Gespenstischer Meisterschaftsausfall

Erst zum zweiten Mal seit Gründung der Nationalliga 1937, wird kein Meister gekührt. Letztmals gibts dies 1940, anlässlich der Mobilmachung im zweiten Weltkrieg. 80 Jahre sind eine lange Zeit und ein Menschenleben erlebt dies vielleicht einmal. Für vier aktuelle Klubs aus der National-League ist dies bereits zum zweiten Mal der Fall.

Am 19. November 1939 sitzen die Delegierten des Schweizerischen Eishockeyverbandes (SEHV), darunter auch der berühmte «Ni-Sturm» mit Bibi Torriani, Hans und Pic Cattini, in Zürich an der Generalversammlung. Unter der Leitung von Militär-Hauptmann J. Hediger wird die Schweizermeisterschaft abgesagt. Dies weil viele Spieler im Aktivdienst tätig sein müssen. Neben zwei Länderspielen (gegen Schweden und Italien) finden nur regionale Meisterschaften und ein Ersatzturnier für den Spenglercup statt.

Davos, Bern, Lausanne und Zürich sind schon zum zweiten Mal betroffen.

Michael Krein

Im Rahmen der Generalversammlung werden neben der Absage der Meisterschaft, auch die Klubs HC Sion, EHC Flims, EHC Murten, HC Le Locle, HC St. Imier, Rüti-Zürich und HC Les Diablerets in den Verband aufgenommen. Neben zahlreichen Freundschaftsspielen, gewinnt der HC Davos, im Ersatzturnier (je drei Spiele) für den Spenglercup, vor dem Zürcher SC, dem EHC Basel und dem Kombinationsteam EHC Arosa/SC Bern. In der Westschweiz wird am 11. Februar 1940 ebenfalls ein Turnier ausgetragen, der HC Lausanne gewinnt das Finalspiel gegen den HC Champéry mit 5:2. der HC Château d’Oex holt vor Lausanne II den dritten Platz.

Erst zum zweiten Mal seit Gründung der Liga

Der Zürcher SC (ZSC Lions) als Qualifikationssieger und «Geister-Meister», sowie der HC Davos (3. Rang) stehen auch im Frühling 2020 an der nationalen Spitze. Aus der letzten Epoche spielen heute nur noch Lausanne und der SC Bern im Oberhaus. Nur diese vier Klubs sind innert 70 Jahren zum zweiten mal von einem nationalen Meisterschafts-Abbruch betroffen. Historisch bleiben auch die beiden letzten Geisterrunden, welche sich im Nachhinein als Endspiele der Saison 2020-21 erweisen. Derweil haben fast alle Ligen ihren Spielbetrieb eingestellt oder spielen unter Ausschluss von Zuschauern.

Gespenstisches Ambiente unterhalb der Medientribüne. (Hervé Chavaillaz)

Foto: Das MySports-Duo Krein (De)/Beuchat (F) beim Geister- und letzten Spiel in Biel. (Hervé Chavaillaz)

Gespenstisches hat auch Gutes… #geisterspiele 👻 #swissicehockey 😷 #drecksvirus 🤬

Gepostet von eishockeyblog.ch am Samstag, 7. März 2020

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