Inspirierendes Berner Expo-Gelände

In der neuen Berner Expohalle «Genuss & Tradition» geht es zu und her wie in einer Drittelspause der PostFinance-Arena, «Vinspiration» heisst der Genuss, welcher die Besuchenden in Massen zur Weindegustation verführt. Mittendrin ist der gleiche Mann, welcher am 24. April 2025 den Meisterpokal «Twin-Skate» nach Lausanne zur Übergabe an die ZSC Lions chauffiert hat. «Es ist aufgegangen, hätte Lausanne das fünfte Spiel gewonnen, hätte ich während der Berner Ausstellung (BEA) nach Zürich, oder gar zu Spiel sieben, nochmals nach Lausanne fahren müssen», sagt Willi Vögtlin, bei der National-League zuständig für Spiele und Pokal und bei seinem Weinhandel zuständig für Degustation und Genuss. Der Spielplan-General ist währen der finalen Hockey-Phase, gleichzeitig an der Berner Expo engagiert.

Engagiert war der ehemalige Weltklasse-Schiedsrichter vor 35 Jahren auf dem gleichen Gelände, anlässlich der Weltmeisterschaft 1990 in Bern und Freiburg. An seiner letzten WM pfiff der Baselbieter sechs Spiele in Bern, eines davon, Tschechoslowakei gegen Schweden, gehört auch zu meinen ersten WM-Eindrücken. Überhaupt gehört das Gelände rund um die Berner Expo zu mancher persönlichen Geschichte. Heute trifft man dort beispielsweise Tristan Scherwey, früher war das Gelände rund um das ehemalige Berner Allmend-Stadion das Tor zur grossen, weiten Hockeywelt. Zu Vögtlins Aktivzeit gab es kein Internet und nur SLAPSHOT lieferte sporadisch den «Blick über die Landesgrenzen.» Bei einem BEA-Besuch im Kindesalter, galt der Fokus genau zwei Adressen: Dem Fan-Shop des SC Bern und dem Verkaufsstand von Wüthrich + Co. aus Langnau. Die beiden Aussteller waren im Untergeschoss des Treppenhauses der heutigen Hallen 1.1 und 1.2 untergebracht.

Erste Priorität hatte der SCB-Shop, denn dort lag das internationale Jahrbuch des IIHF, genannt «Eishockey-Almanach», für 14 Franken und 80 Rappen ging der Almanach 90/91 über die Berner-Fan-Theke, dies galt sogar zu «Sackgeld-Zeiten» als Schnäppchen. Denn dieses Buch war mein Lebenselixier, vielleicht ist das Nachschlagewerk auf der gleichen Stufe, wie der berühmte «Sport-Almanach» in Zurück-in-die-Zukunft – mit der grossen Ausnahme, 1990 blickte man, statt in die Zukunft, ins vergangene Hockey-Jahr. Das gesamte Wissen lag in diesen knapp 200 A5-Seiten und bot mir, Jahr für Jahr, beim Selbststudium unbeschreibliche Glanzstunden. Mit dem Rest der Ersparnisse ging es vis-à-vis zu «Wüthrich», denn dort – und nur dort – gab es die NHL. Poster, Wimpel, Pucks, Ministöcke und Pins der wichtigsten NHL-Franchisen.

Die wichtigsten NHL-Franchisen sind auch an der «Vinspiration 2025» ein Thema. Vögtlin holt die nächste Weinflasche, zwischen Traubensorten, Piemont und Sizilien wird auch über die Playoff-Serie der Winnipeg Jets gesprochen. Die Zeiten haben sich längst geändert, das Gelände jedoch, rund um die Berner PostFinance-Arena, schreibt weitere Kapitel über den faszinierendsten Sport der Welt.

Die Letten kommen

Der EHC Biel empfängt den HC Lausanne, auf der Pressetribüne ist ein TV-Platz mehr eingerichtet als üblich. Heute überträgt der lettische Sender TV3 das Spiel der 25. Runde der National-League nach Lettland. So sitzen neben mir und dem welschen Kommentator David Pietronigro (erster, links von mir) die Letten Toms Pramnieks (in gelb) mit Experte, dem ehemaligen Nationalgoalie, Edgars Masalskis (Mann mit Bart). Für den lettischen Abend trage ich extra den WM-Schal von Riga.

Der lettische Sender begleitete sein Aushängeschild Dynamo Riga zwischen 2008 und 2022 in der russischen KHL. Seit Kriegsbeginn und Riga’s Verzicht gibt es kein erstklassiges Eishockey mehr bei den Balten, die heimische Liga ist zu klein und die nationalen Stars spielen überall in Europa. So werden 2023 die Ligen in Schweden, Tschechien und der Schweiz ins Visier genommen. Der lettische Sender prüft für die kommende Saison mögliche Alternativen zur KHL.

Aufgrund der Reisedistanzen in Russland, ist die Schweiz ein Klacks, ob Zürich, Langnau oder Biel – TV3 berichtete von diesen drei Standorten – alle mitteleuropäischen Teams, liegen näher als die russischen Mannschaften östlich von Ufa. In Biel hätte man gerne über das lettische Duell zwischen den Lausannern Ivars Punnenovs und Ronalds Kenins gegen Biel’s Rihards Bukarts berichtet, auf dem Matchblatt ist an diesem Abend aber nur Kenins.

Die Letten treffen sich aber nach dem Spiel in den Kabinengängen der Tissot-Arena. Die National-League könnte künftig durchaus in Lettland ein Thema sein, aktuell stehen acht lettische Spieler in unserer Liga unter Vertrag. In Tschechiens Extraliga spielen sieben Akteure der Balten und drei in Schweden. Die Schweiz steht den Balten ohnehin schon äusserst nahe, seit Jahren werden lettische Spieler, bereits ab der U15-Stufe zahlreich, in den Hochburgen Oberthurgau und Basel, in die Schweiz vermittelt – dies füllt einen separaten Blog – dazu hat die Schweiz den Letten an der letzten Heim-WM den Weg zur Bronze-Medaille im letzten Gruppenspiel geebnet.

In den 90er Jahren debattierte man über die Aufnahme von Österreich’s Meister VEU Feldkirch in der Schweizer Nationalliga-A. Warum nicht morgen Dynamo Riga in der Schweizer National-League, mit dem Standort Huttwil, integrieren und so den lettischen Markt erobern? An lettischen Spielern mit Schweizerlizenz wird es in naher Zukunft zumindest nicht mangeln. Die Letten kommen…

Und dann kommt Furrer

Wir haben uns dieses Szenario bereits im Presseraum heraufbeschwört, beim gemütlichen Tête-à-Tête tief unter der Tribüne der alten Patinoire Saint-Leonard um 18 Uhr 15 fallen Sprüche über eine mögliche Overtime, unser Live-Spotter Marin Keller, einst selbst eine bekannter 3. Liga-Hockey-Akteur und heutiger Souffleur für die vier Live-Kommentatoren für MySports und SRF/RTS, fragt mich schon vor dem Spiel ob ich ihn im Falle einer zweiten Overtime mit dem Auto nach Bern mitnehmen könne, da dann kein Zug mehr fahren würde. Selbstverständlich nehme ich den Zentralschweizer 3. Liga-Meister, unsere einzige Gemeinsamkeit der Aktivzeit, mit. Ich fühle mich ready für einen neuen Overtime-Rekord entgegne ich Keller.

Pressechef Pierre Renaud eröffnet die Sitzung mit Regiesseuren, Aufnahmeleitern, Spottern, Journalisten, Kommentatoren und Kameramännern, begleitet vom üblichen Gruyère-Käsebuffet stärken wir uns für die 60 bevorstehenden Spielminuten. Die Stimmung ist gut, die BCF-Arena war für dieses Spiel innert 20 Minuten ausverkauft. Ein Playoff-Spiel ist eine andere Liga, es hebt sich schon im Vorfeld vom üblichen Qualifikationsspiel ab. Nicht nur die Pressetribüne ist da jeweils bis auf den letzten Platz gefüllt, sondern vor allem die Intensität der Akteure auf dem Eis steigert sich, gefühlt, ums doppelte. Das ist die Zeit wofür wir diesen Sport so lieben und die Vorstellung gerade die heutige Partie könnte in drei- oder vier Verlängerungen vorgeführt werden, steigert die faszinierende Vorstellung zusätzlich.

Nach 15 Minuten könnte es schon 3:0 stehen

Nach 13 Minuten scheinen sich aber all diese Vorstellungen über dieses Szenario bereits in Luft aufzulösen, Fribourg-Gottéron führt nach zwei herrlichen Powerplaytreffern klar mit 2:0 und scheint die Partie schon im ersten Drittel zu entscheiden. In der 15. Minute verpassen die Hausherren, vor einer frenetischen Kulisse, gar noch den Treffer zum 3:o. Das wärs gewesen, doch «wärs» sorgt bis 44. Minute zum Ausgleich und der unbequeme Gegner aus Lausanne bleibt hartnäckig und kommt, wie schon im zweiten Spiel, erneut zur Overtime. Jetzt gehts los. Das ausgemalte Verlängerungs-Szenario aus den Katakomben um 18 Uhr wird rund viereinhalb Stunden später zur Realität und „mein Spiel“ wird zum Live-Spiel auf MySports-One. Hoffentlich gibts kein schnelles Ende, sind meine Gedanken, denn ich habe – trotz einer Frühschicht gleichentags zwischen 5 Uhr und 13 Uhr – die Energie, die Zeit und keine Termine am nächsten Vormittag.

80 Minuten sind gespielt, 23 Uhr 22, kurz vor der zweiten Overtime. (Krein)

Um 23 Uhr 25 gehts in die zweite Overtime und die Diskussionen auf der Medientribüne gewinnen an Dynamik, die Recherchen über die Rekordspiele, auch jenes über den Weltrekord in Norwegen von 214 Minuten und 14 Sekunden, sind in aller Munde. Verbandsmann Pascal Vögtlin, dessen Vater Willi in der Freiburger Patinoire des Augustins einst, am 15. Oktober 1980, die erste NLA-Affiche zwischen den heutigen Gegnern gepfiffen hat, hat den Rekord auf Twitter ausgegraben, 117 Minuten und 43 Sekunden sind Schweizer-Rekord. Mark Arcobello beendete 2019 die Partie in der dritten Overtime für den SCB in Genf. Soweit sind wir noch nicht, begeben wir uns vorerst in die zweite Verlängerung, denn eine alte Weisheit sagt, wenn du beginnst zu recherchieren, ist der Zauber innert Kürze vorbei. Nicht so an jenem 29. März 2022 im Freiburger Üechtland. Denn kurz nach Mitternacht gehts in die, nun doch langsam geschichtsträchtige, dritte Runde.

100 Minuten sind gespielt, 00 Uhr 12, kurz vor der dritten Overtime und Furrers Schlusspunkt. (Krein)

Nochmals werden die Rekorde überprüft und vorab notiert, die Verpflegungsstationen unter den Tribünen laufen auf Hochtouren, für uns (Kommentatoren) welche nicht früher in die Pause abwandern können ein Ding der Unmöglichkeit an einen Burger oder sonst was zu kommen, geschweige denn auf die Toilette. So geht es kurzum per Medien-Lift zum Parterre, jedoch verfügt auch der Presseraum über keine Brot und Käse-Reserven mehr. Getränke können nur noch per Wasserhahn in eine leere Pet-Flasche aus der Leergut-Harasse aufgefüllt werden und SRF-Mann Silvan Schweizer schenkt mir einen Getreideriegel.

Der Gang zur Toilette, wird in der 18-minütigen Pause ebenfalls zur Herausforderung, doch da gibts ein Insider-WC für Helferinnen und Helfer via Freiburger Spielerbank. Nach dem pausentlichen Kurztrip gehts nach 100 Spielminuten in die dritte Overtime – Wow! Der Rekord naht, noch knapp 18 Minuten und das Spiel geht als längste Partie unseres Landes in die Geschichtsbücher ein. Über die Rekordzeiten werden ich zusätzlich durch unsere Aufnahmeleiter Philipp Kobel und Ken Vettore im zürcherischen Erlenbach à Jour gehalten. Aber dann kommt Furrer… …11 Minuten und 45 Sekunden zu früh für den Rekord, jedoch nicht früh genug für die 8’934 – der Spuk ist zirka um 0 Uhr 20 vorbei und nach einem Interview-Marathon geht die Nacht für die meisten Beteiligten als „längste Hockey-Nacht“ in die persönlichen Annalen ein. Ausgerechnet Furrer, im Herbst 2002 hat er bei mir als Feusi-Schüler und SCB-Junior sein erstes Interview fürs SCB-Magazin Spirit gegeben. 20 Jahre später, mittlerweile beide in die Jahre gekommen, gehts in die vorerst letzte Interview-Runde.

29. März 2022 – Viertelfinal Spiel 3

Fribourg-Gottéron – Lausanne 3:2 (2:0, 0:1, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0) n.V.
BCF-Arena. – 8’934 Zuschauer (ausverkauft). – SR Piechaczek /Dipietro, Fuchs /Kehrli. – Tore: 12. (11:42) Sprunger (DiDomenico, Gunderson /Ausschlüsse Glauser, Miele) 1:0. 13. (12:36) DiDomenico (Mottet, Desharnais /Ausschluss Miele) 2:0. 27. Krakauskas (Douay) 2:1. 44. Bertschy (Bozon, Heldner) 2:2. 105. (104:58) Furrer 3:2. – Strafen: Fribourg-Gottéron 5-mal 2 Minuten, Lausanne 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Rantakari (überzähliger Ausländer).
Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Jecker; Sutter (2), Furrer (2); Diaz, Dufner; Chavaillaz; Marchon, Desharnais (2), Mottet; Sprunger, Schmid, DiDomenico (2); Rossi, Walser, Jörg; Brodin, Haussener, Bykow (2); Bougro.
Lausanne: Boltshauser; Glauser (4), Genazzi; Marti, Gernat; Heldner, Frick; Krueger; Bertschy, Fuchs (2), Sekac; Paré, Miele (2), Bozon; Riat (2), Jäger, Kenins (2); Krakauskas, Maillard, Douay; Baumgartner.

Die längsten Spiele der Schweiz

RangHeimGastDatumDauer
1.GenfBern21.3.2019117:43
2.FribourgLausanne29.3.2022105:58
3.KlotenRapperswil17.4.2018102:32

Ein Sumpfhase in der Provinz

Eine Weltpremiere ist es, am 23. Oktober 2021 geht das erste National-League-Spiel zwischen dem HC Ajoie und dem HC Lausanne in die Geschichtsbücher ein. Nie zuvor haben sich die beiden Romands im Oberhaus getroffen. Zum zweiten Mal in der Ajoie spielt Neuzugang Maxime Fortier, der Kanadier hält sich vor seinem dritten Europa-Engagement in der East-Coast-Hockey-League (ECHL) bei den Greenville Swamp Rabbits fit. Greenville Swamp Rabbits? Die «Sumpf Hasen» spielen seit 2015 in der ECHL und sind ein Nachfolgeclub der Greenville Road Warriors und der Greenville Grrrowl. Swamp Rabbits klingt nach tiefster amerikanischer Hockey-Provinz und wäre in der Schweiz wohl mit dem HC Delémont-Vallée oder dem HC Tramelan zu vergleichen.

Nun spielt Fortier in der obersten Spielklasse in der schmucken und kleinsten Arena der Liga. Von der amerikanischen Provinz ins schweizerische Rampenlicht? Diese Aussage ist sportlich absolut korrekt, stadiontechnisch und infrastrukturell jedoch wie ein Wechsel von der Vaudoise-Arena in die Patinoire Régionale in Delémont. Tatsächlich spielen die Swamp Rabbits in der Bon-Secours-Wellness-Arena, vor einer Kulisse von 15’591 Sitzplätzen. Der Schnitt in Greenville allerdings liegt zuletzt bei knapp 3’000 Zuschauern.

Der Schnitt der Raiffeisen-Arena in Pruntrut übertrifft aber den Schnitt der drittklassigen ECHL-Organisation aus dem Bundesstaat Süd-Carolina. Die Fan- und Hockeykultur im Schweizer Jura ist höher einzuschätzen als die Hockeykultur in Greenville, dennoch dürfte die ehemalige Voyeboeuf, neben den Gästen aus Lausanne, auch Fortier zum staunen bringen. Es ist ein Erlebnis. Der Weg des TV-Kommentators zum Presseraum gleicht einem Hindernisparcours: Durch eine kleine Hühnerleiter gehts direkt durch die Spielerbank des HC Ajoie, weiter gehts durch zwei Stehplatz-Fanzonen der Jurassier, ehe der Weg vor den Kabineneingängen beider Mannschaften über eine Treppe bis durch einen langen «Hotelkorridor» quer durch die Loge zum Presseraum führt. Es ist als gäbe es die Valascia in renovierter Form in Pruntrut. Der Weg der Lausanner auf dem Eis der Jurassier erweist sich um einiges einfacher als der Weg der Kommentatoren durch die Eishalle des HC Ajoie.

23. Oktober 2021 – 19. Runde

Ajoie – Lausanne 2:6 (1:3, 0:2, 1:1)
Raiffeisen-Arena. – 3’855 Zuschauer. – SR Wiegand /Piechaczek, Kehrli /Obwegeser. – Tore: 6. Glauser (Varone, Frolik) 0:1. 16. Wännström (Devos, Frossard) 1:1. 19. (18:09) Sekac (Frolik, Varone) 1:2. 19. (18:19) Bertschy 1:3. 21. (20:57) Frolik (Varone, Gernat) 1:4. 37. Tim Bozon (Jäger) 1:5. 41. (40:57) Devos (Wännström, Hauert /Ausschluss Arnold) 2:5. 49. Kenins (Sekac) 2:6. – Strafen: Ajoie 1-mal 2 Minuten, Lausanne 3-mal 2 plus 5 Minuten (Arnold). – Bemerkungen: Ajoie ohne Rouiller (krank), Asselin, Leduc und Hazen (alle verletzt).
Ajoie: Wolf; Birbaum (2), Pouilly; Hänggi, Hauert; Eigenmann, Joggi; Frei, Helfer; Wannström, Devos, Schmutz; Fortier, Frossard, Schnegg; Rohrbach, Romanenghi, Huber; Macquat, Ness, Bogdanoff.
Lausanne (2): Boltshauser; Heldner, Frick; Glauser, Gernat; Marti, Genazzi; Krueger, Mainot; Kenins, Bertschy (2), Douay; Frolik (2), Varone, Sekac; Maillard, Jäger, Tim Bozon; Holdener, Krakauskas, Arnold (5).

Eines dieser Spiele…

Von 50 oder 52 Qualifikationsspielen sind vielleicht ein Viertel der Partien ein Knüller und der Rest wird als „Pflichtprogramm“ abgespult. Die Partie zwischen dem HC Lausanne und dem EHC Biel, am 20. März 2021, gehört zur Kategorie „Knüller.“ Lausanner und Bieler liefern elf Tore in 61 Minuten und 25 Sekunden, dabei ist auch der Spielverlauf entscheidend. Die Gäste führen nach zwölf Minuten mit 3:0 und nach 29 Minuten mit 4:2, doch das Heimteam findet immer einen Weg zurück und holt mit der erstmaligen Führung den zweiten Punkt.

In der ersten Pause kommt Journalisten-Saurier Anton „Toni“ Abbühl zu mir und erzählt, dass ihn diese Partie bisher nicht erwärmt und ich stimme ihm aus Lausanner Sicht zu. Abbühl ist seit 1978 in der gesamten Westschweiz als freier Journalist unterwegs und weiss alles was man über das Sportgeschehen in der Romandie wissen muss. Abbühl hat aus technischer Sicht vom ersten Rapport via Telefonkabine, über den Telex bis zu Socialmedia- und aus sportlicher Sicht den Auf- und Niedergang des Lausanner- und Genfer Hockeys bis in die 1. Liga miterlebt.

Als Aufgang entwickelt sich auch die Partie zwischen Lausanne und Biel, im zweiten Abschnitt wird die Partie eben zu einem dieser Spiele, welche man gesehen haben muss – und dies auch in einer Journalisten-Karriere von 43 Jahren. Abbühl und ich sind uns in der zweiten Pause bewusst, welches Glück wir haben, überhaupt noch live vor Ort sein zu dürfen und umso mehr, wenn sich die Partie als Knüller entpuppt. Nicht im Traum dürfen wir uns an die Vorstellung wagen, welch Wahnsinn diese Partie in einem ausverkauften Haus von 9’600 Zuschauern gewesen wäre. Wir sind überzeugt, dass sich auch der schönste Sport der Welt in naher Zukunft wieder als „absoluter Knüller“ erweisen wird.

20. Februar 2021

Lausanne – Biel 6:5nV (1:3, 3:1, 1:1, 1:0)
Vaudoise Arena. – 0 Zuschauer. – SR Stricker /Mollard; Kehrli /Burgy. – Tore: 4. Pouliot (Rajala, Lindbohm) 0:1. 8. Cunti (Hügli, Lindbohm) 0:2. 12. Hischier (Hofer, Moser) 0:3. 17. Hudon (Frick, Malgin /Ausschluss Rajala) 1:3. 25. Malgin (Gibbons, Hudon) 2:3. 29. Pouliot (Rajala, Lindbohm) 2:4. 34. Hudon (Malgin, Gibbons /Ausschluss Tanner) 3:4. 39. Kenins (Frick, Jooris /Ausschlüsse Krakauskas; Fey) 4:4. 56. (55:47) Hofer (Hischier, Fey) 4:5. 57. (56:47) Hudon (Heldner, Malgin) 5:5. 62. (61:25) Jooris (Kenins, Grossmann) 6:5. – Strafen: Lausanne 4-mal 2 Minuten, Biel 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Lausanne ohne Douay, Hudacek, Maillard (alle verletzt), Almond, Mémeteau, Roth und Schneeberger (alle überzählig). Biel ohne Fuchs, Komarek, Lindgren, Lüthi (alle verletzt), Sartori (überzählig), Delémont, Stampfli (beide La Chaux-de-Fonds) und Schläpfer (Langenthal). 11:34 Time-out Lausanne. 48. Lattenschuss Krakauskas.
Lausanne: Stephan; Genazzi, Barberio; Heldner, Frick; Krueger, Marti; Grossmann; Gibbons, Malgin, Hudon; Bertschy, Emmerton, Kenins; Jäger, Jooris, Bozon; Krakauskas, Froidevaux, Antonietti; Arnold.
Biel: Van Pottelberghe; Moser, Kreis; Rathgeb, Lindbohm; Fey, Forster; Ulmer; Brunner, Pouliot, Rajala; Hügli, Cunti, Künzle; Hofer, Tanner, Hischier; Kessler, Gustafsson, Kohler.

Gottérons Highlight

Ein wahres Highlight befindet sich in Gottérons Luxus-Liner. (Krein)

Fribourg-Gottéron trifft um 17 Uhr 45 in der Vaudoise Arena in Lausanne ein. Der Mannschafts-Car kann durch die Tiefgarage der Arena fast bis aufs Eisfeld fahren und so haben die Spieler Freiburgs einen kurzen Laufweg zur Gästekabine. Doch noch viel beeindruckender als der kurze Laufweg ist der Aus- und Einstieg beim Luxus-Liner des Carunternehmens «Horner Romandie», denn die Spieler laufen durch eine «Logo-Projektion» Gottérons. Was der Luxus-Liner auf den Asphalt projiziert, projizieren Julien Sprunger und Co. in der Vaudoise Arena aufs Eis.

Grossartig ist das Logo auf dem Asphalt und grossartig ist auch Freiburgs 2:1-Sieg in der Kantonshauptstadt der Waadtländer. Wer diesem Car entsteigt, erhält durch die futuristische Genialität automatisch einen Energieschub, so «scheint» es zumindest wortwörtlich für die Freiburger. Der luxuriös ausgestattete Horner-Liner ist nach den neuesten Erkenntnissen der Technik, Umwelt, Verkehrssicherheit und des Fahrkomforts erbaut und gemeinsam mit Gottéron steuert der Car zum nächsten hockeytechnischen «Highlight.»

13. März 2021

Lausanne – Fribourg-Gottéron 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)
Vaudoise-Arena. – 1 Zuschauer. – SR Urban/Nikolic, Cattaneo/Gnemmi. – Tore: 18. Jörg 0:1. 26. Desharnais (Stalberg /Ausschluss Walser!) 0:2. 33. Almond (Kenins) 1:2. – Strafen: Lausanne 5-mal 2 plus 10 Minuten (Almond) plus Spieldauer (Almond), Fribourg-Gottéron 4-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer Malgin, Mottet. Lausanne ohne Antonietti, Hudacek, Jooris, Maillard (alle verletzt) und Roth (überzähliger Ausländer), Freiburg-Gottéron ohne Brodin und Marchon (beide verletzt). Lausanne ab 58:00 ohne Torhüter.
Lausanne: Stephan; Genazzi, Barberio; Heldner, Frick; Grossmann, Marti; Krueger, Schneeberger; Gibbons, Malgin, Hudon; Bertschy, Emmerton, Kenins; Jäger, Almond, Bozon; Krakauskas, Froidevaux, Douay.
Fribourg-Gottéron: Berra; Sutter, Furrer; Gunderson, Chavaillaz; Kamerzin, Jecker; Abplanalp, Jobin; Herren, Schmid, DiDomenico; Stalberg, Desharnais, Mottet; Rossi, Bougro, Jörg; Sprunger, Walser, Bykow.

Lausanner Pionierarbeit?

Ausblick von der Medientribüne in der Vaudoise-Arena. (Krein)

Nur vier Kilometer von der Vaudoise-Arena entfernt hat der Hockey-Club La Villa aus dem Lausanner Stadtteil Ouchy 1905 in den ersten Schweizermeisterschaften Geschichte geschrieben. Bis 1910 spielten Westschweizer die Schweizermeisterschaft unter sich aus. 115 Jahre später treten die Lausanner mit der modernsten Arena des Landes in Prilly wieder als Vorreiter auf. Unter normalen Umständen hätte die Vaudoise-Arena im Frühling 2020 bereits die erste Weltmeisterschaft hinter sich, stattdessen imponiert das Eishockey-Juwel auch in der 38. Runde der National-League nur durch ihre leeren Ränge.

Kernstück des imposanten Sportzentrums, welches durch die Centre-Sportif-de-Malley (CSM) betrieben wird, ist eine Eishalle mit 10’000 Plätzen. Hinzu kommen eine Trainingshalle im zweiten Untergeschoss und eine Eisbahn im Freien. Dazu gibts ein Hallenbad mit drei Wasserbecken, darunter ein Olympiabecken, eine Sporthalle sowie diverse Räumlichkeiten. Das komplexe Stadion wird zudem nach neuestem Energiestandard betrieben, so wird beispielsweise die Abwärme der Kältemaschinen für das heizen der Schwimmbecken genutzt.

Durch Crissier und Renens

Während der Anfahrt, via Crissier und Renens läuft, es könnte nicht passender sein, ein Song von Bastien „Bastian Baker“ Kaltenbacher, der selber zwei Jahre in Lausanne bei den U20-Junioren verbracht hat oder dessen Vater Bruno zwischen 1981 und 1984 im Fanionteam Lausannes in der Nationalliga-B- und ein Jahr beim heutigen Gegner Ambri-Piotta gespielt hat. Die Anfahrtsgemeinde Renens trägt, zusammen mit Prilly und Lausanne ebenfalls zu den jährlichen Betriebskosten von rund 12 Millionen Schweizer Franken bei.

Drei Eisbahnen beherbergt die Vaudoise-Arena in Prilly. (Krein)

Die Laufwege sind trotz der grossen Arena äusserst kurz, das Treppenhaus für die Presse führt direkt zum Car-Platz der Gäste, welche durch einen Tunnel bis zum Eisfeld fahren können. Dies tut Ambri jeweils ohne seinen Trainer, denn Luca Cereda fährt immer mit dem Privatauto. In diesem Bereich, wo sich auch Ambris Spieler fürs Spiel vorbereiten, befindet sich auch ein Verbindungsstollen zwischen der Hauptarena- und der Trainingshalle, welche auch per Lift zu erreichen ist.

Vierte Spielstätte

Wenn Lausanne auf Ambri-Piotta trifft ist dies die 68. Partie im Oberhaus. Erstmals gabs diese Affiche, lange nach der Zeit des HC La Villa, am 12. Dezember 1953 auf der offenen Eisbahn Montchoisi, die Gäste siegten damals mit 14:2, später trafen die heutigen Gegner in der Patinoire de Malley und im Provisorium Malley 2.0 aufeinander. Die Vaudoise-Arena ist bereits der vierte Lausanner Spielplatz in der Geschichte dieses Duells, doch vor leeren Rängen ist es eine Premiere.

Nicht mit leerem Magen steigen die Presseleute ins Spiel, denn ein Medien-Angestellter verteilt, bereits zwei Stunden vor Spielbeginn, unter dem Hallendach auf der obersten Etage, Lunchsäckli direkt sur-place. Vor 115 Jahren galt der HC La Villa als Wegbereiter der später gegründeten nationalen Liga, heute gilt Lausannes Arena mit ihrem Service vielleicht als Wegbereiter für die künftige Medienverköstigung?

Lausanne – Ambrì-Piotta 2:1nP (1:0, 0:1, 0:0, 1:0)
Vaudoise-Aréna. – SR Wiegand/Salonen. – Tore: 7. Gibbons (Genazzi, Jooris) 1:0. 35. Kostner 1:1. 65. Emmerton 2:1. – Strafen: Lausanne 1-mal 2, plus 5 Minuten plus Spieldauer (Barberio), Ambrì-Piotta 4-mal 2 Minuten.
Lausanne: Stephan; Frick, Heldner; Barberio, Genazzi; Marti, Grossmann; Krueger; Kenins, Malgin, Conacher; Gibbons, Jooris, Bertschy; Bozon, Emmerton, Almond, Douay, Froidevaux, Leone; Krakauskas.
Ambrì-Piotta: Conz; Dotti, Fora; Fischer, Fohrler; Pezzullo, Hächler; Goy, Ngoy; Perlini, Flynn, Zwerger; Kneubühler, Müller, Grassi; Neuenschwander, Novotny, Dal Pian; Incir, Kostner, Trisconi.

I’m Legend und das Ende

Das zweisprachige MySports-Duo Krein/Beuchat beim Geisterspiel in Biel. (Hervé Chavaillaz)

Noch am Spieltag kommt die Hiobsbotschaft in einer Livesendung von Bundestrat Alain Berset, heute Abend wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt. Also steht zum ersten Mal seit meiner Einführung ins Hockey-Leben ein Spiel ohne Zuschauer auf dem Programm. Einst hab ich fasziniert vom berühmten Geister-Final in der italienischen Serie-A zwischen dem HC Mailand und den Devils Mailand gelesen, unvorstellbar musste dies damals gewesen sein, in einem Final der sonst vor 10’000 Zuschauern im Forum ausgetragen worden war.

Heute trete ich selber an Ort und Stelle und es ist als ob all die Science-Fiction-Filme vor der Stadiontüre ihr Unwesen treiben würden. Schon der Gang zur Tissot-Arena ist unreal wie in einem schlechten Film. Wie Will Smith in „I’m Legend“ spaziere ich vom leeren Parkplatz Richtung Arena, die Sonne steht kurz vor dem Untergang und demnächst werden nach der Unterführung ein paar Zombies um die Ecke kommen. Besser läufts auch drinnen nicht, denn die Türen innerhalb der Arena sind überall abgeriegelt und eine Handvoll Journalisten steckt zwischen Lift und Presseplätzen in der Pufferzone fest.

Bieler und Zürcher laufen ein und für einmal hat sogar das U13-Spiel mehr Zuschauer. Die Atmosphäre ist gespenstisch und unfassbar. Auch einen Tag später in Langnau spukt es im Emmental beim Derby gegen Biel. Jeder Fotograf, Eismeister oder Betreuer, wie im Falle des Bielers Hugo Aegerter, kann namentlich erwähnt werden. Die beiden Endrunden entpuppen sich als vorzeitiges Saisonende und so wird zum zweiten Mal seit Gründung der Nationalliga (1937) kein Meister gekührt. Letztmals gabt dies 1940, aufgrund der Mobilmachung im zweiten Weltkrieg.

Gespenstisches Ambiente unterhalb der Medientribüne. (Hervé Chavaillaz)

Am 19. November 1939 sassen die Delegierten des Schweizerischen Eishockeyverbandes (SEHV) in Zürich an der Generalversammlung. Unter der Leitung von Militär-Hauptmann Hediger wurde die Schweizermeisterschaft abgesagt. Dies weil viele Spieler im Aktivdienst tätig sein mussten. Neben zwei Länderspielen gegen Schweden und Italien gabs nur regionale Meisterschaften und ein Ersatzturnier für den Spenglercup. Der HC Davos siegte am Ersatzturnier, vor dem Zürcher SC, dem EHC Basel und dem Kombinationsteam EHC Arosa/SC Bern. In der Westschweiz wurde am 11. Februar 1940 ebenfalls ein Turnier ausgetragen, der HC Lausanne gewann den Final gegen den HC Champéry mit 5:2.

Davos, Bern, Lausanne und Zürich sind schon zum zweiten Mal betroffen.

— Michael Krein

Wie damals stehen auch heute Zürich, als Qualifikationssieger und heimlicher «Geister-Meister», sowie Davos an der nationalen Spitze. Aus der letzten Epoche spielen heute nur noch Lausanne und der SC Bern im Oberhaus, diese vier Klubs sind zum zweiten mal von einem Abbruch betroffen. Unter Ausschluss von Zuschauern spielte letztmals der HC Lugano, am 7. September 2001 mussten die Tessiner, aufgrund der Ausschreitungen vom Playoff-Final gegen die ZSC Lions, zum Saisonauftakt gegen den SC Rapperswil-Jona ohne Zuschauer antreten.

Ein Biel-Akteur hat einen Zusammenhang und wird deshalb zum Interview gebeten, Jason Fuchs‘ Vater Régis war beim letzten Geisterspiel auf Schweizer Eis in Lugano dabei. Jason kennt sogar die Geschichte seines Vaters, wie er im Interview zur speziellen Atmosphäre in Biel erzählt. Und passend zur Situation gibts am Ende der Meisterschaft unter den letzten „überlebenden“ in der Amag-Lounge ein Bier der Marke Corona.

Die letzten Spiele vor dem „Weltuntergang“

28. Februar 2020

Biel – ZSC Lions 5:1 (2:0, 0:0, 3:1)
Keine Zuschauer. – SR DiPietro/Salonen, Cattaneo/Fuchs. – Tore: 3. Pouliot (Fuchs, Hügli) 1:0. 5. Cunti 2:0. 41. (40:33) Rajala (Riat/Ausschluss Noreau) 3:0. 42. (41:13) Chris Baltisberger (Marti, Suter) 3:1. 58. (57:03) Schneider 4:1 (ins leere Tor). 58. (57:13) Riat 5:1. – Strafen: Biel 6-mal 2 Minuten, ZSC Lions 4-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer: Rajala; Suter. Biel ohne Brunner, Moser, Salmela, Ullström, Neuenschwander, Wüest und Lüthi, ZSC Lions ohne Blindenbacher und Ortio (alle verletzt). Cunti verletzt ausgeschieden (28./Puck ins Gesicht). – Pfostenschuss Pedretti (51.). – Timeout ZSC Lions (57.).
Biel: Hiller; Jakowenko, Kreis; Rathgeb, Forster; Fey, Sataric; Hügli, Pouliot, Rajala; Riat, Nussbaumer, Fuchs; Schneider, Cunti, Künzle; Ulmer, Gustafsson, Kohler.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Sutter; Chris Baltisberger, Roe, Suter; Bodenmann, Krüger, Hollenstein; Pettersson, Prassl, Wick; Diem, Schäppi, Pedretti; Sigrist.

29. Februar 2020

SCL Tigers – Biel 4:2 (1:0, 1:1, 2:1)
Keine Zuschauer. – SR Dipietro/Urban; Progin/Ambrosetti. – Tore: 19. Maxwell (Dostoinow) 1:0. 35. Rajala (Pouliot/Ausschluss Cadonau) 1:1. 40. (39:43) Dostoinow (Maxwell) 2:1. 46. Brunner (Pouliot, Rajala/Ausschluss Huguenin) 2:2. 51. Elo (Maxwell) 3:2. 56. Elo 4:2. – Strafen: Je 3-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer: Pesonen; Rajala. SCL Tigers ohne Gagnon, DiDomenico (überzählige Ausländer) und Punnenovs. Biel ohne Moser, Ullström, Neuenschwander, Lüthi, Cunti, Wüest (alle verletzt), Tschantré (Vaterschaftsurlaub), Jakowenko (überzähliger Ausländer). – 35. Treffer von Salmela aberkannt (Handtor). – Biel ab 56:19 ohne Torhüter.
SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Lardi, Erni; Schilt, Blaser; Cadonau, Huguenin; Elo, Maxwell, Dostoinow; Berger, Diem, Pesonen; Schmutz, Earl, Sturny; Kuonen, In-Albon, Andersons.
Biel: Paupe; Fey, Kreis; Rathgeb, Forster; Ulmer, Salmela; Sataric; Hügli, Pouliot, Rajala; Riat, Nussbaumer, Fuchs; Brunner, Gustafsson, Künzle; Schneider, Tanner, Kohler.

Verloren in Lausanne

Es ist angerichtet, in der proppenvollen Patinoire de Malley. (Krein)

Am 4. März 1961 verliert der NLA-Klub HC Lausanne gegen NLB-Meister SC Langnau das zweite Spiel in der Liga-Qualifikation im Emmental mit 3:8, die Langnauer steigen damit zum ersten Mal in die Nationalliga A auf und Lausanne steigt nach vier Jahren im Oberhaus wieder in die Zweitklassigkeit ab.

52 Jahre später stehen die gleichen Teams wieder im Fokus der Ligazugehörigkeit, dieses Mal in umgekehrten Rollen und Langnau muss in Lausanne zum sechsten Spiel antreten. Die unterklassigen Waadtländer revanchieren sich und schiessen den Traditionsclub aus dem Emmental nach 15 Jahren in die Nationalliga B.

„Wo ist die Kamera?“

— Michael Krein (SRF) und Alex Tamburini (RSI)

Nach dem Spiel brechen alle Dämme, fürs Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) soll ich vier Interviews liefern, Jörg Reber und Wolfgang Schickli von den Tigers, Oliver Setzinger und Gerd Zenhäusern für den Aufsteiger. Bis zur Spielerbank kämpfe ich mich, zusammen mit RSI-Kommentator Alessandro «Alex» Tamburini, durch – doch wo ist die Kamera oder wo ist der Kameramann?

Verloren in Lausanne sind nicht nur wir, auf der Suche nach dem rettenden Kameramann, sondern vor allem die Langnauer. Die Organisation mit all ihren treuen Helfern und Funktionären ist mir in den letzten elf Jahren ans Herz gewachsen, keiner in der Organisation der SCL Tigers verdient diesen Abstieg. Mit Lausanne kehrt trotzdem eine hervorragende und historische Eishockeystätte ins Rampenlicht zurück.

16. April 2013, der Aufstieg ist perfekt, kurze Zeit später brechen alle Dämme. (Krein)

Lausanne – SCL Tigers 3:2 (1:0, 2:0, 0:2)
Malley. – 9’244 Zuschauer (ausverkauft). – SR Kurmann/Massy, Kaderli/Wüst. – Tore: 11. Kamerzin (Conz, Savary) 1:0. 24. Dostoinow (Genoway, Setzinger) 2:0. 26. Dostoinow (Genoway, Setzinger/Ausschluss McLean) 3:0. 51. El Assaoui (Pelletier) 3:1. 57. McLean (Pelletier) 3:2. – Strafen: Lausanne 3-mal 2 Minuten, SCL Tigers 4-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Lausanne ohne Gailland, Primeau, Augsburger (alle verletzt), Ulmer und Corso (überzählige Ausländer). SCL Tigers ohne Claudio Moggi, Haas, Stettler, Genazzi, Lampman (alle verletzt), Bomersback und Popovic (überzählige Ausländer). 26. Timeout SCL Tigers. 31. Pfostenschuss Dostoinow. 57. Timeout Lausanne. Langnau ab 59:05 ohne Torhüter.
Lausanne: Huet; Reist, Stalder; Kamerzin, Seydoux; Jannik Fischer, Leeger; Chavaillaz; Dostoinow, Genoway, Setzinger; Antonietti, Schirjajew, Berthon; Déruns, Savary, Conz; Küng, Burki, Simon Fischer.
SCL Tigers: Ciaccio; Rytz, El Assaoui; Lardi, Valentin Lüthi; Simon Lüthi, Reber; Christian Moser; Pelletier, McLean, Bucher; Jacquemet, Adrian Gerber, Sandro Moggi; Simon Moser, Froidevaux, Brunner; Sterchi, Rexha, Leblanc; Nüssli.

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