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Huddinge’s Lugano-Erben

Linus Klasen muss aus Kent Johanssons Fusstapfen treten. (Foto: hockeysverige/keystone)

Linus Klasen und Kent Johansson (rechts) stammen beide aus Huddinge. (Foto: hockeysverige/keystone)

Am 2. März 1989 trifft Didier Massy in der fünften Minute als erster Spieler der Geschichte in der Finalserie zwischen dem HC Lugano und dem SC Bern zum 1:0. Es ist der Auftakt eines bis heute anhaltenden Klassikers des Schweizer Eishockeys. Lugano gewinnt das erste Spiel «erwartungsgemäss» mit 6:2, verliert die «Best-of-Five» Serie aber mit 2:3. Mit diesem Erfolg beendet der SCB unter Trainer Bill Gilligan Luganos dreijährige Vorherrschaft, denn der grosse Dominator unter John Slettvoll verliert erstmals seit Einführung der Playoffs 1985/86 eine Playoff-Serie.

Bern’s Sieg beendet nicht nur Luganos Dominanz, sondern auch die Schweizer-Karriere des Ausnahmekönners Kent Johansson. Der schwedische Internationale in Diensten Lugano’s ist einer der Baumeister der ersten drei Meistertitel (gegen Davos und Kloten) der Bianconeri. In der Serie gegen den SCB gelingen dem Mittelstürmer im dritten Spiel zwei Tore gegen Renato Tosio und Co., zum Sieg reichts aber trotzdem nicht. In der jüngsten Ausgabe des Klassikers schiesst erstmals seit Johansson und dem 7. März 1989 wieder ein Lugano-Schwede zwei Final-Tore gegen die Mutzen: Linus Klasen.

In der jüngsten Ausgabe des Klassikers schiesst erstmals seit Johansson und dem 7. März 1989 wieder ein Lugano-Schwede zwei Final-Tore gegen den SCB

Wie Johansson stammt auch Klasen vom Stockholmer Provinzklub Huddinge IK. Der schwedische Drittligist, welcher in den 90er Jahren öfters in der Schweiz gastiert, hat unter anderem auch die Weltklasse-Stürmer Michael Nylander (967 NHL-Spiele, 1995/96 bei Lugano) oder Kent’s Bruder Mikael Johansson (vier Meistertitel mit Kloten) hervorgebracht.

Klasen’s Titelhunger

Anders als Klasen hatte Johansson 1989 vor der Finalserie schon vier Meistertitel, drei mit den Bianconeri und einen mit Djurgardens IF Stockholm, in seinem Palmarès. Der Hunger nach einem weiteren Titel war bei Johansson nicht mehr so gross wie das heute bei seinem Klub-Kollegen der Fall ist. Klasen hat zum heutigen Zeitpunkt «erst» eine WM-Bronze-Medaille und einen schwedischen Vize-Meistertitel mit Lulea HF in seiner Tasche. Das ist der kleine aber feine Unterschied zwischen den beiden Ausnahmekönnern innerhalb ihrer Epoche bei den Südtessinern.

Klasen bucht im ersten Finalspiel gegen den SCB vier Skorerpunkte und verhilft, anders als Johansson, seiner Mannschaft zum Sieg (5:4). Mit dieser persönlichen Startbilanz dürfte selbst Petteri Nummelin’s Rekord von neun Skorerpunkten aus fünf Finalspielen 2003/04 gegen den SCB geknackt werden. Klasen muss also nicht in Johansson’s-, sondern aus Johansson’s Fussstapfen treten, dann wird ein Titelgewinn eines «Erben aus Huddinge» gegen den SCB zu realisieren sein.

Die Final-Übersicht

1989 Lugano – Bern 2:3-Serie (6:2, 1:5, 3:4, 5:1, 2:4)
1990 Lugano – Bern 3:1-Serie (5:1, 3:5, 7:1, 4:2)
1991 Bern – Lugano 3:1-Serie (3:2, 4:3 nV, 2:4, 2:1 nV)
2004 Lugano – Bern 2:3-Serie (1:3, 1:2, 5:1, 4:3, 3:4 nV)
2016 Lugano – Bern (5:4)

Ist der Bann der «Besiegbaren» gebrochen?

Ist Luganos Bann der «besiegbaren» nach dem Spengler Cup 2015 gebrochen? (Foto: HC Lugano)

Ist Luganos Bann der «Besiegbaren» nach dem Spengler Cup 2015 gebrochen? (Foto: HC Lugano)

Wetten dass, der HC Lugano im Frühling 2016 erstmals seit zehn Jahren eine Playoff-Serie gewinnt? Nach der Teilnahme am Spengler Cup 1991 hat Lugano schon einmal einen Bann gebrochen. Nach dem zweiten Spengler Cup Auftritt können die Tessiner in den Playoffs den Bann ihrer neunjährigen Negativ-Serie endlich beenden.

Seit ihrem letzten Meistertitel 2006 haben die stolzen Bianconeri keine einzige Playoff-Serie mehr gewonnen und im Frühling 2016 droht sogar das zehnjährige Jubiläum. Nach Luganos erster Spengler Cup Teilnahme im Dezember 1991 haben die Tessiner unbewusst den Grundstein der «Unbesiegbaren» zu den «Besiegbaren» gelegt.

Bis 1991 kennt Lugano nur den Playoff-Final

Bis im Frühling 1991 haben die Luganesi keine einzige Playoff Viertelfinal- oder Halbfinal Serie verloren. Seit Einführung der Playoffs, 1985/86 spielten die Tessiner bis 1991 immer im Final, dabei ging die Mannschaft von «Trainer-Magier» John Slettvoll viermal als Schweizermeister (1986, 1987, 1988, 1990) hervor, zweimal reichte es «nur» zum Vizemeistertitel (1989, 1991).

Bis zu Luganos erster Spengler Cup Teilnahme kennt man am Lago-di-Lugano meisterschaftstechnisch nur den Playoff-Final. So auch bei der ersten Spengler Cup Teilnahme 1991, als der HC Lugano-Selection erst im Endspiel an ZSKA Moskau (2:5) scheitert. Lugano erreicht an besagtem Turnier als erste Schweizer Klub-Mannschaft das Endspiel der Neuzeit am berühmtesten Grümpelturnier der Welt.

Durch den Spengler Cup vom Bann der Unbesiegbaren zum Bann der Besiegbaren…

Zwei Monate später starten die Bianconeri als Tabellenzweiter und Meisterschaftsfavorit wie üblich in die Playoff-Viertelfinals, der krasse Aussenseiter heisst dieses mal Zürcher Schlittschuhclub (ZSC). Für die Zürcher ist es erst die zweite Playoff-Teilnahme der Klubgeschichte und Luganos weiterkommen daher eine reine Formsache.

Das Wunder von Zürich

Die Zürcher, welche während der Meisterschaft ihren Trainer Dr. Pavel Wohl durch Arno del Curto (von Herisau gekommen) ersetzen, erweisen sich als unerwartete Knacknuss für die erfolgsverwöhnten Südtessiner. Bereits das erste Heimspiel verlieren die Bianconeri überraschend mit 5:7. Trotz einem 10:0-Sieg im dritten Spiel scheiden die Luganesi in der Best-of-Five Serie gegen den Tabellensiebten sensationell mit 1:3 aus. Die Medien berichten über das «Wunder von Zürich», denn erstmals in der Schweizer Playoff-Geschichte verliert ein Viertelfinal-Favorit gegen einen Aussenseiter.

Nach dem erfolgreichen Spengler Cup vor 24 Jahren, wurde der Bann der «Unbesiegbaren» gebrochen und es folgte ein erstmaliges Ausscheiden Luganos in den Viertelfinals. Nach dem erfolgreichen Spengler Cup 2015 wurde der Bann der «Besiegbaren» gebrochen und es folgt Luganos erstmalige Halbfinal-Qualifikation seit zehn Jahren. Die Antwort auf diese Prognose wird uns die Mannschaft von Douglas Arthur Shedden spätestens am 17. März 2016 geben können.

Luganos Playoff-Vergleich

Die «Unbesiegbaren» vor dem Spengler Cup 1991

1985 / 1986 Meister: Sierre 2:0-Serie, Davos 2:0
1986 / 1987 Meister: Ambrì-Piotta 2:0, Kloten 3:0
1987 / 1988 Meister: Davos 3:1, Kloten 3:0
1988 / 1989 Vizemeister: Fribourg-Gottéron 2:0, Ambrì-Piotta 3:0, Bern 2:3
1989 / 1990 Meister: Ambrì-Piotta 2:0, Kloten 3:0, Bern 3:1
1990 / 1991 Vizemeister: Biel 3:0, Kloten 3:1, Bern 1:3

Die «Besiegbaren» vor dem Spengler Cup 2015

2006 / 2007 Viertelfinal: Kloten 2:4
2007 / 2008 Playout
2008 / 2009 Viertelfinal: Davos 3:4
2009 / 2010 Viertelfinal: Bern 0:4
2010 / 2011 Playout
2011 / 2012 Viertelfinal: Fribourg-Gottéron 2:4
2012 / 2013 Viertelfinal: Zug 3:4
2013 / 2014 Viertelfinal: Genève-Servette 1:4
2014 / 2015 Viertelfinal: Genève-Servette 2:4

Vom Nirgendwo an die Weltspitze

Evelina Raselli im Zweikampf mit Kanadas Hayley Wickenheiser an den Olympischen Spielen in Sotschi. (Foto: canada.com)

Evelina Raselli (rechts) im Zweikampf mit Kanadas Hayley Wickenheiser an den Olympischen Spielen in Sotschi 2014. (Foto: canada.com)

Zwischen dem 5. und 7. Dezember treten die Frauen des HC Lugano im Halbfinalturnier des European-Womens-Champions-Cup gegen den Deutschen Meister ESC Planegg, die Herlev Hornets aus Dänemark und dem HC Neuilly-sur-Marne aus Frankreich an. Nach Olympia-Bronze greift Luganos Nationalspielerin Evelina Raselli auch nach europäischem Edelmetall.

Für Lugano ist es bereits die fünfte Teilnahme im Meistercup. Dreimal qualifizierten sich die Tessinerinnen für das Finalturnier. 2011 holten die Luganesi erstmals europäisches Edelmetall. Es war gleichzeitig die erste internationale Medaille für Lugano-Spielerin Evelina Raselli.

Seit 2008 spielt die 22-jährige Bündnerin beim Frauenteam des HC Lugano. Was die damals 16-Jährige zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass in den nächsten sechs Jahren drei Schweizermeistertitel-, Weltmeisterschaftsbronze- und olympisches Edelmetall folgen würden.

Wo liegt Le Prese?

Raselli ist im kleinen Bündner Dörfchen Le Prese, einem «Kreis» der Gemeinde Poschiavo aufgewachsen. Der südlichste Zipfel des Bündnerlandes liegt als «Halbexklave» in Italien und ist «irgendwo im Nirgendwo». Die sechs Gemeinden von Poschiavo zählen zusammen gerade mal knapp 3’500 Einwohner.

Die Familie Raselli betreibt das Sporthotel Raselli, welches nur 50 Meter von der örtlichen Eisbahn liegt. Das Eisfeld liegt direkt vor der Haustüre und es war naheliegend, dass sich die kleine Schwester dem Hobby ihrer zwei Eishockey spielenden Brüder und ihres Vaters anschliessen würde.

Via Celerina und St. Moritz nach Lugano

Schon früh stand «Eve» mit den Jungs des HC Poschiavo auf dem Eis. Um ihr Talent noch besser zu fördern, spielte Raselli später für die Frauen des SC Celerina und die Junioren des EHC St. Moritz. Der Wechsel zum HC Lugano kam durch die Familie Crameri zustande. Anita Crameri, die Frau vom ehemaligen Lugano-Spieler und aktuellen St. Moritz-Trainer Gian Marco Crameri, fädelte den Kontakt zum Tessiner Tradionsclub ein.

Nach Olympia- und Weltmeisterschafts-Bronze fehlt noch europäisches Edelmetall

Dabei war der damals angehenden Handelsmittelschülerin kein Weg zu weit. Während ihrer dreijährigen Ausbildung in Samedan fuhr Raselli jeweils am Freitagabend für das Wochenende ins 190km entfernte Lugano, wo sie seit Abschluss ihrer Weiterbildung wohnt und mit einer 80-Prozent-Anstellung in einem Treuhandbüro arbeitet. Die restlichen 20-Prozent benötigt sie für Nationalmannschafts-Zusammenzüge, wo die Stürmerin seit 2011 der Stammformation angehört.

Erfolgreiches 2014

In den letzten drei Jahren entwickelte sich die gebürtige «Puschlaverin» in Lugano zu einer Schlüsselspielerin und zählt heute zu den besten Eishockeyspielerinnen des Landes. Die vergangene Saison ist die bisher erfolgreichste ihrer noch jungen Karriere.

An den Olympischen Winterspielen in Sotschi errang Raselli mit den Schweizerinnen sensationell Olympia-Bronze. Danach folgte der dritte Meistertitel mit dem HC Lugano. Durch diese Erfolge wurde die aktuelle Topskorerin (10 Spiele, 32 Punkte) der Liga für die Wahl zur «Bündner Sportlerin des Jahres 2014» nominiert.

Der Champions-Cup fehlt noch

Die Champions-Cup-Gegnerinnen aus Planegg, Herlev und Neuilly-sur-Marne sind gewarnt, denn Raselli und Lugano wollen auch europäisches Edelmetall. Der zusätzliche Heimvorteil stärkt das Team von Trainer Marzio Brambilla in der Rolle des Favoriten – und für den Einzug ins europäische Finalturnier ist für Raselli bekanntlich kein Weg zu weit…

*Das Porträt von Evelina Raselli wurde im Rahmen des Studiums an der Universität Salzburg publiziert.

HC Lugano 2014/15: Evelina Raselli (sitzend, zweite von rechts)

HC Lugano 2014-15: Evelina Raselli, sitzend, zweite von rechts. (Foto: HC Lugano)

Von Fischers, Anderssons und Kochlöffel

Jaroslav Kochlöfl, Mitglied er «EVZ Wall-of-Fame»

Jaroslav Kochlöfl, Mitglied der «EVZ Wall-of-Fame» (Foto: eishockeyblog.ch)

 

Kennen Sie den Kochlöffel? Vielleicht den aus der Küche, nicht aber Jaroslav Kochlöfl, es sei denn Sie sind ein Anhänger des EV Zug oder ein Tschechoslowaken Insider. Jaroslav Kochlöfl immigrierte 1971 als tschechoslowakischer Flüchtling in die Innerschweiz. Kochlöfl spielte in der Saison 1971/72 beim Erstligisten EV Zug und wurde in seiner einzigen Zuger Saison mit 21 Toren und 4 Assists in 17 Spielen Topskorer. Dieser Status befördert den Exil-Tschechoslowaken in die Kategorie 3 der «EVZ Wall-of-Fame». Kategorie 3 bedeutet «mindestens fünf Saisons beim EVZ oder mindestens eine Saison EVZ-Topskorer».

3. Kategorie (klein): Mindestens 5 Saisons beim EVZ oder mindestens eine Saison EVZ-Topscorer

 

Patrick Fischer und Patrick Fischer 

Zwei Kategorien höher und zwei Schriftklassen grösser ist der Status von Patrick Fischer (II). Der Verteidiger bestritt zehn Saisons für den EV Zug und trat im vergangenen Sommer zurück. Fischer wird vor dem Spiel gegen den HC Lugano (1:7) offiziell in der Kategorie 1 der EVZ Wall-of-Fame aufgenommen. Ebenfalls auf der EVZ Wall-of-Fame steht Lugano-Trainer Patrick Fischer. Zusätzlich hängt Fischers Rückennummer 21 unter der Hallendecke der Bossard-Arena. Damit erfüllt der ehemalige Zug-Junior mindestens vier von fünf Kriterien, Fischer erfüllt sogar alle fünf, für eine «Retired Number» in Zug.

2. Kategorie (mittel): Mindestens 8 Saisons beim EVZ oder Schweizermeister mit dem EVZ

 

Peter und Peter Andersson

Übrigens Peter Andersson spielte ebenfalls in Zug. Gemeint ist aber nicht Luganos Assistenzcoach und Vater von Ex-Zug-Spieler Calle Andersson, sondern Peter Andersson aus Timra. Zugs Peter Andersson spielte in der Saison 1989/90 beim EVZ und ist aktuell Assistenzcoach bei den SCL Tigers. Peter Andersson (II) aus Karlstad steht seit 2013 als Assistent von Patrick Fischer an der Bande der Bianconeri. Und was macht der andere Patrick Fischer? Sein Name steht auf der EVZ Wall-of-Fame, ganz in der Nähe von Jaroslav Kochlöfl – oder ist es der andere Patrick Fischer?

1. Kategorie (gross): Mindestens 10 Saisons beim EVZ oder drei oder mehr Saisons EVZ-Topscorer

Huet und der «Fluch Zürichs»

Foto: Cristobal Huet holt ausgerechnet mit Lausanne im ersten Spiel den ersten Sieg im Hallenstadion. (lausannehc.ch)

Cristobal Huet und die ZSC Lions, die Geschichte beginnt in Playoff-Final 2000 zwischen dem HC Lugano und den ZSC Lions. Als amtierender Meister verliert das in der Qualifikation übermächtige Lugano die Finalserie gegen die Zürcher mit 2:4. Dies vor allem, weil die Tessiner mit Huet im Tor in Zürich alle drei Spiele (2:3, 1:3 und 3:4) verlieren.

Huets einziger Playoff-Sieg in vier Spielzeiten

Der gleiche Schauplatz ein Jahr später. Die ZSC Lions verlieren Spiel vier Zuhause mit 0:4 und liegen in der Serie mit 1:3 hinten. Luganos 4:0-Auswärts-Sieg ist zu diesem Zeitpunkt Huets einziger Sieg auf Zürcher-Playoff-Eis. Lugano verliert in der Folge nicht nur die restlichen drei Spiele (Endstand 3:4) sondern auch noch zum zweiten Mal in Folge den Meistertitel an die Lions.

Gleicher Schauplatz eine weitere Saison später. Huet und der HC Lugano scheitern bereits im Halbfinal an den Zürchern und gewinnen im Hallenstadion wieder keine einzige Playoff-Partie (1:6, 1:2 n. P. und 3:4 n. P.). Nach der Saison verlässt Huet das Tessin in Richtung National Hockey League.

Auch mit den Blackhawks klappts nicht

In der Zwischenzeit holen die Lions den Titel der Champions Hockey League und qualifizieren sich 2009 für den Victoria Cup gegen den späteren Stanley-Cup-Sieger Chicago Blackhawks. Zu diesem Zeitpunkt steht Cristobal Huet zwischen den Pfosten der Blackhawks. Am Vortag fegen die NHL-Stars um Patrick Kane, Jonathan Toews und Duncan Keith den HC Davos mit 9:2 vom Eis, im Tor steht Huets Backup-Goalie Antti Niemi.

Einen Tag später spielen die Blackhawks in Bestbesetzung mit Standard-Hüter Huet gegen die Zürcher Underdogs. An diesem Tag sollte Huet mit Chicago den «Zett»  endlich in die Knie zwingen. Doch Huets ZSC-Fluch scheint, egal in welcher Besetzung Huet gegen die Löwen antritt, stärker zu sein als die gesamte Klasse des späteren Stanley-Cup-Siegers (Acht Monate später holen die Hawks den Stanley-Cup). Sensationell unterliegen die Blackhawks mit Huet gegen die ZSC Lions mit 1:2 und verlieren das Spiel um den Victoria-Cup.

Was mit Chicago nicht klappt, gelingt mit Lausanne

In drei Playoff-Serien mit dem Grande-Lugano der 2. Epoche und den Chicago Blackhawks gelang dem Franzosen gerade Mal ein Sieg in Zürich. Anders ausgedrückt, spielt Huet, gewinnt Zürich? Bis zum ersten Viertelfinalspiel 2013-14 gegen den HC Lausanne zumindest. Ausgerechnet mit der nominell schwächsten Mannschaft, mit der Huet je gegen die Zürcher angetreten ist, dem Qualifikations-Achten Lausanne holt Huet gleich im ersten Spiel ein Sieg im Hallenstadion. Zufall? Die richtige Chemie zwischen dem gebürtigen Franzosen und der Romandie? Der «Fluch» wird uns die Antwort bis spätestens am 25. März 2014 geben.

Tyler Seguin auf Chris Chelios‘ Bieler-Spuren…

Biel Captain Mathieu Tschantré kurz vor dem Interview. Foto: Hervé Chavaillaz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor einem Interview bietet sich manchmal die Gelegenheit über ganz andere Dinge als den aktuellen Bieler 4:3-Sieg gegen Lugano zu diskutieren. Die Unterhaltung mit Mathieu Tschantré beginnt bei Rick Nash’s Hattrick in Davos und endet mit dem Bieler-Lockout-Star vor 18 Jahren.

Während des ersten NHL-Lockouts 1994/95 war der aktuelle Biel-Captain Mathieu Tschantré gerade Mal 10 Jahre alt und spielte bei den Moskitos des EHC Biel. Auf meine Frage ob er sich denn an das Engagement von Chris Chelios erinnern könne, antwortet Tschantré mit grosser Begeisterung: „Ich war im Freihockey als der NHL-Star Chelios im Bieler Eisstadion eingetroffen war, für uns war dies das Grösste.“

In dieser Woche trifft mit Tyler Seguin erneut ein ganz grosser aus der NHL in Biel ein. Seguin ist Biels grösster Transfercoup seit der Chelios Kurzvisite (3 Spiele) vor 18 Jahren. Der damals 10-jährige Mathieu empfängt dieses Mal den NHL-Star als Bieler Team-Captain. Und womöglich wird auch da wieder ein Bieler Nachwuchsspieler den grossen Seguin bestaunen – und wer weiss in 18 Jahren…

Und übrigens… …vor 18 Jahren trafen die zwei grössten Attraktionen auf Schweizer Eis, Doug Gilmour und Chris Chelios mit Rapperswil und Biel nicht mehr aufeinander. Chelios verletzte sich im dritten Spiel gegen Davos und musste frühzeitig nach Kanada zurückkehren. Eine Woche später mussten die Bieler ohne Chelios gegen Gilmour-Rappi ran.

Am Samstag kommts nun doch noch zum NHL-Knüller zwischen Biel und Rapperswil mit den Attraktionen Tyler Seguin und Jason Spezza.

Lugano statt Shawinigan und NHL statt NLA

Luganos Dominik Schlumpf im Trikot der Shawinigan Cataractes i nder QMJHL. (Foto: zvg)

Luganos Dominik Schlumpf im Trikot der Shawinigan Cataractes. (Foto: 20min)

Zürich, 14. Februar 2012 – die Partie zwischen den ZSC Lions und dem HC Lugano ist die letzte NLA-Partie vor dem US-Roadtrip nach New York. Lugano degradiert die Zürcher um ex-NHL Coach Bob Hartley mit 4:0. Nach dem Spiel spreche ich kurz mit Luganos Dominik Schlumpf, welcher mir mit etwas Wehmut vom diesjährigen Memorial Cup seines ex-Klubs Shawinigan Cataractes erzählt. Die Cataractes aus der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL) sind im Frühling 2012 Gastgeber des Memorial Cups: „Zum Zeitpunkt meiner Vertragsunterzeichnung beim HC Lugano wusste ich noch nicht, dass Shawinigan als Gastgeber ausgewählt würde.“ So kämpft Schlumpf mit Lugano um die Playoff-Qualifikation, statt um die höchste Trophäe des kanadischen Junioren Eishockeys.

Zum Zeitpunkt meiner Vertragsunterzeichnung beim HC Lugano wusste ich noch nicht, dass Shawinigan als Gastgeber ausgewählt würde.

Vor dem Spiel treffe ich noch Sean Simpson, welcher beste Grüsse nach Lyss ausrichten lässt und mir einen guten New York Trip wünscht. Auch mit Daniel Steiner und John Gobbi, welcher zum Interview antreten muss gibts noch einen kurzen Small-Talk. Zurück zu New York  – in diesem Jahr startet der Hockeytrip via Amtrak (ab Penn Station) in Philadelphia gegen die Buffalo Sabres. Die weiteren Stationen sind Newark (Devils – Ducks), Uniondale (Islanders- Hurricanes), Manhattan (Rangers – Blue Jackets) und auf dem Weg zum JFK-Flughafen nochmals Uniondale (Islanders – Senators).