Bozner Geschichte

Es ist ein heisser Sommertag, niemand denkt in der Umgebung der Bozner Eiswelle „Palaonda“ an Eishockey, ein kleiner, geschlossener Imbissstand in den Farben des HC Bozen deutet einzig auf den Eishockeysport hin. Auch das Eisstadion, welches 1994 auch WM-Schauplatz ist, ist auf den ersten Blick nicht als Eishalle auszumachen. Die Stadion-Beiz ist offen und eine Handvoll Stammgäste diskutiert schon am frühen Nachmittag feuchtfröhlich mit dem Stadionwirt. Dieser gewährt, durch das Stadionbeizli hindurch, auch im Sommer Einlass in die Heimstätte des erfolgreichsten italienischen Clubs der Neuzeit.

Ruhmreiche Hallendecke

Die Saison 2012-13 ist leider schon Geschichte und die unteren Sitzreihen in der Multifunktionshalle, wie beim Zürcher Hallenstadion, schon eingefahren. Dennoch gibts noch Spuren aus der vergangenen Meisterschaft, ein Matchprogramm liegt noch auf der Medientribüne. Als Qualifikationsdritter scheitert Bozen vorzeitig im Viertelfinal am späteren Meister AS Asiago. Für die Bozner ist es vorerst die letzte Meisterschaft in der heimischen Serie-A, die Südtiroler wechseln auf kommende Saison in die österreichische Erste-Bank-Eishockey-Liga (EBEL).

Damit verliert die Serie-A, welche in den 90er Jahren ihre letzte Blütezeit erlebt, den wichtigsten Klub der heimischen Liga. Unter der Hallendecke der Bozner Eiswelle hängen Fahnen von 19 italienischen Meistertiteln, in schweizerdeutsch ausgedrückt, es ist als würde der HC Davos in die KHL wechseln. Ein Tiefschlag für die italienische Liga, eine Chance für Bozen, welches sich durch den Ligawechsel neue finanzielle- und sportliche Möglichkeiten erhofft.

Wie einst in der Alpenliga?

Bozen spielt schon früher eine grosse Rolle in der landesübergreifenden Meisterschaft der 90er Jahre, in der Alpenliga spielen die Südtiroler immer an der Spitze mit und holen 1994 und 1995 zweimal den Titel. In Italien kommt vorerst kein neuer Titel dazu. Mit dem wechsel nach „Österreich“ wird das „alte“ Matchprogramm auf der Pressetribüne zum Relikt und ist schon heute ein bisschen Geschichte und der HCB schreibt seine Geschichte künftig in der EBEL.

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