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Das verpasste NHL-Duell

Foto: Trafen in der NHL nie aufeinander, Reto Berra und Jonas Hiller. (Hervé Chavaillaz)

Am 17. April 2013 wurde Reto Berra vom EHC Biel zu den Calgary Flames transferiert. Am 3. November 2013 debütierte der Zürcher in der besten Liga der Welt, als sechster und bisher letzter Schweizer NHL-Torhüter, auswärts mit einem 3:2-Sieg in Chicago. Während seiner Zeit in Übersee und 76 NHL-Partie traf Berra nie auf Jonas Hiller.

Zum Zeitpunkt von Berras Debüt hatte Hiller schon sechs NHL-Jahre hinter sich. Berra wurde am 5. März 2014 von Calgary nach Denver zu den Colorado Avalanche transferiert. Am 1. Juli gleichen Jahres kam dafür Hiller nach Calgary. Nach neun Saisons bei den Anaheim Ducks und Calgary kehrte der Appenzeller als einer der drei erfolgreichsten Schweizer NHL-Goalies in die Schweiz zurück.

Erstes Duell nach der NHL-Karriere

Am 28. September 2018 standen sich Berra und Hiller, welche neben Calgary und der Schweizer Nationalmannschaft auch eine Bieler und Davoser Vergangenheit haben, erstmals nach ihrer NHL-Karriere als Gegner in der Tissot-Arena gegenüber. Nach einer 2:0-Führung der Seeländer, ging das verpasste NHL-Duell noch mit 3:2 an Berra und die Freiburger.

Beim zweiten Aufeinandertreffen, am 16. Oktober 2018 konnte Berra beim 3:0-Heimsieg über Hiller und den EHC Biel sogar einen Shutout feiern. Am 7. Dezember 2018 revanchierten sich Hiller und die Bieler mit einem klaren 4:0-Auswärtssieg. Einen Tag später holte Berra mit Gottéron den zweiten Auswärtssieg gegen Hiller mit einem 4:1 in Biel.

Fünf Duelle vor der NHL-Karriere

Berra und Hiller trafen schon vor ihrem Nordamerika-Abenteuer aufeinander. Die erste Affiche gabs am 5. März 2006 zwischen dem HC Davos und den ZSC Lions. Hiller siegte im letzten Qualifikationsspiel mit den Bündnern gegen Berra und die Lions, welcher als Ersatz für Ari Sulander zum Einsatz kam, mit 5:2.

In den Playoffs 2005-06 standen sich Berra und Hiller während vier Viertelfinal-Partien gegenüber. Auf dem Weg zum 28. Meistertitel der Bündner, ging Hiller dreimal als Sieger vom Eis. Wobei Berra in seiner einzigen siegreichen Partie, für den durch eine Adduktoren-Verletzung ausgeschiedenen Stammkeeper Sulander, nur noch in den letzten neuneinhalb Minuten zum Einsatz gekommen ist.

Hiller führt gegenüber Berra mit 5:3, die nächsten Duelle gibts am 5. Januar 2019 in Biel und am 16. Februar 2019 in Freiburg, sofern die beiden Stammtorhüter eingesetzt werden.

Die Duelle Berra gegen Hiller
5. März 2006, 2:5 in Davos
3. März 2007, 5:2 in Zürich (Berra 9 Minuten und 31 Sekunden im Einsatz)
5. März 2007, 2:4 in Davos
8. März 2007, 1:3 in Zürich
10. März 2007, 0:3 in Davos
28. September 2018, 3:2 in Biel
16. Oktober 2018, 3:0 in Freiburg
7. Dezember 2018, 0:4 in Freiburg
8. Dezember 2018, 4:1 in Biel
5. Januar 2018 in Biel
16. Februar 2018 in Freiburg

https://www.eishockeyblog.ch/nhl-cher/berra/

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eishockeyblog als „Experte“ im Owayo Magazin

Ehlers und das zweite Spiel

Foto: Nikolaj Ehlers (Winnipeg Jets) trifft bei seinem Liga-Debüt zum dritten Mal in seinem zweiten Spiel. (Elsa, Getty Images)

Am 5. Januar 2013 siegte der EHC Biel in einem Qualifikationsspiel gegen die SCL Tigers mit 5:4. Dabei setzte Biel-Trainer Kevin Schläpfer den erst 16-jährigen Junior Nikolaj Ehlers ein. Der Sohn von Heinz Ehlers durfte in seinem zweiten NLA-Spiel in der ersten Linie mit Eric Beaudoin und Emanuel Peter spielen. Nach lediglich 25 Sekunden erwischte der Däne Langnau-Hüter Thomas Bäumle zwischen den Schonern und brachte Biel mit 1:0 in Führung und Ehlers-Junior skorte bereits in seinem zweiten NLA-Spiel.

Auch in Winnipeg zwei Spiele

Auch in der National-Hockey-League (NHL) benötigte Ehlers-Junior nur zwei Spiele für seinen ersten Skorerpunkt. In seiner zweiten Partie für die Winnipeg Jets gab der NHL-Draft von 2014 am 9. Oktober 2015, beim 3:1-Sieg gegen die New Jersey Devils, in der 22. Minute die Vorlage zum 1:0 von Mark Scheifele. Ehlers beendete die Partie mit einer Plus 2 Bilanz und stand 14 Minuten und 14 Sekunden auf dem Eis. Mit seinem ersten Skorerpunkt im zweiten NHL-Spiel ist Ehlers der elfte dänische Punktesammler (siehe unten) in der besten Liga der Welt.

Auch bei den Junioren zwei Partien

In der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL) brauchte Ehlers ebenfalls zwei Spiele für den ersten Skorerpunkt. Am 13. September 2013 gab der Rechte Flügel der Halifax Mooseheads in der 17. Minute das Zuspiel auf Danny Moynihan’s 1:0 gegen die Charlottetown Islanders, die Partie ging allerdings 2:5 verloren.

Ehlers‘ zweite Spiele

NLA: 5. Januar 2013, Tor zum 1:0 nach 25 Sekunden.
QMJHL: 13. September 2013, Assist zum 1:0 (Moynihan) nach 17 Minuten und 5 Sekunden.
NHL: 9. Oktober 2015, Assist zum 1:0 (Scheifele) nach 21 Minuten und 3 Sekunden.

-> Ehlers erster NHL-Punkt

Die dänischen NHL-Skorer (Stand 10. Oktober 2015)

Frans Nielsen (NY Islanders), 297 Punkte*
Jannik Hansen (Vancouver), 185 Punkte*
Mikkel Bodker (Arizona), 174 Punkte*
Lars Eller (St. Louis, Montreal), 130 Punkte*
Peter Regin (Ottawa, NY Islanders, Chicago), 67 Punkte
Poul Popiel (Boston, Los Angeles, Detroit, Vancouver, Edmonton), 54 Punkte
Philip Larsen (Dallas, Edmonton), 31 Punkte
Nicklas Jensen (Vancouver), 6 Punkte*
Frederik Andersen (Anaheim), 4 Punkte*
Oliver Lauridsen (Philadelphia), 3 Punkte
Nikolaj Ehlers (Winnipeg), 1 Punkt*

*=noch in der NHL aktiv

«Australier» erobern die National-Hockey-League

Ryan Lowe bei seinem ersten NHL-Einsatz am 26. November 2014. (Foto: Screenshot SNW)

Torhüter Ryan Lowe bei seinem ersten NHL-Einsatz am 26. November 2014 mit den San Jose Sharks. (Foto: Screenshot SNW)

Ex-NHL-Star Rob Zamuner wechselte 2006 im «Herbst» seiner Karriere via EHC Basel zu den Brisbane Blue Tongues in die Australian Ice Hockey League (AIHL). Zamuners Engagement in Queensland sorgte damals für grosses Aufsehen. Steve McKenna und der Ex-Bieler Jesse Belanger sind zwei weitere Beispiele von NHL-Spielern welche in Down Under anheuerten.

Last played pro in Australia with the Sydney Bears

Doch es geht auch in die Gegenrichtung. Bei den San Jose Sharks sind gleich beide Backup-Torhüter Alex Stalock und Troy Grosenick verletzt. So wurde für die Partie gegen die Calgary Flames (0:2) als Backup für Antti Niemi der Amerikaner Ryan Lowe ins Team von Mirco Müller (siehe eishockeyblog.ch) und Joe Thornton berufen. Der 30-jährige Torhüter spielte in der Saison 2013 für die Sydney Bears und vorher zwei Jahre für die Canberra Knights in der AIHL. Nun kam der Torhüter-Trainer der San Jose Junior Sharks, vier Tage vor seinem 31. Geburtstag, in der Nacht vom 26. November gegen die Calgary Flames als Backup zur NHL-Feuertaufe.

Auf Elliots Spuren

Lowe ist nicht der erste Torhüter welcher nach einem Engagement in Australien zu NHL-Einsätzen gekommen ist. Jason Elliot stand in der Saison 1992 als 16-jähriger bei den Canberra Knights zwischen den Pfosten und hütete an der C-Weltmeisterschaft 1993 das Tor des australischen Nationalteams. Zwischen 2000 und 2002 wurde der Australier als Backup ins Kader der Detroit Red Wings berufen.

Walker in Hershey

Der nächste mögliche australische NHL-Kandidat ist der Stürmer Nathan Walker. Der NHL-Draftpick vom letzten Sommer (Nr. 89, Washington Capitals) ist bei den Hershey Bears in der American Hockey League (AHL) mit einem Zweiweg-Vertrag parkiert.

Sydney Bears-Hüter Ryan Lowe pariert einen Penalty gegen Perth Thunder. (Foto: zvg)

Sydney Bears-Hüter Ryan Lowe pariert einen Penalty gegen Perth Thunder. (Foto: zvg)

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Müller und Andrighetto, die aktuellsten Schweizer NHL-Torschützen

Mirco Müller feiert seinen ersten NHL-Treffer, gefolgt von Passagier Matt Nieto. (Foto: sharks.nhl.com)

Mirco Müller feiert seinen ersten NHL-Treffer, gefolgt von Passgeber Matt Nieto (Nr. 83). (sharks.nhl.com)

Mirco Müller gelingt am 30. Oktober 2014 sein erstes Tor in der National-Hockey-League. Nach 16 Minuten und 6 Sekunden trifft der Verteidiger bei der 3:4-Niederlage gegen Minnesota Wild (mit Nino Niederreiter) zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung der Sharks.

Der erst 19-jährige Winterthurer bringt den Puck nach der Vorarbeit von Matt Nieto und James Sheppard seitlich vors Tor, wo ihn Minnesotas Stürmer Zach Parise unhaltbar für seinen eigenen Torhüter Darcy Kuemper ablenkt. Für Müller ist es der dritte Skorerpunkt im neunten NHL-Spiel.

Mit diesem Treffer ist Mirco Müller erst der zwölfte NHL-Torschütze der Schweiz. Unter den Schweizer Verteidigern ist er nach Mark Streit, Yannick Weber, Luca Sbisa, Raphael Diaz und Roman Josi der sechste Torschütze.

14 Jahre nach Reto von Arx‘ Meilenstein in Columbus, ist Verteidiger Mirco Müller der zwölfte- und Stürmer Sven Andrighetto der dreizehnte NHL-Torschütze der Schweiz.

Rund einen Monat nach Müller reiht sich der nächste Schweizer in die NHL-Torschützenliste ein. Sven Andrighetto erzielt bei seinem Debüt am 6. Dezember 2014 bereits sein erstes NHL-Tor. Dabei bezwingt der NHL-Draft von 2013 Dallas-Hüter Kari Lehtonen.

Sechs Tage- und zwei Spiele später trifft der Zürcher erneut, beim 6:2-Sieg gegen den aktuellen Stanley-Cup-Sieger Los Angeles Kings erzielt der 21-jährige Dübendorfer den Treffer zum 5:2 gegen Kings-Goalie Martin Jones.

Alle 13 Schweizer Torschützen

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Reto von Arx (Chicago Blackhawks), trifft in seinem zweiten NHL-Spiel gleich zwei Mal. Beim Eröffnungsspiel der Columbus Blue Jackets am 7. Oktober 2000 geht der Langnauer als erster Schweizer NHL-Torschütze (gegen Ron Tugnutt)  in die Geschichte ein. Total 19 Spiele, 3 Tore

Mark Streit (Montreal Canadiens, New York Islanders, Philadelphia Flyers), erst sechs Jahre nach Reto von Arx geht der Verteidiger als zweiter Torschütze in die Geschichte ein. Beim 4:1-Sieg gegen die San Jose Sharks am 14. Januar 2006, bezwingt er Evgeny Nabokov im Powerplay auf Zuspiel von Andrei Markov und Alexei Kovalev (ex-Visp). Total 627 Spiele, 83 Tore.

Patrick Fischer (Phoenix Coyotes), trifft als zweiter Stürmer am 28. Oktober 2006 in Phoenix gegen die New York Rangers zum 2:6 Zwischenstand. Im Tor steht kein geringerer als «King» Henrik Lundqvist. Total 27 Spiele, 4 Tore.

Yannick Weber (Montreal Canadiens, Vancouver Canucks), erzielt – auf Zuspiel von Glen Metropolit – am 20. April 2009 gegen Tim Thomas das Tor zum 2:2-Zwischenstand gegen die Boston Bruins. Total 195 Spiele, 15 Tore.

Nino Niederreiter (New York Islanders, Minnesota Wild), geht am 13. Oktober 2010 als jüngster Islanders-Torschütze aller Zeiten in die Geschichte ein. Auf Zuspiel von Doug Weight und Michael Grabner bezwingt der Churer Michal Neuvirth im Tor der Capitals. Total 186 Spiele, 32 Tore.

Luca Sbisa (Philadelphia Flyers, Anaheim Ducks, Vancouver Canucks), bezwingt am 28. Dezember 2010 Phoenix-Hüter Ilya Bryzgalov zum 1:0. Beim 3:1 von Anaheim ist auch Jonas Hiller mit dabei. Total 305 Spiele, 11 Tore.

Raphael Diaz (Montreal Canadiens, Vancouver Canucks, New York Rangers, Calgary Flames), schiesst am 18. Oktober 2011 die Montreal Canadiens gegen Buffalo mit 1:0 in Front. Nach dem Spiel wird der Zuger zum «Third-Star» des Spiels ausgezeichnet. Total 166 Spiele, 6 Tore.

Roman Josi (Nashville Predators), trifft am 10. Dezember 2011 gegen Anaheim (mit Luca Sbisa) im Powerplay zum 2:1. Shea Weber und Martin Erat geben die Assists beim 3:2-Sieg gegen die Ducks. Total 211 Spiele, 26 Tore.

Sven Bärtschi (Calgary Flames), erzielt gleich drei Tore in den ersten vier Spielen. Das erste am 12. März 2012 in St. Paul gegen die Minnesota Wild auf Zuspiel von Derek Smith (heute ZSC Lions) und Tom Kostopoulos. Total 65 Spiele, 8 Tore.

Damien Brunner (Detroit Red Wings, New Jersey Devils), ist am 22. Januar 2013 der zehnte Schweizer NHL-Torschütze. Auf Zuspiel von Pavel Datsyuk und Henrik Zetterberg (mit Brunner in Zug) erzielt er den Ehrentreffer Detroits bei der 1:2-Niederlage gegen Dallas. Total 135 Spiele, 30 Tore.

Simon Moser (Nashville Predators), trifft am 1. März 2014 gegen Winnipegs Ondrej Pavelec zum 1:3 gegen die Jets. Moser wird als „third Star“ ausgezeichnet. Total 6 Spiele, 1 Tor.

Mirco Müller (San Jose Sharks), 30. Oktober 2014. Total 24 Spiele, 1 Tor.

Sven Andrighetto (Montreal Canadiens), 6. Dezember 2014, Total 3 Spiele, 2 Tore.

Stand: 14. Dezember 2014

Dänen sind «dänen» die Nummer 8 der Welt!

Jannik Hansen (Vancouver Canucks) ist hinter Frans Nielsen der zweitbeste Dänen-NHL-Skorer!

Die Top-Six Nationen im Eishockey (Kanada, Russland, Schweden, Finnland, Tschechien, USA) sind auch weiterhin unangefochten die Top-Six. Dies bestätigt die Statistik der National Hockey League (Anzahl Spiele und Punkte der NHL-Spieler) der Regular-Season-2011-12.

Doch bereits um Rang sieben wirds spannend! Die Slowakei verliert kontinuierlich an Boden. Mit Hossa, Chara Gaborik, Visnovsky, Kopecky und Handzus sind viele Spieler weit über 30-Jährig. Junge Slowaken, welche künftig den Sprung in die NHL schaffen könnten, sind derzeit keine auszumachen. Die vernachlässigte Nachwuchsarbeit, nach dem gewinn der Weltmeisterschafts-Goldmedaille von 2002, macht sich langsam aber sicher bemerkbar.

Die Dänen sind innerhalb der National Hockey League vor der Schweiz klassiert!

Die aufstrebende Eishockeynation heisst Dänemark! Nach Punkten (Anzahl Spiele, Tore und Assists) sind die achtplatzierten Dänen in der NHL noch vor der Schweiz klassiert! Dabei konnte der verletzte Peter Regin nur zehn Spiele bestreiten. Dänemark ist die Hockeynation der Gegenwart. Und die Schweiz tut gut daran ihre Nachwuchsarbeit nicht zu vernachlässigen, denn sonst besteht die Gefahr, dass uns die Dänen nicht nur «dänen» den Rang ablaufen!

NHL-Statistik 2011-12: 

1. Kanada
2. USA
3. Schweden
4. Tschechien
5. Russland
6. Finnland
7. Slowakei: 991 Punkte (Hossa, Gaborik, Chara, Kopecky, Visnovsky, Meszaros, Handzus, Sekera, Jurcina, Kytnar)
8. Dänemark: 543 Punkte (Nielsen, Hansen, Eller, Boedker, Larsen, Regin)
9. Schweiz: 518 Punkte (Streit, Sbisa, Weber, Josi, Diaz, Bärtschi, Niederreiter)
10. Deutschland: 404 (Erhoff, Goc, Seidenberg, Sulzer, Hecht, Sturm)
11. Weissrussland: 332 (Grabovski, S. Kostitsyn, A. Kostitsyn)
12. Österreich: 317 (Vanek, Grabner, Nödl)
13. Ukraine: 228 (Ponikarovsky, Fedotenko, Babchuck)
14. Slowenien: 186 (Kopitar, Mursak)
15. Litauen: 126 (Zubrus)
16. Kasachstan: 104 (Antropov)
17. Lettland: 91 (Daugavins, Kulda, Ivanans)
18. Frankreich: 27 (Da Costa)
19. Norwegen: 13 (Zuccarello-Aasen)
20. Bahamas: 10 (Deveaux)
21. Nigeria: 5 (Aliu)

«Nino is my Buddy»

Foto: Aussteigen vor dem Marriott’s Hotel in Uniondale: v. li. Brom, Bodmer, Zurbuchen (unten), Saxer, Pfeiffer, Krein und Taxifahrer Serge Mars (hinten). (eishockeyblog.ch)

«I think Track six, but i’m not sure, i let you know about this» sagt der Zugbegleiter als ich ihn über die Gleisnummer beim umsteigen in Jamaica frage. Jamaica? Gemeint ist nicht der Karibikstaat, sondern ein Vorort von New York. Rolf Pfeiffer und ich haben keine guten Erinnerungen an Jamaica, gingen wir doch vor einem Jahr beinahe «lost in Jamaica». Viele Immigranten aus dem Karibikstaat wohnen dort, erklärt uns Taxifahrer Serge Mars zwei Tage vorher. Die letzte und fünfte Station des fünftägigen NHL-Road-Trips ist zum zweiten Mal Uniondale.

Flyers, Sabres, Devils, Ducks, Islanders, Hurricanes, Rangers, Blue Jackets und Senators heissen die klingenden Namen des diesjährigen Trips. Wells Fargo Center, Prudential Center, Nassau Veterans Memorial Coliseum und nicht zu vergessen «The Worlds Most Famous Arena» der Madison Square Garden heissen die NHL-Schauplätze. Nirgends sonst auf der Welt sind innerhalb von zwei Stunden vier NHL-Teams stationiert und nirgends sonst auf der Welt kann man innert fünf Tagen fünf NHL-Spiele in solch kurzer Distanz bewältigen.

Man wird freundlich gebeten die Lobby wieder zu verlassen

Michael Krein

New York gilt nicht nur als «Hauptstadt» der Welt, sondern auch als NHL-Headquarter, an der 1185 Avenue of the Americas oder besser bekannt als 6th Avenue logiert die NHL seit Jahren. Die NHL Hauptzentrale ist in New York so unsichtbar wie die geheimen Waffenlabore des britischen Geheimdienstes in den James Bond Filmen. Von aussen findet man nicht einmal ein Türschild oder ein Logo. Erst an der Rezeption erntet man beim Fragen nach der «NHL» einen verblüfften Blick und wird freundlich gebeten die Lobby wieder zu verlassen. Dabei ist man im offiziellen NHL Reebok Store nebenan schon näher als man denkt, doch kaum ein Kunde würde im Traum erahnen, dass sich das NHL-Hauptquartier im gleichen Gebäude nur wenige Stockwerke höher befindet.

Streets of Philadelphia

Unser NHL-Road-Trip beginnt aber nicht in New York, sondern in Philadelphia – per Amtrak kommt man innert anderthalb Stunden vom Herzen Manhattans in die „Streets of Philadelphia“, sogar Bruce Springsteen hat eine „Retired Number“ an der Stadiondecke – nach einer 15-minütigen Taxifahrt erreicht man das Wells Fargo Center der Philadelphia Flyers. Wir sehen wie die Flyers einen 0:2 Rückstand nach dem ersten Drittel noch in einen 7:2-Sieg ge Buffalo Sabres verwandeln. Dabei erleben wir das erste NHL-Tor von Erik Gustafsson und den Ausfall von Daniel Brière. Und ja, das Blut wie zu Zeiten der „Broad Street Bullies“ fliesst jetzt nach dem Spiel, wenn zwei betrunkene Schweizer durch die Sitzreihen die Stadiontreppe herunterstürzen.

Meet-and-Greet mit Hiller und Sbisa

Am zweiten Tag steht Newark auf dem Programm. Beim „Will Call“ Schalter hinterlässt uns Jonas Hiller sechs Karten für die Familienzone, wo wir uns nach dem Spiel kurz mit Luca Sbisa und Jonas Hiller unterhalten können. Die Ducks um Hiller und Sbisa verlieren erst im Penaltyschiessen mit 2:3 gegen die New Jersey Devils. Die nächsten Schweizer sehen wir 24 Stunden später auf Long Island. Zu sechst buchen wir ein Taxi und erleben auf der Hinfahrt eine anderthalbstündige Sightseeing Tour – mit dem besten Taxifahrer Long Islands, wie Serge Mars selber von sich behauptet – durch Queens, Jamaica und Uniondale.

Der Weg ins Nassau Veterans Memorial Coliseum führt immer durchs Marriott’s Hotel. Vor und nach dem Spiel ist die „Champions-Bar“ besser besetzt als das Nassau Veterans Memorial Coliseum während des Spiels. Erstmals sehen wir zwei Schweizer im selben Team, Mark Streit und Nino Niederreiter sind die letzten welche nach dem Warm-Up das Eisfeld verlassen. John Tavares ist der Mann des Spiels, Streit bucht zwei Assists und Niederreiter holt in seiner dezimierten Eiszeit das Optimum heraus, die Islanders gewinnen gegen die Carolina Hurricanes verdient mit 4:3.

The World’s Most Famous Arena

Zurück nach Manhattan und zum Madison Square Garden. Die New York Rangers sind, gemessen an ihrer Zeitachse, das traditionsreichste- aber auch die erfolgloseste Mannschaft New Yorks. Seit der Gründung 1926 holen die Rangers vier Stanley-Cups, die Islanders, holen in 46 Spielzeiten weniger ebenfalls vier mal den Pott. Noch besser sind die New Jersey Devils, denn sie müssen in 76 Jahren nur noch einen Titel holen um das Palmarés der Rangers zu egalisieren. Trotzdem gelten die Rangers als „Kultteam der Original Six“ und der Madison Square Garden ist Weltberühmt. Ruhm und Kult sind grösser als New Yorks Erfolge, umso wichtiger, dass die Rangers aktuell die Rangliste der Eastern Conference anführen.

Gegen den Conference-Letzten aus dem Westen, die Columbus Blue Jackets um Captain Rick Nash, reichts erst zum Overtime–Sieg (3:2). Schlüsselszene ist ein nicht gegebener regulärer Rangers-Treffer im Mitteldrittel. Das Head-Duo Stephane Auger/Don van Massenhoven (pfeifen schon am Vortag in Uniondale) greift zum Telefonhörer nach Toronto – sämtliche Torentscheide werden in Toronto gemanagt, wie uns Luca Sbisa in Newark erzählt hat – wo sich dieses mal die Verantwortlichen in der Zentrale im 11 Stock an der Bay Street wohl gerade ein Nickerchen gönnen? Denn das Video auf dem Screen zeigt die Puck-Überquerung der Torlinie bei 00:01 Sekunden und führt zu einem kurzzeitigen „raunen“ im Garden.

Howie und die Rookies

Zurück zu meinem Long-Island-Rail-Road-Trip nach Uniondale, nach anderthalb Stunden und einer kurzen Taxifahrt erreiche ich das Marriott’s Hotel in Unodale. Das Marriott’s ist Dreh- und Angelpunkt des Nassau Veterans Memorial Coliseum, hier logieren nicht nur sämtliche Gästeteams und Gegner der Islanders, sondern auch sämtliche Fans oder die Islanders-Rookies. Und wer das Marriott’s mit dem Taxi verlässt, kommt kaum an Howie Kats vorbei. Kats ist selbständiger Taxifahrer, gehört aber seit Jahren zum Hotelinventar. Kats ist eine Art fahrendes Islanders-Lexikon oder der Hockey-Journalist unter den Taxifahrern. „Nino is my Buddy“ sagt Kats nachdem ich ihn über meine Herkunft orientiere. Howie begleitet jeden Rookie bei dessen Ankunft und kennt die neuen Spieler zu Beginn besser als Isles-Headcoach Jack Capuano.

Das Marriott’s ist Dreh- und Angelpunkt des Nassau Coliseums

Ich selber fahre nach dem letzten Spiel, welches für die Islanders die bitterste Niederlage (0:6) der aktuellen Saison absetzt, zum dritten Mal mit Howie’s Taxi und die Fahrt zum JFK Airport ist kurzweilig. Wir unterhalten uns über David Ullström, Rick Di Pietro, Evgeny Nabokov, Mark Streit, Nino Niederreiter und über die guten, alten Stanley-Cup-Zeiten (1980-83) der Isles. Als Schweizer (Mark und Nino sei Dank) kann ich sogar mit Schweizer Franken bezahlen. Unsere NHL-Söldner leisten also nicht nur Pionierarbeit für Sven Bärtschi und Co., sondern auch für Meier und Müller, welche zumindest auf Long Island bei Howie Kats nicht mehr mit Andersson und Johansson verwechselt werden. Und übrigens, Kats ist jüdischer Abstammung und hat sowenig mit Katzen zu tun wie Schweizer mit Schweden.

Wein, Spielplan und NHL – der Weg führt über Zürich

Wie üblich sitze ich im Zug, im Speisewagen zwischen Bern und Zürich. Aus der Ferne erblicke ich den ehemaligen Weltklasse-Schiedsrichter (Olympia, WM, NLA, Bundesliga, Europacup, Iswestija Cup usw …) und aktuellen Wein-Baron sowie NLA-Spielplan-Gestalter Willi Vögtlin. Vögtlin scheint noch heute nichts zu entgehen! Selbst im Zugwagen scheint er jede Aktion des Service-Boys genaustens zu beobachten um ihn bei einer irregulären Service-Aktion für zwei Minuten in die Kühlbox, die Zugküche des Wagens, zu schicken.

Ob nach New York oder Moskau, Ammerzwil oder Kirchberg, der Weg führt immer über Zürich.

Michael Krein

Vögtlin an der NHL-Friendship-Tour

In Gedanken schwelge ich via Vögtlin in die National Hockey League. Willi Vögtlin arbitrierte im September 1989 die legendäre NHL-Friendship-Tour der Calgary Flames und der Washington Capitals durch die damalige Sowjetunion und nach Prag (Calgary). Vögtlin flog sogar direkt nach dem Spiel SC Langnau – HC Fribourg-Gottéron am Lysser Industriecup nach Prag. Am liebsten hätte ich meinen Pendlertag zusammen mit Willi Vögtlin nach Zürich-Flughafen fortgesetzt, um dann die nächste Maschine nach New York nehmen zu können.

Das Hallenstadion als Knackpunkt

Zum Vinehouse-Hockey-Talk kams dennoch, unser Weg führt Richtung Oerlikon und der Talk beinhaltet NLA-Spielplan-Problematik, Weinverkauf (Vögtlin liefert jeweils höchstpersönlich bis vor die Haustür nach Ammerzwil, irgendwo im Jaussacher), Spiele in New Jersey und die Tücken des Pendlers. Ob nach New York oder Moskau, Ammerzwil oder Kirchberg, der Weg führt immer über Zürich. Und manchmal auch übers Hallenstadion, welches nicht nur Knackpunkt der Spielplan-Problematik ist, sondern auch noch als Weindepot nützlich sein kann.

ČSSR – Calgary Flames 4:2 (2:2, 1:0, 1:0)
Prag. – 14 000 Zuschauer. – SR Vögtlin (Sz) – Tatíček, Janíček (Tsch). – Tore: 9. Pattersson 0:1. 11. Nieuwendyk 0:2. 15. Bača 1:2. 20. J. Doležal 2:2. 24. Jelínek 3:2. 42. F. Procházka 4:2. – Strafen: ČSSR 9- mal 2 plus 1 mal 10 Minuten (Bača). Calgary 10-mal 2 plus 10 Minuten (Gilmour).
ČSSR: Hašek; Stavjaňa, Ščerban, F. Procházka, Bača, D. Kadlec, L. Gudas; Svitek, V. Růžička, Cíger; Janecký, Kron, Šejba; L. Dolana, J. Kučera, P. Vlk; Jelínek, O. Haščák, J. Doležal.
Calgary Flames: Vernon, Wamsley; Nattress, Macoun, McCrimmon, G. Suter, MacInnis, Sabourin; S. Makarov, Jiří Hrdina, Ranheim; Prjachin, Nieuwendyk, Gary Roberts; Peplinski, Otto, MacLellan; M. Hunter, Gilmour, Patterson.

ČSSR – Calgary Flames 4:1 (2:0, 0:0, 2:1)
Prag. – 14 000 Zuschauer. – SR Vögtlin (Sz) – Grúň, Rouspetr (Tsch). – Tore: 4. Jelínek 1:0. 8. V. Růžička 2:0. 46. Nieuwendyk 2:1. 48. R. Holík 3:1. 60. D. Kadlec 4:1. – Strafen: ČSSR 8-mal 2 Minuten. Calgary 12-mal 2 Minuten.
ČSSR: Bříza; Stavjaňa, Ščerban, F. Procházka, Bača, D. Kadlec, L. Gudas, Tichý, F. Kučera – Svitek, V. Růžička, Cíger; Jágr, Reichel, R. Holík; L. Dolana, J. Kučera, P. Vlk; Jelínek, O. Haščák, J. Doležal.
Calgary Flames: Wamsley (Vernon); R. Johansson, Murzyn, MacInnis, Sabourin, Nattress, Macoun, McCrimmon, G. Suter; S. Makarov, Nieuwendyk, Ranheim; Prjachin, Gilmour, Patterson; T. Hunter, Otto, Jiří Hrdina; Bergqvist, T. Fleury, MacLellan.

Pass-Übung in der NHL

http://video.nhl.com/videocenter/console?catid=35&id=133956

Noch nie gesehen! Vor ein paar Jahren habe ich eine ähnliche Szene zwischen Zug und Servette erlebt. Die Genfer spielten Pass hin-und-her und kein Zuger ging ran. Solches ist in der Schweiz nur Chris McSorley zuzutrauen – wenn seine Mannschaft aber dafür eine Strafe für Spielverzögerung kassieren würde – hätte McSorley seine Truppe für mindestes acht Minuten in die Katakomben beordet und für Stricker gäbs ein Donnerwetter wie am Tag des jüngsten Gericht – halt! Schiri-Donnerwetter gibts ja neuerdings in „Spektakel-Bern“ mit Sportchef Leuenberger.

Winnipeg besser als Atlanta?

National-Hockey-League Teams kommen und gehen. Die Stadt Atlanta scheint dazu prädestiniert zu sein, was NHL-Umzüge betrifft. Was 1972 mit den Atlanta Flames beginnt, endet acht Jahre später mit einem Wechsel nach Calgary. Dazwischen muss man sich in Georgia 19 Jahre lang gedulden, ehe die Atlanta Trashers als zweites NHL-Team präsentiert werden. Doch Atlanta scheint für NHL-Eishockey erneut nicht geeignet und verliert als erste Stadt der NHL-Geschichte zum zweiten Mal ein NHL-Team.

Auch der Turner-Cup reicht nicht

Zwischen 1992 und 1996 beheimatet Atlanta auch ein International-Hockey-League-Team (IHL), die Atlanta Knights. Die Knights bescheren der Stadt 1994 zwar den bisher einzigen Eishockey-Titel (Turner Cup), doch auch der IHL-Titel reicht nur für eine vierjährige Geschichte der Knights, ehe sie nach Quebec (Rafales) umgesiedelt werden. Zurück zur NHL, wie einst Atlanta, erhält auch Winnipeg seine zweite Chance zur endgültigen NHL-Stadt zu avancieren. Offen bleibt nur noch der Name – doch dies ist eigentlich keine Frage, alles andere als ein revival der Winnipeg Jets wäre absurd. Es lebe die Tradition und es leben die Winnipeg Jets!

Erfolgreiche Rückkehrer

Dennoch gab es erst bei einer Rückkehr in die alte Heimat ein Team-revival, in Ottawa (Senators). Weder in Atlanta, in Colorado, in Minnesota oder in St. Louis. Die alten Teamnamen wurden in allen Fällen durch neue ersetzt. Trashers statt Flames, Avalanche statt Rockies, Wild statt North Stars und Blues statt Eagles. Doch was in Ottawa möglich war, sollte auch in Winnipeg möglich sein.

 

Grafik: eishockeyblog.ch

Grafik: eishockeyblog.ch

Erfolgreiche Rückkehrer:
2011 Winnipeg Jets? (Umzug aus Atlanta)
2000 Minnesota Wild (Neu)
1995 Colorado Avalanche (Umzug aus Quebec)
1991 Ottawa Senators (Neu, revival)
1967 St. Louis Blues (Neu)

Erfolglose Rückkehrer:
1999 Atlanta Trashers (nach den Flames das zweite Team welches in Atlanta scheitert)

Wer kennt Shin Larsson-Yahata?

http://sharks.nhl.com/club/page.htm?id=64952

Selbstverständlich kenne ich den Namen Shin Yahata oder eben Shin Larsson. Ich muss aber zugeben, dass ich Herr Larsson-Yahata am 10. Dezember 2010 in der PostFinance Arena nicht erkenne. Erst als ich seinen Namen höre, ist mir klar wer da zusammen mit Jiri Hrdina (ehemaliger Weltklassespieler und aktuell Scout der Dallas Stars) neben mir sitzt. Der ehemalige Internationale Japans (Sohn einer Japanerin und eines Schweden) ist heute als Scout für die San Jose Sharks tätig. So sitzen also tatsächlich zwei NHL-Scouts beim NLA-„Knüller“ Bern-Ambri auf der Medientribüne und mir ist sofort klar welche Spieler sich die beiden anschauen würden, habe mir dies aber von Jiri Hrdina noch bestätigen lassen. Interessant! Als Hauptproblem bei den Schweizer Spielern mit Jahrgang 1992 und jünger bezeichnet Jiri Hrdina die geringen Körpermasse. Dennoch zeigt er mir eine Liste mit den für die Dallas Stars interessanten Spieler. Und Shin Larsson? Er hat den gleichen Auftrag für die San Jose Sharks, welche übrigens noch nie einen Schweizer gezogen haben. Die beiden Scouts sind für Europa zuständig und werden als nächstes zur U20 WM nach Buffalo fliegen.

KHL vs NHL 111-59-42-10

In einem packenden Spiel schlagen die Russen von SKA St. Petersburg die Carolina Hurricanes. Es war nicht bloss ein Freundschaftsspiel, schon nur die Rivalität zwischen der russischen KHL und der NHL ist heute wieder so gross wie zu den Zeiten des Kalten Krieges.

Es fehlte an nichts! Packende Torszenen und russische Kombinationen wie zu Zeiten des Super-Blocks waren ebenso zu sehen, wie harte Checks und grobe Faustkämpfe (Harrison vs. Golowkow). Der Sieg der Russen aus der ehemaligen Stadt Leningrad lässt die alten Zeiten der „Super Series“ wieder aufleben, schon damals gingen die NHL-Teams meistens als Verlierer vom Eis.

Mit dem Sieg St. Petersburg’s steigt die Bilanz zu Gunsten der „Sowjets“ auf 59 Siege, gegenüber 41 Flops und 10 Unentschieden, sowie 414 Toren zu 362 Gegentreffern! Dies ist erst die zweite Partie zwischen einem NHL- und einem KHL Team seit 1991 (Ende der NHL-Super-Series). Die Vergleiche zwischen Ost und West, zwischen KHL und NHL sollten dringend wieder zur regelmässigkeit, wie zwischen 1976 und 1991, werden, denn das ist beste Werbung für’s Eishockey.

Die New York Rangers in Bern

^Foto: Nikolai Tscherdew, Aaron Voros und Brandon Dubinsky warten auf ihren nächsten Einsatz gegen den SC Bern. (Michael Krein)

Ein Hauch von Superlative war schon während des Warm-Ups der New York Rangers in der PostFinance Arena zu spüren. Noch vor wenigen Jahren schien dies unmöglich und nun waren sie da: Wade Redden, Scott Gomez, «King» Henrik Lundqvist, Chris Drury, Dan Fritsche (Neffe von John Fritsche), Nikolai Tscherdew, Colton Orr, Aaron Voros oder Brandon Dubinsky… die weissen Trikots mit dem «Rangers» Schriftzug agierten in allen belangen eine Klasse besser als wir dies von der Nationalliga A (NLA) gewohnt sind.

Alles war ein bisschen anders als sonst. Nicht nur die Security-Crew – nicht einmal Christian Dubé konnte die Arena ohne vorweisen seines Ausweises betreten – auch die Medienplätze waren so gut besetzt wie nie zuvor. Als ich irgendwo einen Sitz für mich beanspruchen wollte, wurde ich von einer Hostesse (im Victoria-Cup-Outfit) in höflichem english (!) angesprochen: «Are you from the Aargauer Zeitung?» Leider musste ich die Frage mit «Nein» beantworten und mir (zu meinem Glück) einen neuen Platz, direkt hinter der Rangers-Spielerbank aufsuchen.

Nicht einmal Christian Dubé konnte die Arena ohne vorweisen seines Ausweises betreten

Das Schweizer Fernsehen (SF) produzierte erstmals mit 18 Kameras (sechs mehr als beim Spenglercup), was dem NHL-Standard in der Regular Season (in den Playoffs sind es 24 Kameras) entsprach. Das Spiel wurde sogar vom «Madison-Square-Garden-TV» live nach Manhattan übertragen.

Ein Hauch der Superlative

So sass ich schliesslich wie ein kleiner Junge mit grossen Augen hinter den Spielern der Rangers (siehe Foto) und liess den Zauber des Spiels einfach so auf mich einwirken. Jede einzelne Minute hatte für mich den Hauch der Superlative, auch wenn die Top-Shots Markus Näslund, Henrik Lundqvist (Backup) und Marc Staal für das morgige Spiel um den Victoria-Cup gegen Metallurg Magnitogorsk geschont wurden.

SC Bern – New York Rangers 1:8 (0:2, 0:0, 1:6)
PostFinance-Arena. – 16’022 Zuschauer. – SR Koharski/Vinnerborg (Ka/Sd), Morin/Masik (Ka/Slk). – Tore: 5. Girardi (Ausschluss Leuenberger) 0:1. 19. Redden (Rozsival/Ausschlüsse Gamache, Beat Gerber) 0:2. 42. Roche 1:2. 44. (43:55) Drury (Tscherdew/Ausschlüsse Froidevaux, Philippe Furrer) 1:3. 45. (44:22) Dubinsky (Ausschluss Philippe Furrer) 1:4. 52. (51:35) Kalinin 1:5. 53. (52:35) Korpikoski (Potter) 1:6. 56. Potter (Sjöström/Ausschluss Ziegler) 1:7. 59. Dubinsky (Tscherdew/Ausschluss Abid) 1:8. – Strafen: Bern 9-mal 2 Minuten, New York Rangers 3-mal 2 Minuten.
SC Bern: Bührer (30. Müller); Roche, Philippe Furrer; Rytz, Josi; Beat Gerber, Kobach; Leuenberger; Patrik Bärtschi, Dubé, Gamache; Bordeleau, Trevor Meier, Abid; Pascal Berger, Ziegler, Reichert; Chatelain, Froidevaux, Daniel Meier; Alain Berger.
New York Rangers: Valiquette; Rozsival, Redden; Potter, Fahey; Girardi, Kalinin; Drury, Gomez, Prucha; Tscherdew, Dubinsky, Voros; Callahan, Korpikoski, Sjöström; Betts, Orr, Fritsche.
Bemerkungen: Bern ohne Rüthemann, Plüss und Jobin (alle verletzt), New York Rangers ohne Näslund, Marc Staal und Rissmiller (alle geschont).