfeuern. Der Sieger wird sich in einer weiteren best-of-five Serie mit dem HC Star La Chaux-de-Fonds um den Romand-Titel in der 2. Liga messen. Eigentlich würde es sich lohnen, dabei zu sein…

Sierres Michaël Pont im Zweikampf mit Villars' xxx. (Foto: HC Sierre).
Am Sonntag kommt’s in Villars zum 2. Liga-Showdown zwischen Michaël Pont (links) und Mathieu Kohli. (HC Sierre).

Red Bull und Red Bulls

Wenn Playoff-Zeit herrscht, gilt dies Länderübergreifend. Zum Direktvergleich gibts nach dem Viertelfinalknüller zwischen den ZSC Lions und dem EHC Biel, die österreichische Version zwischen dem EC Red Bull Salzburg und dem EC Villacher SV. Durch den Salzburger Medienchef Guido Stapelfeldt kann ich mein Presseticket am Info Point bei der Kasse Nummer zwei beim Salzburger Volksgarten abholen.

Vorher bleibt aber noch Zeit in der „Two Seasons Sportsbar“ direkt im Stadion einzukehren. Da gibts zahlreiche Geschichten von frühzeitig angereisten Villacher Fans zu hören. Die interessanteste Villacher-Story liefert aber der ehemalige Bullen-Stürmer Markus Unterweger, er erzählt die Geschichte von VSV-Trainer Hannu Järvenpää, als er einst die 4. Reihe im Derby gegen den Klagenfurter AC nur sporadisch einsetzen wollte, diese aber ein Tor geschossen habe, so auch bei ihrem nächsten Einsatz – dies zwang Järvenpää die vierte Reihe durchspielen zu lassen.

Auch heute treten die Gäste aus Villach mit vier Reihen an, wie auf dem Matchblatt zu entnehmen ist und wie es sich für Salzburg gehört, steht den Pressevertretern ein Kühlschrank mit Red Bull Dosen zur Verfügung. Selbstverständlich steht eine Dose bei meinem Presseplatz. Als Fotograf mit dabei, ist auch mein Studienkollege Markus Knoblechner, er liefert die Fotos während der Partie für den internen Gebrauch der roten Bullen.

Die Red Bull-Dose (rechts vom Notebook) gehört zum Presse-Standard. (Krein)

Pressetechnisch und spielerisch könnte dieses dritte Spiel der Serie auch in der Schweiz stattfinden. Für mich wirkt natürlich alles einen Tick spezieller in der weiten östlichen Ferne. Beim Eingang gibts das Club-Magazin «Bully», ein Hochglanz-Heft, welches zwei-monatlich und «gratis» erscheint. Dazu gibt einen Medien-Guide, welchem in der Schweiz nur der Guide des HC Ambri-Piotta paroli bieten kann.

Nationalverteidiger Dominique Heinrich präsentiert das neuste «Bully.» (Krein)

Und was bieten die Bullen auf dem Eis? Kyle Beach bringt die Hausherren schon in der 2. Minute in Führung. 13 Sekunden vor der ersten Pause doppelt Aggressiv-Leader Thomas «Pomsche» Raffl nach. Salzburg übersteht auch sämtliche Phasen in nummerischer Unterlegenheit und der Slowene Luka Gracnar feiert einen Shutout. Die Red Bulls halten was Red Bull verspricht und Playoff in Österreich ist auch für einen Schweizer ein Genuss.

10. März 2015 – Viertelfinal – Spiel 3

Die 77er Dauerbrenner

Um mit den Topnationen mithalten zu können, brauche die Schweiz mehr Spieler vom Format eines Mark Streit oder Martin Plüss. Diese Aussage hat Reijo Ruotsalainen an der Eishockey Weltmeisterschaft 2009 in Bern gemacht. Der Weltklasse-Verteidiger weiss wovon er spricht, der finnische Internationale hat mit dem SC Bern zwischen 1988 und 1992 drei Meistertitel geholt.

Nach einer kurzen Rückkehr für 18 Spiele beim damaligen Zürcher SC beendete der hervorragende Schlittschuhläufer 1996 seine Schweizer Karriere. In der National-Hockey-League (NHL) bestritt der in Oulu geborene Finne zwischen 1981 und 1990, 532 Spiele (84 Tore, 75 Assists) für die New York Rangers, Edmonton Oilers und die New Jersey Devils. 1987 und 1990 gewann er mit den Oilers den Stanley-Cup, 1986 spielte er nach Jari Kurri als zweiter Finne an einem NHL All-Star-Game.

Im gleichen Jahr als Ruotsalainen 1977 als 17-Jähriger in der SM-liiga debütierte, erblickten die beiden von Ruotsalainen gelobten Schweizer Martin Plüss (5. April) und Mark Streit (11. Dezember) das Licht der Welt. Plüss und Streit gehören heute zu den weltbesten Spieler ihres Jahrgangs. Doch dies war nicht immer so.

Als Nachwuchsspieler nie erste Wahl

Ab 1995 wurde in der Schweiz ein inoffizielles Ranking mit den besten Nachwuchsspielern des Landes geführt. Plüss wurde damals noch nicht einmal unter den Top 21 Stürmer berücksichtigt. Ein Jahr später lag der Dielsdorfer immerhin auf Rang 14. Mark Streit wurde 1995 als 9. und 1996 als 7. Verteidiger, hinter Spielern wie Jerry Zuurmond oder Daniel Aegerter geführt.

An der U20 Weltmeisterschaft 1996 in Boston gehörten die beiden zwar zum berühmten Juniorenteam welches erstmals mit den ganz grossen (1:2 gegen Kanada) mitspielen konnte, die beiden waren (Jahrgänge 1976 und jünger) aber erst Ergänzungsspieler. Streit schoss in fünf Partien ein Tor, Plüss blieb blieb in sechs Spielen punktelos. Punktbester Schweizer mit Jahrgang 1977 war Grasshoppers-Stürmer André Baumann. Baumann beendete seine Karriere 1999 in der NLB bei Lausanne.

1997 erstmals im Rampenlicht

Ein Jahr später an der Junioren Heim-WM 1997 in Genf und Morges erreichten die beiden mit dem 7. Platz das bis damals beste Ergebnis einer Schweizer U20-Nationalmannschaft. Plüss lag hinter dem um zwei Jahre jüngeren damaligen Supertalent Michel Riesen schon an zweiter Stelle der internen Skorerliste. Streit schoss das erste Tor für die Schweiz beim wichtigen 1:1 gegen Tschechien und spielte sich als erst zweiter Schweizer, nach Pauli Jaks 1991, in ein U20 WM All-Star-Team.

Den Titel holten sich die Kanadier. Unter Headcoach Mike Babcock standen unter anderem Christian Dubé, Daniel Brière und der erst 18-jährige Joe Thornton im Weltmeisterteam von Genf. Im 22-Mann Kader des Weltmeisters standen 17 Spieler mit Jahrgang 1977, davon spielten 14 später in der NHL. Heute noch aktiv in der besten Liga der Welt ist aber nur noch, mehr schlecht als recht, Daniel Brière (Colorado Avalanche). Der zweite heute noch aktive Weltmeister ist Kanadas Junior des Jahres 1996, Christian Dubé (Fribourg-Gottéron). Die beiden Jahrhundert-Talente der 90er Jahre stehen heute in ihren Ligen nur noch im Schatten ihrer Altersgenossen Streit und Plüss.

Nur noch neun Spieler mit Jahrgang 1977 spielen in der NHL, in der Schweiz sind es nur noch fünf

eishockeyblog

In der NHL sind heute (Stand März 2015) nur noch neun Spieler mit Jahrgang 1977 unter Vertrag. Die Verteidiger Zdeno Chara (Boston), Willie Mitchell (Florida), Stéphane Robidas (Toronto), Marek Zidlicky (New Jersey) und Mark Streit, sowie die Stürmer Kevyn Adams (Pittsburgh), Daniel Brière, Jarome Iginla (beide Colorado) und Shawn Thornton (Florida). Ausser vielleicht Jarome Iginla und Zdeno Chara hat heute keiner nur annähernd eine so tragende Rolle wie Streit in Philadelphia. Dasselbe gilt für Martin Plüss in der Schweiz. Auch da ist die einzige Ausnahme ZSC-Lions-Captain Mathias Seger. Die weiteren 77er Dubé (wird er Sportchef in Fribourg?), Joël Kwiatkowski und Byron Ritchie haben ihren Zenit längst überschritten.

Dauerbrenner Streit und Plüss

SCB-Captain Plüss spielt mit 37 Jahren vielleicht so gut wie nie zuvor und erreicht seine zweithöchste Punktzahl (45 Punkte) in der Skorerwertung seiner ganzen NLA-Karriere. Nur 2001 war er noch besser (Nicht berücksichtigt sind die 50 Punkte aus der Saison 2006-07 in der schwedischen Elitserien bei Frölunda Göteborg). Der SCB-Teilzeit Captain und Topskorer ist auf und neben dem Eis immer noch der absolute Leader und wurde, nach 2001 und 2013, zum dritten Mal in seiner Karriere zum wertvollsten Spieler (MVP) der NLA gewählt.

Philadelphia-Assistenz-Captain Streit steht mit 37 Jahren unter den Top-12 aller NHL-Verteidigern und liegt aktuell nur drei Zähler hinter seinem Altersgenossen und Mittelstürmer Iginla in der Gesamt-Skorerwertung. Aktuell ist Streit statistisch der weltbeste Verteidiger in seinem Jahrgang und er gehört auf und neben den Eis zu den Führungspersönlichkeiten des Teams von Headcoach Craig Berube. Selbst die NHL-Werte Ruotsalainens hat Streit, mit Ausnahme des Stanley-Cup-Gewinns, längst geknackt – und aktiv ist er mindestens noch bis 2017 und steht dann in seinem 40. Lebensjahr.

1977er in obersten Spielklassen

SpielerKlub
Jiri BurgerVitkovice
Ilja GorochowLokomotiv Jaroslawl
Jochen HechtAdler Mannheim
David HruskaKarlovy Vary
Petr KadlecSkoda Pilsen
Tomi KallioVäxjö Lakers
Alexei KaljuschnjDynamo Minsk
Ondrej KratenaSkoda Pilsen
Ville NieminenLukko Rauma
Marcus NilsonDjurgarden Stockholm
Esa PirnesKärpät Oulu
Ales PisaPardubice
Jaroslav RoubikPardubice
Radovan SomikPardubice
Alexei WassiljewLokomotiv Jaroslawl
Lukas ZibVitkovice

Wenn der Slogan verwirrt

Beschwerlich ist sie manchmal, die Anreise ins bündnerische Landwassertal, an einem Freitag dauert sie geschlagene vier Stunden. Meistens bleibt da auch keine Zeit für einen Zwischenhalt und wenn du in Davos einfährst hast du Hunger und bist Müde, verschwitzt, hast Durst und musst auf die Toilette, doch eigentlich solltest du in voller Frische deinen Arbeitstag starten. Dies geschieht dann auch, nach abarbeitung der Aufzählung bei der Einfahrt.

Nach der Auffrischung führt der Gang zum Davoser Medienraum entweder durch den inneren Teil der Kathedrale, vorbei vor der Davoser-Fankurve, welche sich schon eine Stunde vor Spielbeginn weit in bierlagigem Zustand befindet oder den Weg aussen um die «Eissporthalle», um dann nochmals das Presseticket vorzuweisen.

Im Davoser Medienraum angekommen hängt das Plakat «DAVOS HOCKEY ZUHAUSE IST.» Was ist denn dass für ein Satz? Germanismen mit Mundart gekreuzt. Eigentlich noch ein cooler Slogan mit coolem Wortspiel, doch warum in zwei Sprachen? «Da vos Hockey dahei isch.» Der Deutsche wird den Slogan zu Beginn nicht verstehen und der Schweizer versteht die durchmischung der Sprachen nicht.

«Zuhause ist» Davos an diesem Abend gegen die ZSC Lions der Verlierer. Zu «Reden-» gibt nicht nur das Werbeplakat, sondern HCD-Neuzugang «bach», oder eben Tyler Redenbach. Reden tut er auch nach dem Spiel, zusammen mit Morris Trachsler, Andres Ambühl und Samuel Guerra im SRF-Interview: «Davos Hockey zuhause ist» oder «Da vos Hockey dahei isch?» Nachhause fahren heissts dann auch für den erneut durch Hunger geplagten, müden, verschwitzten und durstigen Mann aus dem Unterland, einzig der Gang zur Toilette wird noch in Davos erledigt.

20. Februar 2015 – 48. Spieltag

Davos – ZSC Lions 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)
Vaillant Arena. – 5’247 Zuschauer. – SR Fischer /Kurmann, Bürgi /Fluri. – Tore: 23. Trachsler (Bergeron, Nilsson) 0:1. 35. Redenbach (Axelsson, Heldner) 1:1. 50. Shannon (Malgin) 1:2. – Strafen: Je 3-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Davos ohne Reto von Arx, Koistinen, Camperchioli, Lindgren und Sciaroni, ZSC Lions ohne Seger, Keller, Bastl, Neuenschwander, Smith und Fritsche (alle verletzt/krank). Davos ab 59:07 ohne Torhüter.
Davos: Genoni (Senn); Du Bois (2), Kindschi; Heldner, Forster; Jan von Arx, Guerra; Schneeberger (2), Paschoud; Marc Wieser, Ambühl, Dino Wieser; Hofmann, Redenbach, Paulsson; Aeschlimann, Corvi, Axelsson; Simion, Walser (2), Jörg.
ZSC Lions: Flüeler (Boltshauser); Geering, Tallinder; Tabacek, Bergeron; Blindenbacher, Siegenthaler; Karrer, Schnyder; Baltisberger, Cunti (2), Wick; Künzle, Shannon (2), Malgin; Bärtschi, Trachsler, Nilsson; Bachofner, Senteler, Schäppi (2).

Breakfast at Starbucks

Fifth Avenue, mitten im Rummel des Grossstadtjungels, «liechter won i härechume lüchtet’s u blinket’s aues fliesst wie wenn e fium louft überau lüt lüt überau» (ZüriWest) fährt ein Bus ins Blickfeld, nicht der Bus aber die Werbekampagne des Buses sticht dem «hockeyaffinen» sofort ins Auge. Martin St. Louis, Martin Brodeur, Sidney Crosby und Joe Thornton beeindrucken durch ihre Grösse, wie es sich eben für New York gehört. Der Store liegt an der Kreuzung «6th Avenue und der West 47. Street», offiziell bei der Hausnummer 1185, an der «Avenue of the Americas.» Offiziell wurde die sechste Strasse bereits 1945 in die «Avenue of the Americas» umbenannt, wird aber im Alltag immer noch als «Sixth Avenue» bezeichnet. Zurück zum Store, als Zückerchen ist der Hockey-Laden an einen Starbucks-Store gekoppelt.

Kaffee und Hockey was will man mehr? In der Tat entpuppt sich die Kombination Starbucks/NHL-Store als Schalt- und Walt Zentrale jedes New York Besuchs. Die Kombination ist Treffpunkt, Ruhepol, Warteplatz, Frühstücks-Platz, Fotostudio sowie «Working-Press» Station, wie es ein berühmter Schweizer Hockey-Journalist zu sagen pflegt. Frühstück bei Starbucks statt Tiffany, gibts Trip für Trip und Tag für Tag auf sämtlichen New York Exkursionen. Bei sechs Tripps werden hier einige Geschichten geschrieben.

Im Januar 2009 arbeitet ein Schweizer im Laden der Hockey-Herzen, Riccardo Fumasoli, ein ehemaliger Tessiner Hockeyaner dessen Bruder einst Torhüter beim HC Porza gewesen ist, für den Fall der Fälle kann er uns sogar Tickets für die bevorstehenden NHL-Spiele besorgen. 2015 machen wir eine private Foto-Session mit allen möglichen Trikots und möglichen Stanley-Cup-Siegerkandidaten, zudem laufen auf dem imposanten Videowürfel, flankiert durch tausend Hockeystöcke die NHL-Highlights in der Endlosschlaufe.

Die Hockey-Oase dient aber auch als ruhige Schreibstätte und als Ort der Erholung vom lauten und pulsierenden Strassen-Rummel Manhattans. Manche dieser Blog geschichten wurden direkt aus New York (Working-Press) hochgeladen und mancher Kaffee hat zu wichtigen Entscheidungen für den bevorstehenden Road-Trip beigetragen. Dabei geht jeweils fast vergessen, dass man hier eigentlich NHL-Fanartikel kaufen sollte. Nicht zu vergessen, dass sich das NHL-Hauptquartier, ganz unscheinbar, gleich nebenan befindet.

Es gibt drei NHL-Büros, eines in Toronto, eines in Montreal und eines in New York, im selben Gebäude wie Starbucks und NHL-Store in der 15. Etage. Die Eingangshalle ist äusserst unscheinbar und niemand würde hier die NHL-Zentrale erwarten, es ist wie in einem alten James Bond-Film, entweder bist du offiziell angemeldet oder musst dich an der Lobby beim Security-Man vorbeischleichen. Wir konzentrieren uns aber vorerst auf Kaffee und den Spielplan rund um die «1185 Avenue of the Americas.»

Die Zukunft liegt in Brooklyn

Seit ihrer Gründung 1972, spielen die New York Islanders im Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum auf Long Island. Aktuell stehen die Islanders als Topteam der Metropolitan Division an der Tabellenspitze. Für die ehemaligen Teamkollegen von Mark Streit und Nino Niederreiter ist es die letzte Saison in Uniondale. Im Sommer 2015 zügelt die Franchise innerhalb Long Islands nach Brooklyn, einem Stadtteil südöstlich von Manhattan. 73 Jahre nach den Brooklyn Americans (1941-42) kehrt das NHL-Eishockey wieder in den zweitdichtesten Stadtbezirk New Yorks zurück.

NHL-Kult-Spielstätte 

Das Nassau-Coliseum der Islanders ist nach dem Madison-Square-Garden die zweitälteste Arena der Liga und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen einer modernen NHL-Arena. 1985 schloss der damalige Besitzer John Pickett mit dem Stadionbetreiber des Nassau-Coliseums einen 30-Jahres-Vertrag ab, welcher im Sommer dieses Jahres ausläuft. Unter dem Management von Besitzer Charles B. Wang wird das 18’000 Plätze fassende Barclays Center in Brooklyn die neue Heimat der Islanders.

Das Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum versprüht den Charme der NHL der 80er Jahre noch heute und ist Kult. (Foto: Krein)
Nicht nur wegen Mike Bossy’s Ehrung versprüht das Nassau-Coliseum noch heute den Charme der 80er Jahre. (Krein)

Mit einer sportlich möglichst erfolgreichen Saison wollen sich die Spieler von Uniondale verabschieden: «Das sind wir unseren Fans Schuldig», meint der Österreicher Michael Grabner. «Eigentlich will ich gar nicht weg von hier, es gefällt mir hier sehr gut», meint einer der schnellsten Stürmer der Liga weiter. Dies betrifft nicht nur Grabner, sondern die meisten möchten lieber in der gewohnten Umgebung bleiben. Das Barclays Center (Eröffnung 2012) in Brooklyn gehört ab 2015 zu den modernsten Hallen der Liga, lässt aber vor dem Umzug noch einige Fragen offen. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt und trainiert wird weiterhin im 50 km entfernten Syosset, am 175 Underhill Boulevard.

Mit dem jüngsten Umzug in ein neues Stadion verliert die Liga nach Boston, Buffalo, Chicago, Detroit, Los Angeles, New Jersey, Philadelphia, Pittsburgh, St. Louis, Toronto, Vancouver und Washington eine weitere Kultstätte. Neben dem All-Star-Game 1983, wurden im Coliseum drei Stanley-Cups (1980, 1981 und 1983) in die Höhe gestemmt, der letzte 1983 beim 4:2-Sieg im vierten Spiel gegen die Edmonton Oilers. Der damalige Torschütze zum 3:2, Mike Bossy wird am 30. Januar 2015 vor der Partie gegen die Boston Bruins geehrt, der «Hall-of-Famer» gewann mit den Islanders vier Stanley-Cups und seine Rückennummer 22 wird bei den Isles nicht mehr vergeben.

Neues Kapitel steht bevor

Mit dem Umzug nach Brooklyn wird das erfolgreiche Islanders-Kapitel aus der Vergangenheit endgültig abgeschlossen. Nach einer langen Durststrecke ist die Mannschaft um Superstar John Tavares auf dem besten Weg an die Erfolge von Bossy und Co. anzuknüpfen. Den ersten Grundstein wollen die Islanders aber schon in ihrer letzten Saison im Kult-Stadion Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum legen.

29.01.15 22:36 #711
New York Islanders – Boston Bruins 2:5 (0:2, 1:1, 0:2)
14′ Smith (Lucic, Krejci) 0:1,
17′ Bergeron (Hamilton, Smith) 0:2,
29′ Tavares (Clutterbuck, Hamonic) 1:2,
36′ Grabner (Boychuk, Tavares) 2:2,
40′ Miller 2:3,
42′ Krug (Smith, Lucic) 2:4,
58′ Lucic (Krejci, Chara) 2:5.

Nassau Veterans Memorial Coliseum: 16170 Zuschauer SR: Sutherland, Lemelin; Mach, Gibbs
Str. (N): 1×2′
Str. (B): 2×2′
Beste Spieler: Smith*(B), Lucic**(B), Tavares***(N)

Boston Bruins: Rask (Svedberg); McQuaid, Seidenberg; Chara, Hamilton, Krug, Miller; Smith, Bergeron, Marchand; Campbell, Cunningham, Eriksson, Kelly, Krejci (2), Lucic, Paille, Pastrnak, Söderberg (2).

Philadelphia ohne Wiederkehr

Zum zweiten mal steht Philadelphia auf dem Programm. Amtrak bringt dich innerhalb von zwei Stunden in die ehemalige Hauptstadt der USA. Die Zugfahrt bietet dabei ein bisschen Hollywood-Feeling. Zwei Stunden kannst du Leute und deren Verhaltensmuster beobachten, was für ein Leben der Herr im Anzug und am Natel wohl führt? Wie lange der Ticket-Kontrolleur wohl schon auf der Amtrak-Linie fährt? Ticket? Das Ticket liegt immer noch in meinem Hotelzimmer und eigentlich dürfte ich gar nicht im Zug sitzen. Der freundliche Kontrolleur an der Penn-Station, man wird bereits vor dem Einsteigen kontrolliert, drückt ein Auge zu, denn ich habe immerhin die Quittung (Receipt) dabei.

Im Zug gibts aber eine zweite Kontrolle, da muss ich die Geschichte erneut erklären und manch einer mag sich wohl fragen, welches Leben dieser Herr mit dem Ticket-Problem wohl führt und woher er wohl kommt? Wie gesagt, es ist wie in einem Film, mein Film bewegt isch zwischen einer Komödie und einem Drama. Der Zug ist bereits in Trenton, zwischen 2007 und 2011 spielt hier das Farmteam der New Jersey Devils, die Trenton Devils, vorher bekannt als Trenton Titans aus der East-Coast-Hockey-League.

Frühzeitig in Philadelphia angekommen, bleibt genügend Zeit sich die berühmte Rocky-Treppe und die Rocky-Statue anzuschauen. In der Stadt treffen wir Sport-Informations-Korrespondent Alex Löffel und gehen gemeinsam durch die «Streets-of-Philadelphia» Richtung Museum-of-Art, gleich beim «Kelly Drive», die Strasse welche nicht nach Fürstin Grace, sondern ihrem Bruder, dem Olympischen Ruderer John Kelly benannt ist.

Vom fiktiven Boxer, gehts an die Strasse der echten Boxer, an die Broad-Street vor dem Wells-Fargo-Center. Vor dem Pub erinnert eine Statue von Bobby Clarke und Bernie Parent an den letzten Stanley-Cup-Gewinn der Flyers als «Broad-Street-Bullies» 1975. Heute sind die Flyers keine Prügelbande mehr, gegen Toronto gibts gerade mal eine 2 Minuten Strafe (Jakub Voracek), was zu Zeiten der Broad-Street-Bullies mit Clarke, Dave Schultz, André Dupont und Co. undenkbar gewesen wäre.

Das Broad-Street-Bullies-Pub an der Pattison-Avenue. (Krein)

Nach dem Spiel gehts per Taxi zügig Richtung Bahnhof, denn der letzte Zug nach New York fährt pünktlich und morgen geht der Rückflug in die Schweiz. Doch für den Mann ohne Zugticket beginnt nun erst das richtige Spiel, im wahrsten Sinne des Wortes gegen die verbale Version der Broad Street Bullies. Vormittags durch den New Yorker Amtrak Kontrolleur den Zug passiert, passiert dies leider nicht mit der «Big-Mama» in Philadelphia.

Die Kontrolleurin nimmts ganz genau und macht ihren Job hervorragend. «Thats the receipt, thats not a Ticket» lautet das Password für das äussere Tor (nur um die Treppe Richtig Perron zu passieren). Doch wie lautet das Password für das innere Tor? Wie Tom Cruise bei Eyes-Wide-Shut, kommt der Mann ohne Ticket ins Schwitzen. Gefasst erklärt der Landsmann von Mark Streit der korrekten Kontrolleurin nochmals, warum er nur eine «Quittung» dabei hat, die Quittung ist praktisch identisch mit dem Zugticket.

Die Bahnhofhalle von Philadelphia und Schauplatz für das «Receipt-Theater». (Krein)

Doch es ist nur eine Quittung. «You need a Ticket», sie lässt den Mann nicht durch und die Zeit läuft, während hunderte von Passanten mit ihrem Ticket die Treppe in den «Himmel» erklimmen, kämpft der Mann auch noch gegen die Zeit. Nur noch wenige Minuten bleiben noch zum Einstieg und der Schlachtplan lautet, kurz vor der Abfahrt einfach vorbei zu rennen, «Big-Mama» würde uns nicht einholen können bis zum Einstieg. Dennoch eine heisse Situation, die US-Amerikaner sind nicht zimperlich wenn einer aus der Reihe tanzt. Philadelphia ohne Wiederkehr? Der Mann sieht sich bereits im Knast von Philadelphia: «Wenn ich Schwein habe, holt mich Streit dann aus dem Knast.»

Die Kontrolleurin verlangt ein neues Ticket zu kaufen für 60 Dollar, dabei hat er ja längst bezahlt und sogar eine Quittung auf dem Natel. In der Not erinnert sich der Mann an die letzten Tage, dass eine seiner EC-Karten (die Raiffeisen) hier nicht funktioniert. Mittlerweile sind sämtliche Passagiere an Bord der Amtrak und die Kontrolleurin begleitet den Störenfried an den Bankomaten um mit ihm gemeinsam das fehlende Ticket zu lösen.

Der Trick gelingt, die Bankkarte wird mehrmals abgelehnt, leider habe er nur diese bei sich, doch hier sei ja die Quittung, er würde das Ticket per Mail zusenden. Nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt von Amtrak, so kneift die strenge Amtrak-Frau doch noch ein Auge zu und der Schweizer kommt mit einem blauen Auge davon. Philadelphia was für eine Stadt, was für ein Erlebnis, für alles andere gibts die Mastercard.


Crosby statt Hartford

Eigentlich hätte alles ganz anders sein sollen. Das Ziel dieses Tages heisst Hartford, erstmals soll ein Spiel der American-Hockey-League (AHL) unsere New York-Tour bereichern. Ab Penn-Station New York ist die Hauptstadt des Bundesstaates Connecticut innert nur zweieinhalb Zug-Stunden zu erreichen. Nicht die Hartford Whalers, sondern die Hartford Wolf Pack empfangen im XL-Center die Bridgeport Sound Tigers, also ein Derby zwischen New Yorks Farmteams. Frühzeitig stehen wir an der Penn-Station beim Amtrak-Schalter um die Zugfahrt zu buchen, die Tickets (LA 104, Plätze 1 und 2) fürs AHL-Spiel liegen bereits in Hartford zu je 30 US-Dollar am Will-Call Schalter im XL-Center in einem Couvert für «Mr Krein» abholbereit.

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass der Amtrak-Zug, wie auf amtrak.com (NYP – HFD) im Vorfeld recherchiert, zwar pünktlich um 14 Uhr in der Hartford Union-Station einrollt, jedoch nicht, dass die Rückreise erst in einer Woche wieder angetreten werden kann. «Sie können heute nicht zurückfahren», sagt der nette Spence Olchin-Verschnitt hinter der Scheibe. Der Zug pendelt nur einmal wöchentlich zwischen New York und Hartford. Die AHL-Premiere wird noch früh Vormittags in einem Lokal der Penn-Station, tief unter den Strassen von New York mit Samuel Adams ertränkt.


„Die Tickets liegen noch heute irgendwo in Hartford und wurden nie abgeholt.“

— Michael Krein, Amtrak-Depp

Nach der ersten grossen Enttäuschung über die persönliche Niederlage gibts immerhin noch die Alternative National-Hockey-League. Anstelle des AHL-Knüllers gastieren gleichentags ja noch die Pittsburgh Penguins «ennet» dem Hudson-River. Tja dann halt Crosby und Co. statt Chris und Ryan Bourque oder zum achten Mal Prudential-Center statt zum ersten Mal XL-Center. Auch die Penguins sehe ich nicht zum ersten Mal in Newark. Eigentlich eine Frechheit, wenn die Alternative Crosby heisst, denn nur schon Sidney Crosby allein ist immer ein Spiel wert. Sein Linienkollege Chris Kunitz bestreitet an diesem Abend sogar sein 700. Spiel in dieser Liga. Kunitz und Crosby sind es schliesslich, welche die Gäste in die Overtime bringen und schon während des Warm-Ups ist Hartford zwar nicht vergessen, aber wird nur schon durch Crosbys Stickhandling wettgemacht.

30. Januar 2015 – Spiel 722

New Jersey Devils – Pittsburgh Penguins 1:2nV (0:0, 0:0, 1:1, 0:1)
Prudential-Center. – 16’592 Zuschauer. – SR Kozari (40)/St. Pierre (12), Galloway (82)/Nowak (77). – Tore: 47. Bernier 1:0. 57. Kunitz (Crosby, Letang/Ausschluss Harrold) 1:1. 63. (62:21) Despres (Sutter, Letang) 1:2. – Strafen: New Jersey 4×2 Minuten, Pittsburgh 3×2 Minuten. – Bemerkungen: 700. NHL-Spiel von Kunitz (Pittsburgh). Schneider* (New Jersey), Despres** und Kunitz*** (beide Pittsburgh) als beste Spieler ausgezeichnet.
New Jersey Devils: Schneider (Kinkaid); Greene, Larsson; Fraser (2), Zidlicky; Merrill, Harrold (2); Elias, Zajac, Havlat; Henrique, Gomez, Jagr; Zubrus (4), Cammalleri, Bernier; Ruuttu, Josefson, Tootoo.
Pittsburgh Penguins: Fleury (Greiss); Despres, Letang (2); Scuderi, Martin; Harrington, Bortuzzo; Kunitz, Crosby, Perron; Spaling, Sutter, Hornqvist; Arcobello, Lapierre (2), Downie (2); Sill, Ebbett, Adams.

Eine etwas andere Medienarbeit

John Ferguson, Director-of-Player-Personnel der Boston Bruins steht neben mir im Aufzug zu den Presseplätzen im Prudential Center, der «Lift» bringt uns direkt zu den Medienplätzen, direkt unter dem Hallendach der 17’625-Plätze-Arena. Für Presseleute und NHL-Team-Manager ist ein ganzes Stockwerk reserviert. Die Liste der Sitzplatzordnung hängt sogar noch vor der Toilettentüre. Kein Gedränge wie wir es von Schweizer Stadien kennen und die Zeit um sein Geschäft zu erledigen in der Pause manchmal knapp wird, in der National-Hockey-League ist der Gang aufs Klo so angenehm wie ein Spaziergang durch New Yorks Zentral-Park.

28. Januar 2015, „Michal Krain“ als Tscheche für die falsche Website auf der Medientribüne? (Krein)

Altbekannter aus Lyss 

Die Pressetribüne ist mit 128-Sitzplätzen auf zwei Etagen unterteilt. John Ferguson zeigt mir den Weg zu meinem Presseplatz (Nummer 2) und verabschiedet sich mit «good Game» zu den Plätzen der NHL-Manager. Dort sitzt auch ein alter Bekannter aus Lyss. Dave Baseggio, Vize-Präsident der Anaheim Ducks. In der zweiten Drittelspause unterhalten wir uns kurz über seine Aufgabe und die Organisation der Anaheim Ducks, sowie über seine Zeit als NLB-Ausländer 1992-93 beim SC Lyss.

Rundum Service-Paket 

Der Service für die Medienvertreter ist gross, in jeder Drittelspause wird eine Zusammenfassung der Spielstatistik verteilt, während des Spiels gibt es sogar einen separaten Speaker welcher nur für die Medientribüne sämtliche Strafen und Tore kommentiert. Auf dem Videowürfel sind nicht nur die Spieler «On Ice» angezeigt, sondern auch die Torschüsse sind jederzeit «up-to-date». Nichts scheint einem hier zu entgehen. Nach zwei Dritteln steht es nach 13:18 Torschüssen und je sechs Strafminuten immer noch 0:0 und die New Jersey Devils liegen nur Dank Ex-Ambrì-Goalie Cory Schneider noch nicht in Rückstand. Schneider wird beim 2:1-Sieg der Devils nach Penaltyschiessen durch die Medienvertreter auch als «Third-Star» ausgezeichnet.

Offene Kabinen und Telefon-Kult 

Zum Ende des Spiels werden die Medienvertreter per Lift in die Katakomben des Prudential Center begleitet. Die Kabinentüren zu den Devils und Toronto Maple Leafs sind geöffnet, in der Schweiz ein undenkbares Unterfangen, in der NHL eine Selbstverständlichkeit. Fehlt dir das «Finalsheet» mit der Schlussstatistik über das Spiel, wird dir auch dieses vom Medienvertreter sorgfältig nachgereicht. Bei aller Herrlichkeit der Medienarbeit der NHL, die Telefone auf den Presseplätzen der zweitneusten NHL-Arena (Baujahr 2007) lassen einem an längst vergangene Zeiten erinnern. Die NHL ist eben auch neben dem Eis Kult oder eben in allen Belangen einfach ein bisschen anders als bei uns.

28. Januar 2015 – Spiel 708

New Jersey Devils – Toronto Maple Leafs 2:1nP (0:0, 0:0, 1:1, 1:0)
Prudential-Center. – 15’882 Zuschauer. – SR Charron (6) /Walsh (29), Mach (78) /Sericolo (84). – Tore: 51. Van Riemsdyk (Bozak, Clarkson) 0:1. 58. Larsson (Havlat, Elias) 1:1. – Penaltyschiessen Gomez -, Santorelli -, Josefsson 1:0. Bozak -, Elias 2:0. – Strafen: New Jersey Devils 6-mal 2 Minuten, Toronto Maple Leafs 4-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: New Jersey Devils ohne Harrold und Ryder, Toronto ohne Leino, Phaneuf und Robidas (alle verletzt). Elias*, Schneider** (beide New Jersey) und Jonathan Bernier*** (Toronto) und als beste Spieler ausgezeichnet.
New Jersey Devils: Schneider (Kinkaid); Fraser (2), Gelinas, Greene, Larsson (2), Merrill, Zidlicky; Steve Bernier, Cammalleri, Elias, Gomez, Havlat, Henrique, Jagr (2), Josefsson, Ruuttu, Tootoo (2), Zajac (2), Zubrus (2).
Toronto Maple Leafs: Jonathan Bernier (Reimer); Rielly, Polak; Franson, Gardiner (2), Granberg, Holzer; Van Riemsdyk, Booth, Bozak, Clarkson (2), Holland (2), Kadri, Kessel, Komarov, Panik, Santorelli (2), Smith, Winnik, Van Riemsdyk.

Advents- und Scouting-Zeit

Sie tummeln sich wieder in den Eisstadien Europas, die Späher der National-Hockey-League (NHL). Allein am letzten Wochenende mit drei Spielrunden waren ein Dutzend NHL-Scouts in der Schweiz unterwegs. Die beiden Scouts der Buffalo Sabres, Fredrik Andersson und Teemu Numminen pendeln von Bern via Zürich nach Kloten. In Bern beobachten die beiden Skandinavier unter anderem Christoph Bertschy (Game-Winning-Goal), dessen Rechte allerdings schon bei den Minnesota Wild liegen. In Zürich sind es Jonas Siegenthaler und Denis Malgin, in Kloten sind es die jungen Davoser welche die Späher kurz vor ihrem Rückflug interessieren. Auch Pittsburgh-Scout Tommy Westlund ist in Zürich und Kloten anzutreffen.

Ehemalige Spieler 

Andersson, und Numminen waren einst selber Spieler. Andersson langjährier Torhüter bei MoDo Hockey Örnsköldsvik und Numminen war einst auf dem Weg in die NHL seinem älteren Bruder Teppo Numminen zu folgen. Wie Teppo, wurde auch der fünf Jahre jüngere Teemu von den Winnipeg Jets gedrafted, allerdings blieb es beim Draft. Nun beobachtet er selber mögliche Draft-Kandidaten für die Buffalo Sabres. Die beiden Skandinavier sind für das Amateur-Scouting in Europa zuständig. Als Pro-Scout in Buffalo ist übrigens Ex Bern- und Lausanne Trainer John van Boxmeer tätig.

Kalevi Numminen 

Apropos Trainer, Teppo- und Teemus Vater Kalevi Numminen ist in Finnland eine Legende, nach ihm ist sogar die Auszeichnung für den SM-liiga-Trainer des Jahres benannt. Vier Gewinner der Kalevi-Numminen-Trophy waren schon Trainer in der Schweiz. Ex Zug-Trainer Rauno Korpi gewann die Trophäe 1982, 1986 und 1987, der langjährige Kloten-Ausbildner Wladimir Jursinow wurde zwischen 1993 und 1995 drei Mal in Serie ausgezeichnet, ex SCB-Coach Hannu Jortikka zwischen 1999 und 2001 ebenfalls. Der vierte ist Raimo Summanen 2002.


„Connor McDavid und Jack Eichel sind die heissesten Anwärter für die Nummer Eins„

— Teemu Numminen (Buffalo Sabres)

Kalevi und Teppo Numminen haben bereits Eishockey-Geschichte geschrieben, Teemu Numminen soll als Scout zumindest den europäischen Teil des Kapitels der Buffalo Sabres von Morgen schreiben. Zu den heissesten Draft-Kandidaten für den Number-One-Draft 2015 zählen der Kanadier Connor McDavid (Erie Otters) und der Amerikaner Jack Eichel (Boston University). Die ersten Europäer sind auf den Positionen sieben und dreizehn des Rankings des International-Scouting-Services (ISS) vertreten: Oliver Kylington von Färjestads BK Karlstad und der Finne Mikko Rantanen von TPS Turku.

Die Schweizer Draft-Kandidaten

Die hoffnungsvollsten Schweizer Talente des ISS-Rankings sind Jonas Siegenthaler und Denis Malgin (Sohn von Albert Malgin) und dürften beim Draft vom nächsten Juni (26./27.) in Sunrise, Florida zum Zug kommen. Auf der nordamerikanischen Liste stehen die beiden in der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL) engagierten Kay Schweri (Sherbrooke Faucons) und Timo Meier (Halifax Mooseheads).

Unter Beobachtung stehen auch weitere Schweizer Talente wie Dominik Diem (GCK Lions), Colin Fontana (HC Lugano), Fabian Haberstich (SCL Tigers), Auguste Impose (HC Genf-Servette), Roger Karrer (GCK Lions), Timo Haussener (Rapperswil-Jona), Calvin Thürkauf (Zug) sowie die Berner Luca Hischier, Yanik Burren und Dario Meyer.

5. Dezember 2014

Bern – Ambrì-Piotta 4:1 (2:1, 2:0, 0:0)
PostFinance Arena. – 15’771 Zuschauer. – SR Michael Küng/Stricker, Dumoulin/Peter Küng. – Tore: 29. Giroux (Aucoin /Ausschluss Pestoni!) 0:1. 34. Loichat (Scherwey, Blum) 1:1. 40. (39:15) Bertschy (Blum /Ausschluss Lauper) 2:1. 49. Gardner (Scherwey) 3:1. 57. Gardner (Martin Plüss, Ritchie /Ausschluss Grieder) 4:1. – Strafen: Bern 5-mal 2 Minuten, Ambri-Piotta 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Bern ohne Kobasew, Reichert und Philippe Furrer, Ambri-Piotta ohne O’Byrne, Grassi, Elias Bianchi, Zurkirchen, Flückiger (alle verletzt). – Pfostenschuss Holloway (46.).
Bern: Bührer; Beat Gerber, Blum; Krueger, Gragnani; Jobin, Flurin Randegger; Kreis; Holloway, Ritchie, Cloutier; Bertschy, Martin Plüss, Scherwey; Simon Moser, Gardner, Ruefenacht; Alain Berger, Pascal Berger, Loichat.
Ambri-Piotta: Tobler; Birbaum, Bouillon; Gautschi, Zgraggen; Trunz, Sidler; Grieder, Chavaillaz; Daniel Steiner, Hall, Lauper; Stucki, Aucoin, Giroux; Duca, Schlagenhauf, Dostoinow; Pestoni, Fuchs, Lhotak.

7. Dezember 2014

Kloten – Davos 5:1 (3:0, 2:1, 0:0)
Schluefweg. – 6’923 Zuschauer (Saisonrekord). – SR Kurmann/Wiegand, Dumoulin/Küng. – Tore: 2. Schelling (Guggisberg, Hollenstein) 1:0. 11. Liniger (Guggisberg, Stancescu) 2:0. 20. (19:39) Kellenberger (Schelling) 3:0. 28. Guggisberg (Kellenberger, Back /Ausschluss Axelsson) 4:0. 31. Marc Wieser (Paschoud) 4:1. 37. Casutt (Guggisberg) 5:1. – Strafen: Kloten 5-mal 2 Minuten, Davos 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Kloten spielt im Jubiläums-Jersey (80 Jahre). Kloten ohne Gerber, Jenni, Bühler, Stoop und Santala, Davos ohne Dino Wieser, Du Bois, Forster, Kindschi und Schommer (alle verletzt). Timeout Davos (11.).
Kloten: Müller; Back, von Gunten; DuPont, Harlacher; Vandermeer, Frick; Schelling, Randegger; Hollenstein, Bieber, Bodenmann; Praplan, Liniger, Stancescu; Leone, Lemm, Mueller; Guggisberg, Kellenberger, Casutt.
Davos: Genoni; Guerra, Reto von Arx; Schneeberger, Koistinen; Jung, Camperchioli; Jan von Arx, Paschoud; Ryser, Ambühl, Axelsson; Marc Wieser, Lindgren, Paulsson; Sciaroni, Walser, Hofmann; Simion, Corvi, Jörg.

Der Schlüssel zu Kochlöfl

Kennen sie den Kochlöffel? Vielleicht den aus der Küche, nicht aber Jaroslav Kochlöfl, es sei denn sie sind ein Anhänger des EV Zug oder ein Kenner des tschechoslowakischen Eishockeys. Jaroslav Kochlöfl immigrierte 1971 als tschechoslowakischer Flüchtling in die Innerschweiz. Kochlöfl spielte in der Saison 1971-72 beim damaligen Erstligisten EV Zug und wurde in seiner einzigen Zuger Saison mit 21 Toren und 4 Assists in 17 Spielen Topskorer. Dieser Status befördert den Exil-Tschechoslowaken in die Kategorie Drei der «EVZ Wall-of-Fame». Das bedeutet «mindestens fünf Saisons beim EVZ oder mindestens eine Saison EVZ-Topskorer». Wer in Zug an die Wände kommt, wird nach einem genauen Schlüssel definiert.

Jaroslav Kochlöfl, Mitglied er «EVZ Wall-of-Fame»
Jaroslav Kochlöfl, entspricht dem Schlüssel zur «EVZ Wall-of-Fame» (Krein)

Patrick Fischer und Patrick Fischer 

Zwei Kategorien höher und zwei Schriftklassen grösser ist der Status von Patrick Fischer II. Der Verteidiger bestritt zehn Saisons für die Zuger und trat im vergangenen Sommer zurück. Fischer wird vor dem Spiel gegen den HC Lugano (1:7) offiziell in der Kategorie Eins der Wall-of-Fame aufgenommen. Ebenfalls auf der Wall-of-Fame steht Lugano-Trainer Patrick Fischer. Zusätzlich hängt Fischers Rückennummer 21 unter der Hallendecke der Bossard-Arena. Damit erfüllt der ehemalige Zuger-Junior mindestens vier von fünf Kriterien, Fischer erfüllt sogar noch ein weiteres Kriterium, welches ihm dann die Ehre einer «Retired Number» unter dem Hallendach gebührt.

Lugano-Trainer Patrick Fischer steht unter seiner gesperrten Rückennummer 21 in Zug. (Krein)

Peter Andersson und Peter Andersson

Peter Andersson spielte ebenfalls in Zug. Gemeint ist aber nicht Luganos aktueller Assistenzcoach und Vater von Ex-Zug-Spieler Calle Andersson, sondern Peter Andersson aus Timra. Zugs Peter Andersson spielte in der Saison 1989-90 beim EVZ und ist aktuell Assistenzcoach bei den SCL Tigers. Peter Andersson (II) aus Karlstad steht seit 2013, als Assistent von Patrick Fischer an der Bande der Bianconeri. Und was macht der andere Patrick Fischer? Sein Name steht auf der Wall-of-Fame, ganz in der Nähe von Kochlöfl. Der Wall-of-Fame würdig sind an diesem Abend aber nur die Spieler von Luganos Patrick Fischer.

Zug – Lugano 1:7 (0:5, 0:1, 1:1)
6’706 Zuschauer. – SR Eichmann/Prugger, Bürgi/Rohrer. – Tore: 4. Bertaggia (Filppula) 0:1. 5. Klasen (Pettersson) 0:2. 8. Pettersson (Klasen, Steinmann) 0:3. 11. Walker (Andersson, Klasen) 0:4. 18. Filppula (Pettersson, Chiesa /Ausschluss Ramholt; McLean) 0:5. 24. Vauclair (Dal Pian) 0:6. 55. Filppula (Klasen, Pettersson /Ausschluss Lüthi) 0:7. 57. Ramholt (Bouchard, Grossmann) 1:7. – Strafen: Zug 8-mal 2 Minuten, Lugano 6-mal 2 plus 10 Minuten (Chiesa). – Bemerkungen: Zug ohne Holden, Blaser, Morant, Bürgler (alle verletzt), Lugano ohne Kostner, Balmelli (beide verletzt), Walsky (krank). PostFinance-Topskorer: Bouchard; Pettersson. 11. Pfostenschuss von Lüthi und Timeout von Zug.
Zug: Stephan (21. Hauser); Schlumpf, Sondell; Ramholt, Grossmann; Alatalo, Lüthi; Stämpfli, Erni; Martschini, Sutter, Suri; Christen, Earl, Bouchard; Lammer, Diem, Schnyder; Zangger, Marchon, Herzog.
Lugano: Manzato; Ulmer, Vauclair; Andersson, Hirschi; Chiesa, Kienzle; Maurer, Kparghai; Walker, Filppula, Bertaggia; Pettersson, Steinmann, Klasen; Murray, McLean, Reuille; Dal Pian, Sannitz, Kuonen.

Bei Nacht und Nebel in den Westen

Ein berühmter «Eishockey-Chronist» sagte einmal «im Bäre z Madiswil sisi abghoue», gemeint sind die ehemaligen DDR-Nationalspieler Guido Hiller und Stefan Steinbock. Die Geschichte war mir nur schleierhaft bekannt, aus dem deutschen «Eishockey Jahrbuch 90» wusste ich, dass die beiden Spitzensportler in den Westen geflüchtet waren, wenige Wochen später aber wieder in die DDR zurück gekehrt sind. Im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Mauerfalls eine perfekte Story mit Schweizerbezug.

Im September 1970 beschloss der DDR-Sportverband DTSB, nur noch die Medaillen-intensiven Sportarten zu fördern. «Wir brauchen zum Aufbau der sozialistischen Wirtschaft jede Mark. Um Eishockey zu betreiben, benötigt man jährlich die Finanzen von zirca zwei hochseefisch-verarbeitenden Kühlschiffen. Also, liebe Sportler, was brauchen wir dringender Eishockey oder Kühlschiffe?» lautete die damalige Begründung von Staatssekretär Rudi Hellmann.

20 Jahre Dynamo gegen Dynamo

Ab diesem Zeitpunkt spielten nur noch zwei Mannschaften in der Oberliga der DDR: Der SC Dynamo Berlin und die SG Dynamo Weisswasser. 20 Jahre duellierten sich die beiden «Polizeiclubs» in zahlreichen Serien. In 20 Jahren teilten die «Dynamos» in 178 Spielen alle Ostdeutschen Meistertitel, davon gingen 12 an die Ostberliner und acht an die Lausitzer aus Weisswasser. Zurück zur Geschichte, am 11. November 2014, befördert mich Hauptprotagonist Steinbock per Telefon zurück in die alte Zeit des eisernen Vorhangs.

Wir schreiben das Jahr 1984, es würde noch sechs Jahre dauern bis zum Fall der Mauer, was aber damals noch keiner für möglich gehalten hätte. Auch Hiller und Steinbock nicht, die beiden teilen sich bei ihren Auslandreisen (Weltmeisterschaften, Europacup-Spiele, Freundschaftsturniere und Trainingslager) über Jahre ein Zweierzimmer. «Das schweisst zusammen, da weisst du alles von deinem Partner» sagt Steinbock. Die Idee einer Flucht nach Westen ergab sich im Laufe der Zeit.

Hiller setzt sich in der Schweiz ab

Im September 1984 ist es soweit, Hiller fasst den Entschluss abzuhauen. Der SC Dynamo Berlin, vom Oberaargauer-Cup in Langenthal kommend, mit Spielen gegen Basel (9:3) und Arosa (5:4), übernachtet am Ende der jährlichen Schweizer-Tournee im Hotel Mövenpick in Kloten. Hiller informiert seinen Zimmergenossen Steinbock über seinen Entschluss, doch Steinbock ist noch nicht soweit. So desertiert Hiller im Alleingang und lässt seinen Kumpel zurück.

„Ach du Scheisse, jetzt müssen wir in Zinnwald die Bobbahn putzen“

— Hartmut Nickel

Steinbock wird die schwere Aufgabe haben, am nächsten Morgen die beiden Coaches Joachim Ziesche (1999 Aufnahme in die IIHF Hall-of-Fame) und Hartmut Nickel über Hillers Abgang zu informieren. Nickels Worte wird Steinbock nie vergessen: «Ach du Scheisse, jetzt müssen wir in Zinnwald die Bobbahn putzen».

Steinbock folgt drei Monate später

Nach Hillers Abgang bleibt Steinbock der Kontakt zu seinem Kumpel verwehrt. Ein Teamkollege kauft bei einem Zwischenhalt in Kopenhagen die Bild-Zeitung und da ist ein Artikel über Hillers Engagement beim Bundesligisten Mannheimer ERC publiziert. Bis Weihnachten 1984 fasst auch Steinbock den Entschluss die Flucht nach Westen anzutreten. Steinbock gastiert vom 19. bis 22. Dezember mit der Nationalmannschaft an einem Vierländerturnier in Feldkirch. Die DDR spielt gegen die Schweiz, Holland und Österreich. Steinbock trifft beim 3:3 gegen die Schweiz und macht sich nach dem zweiten Spiel bei Nacht und Nebel auf und davon, ein Taxifahrer fährt den Stürmer kostenlos bis ins deutsche Lindau am Bodensee.

SC Dynamo Berlin in der Ausgabe 1988-89, mit Guido Hiller (mittlere Reihe vierter von links) und Stefan Steinbock (unten zweiter von links). (Eisbären Berlin)

Doch die Freude über die Freiheit ist nur von kurzer Dauer, denn die Ostdeutschen sind ausserhalb der DDR 18 Monate nicht spielberechtigt und erhalten keinen Flüchtlingsausweis. Wer verpflichtet einen Spieler, der erstens nicht spielberechtigt ist und zweitens unter das Ausländerkontingent fällt? Nach einer Probezeit in Mannheim kehrt zunächst Steinbock, später Hiller in einer streng geheim gehaltenen Aktion der Stasi in die DDR zurück. Nach kurzer Sperre dürfen beide wieder spielen. Auch die übliche Strafverfolgung bleibt kurioserweise aus.

Zwischen Mauerfall und Aufnahme in die Bundesliga

Nach dem Mauerfall vom 7. Oktober 1989 wurde die letzte DDR-Meisterschaft noch zu Ende gespielt. Noch niemand dachte an eine Bundesliga-Integration der Ost-Teams. So unterschrieb Steinbock auf eine Anfrage von EV Landshut-Manager Fax Fedra seinen ersten Profivertrag in Landshut. Hiller vorerst noch nicht.

Auf Betreiben des DEB-Präsidenten Otto Wanner dürfen noch vor der deutschen Vereinigung am 3. Oktober 1990 die beiden Ost-Teams SG Dynamo Weisswasser und SC Dynamo Berlin als Neulinge in der Bundesliga ihr Debüt geben. In Kürze versuchen Rüdiger Noack in Weisswasser und Dieter Waschitowitz in Berlin, die finanziellen Grundlagen für die neue Zukunft zu schaffen. Aus Marketingtechnischen-Gründen wird der SG Dynamo Weisswasser in «Polizei-Eislauf-Verein» (PEV) umbenannt. Der SC Dynamo Berlin nennt sich «EHC Dynamo» und das «D» wird durch den bis heute bekannten «Berliner Eisbär» ersetzt.

Und was ist eigentlich mit dem Landgasthof Bären in Madiswil? Dynamo logierte im Rahmen des Oberaargauer Cups zwar im besagten Landgasthof, jedoch traten an diesem Ort weder Hiller noch Steinbock die Flucht an. Nach der Wende spielten Hiller und Steinbock später zwischen 1996 und 1998 nochmals zwei Saisons zusammen für den ETC Crimmitschau, wo Steinbock heute fürs Sponsoring der «Eispiraten» zuständig ist, in der zweithöchsten deutschen Spielklasse.

Die kleinste Liga der Welt

Der erfolgreichere Gretzky?

Gerd Zenhäusern (rechts) ist beim überbrücken der Wartezeit sichtlich gerührt von seinem Bild als 16-jähriger Schnösel. Beobachtet von SRF-Aufnahmeleiter Silvan Schmutz. (Hervé Chavaillaz)

Gerd Zenhäusern (42) soll neuer HC Fribourg-Gottéron werden, vermeldet die «Le Matin» schon in aller Frühe des besagten Samstags, am 18. Oktober 2014.

Der Auftrag war klar für alle Medienschaffende. Trotz des Berner-Derbys gegen den SC Bern stand eigentlich nur Biels «Noch-Assistenztrainer» im Fokus. Allerdings gab es da noch ein kleines Problem, offiziell wurde Zenhäuserns Wechsel von Gottéron noch nicht bestätigt, dennoch würde ich nach dem Spiel den neuen Fribourg-Trainer zu seinem Wechsel befragen dürfen.

Pressemitteilung erst nach dem Spiel

Fribourg gibt bekannt, seinen neuen Trainer am Samstag nach dem Spiel gegen den HC Davos um 22 Uhr 15 offiziell per «Communiqué de presse» zu verkünden. Währenddessen schreitet die Partie zwischen Biel und Bern in rasantem Tempo und wenig Unterbrüchen voran. Beide Mannschaften agieren diszipliniert und nach der 3:1-Führung der Gäste aus Bern scheint auch eine Verlängerung kein Thema zu sein. Nach einer ersten Hochrechnung müsste das Spiel in Biel um ca. 21 Uhr 55 zu Ende sein, dass heisst 20 Minuten zu früh für das Zenhäusern-Interview. Kann ich den neuen Fribourg-Trainer nach dem Spiel so lange hinhalten?

Er übernimmt seine Aufgaben für den Club ab Montag den 20. Oktober 2014.

Pressemitteilung HC Fribourg-Gottéron

Selbstverständlich bin ich vorbereitet, denn ich habe genügend Infos über Zenhäusern in meinem psychischen Lexikon dabei. Zenhäusern betrat nämlich als 3-jähriger erstmals das Bieler Eis. Mit Sechs stand er bei den Bieler Moskitos im Einsatz, weil Vater Aldo Zenhäusern (bildete das Meister-Backpaar Zenhäusern-Kölliker 1978 und 1981) zur gleichen Zeit für seine Familie die Brötchen in Biel verdiente.

Gretzky einst Zenhäuserns Idol

Als 16-Jähriger eiferte Gerd seinem Eishockey-Idol Wayne Gretzky nach, als Headcoach dürfte Gretzky (2005-09 erfolglos bei den Phoenix Coyotes) bei Gerd seinen Idol-Status aber verloren haben. Der im freiburgischen Courtepin wohnhafte Walliser führte im Frühjahr 2013, in seinem ersten Job als Headcoach, den HC Lausanne in die NLA. Als Nachfolger von Hans Kossmann kann er in Fribourg eigentlich nur gewinnen, ist er als Trainer gar der bessere Gretzky? … die Nachricht aus der Patinoire St-Léonard (heute BCF-Arena) erreicht mich früher als erwartet, um 22 Uhr 04 per SMS von Blog- und SRF-Kollege Mathias Marti … es kann losgehen mit dem neuen Headcoach von Gottéron.

Biel – Bern 1:4 (1:0, 0:2, 0:2)
Eisstadion. – 5’342 Zuschauer (Saisonrekord). – SR Michael Küng/Vinnerborg, Ambrosetti/Peter Küng. – Tore: 3. Ehrensperger (Untersander, Kamber) 1:0. 28. Bertschy (Gragnani, Kobasew) 1:1. 38. Alain Berger 1:2. 49. Bertschy (Kobasew, Krueger) 1:3. 59. Ruefenacht (Holloway, Gerber) 1:4 (ins leere Tor). – Strafen: je 2mal 2 Minuten. – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer: Arlbrandt (Biel); Ritchie (Bern). Biel ohne Berthon, Olausson (beide verletzt), Tschantré und Joggi (beide krank), Bern ohne Moser (verletzt). Timeouts: Biel (58); Bern (45.). Biel von 58:25 bis 58:54 ohne Goalie.
Biel: Rytz; Rouiller, Gossweiler; Cadonau, Fey; Steiner, Wellinger; Untersander, Jelovac; Umicevic, Haas, Mosimann; Arlbrandt, Peter, Spylo; Rossi, Wetzel, Ulmer; Ehrensperger, Kamber, Herburger.
Bern: Bührer; Gerber, Blum; Gragnani, Jobin; Krueger, Furrer; Kreis, Randegger; Kobasew, Plüss, Bertschy; Alain Berger, Reichert, Pascal Berger; Holloway, Ritchie, Scherwey; Ruefenacht, Gardner, Rüfenacht.

Der Berner will Aromat

Spielt Bern in Europa bleibt die Stehrampe zu. Dies ist bereits in den 90er Jahren so. Anlässlich des Europa-Cups 1991-92 gastiert zum Auftakt des Halbfinalturniers der jugoslawische Vertreter Olimpija Laibach – gerade mal 800 Leute wollen den Schweizermeister gegen den unbekannten Gegner sehen. 23 Jahre später bleibt die Stehrampe, wie zu Gilligans-Zeiten, wieder zu. Der Gegner kommt aber nicht aus Jugoslawien, sondern aus dem Land des WM-Finalisten Finnland.

„Dr Bärner wott Aromat“ sagt Massimo Rocchi in seiner Nummer, „ja dr Bärner wott Langnou u Bieu“ – quasi das Aromat des hiesigen Hockeylandes statt ein neues, unbekanntes Gewürz aus dem hohen Norden. Ausgerechnet in Bern klappts nicht mit Europa, der Zuschauerkrösus Europas glänzt seit 2001 nur in der heimischen, bekannten Meisterschaft. „Kommen die Finnen ist keiner mehr dinnen“ oder „kommt Tappara ist keiner mehr da“ oder eben, wie Rocchi es passend in seiner Nummer „Essen in der Schweiz“ beschreibt, der Berner will Aromat.


„Dr Bärner wott Aromat.“

– Massimo Rocchi, über das Essen in der Schweiz

In den beiden CHL-Partien gegen die europäischen Topadressen Ocelari Trinec und Tappara Tampere füllen die 4’677 und 4’731 Fans nicht einmal die 6’800 Sitzplätze und bringen den SCB auf einen Schnitt von 4’704 Fans pro Spiel. Damit liegt Europas Krösus in Europas Königsklasse zuschauermässig nur auf Rang sieben. Der 08/15-Fan kann (noch) nichts mit der neugeschaffenen CHL anfangen. Erstens verfügt er nur über mangelnde Kenntnisse und zweitens reicht sein Hockey-Horizont knapp bis zu den Tribünen des Stade-de-Suisse, schade eigentlich.

Die ersten 50 Minuten geben dem 08/15-Fan jedoch recht, denn die Partie gegen Tappara beginnt erst nach 49 Minuten, ab da wird dann alles geboten was ein Spitzenspiel haben muss: Spannung, Aufholjagd, Penalty in der Overtime, Schlägereien und als Krönung noch das Penaltyschiessen mit einem Berner Sieg. Was will man mehr? Aromat? Nach der Niederlage gegen Trinec sagt ein SCB-Funktionär: «diä Tschämpiens-Liiig isch doch ä Schissdräck» und nach dem Knüller gegen Tappara sagt Trainer Guy Boucher immerhin: «Ich konnte mein Team im Penaltyschiessen beobachten», doch so richtig angekommen ist der SCB noch nicht.

Zuschauer (alle 2 Heimspiele)

#ClubLandSchnitt
1.Eisbären BerlinDe5’930
2.Hamburg FreezersDe5’509
3.Adler MannheimDe5’250
4.KosiceSlk5’124
5.LinköpingSd4’824
6.Frölunda GöteborgSd4’723
7.BernSz4’704
8.Genf-ServetteSz4’645

Vor sechs Jahren  

An die Zahlen der Champions-Hockey-League, der Ausgabe 2008-09, kommen die Berner nach zwei Partien ebenfalls nicht. 6’756 und 7’057 wollen im Herbst 2008 die beiden Spiele (Schnitt 6’907) gegen die Espoo Blues und HV71 Jönköping sehen.

4. September 2014 – 3. Runde (Gruppe E)

Bern – Ocelari Trinec 0:4 (0:3, 0:1, 0:0)
PostFinance-Arena. – 4’677 Zuschauer. – SR Schukies (De) /Wiegand, Kohler /Rohrer (alle Sz). – Tore: 5. Orsava (Jasek) 0:1. 7. Zejdl (Polansky, Nosek /Ausschluss Scherwey) 0:2. 20. Zejdl (Nosek, Troncinsky /Ausschluss Plüss) 0:3. 33. Orsava (Matus) 0:4. – Strafen: Bern 4-mal 2 Minuten, Ocelari Trinec 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Bern ohne Kobasew, Moser (verletzt) und Wellinger überzählig. 
Bern: Bührer; Krueger, Furrer; Gerber, Blum; Jobin, Gragnani; Kinrade, Kreis; Holloway (2), Ritchie, Rüfenacht; Pascal Berger, Plüss (2), Reichert; Bertschy, Gardner, Scherwey (2); Loichat (2), Randegger, Alain Berger.
Ocelari Trinec: Hamerlik; Klesla (2), Roth; Nosek, Linhart; Doudera, Troncinsky; Ciencala, Galvas; Kreps, Plihal (2), Dravecky; Irgl (2), Polansky (2), Rufer (2); Jasek, Zejdl, Orsava (2); Ruzicka, Matus, Kindl.

Hier gehts zum SRF-Beitrag

6. September 2014 – 4. Runde (Gruppe E)

Bern – Tappara Tampere 4:3nP (0:0, 2:0, 1:3, 1:0)
PostFinance-Arena. – 4’731 Zuschauer. – SR Eichmann /Hribik (Sz/Tsch), Fluri /Kovacs (Sz). – Tore: 25. Ritchie (Holloway, Rüfenacht) 1:0. 37. Ritchie (Gardner, Holloway /Ausschlüsse Alain Berger; Kankaanperä, Mäkinen) 2:0. 49. Pascal Berger (Reichert, Gerber) 3:0. 53. Kaksonen 3:1. 56. Kolomatis (Kuusela, Erkinjuntti) 3:2. 59. Aalto (Tappara ohne Torhüter) 3:3. – Penaltyschiessen: Furrer -, Peltola -, Ritchie -, Da Costa 0:1, Gardner -, Palola -, Holloway 1:1, Jormakka -, Plüss -, Kuusela -, Palola -, Pascal Berger 2:1. – Strafen: Bern 7-mal 2 Minuten, Tappara Tampere 4-mal 2 plus 5 Minuten plus Spieldauer (Kankaanperä). – Bemerkungen: Bern ohne Kobasew, Moser (verletzt) und Wellinger (überzählig). – 56. Time-out Bern. Tappara Tampere ab 57:51 bis 58:49 ohne Torhüter. 63. Kinrade verschiesst Penalty.
Bern: Bührer; Kinrade, Kreis; Gerber (2), Blum; Jobin, Gragnani; Furrer (2); Bertschy (2), Gardner, Scherwey; Holloway (2), Ritchie, Rüfenacht; Pascal Berger, Plüss (2), Reichert; Loichat, Randegger, Alain Berger (4).
Tappara Tampere: Metsola; Aalto, Mäntylä; Kolomatis, Saravo; Mäkinen (2), Kankaanperä (25); Rauhala, Elorinne; Kuusela (2), Malinen, Erkinjuntti; Palola, Järvinen, Jormakka; Karjalainen (2), Green (2), Kallela; Da Costa, Peltola, Kaksonen.

Hier gehts zum SRF-Beitrag

Via Würenlos nach Stockholm

Der schwedische Vizemeister Färjestads BK Karlstad gastiert im Rahmen der Champions-Hockey-League (CHL) in Zürich. Beim Spaziergang ums alterwürdige Hallenstadion rollt ein Fussball direkt vor meinen Augen auf die Hauptstrasse. Selbstverständlich schnappe ich mir noch vor einem anbrausenden Auto den Ball, wie ich mich zurückdrehe winkt mir Färjestad-Keeper Justin Pogge (Foto oben) zu und bittet um den Ball, wie könnte es auch anders sein, denn BK steht schliesslich für «Boll Klub.»

Mein Spaziergang führt mich, vorbei an der Chad-Silver-Bronzeplastik, welche ursprünglich für die Weltmeisterschaft 1998 erstellt worden ist, weiter ins benachbarte «Stadiönli» in Oerlikon. Drinnen läuft grad ein Freundschaftsspiel zwischen den «Minis» der GCK Lions und dem HC Dragon/Thun. An der Bande der Berner Oberländer steht der ehemalige Nationalmannschafts-Verteidiger Christian Silling.

Die WM-Plastik von 1998, wurde erst nach Chad Silvers Tod zur Gedenkstatue umfunktioniert. (Krein)

Von der Konkursmasse in die Champions-Hockey-League

Im Hallenstadion läuft das «Warm-up» der ZSC Lions und der Gäste aus Schweden, dazu gibts folgende Anmerkungen: Färjestads Rickard Wallin spielte einst beim HC Lugano, Zürichs Severin Blindenbacher und der verletzte Ersatzgoalie Luca Boltshauser einst für Färjestad. Der schwedische Headcoach Tommy Samuelsson absolvierte eine NLB-Saison beim SC Luzern und verteidigte an der Weltmeisterschaft 1989 für Schweden in Stockholm.

Dazu kommt Basels ex-Goalie Urban Leimbacher, welcher ab der 21. Minute für den angeschlagenen Lukas Flüeler zum europäischen Handkuss kommt, von Basels Konkursmasse direkt in die Champions-Hockey-League. Die Partie bietet gute Unterhaltung, denn beide Mannschaften schenken sich nichts und müssen in die Verlängerung.

Von Wasen bis Stockholm

Auf der Rückfahrt ins «Bernbiet» treffe ich im Würenloser Fressbalken zufällig auf den ehemaligen Weltklasse-Schiedsrichter Willi Vögtlin. Bei einem Schlummertrunk sprechen wir über «Gott und die Hockeywelt», nur wenige Eishockeyverrückte würden bei unserem Themenkatalog mitreden wollen.


„Willi Vögtlin an der Weltmeisterschaft 1989 in Stockholm, beim nachmessen des Stockes von Vladimir Ruzicka.“

— Michael Krein, Archiv

Wir philosophieren über den Europacup, die C-Weltmeisterschaften im spanischen Puigcerda, die Olympischen Spiele in Calgary, den Industriecup in Lyss, die U18-Europameisterschaft 1987 in Hämeenlinna, über den ehemaligen EHC Wasen-Sumiswald-Spieler Gerhard «Schöge» Schöni oder die bereits erwähnte WM 1989 in Stockholm, wo einst Färjestads Headcoach Samuelsson verteidigte- und Vögtlin geschiedsrichtert hat.

23. August 2014

ZSC Lions – Färjestad Karlstad 2:3nV (0:1, 1:0, 1:1, 0:1)
Hallenstadion. – 3’515 Zuschauer. – SR Sindler /Vinnerborg (Tsch/Sd), Küng /Bürgi (Sz). – Tore: 6. Hillding (Lalonde, Klepis /Ausschluss Chris Baltisberger) 0:1. 35. Chris Baltisberger (Bergeron, Shannon /Ausschluss Hillding) 1:1. 42. Rohdin (Aquino, Klepis) 1:2. 50. Chris Baltisberger (Wick) 2:2. 61. Gudas 2:3. – Strafen: ZSC Lions 9-mal 2 Minuten, Färjestad Karlstad 7-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: ZSC Lions ohne Boltshauser, Siegenthaler, Stoffel, Bärtschi (alle verletzt), Zangger (überzählig). 26. Keller verletzt ausgeschieden. 58:21 Time-Out Färjestad. Torschüsse 43:33 (15:13, 15:6, 13:13, 0:1).
ZSC Lions Flüeler (21. Leimbacher); Geering, Blindenbacher; Tabacek, Seger; Smith (4), Bergeron (4); Schnyder; Nilsson (2), Shannon, Keller (2); Schäppi (2), Trachsler, Künzle (2); Wick, Cunti, Baltisberger (2); Bastl, Neuenschwander, Fritsche; Senteler.
Färjestad Karlstad Pogge; Tollefsen (4), Lalonde (4); Jensen, Grundel; Bystrom (2), Gunnarsson; Kylington, Rohdin; Aslund, Hillding (2), Gulas; Nygard, Klepis, Aquino; Hedman, Wallin (2), Persson; Roymark, Forsberg, Olofsson.

Holpriger Provinzstart und Shampo

In Dübendorf startet der längste Champions-Hockey-League (CHL) Titelverteidiger ZSC Lions zum Auftakt der neugeschaffenen CHL gegen den norwegischen Vizemeister Vålerenga IF Oslo. Der Start in der «Provinz» in Dübendorf erweist sich als holprige Angelegenheit. In der Kabine der Lions geht plötzlich das Licht aus, daher muss Assisten Rob Cookson auf die Toilette ausserhalb der Kabine, Aufstellungen gibt’s keine und eine Pressekonferenz wird von anrennenden Journalisten vergeblich gesucht – rechtzeitig zum Bully liegen die Aufstellungen aber doch noch vor – und der höchste europäische Clubwettbewerb startet in seiner fünften Ausgabe.

Die Gäste aus Norwegen treten mit nur zehn Stürmern und sechs Verteidigern an, dennoch hält die Mannschaft vom ehemaligen NHL-Star Espen Knutsen – der Star ist der Trainer – in den ersten zwanzig Minuten gut mit. Übrigens gewann Vålerenga sein letztes europäisches Pflichtspiel gegen eine Schweizer Mannschaft, in der European-Hockey-League, am 8. Dezember 1998, beim 5:3-Sieg gegen den EV Zug. Dies dürfte wohl keinem der 1’917 Zuschauer im Stadion «im Chreis» in Erinnerung sein, vielleicht kann sich Oslos Kapitän Morten Ask noch daran erinnern, denn er ist der einzige der damals schon dabei war.

Dabei in Dübendorf war einst auch Zürichs Luca Cunti, vor sieben Jahren beim 1. Liga Ostschweizer-Meistertitel 2007 mit dem EHCD, welcher erst im gesamtschweizerischen 1. Liga-Final gegen den EHC Zuchwil-Regio gestoppt wurde. Vom Siegreichen CHL-Team der Lions von 2009 sind auch heute noch sieben Spieler im Kader von NHL-Coach Marc Crawford. NHL-Erfahrung hat auch Oslos Coach, Espen „Shampo“ Knutsen, der bis heute grösste norwegische Spieler allere Zeiten spielt zwischen 1997 und 2004 207-mal für die Anaheim Ducks und die Columbus Blue Jackets.

Wie viele Plätze fasst «im Chreis»?

Zurück zum EHC Dübendorf, wie viele Plätze fasst eigentlich das ehemalige Nationalliga-B Stadion? Offizielle Zahlen sagen das Stadion mit dem markanten Schrägdach habe 4’100 Plätze. In der zweiten Drittelspause frage ich mich durch die Halle und keiner, ausser einem älteren Herrn, scheint mir eine Antwort geben zu können. Der langjährige Dübendorf-Fan erzählt mir ein paar Episoden aus vergangenen Zeiten und zeigt mir einen nummerierten Sitzplatz im Viertausender Bereich. Doch beim heutigen Champions-League-Spiel wirken bereits die 1’900 wie ein volles Haus, so wie es sich gehört für ein Spiel der europäischen Königsklasse.

Die Champions-Hockey-League ist nach fünf jähriger Pause endlich wieder zurück. (Krein)

21. August 2014 – Gruppe B, 1. Runde

ZSC Lions – Valerenga IF Oslo 4:1 (1:1, 1:0, 2:0)
Im Chreis, Dübendorf. – 1’917 Zuschauer. – SR Eichmann /Öhlund (Sz/Sd), Kaderli/Kohler (beide Sz). – Tore: 3. Baltisberger (Blindenbacher/Ausschluss Bröms) 1:0. 13. Karterud (Bräck) 1:1. 22. Keller (Nilsson, Shannon) 2:1. 45. Bastl (Fritsche) 3:1. 52. Zangger (Trachsler/Ausschluss Jörgensen) 4:1. – Strafen: ZSC Lions 4-mal 2 Minuten, Valerenga Oslo 6-mal 2 plus 10 Minuten (Hilt-Jörgensen).
ZSC Lions Flüeler; Geering, Blindenbacher; Smith (2), Seger (2); Bergeron, Tabacek; Neuenschwander, Schnyder; Schäppi (2), Trachsler, Zangger (2); Nilsson, Shannon, Keller; Wick, Cunti, Baltisberger; Bastl, Fritsche, Künzle.
Valerenga IF Oslo Soeberg; Bonsaksen (4), Bräck; Csiszar (2), Follestad-Johansen; Hilt-Jörgensen (14), Lyngset; Karterud, Ask, Stene; Salsten, Bröms (2), Lindström; Juell, Hoel, Gunnarsson; Jonas Knutsen.

Vom Bettler zum König

Der schwedische Weltklassegoalie Henrik Lundqvist gewann fast alles was es im Eishockey zu gewinnen gibt: Olympia-Gold, Olympia-Bronze, Weltmeiterschaftsgold, zweimal Weltmeisterschafts-Silber sowie zweimal U20-Weltmeisterschaftsgold. Dazu kommen zwei schwedische Meistertitel (2005 mit Martin Plüss) und der Victoria-Cup in Bern. Nur der Stanley-Cup fehlt „King-Henrik“, wie der Ausnahmekönner, welcher auch ein bisschen was von Schauspieler Bradley Cooper verkörpert, während 15 Jahren im Madison-Square-Garden frenetisch gefeiert wird.

Der Stanley-Cup-Sieg bleibt dem Vezina-Trophy-Gewinner von 2012 zwar verwehrt, dennoch ist der schwedische Zwilling, sein Bruder Joel spielt bei Frölunda in Göteborg, eine Ausnahmeerscheinung. Doch Lundqvists NHL-Karriere beginnt eher holprig. Im NHL-Draft 2000 wird der Goalie erst in der siebten Runde als Nr. 205 von den Rangers gezogen. Im gleichen Jahr wird beispielsweise Sven Helfenstein als Nr. 175 von den Rangers gedraftet oder der israelische Nationalspieler Max Birbraer als Nummer Nr. 67 von den New Jersey Devils. Bereits in der dritten Runde wird Henriks Zwillingsbruder Joel von den Dallas Stars als Nummer 68 gezogen.


„Lundqvist kommt erst als 22. Torhüter in der siebten Runde zum Zug.“

— Michael Krein

Unter den Torhütern wird Rick di Pietro 2000 als Nr. 1, vom Stadtrivalen aus Long Island gezogen. Lundqvist kommt erst als 22. Torhüter in der siebten Runde zum Zug. Vor dem späteren Weltklassegoalie werden 13 Keeper berücksichtigt, welche später nie eine einzige NHL-Partie absolvieren werden. Mit Levente Szuper wird sogar ein Ungar vor Lundqvist gezogen. Auch Rangers-Intern ist Lundqvist hinter Brandon Snee nur zweite Wahl- und unter seinen Landsleuten hinter Mikael Tellqvist und Stefan Liv nur dritte Wahl. Was war mit dem Scouting im Jahr 2000 mag sich manch einer Fragen, denn später wird keiner aus der folgenden Liste (unten) Lundqvist (1’017 Spiele) das Wasser reichen können.

Die Torhüter vor Lundqvist im Draft 2000

NummerNameOrganisationNHL-Spiele
1Rick di PietroNY Islanders328
9Brent KrahnCalgary1
44Ilya BryzgalovAnaheim512
45Mathieu ChouinardOttawa1
60Dan EllisDallas219
70Mikael TellqvistToronto114
84Peter HamerlikPittsburgh0
90Jean-François RacineToronto0
102Stefan LivDetroit0
111Ghyslain RousseauBuffalo0
116Levente SzuperCalgary0
120Davis ParleyFlorida0
143Brandon SneeNY Rangers0
164Matus KosturNew Jersey0
165Nathan MastersLos Angeles0
166Nolan SchaeferSan Jose7
168Zdenek SmidAtlanta0
169Shane BenderaColumbus0
171Roman CechmanekPhiladelphia235
177Mike AyersChicago0
203Juri PenkoNashville0
205Henrik LundqvistNY Rangers1’017

Rückblickend haben die Rangers doch noch ein glückliches Händchen, mit ihrer siebten Wahl im Jahr 2000. Drei Jahre später sichern sich die Rangers die Rechte des an sechster Position gedrafteten Keepers Al Montoya. Das Supertalent spielt keine einzige Partie für das Team am Broadway. In 15 Saisons steht „King-Henrik“ in 1’017 Partien als Nummer eins zwischen den Pfosten der Blueshirts.

In gerade mal 14 Partien kann ich die „Faszination Lundqvist“ in fünf verschiedenen Ländern bei vier verschiedenen Wettbewerben „mittendrin statt nur dabei“ erleben. Dabei geht das Team von „King-Henrik“ nur dreimal als Verlierer vom Eis. Bei der NHL-Challenge 2010 in Zug sitzt Lundqvist als Ersatz auf der Tribüne der Bossard-Arena und erlebt die Rangers-Niederlage, neben General-Manager Glen Sather, nur als Zuschauer.

DatumOrtTeamGegnerResultat
22.2.2006TurinSchwedenSchweiz6:2
9.12.2007New YorkRangersNew Jersey1:0nV
8.5.2008QuebecSchwedenDänemark8:1
10.5.2008QuebecSchwedenRussland2:3
11.5.2008QuebecSchwedenTschechien5:3
1.10.2008BernRangersMagnitogorsk4:3
20.1.2009New YorkRangersAnaheim4:2
9.4.2010New YorkRangersPhiladelphia4:3
1.3.2011New YorkRangersBuffalo2:3
3.3.2011New YorkRangersMinnesota1:3
6.3.2011New YorkRangersPhiladelphia7:0
19.2.2012New YorkRangersColumbus3:2nV
18.5.2019BratislavaSchwedenSchweiz4:3
20.5.2019BratislavaSchwedenLettland5:4

Auf Simpsons Spuren

Im Rahmen des Sportjounalismus-Lehrgangs an der Universtät Salzburg steht ein bekannter Name unter den heutigen Dozenten, Doktor Gerhard Kuntschik erweist unserem Lehrsaal die Ehre. «Kuntschik» lese ich seit meinem Kindesalter über das Eishockey beim östlichen Nachbarn. Der Doktor doziert das Fach «Sport in den Printmedien» und erzählt aus seinem grossen Fundus an Sportgeschichten. Kuntschiks Vorliebe gilt dem Eishockey und dies passt perfekt für meine Wenigkeit.

Noch während des Unterrichts kommen wir bereits in den Genuss von Eishockey-Geschichten, nach meinem Stichwort «Canada-Cup 1987» gehts gedanklich nach Hamilton zu den Spielen des Jahrhunderts. Auch Sean Simpson wird zum Thema, da Simpson einst eine halbe Spielzeit für den Salzburger EC, damals in der zweithöchsten Liga gespielt hat. Simpson, so Kuntschik, war 1987 ebenfalls beim Canada-Cup, aber als Zuschauer.

Über Simpsons Engagement beim EC Salzburg in der Saison 1984-85 ist nur wenig bekannt. Statistiken sind auf keinem Portal zu finden, daher kommt der Besuch der Salzburger-Nachrichten (SN) gerade richtig. Mit Herr Kuntschik dislozieren wir in das Verlagshaus an die Karolingerstrasse 40. Die SN erscheinen erstmals am 7. Juni 1945 als eine der ersten Tageszeitungen Österreichs nach dem zweiten Weltkrieg. Das Verlagshaus beherbergt neben der hauseigenen Druckerei auch ein grosses Archiv.

Die Zeit erlaubt es, uns bei Bedarf auch durch die alten gebundenen grossen A3-Zeitungsbände zu blättern. In meinem Fokus stehen die SN ab Herbst 1984 bis zum Frühling 1985, also Simpsons Zeit in der Mozartstadt. Simpson, der erfolgreichste Trainer des Schweizer Eishockeys und wie ich, mit Lysser Vergangenheit. Immer wieder gibts diese Verbindung, welche mich ein Leben lang begleiten wird. Genau 30 Jahre nach Simpson führt auch mein Weg an die Salzach, nicht als Ausländer des hiesigen Hockeyteams, aber zumindest als Ausländer der hiesigen Universität.

Huet und der «Fluch Zürichs»

Cristobal Huet und die ZSC Lions, die Geschichte beginnt in Playoff-Final 2000 zwischen dem HC Lugano und den ZSC Lions. Als amtierender Meister verliert das in der Qualifikation übermächtige Lugano die Finalserie gegen die Zürcher mit 2:4. Dies vor allem, weil die Tessiner mit Huet im Tor in Zürich alle drei Spiele (2:3, 1:3 und 3:4) verlieren.

Huets einziger Playoff-Sieg in vier Spielzeiten

Der gleiche Schauplatz ein Jahr später. Die ZSC Lions verlieren Spiel vier Zuhause mit 0:4 und liegen in der Serie mit 1:3 hinten. Luganos 4:0-Auswärts-Sieg ist zu diesem Zeitpunkt Huets einziger Sieg auf Zürcher-Playoff-Eis. Lugano verliert in der Folge nicht nur die restlichen drei Spiele (Endstand 3:4) sondern auch noch zum zweiten Mal in Folge den Meistertitel an die Lions.

Gleicher Schauplatz eine weitere Saison später. Huet und der HC Lugano scheitern bereits im Halbfinal an den Zürchern und gewinnen im Hallenstadion wieder keine einzige Playoff-Partie (1:6, 1:2nP und 3:4nP). Nach der Saison verlässt Huet das Tessin in Richtung National-Hockey-League.

Auch mit den Blackhawks klappts nicht

In der Zwischenzeit holen die Lions den Titel der Champions-Hockey-League und qualifizieren sich 2009 für den Victoria-Cup gegen den späteren Stanley-Cup-Sieger Chicago Blackhawks. Zu diesem Zeitpunkt steht Huet zwischen den Pfosten der Blackhawks. Am Vortag fegen die NHL-Stars um Patrick Kane, Jonathan Toews und Duncan Keith den HC Davos mit 9:2 vom Eis, im Tor steht Huets Backup-Goalie Antti Niemi.

Einen Tag später spielen die Blackhawks in Bestbesetzung mit Standard-Hüter Huet gegen die Zürcher Underdogs. An diesem Tag sollte Huet mit Chicago den «Zett» endlich in die Knie zwingen. Doch Huets ZSC-Fluch scheint, egal in welcher Besetzung Huet gegen die Löwen antritt, stärker zu sein als die gesamte Klasse des späteren Stanley-Cup-Siegers (acht Monate später holen die Blackhawks den Stanley-Cup). Sensationell unterliegen die Blackhawks mit Huet gegen die ZSC Lions mit 1:2 und verlieren das Spiel um den Victoria-Cup.

Was mit Chicago nicht klappt, gelingt mit Lausanne

In drei Playoff-Serien mit dem Grande-Lugano der zweiten Epoche und den Chicago Blackhawks gelingt dem Franzosen gerade Mal ein Sieg in Zürich. Anders ausgedrückt, spielt Huet, gewinnt Zürich? Bis zum ersten Viertelfinalspiel 2013-14 gegen den HC Lausanne zumindest. Ausgerechnet mit der nominell schwächsten Mannschaft, mit der Huet je gegen die Zürcher angetreten ist, dem Qualifikations-Achten Lausanne holt Huet gleich im ersten Spiel ein Sieg im Hallenstadion. Zufall? Die richtige Chemie zwischen dem gebürtigen Franzosen und der Romandie? …oder kehren die alten Begebenheiten des «Fluchs» im zweiten Spiel in Zürich wieder zurück? Huet wird in der 29. Minute, beim Stand von 3:0 für die Lions ausgewechselt, doch die Serie geht weiter und der «Fluch» wird uns die Antwort bis spätestens am 25. März 2014 geben.

15. März 2014 – Viertelfinal Spiel 3 – SRF

ZSC Lions – Lausanne 3:1 (1:0, 2:1, 0:0)
Hallenstadion – 10’722 Zuschauer. – SR Mandioni /Massy, Mauron /Tscherrig. – Tore: 10. Kenins (Bärtschi) 1:0. 28. Keller (Schäppi, Bergeron) 2:0. 29. Wick (Cunti, McCarthy) 3:0. 34. Bang (Genoway, Setzinger /Ausschluss Wick) 3:1. – Strafen: ZSC Lions 6-mal 2 Minuten, Lausanne 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: ZSC Lions ohne Tabacek, Künzle, Zangger, Hächler (alle überzählig). Lausanne ohne Bürki, Augsburger, Morant, Reist. Bays ersetzt Huet im Tor von Lausanne (28:38), Time-out Lausanne (57:50), Lausanne von ab 58:20 ohne Torhüter. Torschüsse 30:15 (11:2, 13:5, 6:8). Kenins (ZSC Lions) und Setzinger (Lausanne) als beste Spieler ausgezeichnet.
ZSC Lions: Flüeler (Wolf); McCarthy, Seger (2); Bergeron, Stoffel (2); Geering, Blindenbacher (2); Schnyder; Wick (2), Cunti (2), Nilsson; Schäppi, Shannon, Keller (2); Kenins, Trachsler, Bärtschi; Bastl, Senteler, Fritsche; Baltisberger.
Lausanne: Huet (29. Bays); Leeger, Gobbi (2); Lardi, Jannik Fischer; Stalder, Genazzi (2); Seydoux; Bang (2), Hytönen, Antonietti; Setzinger (2), Genoway, Conz; Gailland, Froidevaux (2), Neuenschwander; Simon Fischer, Savary, Derungs; Primeau.