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Walker – walks from Blacktown to the NHL?

Nathan Walker in einem AIHL-Spiel mit den Sydney Ice Dogs 2011. (Foto: Sydney Ice Dogs)

Der 17-jährige Australier Nathan Walker schiesst Vitkovices Ehrentreffer beim 1:7 gegen Team Canada und bestätigt seine Leistung des Auftaktspiels in den folgenden drei Spielen mit einem weiteren Treffer, einem Assist und mit der Wahl zu einem der drei Besten Spieler Vitkovices des Turniers. Das ist Australische Eishockeygeschichte.

Noch nie zuvor spielte ein Australier am Spengler Cup. Noch nie zuvor punktete ein Australier auf auf „höchstem“ internationalen Niveau, noch nie zuvor gabs einen jüngeren Spengler Cup Torschützen und noch nie zuvor wurde Australien in der deutschen Presse zur Kenntnis genommen.

Weltrekordhalter

Dabei sind die „Mighty Roos“, wie sich das Nationalteam Australiens nennt, immer noch Weltrekordhalter – 1987 besiegten die übermächtigen -Roos, anlässlich der D-WM in Perth den kleinen Nachbarn aus Neuseeland mit 58:0 – im erwachsenen Hockey (im Juniorenbereich gilt das 92:0 Japans gegen Thailand) hält dieser Rekord bis heute an.

Nathan Walker – der kommende Star unter dem australischen „Southern-Cross-Himmel“ – kommt  im Sommer 2012 höchstwahrscheinlich beim NHL-Draft 2012 zum Zug, ein weiterer Meilenstein der Australian-Ice-Hockey-Federation.

Der Eisrink in Blacktown ist in schlechterem Zustand als die Valascia

Dabei stammt der gebürtige Waliser aus einer wahren Eishockey-Provinz. Blacktown heisst ein Viertel in der Agglomeration Sydneys, der Name stammt von früheren Aborigine-Bewohner, welche Blacktown besiedelten. Der Eisrink ist in schlechterem Zustand als Ambris Valascia.

Hinter den Toren gibts keine Plexiglasscheiben, sondern nur gewöhnliche Netze, welche bei einem harten Schuss einen halben Meter nachgeben und für unvorsichtige Zuschauer zur Gefahr werden. Beheimatet sind dort die Blacktown Flyers, das Farm- und Nachwuchsteam der Sydney Ice Dogs.

Förderer Manco

Via seinen slowakischen Nachwuchscoach Ivan Manco, seine Söhne Peter und Lucas Manco spielen ebenfalls in der Australien-Ice-Hockey-League (AIHL), kam Walker nach Vitkovice zum Try-Out, wo er unter grossem Erstaunen als 14-jähriger den Sprung ins U18 Team geschafft hat.

Der Rest ist schon heute Eishockey Geschichte – die Fortsetzung folgt im Frühling im polnischen Krynica, wo Walker mit den Mighty Roos gegen Polen, Holland, Südkorea, Rumänien und Litauen um den Verbleib in der Division I kämpfen wird.

http://www.facebook.com/pages/Australian-Ice-Hockey-Almanac-2012/259286230752356

Blacktown Ice Arena

Kuriositäten in Blacktown

Am 9. August 2003 besuche ich erstmals ein Spiel der obersten australischen Liga, der Australian-Ice-Hockey-League (AIHL). Dabei stehen sich die Tabellendritten Western Sydney Ice Dogs und die Fünftplatzierten Melbourne Ice gegenüber. Bin ich im falschen Film? Nach einem Monat in Down Under finde ich mich wieder mitten im Eishockey-Rummel. Als ich den Stadion-Eintritt, Stadion ist vielleicht der falsche Ausdruck, mit den worten «enjoy the game» passieren kann, kommen mir Fans in Ice Dogs-Trikots, Ice Dogs Fan-Schals und Ice Dogs-Baseball-Caps entgegen. Man hätte gerade so gut in der Schweiz bei einem 1. Liga Match sein können! Übrigens, das Eintrittsticket kostet zehn australische Dollars.

Das Spiel beginnt erst mit einer Verspätung von 45 Minuten, da die Mannschaft aus Melbourne Verkehrsprobleme hat, umso grösser ist meine Spannung. Ob dies zur australischen Hockey-Normalität gehört? Ein weiteres Kuriosum: Das Spiel beginnt, während die letzten Melbourne-Cracks noch in der Kabine sitzen! Melbourne spielt mit nur zwei kompletten Linien! Sydney sieht mit drei Blöcken wesentlich professioneller aus! Melbourne wird das Tempo nicht durchhalten können. Kommt dazu, dass Melbourne keine Zeit hat sich einzuspielen, geschweige denn seinen Torhüter Chris Leetham einzuschiessen!

Melbourne hat keine Zeit seinen Torhüter Chris Leetham einzuschiessen!

Und genau so kommt es! Das Einschiessen von Leetham übernehmen die Ice Dogs und führen, durch zwei Treffer des kanadischen Import-Spielers Jason Haakstad, nach dem ersten Drittel (ein Drittel dauert 15 Minuten) mit 2:0. Haakstads Spielstil ähnelt demm Stil von Marcel Jenni, in der Schweiz würde man sagen, «der Marcel Jenni des australischen Mannes.» Nach 23 Minuten steht es immer noch 2:0 für die Eishunde, dann kommt der erwartete Einbruch: 8:0 nach zwei Dritteln, Endresultat 11:1 für Sydney! die meisten Tore werden durch Sydneys erste Formation mit dem Kanadier Haakstad, dem Tschechen Martin Jesko und dem Australier Andrew White erzielt! Das Niveau stufe ich zwischen unserer 1. und 2. Liga ein, es ist schwer zu sagen, da Sydney an diesem Abend um Klassen besser ist als sein Gegner. Eventuell könnte Sydney gut in der 1. Liga mithalten. Ich habe auch über gewisse Spieler nachgeforscht und gesehen, dass Haakstad beispielsweise in den amerikanischen Minor Leagues gespielt hat!

Das Spiel wird beeinträchtigt

Das ganze Spielsystem ist ein bisschen anders als in der Schweiz. Dies wird beeinträchtigt von einem nicht ganz komfortablen Eisrink. Plexiglasscheiben hinter den Toren kennt man in Blacktown nicht, da hängen einfach Netze. So wird automatisch weniger mit den Banden gespielt, ich sehe praktisch keinen Pass via Bande. Die Hallendecke ist so tief, dass ein Lopp-Pass die Hallendecke berühren würde und das Spiel unterbrochen wird. Doch eines ist sicher – es ist nicht das letzte Spiel, welches ich mir in Australien angesehen habe.

Die Kabine der Western Sydney Ice Dogs. (Foto: Western Sydney Ice Dogs)

Die Kabine der Western Sydney Ice Dogs. (Western Sydney Ice Dogs)