Schlagwort-Archiv EHC Biel Spirit

Zwischen Champions- und MySports League

In den ersten drei Partien der Champions-Hockey-League kommt beim EHC Biel die namenlose Nummer 42 zum Einsatz. In seinen ersten Einsätzen gegen den norwegischen Meister Frisk Asker kreiert der «Namenlose» bereits mehrere gefährliche Situationen vor dem Kasten von Nicklas Dahlberg, nun wird auch unter den Zuschauern getuschelt und gemunkelt wer die Nummer 42 wohl sein mag.

Der auffällige Stürmer stand knapp zwei Wochen vorher noch in Zuchwil mit der Nummer 66 auf dem Eis, beim MySports-Vorbereitungsspiel zwischen dem SC Lyss und dem EHC Bülach (4:2). Roman «Romik» Karaffa heisst das 20-jährige Bieler Nachwuchs-Juwel. Der Slowake ist vor fünf Jahren, durch Empfehlung seines Agenten Louis Liesch, von Spisska Nova-Ves in die Schweiz gekommen. Der Stürmer, der in seiner Heimat jeweils die Camps der slowakischen Legende Zdeno Ciger besucht hat, gilt daher neu als «Hockey-Schweizer» und belastet das Ausländer-Kontingent nicht.

«Slowakischer Hockeyschweizer»

Nach fünf Jahren in der Schweiz

Der Topskorer der Bieler Elite-Junioren (55 Punkte in 50 Spielen) wird in dieser Saison mindestens bei drei Mannschaften zum Einsatz kommen: Neben dem Fanionteam des EHC Biel und den Bieler Elite-Junioren, wurde der smarte Flügelstürmer, der auch in der Centerposition eingesetzt werden kann, beim SC Lyss mit einer B-Lizenz ausgestattet. Beim Partnerteam und MySports-League-Aufsteiger wird Karaffa viel Verantwortung übernehmen können. Der neue Lyss-Headcoach Serge Meyer hatte den Spielmacher bereits in den vergangenen zwei Jahren in seinem Kader.

Mit Karaffa steht beim SC Lyss erstmals seit «1993» wieder «Ausländer» im Kader. Beim Abstieg aus der Nationalliga B (NLB) vor 26 Jahren trugen die beiden Kanadier Dave Baseggio und Kent Hulst als letzte Söldner das Lysser Trikot. Lyss-Trainer Meyer absolvierte damals als 16-Jähriger seine erste NLB-Saison. In welchem Spiel Karaffa bei Lyss sein Debüt in der MSL geben wird ist noch unklar. Im ersten Testspiel buchte die Reihe mit Karaffa, Gauthier Girardin und Fabio Mattioni bereits in der vierten Minute den ersten Treffer. Für Lyss also, wie früher desto besser.

Karaffas Debüts

U20 Top (Ajoie): 16. September 2016, Herisau (3 Tore, 2 Assists)
U20 Elite A (Biel): 9. September 2016, in Davos
Champions-Hockey-League (Biel): 29. August 2019, Frisk Asker
MySports-League (Lyss): September 2019

Karaffas erste Champions-Hockey-League Punkte!
6. September 2019, in Asker: 32. Minute, Assist zum 1:1 (Tschantré); 39. Minute, Assist zum 2:1 (Cunti)

Foto: Hervé Chavaillaz

Wenn sich IFK und Jokerit in Küssnacht heimlich duellieren

Warten gespannt auf ihren nächsten Einsatz, die Spieler mit den Rückennnummern 15, 14 und 16. (Michael Krein)

Antti Törmänen und Waltteri Immonen haben zwischen 1990 und 1998 sieben Jahre zusammen beim finnischen Topklub Jokerit Helsinki verbracht. Seit 2008 ist Immonen als Assistenztrainer in der Schweiz tätig, Törmänen kam drei Jahre später zum SC Bern. Heute stehen die zwei Finnen bei Kloten und Biel an der Bande.

Szenenwechsel: Es ist Samstag, sieben Uhr in der Früh, die ersten Eltern treffen mit ihren Kindern in der Rigihalle in Küssnacht ein. Eines von zahlreichen Piccolo-Turnieren, welches Wochenende für Wochenende auf allen Eisbahnen in der Schweiz über die Bühne geht. Erstmals dabei beim Küssnachter SC ist ein Jungtrainer, gleichzeitig spielt der Mann mit «Jokerit Helsinki» Baseballcap im Fanionteam in der 2. Liga.

 Tragen die Spieler ihre echten Namen auf ihren Trikots?

Der Jungtrainer mit der Jokerit-Mütze ist der Sprössling von Waltteri Immonen. Doch er ist nicht der einzige Finne, welcher an diesen Samstag Vormittag in der Rigihalle im Einsatz steht. Bei den Piccolos des SC Lyss steht ebenfalls ein Finne auf dem Matchblatt, dabei handelt es sich um den jüngeren Sohn des Trainers der 1. Mannschaft des EHC Biel. Biel und Lyss arbeiten bei den jüngsten zusammen, so gehören solche Aufgebote zur Tagesordnung. Törmänen Junior trägt sogar noch die Stulpen von IFK Helsinki, dem letzten Klub, vor Papas Wechsel ins Berner Seeland.

Ein aufmerksamer Gegenspieler Küssnachts, neben Törmänen stehend, will mehr wissen und fragt erstaunt: «Tragen die Spieler ihre echten Namen auf ihren Trikots?» Ob dies dem Küssnachter Assistenten finnischer Herkunft ebenfalls aufgefallen ist? Vermutlich nicht, warum auch, denn Riki Immonen hat immer in der Schweiz gespielt. So duellieren sich «heimlich» die Söhne aus der finnischen Hauptstadt im schweizerischen Küssnacht, in der Schweizer-Nachwuchsausgabe mit dem besseren Ende für «Jokerit».