International-Hockey-League
Die International-Hockey-League (IHL) sorgt in der Saison 1993-94 erstmals für Medienberichte in der Schweiz. Pauli Jaks spielt als erster Schweizer überhaupt in der IHL, die Medien berichten in der Sport-Zeitung, im Slapshot-Magazin, im Blick, weiteren Tageszeitungen und im Schweizer-Fernsehen in der Sendung Time-Out über Jaks‘ erste Erfahrungen in der amerikanischen Wüstenstadt. Erstmals gehen bewegte Bilder aus dem Memorial Coliseum aus Phoenix durch die Schweizer Wohnzimmer – sensationell! Denn zu dieser Zeit ist die Berichterstattung aus Übersee äusserst rar. NHL-Bilder gibts einmal wöchentlich im DSF-NHL-Weekly, das ist alles. Die Kaderlisten kennst du erst nach der Saison und aktuelle Transfers erfährst du nur durch Zufall in den wöchentlichen Highlights auf dem deutschen Sportsender.
JAKS IN PHOENIX


Die klingenden Namen wie Phoenix Roadrunners, Atlanta Knights, Kansas City Blades oder San Diego Gulls ziehen dich in einen geistigen Bann und bringen durch die Vorstellungen über Logos, Farben und Namen dein Kopfkino zum laufen. Wie gerne hättest du alle Infos über diese unbekannte Farmteam-Liga. Der Wissensdurst ist riesig, denn bekannt sind «nur» die NHL-Teams, alles andere ist eine grosse unbekannte und nur durch Buchstaben saugbar. In dieser besagten Time-Out-Sendung kommst du neben Jaks‘ Roadrunners zu deren Gegner Kansas City Blades, ein paar Namen kannst du durch den Bericht entnehmen, der Rest bleibt weiter umso faszinierender. Wie heissen wohl all die Teamkollegen Jaks‘, oder wer spielt noch bei Kansas City, dem Farmteam der San Jose Sharks.
Im Herbst 1994 erscheint an den Schweizer Kioskstellen das neue deutsche «American Sports Magazin» SCOPE, dieses berichtet erstmals tiefgründig über die «Minor-Leagues», der monatliche Gang an den Kiosk im Lysser Migros wird zum fixen Lieblingstermin und der Inhalt des rund 80-Seiten starken Magazins im US-Stil hält was er verspricht. Auf die Atlanta Knights, durch Manon Rhéaume’s Engagement in der Saison 1992-93 die bisher bekannteste IHL-Franchise, folgt eine US-Landkarte mit allen aktuellen Teams der Spielzeit 1994-95 (Foto), eine Spielszene zwischen den Detroit Vipers und den Minnesota Moose oder den Denver Grizzlies. SCOPE bringt dir die IHL als erste Minor-League ins Kinderzimmer. Und die IHL boomt, in der NHL-Lockout-Saison 1994-95 steigt ihr Zuschauerschnitt auf 8261 pro Spiel und ist damit die Nummer zwei der Welt, hinter der NHL. Logos und Farben werden zu den originellsten der Welt betitelt und der Hunger nach mehr steigt.


Die Liga schraubt ihren Schnitt innert sieben Jahren von knapp 3’000 auf über 8’000 Fans pro Spiel, dazu wird die Klubzahl von neun auf 18 verdoppelt. Dabei profitiert die IHL, bei ihrem 50-jährigen Jubiläum, in der Saison 1994/95 auch vom NHL-Lockout, dazu kommen fünf neue Franchisen aus Chicago Wolfes, Denver Grizzlies, Detroit Vipers, Houston Aeros und Minnesota Moose (durch den Transfer der North Stars nach Dallas).
| # | Saison | Meister | Teams | Schnitt |
|---|---|---|---|---|
| XLIII | 87-88 | Salt Lake Golden Eagles | 9 | 2’942 |
| XLIV | 88-89 | Muskegon Lumberjacks | 10 | 3’596 |
| XLV | 89-90 | Indianapolis Ice | 14 | 4’458 |
| XLVI | 90-91 | Peoria Rivermen | 11 | 5’219 |
| XLVII | 91-92 | Kansas City Blades | 10 | 5’862 |
| XLVIII | 92-93 | Fort Wayne Komets | 12 | 6’596 |
| XLIX | 93-94 | Atlanta Knights | 14 | 6’632 |
| L | 94-95 | Denver Grizzlies | 18 | 8’261 |
| LI | 95-96 | Utah Grizzlies | 19 | 7’420 |
| LII | 96-97 | Detroit Vipers | 19 | 7’729 |
| LIII | 97-98 | Chicago Wolves | 18 | 7’240 |
| LIV | 98-99 | Houston Aeros | 16 | 7’019 |
| LV | 99-00 | Chicago Wolves | 13 | 7’028 |
| LVI | 00-01 | Orlando Solar Bears | 11 | 6’127 |
Quellen: SCOPE Heft 12, 1994 sowie Hefte 2, 4, 7, 8, 9 1995; Eishockey News Folge 04/01;
