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Boucher und die Lightning-Connection

Die Berner TAmpa-Fraktion:

Die Lightning-Connection: Timo Helbling, Guy Boucher, Trevor Smith, Cory Conacher und Sean Bergenheim. (Fotos: zvg)

Beim SC Bern sind aktuell fünf ehemalige Protagonisten der Tampa Bay Lightning engagiert. Die Neuzugänge Cory Conacher, Trevor Smith, Sean Bergenheim und Timo Helbling, sowie der bisherige Headcoach Guy Boucher. Sie alle standen einst in der Organisation der Lightning. Die drei Stürmer Bergenheim, Conacher und Smith spielten zwischen 2010 und 2013 unter Boucher bei Tampa in der National-Hockey-League (NHL). Der Pionier unter dem Quintett ist aber Helbling, er stand bereits 2005/06 beim damaligen Stanley-Cup-Sieger unter Vertrag.

Thinking to the gameplan under pressure, thats mental toughness (Guy Boucher)

In der NHL realisierte das Berner-Quartett in 156 Spielen 70 Skorerpunkte. In der Schweiz kommen die ehemaligen «Blitze» in den ersten 15 Qualifikations-Runden auf 29 Zähler. Am 20. Oktober 2015 gastiert der Tabellenzehnte HC Ambrì-Piotta in der PostFinance Arena. Nach 40 Minuten führen die Leventiner mit 3:1 und Bouchers Trainerstuhl gerät, gezeichnet durch die jüngsten Berner Auftritte und die nordamerikanische Gerüchteküche, ins Wanken. Doch die Blitze am Berner Eishockeyhimmel scheinen die Notsignale ihres ehemaligen NHL-Coaches noch rechtzeitig zu erhören.

Sechs Skorerpunkte der Lightning-Connection

Im letzten Drittel schlagen die «SCB-Blitze» gleich fünfmal in Ambrìs Gehäuse ein und der SCB gewinnt in einem spektakulären Eishockeyabend mit 6:3. Bouchers Lightning-Connection steuert bei der grossen Tampa-Show sechs Skorerpunkte (Helbling 3, Conacher 2, Smith 1) bei und verschafft ihrem ehemaligen NHL-Trainer Luft nach oben. «Thinking to the gameplan under pressure, thats mental toughness», nennt Boucher als Schlüssel zum siegreichen Abend. Anders als die «Bern Lightning» präsentiert sich das Fanionteam in der NHL. Tampa Bay verliert am selben Abend gegen Roman Josi und die Nashville Predators mit 4:5 nach Penaltyschiessen, ob Jon Coopers Gameplan nicht konsequent umgesetzt wurde?

Julien Vauclair an der Scheibe

Sind die Romands Weicheier?

Julien Vauclair an der Scheibe

Julien Vauclair: der letzte Mohikaner….

Ich behaupte: ja! Beweise für diese Aussage gefällig? Tatort: PostFinanace Arena zu Bern, 14. Dezember 2013. Im vierten Aufeinandertreffen der letztjährigen Finalgegner Bern und Gottéron spielt der SC Bern unter Lars Leuenberger zum ersten mal  «Hit and Run-Hockey». Die ersten sechs Checks schliessen die Berner souverän ab. Kein Freiburger kann auch nur ansatzweise reagieren. Antti Miettinen fällt nach einem korrekten, harten Check von «Bidu» Gerber bereits in den Startminuten aus. Hans Kossmann sieht sich genötigt, sein Timeout  in den ersten acht Minuten zu beziehen, um sein Team vor dem vorzeitigen Untergang zu bewahren. Genützt hat es nur bedingt. Hätten die Berner ihre gefühlten tausend Chancen ausgenützt, wäre eine Kanterniederlage unausweichlich gewesen. So gesehen war das 2:1 Schlussresultat noch das Beste für die Gäste aus dem Üechtland. Das Spiel verläuft genau so, wie der letzte Playoff-Final. Die Berner kaufen dem – vor allem bei den Fans – verhassten Gegner den Schneid von Beginn weg ab.

Die Romands-Fraktion

Im gesamten Spiel fällt auf: Die Romands-Fraktion der Freiburger ist bei dieser harten Playoff-Gangart unter ferner liefen. Die Herren Bykov, Birbaum, Loeffel, Sprunger, Monnet, Huguenin, Ngoy, Lauper? Wurden nicht gesehen. Der Sensler Center Sandro Brügger sinniert nach dem Spiel in die Mikrophone der Journalisten: «Wir waren überhaupt nicht bereit. Die Berner überfuhren uns gleich zu Beginn». Diese Aussage erstaunt. Haben die Freiburger keine Zeitung gelesen und vom schnellen, harten Hockey der Berner unter Leuenberger keine Kenntnis genommen? Kaum erstaunlich dagegen, stimmen die Berner Fans ihre Lieblings-Parole an die Adresse der Freiburger an: «Nie Schweizermeister, Ihr werdet nie Schweizermeister!» Wohl wahr: denn wer die nötige Härte nicht aufs Eis bringt, wird kaum bis zum letzten Spiel der Saison siegreich bleiben.

Der grösste Erfolg des Schweizer Eishockeys findet ohne Romands statt

Ortswechsel: Stockholm, Globe Arena. Die Schweizer Nati hat nach einer begeisternden WM den Vize-Weltmeistertitel errungen. Auch hier fällt auf: die Romands spielen im Aufgebot von Sean Simpson keine Rolle. Einzige Ausnahme: Julien Vauclair. Es ist wohl nur eine Laune des Schicksals, dass ausgerechnet Vauclair (zugegeben nach einem ausgezeichneten Turnier) den entscheidenden Scheibenverlust im Final gegen Schweden verursacht. Mit im Aufgebot wäre auch der Künstler Monnet gewesen – ausser dem Platz auf der Tribüne schaut für ihn aber keine Minute Eiszeit heraus. Und sonst? Gähnende Leere auf dem Matchblatt.

Erfolg hat, wer hart spielt

Woran liegt es, dass die Romands derart ins Hintertreffen geraten sind? Wenn man sich die erfolgreichsten Teams in den führenden Ligen Europas und Nordamerikas anschaut, waren in den letzten Jahren stets starke, harte, taktisch gute Teams erfolgreich. Skelleftea AIK und Brynäs IF Gävle in Schweden, die Chicago Blackhawks (2x), Boston Bruins und die Los Angeles Kings in der NHL, Eisbären Berlin in der DEL. Die Zeiten der Traumtänzer sind vorbei. Die Weltmeisterschaft in Schweden stützt diese Aussage. Spielstarke Teams, wie die Tschechen oder Russen, mussten die Segel ungewöhnlich früh streichen. Die Schweizer wurden für Ihre harte Arbeit und taktische Reife zu Recht gelobt.

Und genau dort liegt der Hase im Pfeffer: die weichen, verspielten Romands mögen das harte Spiel auf den Mann überhaupt nicht. Kaum geht an den Banden die Post ab, verlieren sich die Welschen in den Niederungen der neutralen Zone. Vielleicht könnte man sich ennet der Saane bei Chris McSorley in Genf etwas abschauen. Die Härte ins Spiel der Grenats bringen nicht etwa Einheimische, sondern Kanadier, Kanada-Schweizer und…… Deutsch-Schweizer. Die Romands unter Führung von Kevin Romy sind dann und wann noch für die spielerischen Highlights zuständig. Nicht mehr und nicht weniger. Sollte also Gottéron, Lausanne oder sonst ein Team aus der Romandie tatsächlich nächstens mal den Titel holen wollen, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Der SCB scheidet vorher im Playoff aus, oder die Romands-Fraktion im Team wird verkleinert.

 

 

Kann ein Trainer entlassen und wieder eingestellt werden?

2013-11-28_220813Neuerdings macht die pro-Facebook-Antti-Törmänen-Kampagne auf den Social-Media Kanälen in Bern die Runde. Was romantisch verklärt tönt, ist im SCB Realität. Die Fans lassen sich «ihren Meistertrainer» nicht einfach so vom Konterfei streichen. Doch: kann man einen Trainer feuern, um ihn auf Druck der Supporter eine Woche später wieder einzusetzen. Ich sage «Nein!»

Die Psychologie des Sports

Natürlich, Törmänen ist ein feiner Gentleman des Eishockeys. Natürlich, er war in zwei Saison erfolgreich beim SCB. Natürlich, man hätte unbedingt mehr Geduld haben sollen. ABER: Es gibt im Sport nichts Schlimmeres, als von einem Entscheid mit weitreichenden Konsequenzen in so kurzer Zeit wieder ab zu weichen. Der Entscheid Törmänen zu entlassen mag noch so falsch sein. Das SCB-Management muss nun die Konsequenzen aus diesem Entscheid tragen. Den Finnen wieder einzusetzen, ist zwar fan-politisch opportun. Aber was, wenn der SCB drei, viermal hintereinander verliert? Plötzlich in den Abstiegsstrudel der Playouts gerät? Kein Trainer der Welt würde mit dieser Vorgeschichte je wieder genügend Kredit bei den Spielern geniessen. Die Macht des Faktischen ist stärker als der Facebook-Wille der Fans!

Und was bleibt?

Der offensichtliche Unwille der Berner im Erfolg und in der Niederlage mehr Demut zu zeigen. Anstatt sich am Meistertitel zu erfreuen, verhunzt man den geschlagenen Gegner (Hurensöhne Gottéron). Dafür zeigt man in der Niederlage nicht den Willen, mehr Geduld auf zu bringen. Wobei die Akzeptanz des Lions-Gegentreffers in der letzten Sekunde vor zwei Jahren von grosser Klasse zeugte!

Zu oft ist in der ehrwürdigen Allmend alles nur «damn-good» oder «bloody crab»! Tatsächlich zeigt Interims-Coach Lars Leuenberger, dass man mit demselben System, denselben Stürmern, demselben Torhüter, denselben Routiniers durchaus zu Punkten kommen kann. Der Erfolg von «Lazer» könnte noch zum Problem für die Berner werden. Zum Abschluss noch eine Frage: Wurde beim EVZ je die Frage nach dem Trainer gestellt? Ok, Doug Shedden wurde auch noch nie Meister mit den Zugern…

 

 

Seguin, Zetterberg, Tavares

Die Krise der Lockout-Profiteure

Seguin, Zetterberg, Tavares

Die Zuger, Bieler und Berner Veredelung 2012 wird schmerzlich vemisst. (Foto-Montage: Marti)

Was haben Zug, Biel und der SCB gemeinsam? Ganz einfach: alle drei sind in der Krise und sie alle profitierten in der letzten Saison überdurchschnittlich vom NHL-Lockout.  Die drei Klubs mit unterschiedlichen Budgets, Ambitionen und Potenz zeigen auffällige Gemeinsamkeiten. Beweis gefällig?

Blenden wir zurück ins neblige Biel, Oktober 2012: Die Seeländer starten mit wenig Kredit und Aussicht auf eine Playoff-Qualifikation in die Saison 12/13. Der Start ist miserabel. Nach wochenlanger Spekulation wird der NHL-Lockout Tatsache. Man spricht viel von Stars hier und dort und in der Uhrenstadt macht ein gewisser Tyler Seguin seine Aufwartung. Niemand beachtet den 67 Punkte-Mann der Bruins. Journalisten erkundigen sich beim Pressechef, wie man überhaupt diesen Namen ausspreche… Bis er Tor um Tor erzielt. Bald darauf ergänzt Superstar Patrick Kane den Bostoner Skorer. Die beiden erzielen in 29 resp. 20 Spielen 63 (!) Skorerpunkte und schiessen den EHC in die Playoffs. Tore und Assists die in dieser Saison keiner mehr schiesst. Der Fall ins Playout wird diesmal auch durch den Hockeygott nicht zu verhindern sein.

Zug ohne Brunner und Diaz, wie Fondue ohne Weisswein

Szenenwechsel: der EV Zug verliert im Sommer 2012 mit Damien Brunner seinen wichtigsten Schweizer Stürmer in die NHL. Zwar wird mit Linus Omark ein Schwedischer Künstler verpflichtet, aber das Hauptproblem „Lotter-Goalie“, wie ein Chronist zu sagen pflegt, ist nicht gelöst. Resultat ist ein miserabler Start in die Meisterschaft. Doch Zugs Manager Patrick Lengwiler ist alles andere als langweilig und reagiert als einer der ersten auf den Lockout. Er sorgt nicht nur dafür, dass Brunner und Diaz wieder im Steuerparadies landen, er verpflichtet gleich noch Superstar Henrik Zetterberg dazu. Das Resultat lässt sich sehen: Die drei Lockout Verstärkungen notieren in rund 30 Spielen sagenhafte 118 Skorerpunkte. Und mit Ihnen geht auch der Stern des eigensinnigen Omark auf: 69 Punkte in 48 Spielen. Davon 52 Assists! Zug schafft es weg vom Tabellenende in die Playoffs und scheitert dort im Halbfinale ohne NHL-Verstärkung klar am SCB. Davon ist der EVZ nach fast der Hälfte der Qualifikation im Herbst 2013 weit entfernt. Prognose: Zug erholt sich diesmal nicht mehr und verpasst das Playoff!

Der SCB steht heuer genau dort, wo er letzte Saison eigentlich schon gestanden hätte…

Bleibt noch der Ligakrösus aus der Bundesstadt. Viel wird vor der Saison 12/13 spekuliert über das Team von Antti Törmänen. Zu alt, zu langsam, zu schwach in der Defensive. Tatsächlich legen die Berner vor einem Jahr einen schwachen Saisonstart hin. Bis die wundersame Erlösung aus der NHL in Form des Lockouts kommt. Mark Streit und Roman Josi verleihen der löchrigen Berner Defensive nicht nur Stabilität, sondern auch Vorwärtsdrang. In den ersten drei, vier Spielen wird an den Berner Stammtischen zwar noch dauernd über Streits mangelnde Performance gemault. Aber die Werte lassen sich sehen: Der Kapitän der Schweizer Nati notiert in 32 Spielen 26 Punkte. Und viel wichtiger, er weist eine +19 Bilanz auf. Roman Josi stösst etwas früher zum Team, erleidet aber eine Verletzung. Trotzdem sind auch seine Werte beeindruckend: 17 Punkte in 26 Spielen und vor allem eine +14 Bilanz. Keine anderen Mutzen-Verteidiger weisen auch nur annähernd so gute +/- Bilanzen auf. Streit überzeugt zusätzlich seinen Kumpel John Tavares aus New York, nach Bern zu wechseln. Tavares überflügelt die ganze Lockout-Armada mit seinen Werten: in 28 Spielen erzielt er nicht weniger als 42 Punkte. Aber er hat nicht nur Vorwärtsdrang, sondern sichert auch die Defensive ab. Seine +16 Bilanz spricht Bände.

Der Coach unter Beschuss

Dass Törmänen noch am 29. September 2012 vor dem Rauswurf stand, haben viele SCB-Anhänger nach dem Meistertitel schon wieder vergessen. Die BZ formulierte es damals so: «Die Verpflichtung von Tavares gründet nicht im verpatzten SCB-Saisonstart, in die Wege geleitet worden war sie vor der schwachen Vorstellung am Dienstag gegen Rapperswil (1:3-Heimniederlage). Der Druck auf Coach Antti Törmänen wird durch die Verstärkungen nicht kleiner. Lüthi mag nicht auf Trainerdiskussionen eingehen, sagt nur: Ich erwarte Leistung. Jetzt erst recht.» Das kommt einem doch im Herbst 2013 alles sehr bekannt vor…

Noch vor Déruns beim SCB!

Thomas Déruns‘ Transfer geht am Montag über die Bühne. Am Mittwoch trainiert Déruns erstmals unter Larry Huras beim SCB. Einen Tag vorher bitten Larry Huras und Hans Kossmann zum Eistraining für Journalisten! So gesehen kommen wir Journalisten sogar noch vor dem Genfer zum Trainings-Handkuss. Déruns Platz in der SCB-Kabine ist bereits angeschrieben, er hat den zweitletzten Platz ganz rechts. Der letzte Platz wird in Kürze Lee Goren einnehmen, so Larry Huras. Huras zeigt uns die Matchvorbereitung anhand eines Beamers auf Grossleinwand in der SCB-Kabine. Gespannt verfolge ich die Anweisungen und Videoausführungen des Kanadiers – ich habe den Blickwinkel von Joel Kwiatkowski – kein Lieblingsspieler von mir, trotzdem haben wir zwei Gemeinsamkeiten: Vor seinem Namensschild sticht mir die Rückennummer 8 ins Auge. Die 8 ist meine Lieblingszahl und war stets meine Rückennumer in meiner Aktivzeit. Dann ist da noch der „K“ – K wie Krein oder Kwiatkreinski? Später im Training bin ich höchstens ein Kwiatkowski im C-Format. Der sportliche Höhepunkt folgt erst beim gemeinsamen Fondue-Plausch, zusammen mit Radio DRS-Mann Mathias Marti (Foto) und SF-Mann Claude Jaggi kommen wir gegen Mitternacht richtig auf Touren. Der interessante Dienstag-Abend endet so erst am Mittwoch, am Tag von Déruns erstem Training.

70 Sekunden „Back to the Future“

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=f5704ae9-5a07-442c-81e5-dc1833f3a041

Es gibt viele Kuriositäten im Eishockey aber sowas hab ich noch nicht erlebt. Sonntag, 28. November 2010, „Arena der Postfinanzen“, SC Bern-ZSC Lions: Beim Stand von 2:1 für den SCB, zeigt die Anzeigetafel 30:44, Andres Ambühl schiesst aufs SCB-Tor und jubelt, doch Partie und Matchuhr laufen weiter bis zum nächsten Unterbruch. Da zeigt die Matchuhr 31:54 und den Spielstand 2:1. Nach der Videokonsultation des Head-Duos Prugger/Stricker wird Ambühls Treffer bei 30:44 gegeben, ein korrekter Entscheid nach der Hintertorkamera. Somit muss auch die Matchuhr von 31:54 auf 30:44 zurückgestellt werden und zeigt den Spielstand 2:2. Und jetzt das Kuriosum: Lions-Stürmer Patrick Schommer erzielt bei 31:49 den 3:2 Führungstreffer für die Gäste. Total werden 70 Sekunden zweimal gespielt. Die gleiche Zeit von 31:49 erscheint an diesem Abend zweimal auf der Matchuhr, einmal beim Spielstand von 2:1 (für Bern) und beim zweiten Mal stehts 2:3 für die Lions. Zeitreisen à la „Back to the Future“ sind also auch im Eishockey kein Ding der Unmöglichkeit.

Magere SCB Kulissen!

Bericht vom Mittwoch, 22. Oktober 2008 (Bern-Espoo) auf Hockeyfans „Insgesamt spielte der SC Bern dreimal (Ambri, Fribourg 1988 und Rapperswil 2000) vor weniger Zuschauerin in der National League A und einmal in der European Hockey League gegen den HC Milano 1988 vor noch weniger Zuschauer.“

Eishockeyblog korrigiert:
Dabei wurden die Europacup-Einsätze des SCB vergessen (wohl auch bei der Sportinformation): Da gibts mindestens noch neun weitere Spiele mit folgenden Zuschauerzahlen:

Saison 1989/90, Europacup Viertelfinalturnier in Bern:

Bern – EV Innsbruck (1’930 Zuschauer)
Bern – La Molina Puigcerda/ESP (1’921 Zuschauer)
Bern – HC Varese (3’218 Zuschauer)

 

Saison 1989/90, Europacup Halbfinalturnier in Bern:

Bern – Pandas Rotterdam (850 Zuschauer!!!!!!!!!!!!)
Bern – TPS Turku (1’923 Zuschauer)
Bern – CSKA Moskau (4’124 Zuschauer)

 

Saison 1991/92, Europacup Halbfinalturnier in Bern:

Bern – Olimpija Ljubljana (800 Zuschauer!!!!!!!!!!!!)
Bern – Dynamo Moskau (3’409 Zuschauer)
Bern – Polonia Bytom (2’060 Zuschauer)

 

Und der HC Milano (HC Milano 24 hiess der Club damals) spielte nicht 1988 in der EHL gegen den SCB, weil die European Hockey League erst 1996/97 ins Leben gerufen wurde. Es war in der Saison 1996/97!

…magere Kulissen dieses SCB!!

Hockey aus dem letzten Jahrtausend?

Die ZSC Lions haben gestern wieder gezeigt, dass das Schweizer Eishockey in Europa mithalten kann. Sie liessen dem Tabellenzweiten „Linköpings HC“ keine Chance. Mit modernem, schnellen und effizienten Eishockey wurden die Schweden zu Hause gebodigt.

Der SCB, die Rumpler der Schweizer Liga, kassierten jedoch zu Hause schon die zweite Niederlage im eigenen – fast leeren für Berner Verhältnisse – Stadion.

Warum können die Mutzen in der Schweiz die Liga seit Jahren, zumindest wärend der Qualifikation, dominieren und international so schlecht abschneiden?

Bern hat sich in den letzten Jahren spielerisch nicht weiterentwickelt. Es wird immer noch „Dump’n’Chase“ gespielt. Puck ins Drittel hauen, nachrennen und dann minutenlang im Drittel rumkurven und kaum gute Abschlüsse finden. Immer nach dem selben Muster. In der Nationalleague A der Schweiz funktioniert das erstaunlicherweise immer noch recht gut. Da muss man fragen, warum die anderen NLA Clubs dagegen noch kein Rezept gefunden haben. Oft ist die Angst wohl schon in den Köpfen der Spieler, wenn der grosse SC Bern kommt. Die Schweden und Finnen liessen sich dadurch jedenfalls nicht beeindrucken, und erst recht nicht bezwingen.

Auch im Powerplay fehlt es an Ideen und Kreativität bei Club mit dem grössten Budget der Schweiz. Ständig mit dem selben Muster, meistens versucht der gleiche Schütze sein Glück im gleichen Shift. Wenn man keinen Nummelin im Team hat, bringt das nichts. Warum hat man ständig den Abschluss bei Bordeleau gesucht, wenn er doch diese Saison generell an Abschlussschwäche leidet?

Was sicher bei Bern auch fehlt ist das Feuer, der Wille, der Erfolgshunger. Es reicht nicht, im 3. Drittel kurz Vollgas zu geben. Das geht vielleicht gegen Langnau oder die Rapperswiler Lakers gut. Aber nicht gegen Meisterteams aus den Top Ligen von Europa. Es braucht Verändung beim SCB. Es braucht wieder Arbeiter und Kämpfer, nicht nur Schillerfalter und Schönwetterspieler.

Zum Glück haben die Zürcher Löwen bis jetzt die Ehre des Schweizer Eishockeys gerettet – wir sprechen doch immer so gerne von der NLA, einer der besten Ligen ausserhalb der NHL! Es reicht doch, wenn wir Schweizer im Fussball eine Lachnummer sind!

Die New York Rangers in Bern

^Foto: Nikolai Tscherdew, Aaron Voros und Brandon Dubinsky warten auf ihren nächsten Einsatz gegen den SC Bern. (Michael Krein)

Ein Hauch von Superlative war schon während des Warm-Ups der New York Rangers in der PostFinance Arena zu spüren. Noch vor wenigen Jahren schien dies unmöglich und nun waren sie da: Wade Redden, Scott Gomez, «King» Henrik Lundqvist, Chris Drury, Dan Fritsche (Neffe von John Fritsche), Nikolai Tscherdew, Colton Orr, Aaron Voros oder Brandon Dubinsky… die weissen Trikots mit dem «Rangers» Schriftzug agierten in allen belangen eine Klasse besser als wir dies von der Nationalliga A (NLA) gewohnt sind.

Alles war ein bisschen anders als sonst. Nicht nur die Security-Crew – nicht einmal Christian Dubé konnte die Arena ohne vorweisen seines Ausweises betreten – auch die Medienplätze waren so gut besetzt wie nie zuvor. Als ich irgendwo einen Sitz für mich beanspruchen wollte, wurde ich von einer Hostesse (im Victoria-Cup-Outfit) in höflichem english (!) angesprochen: «Are you from the Aargauer Zeitung?» Leider musste ich die Frage mit «Nein» beantworten und mir (zu meinem Glück) einen neuen Platz, direkt hinter der Rangers-Spielerbank aufsuchen.

Nicht einmal Christian Dubé konnte die Arena ohne vorweisen seines Ausweises betreten

Das Schweizer Fernsehen (SF) produzierte erstmals mit 18 Kameras (sechs mehr als beim Spenglercup), was dem NHL-Standard in der Regular Season (in den Playoffs sind es 24 Kameras) entsprach. Das Spiel wurde sogar vom «Madison-Square-Garden-TV» live nach Manhattan übertragen.

Ein Hauch der Superlative

So sass ich schliesslich wie ein kleiner Junge mit grossen Augen hinter den Spielern der Rangers (siehe Foto) und liess den Zauber des Spiels einfach so auf mich einwirken. Jede einzelne Minute hatte für mich den Hauch der Superlative, auch wenn die Top-Shots Markus Näslund, Henrik Lundqvist (Backup) und Marc Staal für das morgige Spiel um den Victoria-Cup gegen Metallurg Magnitogorsk geschont wurden.

SC Bern – New York Rangers 1:8 (0:2, 0:0, 1:6)
PostFinance-Arena. – 16’022 Zuschauer. – SR Koharski/Vinnerborg (Ka/Sd), Morin/Masik (Ka/Slk). – Tore: 5. Girardi (Ausschluss Leuenberger) 0:1. 19. Redden (Rozsival/Ausschlüsse Gamache, Beat Gerber) 0:2. 42. Roche 1:2. 44. (43:55) Drury (Tscherdew/Ausschlüsse Froidevaux, Philippe Furrer) 1:3. 45. (44:22) Dubinsky (Ausschluss Philippe Furrer) 1:4. 52. (51:35) Kalinin 1:5. 53. (52:35) Korpikoski (Potter) 1:6. 56. Potter (Sjöström/Ausschluss Ziegler) 1:7. 59. Dubinsky (Tscherdew/Ausschluss Abid) 1:8. – Strafen: Bern 9-mal 2 Minuten, New York Rangers 3-mal 2 Minuten.
SC Bern: Bührer (30. Müller); Roche, Philippe Furrer; Rytz, Josi; Beat Gerber, Kobach; Leuenberger; Patrik Bärtschi, Dubé, Gamache; Bordeleau, Trevor Meier, Abid; Pascal Berger, Ziegler, Reichert; Chatelain, Froidevaux, Daniel Meier; Alain Berger.
New York Rangers: Valiquette; Rozsival, Redden; Potter, Fahey; Girardi, Kalinin; Drury, Gomez, Prucha; Tscherdew, Dubinsky, Voros; Callahan, Korpikoski, Sjöström; Betts, Orr, Fritsche.
Bemerkungen: Bern ohne Rüthemann, Plüss und Jobin (alle verletzt), New York Rangers ohne Näslund, Marc Staal und Rissmiller (alle geschont).