Wer hätte das gedacht, als man mir im Sommer das Spiel Ambri-Ajoie der 16. Runde zugeteilt hat. So dachte ich, es ist zwar eine Partie am Tabellenende, doch ein Match im Tessin, dem schönsten Kanton des Landes, ist immer willkommen. Zwei Monate später lädt der Besuch im schönsten Kanton jedoch zum Spitzenkampf. Der Tabellenzweite trifft auf den Sechstplatzierten, was? Wirklich niemand, niemand hätte dieses Szenario voraussagen können. Solche Geschichten schreibt nur der Sport.
Die Geschichte auf dem Eis schreibt in der 20. Minute ein ehemaliger Seeländer, Miles Müller, am Vorabend noch mit einer Magenverstimmung im Bett, verlädt Tim Wolf bei seinem ersten Saisonspiel zum 1:0. Die Gottardo Arena tobt fast wie zu Valascias Zeiten. Der zweite Seeländer welcher im Line-Up hatte stehen können, ist Ajoie’s Livio Christen. Dieser sitzt drei Meter neben mir auf der Medientribüne.
Der harte Alltag des 20-jährigen Lyssers führt ihn via Ambri nach Bellinzona. Nach dem Spiel fährt ihn Ajoie-Sportchef Julien Vauclair, auf dem Weg nach Lugano, in ein Hotel nach Bellinzona, wo er am Sonntag mit dem Partnerteam EHC Arosa gegen die GDT die «Nationalliga-B-Partie» bestreiten wird. Vorher bezwingen die Leventiner die Jurassier in einem unspektakulären Spiel, sicher mit 3:0, das wars. Müller kommt zum Interview und Christen fährt nach Bellinzona.
Ambri -Ajoie 3:0 (1:0, 2:0, 0:0)
20′ Müller (Worge-Kreü, Heed) 1:0,
39′ Muggli (Järventie, Worge-Kreü) 2:0,
40′ Joly (Schnarr, Järventie) 3:0.
Gottardo Arena: 6491 Zuschauer
SR: Lemelin, Tscherrig; Urfer, De Paris
Str. (Am): 3×2′
Str. (Aj): 2×2′
