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Vier Schweizer im Draft 2018 gezogen

Der Bündner Nico Gross wurde im Draft 2018 als erster Schweizer gezogen. (Goodall Media/oshawagenerals.com)

Mit Nico Gross, Philipp Kurashev, Akira Schmid und Tim Berni wurden beim NHL-Draft in Dallas vier Schweizer gezogen. Zwischen 1976 und 2018 wurden bisher 69 Spieler aus der Schweiz im Draft berücksichtigt. Als Nummer eins wurde der schwedische Verteidiger Rasmus Dahlin von den Buffalo Sabres ausgewählt. Dahlin ist nach Mats Sundin (1989), erst die zweite Nummer eins aus dem Land des Weltmeisters. Der 18-Jährige spielt für die Frölunda Indians in Göteborg und wurde bei der U20-WM zum besten Verteidiger ausgezeichnet.

Dritter Schweizer der Rangers

Als erster Schweizer wurde Nico Gross in der vierten Runde als Nr. 101, von den New York Rangers gezogen. Der Verteidiger in Diensten der Oshawa Generals, kam in der Ontario-Hockey-League in 63 Spielen auf 14 Skorerpunkte. Der St. Moritzer hat drei U18 Weltmeisterschaften- und zwei U20 WM-Turniere bestritten und spielte in der Schweiz zuletzt bei der EV Zug Academy. Bei den New York Rangers ist Gross, nach Sven Helfenstein (2000) und Philippe Furrer (2003) der dritte Schweizer Draftpick der Geschichte.

Gross, Kurashev, Schmid und Berni sind die NHL-Drafts Nummer 66 bis 69

Philipp Kurashev kam ebenfalls in der vierten Runde, als Nummer 120 der Chicago Blackhawks zum Zug. Der Sohn von Chur-Trainer Konstantin Kurashev spielt seit zwei Jahren in der Quebec-Major-Junior-Hockey-League bei den Quebec Remparts. Der Stürmer kam dabei in 134 Spielen auf 122 Skorerpunkte. Bei Chicago ist der Junioren-Internationale, nach Lars Weibel (1994), Reto von Arx und Arne Ramholt (beide 2000), der vierte gezogene Schweizer, wobei nur Von Arx zu NHL-Einsätzen gekommen ist.

Auf Senn folgt Schmid

In der fünften Runde wurde Langnaus Goalie-Talent Akira Schmid von den New Jersey Devils als Nummer 136 ausgewählt. Die Organisation von Nico Hischer und Mirco Müller, wählte mit Gilles Senn (Davos) schon im vergangenen Jahr einen Torhüter aus der National-League. Schmid kam in der vergangenen Saison in sechs Mannschaften zum Einsatz. Neben dem U18, U19 und U20 Nationalteam, wurde der 18-Jährige bei Langnaus Elite-Junioren, beim Partnerteam EHC Thun und für eine Partie der SCL Tigers (22. März 2018) in der National-League eingesetzt. Bei den Devils ist Schmid, nach Mauro Jörg (2010), Hischer und Senn der vierte gedraftete Schweizer.

Berni nach Columbus

Als vierter und letzter Schweizer wurde Tim Berni in Runde sechs von den Columbus Blue Jackets als Nummer 159 ausgewählt. Der Verteidiger der ZSC Lions kam in 15 Playoff-Spielen beim Schweizermeister zum Einsatz und absolvierte die U20 WM in Buffalo. Für Columbus ist Berni, nach Raffaele Sannitz (2001) und Calvin Thürkauf (2016) erst der dritte berücksichtigte Schweizer in der aktuellen Organisation von Dean Kukan.

Deutscher in erster Runde

Der deutsche Dominik Bokk wurde von den St. Louis Blues in der ersten Runde als Nummer 25 gewählt. Der 18-Jährige Stürmer der Växjö Lakers ist, nach Olaf Kölzig (1989), Marco Sturm (1996), Marcel Goc (2001) und Leon Draisaitl (2014), erst der fünfte Deutsche, der in der ersten Runde des Drafts gezogen wurde. In der letzten Runde als Nummer 170 der Florida Panthers, wurde mit Justin Schütz ein zweiter Deutscher ausgewählt.

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Kloten und der heimliche Transfer-Coup

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Peter Mueller im Dress der Florida Panthers, Neuzugang der Kloten Flyers

Peter Mueller? Klarer Fall: Pitsch, der sich auf den Kopf stellende, immer im Schatten von Pirmin stehende, Zürcher Grossmaul-Abfahrer. Was hat dieser Peter Mueller auf einem Eishockeyblog zu suchen? Nichts, wahrlich gar nichts. Die Rede ist von seinem Namensvetter. Peter Mueller, born (no, not in Adliswil) in Bloomington, im US-Bundesstaat Minnesota.

Er trägt seit dieser Saison die Nummer 88 der Flyers. «Seine» Nummer 88. Bisher nahmen nur Hockey-Experten Kenntnis vom heimlichen Transfer-Coup der Flieger. Mueller, Gardemasse von 1m88 und 95 Kilogramm schwer, hat das Pech einen schweizerischen Allerweltsnamen zu besitzen. Wer nichts her gibt beim Namen, ist auch nichts wert. Oder etwa doch nicht? Kein grosser Name also? Gräbt man ein bisschen tiefer in den NHL-Analen, stellt man interessantes fest. Mueller war ein Schnell-Starter. Er wurde 2006 von Phoenix als Nummer 8 gedraftet und erzielte in der ersten NHL Saison (2007/2008) in 81 Spielen satte 54 Punkte. Ausgezeichnete Werte für einen Rookie. Im darauffolgenden Jahr gehörte er – immer noch bei Phoenix – zu den fleissigen Skorern und sammelte 36 Punkte.

Von den Panthers zu den Flyers

Dann kam der Wechsel nach Colorado und mit ihm der Taucher. Eine Saison konnte Mueller gar nicht mittun. Der darauffolgende Wechsel nach Florida gab ihm wieder Auftrieb. Allerdings waren die Panthers vorsichtig und offerierten nur einen 1Jahres-Kontrakt. In Florida waren zwar die Skorerwerte nicht top – aber wen wundert es, bei einer der schwächsten Franchise. Dennoch war der als Center oder Flügel einsetzbare Stürmer von grossem Wert.

Das ist alles trockene Tinte auf altem Papier. Die lange Haarpracht aus der NHL ist weg. Mueller nun bei Kloten. Die Flyers haben einen Transfer-Coup gelandet und das Beste: niemand hat’s bemerkt. Die Klotener hatten bisher noch nicht einmal Zeit, ein aktuelles Foto im Flyers Outfit auf die Homepage zu laden. So überrascht waren sie vermutlich selber über den prominenten Neuzugang. Mueller hat sehr gute Hände und eine ausgezeichnete Spielübersicht. Der Mann ist erst 25 Jahre alt und im besten Hockeyalter. Mit seinen Voraussetzungen wird Mueller in dieser Saison zu einer prägenden Figur auf Schweizer Eis. Wetten?