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Der HC Davos greift nach Edelmetall

2006-01-06-Frolunda-Davos

Martin Plüss (#28) musste vor zehn Jahren mit den Frölunda Indians gegen die Davoser Marc Gianola und Reto von Arx unten durch. (Foto: passionhockey.com)

Neben dem Schweizer-Vertreter HC Davos, spielen der finnische Landesmeister Kärpät Oulu (Fi), Frölunda Indians HC Göteborg (Sd) und Lukko Rauma (Fi) um den Finaleinzug der Champions-Hockey-League. Noch keiner der vier Halbfinalisten konnte seit Einführung des Europacups 1965/1966 einen europäischen Titel gewinnen.

Die beiden letzten offiziellen europäischen Titel gewannen mit Lulea HF (2015) und den ZSC Lions (2008) Vertreter aus Schweden und der Schweiz. Nun stehen sich die Kontrahenten der beiden letzten Sieger-Nationen bereits im Halbfinal gegenüber.

Schlechte Erinnerungen an den HCD

Zum zweiten Mal in der Klubgeschichte trifft Davos in einem Europacup-Spiel auf die Frölunda Indians. Beim letzten Aufeinandertreffen am 6. Januar 2006 deklassierten die Bündner die Westschweden (Västra Svenska) beim European-Champions-Cup (ECC) gleich mit 6:2.

Die beiden Mannschaften haben mit den Teams vor zehn Jahren nicht mehr viel zu tun. Nur noch Davos-Trainer Arno del Curto, Andres Ambühl und die Frölunda-Stürmer Joel Lundqvist (Zwillingsbruder von Rangers-König Henrik) und Robin Figren sind noch dabei. Ebenfalls mit von der Partie beim schwedischen Meister war damals Berns Martin Plüss (er sass beim ersten Davoser Treffer auf der Strafbank).

Frölunda liegt an der Tabellenspitze der Swedish-Hockey-League (SHL)

Während der HCD auf eine ganze Sturmreihe (Gregory Sciaroni, Dario Simion und Marcus Paulsson) verzichten muss, kann die Mannschaft von Roger Rönnberg in Bestbesetzung antreten, nur Verteidiger Lukas Bengtsson fehlt verletzungsbedingt. Die Schweden liegen nach dem 6:0-Sieg am 9. Januar gegen Färjestads BK Karlstad an der Tabellenspitze der Swedish-Hockey-League (SHL) und scheinen für den CHL-Halbfinal gerüstet.

Für Davos ist es nach 1985, 1986, 2006 und 2008 die fünfte Teilnahme an einem europäischen Klub-Wettbewerb, 2006 gab es European-Champions-Cup-Bronze. Frölunda kämpft zum vierten mal um europäisches Edelmetall, für die Schweden gab es 1997 EHL-Bronze und im Vorjahr mussten sich die Indianer erst im Final gegen ihre Landsmänner aus Lulea geschlagen geben.

Die Davoser Europacup-Bilanz gegen schwedische Teams

5. Februar 1986 in Davos, Södertälje SK 5:9 (3:2, 0:5, 2:2)
6. Februar 1986 in Zürich, Södertälje SK 5:9 (2:1, 2:5, 1:3)
6. Januar 2006 in St. Petersburg, Frölunda Indians HC Göteborg 6:2 (2:0, 2:1, 2:1)
20. August 2015 in Karlstad, Färjestads BK Karlstad 4:0 (0:0, 3:0, 1:0)
28. August 2015 in Davos, Färjestads BK Karlstad 0:1 nV (0:0, 0:0, 0:0, 0:1)
1. Dezember 2015 in Davos, Skelleftea AIK 1:1 (1:0, 0:1, 0:0)
8. Dezember 2015 in Skelleftea, Skelleftea AIK 4:1 (2:0, 0:1, 2:0)

Der Spielbericht vom 6. Januar 2006

Frölunda Indians HC Göteborg – HC Davos 2:6 (0:2, 1:2, 1:2)
Eispalast, St. Petersburg. – 2’500 Zuschauer. – SR Karabanov (Ru); Elistratov, Kalinin (Ru). – Tore: 13. Wilson (Ackeström, Marha/Ausschluss Plüss) 0:1. 17. Wilson (Guggisberg) 0:2. 22. Marha (Guggisberg, Hauer/Ausschluss Sundin) 0:3. 24. Oduya (Witehall/Ausschluss Christen) 1:3. 28. Hauer (Wilson/Ausschluss Niemi) 1:4. 43. Jan von Arx (Reto von Arx, Riesen/Ausschluss Tukio) 1:5. 48. Reto von Arx (Hauer, Riesen/Ausschlüsse Niemi, Lundqvist) 1:6. 53. Kallio (Koivisto, Sundin/Ausschluss Hahl) 2:6. – Strafen: Je 9mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Frölunda ohne Kahnberg, Tolsa, Esbjörs (alle verletzt), Axelsson und Sebastian Karlsson (U20 WM). Davos ohne Heberlein und Winkler (beide verletzt).
Frölunda: Salo; Sundin, Koivisto; Alavaara, Niemi; Oduya, Tukio; Porseland, Demén-Willaume; Andersson,  Johnson, Kallio; Madsen, Plüss, Högardh; Lundqvist, Patrik Karlsson, Witehall; Figren, Zackrisson.
Davos: Hiller; Jan von Arx, Gianola; Blatter, Hauer; Kress, Ackeström; Häller, Arne Ramholt; Hahl, Reto von Arx, Riesen; Wilson, Marha, Guggisberg; Willis, Rizzi, Christen; Bruderer, Sutter, Ambühl.

 

Wo bleiben die zahlreichsten Fans Europas?

Champions-Hockey-League 2014/15 Bern - Tapapra Tampere Foto: eishockeyblog

Champions-Hockey-League 2014/15: SC Bern – Tappara Tampere – Foto: eishockeyblog.ch

Der SC Bern hat den höchsten Zuschauerschnitt Europas, in der National-League-A (NLA) zumindest, was aber ist mit der Champions Hockey League (CHL)?

Zuschauerschnitt von 4’704 

In den beiden CHL-Partien gegen Ocelari Trinec und Tappara Tampere füllen 4’677 bzw 4’731 Fans nicht einmal die 6’800 Sitzplätze. Hat die Nummer eins in Europa etwa kein Interesse an Europa? 

Der 08/15-SCB-Fan vergnügt sich lieber hundertmal beim Spiel Bern gegen Biel, statt einmal bei Bern gegen Tappara Tampere. Der 08/15-SCB-Fan kann (noch) nichts mit der neugeschaffenen Champions Hockey League anfangen. Erstens verfügt er nur über mangelnde Kenntnisse und zweitens reicht sein Eishockey-Horizont knapp bis zu den Tribünen des Stade-de-Suisse, schade eigentlich.

Ein wahrer Eishockey-Krimi

Denn die Partie gegen Tappara Tampere hat alles geboten was ein Eishockeyspiel bieten muss: Spannung bis zum Schluss, eine packende Aufholjagd der Finnen, Penalty in der Overtime, Schlägereien und als Krönung ein Penaltyschiessen … und für den SCB-Fan hat sogar noch die richtige Mannschaft gewonnen. Was will man mehr?

«diä Tschämpiens-Liiig isch doch ä schissdräck».

 

Kein Vergleich zu den 90ern 

Ich erinnere mich an die Berner Europacup-Auftritte der 90er Jahre, im Vergleich zu damals sind die Zuschauerzahlen erheblich gestiegen. 800 Zuschauer verloren sich beispielsweise am 8. November 1991 anlässlich der Europacup-Partie gegen den jugoslawischen Vizemeister Olimpija Ljubljana im damaligen Berner Allmend-Stadion.

Höherer Schnitt vor sechs Jahren  

An die Zahlen der Champions Hockey League, Ausgabe 2008/09, kommen die Berner heute noch nicht. 6’756 und 7’057 wollten die beiden Partien gegen die Espoo Blues und HV71 Jönköping sehen. Vielleicht finden wir den Grund des aktuellen Zuschauermangels beim fehlenden Berner Erfolg? Ein SCB-Funktionär sagte nach der 0:4-Niederlage gegen die übermächtigen Tschechen aus Trinec: «diä Tschämpiens-Liiig isch doch ä schissdräck».