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Via Würenlos von Zürich bis Stockholm

 

Willi Vögtlin an der A-WM 1989 in Stockholm. Foto: Krein Archiv

Weltklasse-Schiedsrichter Willi Vögtlin an der A-Weltmeisterschaft 1989 in Stockholm. (Foto: Krein-Archiv)

Der schwedische Vizemeister Färjestads BK Karlstad gastiert im Rahmen der Champions-Hockey-League (CHL) in Zürich. Beim Spaziergang ums alterwürdige Hallenstadion rollt ein Fussball direkt vor meinen Augen auf die Hauptstrasse. Selbstverständlich schnappe ich mir den Ball, wie ich mich zurückdrehe winkt mir Färjestad-Keeper Justin Pogge zu und bittet um den Ball, wie könnte es auch anders sein, denn BK steht schliesslich für «Boll Klub.»

Mein Spaziergang führt mich weiter ins benachbarte «Stadiönli» in Oerlikon, drinnen läuft grad ein Freundschaftsspiel zwischen den «Minis» der GCK Lions und dem HC Dragon/Thun. An der Bande der Berner Oberländer steht der ehemalige Nationalmannschafts-Verteidiger Christian Silling.

Von der Konkursmasse in die Champions-Hockey-League

Im Hallenstadion läuft das «Warm-up» der ZSC Lions und der Gäste aus Schweden, dazu gibts folgende Anmerkungen: Färjestads Rickard Wallin spielte einst beim HC Lugano, Zürichs Severin Blindenbacher und der verletzte Ersatzgoalie Luca Boltshauser einst für Färjestad. Der schwedische Headcoach Tommy Samuelsson absolvierte eine NLB-Saison beim SC Luzern und verteidigte an der A-Weltmeisterschaft 1989 für Schweden in Stockholm.

Dazu kommt Basels ex-Goalie Urban Leimbacher, welcher ab der 21. Minute für den angeschlagenen Lukas Flüeler zum europäischen Handkuss kommt, von Basels Konkursmasse direkt in die Champions-Hockey-League. Die Partie bietet gute Unterhaltung, denn beide Mannschaften schenken sich nichts und müssen in die Verlängerung.

Von Wasen bis Stockholm

Auf der Rückfahrt ins «Bernbiet» treffe ich im Würenloser Fressbalken zufällig auf den ehemaligen Weltklasse-Schiedsrichter Willi Vögtlin. Bei einem Schlummertrunk sprechen wir über «Gott und die Hockeywelt», nur wenige Eishockeyverrückte würden bei unserem Themenkatalog mitreden können.

Wir philosophieren über den alten Europacup, die C-Weltmeisterschaften in Puigcerda, die Olympischen Spiele in Calgary, den Industriecup, die U18-Europameisterschaft in Hämeenlinna (1987), den ehemaligen EHC Wasen-Sumiswald-Spieler Gerhard «Schöge» Schöni oder die bereits erwähnte A-Weltmeisterschaft 1989 in Stockholm, wo einst Färjestads Headcoach Samuelsson verteidigt- und Vögtlin geschiedsrichtert hat.

Wein, Spielplan und NHL – der Weg führt über Zürich

Wie üblich sitze ich im Zug, im Speisewagen zwischen Bern und Zürich. Aus der Ferne erblicke ich den ehemaligen Weltklasse-Schiedsrichter (Olympia, WM, NLA, Bundesliga, Europacup, Iswestija Cup usw …) und aktuellen Wein-Baron sowie NLA-Spielplan-Gestalter Willi Vögtlin. Vögtlin scheint noch heute nichts zu entgehen! Selbst im Zugwagen scheint er jede Aktion des Service-Boys genaustens zu beobachten um ihn bei einer irregulären Service-Aktion für zwei Minuten in die Kühlbox, die Zugküche des Wagens, zu schicken.

Ob nach New York oder Moskau, Ammerzwil oder Kirchberg, der Weg führt immer über Zürich.

Michael Krein

Vögtlin an der NHL-Friendship-Tour

In Gedanken schwelge ich via Vögtlin in die National Hockey League. Willi Vögtlin arbitrierte im September 1989 die legendäre NHL-Friendship-Tour der Calgary Flames und der Washington Capitals durch die damalige Sowjetunion und nach Prag (Calgary). Vögtlin flog sogar direkt nach dem Spiel SC Langnau – HC Fribourg-Gottéron am Lysser Industriecup nach Prag. Am liebsten hätte ich meinen Pendlertag zusammen mit Willi Vögtlin nach Zürich-Flughafen fortgesetzt, um dann die nächste Maschine nach New York nehmen zu können.

Das Hallenstadion als Knackpunkt

Zum Vinehouse-Hockey-Talk kams dennoch, unser Weg führt Richtung Oerlikon und der Talk beinhaltet NLA-Spielplan-Problematik, Weinverkauf (Vögtlin liefert jeweils höchstpersönlich bis vor die Haustür nach Ammerzwil, irgendwo im Jaussacher), Spiele in New Jersey und die Tücken des Pendlers. Ob nach New York oder Moskau, Ammerzwil oder Kirchberg, der Weg führt immer über Zürich. Und manchmal auch übers Hallenstadion, welches nicht nur Knackpunkt der Spielplan-Problematik ist, sondern auch noch als Weindepot nützlich sein kann.

ČSSR – Calgary Flames 4:2 (2:2, 1:0, 1:0)
Prag. – 14 000 Zuschauer. – SR Vögtlin (Sz) – Tatíček, Janíček (Tsch). – Tore: 9. Pattersson 0:1. 11. Nieuwendyk 0:2. 15. Bača 1:2. 20. J. Doležal 2:2. 24. Jelínek 3:2. 42. F. Procházka 4:2. – Strafen: ČSSR 9- mal 2 plus 1 mal 10 Minuten (Bača). Calgary 10-mal 2 plus 10 Minuten (Gilmour).
ČSSR: Hašek; Stavjaňa, Ščerban, F. Procházka, Bača, D. Kadlec, L. Gudas; Svitek, V. Růžička, Cíger; Janecký, Kron, Šejba; L. Dolana, J. Kučera, P. Vlk; Jelínek, O. Haščák, J. Doležal.
Calgary Flames: Vernon, Wamsley; Nattress, Macoun, McCrimmon, G. Suter, MacInnis, Sabourin; S. Makarov, Jiří Hrdina, Ranheim; Prjachin, Nieuwendyk, Gary Roberts; Peplinski, Otto, MacLellan; M. Hunter, Gilmour, Patterson.

ČSSR – Calgary Flames 4:1 (2:0, 0:0, 2:1)
Prag. – 14 000 Zuschauer. – SR Vögtlin (Sz) – Grúň, Rouspetr (Tsch). – Tore: 4. Jelínek 1:0. 8. V. Růžička 2:0. 46. Nieuwendyk 2:1. 48. R. Holík 3:1. 60. D. Kadlec 4:1. – Strafen: ČSSR 8-mal 2 Minuten. Calgary 12-mal 2 Minuten.
ČSSR: Bříza; Stavjaňa, Ščerban, F. Procházka, Bača, D. Kadlec, L. Gudas, Tichý, F. Kučera – Svitek, V. Růžička, Cíger; Jágr, Reichel, R. Holík; L. Dolana, J. Kučera, P. Vlk; Jelínek, O. Haščák, J. Doležal.
Calgary Flames: Wamsley (Vernon); R. Johansson, Murzyn, MacInnis, Sabourin, Nattress, Macoun, McCrimmon, G. Suter; S. Makarov, Nieuwendyk, Ranheim; Prjachin, Gilmour, Patterson; T. Hunter, Otto, Jiří Hrdina; Bergqvist, T. Fleury, MacLellan.

Apéro legt Biel-Goalies flach

Foto: SonntagsBlick vom 12. Dezember 2010, von Michael Krein

Der Spielplan aus Willi Vögtlins Weinkeller (Der Spielplan-General handelt mit Wein) lässt Berner und Bieler innert elf Tagen dreimal gegeneinander antreten. Eine Zumutung? Nein. Das sechste kleine Berner Derby hat alles was ein Derby haben muss: Tore, Checks, packende Zweikämpfe, Emotionen, Provokationen und Leidenschaft. Doch die vielversprechenden Derby-Attribute reichen nur für die ersten 20 Minuten, danach gibts Magerkost bis zur Schlusssirene.

Alles andere als Magerkost gabs für die Bieler schon am letzten Mittwoch anlässlich des Donatoren-Apéros im Hotel Florida in Studen. Vor allem den Bieler Goalies schien der Apéro schwer aufzuliegen. Stammhüter Reto Berra liegt seither krank im Bett und Ersatzmann Marco Streit erwischt einen schwarzen Abend – er spielt schon am dritten Advent den Weihnachtsmann: Das 0:1 serviert er Rüthemann direkt auf die Stockschaufel. Und beim 3:4 kassiert er einen Kwiatkowski-Schuss von der Mittellinie. Beide Treffer sind wegweisend für den Sieg der Stadtberner.

Novum für Meister

Auch Rückkehrer Sébastien Bordeleau (seit September verletzt) hat sich sein Comeback gegen seinen Ex-Club anders vorgestellt und bezeichnet den vierten Berner-Treffer als wegweisend für die zweite Heimpleite gegen den SCB in Serie. Ein Novum für den Meister, denn zwei Siege in Folge konnten die Berner letztmals vor 16 Jahren aus dem Seeland mit nach Hause nehmen.