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Schlagwort-Archiv New Jersey Devils

Vier Schweizer im Draft 2018 gezogen

Der Bündner Nico Gross wurde im Draft 2018 als erster Schweizer gezogen. (Goodall Media/oshawagenerals.com)

Mit Nico Gross, Philipp Kurashev, Akira Schmid und Tim Berni wurden beim NHL-Draft in Dallas vier Schweizer gezogen. Zwischen 1976 und 2018 wurden bisher 69 Spieler aus der Schweiz im Draft berücksichtigt. Als Nummer eins wurde der schwedische Verteidiger Rasmus Dahlin von den Buffalo Sabres ausgewählt. Dahlin ist nach Mats Sundin (1989), erst die zweite Nummer eins aus dem Land des Weltmeisters. Der 18-Jährige spielt für die Frölunda Indians in Göteborg und wurde bei der U20-WM zum besten Verteidiger ausgezeichnet.

Dritter Schweizer der Rangers

Als erster Schweizer wurde Nico Gross in der vierten Runde als Nr. 101, von den New York Rangers gezogen. Der Verteidiger in Diensten der Oshawa Generals, kam in der Ontario-Hockey-League in 63 Spielen auf 14 Skorerpunkte. Der St. Moritzer hat drei U18 Weltmeisterschaften- und zwei U20 WM-Turniere bestritten und spielte in der Schweiz zuletzt bei der EV Zug Academy. Bei den New York Rangers ist Gross, nach Sven Helfenstein (2000) und Philippe Furrer (2003) der dritte Schweizer Draftpick der Geschichte.

Gross, Kurashev, Schmid und Berni sind die NHL-Drafts Nummer 66 bis 69

Philipp Kurashev kam ebenfalls in der vierten Runde, als Nummer 120 der Chicago Blackhawks zum Zug. Der Sohn von Chur-Trainer Konstantin Kurashev spielt seit zwei Jahren in der Quebec-Major-Junior-Hockey-League bei den Quebec Remparts. Der Stürmer kam dabei in 134 Spielen auf 122 Skorerpunkte. Bei Chicago ist der Junioren-Internationale, nach Lars Weibel (1994), Reto von Arx und Arne Ramholt (beide 2000), der vierte gezogene Schweizer, wobei nur Von Arx zu NHL-Einsätzen gekommen ist.

Auf Senn folgt Schmid

In der fünften Runde wurde Langnaus Goalie-Talent Akira Schmid von den New Jersey Devils als Nummer 136 ausgewählt. Die Organisation von Nico Hischer und Mirco Müller, wählte mit Gilles Senn (Davos) schon im vergangenen Jahr einen Torhüter aus der National-League. Schmid kam in der vergangenen Saison in sechs Mannschaften zum Einsatz. Neben dem U18, U19 und U20 Nationalteam, wurde der 18-Jährige bei Langnaus Elite-Junioren, beim Partnerteam EHC Thun und für eine Partie der SCL Tigers (22. März 2018) in der National-League eingesetzt. Bei den Devils ist Schmid, nach Mauro Jörg (2010), Hischer und Senn der vierte gedraftete Schweizer.

Berni nach Columbus

Als vierter und letzter Schweizer wurde Tim Berni in Runde sechs von den Columbus Blue Jackets als Nummer 159 ausgewählt. Der Verteidiger der ZSC Lions kam in 15 Playoff-Spielen beim Schweizermeister zum Einsatz und absolvierte die U20 WM in Buffalo. Für Columbus ist Berni, nach Raffaele Sannitz (2001) und Calvin Thürkauf (2016) erst der dritte berücksichtigte Schweizer in der aktuellen Organisation von Dean Kukan.

Deutscher in erster Runde

Der deutsche Dominik Bokk wurde von den St. Louis Blues in der ersten Runde als Nummer 25 gewählt. Der 18-Jährige Stürmer der Växjö Lakers ist, nach Olaf Kölzig (1989), Marco Sturm (1996), Marcel Goc (2001) und Leon Draisaitl (2014), erst der fünfte Deutsche, der in der ersten Runde des Drafts gezogen wurde. In der letzten Runde als Nummer 170 der Florida Panthers, wurde mit Justin Schütz ein zweiter Deutscher ausgewählt.

Eine etwas andere Medienarbeit

Kult-Telefon auf der Medientribüne im Prudential Center. Nur die Wählscheibe fehlt noch. (Foto: Michael Krein)

Kult-Telefon auf der Medientribüne im Prudential Center. Nur die Wählscheibe fehlt noch. (Foto: Krein)

John Ferguson, Director-of-Player-Personnel der Boston Bruins steht neben mir im Aufzug zu den Presseplätzen im Prudential Center, der «Lift» bringt uns direkt zu den Medienplätzen, direkt unter dem Hallendach der 17’625-Plätze-Arena. Für Presseleute und NHL-Team-Manager ist ein ganzes Stockwerk reserviert. Die Liste der Sitzplatzordnung hängt sogar noch vor der Toilettentüre. Kein Gedränge wie wir es von Schweizer Stadien kennen und die Zeit um sein Geschäft zu erledigen in der Pause manchmal knapp wird, in der National-Hockey-League ist der Gang aufs Klo so angenehm wie ein Spaziergang durch New Yorks Zentral-Park.

Altbekannter aus Lyss 

Die Pressetribüne ist mit 128-Sitzplätzen auf zwei Etagen unterteilt. John Ferguson zeigt mir den Weg zu meinem Presseplatz (Nr. 2) und verabschiedet sich mit «good Game» zu den Plätzen der NHL-Manager. Dort sitzt auch ein alter bekannter aus Lyss. Dave Baseggio, Vize-Präsident der Anaheim Ducks. In der zweiten Drittelspause unterhalten wir uns kurz über seine Aufgabe und die Organisation der Anaheim Ducks, sowie über seine Zeit als NLB-Ausländer 1992/93 beim SC Lyss.

Die Spieler «On Ice» sind auf dem Videowürfel derzeit angezeigt. (Foto: Michael Krein)

Die Spieler «On Ice» sind auf dem Videowürfel angezeigt: 5 Larsson, 6 Greene, 9 Havlat, 19 Zajac, 26 Elias (Foto: Krein)

 

Rundum Service-Packet 

Der Service für die Medienvertreter ist gross, in jeder Drittelspause wird eine Zusammenfassung der Spielstatistik verteilt, während des Spiels gibt es sogar einen separaten Speaker welcher nur für die Medientribüne sämtliche Strafen und Tore kommentiert. Auf dem Videowürfel sind nicht nur die Spieler «On Ice» angezeigt, sondern auch die Torschüsse sind jederzeit «up-to-date». Nichts scheint einem hier zu entgehen. Nach zwei Dritteln steht es nach 13:18 Torschüssen und je sechs Strafminuten immer noch 0:0 und die New Jersey Devils liegen nur Dank Ex-Ambrì-Goalie Cory Schneider noch nicht in Rückstand. Schneider wird beim 2:1-Sieg der Devils nach Penaltyschiessen durch die Medienvertreter auch als «Third-Star» ausgezeichnet.

Die Kabine der New Jersey Devils nach dem Spiel. (Foto: Michael Krein)

Die Kabine der New Jersey Devils nach dem Spiel, zu erkennen, Damien Brunners freier Platz im Hintergrund. (Foto: Krein)

Offene Kabinen und Telefon-Kult 

Zum Ende des Spiels werden die Medienvertreter per Lift in die Katakomben des Prudential Center begleitet. Die Kabinentüren zu den Devils und Toronto Maple Leafs sind geöffnet, in der Schweiz ein undenkbares unterfangen, in der NHL eine Selbstverständlichkeit. Fehlt dir das «Finalsheet» mit der Schlussstatistik über das Spiel, wird dir auch dieses vom Medienvertreter sorgfältig nachgereicht. Bei aller Herrlichkeit der Medienarbeit der NHL, die Telefone auf den Presseplätzen der zweitneusten NHL-Arena (Baujahr 2007) lassen einem an längst vergangene Zeiten erinnern. Die NHL ist eben auch neben dem Eis Kult oder eben in allen Belangen einfach ein bisschen anders als bei uns.

Die Medienvertreter beim Interview in der Gästekabine. (Foto: Michael Krein)

Die NHL-Medienvertreter beim Interview in der Gästekabine (Maple Leafs). (Foto: Krein)

Ein Slowene schafft was Gretzky verwehrt blieb

Der Slowene Anze Kopitar hat vollbracht was Wayne Gretzky in Los Angeles verwehrt blieb, den Gewinn des Stanley-Cups. (Foto: bobo)

 

Wayne Gretzky konnte die Los Angeles Kings zu keinem Stanley-Cup führen, 1993 unterlagen die Kalifornier im Stanley-Cup-Final den Montreal Canadiens (mit Paul di Pietro) mit 1:4. Zu diesem Zeitpunkt war der im jugoslawischen Jesenice geborene Anze Kopitar gerade mal fünf Jahre alt. Der Sohn des damaligen jugoslawischen Nationalspielers Matjaz Kopitar führte nun 19 Jahre später die Los Angeles Kings zum ersten Stanley-Cup-Sieg!

Kopitar der erste, Brown der zweite

Kopitar wurde zusammen mit Teamkollege Dustin Brown Playoff-Topskorer (8 Tore, 12 Assists, 20 Punkte) und ist damit erster slowenischer Stanley-Cup-Sieger- Playoff-Skorerkönig der NHL. Brown ist erst der zweite amerikanische Captain welcher sein Team zum Stanley-Cup-Sieg geführt hat.

Schlechtestes Team der Western Conference

Noch nie hat ein «schlechteres» Quali-Team den Cup geholt. Die Kings beendeten die Regular-Season auf dem letzten Playoff-Platz mit 95 Punkten nur fünf Punkte vor den Calgary Flames (Sven Bärtschi). Von den 16 Playoff Teilnehmern hatten nur Washington und Ottawa (je 92 Punkte) aus der Eastern Conference noch weniger Punkte auf dem Konto. Los Angeles hat in der Regular-Season gerade mal 16 Punkte mehr geholt als die New York Islanders (Mark Streit und Nino Niederreiter), umso beeindruckender war der unheimliche Playoff-Feldzug der Kings mit 10 Auswärtssiegen in Folge. In 20 (16:4-Siege) Spielen sind die «Könige» zum ersten Stanley-Cup marschiert. Der Rekord der Edmonton Oilers aus der Saison 1987-88 liegt bei 18 Spielen (16:2-Siege).

Wer in Europa startet holt den Cup

Seit vier Jahren holt immer eine Mannschaft den Pott, welche in Europa die Saison gestartet hat. 2008-09 die Pittsburgh Penguins (in Stockholm), 2009-10 die Chicago Blackhawks (mit einer Niederlage im Victoria Cup gegen die ZSC Lions und dem Saisonstart in Helsinki), 2010-11 die Boston Bruins (in Prag) und nun die Los Angeles Kings (in Stockholm und Berlin).

New Jersey verpasst 70-jährigen Rekord

Die New Jersey Devils kamen nach einem 0:3-Rückstand zwar noch auf 2:3 heran, mussten aber nun in Los Angeles die Segel streichen. Damit bleibt der vor 70 Jahren in der Saison 1941-42 aufgestellte Rekord der Toronto Maple Leafs weiterhin bestehen. Die Kanadier lagen damals gegen die Detroit Red Wings mit 0:3 zurück und drehten die Serie noch in einen 4:3-Sieg und holten den Stanley-Cup.

«Nino is my Buddy»

Aussteigen vor dem Marriot's Hotel in Uniondale: v. li. Brom, Bodmer, Zurbuchen (unten), Saxer, Pfeiffer, Krein und Taxifahrer Serge Mars (hinten). Foto: eishockeyblog.ch

Aussteigen vor dem Marriott’s Hotel in Uniondale: v. li. Brom, Bodmer, Zurbuchen (unten), Saxer, Pfeiffer, Krein und Taxifahrer Serge Mars (hinten). Foto: eishockeyblog.ch

«I think Track six, but i’m not sure, i let you know about this» sagt der Zugbegleiter als ich ihn über die Gleisnummer beim umsteigen in Jamaica frage. Jamaica? Gemeint ist nicht der Karibikstaat, sondern ein Vorort von New York. Rolf Pfeiffer und ich haben keine guten Erinnerungen an Jamaica, gingen wir doch vor einem Jahr beinahe «lost in Jamaica». Viele Immigranten aus dem Karibikstaat wohnen dort, erklärt uns Taxifahrer Serge Mars zwei Tage vorher. Die letzte und fünfte Station des fünftägigen NHL-Road-Trips ist zum zweiten Mal Uniondale.

Flyers, Sabres, Devils, Ducks, Islanders, Hurricanes, Rangers, Blue Jackets und Senators heissen die klingenden Namen des diesjährigen Trips. Wells Fargo Center, Prudential Center, Nassau Veterans Memorial Coliseum und nicht zu vergessen «The Worlds Most Famous Arena» der Madison Square Garden heissen die NHL-Schauplätze. Nirgends sonst auf der Welt sind innerhalb von zwei Stunden vier NHL-Teams stationiert und nirgends sonst auf der Welt kann man innert fünf Tagen fünf NHL-Spiele in solch kurzer Distanz bewältigen.

 Man wird freundlich gebeten die Lobby wieder zu verlassen

New York gilt nicht nur als «Hauptstadt» der Welt, sondern auch als NHL-Headquarter, an der 1185 Avenue of the Americas oder besser bekannt als 6th Avenue logiert die NHL seit Jahren. Die NHL Hauptzentrale ist in New York so unsichtbar wie die geheimen Waffenlabore des britischen Geheimdienstes in den James Bond Filmen. Von aussen findet man nicht einmal ein Türschild oder ein Logo. Erst an der Rezeption erntet man beim Fragen nach der «NHL» einen verblüfften Blick und wird freundlich gebeten die Lobby wieder zu verlassen. Dabei ist man im offiziellen NHL Reebok Store nebenan schon näher als man denkt, doch kaum ein Kunde würde im Traum erahnen, dass sich das NHL-Hauptquartier im gleichen Gebäude nur wenige Stockwerke höher befindet.

Streets of Philadelphia

Unser NHL-Road-Trip beginnt aber nicht in New York, sondern in Philadelphia – per Amtrak kommt man innert anderthalb Stunden vom Herzen Manhattans in die „Streets of Philadelphia“, sogar Bruce Springsteen hat eine „Retired Number“ an der Stadiondecke – nach einer 15-minütigen Taxifahrt erreicht man das Wells Fargo Center der Philadelphia Flyers. Wir sehen wie die Flyers einen 0:2 Rückstand nach dem ersten Drittel noch in einen 7:2-Sieg ge Buffalo Sabres verwandeln. Dabei erleben wir das erste NHL-Tor von Erik Gustafsson und den Ausfall von Daniel Brière. Und ja, das Blut wie zu Zeiten der „Broad Street Bullies“ fliesst jetzt nach dem Spiel, wenn zwei betrunkene Schweizer durch die Sitzreihen die Stadiontreppe herunterstürzen.

Meet-and-Greet mit Hiller und Sbisa

Am zweiten Tag steht Newark auf dem Programm. Beim „Will Call“ Schalter hinterlässt uns Jonas Hiller sechs Karten für die Familienzone, wo wir uns nach dem Spiel kurz mit Luca Sbisa und Jonas Hiller unterhalten können. Die Ducks um Hiller und Sbisa verlieren erst im Penaltyschiessen mit 2:3 gegen die New Jersey Devils. Die nächsten Schweizer sehen wir 24 Stunden später auf Long Island. Zu sechst buchen wir ein Taxi und erleben auf der Hinfahrt eine anderthalbstündige Sightseeing Tour – mit dem besten Taxifahrer Long Islands, wie Serge Mars selber von sich behauptet – durch Queens, Jamaica und Uniondale.

Der Weg ins Nassau Veterans Memorial Coliseum führt immer durchs Marriott’s Hotel. Vor und nach dem Spiel ist die „Champions-Bar“ besser besetzt als das Nassau Veterans Memorial Coliseum während des Spiels. Erstmals sehen wir zwei Schweizer im selben Team, Mark Streit und Nino Niederreiter sind die letzten welche nach dem Warm-Up das Eisfeld verlassen. John Tavares ist der Mann des Spiels, Streit bucht zwei Assists und Niederreiter holt in seiner dezimierten Eiszeit das Optimum heraus, die Islanders gewinnen gegen die Carolina Hurricanes verdient mit 4:3.

 

The World’s Most Famous Arena

Zurück nach Manhattan und zum Madison Square Garden. Die New York Rangers sind, gemessen an ihrer Zeitachse, das traditionsreichste- aber auch die erfolgloseste Mannschaft New Yorks. Seit der Gründung 1926 holen die Rangers vier Stanley-Cups, die Islanders, holen in 46 Spielzeiten weniger ebenfalls vier mal den Pott. Noch besser sind die New Jersey Devils, denn sie müssen in 76 Jahren nur noch einen Titel holen um das Palmarés der Rangers zu egalisieren. Trotzdem gelten die Rangers als „Kultteam der Original Six“ und der Madison Square Garden ist Weltberühmt. Ruhm und Kult sind grösser als New Yorks Erfolge, umso wichtiger, dass die Rangers aktuell die Rangliste der Eastern Conference anführen.

Gegen den Conference-Letzten aus dem Westen, die Columbus Blue Jackets um Captain Rick Nash, reichts erst zum Overtime–Sieg (3:2). Schlüsselszene ist ein nicht gegebener regulärer Rangers-Treffer im Mitteldrittel. Das Head-Duo Stephane Auger/Don van Massenhoven (pfeifen schon am Vortag in Uniondale) greift zum Telefonhörer nach Toronto – sämtliche Torentscheide werden in Toronto gemanagt, wie uns Luca Sbisa in Newark erzählt hat – wo sich dieses mal die Verantwortlichen in der Zentrale im 11 Stock an der Bay Street wohl gerade ein Nickerchen gönnen? Denn das Video auf dem Screen zeigt die Puck-Überquerung der Torlinie bei 00:01 Sekunden und führt zu einem kurzzeitigen „raunen“ im Garden.

Howie und die Rookies

Zurück zu meinem Long-Island-Rail-Road-Trip nach Uniondale, nach anderthalb Stunden und einer kurzen Taxifahrt erreiche ich das Marriott’s Hotel in Unodale. Das Marriott’s ist Dreh- und Angelpunkt des Nassau Veterans Memorial Coliseum, hier logieren nicht nur sämtliche Gästeteams und Gegner der Islanders, sondern auch sämtliche Fans oder die Islanders-Rookies. Und wer das Marriott’s mit dem Taxi verlässt, kommt kaum an Howie Kats vorbei. Kats ist selbständiger Taxifahrer, gehört aber seit Jahren zum Hotelinventar. Kats ist eine Art fahrendes Islanders-Lexikon oder der Hockey-Journalist unter den Taxifahrern. „Nino is my Buddy“ sagt Kats nachdem ich ihn über meine Herkunft orientiere. Howie begleitet jeden Rookie bei dessen Ankunft und kennt die neuen Spieler zu Beginn besser als Isles-Headcoach Jack Capuano.

Das Marriott’s ist Dreh- und Angelpunkt des Nassau Veterans Memorial Coliseums

Ich selber fahre nach dem letzten Spiel, welches für die Islanders die bitterste Niederlage (0:6) der aktuellen Saison absetzt, zum dritten Mal mit Howie’s Taxi und die Fahrt zum JFK Airport ist kurzweilig. Wir unterhalten uns über David Ullström, Rick Di Pietro, Evgeny Nabokov, Mark Streit, Nino Niederreiter und über die guten, alten Stanley-Cup-Zeiten (1980-83) der Isles. Als Schweizer (Mark und Nino sei Dank) kann ich sogar mit Schweizer Franken bezahlen. Unsere NHL-Söldner leisten also nicht nur Pionierarbeit für Sven Bärtschi und Co., sondern auch für Meier und Müller, welche zumindest auf Long Island bei Howie Kats nicht mehr mit Andersson und Johansson verwechselt werden. Und übrigens, Kats ist jüdischer Abstammung und hat sowenig mit Katzen zu tun wie Schweizer mit Schweden.

New York retour in extremis… kurz vor dem Vulkanausbruch

Der Stanley Cup wurde am 18. März 1892 von Frederik Arthur Stanley, Baron Stanley of Preston gestiftet. (Foto: Philippe Delisle)

Die wichtigste Eishockey-Trophäe der Welt: Der Stanley Cup, gestiftet am 18. März 1892. (Foto: Philippe Delisle)

Die Hockeyreise via Toronto nach New York beginnt bereits im Zug. Schon auf dem Perron treffen wir (Telebärn-Mann Philippe Delisle und ich) HC Ajoie-Hüter Simon Rytz, im gleichen Zug sitzt Kent Ruhnke und am Flughafen in Zürich checken wir mit EHC Olten-Kanadier und Langnau-Playout-Held Brent Kelly ein. Neben Brent Kelly sitzt auch ein kanadisches Juniorenteam auf dem Flug «Air Canada 879» von Zürich nach Toronto. Eine kanadische Passagierin fragt mich «are you from the Hockeyteam?»

Fribourg-Gottéron im Madison Square Garden

In New York angekommem, gehts noch am gleichen Abend ins ESPN beim Times Square zu einem Burger, während wir das NCAA, sprich: «EN-Cee-double A» Halbfinalspiel zwischen Boston College und Miami Ohio (7:1) auf ESPN2 verfolgen. Das erste Highlight folgt am nächsten Tag an gewohnter Spielstätte, im Madison Square Garden (The Worlds Most Famous Arena). Die New York Rangers empfangen die Philadelphia Flyers (4:3), mit dabei Fribourg-Gottéron-Hüter Sébastien Caron als Backup von Brian Boucher. Ich frage mich, wer ausser uns wohl Carons Fribourger-Logo auf seiner Maske erkennt?

Langnaus Speakerin im Prudential Center?

Ausgangspunkt für den nächsten Spieltag ist die Penn-Station an der 34. Strasse. Mit dem Zug gehts in ca. 20 Minuten nach Newark, Spielstätte der New Jersey Devils. Das zweite Hockey-Highlight ist die Partie zwischen den Devils und den New York Islanders (7:1). In der zweitobersten Reihe, Sektion 229, Reihe 8, Platz 11 in einem Stadion (Prudential Center) mit 17’625 Sitzplätzen, ist selbst Mark Streit auf dem Eis schwer zu erkennen. Streits Team erwischt einen rabenschwarzen Abend, deshalb gefallen mir die Worte des Speakers am besten: «Travis Seeejtschaaac, Dainuuuus Zuuuuuubruuus» oder «Segg Pariiiisiiii» – man stelle sich vor Langnaus-Hobby-Speakerin Chrige Nyffeler müsste im Prudential Center ran…

Drei Streit-Assists

Es geht Schlag auf Schlag, Tag drei = Spiel drei zwischen den New York Islanders und dem aktuellen Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh Penguins (5:6 Overtime). Doch vorher müssen wir per Zug und Taxi nach Uniondale kommen. Erneut startet die Reise in Manhattan, 34. Strasse, 7. Avenue (Penn-Station). Mit der «Long-Island-Rail-Road» fahren wir bis Mineola (ca. 45 Minuten), ab Mineola steigen wir um ins Taxi und sind nach 10 Minuten beim Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum der New York Islanders, Mark Streits Spielstätte. Wir erleben einen würdigen Saisonabschluss der Isles: Nach einem 2:5 Rückstand gleichen die Islanders mit 3 Streit Assists zum 5:5 aus und erzwingen die Verlängerung. Sidney Crosby erzielt seine Saisontore 50 und 51 im letzten Spiel der Regular Season.

Von Gretzky bis Isknattleiksfélagio

Zum Abschluss gibts am fünften Tag einen Abstecher in Torontos Hockey Hall-of-Fame, ein absolutes Muss. Selbstverständlich dürfen ein Besuch im Maple Leafs Store, gleich beim Air Canada Centre (Torontos Spielstätte) und in «Wayne Gretzky’s Sportbar» am 99, Blue Jays Way nicht fehlen. Was wir zu diesem Zeitpunkt, am 14. April 2010 noch nicht wussten: ca. 12 Stunden nachdem wir den Nordatlantik und die isländische Küste überfliegen, meldet sich der isländische Vulkan Eyjafjallajökull nach 187 Jahren Stillstand eindrücklich wieder zurück. Ein Heimflug in Extremis also, ansonsten hätten wir auch in Reykjavik notlanden können, denn auch in Island wird Eishockey gespielt, die drei Klubs heissen fast gleich wie der Vulkan: Skautafélag Akureyrar, Skautafélag Reykjavik und Isknattleiksfélagio Björninn.

Wayne Gretzky's Restaurant am 99 Blue Jays Way in Toronto. (Foto: eishockeyblog.ch)

Wayne Gretzky’s Restaurant am 99 Blue Jays Way in Toronto. (Foto: eishockeyblog.ch)