Schlagwort-Archiv Slapshot

Messiers Unterhosen der 80er animieren…

In der aktuellen Slapshot Ausgabe mit dem Titel „Der andere von Arx“, schreibt ein bekannter Hockey-Autor ein interessantes Vorwort oder eben „Face Off“, wie sich das Vorwort  in der Hockey-Zeitschrift nennt.

Mit einem Schmunzeln in den Mundwinkeln „lies“ sich das Vorwort so genüsslich wie nie zuvor, denn irgendwie kamen mir die Zeilen bekannt vor. Eine Woche vor Redaktionsschluss des Magazins, habe ich mit demselben bekannten Hockey-Journalisten über das aktuelle Thema des „Face Offs“ gesprochen.

Über Mark Messiers Unterhosen habe ich den Hockey-Autor auf sein eigenes Interview aus den 80er Jahren angesprochen und so verstrickten wir uns in den „guten, alten Hockeyzeiten“ welche mir – ich muss es zugeben – vorallem durch das Lesen des obenerwähnten Magazins im Kindesalter immer noch in bester Erinnerung sind.

Am letzten Spiel in Biel, konfrontierte ich den bekannten Hockey-Autor mit seinem Vorwort und er bestätigte mir mit einem Schmunzeln „jooo dür üses Gspräääch“  – so wurde aus Messiers Unterhose der 80er ein Vorwort der 2-10er!

Nostalgisches aus Biel

Beim Durchstöbern von alten Büchern und Magazinen – ich suche Artur(s) Irbe-Bilder (Torhüter mit der Nummer 20) für meinen Kollegen Ramon T. aus L. – stolpere ich über dieses Foto. Das Foto stammt aus dem Slapshot Magazin Nr. 5, Januar 1990 und zeigt die Schweiz gegen die Sowjetunion, anlässlich des Länderspiels vom 9. Dezember 1989 in Biel. Die Schweiz verlor damals standesgemäss mit 3:7. Zu meinem Erstaunen sehe ich den kleinen Jungen (im grünen Kreis), hinter der Plexiglasscheibe – das bin ich – mit der neongelben Steffner-Kappe (damals ein Renner).

Was damals – im Dezember 1989 – noch niemand wusste – Valeri Shiryayev mit der Rückennummer 14, unterschreibt nur zwei Jahre später einen Vertrag beim EHC Biel! Und der kleine Junge mit der gelben Steffner-Kappe schreibt 19 Jahre später die Matchberichte über den EHC Biel! Übrigens, die orangen Schalensitze, sind heute wie einst noch die selben geblieben. Doch etwas habe ich noch vergessen, raten Sie mal bei welchem aktuellen NLA Club der Vater meines Freundes Ramon T. aus L. sein NLA-Debüt gegeben hat?

 

Davos vs. Lugano! Strecker vs. Krein!

 

HC Davos (HCD) vs HC Lugano (HCL), Klaus Zaugg vs. Joël WüthrichDas Duell! Früher bekannt aus dem Magazin Slapshot und später aus dem Top Hockey. Jeweils monatlich duellierten sich Klaus Zaugg und Joël Wüthrich zu einem brisanten Thema. Als „Duell im Westentaschenformat“ oder als „Duell Zaugg/Wüthrich der armen Männer“ duellieren wir uns in der Playoff-Version Davos vs. Lugano 2008/09. Ein Duell, welches eigentlich schon fast ein vorgezogenes Finale sein könnte. Spitzeneishockey auf beiden Seiten bereits schon im Viertelfinal. Doch wer hat nach der Best of Seven Serie die Nase vorn? HCD vs. Lugano, oder Simon Strecker vs. Michele Krein!


Strecker:
Wenn man in die Vergangenheit schaut, müsste man das „Grande Lugano“ klar favorisieren. Doch erstens ist die Vergangenheit vorbei und zweitens ist das Grande Lugano nicht mehr so gross, wie es fürher war. Vor Jahren hätte man sich mit einem fünften Quali Rang nicht zufrieden gegeben.

Doch wer ist überhaupt favorisiert? Beide Teams verfügen über ein starkes Kader. Der HC Lugano hat bestimmt mehr Talent im Team, vor allem die viel stärkeren Ausländer. Davos hat dafür mehr Kampfgeist, mehr Siegeswillen, Davos ist hungriger! Und dies trotz der besten Bilanz aller National League A Teams der letzten Jahre! Arno del Curto hat es geschafft, dass keine mentale Müdigkeit im Team einkehrt, keine Genügsamkeit, wie sie z.B. der SC Bern seit Jahren verspürt.

In der Aktuellen Saison gab es bis jetzt sechs Verlängerungen. Davon konnte der HCD vier für sich entscheiden. In der Playoff Serie gab es bis jetzt immer Verlängerung. Von der Wahrscheinlichkeit her müsste es also dem Schweizer Rekordmeister reichen, die Halbfinals zu erreichen.

Doch auf Statistiken sollte man sich nicht verlassen. Es gibt weitere Gründe, warum der HCD die Tessiner schlagen wird. Gerade bei engen Serien, wo sich die Teams ebenbürtig sind, entscheidet am Schluss der Wille! Und Davos hat den stärkeren Willen. Davos hat ein jüngeres Kader mit Spielern, die zwar weniger Talent besitzen, doch dafür um so mehr daran glauben, das Ziel zu erreichen. Davos hat zudem die ausgeglichenere Mannschaft. Davos hat keinen Nummelin, keinen Thoresen und auch keinen Murray. Wenn es dem HCD gelingt, diese Spieler zu neutralisieren, dann ist ein Weiterkommen in die Halbfinals ausser Frage! Beim HCD sind die Skorer viel besser verteilt, jeder kann das entscheidende Tor schiessen. So wie Robin Grossmann im letzten Spiel in der Overtime mit einem scharfen Slapshot.

Krein: Insgesamt sechsmal standen sich die beiden Teams in Playoff-Serien schon gegenüber. Fünfmal (86, 88, 99, 03 und 06) konnten die Tessiner die Serie für sich entscheiden. Die Playoff-Statistik spricht also ganz klar für Lugano. Die letzte Playoff-Paarung der beiden Kontrahenten, konnte Lugano mit einer 4:1 Serie im Finale für sich entscheiden. Die aktuellen Saisonresultate sprechen aber für den HCD. In vier spielen ging es dreimal in die Verlängerung, wobei die Bündner deren zweimal die Overtime für sich entscheiden konnten.

Was spricht im Viertelfinale 2008/09 für den HC Lugano? Lugano behagt die Rolle des Aussenseiters besser als die des Favoriten. Bei den letzten drei Meistertiteln startete man aus den Rängen drei (99), vier (03) und zwei (06). Obwohl Davos-Trainer Del Curto sein Team „immer“ als Aussenseiter bezeichent, betrachte ich es für Lugano als Vorteil, vom fünften Rang aus als „Aussenseiter“ zu starten.

In den Jahren des scheiterns spielte Lugano jeweils eine grandiose Qualifikation, die Spieler erreichten ihr Leistungszenit bereits in der Quali, waren aber in den Playoffs ausgebrannt. Dazu kam meistens noch das Verletzungspech. In der aktuellen Saison spielte man eine durchzogene und nicht immer überzeugende Qualifikation und musste einen Trainerwechsel verkraften. Viele Spieler wie Hirschi, Domenichelli, Robitaille, Lemm, Conne und Nummelin standen nicht immer zur Verfügung. Doch rechtzeitig auf die Playoffs kann die Mannschaft erstmals komplett (mit Ausnahme von Paterlini und Domenichelli) antreten. Gerade Steve Hirschi, welcher in den letzten drei Jahren nur 46 Spiele bestreiten konnte, kommt als Sinnbild für Luganos Rückkehr in die Playoffs rechtzeitig zurück.

Unter den besten fünf Skorern der Qualifaktion befinden sich zwei Lugano-Spieler: Patrick Thoresen (63 Punkte) und Petteri Nummelin (62 Punkte). Der beste Davoser ist Michel Riesen mit 41 Punkten (noch hinter Julien Vauclair). Skorerwerte müssen nichts heissen, schlussendlich gewinnt man als Mannschaft und nicht mit Einzelspielern. Dennoch können Thoresen und Nummelin in der Serie gegen die Bündner entscheidende Faktoren sein.

Praktisch niemand glaubt an einen Triumph Luganos über die Bündner, trotzdem traue ich dem siebenfachen Schweizermeister eine „Überraschung“ zu. Doch dazu braucht es eine kompakte Mannschaftsleistung, einen David Aebischer in seiner besten NHL-Form, den Willen und den Glauben des Siegens. Dazu kommt das Wissen, dass man in den letzten Jahren alle Playoff-Serien gegen die Bündner gewinnen konnte. Der letzte und bisher einzige Davoser-Playoff-Erfolg gegen Lugano liegt elf Jahre zurück.