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Ist der Bann der «Besiegbaren» gebrochen?

Ist Luganos Bann der «besiegbaren» nach dem Spengler Cup 2015 gebrochen? (Foto: HC Lugano)

Ist Luganos Bann der «Besiegbaren» nach dem Spengler Cup 2015 gebrochen? (Foto: HC Lugano)

Wetten dass, der HC Lugano im Frühling 2016 erstmals seit zehn Jahren eine Playoff-Serie gewinnt? Nach der Teilnahme am Spengler Cup 1991 hat Lugano schon einmal einen Bann gebrochen. Nach dem zweiten Spengler Cup Auftritt können die Tessiner in den Playoffs den Bann ihrer neunjährigen Negativ-Serie endlich beenden.

Seit ihrem letzten Meistertitel 2006 haben die stolzen Bianconeri keine einzige Playoff-Serie mehr gewonnen und im Frühling 2016 droht sogar das zehnjährige Jubiläum. Nach Luganos erster Spengler Cup Teilnahme im Dezember 1991 haben die Tessiner unbewusst den Grundstein der «Unbesiegbaren» zu den «Besiegbaren» gelegt.

Bis 1991 kennt Lugano nur den Playoff-Final

Bis im Frühling 1991 haben die Luganesi keine einzige Playoff Viertelfinal- oder Halbfinal Serie verloren. Seit Einführung der Playoffs, 1985/86 spielten die Tessiner bis 1991 immer im Final, dabei ging die Mannschaft von «Trainer-Magier» John Slettvoll viermal als Schweizermeister (1986, 1987, 1988, 1990) hervor, zweimal reichte es «nur» zum Vizemeistertitel (1989, 1991).

Bis zu Luganos erster Spengler Cup Teilnahme kennt man am Lago-di-Lugano meisterschaftstechnisch nur den Playoff-Final. So auch bei der ersten Spengler Cup Teilnahme 1991, als der HC Lugano-Selection erst im Endspiel an ZSKA Moskau (2:5) scheitert. Lugano erreicht an besagtem Turnier als erste Schweizer Klub-Mannschaft das Endspiel der Neuzeit am berühmtesten Grümpelturnier der Welt.

Durch den Spengler Cup vom Bann der Unbesiegbaren zum Bann der Besiegbaren…

Zwei Monate später starten die Bianconeri als Tabellenzweiter und Meisterschaftsfavorit wie üblich in die Playoff-Viertelfinals, der krasse Aussenseiter heisst dieses mal Zürcher Schlittschuhclub (ZSC). Für die Zürcher ist es erst die zweite Playoff-Teilnahme der Klubgeschichte und Luganos weiterkommen daher eine reine Formsache.

Das Wunder von Zürich

Die Zürcher, welche während der Meisterschaft ihren Trainer Dr. Pavel Wohl durch Arno del Curto (von Herisau gekommen) ersetzen, erweisen sich als unerwartete Knacknuss für die erfolgsverwöhnten Südtessiner. Bereits das erste Heimspiel verlieren die Bianconeri überraschend mit 5:7. Trotz einem 10:0-Sieg im dritten Spiel scheiden die Luganesi in der Best-of-Five Serie gegen den Tabellensiebten sensationell mit 1:3 aus. Die Medien berichten über das «Wunder von Zürich», denn erstmals in der Schweizer Playoff-Geschichte verliert ein Viertelfinal-Favorit gegen einen Aussenseiter.

Nach dem erfolgreichen Spengler Cup vor 24 Jahren, wurde der Bann der «Unbesiegbaren» gebrochen und es folgte ein erstmaliges Ausscheiden Luganos in den Viertelfinals. Nach dem erfolgreichen Spengler Cup 2015 wurde der Bann der «Besiegbaren» gebrochen und es folgt Luganos erstmalige Halbfinal-Qualifikation seit zehn Jahren. Die Antwort auf diese Prognose wird uns die Mannschaft von Douglas Arthur Shedden spätestens am 17. März 2016 geben können.

Luganos Playoff-Vergleich

Die «Unbesiegbaren» vor dem Spengler Cup 1991

1985 / 1986 Meister: Sierre 2:0-Serie, Davos 2:0
1986 / 1987 Meister: Ambrì-Piotta 2:0, Kloten 3:0
1987 / 1988 Meister: Davos 3:1, Kloten 3:0
1988 / 1989 Vizemeister: Fribourg-Gottéron 2:0, Ambrì-Piotta 3:0, Bern 2:3
1989 / 1990 Meister: Ambrì-Piotta 2:0, Kloten 3:0, Bern 3:1
1990 / 1991 Vizemeister: Biel 3:0, Kloten 3:1, Bern 1:3

Die «Besiegbaren» vor dem Spengler Cup 2015

2006 / 2007 Viertelfinal: Kloten 2:4
2007 / 2008 Playout
2008 / 2009 Viertelfinal: Davos 3:4
2009 / 2010 Viertelfinal: Bern 0:4
2010 / 2011 Playout
2011 / 2012 Viertelfinal: Fribourg-Gottéron 2:4
2012 / 2013 Viertelfinal: Zug 3:4
2013 / 2014 Viertelfinal: Genève-Servette 1:4
2014 / 2015 Viertelfinal: Genève-Servette 2:4

Der Moskauer Irrtum der Schweizer Sportmedien

Viele Newsportale der Schweiz vermelden 2013 den 1. Auftritt ZSKA Moskaus seit dem Spengler Cup 1991. Tatsächlich gewannen die Russen, damals noch als Sowjets, das Finalspiel gegen den HC Lugano, fürs Finalspiel wurde Olivier Anken extra aus Biel eingeflogen, mit 5:2. Doch es war nicht der letzte Auftritt der Moskauer am Spengler Cup.

Letzter Auftritt 1992

Der letzte Auftritt folgte 1 Jahr später 1992, somit nimmt ZSKA erstmals seit 21 statt 22 Jahren (wie in vielen Schweizer Medien vermeldet) wieder am Spengler Cup teil. Vermutlich hat man durch das schlechte Abschneiden der Russen, mit dem 4. Rang 1992, die Teilnahme ZSKA‘s gar nicht mehr zur Kenntnis genommen.

Die Rangliste 1992

1. Team Canada 4 Spiele/6 Punkte, 2. Färjestads BK Karlstad (SWE) 4/6, 3. EC Hedos München* (GER) 4/4 (17:19), 4. ZSKA Moskau* (RUS) 4/4 (14:14), 5. HC Fribourg-Gottéron Selection (SUI) 4/0. *München gewann die Direktbegegnung gegen Moskau mit 4:3. Final: Team Canada – Färjestads BK Karlstad 6:5 n. Verlängerung (1:1, 2:2, 2:2, 1:0)

Und wo war der HCD?

Durch den Abstieg in die 1. Liga 1990 wurde der HC Davos 1990 durch den EHC Kloten (5. Rang), 1991 durch den HC Lugano (2. Rang) und 1992 durch Fribourg-Gottéron (5. Rang) vertreten. Erst nach der Rückkehr in die NLA 1993 nahmen die Bündner wieder am Traditionsturnier teil.

Walker – walks from Blacktown to the NHL?

Nathan Walker in einem AIHL-Spiel mit den Sydney Ice Dogs 2011. (Foto: Sydney Ice Dogs)

Der 17-jährige Australier Nathan Walker schiesst Vitkovices Ehrentreffer beim 1:7 gegen Team Canada und bestätigt seine Leistung des Auftaktspiels in den folgenden drei Spielen mit einem weiteren Treffer, einem Assist und mit der Wahl zu einem der drei Besten Spieler Vitkovices des Turniers. Das ist Australische Eishockeygeschichte.

Noch nie zuvor spielte ein Australier am Spengler Cup. Noch nie zuvor punktete ein Australier auf auf „höchstem“ internationalen Niveau, noch nie zuvor gabs einen jüngeren Spengler Cup Torschützen und noch nie zuvor wurde Australien in der deutschen Presse zur Kenntnis genommen.

Weltrekordhalter

Dabei sind die „Mighty Roos“, wie sich das Nationalteam Australiens nennt, immer noch Weltrekordhalter – 1987 besiegten die übermächtigen -Roos, anlässlich der D-WM in Perth den kleinen Nachbarn aus Neuseeland mit 58:0 – im erwachsenen Hockey (im Juniorenbereich gilt das 92:0 Japans gegen Thailand) hält dieser Rekord bis heute an.

Nathan Walker – der kommende Star unter dem australischen „Southern-Cross-Himmel“ – kommt  im Sommer 2012 höchstwahrscheinlich beim NHL-Draft 2012 zum Zug, ein weiterer Meilenstein der Australian-Ice-Hockey-Federation.

Der Eisrink in Blacktown ist in schlechterem Zustand als die Valascia

Dabei stammt der gebürtige Waliser aus einer wahren Eishockey-Provinz. Blacktown heisst ein Viertel in der Agglomeration Sydneys, der Name stammt von früheren Aborigine-Bewohner, welche Blacktown besiedelten. Der Eisrink ist in schlechterem Zustand als Ambris Valascia.

Hinter den Toren gibts keine Plexiglasscheiben, sondern nur gewöhnliche Netze, welche bei einem harten Schuss einen halben Meter nachgeben und für unvorsichtige Zuschauer zur Gefahr werden. Beheimatet sind dort die Blacktown Flyers, das Farm- und Nachwuchsteam der Sydney Ice Dogs.

Förderer Manco

Via seinen slowakischen Nachwuchscoach Ivan Manco, seine Söhne Peter und Lucas Manco spielen ebenfalls in der Australien-Ice-Hockey-League (AIHL), kam Walker nach Vitkovice zum Try-Out, wo er unter grossem Erstaunen als 14-jähriger den Sprung ins U18 Team geschafft hat.

Der Rest ist schon heute Eishockey Geschichte – die Fortsetzung folgt im Frühling im polnischen Krynica, wo Walker mit den Mighty Roos gegen Polen, Holland, Südkorea, Rumänien und Litauen um den Verbleib in der Division I kämpfen wird.

http://www.facebook.com/pages/Australian-Ice-Hockey-Almanac-2012/259286230752356

Prestige um den Davoser Blumentopf

Dr. Carl Spengler

Das Prestigeträchtigste Eishockeyturnier der Welt? So wird der Spengler Cup jedes Jahr aufs Neue angekündigt. Dieses Jahr messen sich der Tschechische-, Deutsche- und Schweizer Vizemeister, KHL-Viertelfinalist Dinamo Riga, das traditionelle Team Canada und natürlich der HC Davos. Das Turnier mag von Prestige und Tradition leben, nicht aber von Klasse und schon gar nicht von sportlichem Wert, denn der Spengler Cup-Sieger gewinnt nicht mehr als ein Blumentopf eines Freundschafts-Turniers. Nur Dank der Unfähigkeit des Internationalen Eishockeyverbandes – Europäische Klubwettbewerbe sind das ewige Sorgenkind – verkommt der Spengler Cup zum vielleicht besten Klubturnier ausserhalb der NHL. Hauptprofiteur des Spengler Cups ist der HC Davos, welcher ohne sein Turnier längst in den Niederungen der 1. Liga verschwunden wäre. Dank des Spengler Cups spielt der HCD seine eigene „Klub WM“ und so kommen die Nati-Verweigerer – welche in Davos reichlich vorhanden sind – doch noch zu internationalen Titelkämpfen. Für die HCD-Stars Reto von Arx, Josef Marha, Beat Forster und Co. ist dies, neben den Playoffs, das höchste aller Gefühle. Mehr wollen und brauchen die Wahlbündner nicht. „Prestigeträchtig“ lautet der Leitsatz. Was für ein Prestige, sich gegen Wolfsburger, Ostrauer, Letten und drittklassige Kanadier messen zu können. Schade war Dr. Carl Spengler kein Aroser, denn dann würde der EHC Arosa unter Arno del Curto in der Altjahrswoche zum Spengler Cup bitten. Und der HCD? Würde sich mit Prestigeträchtigen 1. Liga Spielen gegen Chur und Winterthur begnügen müssen. Klar ist, „wäre“ und „würde“ gibt es nicht und der Spengler Cup bleibt das einzig überlebende Klubturnier von Weltformat.