Tampere beeindruckt im Oktober 1989, im Slapshot-Magazin, erstmals, dies wegen eines Berichtes über Finnlands Nationalteam im Vorfeld des Nissan-Cups und einem Farbfoto dessen Torhüters Jukka Tammi. Das Jersey von Ilves, was in deutsch „Luchs“ heisst, ist das erste finnische Jersey welches ich zu Gesicht bekomme.
Es erweckt die Neugierde über Finnlands Eishockey, so ist „Tampere“, auch durch Rekordmeister Tappara, zu deutsch „Stangenaxt“, allgegenwärtig. Eine fantastische Beschreibung über die finnische Stadt findet sich in der deutschen Sprache erstmals im Buch „Eishockey Lexikon“, erschienen im Herbst 1993 und gekauft im „Bücher Lüthi“ an der General-Dufour-Strasse in Biel; „Tampere, Stadt am Tammerkoski-Stromschnellen, schwedischer Name Tammerfors, Elektrokraftwerke, Metall- und Papierindustrie. Tappara wurde als Tammerfors Bollklub gegründet.“
Dieser Tammerkoski-Stromschnellen erweckt die Vorstellungskraft, wie muss man ihn sich vorstellen, diesen „Stromschnellen“? Der Wunsch diesen Stromschnellen zu sehen wird erst zu stillen sein, wenn man diesen vor Ort begutachten wird. Vor Ort heisst auch, die Stadt welche schon sechsmal Austragungsort für die Weltmeisterschaft gewesen ist, zu besuchen. 1982 lief hier Wayne Gretzky, bei seiner einzigen WM, für Kanada auf. Die Bilder dazu gabs bereits im Buch „Eishockey, in der Schweiz und in aller Welt“ von Vico und Lelio Rigassi. Ein Buch welches bis zu meinem Kauf, in der Schulbliothek monatlich bei mir in Ausleihe gewesen ist. An dieser WM haben auch die Italiener sensationell, vor den USA mit fünf Spielern aus dem Miracle-Team, den Ligaerhalt geschafft. Auch diese Bilder sind, im Buch der obengenannten Welschen Journalisten, allgegenwärtig.
Die nächste WM in Tampere folgt 1991 und wird am TV, mit Aufsteiger Schweiz, täglich infiltriert und in einem Büchlein mit Zeichnungen, Kaderlisten und Resultaten verewigt. Es folgen zwölf Jahre ohne Rampenlicht für die Stadt der finnischen Hall-of-Fame (Jääkiekkomuseo), weder ein finnischer Meistertitel, noch ein weiteres internationales Turnier bringen Tampere ins internationale Scheinwerferlicht. 2003 folgt der erste Titel Tapparas seit 1988 und dazu, gleich noch die vierte Weltmeisterschaft in der altehrwürdigen Hakametsä-Jäähalli.
Wieder knapp 20 Jahre vergehen, ehe die Weltmeisterschaft im Frühling 2022 wieder an den Tammerkoski kommt. Dies ist auch der Moment bei dem meine Frage von 1993 beantwortet wird, denn der Stromschnellen wird endlich persönlich in Augenschein genommen. Der Bau der Nokia-Arena bringt die finnische „Hockey-Hauptstadt„, denn die beiden Teams haben zusammen 35 finnische Meistertitel (Kanada-malja) in ihrem Palmarès und bringen zudem die NHL-Global-Series in die Halle des finnischen Telefonanbieters.

Das Team mit dem Luchs gehört mit 15 Meistertiteln zu den bekanntesten Hockey-Adressen Europas. (Krein)








Wenn der Luchs (Ilves) in der Wildnis (Wild) ist, dann treffen Ilves Tampere und die Minnesota Wild aufeinander. Die NHL-Stars um Mikko Koivu setzen sich 2010 im «grünen» Duell erst im letzten Drittel, vor 4’625 Fans, mit 5:1 durch. 2009 gewinnt Tappara Tampere als zweites finnisches Team ein Spiel gegen eine NHL-Organisation (Florida Panthers), es ist der erste finnische Sieg seit 28 Jahren, vor 6’203 Zuschauern. 1994 verliert Tappara Tampere in Helsinki gegen die Winnipeg Jets, mit Teppo Numminen und Teemu Selänne, mit 2:8. Bereits im Herbst 1975 gastieren die WHA Teams Winnipeg Jets und Toronto Toros beim finnischen Meister.




