• +41 78 ?0? b4 b9
  • mk@eishockeyblog.ch

Schlagwort-Archiv Champions Hockey Leageue

Der Europacup-Methusalem

Petteri Nummelin, der älteste Europacup-Torschütze will noch einen europäischen Titel. (Foto:)

Petteri Nummelin, der älteste Europacup-Torschütze will noch einen europäischen Titel mit Turku. (Foto: Timo Savela)

Am 25. November 2015 feiert Petteri Nummelin seinen 43. Geburtstag, doch der finnische Weltklasse-Verteidiger hat immer noch nicht genug. Im Champions-Hockey-League (CHL) 1/16-Final-Spiel gegen seine finnischen Landsmänner von JYP Jyväsyklä (2:2), erzielte der 42-Jährige den Treffer zum 1:2 für TPS Turku. Mit diesem Treffer dürfte Nummelin der älteste Torschütze eines europäischen Club-Wettbewerbs (Grümpelturniere nicht berücksichtigt) sein.

22 Jahre später spielt Nummelin mit Turku immer noch um den europäischen Titel

Die CHL ist der fünfte europäische Eishockey-Wettbewerb der Hockey-Geschichte, Nummelin ist der einzige aktive CHL-Spieler der schon beim ersten europäischen Klub-Turnier (Europacup, 1965-97) mitgespielt hat. Als damals 18-Jähriger war Nummelin beim Europa-Cup Halbfinal-Turnier im November 1993 in Turku dabei. Einen Monat später folgte die Krönung mit dem ersten Europa-Cup Gold für eine finnische Mannschaft, mit seinem Stammverein TPS Turku besiegte er unter Trainer Wladimir Jursinow den russischen Meister Dynamo Moskau mit 4:3.

Ein Palmarès für zwei A4 Seiten

Sagenhafte 22 Jahre später spielt Nummelin mit Turku immer noch um den europäischen Titel. Dazwischen liegen 11 Stationen (Kiekko-67 Turku, Pelicans Lahti, Turku, Frölunda Göteborg, Davos, Columbus Blue Jackets, Lugano, Minnesota, Lugano, Turku und Rauma), 4 Meistertitel (Finnischer Meister mit Turku und Weltmeister 1995 und 2x Schweizermeister 2003 und 2006 mit Lugano), 15 Weltmeisterschaften, Olympische Spiele (2006), World Cup (1996), 9 Nominierungen ins All-Star-Team (5x WM All-Star-Team, 2x NLA All-Star-Team, 2x Spenglercup All-Star-Team) und zahlreiche weitere mehrfache Auszeichnungen als MVP, bester Verteidiger und als Topskorer.

Retired Number in Lugano

In Lugano verabschiedete sich «Nummy» am 30. August 2013, im Alter von 40 Jahren anlässlich eines Abschiedsspiel gegen seinen neuen Verein Lukko Rauma. Der Offensiv-Verteidiger bestritt 423 NLA-Spiele und schoss 139 Tore. Seither hängt Nummelins Trikot mit der Nummer 33 unter dem Hallendach der Resega und wird bei den Bianconeri nie mehr vergeben. Nach einer letzten Saison bei Lukko Rauma gab der Marathon-Man im Frühjahr 2014 seinen Rücktritt um in der vergangenen Saison (2014/15) bei seinem krisengeplagten Stammklub Turku seinen Rücktritt vom Rücktritt zu geben. Jetzt hat Nummelin die Chance seine Karriere, welche vor 22 Jahren mit einem europäischen Titel bei TPS begonnen hat, mit einem europäischen Titel mit TPS zu beenden.

Nummelins Europacup-Marathon

1993-94 TPS Turku (Europacup), 6 Spiele, 2 Tore, 2 Assists (Gold)
1994-95 TPS Turku (Europacup), 7 Spiele, 2 Tore**, 1 Assist**, 2 Strafminuten** (Bronze)
1996-97 Frölunda Indians Göteborg (European-Hockey-League), 5 Spiele, 2 Tore, 2 Assists (Bronze)
2014-15 TPS Turku (Champions-Hockey-League), 4 Spiele, 2 Assists
2015-16 TPS Turku (Champions-Hockey-League), *4 Spiele, *1 Tor, *2 Assists

* Stand 23. September 2015
** Statistik aus dem Halbfinal-Turnier nicht verfügbar

Via Würenlos von Zürich bis Stockholm

 

Willi Vögtlin an der A-WM 1989 in Stockholm. Foto: Krein Archiv

Weltklasse-Schiedsrichter Willi Vögtlin an der A-Weltmeisterschaft 1989 in Stockholm. (Foto: Krein-Archiv)

Der schwedische Vizemeister Färjestads BK Karlstad gastiert im Rahmen der Champions-Hockey-League (CHL) in Zürich. Beim Spaziergang ums alterwürdige Hallenstadion rollt ein Fussball direkt vor meinen Augen auf die Hauptstrasse. Selbstverständlich schnappe ich mir den Ball, wie ich mich zurückdrehe winkt mir Färjestad-Keeper Justin Pogge zu und bittet um den Ball, wie könnte es auch anders sein, denn BK steht schliesslich für «Boll Klub.»

Mein Spaziergang führt mich weiter ins benachbarte «Stadiönli» in Oerlikon, drinnen läuft grad ein Freundschaftsspiel zwischen den «Minis» der GCK Lions und dem HC Dragon/Thun. An der Bande der Berner Oberländer steht der ehemalige Nationalmannschafts-Verteidiger Christian Silling.

Von der Konkursmasse in die Champions-Hockey-League

Im Hallenstadion läuft das «Warm-up» der ZSC Lions und der Gäste aus Schweden, dazu gibts folgende Anmerkungen: Färjestads Rickard Wallin spielte einst beim HC Lugano, Zürichs Severin Blindenbacher und der verletzte Ersatzgoalie Luca Boltshauser einst für Färjestad. Der schwedische Headcoach Tommy Samuelsson absolvierte eine NLB-Saison beim SC Luzern und verteidigte an der A-Weltmeisterschaft 1989 für Schweden in Stockholm.

Dazu kommt Basels ex-Goalie Urban Leimbacher, welcher ab der 21. Minute für den angeschlagenen Lukas Flüeler zum europäischen Handkuss kommt, von Basels Konkursmasse direkt in die Champions-Hockey-League. Die Partie bietet gute Unterhaltung, denn beide Mannschaften schenken sich nichts und müssen in die Verlängerung.

Von Wasen bis Stockholm

Auf der Rückfahrt ins «Bernbiet» treffe ich im Würenloser Fressbalken zufällig auf den ehemaligen Weltklasse-Schiedsrichter Willi Vögtlin. Bei einem Schlummertrunk sprechen wir über «Gott und die Hockeywelt», nur wenige Eishockeyverrückte würden bei unserem Themenkatalog mitreden können.

Wir philosophieren über den alten Europacup, die C-Weltmeisterschaften in Puigcerda, die Olympischen Spiele in Calgary, den Industriecup, die U18-Europameisterschaft in Hämeenlinna (1987), den ehemaligen EHC Wasen-Sumiswald-Spieler Gerhard «Schöge» Schöni oder die bereits erwähnte A-Weltmeisterschaft 1989 in Stockholm, wo einst Färjestads Headcoach Samuelsson verteidigt- und Vögtlin geschiedsrichtert hat.

Dübendorf und die Champions League

 

Anhang 1-1

In Dübendorf startet der Champions League Titelverteidiger ZSC Lions zum Auftakt der neugeschaffenen Champions Hockey League gegen den norwegischen Vizemeister Vålerenga IF Oslo. Der Start in der «Provinz» erweist sich als holprige Angelegenheit. In der Kabine der Lions geht plötzlich das Licht aus, Aufstellungen gibt’s keine und eine Pressekonferenz wird von anrennenden Journalisten vergeblich gesucht – rechtzeitig zum Bully liegen die Aufstellungen aber doch noch vor – und der höchste europäische Clubwettbewerb startet in seiner fünften Ausgabe.

Die Gäste aus Norwegen treten mit nur zehn Stürmern und sechs Verteidigern an, dennoch hält die Mannschaft von NHL-Star Espen Knutsen – der Star ist der Trainer – in den ersten zwanzig Minuten mit. Übrigens gewann Vålerenga sein letztes europäisches Pflichtspiel gegen eine Schweizer Mannschaft, in der European Hockey League am 8. Dezember 1998 beim 5:3-Sieg gegen den EV Zug. Dies dürfte wohl keinem der 1’917 Zuschauer im Stadion «im Chreis» in Erinnerung sein, vielleicht kann sich Oslos Teamcaptain Morten Ask noch daran erinnern, denn er ist der einzige der damals schon dabei war.

Morten Ask war schon 1998 mit Vålerenga IF Oslo in der European Hockey League …

 

Dabei war auch Zürichs Luca Cunti, vor sieben Jahren beim 1. Liga Ostschweizer-Meistertitel 2007 mit dem EHC Dübendorf, welcher erst im gesamtschweizerischen 1. Liga-Final gegen den EHC Zuchwil-Regio gestoppt wurde. Vom Siegreichen Champions Hockey League Team der Lions von 2009 sind auch heute noch sieben Spieler im Kader von Marc Crawford.

Wie viele Plätze fasst «im Chreis»?

Zurück zum EHC Dübendorf, wie viele Plätze fasst eigentlich das ehemalige Nationalliga B Stadion? Offizielle Zahlen sagen das Stadion mit dem markanten Schrägdach habe 4’100 Plätze. In der zweiten Drittelspause frage ich mich durch die Halle und keiner, ausser einem älteren Herrn, scheint mir eine Antwort geben zu können. Der langjährige Dübendorf Fan erzählt mir ein paar Episoden aus vergangenen Zeiten und zeigt mir einen nummerierten Sitzplatz im viertausender Bereich. Doch beim heutigen Champions League Spiel wirken bereits die 1’900 wie ein volles Haus, so wie es sich gehört für ein Spiel der europäischen Königsklasse.