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Der vergessene Assist der Nummer Dreiundzwanzig

Wen interessiert einen Eishockey Matchbericht aus dem Jahre 1998? Vor allem wenn es sich um einen Spielbericht der U18 Asien/Ozeanien Juniorenmeisterschaft handelt? Tja manchmal tun wir komische Dinge und für mich gibts nichts interessanteres, als solche Dinge über den „Da Vinci Codes des Eishockeys“ herauszufinden.

Das Ozeanien-Derby

Von was rede ich genau? Für mein australisches Eishockeybuch recherchiere ich alle Begegnungen zwischen den Mighty Roos (Australien) und den Ice Blacks (Neuseeland). Für die Ozeanier ist es eine Affiche wie etwa Schweiz – Deutschland, Schweden – Finnland oder Kanada – USA. Ich habe mittlerweile fast jeden Spielbericht, dank gütiger Mithilfe von Franco Beffa (der wahre Vater der Eishockey-Statistik!), der A-Nati, der U20- und der U18-Nati zwischen Australiern und Neuseeländern.

Es gibt keinen Spieler mit der Nummer 23!

Michael Krein

Dreizehn Jahre nach Abschluss des 98-er Asien-Ozeanien-Turniers finde ich in der 42. Minute, beim 12:2 für Australien, einen Assist der Nummer 23! Auf dem Matchblatt gibts aber keinen Spieler mit der Nummer 23! Was nun? Ist die offizielle Statistik wirklich korrekt? Wem schreibe ich nun diesen Assistpunkt zu? Es gibt eine Nummer 3, Daniel Quinlan und eine Nummer 25, Chris Czosnowski, welche beim 12:2 am 21. März 1998, in Harbin auf dem Eis gestanden sind! 23 statt 25? Dies scheint mir logisch, kommt dazu, dass Chris Czosnowski Topskorer der australischen Mannschaft war.

Fragen über Fragen

Erzielt der Topskorer beim 16:2 (!) gegen die Neuseeländer tatsächlich nur das Tor zum 14:2? Nein! Ich bin mir sicher, der Assist zum 12:2 gehört in sein Palmàres, somit käme er dreizehn Jahre später sogar auf zehn statt neun Punkte? Und was ist mit der Nummer 3, Quinlan? Er bleibt nach fünf Spielen auf einem Assistpunkt sitzen… …natürlich gegen Neuseeland, er gab das Zuspiel zu Collins‘ 16:2 in der 59. Minute. Fragen über Fragen. Ich bin mir sicher, nicht mal Chris Czosnowski oder Daniel Quinlan könnten mir eine Antwort geben.

D WM 1987 in Perth, Australien-Neuseeland 58:0

…von Thailändern, Bulgarinnen und Neuseeländern!

D WM 1987 in Perth, Australien-Neuseeland 58:0

Neuseelands Torhüter Frank Banwell wurde 1987 nach 2 Minuten 50, beim Stand von 6:0 für die Aussies eingewechselt. (Foto: Archiv Franco Beffa)

38 Jahre hielt der Weltrekord, den Kanada 1949 im Weltmeisterschafts-Spiel in Stockholm gegen Dänemark mit 47:0 aufgestellt hatte. Bei der 1987 im australischen Perth erstmals veranstalteten Weltmeisterschafts-Gruppe D, wurde der Rekord gebrochen, als Australien seinen kleinen Nachbarn aus Neuseeland mit 58:0 überrannt hat. Am 29. Januar 2007 musste ein weiteres Spiel in die diesbezügliche Rekordliste aufgenommen werden.

Anlässlich der Asian-Winter-Games 2007 im chinesischen Changchun, deklassierte Kasachstan Thailand mit 52:1 (17:0, 20:0, 15:1) Toren. Die Thailänder, welche zum 1. Mal (bisher nur im Juniorenbereich) an einem offiziellen Turnier starteten, kamen auf ganze sieben Torschüsse, dabei gestatteten die Kasachen Arthit Thamwongsin in der 48. Minute den Ehrentreffer zum Stand von 1:45. Am selben Turnier, zwei Tage vorher, bezwangen die übermächtigen Kasachen bereits die Vereinigten Arabischen Emiraten mit 38:0.

Türkische und thailändische Prügelknaben

Australiens Rekord geriet bereits 1993 ins wanken. Beim Europacup-Viertelfinal-Turnier im ungarischen Szekesfehervar, setzte es für den türkischen Meister Ankara Büyüksehir Belediyesi gegen die übermächtigen Ungarn von Ferencvaros Budapest eine 1:51 Niederlage ab.

Arthit Thamwongsin war beim 0:92 gegen Südkorea, beim 0:58 gegen Japan und beim 1:52 gegen Kasachstan dabei

Im Juniorenbereich sind diese Ergebnisse längst übertroffen worden, bei der Asien/Ozeanien Juniorenmeisterschaft 1998 war es wieder Thailand, welches mit einem 0:92 gegen Südkorea, die bisher höchste Hockey-Schlappe überhaupt einstecken musste. Am selben Turnier kassierten die Thailänder auch noch eine 0:58 Ohrfeige gegen Japan. Übrigens, Arthit Thamwongsin (einziger Torschütze beim 1:52 gegen Kasachstan) war schon 1998 beim 0:92 dabei.

Bulgarinnen wurden überfahren

Das jüngste Beispiel stammt aber aus dem Fraueneishockey! Am 6. September 2008 anlässlich der Olympia Qualifikation in der Liepaja Arena in Lettland, überfuhren die Slowakinnen die Bulgarinnen mit 82:0 (31:0, 24:0, 27:0) Toren! In Torschüssen ausgedrückt 139:0, die bulgarische Keeperin Liubomira Shosheva parierte immerhin 57 Schüsse! Erst beim Stand von 18:0 (nach 9 Minuten 36 Sekunden) kam die Bulgarin Amaliya Koleva auf die Idee einer Gegnerin Mal ein Bein zu stellen!

Als Highlight könnte man Bulgariens Torhüterwechsel beim Stand von 77:0 bezeichnen. Die Slowakinnen erhielten einen Penalty und so durfte auch Bulgariens Ersatztorfrau Kamelia Drazheva ran! Doch Romana Vargova erzielte kaltblütig das 78:0 für die Slowakei! Wie muss man sich so ein Spiel vorstellen? Wie war es für die drei Schiedsrichterinnen? Oder hätten die Slowakinnen nicht besser mit sechs Feldspielerinnen und ohne Torhüterin agieren sollen?

Internationale Rekorde
1987 Australien – Neuseeland 58:0 (18:0, 20:0, 20:0), D-WM in Perth
2007 Kasachstan – Thailand 52:1 (17:0, 20:0, 15:1), Asien Winterspiele in Changchun, China
1989 Rumänien – Neuseeland 52:1 (17:0, 17:1, 18:0), D-WM in Geel, Belgien
1993 Ferencvaros TC Budapest – Ankara Büyüksehir Belediyesi 51:1 (19:0, 18:0, 14:1), Europa-Cup-Viertelfinal in Szekesfehervar
2005 Mexiko – Armenien 48:0 (13:0, 18:0, 17:0), Division III-WM in Mexiko City
1949 Kanada – Dänemark 47:0 (13:0, 16:0, 18:0), WM in Stockholm
1987 Südkorea – Hong Kong 44:0 (14:0, 10:0, 20:0), D-WM in Perth
1987 Australien – Hong Kong 42:0 (20:0, 9:0, 13:0), D-WM in Perth

Höchste Schweizer Siege
1939 Schweiz – Jugoslawien 23:0 (7:0, 7:0, 9:0), WM in Zürich
1950 Schweiz – Belgien 24:3 (5:1, 7:1, 12:1), WM in London
1974 Schweiz – Australien 20:0 (5:0, 6:0, 9:0), C-WM in Grenoble
1994 Schweiz – China 20:1 (4:0, 10:0, 6:1), B-WM in Kopenhagen
1934 Schweiz – Belgien 20:1 (6:0, 8:0, 6:1), WM in Mailand
1994 EHC Kloten – CH Jaca (Sp) 19:3 (6:1, 6:1, 7:3), Europa-Cup-Viertelfinal in Feldkirch
1990 SC Bern – CH La Molina Puigcerda (Sp) 18:2 (8:0, 4:2, 6:0), Europa-Cup-Viertelfinal in Bern
1949 Schweiz – Belgien 18:2 (5:0, 10:1, 3:1), WM in Stockholm

Internationale Junioren-Rekorde
1998 Südkorea – Thailand 92:0 (36:0, 24:0, 32:0), U18 Asien/Ozeanien in Harbin, China
1998 Kasachstan – Island 63:0 (19:0, 21:0, 23:0), U18 D-EM in Luxemburg
1998 Japan – Thailand 58:0 (17:0, 21:0, 20:0), U18 Asien/Ozeanien in Harbin, China
1993 Kasachstan – Australien 57:0 (17:0, 11:0, 19:0), U18 Asien/Ozeanien in Seoul
1997 Jugoslawien  – Türkei 52:1 (15:0, 18:1, 19:0), U18 D-EM in Belgrad
2006 Island – Armenien 50:0 (19:0, 11:0, 20:0), U20 Division III-WM in Elektrenai, Litauen
2006 Litauen – Armenien 47:1 (15:0, 15:0, 17:1), U20 WM Division III-WM in Kaunas, Litauen

In der Schweizer-Meisterschaft
1983-84 SC Aarau – HC Düdingen 30:3, 2. Liga, Gruppe 6