Es ist wie im Film «Und täglich grüsst das Murmeltier», wo der TV-Wetteransager Phil Connors, gefangen in einer Zeitschleife, immer wieder den gleichen Murmeltiertag erlebt. Statt in einer Zeitschleife sitze ich in einer Pandemie-Schleife und komme zwar nicht täglich, aber seit Oktober einmal monatlich zum Tigertag in Langnau. Statt nach Genf, Lausanne oder Biel verschlägt es mich Pandemie-Bedingt immer wieder ins Emmental.
Ausser Lugano habe ich seit dem Saisonstart kein anderes NL(A)-Stadion gesehen. Immer ist es die Ilfishalle und wie in «Und täglich grüsst das Murmeltier», begegnen mir auch immer die gleichen Leute. Im Presseraum gegrüsst jeweils Tiger-Pressechef Rolf Schlapbach und Speakerin Christine Nyfeler tippt die Aufstellungen ein. Neben meinem Kommentatoren-Platz sitzt Alfred Bohren, Aufnahmeleiter Marin Keller speist mich mit Informationen vom Spielfeldrand und «Eismeister» Zaugg begrüsst zum Pausen-Kaffee mit einer knackigen Bemerkung im Presseraum.
Der Tiger verliert immer
Und das Murmeltier in Form des Tigers? Auch der Spielausgang bleibt immer gleich, der Murmel-Tiger verliert jedesmal, allerdings nicht immer gegen den gleichen Gegner. Im Oktober gegen Rapperswil-Jona, im November gegen Lugano, im Dezember gegen Freiburg-Gottéron und im Januar gegen Biel. Die einzige Konstante ist der Tiger, welcher monatlich in der Ilfishalle grüsst. Wenn ich nicht aus der Pandemie-Schleife komme bleiben mir bis zum Saisonende im April noch drei weitere Spiele in Langnau.
Neue Personen
Connors, der TV-Wetteransager aus dem «Murmeltier-Film», kann der Zeitschleife nur durch gewisse Taten entkommen. Ob auch ich in Langnau eine Mission zu erfüllen habe? Mit dem Dutzend von anwesenden Leuten habe ich mich in den letzten Monaten ausgetauscht, allerdings sind beim Tigertag im Januar neue Personen aufgetaucht. Die Biel-Fraktion um Geschäftsführer Daniel Villard, Sportchef Martin Steinegger oder Goalietrainer Marco Streit zählt nicht dazu, diese wechseln jeweils mit dem Gegner. Aber was ist mit den neuen Figuren Jakob Kölliker oder Jaroslav Tuma? Tuma ist der Agent von Biel-Neuzuzug Perttu Lindgren und ist durch seine Sparta-Prag-Mütze trotz Maske zu erkennen.
Oder schliesst sich nach dem Interview der Kreis? Mit Samuel Kreis unterhalte ich mich vor dem Interview über fernöstliche Köstlichkeiten des wohl besten asiatischen Restaurant der Hauptstadt am Hirschengraben 11. Der Rückkehrer trifft nach einer einmonatigen Verletzungspause bereits nach elf Sekunden. Arirang-Curry oder Schweinefleisch Bul-Go-Gi? «Nein ich nehme immer Nudeln mit Poulet», sagt mein fast Namensvetter, der kürzlich mit seinem ex-Teamkollegen Jan Neuenschwander am Tisch neben mir sass. Ob der Tiger auch im nächsten Monat grüsst oder ob sich der «Kreis» durch seine Aussage «ich weiss wo es hingeht» nun geschlossen hat?
Julien Sprunger hat Geschichte geschrieben. (Krein)
Julien Sprunger kann heute Geschichte schreiben, nur noch ein Skorerpunkt fehlt dem 34-jährigen um den Klubrekord von Wjatscheslaw Bykow zu egalisieren. 651 Skorerpunkte hat Bykow zwischen 1990 und 1998 für die Freiburger realisiert. Ein 22-jähriger Rekord kann also heute gebrochen werden, dies im beschaulichen Emmental. Immer wieder Langnau und immer wieder anders als geplant heissen die Spiele in der kompliziertesten Saison aller Zeiten.
Eigentlich hätte Gottéron heute ja in Lugano gespielt und Genf-Servette wäre ins Emmental gefahren. Stattdessen kommt es zur 135. NLA-Begegnung (auch vor Einführung der Playoffs mitgezählt) zwischen Emmentalern und Üechtländern und die Chance einen sporthistorischen Moment zu erleben. Solche Momente liegen manchmal in der Luft, kommt dazu, dass ich in den letzten 18 Jahren einige hockeyhistorische Schlüsselmomente miterleben durfte.
„Michu mich erwärmt dieses Spiel nicht““
— Alfred Bohren
Doch die Partie entpuppt sich im zweiten Drittel als zähe und lustlose Angelegenheit, kaum eine nennenswerte Szene erwärmt die wenigen Gemüter. Neben mir sitzt, wie in Langnau üblich, Hockey-Koryphäe Alfred Bohren und sagt „Michu mich erwärmt dieses Spiel nicht“, die Spielzüge passen zur bitterkalten Ilfishalle. In der Pause wird die Angelegenheit immerhin durch ein angeregtes Gespräch zwischen Bohren und dem ersten Schweizer Stanley-Cup-Sieger kurzzeitig aufgeheizt.
Erst in der Schlussphase
Auch der Hauptprotagonist bleibt bis zur 48. Minute blass. Dann punktet Sprunger mit der Vorlage zum 4:0 durch Daniel Brodin und die Partie beginnt zumindest sporthistorisch an Bedeutung. In den letzten zwölf Minuten gehts nur noch um Sprungers Rekord oder den ersten Shutout von Goalie-Neuling Connor Hughes (sprich „Juus“). Der Freiburger Captain hat in 17 Spielen vier Punkte erzielt und heute soll er zweimal punkten?
Und er tut es, in der 58. Minute realisiert Sprunger seinen 652. Skorerpunkt und überholt den Ausnahmekönner aus der ehemaligen Sowjetunion. Und dieser gehört zu den ersten Gratulanten per Whatsapp, wie Sprunger im Interview erzählt. Die kalte Ilfis-Nacht gerät ins vergessen und das sporthistorische Ereignis lässt den 15. Dezember 2020 in die Geschichtsbücher eingehen. Und Hughes? Feiert ganz nebenbei noch seinen ersten Sieg und Shutout in der National-League und wer weiss, vielleicht gewinnt auch dieses Ereignis erst in 22 Jahren an Bedeutung?
Match in Langnau, einen Tag vorher wird bekannt gegeben, dass statt Lausanne Lugano im Emmental gastiert. Durch die Quarantäne der Waadtländer wird das Spiel der 16. Runde, vom 24. November auf den Freitag, den 13. vor-verschoben. Ich selber hätte eigentlich den Lugano-Match am 24. November kommentieren sollen, durch eine Absage eines Kommentators, dessen Name mir soeben entfallen ist, bin ich zum Handkuss „Langnau – Lausanne“ gekommen, oder eben wieder zu meinem eigenen Spiel.
Lugano statt Olten
Anders als geplant verläuft dieser Tag auch für Olten-Hüter Simon Rytz. Nach dem Morgen-Training in Olten, wird der Keeper kurzfristig für Lugano abkommandiert. Dies weil Ersatzgoalie Sandro Zurkirchen verletzungsbedingt fehlt und Juniorengoalie Davide Fadani mit Biasca in der Quarantäne sitzt. So tritt Rytz statt den Heimweg, den Weg nach Lugano (am Samstag im Tessinerderby) via Langnau an, der Seeländer ist im Laufe seiner 21-jährigen Nationalliga-Karriere schon mehrfach kurzfristig eingesprungen.
„Bereits als 14-Jähriger ein Training beim Drittligisten SC Scheuren“
— über Simon Rytz
Wie einst heute?
Die Flexibilität welche Rytz seit jeher an den Tag legt, ist in der verfluchten Corona-Saison zur wichtigsten Eigenschaft geworden. Alles ist anders, so gibt es in Langnau erstmals, seit das Fernsehen über die Spiele der Langnauer berichtet, keinen Parkplatz-Einweiser. Langnau-Legende Michael Horisberger brätelt keine Hamburger, im sonst proppenvollen Tigersaal stehen Fitnessgeräte und im Presseraum führt Rolf Schlapbach nicht durch die Konferenz.
Aber auch früher gabs für die Schüler eine Zeit, wo man die Spiele der Langnauer nicht besuchen durfte, erzählt Langnau-Kultfigur Alfred Bohren: „Die Lehrer haben dies verboten, erst ab 15 durfte man an den Match“, so auch der spätere Schweizermeister von 1976, welcher das erste Spiel zwischen Langnau und Lugano, am 6. November 1971 vermutlich deswegen verpasst hat. Ob man sich in 49 Jahren auch nur noch vage an das Zuschauerverbot im Jahr 2020 erinnern kann? Und wer sich nicht mehr die Kurzeinsätze von Rytz erinnern kann…
Datum
Vertrag
in Ausleihe
Gegner
Minuten
26.2.2005
ChdF
Genf
a-Zug 2:3
0
3.3.2005
ChdF
Genf
a-Zug 1:3
0
1.3.2011
Ajoie
Biel
a-Ambri 1:2
0
3.3.2011
Ajoie
Biel
Ambri 2:1
0
23.10.2012
Gottéron
Zug
a-ZSC Lions 2:3nP
65:00
27.10.2012
Gottéron
Zug
a-Kloten 5:0
60:00
30.10.2012
Gottéron
Zug
Biel 7:4
60:00
2.11.2012
Gottéron
Zug
a-Bern 1:5
60:00
6.1.2013
Gottéron
Martigny
a-Thurgau 3:2
60:00
10.1.2013
Gottéron
Martigny
Visp 4:3nP
65:00
13.1.2013
Gottéron
Martigny
a-Ajoie 2:4
60:00
20.1.2013
Gottéron
Martigny
Basel 3:4
60:00
8.10.2013
Biel
Genf
a-Lausanne 1:2
60:00
17.11.2017
Olten
Biel
a-Davos 2:3
59:24
13.11.2020
Olten
Lugano
a-SCL Tigers 4:2
0
14.11.2020
Olten
Lugano
Ambri 4:2
0
a = Auswärts. – nur Kurzeinsätze mit weniger als 5 Spielen sind aufgeführt.
SCL Tigers – Lugano 2:4 (1:1, 1:1, 0:2) Ilfishalle. – 37 Zuschauer – SR Salonen/Flury, Progin/Duarte. – Tore: 3. Julian Schmutz (Flavio Schmutz) 1:0. 19. Bertaggia 1:1. 25. Morini (Ausschluss Blaser) 1:2. 28. Flavio Schmutz 2:2. 48. Arcobello 2:3. 49. Riva 2:4. – Strafen: SCL Tigers 7-mal 2 plus 10 Minuten (Earl), Lugano 6-mal 2 plus 10 Minuten (Arcobello). – Bemerkungen: SCL Tigers ohne Salzgeber (verletzt); Dostoinov, Melnalksnis, Huguenin, Stettler, Erni und Petrini (alle überzählig), Lugano ohne Lajunen, Sannitz, Zurbuchen (alle verletzt). 55. Time-out SCL Tigers, SCL Tigers von 54:56 bis 55:16 sowie ab 56:58 ohne Goalie und mit sechstem Feldspieler. Flavio Schmutz (SCL Tigers) und Riva (Lugano) als beste Spieler ausgezeichnet. SCL Tigers: Punnenovs: Brännström, Glauser; Leeger, Blaser; Schilt, Grossniklaus; Lardi, Guggenheim; Weibel, Maxwell, Earl; Julian Schmutz, Flavio Schmutz, Neukom; Berger, Diem, Sturny; Kuonen, In-Albon, Andersons. Lugano: Schlegel (Rytz); Riva, Heed; Wellinger, Loeffel; Chiesa, Nodari; Wolf; Fazzini, Arcobello, Bodker; Carr, Kurashev, Bürgler; Suri, Herburger, Lammer; Bertaggia, Morini, Walker; Traber.
Stellen sie sich vor, sie sind in Quarantäne, kommentieren aber live aus Langnau? Doch der Reihe nach. Das Eishockey-Lexikon von Horst Eckert ist bis heute immer noch das grösste physische Eishockey-Nachschlagewerk des deutschsprachigen Raumes. Über die Faszination dieses Werkes könnte ich einen eigenen Blog schreiben. Inhalt dieser Faszination ist auch der Buchstabe «Q», welcher alle Begriffe wie etwa Quebec Nordiques, Qualifikation oder Querlatte beinhaltet. Einem Begriff habe ich bisher nie besondere Beachtung im Zusammenhang mit dem Eishockeysport gegeben: «Quarantäne (franz.) – Absonderung», steht auf der Seite 142, des 1993 im Copress-Verlag erschienenen Werkes. Was heisst denn Quarantäne im Zeitalter der jüngsten Seuche des Weltgeschehens?
Quarantäne, der Hockey-Begriff wird erst 2020 zum Mythos. (Krein)
Das Wort «Quarantäne» gelangte im 17. Jahrhundert, wie italienisch «quarantena» aus französisch «quarantaine» («vierzig») ins Deutsche. So gab es bereits 1374 in Venedig eine Sperre für pestverdächtige Schiffe und bezeichnete diese als «quaranta giorni» (vierzig Tage). Keine vierzig Tage, aber zehn Tage dauert die Quarantäne für «Covid-19-Verdächtige», die Sperre gilt dabei nicht nur für eine Hafenstadt, sondern für das ganze Land, ja sogar für die ganze Welt. Kurz nach der Wiederaufnahme der langersehnten Eishockey-Meisterschaft, purzeln die Quarantäne-Fälle wie Dominosteine durch das Tagesgeschehen und die Teletext Seiten ab 316 färben sich rot (verschoben).
„Die Hiobsbotschaft kommt noch während des Trainings, aber drei Tage zu spät!“
— Michael Krein
Im Nachwuchsbereich wurden wir bis am 21. Oktober verschont, doch die Hiobsbotschaft kommt noch während des Trainings, kurz nach Trainingsende mit der Lysser U13 hat der ganze Trainerstaff mehrere Nachrichten und verpasste Anrufe auf dem Telefon. Bisher war beim SC Lyss nur die 1. Mannschaft betroffen, doch die Spieler des Fanionteams helfen auch beim Nachwuchs kräftig mit, neben Trainings der U13-, stehen die Cracks auch in der Hockeyschule auf dem Eis.
Einer steht ausnahmsweise auch als Assistent bei den U13-Top an der Bande. Bei uns (in meiner Hockey-Jugend) war dies einst der damals unbekannte Sean Simpson, nie werden wir dies vergessen. So auch die aktuelle U13 nicht, nie werden sie den Kanadier mit Schweizerpass vergessen, wenn er einst an der Weltmeisterschaft 2043 die Schweiz zu WM-Gold führen wird. Eine schöne Geschichte, jedoch gepaart mit Nebengeräuschen, denn der hilfsbereite Ersatzcoach erhält drei Tage später die «positive» Covid-19-Nachricht und die «Pest» kommt vom Schiff ans Land.
Reicht der Kaffee für die Quarantäne?
Das normale U13-Spiel vom Sonntag wird plötzlich zum Hitchcock-Finale. Ein offizielles Schreiben des Präsidenten liegt bereits elektronisch vor, alle Details sind zu beachten und zu prüfen. Wer sich beim U13-Spiel vom Sonntag, 18. Oktober, während 15 Minuten im Umkreis von anderthalb Metern neben dem Kanadier mit Schweizerpass befand und dabei keine Maske getragen hat, muss in Quarantäne. Die Betroffenen beginnen zu rechnen und den Tagesablauf zu rekonstruieren. In der Kabine haben die Coaches eine Maske getragen, an der Bande aber nicht, jedoch war der Abstand jeweils grösser als die anderthalb Meter. Einziger Knackpunkt: Vor dem Spiel haben die drei Coaches an der Buvette einen Kaffee zusammen getrunken, dieser Moment entpuppt sich als Schlüsselereignis für die Pest-Frage.
Ruhe und Distanz auf der Lysser Bank, drei Tage vor dem Sturm. (Iwan Fink)
Um auf Nummer sicher zu gehen, entscheiden alle Protagonisten in Rücksprache mit ihren Arbeitgebern und dem Präsidenten sich in die zehntägige Quarantäne zu begeben. Es ist wie in einer Overtime, der Puck fällt zugunsten der Sicherheit, der Glaubwürdigkeit und dem gesunden Menschenverstand auf die Seite der Quarantäne. Was ist mit den Kindern? War keiner der Spieler länger als 15 Minuten neben dem sich bereits in Isolation befindenden Trainer? Was ist mit den drei Spielern, welche das Türchen neben dem pestverseuchten Trainer gemacht haben?
Wie einst in Venedig, sitzt der Pestkranke mit den Pestverdächtigen auf dem Schiff, jedoch haben sich alle «Verseuchten» bereits drei Tage frei im «Hafen von Venedig» bewegt. Das ist die Lücke der Quarantäne, du sitzt bereits drin, bevor du es weisst. Und was, wenn der Kaffee-Entscheid zu Ungunsten der Quarantäne ausgefallen wäre? Dann wäre nur der Pestkranke auf dem Schiff hängen geblieben. Und was ist mit all denen welche den Kaffee-Entscheid ganz für sich alleine hätten fällen können, wären sie freiwillig auf dem Pestschiff geblieben?
Ein «Einzeiler» wird zum Mythos
So unbedeutend die «Lexikon-Quarantäne» über Jahrzehnte auf Seite 142 dahinvegetierte, umso wirkungsvoller ist ihre aktuelle Position im Weltgeschehen. Ihre Anwendung bleibt grösstenteils im eigenen Ermessen jedes Einzelnen. Der bisherige «Einzeiler» hat nun auch bei mir den Status des Mythos erreicht und hat seinen kleinen Platz im Eishockey-Lexikon auf ein ganzes Kapitel erweitert.
Mythos Langnau Corona-Konform, die Interviews (Flurin Randegger) werden mit dem nötigen Abstand und allen Hygiene-Vorschriften jeweils sauber durchgeführt.(Krein)
Alle beteiligten Personen haben die Quarantäne ohne Symptome nach zehn Tagen wieder verlassen.
Am 29. Februar dieses Jahres fand die letzte Runde statt (ich war in Langnau), sieben Monate später endet die längste Pause der obersten Spielklasse seit der Eishockey-Neuzeit (nach dem 2. Weltkrieg). Am 1. Oktober, empfängt der HC Lugano zum Saisonauftakt die ZSC Lions. Viele Leute tummeln sich vor Spielbeginn vor der ehemaligen Resega, fast zeitgleich mit der Türöffnung um 18 Uhr 30, kommen die «Jüngsten» aus den Kabinen der Trainingshalle. Ein Lugano-Angestellter verteilt Gratis-Schals, mit dem Lugano-Slogan «Non molare mai» (Gib nie auf) an alle Zuschauer.
Die HCL-Fanschals werden vor der Cornèr-Arena an die Zuschauer abgegeben. (Krein)
Nie aufgegeben haben auch der Verband, die Klubs und die Liga. Die Hallen sind auf Covid-19-Kapazitäten umgerüstet worden, so fasst die Cornèr-Arena in Lugano nicht mehr 7’200 Plätze, sondern 3’500 Corona-konforme-Plätze. Die Curva-Nord glänzt erstmals mit schwarzen Schalensitzen (siehe Titel-Foto). Vorher gehts aber durch eine professionelle und saubere Eintrittsprozedur. Sämtliche Journalisten müssen sich mindestens 24 Stunden vor Spielbeginn auf der Homepage Luganos registrieren und werden in eine «Media HCL-WhatsApp-Gruppe» von 28 Teilnehmern aufgenommen.
Sauberer Ablauf
Vor der Türöffnung werden alle Medienleute mit einem Ticket und einem gelben Armband, welches Zutritt zur Interview-Zone gewährt, ausgestattet. Dann gehts los, pünktlich zur Türöffnung, folgt eine zweite Registrierung mittels einem QR-Code, welcher beim Haupteingang zu scannen ist. Mit diesem Code gehts zur zweiten Online-Registrierung, welche durch einen Zahlencode per SMS zugestellt wird. Für ältere Personen und technische Banausen wie mich, stehen Helferinnen und Helfer im Einsatz.
Lugano-COO Jean-Jacques Aeschlimann empfängt die ersten Journalisten beim Haupteingang. (Krein)
Die Eingangskontrolle wird durch den Manager des operativen Geschäfts oder den COO Jean-Jacques Aeschlimann, welcher Verbindungen bis in unser kleines Dorf hat, unterstützt. Abstände und Laufwege in die Cor(o)nèr-Arena sind gekennzeichnet und sauber abgesperrt. Es geht auf dem direkten Weg in die obere Etage der «Resega.» Das Betreten der Halle ist bereits eine Genugtuung, endlich wieder Eishockey, endlich wieder eine Arena, endlich wieder ein Ernstkampf und endlich wieder ein Einsatz für das gesamte Schweizer Eishockey.
„Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein grosser Schritt für das Eishockey.“
— Krein
Corona-Konform verpackt sind auch Kopfhörer und Mikrofon. (Krein)«Media-Away-Team» statt «Media-All-Star-Team», Luganos Zugang zu den Interviews. (Krein)
«Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein grosser Schritt für das Eishockey», könnte ich passender nicht ausdrücken und dennoch ist es ein bisschen so, wie wenn es nie eine Pause gegeben hätte. Den Spielern wird bereits beim Einlauf auf das Eis für das Warm-up applaudiert, denn alle sitzen im gleichen Boot, ob Zuschauer, Funktionäre, Schiedsrichter, Spieler oder Journalisten. Nur noch wenige Minuten bis zum Start, die Nervosität steigt nicht nur bei mir sondern auch bei den Akteuren auf dem Eis, das «top» von Regisseur Louis Trautmann kommt pünktlich um 19 Uhr 40, dann gehts los, für das Lugano-Spiel bedeutet dies «MySports-Kanal 5» und das Kapitel der «Corona-Pause» ist Geschichte.
Boedker und der Pizza-Baecker
Die beiden Hauptattraktionen Mikkel Boedker und Sven Andrighetto schreiben ebenfalls Geschichte, die ehemaligen NHL-Cracks bestreiten ihre erste Partie in der National-League, dies gilt auch für Daniel Carr, Tim Heed und Philipp Kurashev. Der 11-fache Nashville-Spieler Carr erzielt seine Tore 1 und 2 in unserer Liga, Boedker und Kurashev geben ihre ersten Vorlagen und Niklas Schlegel kommt zum ersten Saison-Shutout. Nur die Gäste bleiben blass. Nach dem Interview mit Matchwinner Schlegel, gehts zu den Schiedsrichtern, Linesman Thomas Wolf ist ebenfalls ein Seeländer, ich habs so kommentiert, der Lengnauer kommt beim «Swiss-Hockey-Day» immer nach Lyss. Wie in Lugano üblich, gibts für die Referees nach Spielschluss immer eine Pizza aus der hauseigenen Pizzeria im «Ristorante Club 41», etwas was auch ich mir beim speziellsten Saisonauftakt aller Zeiten nicht entgehen lasse.
Die Pizza Prosciutto im «Ristorante Club 41» in Lugano, schmeckt zum Saisonauftakt so gut wie Luganos Spiel. (Krein)
Ein normaler Mittwoch in Arosa, in Lindemann’s Overtime Bar kümmert sich der Herr des Hauses liebevoll um seine Gäste. Im Buch «Arosa in 100 Geschichten», widmet Autor und Herausgeber Peter Röthlisberger, Guido Lindemann vier Seiten und bezeichnet ihn als «der letzte König.» Bei diesem letzten König habe ich eine Audienz, Guido setzt sich mit einem Espresso zu mir an den Tisch und erzählt von seinem Unfall, von den Enkelkindern im fernen Leksand und von der Verletzung seines Sohnes Kim, welcher vermutlich die ganze Saison mit dem EHC Arosa verpassen wird.
Guido Lindemann, vor seinen legendären Trikots in seiner Overtime Bar. (Krein)
Selbst während des Gesprächs entgeht Lindemann nichts, er begrüsst und verabschiedet kommende und gehende Gäste und hat jeden Winkel seiner Bar, welche gleichzeitig ein Lindemann-Museum ist, im Auge. «Tschau Guido», begrüsst Lindemann den neusten Gast, «er war unser Meistergoalie», erklärt Lindemann. Guido Brun? Habe ich im Hinterkopf, während der andere Guido, zwei Gäste aus Langnau verabschiedet, dazu gibts noch eine Langnauer Anekdote, welche Brun für Lindemann ergänzt.
Ich werde hellhörig und eine spannende Runde scheint sich anzubahnen. Durch meine Herkunft landen wir in Lyss und Brun erzählt vom Meistertitel 1980 in Biel, «die Nacht vor dem Meistertitel logierten wir in Lyss und hatten noch ein Training», beide Meisterspieler von 1980 kommen ins Schwärmen und Anekdoten der Meisternacht von Biel fliessen nur so über den Bartisch. Am liebsten hätte ich mein iPhone gezückt und alles aufgenommen, doch das würde den magischen Moment zum kippen bringen und die Geschichten beeinflussen.
„Am liebsten hätte ich mein iPhone gezückt und alles aufgenommen.“
— Krein über den Moment mit Brun und Lindemann
Torhüter Guido Brun gab nach seinem Shutout beim Meistertitel 1980 den Rücktritt. (Krein)
Der Meistergoalie erzählt von seinem Stammclub, dem SC Luzern, Richard Bucher, seiner Zeit beim HC La Chaux-de-Fonds, von Lasse Liljas Goalietraining am Mittag und der Schussqualität von Markus und Guido Lindemann. Brun selber wechselte in meinem Geburtsjahr vom Spitzenclub La Chaux-de-Fonds zu Arosa. Mit den Neuenburgern wurde er zweimal Vizemeister, doch 1980 musste endlich der Titel her. «Jetzt oder nie», wusste Brun in der Nacht vor dem Meistertitel. Die Ausgangslage war äusserst Spannend, Arosa musste in Biel gewinnen und Davos musste zuhause den SC Bern bezwingen.
Brun wie Eruzione
Arosa siegte vor 9’000 Zuschauern in Biel mit 3:0, Guido Lindemann schoss in der neunten Minute das Game-Winning-Goal, während der SC Bern in Davos mit 3:8 unterlag. Bruns Vorahnung wurde mit seinem einzigen Meistertitel belohnt und der Luzerner hat, wie Mike Eruzione nach Olympia-Gold in Lake Placid, seine Karriere mit der Goldmedaille beendet. «Doch diese Geschichten interessieren heute nur noch uns selber», sagt Brun, dennoch dürfen solche Anekdoten nicht verloren gehen, sie gehören zum Kulturgut des Eishockeysports.
Matthias Kappeler führt den EHC Arosa mit viel Herzblut ins nächste Kapitel. (Krein)
Und wie stehts heute um Arosa? Bei einem Abstecher im EHC Arosa-Fanshop an der Poststrasse gibts nicht nur Bruns und Lindemanns Geschichte in Bildern, sondern auch die aktuellsten Fakten zum Traditionsclub. Der neue Geschäftsführer, welcher auch den Fanshop führt, Matthias Kappeler, der Nachfolger von Adrian Fetscherin, erzählt von den Herausforderungen beim Nachwuchs und Spielbetrieb in der MySports-League. Die zwölf Nachwuchsspieler über die Stufen U13 bis U20 trainieren gemeinsam in Arosa, spielen aber beim EHC Lenzerheide-Valbella. Derweil klingelt das Telefon und der ehemalige Meisterkeeper Brun ist am Apparat, es geht um das Fanionteam. Auch wenn die alten Geschichten heute kaum noch interessieren, Arosas Eishockey lebt von den Legenden von gestern, dies auch an einem ganz normalen Mittwoch?
Mannschaftsfotos sind die wohl wichtigsten Zeitzeugen einer Sportequipe. Als Spieler ist es ein stolzes Gefühl, seine Mannschaft im neusten Tenü zu repräsentieren. Jeder will eine gute Falle machen, dies zieht sich von den Kleinsten bis zu den Grössten wie ein roter Faden durch die Fotoszenerie. In der Kabine werden noch Haare gekämmt und gestylt, Trikots werden zurecht gerichtet, Stulpen in die richtige Lage gezerrt und Klebebänder dezent oder versteckt angebracht. Die Sitz- und Stehordnung ist Sache des Fotografen. Schlechte Teamfotos fallen sofort ins Auge und bleiben schlecht bis in alle Ewigkeit. Zehn genaue Minuten und es lohnt sich.
Der Zeitzeuge wird zur Geschichte
Jede Mannschaft erzählt ihre Geschichte anhand ihres Fotos, taucht heute ein Teamfoto von 1986 auf, werden die verschiedenen Gesichter sofort kommentiert und der wichtige Zeitzeuge wird zur Geschichte. Hockeytechnische Pionierarbeit in Sachen Mannschaftsfotos leistete zwischen 1981 und 1993 das Jahrbuch „Eishockey“ vom Habegger-Verlag. Unvergessen sind auch die Edelausgaben von „Champions“ von Bernard Thurnheer im Weltrundschau-Verlag, dort wurden jeweils bis in die unterste Liga Equipen aus sämtlichen Mannschaftssportarten publiziert. Zeitzeugen die heute auf der Klub-Homepage im Jahrestakt wieder verschwinden und vielleicht nur durch ein Klub-Bulletin in ein paar Jahren zur interessanten Gesprächsrunde auftauchen.
Fotograf Tobias Gerber agiert nicht nur vorbildlich mit der Gesichtsmaske, sondern auch beim richten der Spieler. (Krein)
Das ordnen und einreihen lohnt sich, Spieler werden wegen ihrer Grösse getauscht, Spieler mit neongrünen Schnürsenkel werden nach hinten in den „Senkel“ gestellt. Da sitzen noch drei mit „roten“ statt „blauen“ Handschuhen, ab nach hinten, wer die passenden Stulpen nicht trägt geht ebenfalls nach hinten. Für die einen ist dies reines Theater, für die anderen ist es Feinarbeit und der Drang nach Perfektion. Die Schweden sind darin führend, ihre „Lag-Bilder“ gehören seit den 80er Jahren zur fototechnischen Weltspitze und dies über sämtliche Stufen. Zurück zur zehnminütigen Hektik. Die Handschuhe gehören auf die Knie, die Schlittschuhrichtung in die Achse der Fotokamera, der Fotograf bittet nun alle ihren Blick direkt ins Auge der Kamera zu richten. Jetzt ist der entscheidende Moment, wer jetzt patzt, patzt für die Foto-Herrlichkeit in Ewigkeit.
Kaum jemand kommt in der Promenade von Gstaad auf den Gedanken, dass im Saanenland einst Spitzeneishockey zelebriert worden ist. Nicht zu übersehen ist die alte Holztribüne, welche durch die Gstaad-Swiss-Open oder den Beach-Volleyball-Major-Series bis heute im Rampenlicht des Spitzensports steht. Im Winter steht dort die Eisbahn des HC Gstaad-Saanenland, einem Viertliga-Klub. Doch auch im Eishockey gibt es in der Luxus-Metropole einst Spitzensport, zu den Zeiten des HC Rosey Gstaad. Das Internat «le Rosey» aus Rolle, am Genfersee, geniesst während seiner Blütezeit Gastrecht in Gstaad.
Drei Meistertitel
Die «welschen» Saanenländer holen zwischen 1921 und 1925 drei Schweizermeistertitel und spielen bis 1933 in der Serie-A, der obersten Spielklasse der Schweiz und parallel in der internationalen Schweizermeisterschaft, die Meisterschaft wird zu dieser Zeit doppelt ausgetragen, einmal mit- und einmal ohne Söldner, mit. Das Spitzenteam spielt in den Anfängen auch auf der Eisbahn des berühmten Gstaader-Palace-Hotels, auf dem Oberbort, der besten Lage in Gstaad. Spitzeneishockey unter freiem Himmel im «Hotel-Garten» des Palace, welches im Dezember 1913 eröffnet wird.
Zahlreiche Finalspiele um die Schweizermeisterschaft finden in Gstaad statt, am 6. Februar 1921, holt Rosey den einzigen Titel vor heimischer Kulisse mit einem 12:6-Sieg gegen die Akademiker Zürich. Am 2. Januar 1927, verliert Rosey das Finalspiel in Gstaad gegen den späteren Rekordmeister HC Davos mit 1:7. Ein Jahr später, am 4. Februar 1928, revanchiert sich Rosey in der internationalen Meisterschaft mit einem 4:3-Heimsieg gegen Davos. Total holen die Puckjäger von Le Rosey acht Meistertitel (darunter fünf in der internationalen Meisterschaft).
Eishockey auf dem Eis des Hotel Palace in den 20er Jahren. (Gstaad Palace Hotel)
Das Gstaad Palace beeindruckt, auch ohne Eisbahn, noch 100 Jahre später. (Krein)
Vom früheren Glanz des Gstaader Eishockeys ist nur noch das Palace-Hotel geblieben, ansonsten gibts kaum noch Zeitzeugen der goldenen Eis-Epoche. Einzig in einem Schaufenster (Titelfoto) eines Kleidergeschäfts lässt einem ein schwarz-weiss Abzug der «blau-weissen» kurzzeitig in die Belle-Époque der Puckjäger des berühmten Internats vom Genfersee abschweifen.
Gstaader Zukunft
Zum letzten Mal im Eishockey-Rampenlicht steht Gstaad am 7. Februar 2009, anlässlich des Open-Air Länderspiels zwischen der Schweiz und der Slowakei (4:3nP). Organisator des Freilicht-Spektakels ist Ruedi Kunz, aktueller Präsident des HC Gstaad-Saanenland und Turnierdirektor des Beachvolley Swatch-Major-Gstaad. Der Sohn des ehemaligen Aktivspielers und Swiss-Ice-Hockey-Funktionärs ist ebenfalls auf dem Weg ins Rampenlicht. Tim Kunz hat bis zur U17 sämtliche Juniorenstufen bei Gstaad-Saanenland durchlaufen und spielt bei den U20-Elit-Junioren des EHC Biel-Spirit. Die Geschichte des HC Rosey ist zwar vorbei, doch die Geschichte des Gstaader Eishockeys floriert, wie das Palace, auch noch 100 Jahre nach der Blütezeit.
Eine der längsten Epochen eines Klub-Betreuers geht im Sommer 2020 zu Ende. Nach 45 Jahren legt Rudolf Krähenbühl sein letztes Amt als Schlittschuhschleifer beim SC Lyss nieder, aus gesundheitlichen Gründen, wie der Rentner betont. Damit endet eine Ära wie sie in der Schweiz wohl nur noch mit dem Davoser Paul Berri (seit 1966 im Amt) oder dem Zürcher Peter Schrag (seit 1971 im Amt) zu vergleichen ist.
Krähenbühls erste Aufgabe ist der Spieltisch, welchen er zwischen 1975 und 1977 betreut. Zwischen 1977 und 1993 betreut «Ruedi», der zwischenzeitlich auch das Tor der zweiten Mannschaft hütet, das Lysser Fanionteam. Als Torhüter stehen auch seine beiden Söhne Daniel und Roger auf dem Eis, letzterer bis 1989 auch im Fanionteam. In Ruedis Epoche schaffen die Lysser zweimal den Aufstieg in die NLB, müssen aber auch zweimal wieder absteigen und stehen 1993 kurz vor dem finanziellen Kollaps.
Geben sie diesem Mann 3’000 Franken
Siegfried Meyer
Während der kräfteraubenden NLB-Zeit will Ruedi in einem schlechten Moment das Handtuch werfen, ehe der Deutsche Präsident Siegfried Meyer den Kassier bittet, dem Herrn Krähenbühl 3’000 Franken bar auf die Hand zu legen. Das ist nur eine von vielen Anekdoten die Ruedi zu erzählen weiss. Unvergesslich bleibt auch das Lysser Trainingslager im Herbst 1990 im kanadischen Toronto, wo auch der spätere WM-Silbercoach Sean Simpson mit dabei ist.
Nach dem 1. Liga-Abstieg 1993, konzentriert sich Krähenbühl auf seinen Schleif-Service für den ganzen Klub und die umliegenden Gastvereine. In seinem Schleifcontainer am Lysser Sägeweg, ist der gesprächige Schleif-Fachmann anfangs jeweils Samstags, und später jeweils täglich anzutreffen. An seinen ersten Kunden 1980 kann sich Ruedi nicht mehr erinnern, allerdings an die Kanadier der NLB-Zeit oder an den türkischen Meistergoalie Orhan Yildirir, welcher sich vor seiner Abreise zum Istanbul Paten Kulübü den letzten Schliff für die Türkische Liga bei Ruedi holt.
40 Jahre Schleiferfahrung
In der 56-jährigen Lysser Klubgeschichte schleift Ruedi 40 Jahre lang die Schlittschuhe und es gibt Spieler, heute längst bei den Senioren, die ihm bis im Frühling dieses Jahres ihre Schlittschuhe anvertrauen. Eine fiktive Filmfigur würde sagen: «Er weiss alles was man übers Schleifgeschäft wissen muss» und dieses Know-How bleibt nun in hunderttausenden von Schlittschuhkufen für immer verborgen und sein Container (Foto) für immer geschlossen, «Ruedi» aber wird auch künftig noch in der Seelandhalle anzutreffen sein.
Schlittschuh-Fachmann Ruedi Krähenbühl bei seiner Lieblingsbeschäftigung 2019. (Krein)
Das zweisprachige MySports-Duo Krein/Beuchat beim Geisterspiel in Biel. (Hervé Chavaillaz)
Noch am Spieltag kommt die Hiobsbotschaft in einer Livesendung von Bundestrat Alain Berset, heute Abend wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt. Also steht zum ersten Mal seit meiner Einführung ins Hockey-Leben ein Spiel ohne Zuschauer auf dem Programm. Einst hab ich fasziniert vom berühmten Geister-Final in der italienischen Serie-A zwischen dem HC Mailand und den Devils Mailand gelesen, unvorstellbar musste dies damals gewesen sein, in einem Final der sonst vor 10’000 Zuschauern im Forum ausgetragen worden war.
Heute trete ich selber an Ort und Stelle und es ist als ob all die Science-Fiction-Filme vor der Stadiontüre ihr Unwesen treiben würden. Schon der Gang zur Tissot-Arena ist unreal wie in einem schlechten Film. Wie Will Smith in „I’m Legend“ spaziere ich vom leeren Parkplatz Richtung Arena, die Sonne steht kurz vor dem Untergang und demnächst werden nach der Unterführung ein paar Zombies um die Ecke kommen. Besser läufts auch drinnen nicht, denn die Türen innerhalb der Arena sind überall abgeriegelt und eine Handvoll Journalisten steckt zwischen Lift und Presseplätzen in der Pufferzone fest.
Bieler und Zürcher laufen ein und für einmal hat sogar das U13-Spiel mehr Zuschauer. Die Atmosphäre ist gespenstisch und unfassbar. Auch einen Tag später in Langnau spukt es im Emmental beim Derby gegen Biel. Jeder Fotograf, Eismeister oder Betreuer, wie im Falle des Bielers Hugo Aegerter, kann namentlich erwähnt werden. Die beiden Endrunden entpuppen sich als vorzeitiges Saisonende und so wird zum zweiten Mal seit Gründung der Nationalliga (1937) kein Meister gekührt. Letztmals gabt dies 1940, aufgrund der Mobilmachung im zweiten Weltkrieg.
Gespenstisches Ambiente unterhalb der Medientribüne. (Hervé Chavaillaz)
Am 19. November 1939 sassen die Delegierten des Schweizerischen Eishockeyverbandes (SEHV) in Zürich an der Generalversammlung. Unter der Leitung von Militär-Hauptmann Hediger wurde die Schweizermeisterschaft abgesagt. Dies weil viele Spieler im Aktivdienst tätig sein mussten. Neben zwei Länderspielen gegen Schweden und Italien gabs nur regionale Meisterschaften und ein Ersatzturnier für den Spenglercup. Der HC Davos siegte am Ersatzturnier, vor dem Zürcher SC, dem EHC Basel und dem Kombinationsteam EHC Arosa/SC Bern. In der Westschweiz wurde am 11. Februar 1940 ebenfalls ein Turnier ausgetragen, der HC Lausanne gewann den Final gegen den HC Champéry mit 5:2.
„Davos, Bern, Lausanne und Zürich sind schon zum zweiten Mal betroffen.“
— Michael Krein
Wie damals stehen auch heute Zürich, als Qualifikationssieger und heimlicher «Geister-Meister», sowie Davos an der nationalen Spitze. Aus der letzten Epoche spielen heute nur noch Lausanne und der SC Bern im Oberhaus, diese vier Klubs sind zum zweiten mal von einem Abbruch betroffen. Unter Ausschluss von Zuschauern spielte letztmals der HC Lugano, am 7. September 2001 mussten die Tessiner, aufgrund der Ausschreitungen vom Playoff-Final gegen die ZSC Lions, zum Saisonauftakt gegen den SC Rapperswil-Jona ohne Zuschauer antreten.
Ein Biel-Akteur hat einen Zusammenhang und wird deshalb zum Interview gebeten, Jason Fuchs‘ Vater Régis war beim letzten Geisterspiel auf Schweizer Eis in Lugano dabei. Jason kennt sogar die Geschichte seines Vaters, wie er im Interview zur speziellen Atmosphäre in Biel erzählt. Und passend zur Situation gibts am Ende der Meisterschaft unter den letzten „überlebenden“ in der Amag-Lounge ein Bier der Marke Corona.
Wie der Vater, so auch Sohn Jason Fuchs (im Interview), beide spielten schon vor leeren Rängen. (Hervé Chavaillaz)
Der Victoria Cup, die höchste Trophäe des europamerikanischen Club-Eishockeys wird 2008 und 2009 nur zweimal ausgespielt. Schade, denn beide Spiele, zwsichen dem europäischen Champion- und einem Original-Six-Team der National-Hockey-League sind ein absoluter Knüller. Es folgen zwar weiter europäische Titelträger, jedoch keine Austragung der Superlative mehr und das ist sportlich- und spektakeltechnisch ein Jammer.
Die prestigeträchtige Trophäe steht seit dem Herbst 2009 und dem Sieg der ZSC Lions gegen die Chicago Blackhawks in den Räumlichkeiten des Hallenstadions und wird irgendwann in Vergessenheit geraten. Dabei wäre ein Duell zwischen dem aktuellen europäischen Titelträger und einer Organisation aus Übersee heute ein absolutes Spektakel.
In ihrer europäischen Dominanz gibts für die Schweden aus Göteborg keinen Gegner mehr, nur noch der Victoria Cup wäre ein echter Gradmesser. Warum nicht eine Dreierpoule mit dem CHL-, dem Gagarin-Cup- und dem Stanley-Cup-Sieger? Das Format wäre in Sachen Prestige kaum zu überbieten. Frölunda kam bereits viermal zum NHL-Vergleichsgenuss, zweimal 1981, 2008 und 2011 gastierten die Überseer im Scandinavium von Göteborg, die letzten beide Vergleiche verloren die Indians mit 1:4 und 2:4 gegen Ottawa und die New York Rangers.
Seit Headcoach Roger Rönnberg 2013 das Zepter in Göteborg übernommen hat, konnte seine Mannschaft schon sechs Titel feiern. Frölunda hat noch keine CHL-Saison verpasst und stand in sechs Spielzeiten fünfmal im Final. Seit der Wiedereinführung der europäischen Königsklasse sind die Indianer das Mass aller Dinge, eine bessere Mannschaft gibts nur noch in der NHL oder der KHL.
Frölunda findet immer einen Weg
Dies spürt im CHL-Viertelfinal auch der EHC Biel, der mit dem 3:2-Auswärtssieg in Schweden eine hervorragende Ausgangslage hat. Bis zur 57. Minute führen die Seeländer gegen den Titelverteidiger wieder mit 3:2 und stehen mit einem Bein im Halbfinal. Doch Frölunda ist eben Fölunda und findet immer einen Weg, in Biel dauert er für die Tore zum 3:3 und 3:4 nur 19 Sekunden. In der Overtime kommt der logische Todesstoss durch den zweifachen Torschützen Patrik Carlsson. Schon in den Achtelfinals kehren die Indianer aus Westschweden eine 3:6-Auftakt-Niederlage im Rückspiel in einen 8:2-Sieg gegen ihre Landsleute aus Karlstad.
Zu schnell für den Bieler-Spieltisch, der fünfte Treffer Frölundas wird nicht mehr registriert, es steht immer noch 3:4. (Krein)
Die Freiburger empfangen ihre Gegner direkt auf der Baustelle. Schon den richtigen Eingang zu finden ist eine Challenge, doch dies hat auch was Faszinierendes. Man wird einst erzählen können, wie es damals gewesen war, während des Umbaus der alten Patinoire St. Léonard, die schon BCF-Arena hiess, zur neuen BCF-Arena in den Jahren 2019 und 2020. Trotz des Umbaus verfügen die Freiburger immer noch über den fünfthöchsten Zuschauerschnitt der National-League.
Um die Ecke, kommen einem plötzlich die Spieler des Gästeteams auf einem schmalen, mit Kunststoffmatten ausgelegten Baustellen-Pfad, entgegen. Ohne Schlittschuhe kann man auf den rohen Betonboden ausweichen, deshalb haben die Spieler klaren Vortritt. Das «Gerüst» der alten Halle bleibt auch nach dem Umbau bestehen, nur aussen wird angesetzt, ähnlich wie einst in Rapperswil. Ein Highlight für jeden Nostalgiker, denn auch die Kabinen der zweifachen WM-Halle bleiben zur Hälfte bestehen und werden gegen aussen vergrössert.
Perttu Lindgren im alten… (Krein)
…und neuen Baustellengang. (Krein)
Gäste-Durchgang zu den Spielerbänken. (Krein)
Presse-Platz-Aussicht. (Krein)
Auf dem «Gang» zu den Presseplätzen durchquert man einen Rohbau auf mehreren Stockwerken, doch es ist ersichtlich, wenn hier alles fertig ist, wird diese Arena eine Bereicherung für die Liga. Bis es soweit ist, gilt für Spieler und Funktionäre, sich weiterhin vorsichtig zu bewegen, denn ein Fehltritt mit dem Schlittschuh und der Team-Betreuer ist gefragt.
Und der Ausgang? Bei meinem ersten Besuch und durch den bis anhin gewohnten Ausgang in Richtung Basketball-Halle von Fribourg Olympic, habe ich mich fast verlaufen. Die Lichter der Halle wurden bereits gelöscht und ich irrte immer noch durch die Baustelle. Mit einem nassen Schuh, durch einen Fehltritt ins kühle Baunass, habe ich meinen Irrgang durch das Baustellen-Labyrinth als letzter in Richtung Friedhof, der liegt gleich nebenan, verlassen.
Stell dir vor du hast über die Weihnachtstage nur zwei Eishockeytermine – und beide – am gleichen Tag. Der 27. Dezember lädt früh morgens nach Bern, zum Nachwuchsturnier Novo-Future-Cup, welches ich aus familiären Gründen erstmals als „Vater“ besuche. Bereits um 17 Uhr 45 lädt ein Vispertermin(en), das Bergdorf nennt sich jedoch „Tärbinu“ und hat nichts mit einem Termin zu tun, zum Nationalliga-B oder Swiss-League-Knüller zwischen dem EHC Visp und dem HC La Chaux-de-Fonds ins Wallis.
Autoverlad Lötschberg oder nicht? Noch während des Nachwuchs-Turniers nehme ich die Route via Genfersee Richtung Wallis. Die alte Litterna-Halle habe ich – zu meiner eigenen Schande – nie gesehen, dafür die neue Lonza-Arena gleich im Eröffnungsjahr. Die Bildungslücke Visp sollte sich endlich schliessen, auch wenn „Visp“ in meiner Selbstverständlichkeit vor allem aus alten Erinnerungen belebt wird, doch da sind auch die grossen aktuellen Exportschlager „Hischier oder Senn.“
Apropos Export, ein Lysser-Export in Visps Diensten ist Patric Hofstetter. Wenn Walliser nach Übersee ziehen, ziehen Lysser ins Wallis, ein Jahr nach Nico Hischiers Debüt in New Jersey, debütiert Hofstetter in Visp. Was Lysserisches scheint hier aber schon länger zu schlummern, an der Wimpelwand, welche aus der alten Litterna-Halle gezügelt wurde, hängt ein Lysser-Wimpel der 80er Jahre in der Werkstatt des Eismeisters.
Mit Gabriel Gasser und Wimpel.Historische Wimpelwand. (Krein)
Das sind wir wieder bei den alten Erinnerungen, Lysser und Visper duellierten sich einst in der Nationalliga-B 1979-80 und Mitte der 80er Jahre in den Aufstiegsspielen zur NLB. Genau aus dieser Zeit muss das „Fanion“ stammen. Immerhin sind heute zwei dieser „Lysser“ Nachkommen in Visp, jedoch nur einer auf dem Eis.
Oder drei oder vier? Kurz nach Spielschluss läuft mir Hofstetters Onkel hinter der Tribüne über den Weg, also noch ein „Lysser.“ Onkel-Hofstetter war einst mein Trainer, Andreas „Res“ Habegger durch unsere Begegnung ebenso überrascht. Nach dem Spiel wartet der Habegger/Hofstetter-Clan auf seinen Schützling und auch ich sage noch kurz „Hallo“, bevor es dann von meinem Vispertermin(en) via Lötschberg zurück geht, in die Heimat Hofstetters.
Bereits am Nachmittag treffen die ersten Fans aus Augsburg in der Bieler Tissot-Arena ein. Im offiziellen EHCB-Fanshop, beim Eishockeyausrüster Conte erkundigt sich die Augsburg-Vorhut nach Fanartikeln, die Verkäufer können der Unterhaltung nicht folgen, die Augsburger klären die «Bieler» auf, heute ist «Champions-League», was Fussball? Soviel zum Stellenwert, zur Akzeptanz und vor allem zum Interesse der coolsten Liga Europas. Der Null-Acht-Fünfzehn Hockey-Schweizer kümmert dies so wenig wie Crocodile Dundee der Wochentag: «Welchen Tag haben wir heute Wally?»
Amüsant höre ich der Unterhaltung zu und äussere mich nicht. Die Augsburg-Fans sollen heute in Überzahl sein und so weiter der Tenor. Fünf Stunden später wissen wir. Der Fansektor der Tissot-Arena füllst sich schon eine Stunde vor Spielbeginn. Die Bayern sind per Sonderzug zum Sonderpreis in einem Sondertrikot angereist. Die Stimmung ist fröhlich und der Deutsche Anhänger zeigt uns wies geht. Als «neutraler» Beobachter und Eishockeyliebhaber eine grossartige Stimmung, so muss die Champions-Hockey-League sein.
Und die Partie hält was sie verspricht, Spannung pur und ein wahrer Krimi bis zum Schluss, inklusive Overtime, alles ist dabei. Jeder vermeintliche «Fan» der heute Abend kuscht, verdient es lieber 100-mal den SCB oder die SCL Tigers zu sehen, als einmal einen Leckerbissen der anderen Art. Die Partie ist an Spannung und Dramatik, inklusive Torhüterwechsel durch die Verletzung von Augsburgs Olivier Roy, kaum zu überbieten und der Held heisst einmal mehr, Toni Rajala. Was für ein Geniestreich in der Overtime, der smarte Finne lässt gleich alle drei Gegner ins leere laufen.
Beim SC Lyss in der MySports-League (MSL) spielt der 10-fache Biel-Spieler Kristian Suleski. Der punktbeste Verteidiger, der in Biel den Sprung (noch) nicht geschafft hat, nimmt unter dem ehemaligen Elite-Trainer Serge Meyer einen neuen Anlauf. Der läuferisch starke «Back» gehörte an der U18 Weltmeisterschaft 2015 in Zug und Luzern, zum letzten grossen Schweizer Team.
Tor im WM-Halbfinal
Suleski schoss im WM-Habfinal gegen Finnland, gegen den aktuellen Columbus Blue Jackets-Prospect Veini Vehviläinen, den zwischenzeitlichen 2:1-Führungstreffer für die Schweiz. Aus der Mannschaft von Manuele Celio, welche erst in der Overtime den WM-Final verpasst hat, spielen heute Nico Hischier, Denis Malgin und Jonas Siegenthaler in der NHL und mit Calvin Thürkauf steht ein weiterer auf dem Sprung in die beste Liga der Welt.
Zehn Akteure spielen in der National-League, sechs in der Swiss-League, und einer in der 1. Liga. Warum spielt der sechstbeste WM-Skorer von damals beim HC St. Imier und warum haben es sechs Spieler bis zum NHL-Draft geschafft? In einer Karriere entscheidet oft nur ein Quäntchen Glück über «Sein oder Nichtsein.» Eine Verletzung, ein verpasstes Training-, ein Klub- oder Trainerwechsel kann eine Laufbahn in eine andere Richtung lenken.
Zwischenstation
Für Suleski ist die MSL nur eine Zwischenstation, der Seeländer hat für den SC Langenthal, zusammen mit seinen U18-Weggefährten Alain Bircher und Serge Weber, bereits vier Spiele in der Swiss-League bestritten. Derweil kreuzen sich die Wege von Roger Karrer und Raphael Prassl im Nationalteam beim Deutschland-Cup.
Suleskis MSL-Punkt-Spiele
Datum
Gegner
Tor
Assist
25.9.2019
a-Düdingen
1
0
28.9.2019
a-Huttwil
0
1
5.10.2019
Wiki
1
2
16.10.2019
Wiki
1
2
Suleski gehört, wie in jedem Spiel, zu den besten Lysser Akteuren, gegen Arosa steuert der Verteidiger mit der Rückennummer 88 seinen sechsten Assist- und seinen neunten Skorerpunkt zum zwischenzeitlichen Ausgleich bei. Trotz Suleski reichts gegen Mitaufsteiger Arosa an diesem Abend nicht zu einem Punktegewinn der Seeländer.
Der Auftrag ist klar, im Rahmen unserer Sendung «behind-the-bench» (auf MySports One) soll es ein Doppelinterview mit den Matte-Zwillingen, Louis (HC Genf-Servette) und René (HC Ambrì-Piotta) geben. Schon im Presseraum der Les-Vernets-Halle gebe ich meine Interview-Wünsche bekannt. Mein Tessiner Kommentatoren-Pendant fragt, wer der beiden Matte-Zwillinge denn älter sei? René ist eine Minute älter als Louis. Und Louis erklärte mir mal in Biel: «Nicht einmal unser Vater kann uns auseinanderhalten, wenn wir Einzel erscheinen.»
Genf-Louis besiegt Ambrì-René
Das Spiel ist zu Ende, René Matte und Ambrì haben gegen Louis Matte und Genf-Servette mit 1:3 verloren, Louis ist schon da und wir warten gemeinsam auf seinen Bruder René. Nun muss ich mich konzentrieren, denn René muss links im Bild stehen, dass heisst auf meiner rechten Seite, René muss rechts-, zu meiner linken Seite im Bild stehen. Die Vorgabe muss eingehalten werden, sonst sind die beiden während des Interviews falsch angeschrieben (die Untertitel in Erlenbach sind schon bereit). Zumindest die Eselsbrücke «René-rechts und Louis-links» funktioniert.
Schach-Matte
Die Matte-Zwillinge wechseln kurz vor dem Interview nach einmal die Seiten, ich konzentriere mich auf die Fragen und die Eselsbrücke, bemerke die falsche Konstellation nicht mehr rechtzeitig und starte mit dem brisanten Doppel-Interview. Die Frage an Louis geht an René und die Matte-Zwillinge haben mich kurzerhand «Schach-Matte» gesetzt – ach ja und die Eselsbrücke? Die Brücke hab ich nicht mehr gesehen, aber den Esel.
Die ersten beiden Heimspiele in der neuen Vaudoise-Arena verlieren die Lausanner gegen den HC Genf-Servette und den HC Davos. Bei der Hauptprobe vor zwei Tagen gegen die Bündner gibts sogar eine 1:7-Klatsche. Denkbar schlechte Vorzeichen im ersten Vergleich mit einem NHL-Team der Waadtländer Klubgeschichte. Für die Philadelphia Flyers ist Lausanne die Hauptprobe und Headcoach Alain Vigneault fordert ein agieren wie am kommenden Freitag, beim Meisterschaftsauftakt in Prag gegen die Chicago Blackhawks, welche am Vorabend in Berlin gegen die Eisbären mit 3:1 gewinnen.
„Für die ist es der Stanley-Cup-Final“
— Alain Vigneault
Lausanne ist hervorragend eingestellt und führt nach 14 Minuten, in der ausverkauften Arena, bereits mit 3:0. Im Mitteldrittel erhöht die Mannschaft von Ville Peltonen, mit dem zweiten Treffer in Überzahl, bereits auf 4:0. Was ist mit den Flyers? Headcoach Vigneault sagts bereits vor dem Spiel: «Für die ist es der Stanley-Cup-Final, für uns nur ein Freundschaftsspiel». Anders als auf dem Eis, dominieren die Gäste den Fanartikel-Verkauf, die offiziellen Shops der Lausanner dürfen nichts verkaufen, so die Weisung der NHL. Zu kaufen gibts nur Artikel der Global-Series und der Philadelphia Flyers. Dafür darf neben Flyers-Maskottchen Gritty auch Lausannes Leo durch seine eigen Halle spazieren.
Im sechsten Vergleich zwischen einem NL- und einem NHL-Team, holt Lausanne den dritten Sieg für die Schweiz. Für Philadelphia ist es die dritte Niederlage im sechsten Spiel gegen eine Mannschaft vom alten Kontinent. Für die Vaudoise-Arena ist es das erste Highlight vor der ersten Weltmeisterschaft in der «Olympiastadt» seit 1961.
Lausanne – Philadelphia Flyers4:3 (3:0, 1:1, 0:2) Vaudoise-Arena. – 9’600 Zuschauer (ausverkauft). – SR Salonen/O’Halloran, Kaderli/Suchanek. – Tore: 5. Herren 1:0. 11. Emmerton (Bertschy, Genazzi/Ausschluss Hayes) 2:0. 14. Genazzi (Oejdemark, Jooris) 3:0. 24. Vermin (Jeffrey/Ausschluss Farabee) 4:0. 26. Giroux (Couturier) 4:1. 46. Bunnaman 4:2. 58. Couturier (Twarynski, Philadelphia ohne Torhüter) 4:3. – Strafen: Lausanne 1×2 Minuten, Philadelphia 2×2 Minuten. – Bemerkungen: 44. Boltshauser hält Penalty von Giroux. – 58. Timeout von Philadelphia, ab 57:59 bis 57:50 und ab 58:30 ohne Torhüter. Lausanne: Stephan (33. Boltshauser); Lindbohm, Frick; Heldner, Junland (2); Grossmann, Nodari; Genazzi, Oejdemark; Vermin, Jeffrey, Kenins; Bertschy, Jooris, Herren; Moy, Emmerton, Almond; Antonietti, Froidevaux, Traber; Leone. Philadelphia: Hart (24. Elliott); Sanheim, Provorov; Braun, Gostisbehere; Niskanen, Hägg; Myers, Morin; Konecny, Giroux, Couturier; Voracek, Hayes (2), Farabee (2); Van Riemsdyk, Laughton, Lindblom; Twarynski, Bunnaman, Raffl.
Wie der EHC Biel, hat auch der HC Lugano die gleichen drei Schlüsselpositionen mit Finnen besetzt. Der neue Headcoach Sami Kapanen, Verteidiger Atte Ohtamaa (ausgesprochen Oochtama) und Stürmer Jani Lajunen sind das Gegenstück zu Antti Törmänen, Anssi Salmela und Toni Rajala. Ohtamaa holte im vergangenen Frühling in Bratislava, zusammen mit Rajala, den dritten Weltmeistertitel Finnlands. Komplettiert wurden die beiden durch die Schweizer Söldner Petteri Lindbohm (Lausanne) und Harri Pesonen (SCL Tigers).
Zwölf finnische Weltmeister
Doch bereits acht Jahre vor dem aktuellen «Schweizer-Quartett», veredelten sich Lajunen und Salmela an der gleichen Wirkungsstätte mit dem zweiten WM-Gold für Finnland. Zum finnischen Gold-Team gehörten zudem die früher- oder späteren «Schweizer» Juhamatti Aaltonen (Bern), Jarkko Immonen (Zug), Jesse Joensuu (Bern), Niko Kapanen (Zug), Janne Niskala (Zug), Janne Pesonen (Ambri-Piotta), Antti Pihlström (Freiburg-Gottéron), Mika Pyörälä (Bern), Tuomo Ruutu (Davos) und Teammanager Timo Jutila (Bern).
Zwei Drittel des Weltmeisterteams von 1995
Das erste finnische Gold-Kunststück aber haben die drei aktuellen National-League-Trainer Kapanen, Törmänen und Ville Peltonen (Lausanne) bereits 1995, beim ersten WM-Titel Finnlands, geschafft. Zu den «Helden von Stockholm», gehörten neben der gesamten Verteidigung um Erik Hämäläinen (SCL Tigers), Timo Jutila (Bern), Marko Kiprusoff (Kloten), Janne Niinimaa (Davos), Peters Nummelin (Davos und Lugano) Mika Strömberg (Chur) und Hannu Virta (Grasshoppers und ZSC Lions), auch Tero Lehterä (Basel und Ambri-Piotta), Mika Nieminen (Grasshoppers), Janne Ojanen (Lugano), Ari Sulander (ZSC Lions) und Raimo Summanen (Bern und Trainer in Rapperswil-Jona), sowie Headcoach Curt Lundström (Kloten).
Im Fazit heisst dies, wer mit Finnland Weltmeister wird, wird höchstwahrscheinlich irgendwann in seiner Karriere in der Schweiz landen. Aktuell spielen, neben den drei Trainern, vier Weltmeister von 2019- und zwei Weltmeister von 2011 in der National-League.
In den ersten drei Partien der Champions-Hockey-League kommt beim EHC Biel die namenlose Nummer 42 zum Einsatz. In seinen ersten Einsätzen gegen den norwegischen Meister Frisk Asker kreiert der «Namenlose» bereits mehrere gefährliche Situationen vor dem Kasten von Nicklas Dahlberg, nun wird auch unter den Zuschauern getuschelt und gemunkelt wer die Nummer 42 wohl sein mag.
Der auffällige Stürmer stand knapp zwei Wochen vorher noch in Zuchwil mit der Nummer 66 auf dem Eis, beim MySports-Vorbereitungsspiel zwischen dem SC Lyss und dem EHC Bülach (4:2). Roman «Romik» Karaffa heisst das 20-jährige Bieler Nachwuchs-Juwel. Der Slowake ist vor fünf Jahren, durch Empfehlung seines Agenten Louis Liesch, von Spisska Nova-Ves in die Schweiz gekommen. Der Stürmer, der in seiner Heimat jeweils die Camps der slowakischen Legende Zdeno Ciger besucht hat, gilt daher neu als «Hockey-Schweizer» und belastet das Ausländer-Kontingent nicht.
Der Topskorer der Bieler Elite-Junioren (55 Punkte in 50 Spielen) wird in dieser Saison mindestens bei drei Mannschaften zum Einsatz kommen: Neben dem Fanionteam des EHC Biel und den Bieler Elit-Junioren, wurde der smarte Flügelstürmer, der auch in der Centerposition eingesetzt werden kann, beim SC Lyss mit einer B-Lizenz ausgestattet. Beim Partnerteam und MySports-League-Aufsteiger wird Karaffa viel Verantwortung übernehmen können. Der neue Lyss-Headcoach Serge Meyer hatte den Spielmacher bereits in den vergangenen zwei Jahren in seinem Kader.
Mit Karaffa steht beim SC Lyss erstmals seit «1993» wieder «Ausländer» im Kader. Beim Abstieg aus der Nationalliga B (NLB) vor 26 Jahren trugen die beiden Kanadier Dave Baseggio und Kent Hulst als letzte Söldner das Lysser Trikot. Lyss-Trainer Meyer absolvierte damals als 16-Jähriger seine erste NLB-Saison. In welchem Spiel Karaffa bei Lyss sein Debüt in der MSL geben wird ist noch unklar. Im ersten Testspiel buchte die Reihe mit Karaffa, Gauthier Girardin und Fabio Mattioni bereits in der vierten Minute den ersten Treffer. Für Lyss also, wie früher desto besser.
Tappara Tampere gilt in der Gruppe A der Champions-Hockey-League als Gruppenfavorit, der Qualifikationszweite- und Halbfinalist der finnischen «Liiga», nimmt bereits zum sechsten Mal in Serie in der europäischen Königsklasse teil. Dabei hat die Mannschaft von Trainer Jukka Rautakorpi die CHL-Playoffs noch nie verpasst. Im Direktvergleich mit Schweizer Teams hat der finnische Rekordmeister aus sechs Spielen gegen den SC Bern (2014-15), den EV Zug (2015-16) und den HC Lugano (2016-17) eine ausgeglichene Bilanz.
Ein Franzose und ein Belgier
Die Mannschaft befindet sich im Umbruch, zwölf Spieler haben den Spitzenclub verlassen, welche alle ersetzt werden müssen. Emil Larmi (Pittsburgh) und Joona Luoto (Winnipeg) zog es in die NHL. Bereits vor drei Jahren verlor Tappara mit Supertalent Patrik Laine, seinen bekanntesten NHL-Export, an die Winnipeg Jets. Tapparas wichtigster Neuzugang ist der Franzose und letztjährige Freiburger Charles Bertrand. Ebenfalls im Kader der «Streitäxte» steht der erste belgische NHL-Draft, Torhüter Wouter Peeters. Der belgische Nationalgoalie ist im «Try-Out», kam aber bisher noch nicht zum Einsatz.
Biel und Europa
Für den EHC Biel ist es der erste Auftritt in der europäischen Königsklasse seit 1983, jedoch verfügen 16 Spieler über CHL-Erfahrung. Luca Cunti und Mike Künzle waren schon viermal dabei und Antti Törmänen, hat in drei CHL-Playoff-Teilnahmen mit IFK Helsinki, 2014-15 den Viertelfinal erreicht. Apropos Finnen, Anssi Salmela spielt bis 2008 für die Weiss-blau-orangen. Salmela und Rajala stammen jedoch von Tapparas Stadtrivale Ilves Tampere.
Rajala und Tappara
Toni Rajala gewinnt 2015 mit Lulea HF im Achtelfinal gegen seine Landsmänner von Tappara. In Finnland spielt Rajala während drei Spielzeiten mit Ilves gegen Tappara und ist mit seinen «Luchsen» zweimal vor den «Streitäxten» klassiert oder man könnte auch sagen «spielst du mit Rajala gegen Tappara, gewinnst du», dies klappt auch mit dem EHC Biel, auch wenn der smarte Finne nicht punktet, punktet seine Mannschaft gegen Rajalas ewigen Rivalen.
Der Schweizer Stolperstein in diesem Jahr hiess Kanada, 0.4 Sekunden fehlten dem Schweizer Nationalteam zum Einzug in den WM-Halbfinal. «Stolperstein», ist unser WM-Wort 2019. Den ersten «Stolperer» leistete sich unser Fahrer, mit einem kleinen Umweg, bereits auf der Anfahrt Richtung Flughafen Zürich. Den nächsten «Stolperer» leistete sich das Personal beim ersten Mittagessen im «Infiniti-Rock-Cafe» in der Altstadt von Bratislava, über eine Stunde liess die «Burger-Bestellung» auf sich warten. Gewartet hat am Tisch nebenan auch der überzählige Schweizer Goalie Robert Mayer.
Das Zimny Stadion Ondreja-Nepelu ist nach 1959, 1992 und 2011 zum vierten mal WM-Schauplatz. (Krein)
Beim Nachmittagsspiel stolperten dann die Italiener bei ihrer 1:7-Schlappe gegen Norwegen, ehe ein Teil unsere Reisecrew für die Tickets des Abendspiels vor den Toren des Stadions-Ondreja-Nepelu strauchelte. Über 250 Euro wollte die russische Ticket-Mafia für einen Eintritt. Mein Glück, war die Abwesenheit eines Vorstandsmitglieds und ehemaligen Spielers des EHC Meinisberg, dessen Name mir soeben entfallen ist. So war ich nicht «Torrianis-Erben», sondern «Meinisbergs-Erben» für die beiden Schweizer Partien gegen Schweden und Russland.
Drei Stolpersteine
Gestolpert sind auch die Schweizer – und zwar gleich dreimal in unserer Anwesenheit, allerdings sind Niederlagen gegen Schweden (3:4), Russland (0:3) und Tschechien (4:5) nicht wirkliche „Stolpersteine“, aufgrund des Schweizer Kaders allerdings waren die Erwartungen weit höher als dies noch vor 30 Jahren das Fall gewesen war. Damals hiessen die Stolpersteine an der B-Weltmeisterschaft in Oslo und Lillehammer Frankreich (2:5) und Italien (6:7), dies wären auch heute noch echte „Stolperer.“
„Die Italiener feiern schon vor dem Alpengipfel-Knüller!“
— Michael Krein (Hotelbar)
Italien erwies sich auch für unsere östlichen Nachbarn als echten Stolperstein. Die Azzurri, erstmals mit nur vier (Bardaro, McMonagle, Miceli und Rosa) Italokanadiern (Italos) an einer A-WM dabei, spielten vor ausverkauften Rängen mit Herz und Leidenschaft gegen die müde und blass wirkenden Österreicher. Patrick Kirchler, der Stadionbeizer des HC Pustertal in Bruneck, hat mir dies schon vor dem «Endspiel» im Alpenduell prophezeit: «Uns genügt ein Tor gegen Österreich», es waren schlussendlich vier Treffer, mit dem goldenen Penalty des «Italos» Sean McMonagle. Wobei die Italiener vor dem entscheidenden Spiel, bis in die frühen Morgenstunden in unserer Hotelbar gefeiert haben… (vorzeitig den Ligaerhalt?)
D’Szene isch ä chlini Bar irgendwo…
Apropos «ausverkauft», erstmals in der Geschichte der Hockey-WM, musste sich der «Schweizer» ernsthaft um Billette (nicht verwandt mit unserem Kommentator) bemühen. Dabei ist man nicht um die «sowjetische» Ticketmafia herum gekommen. Dreh- und Angelpunkt der Szene war das Stadioncafé «Pivaren Budik», dort konnte man für jedes Spiel ein Ticket kaufen, aber nicht zu jedem Preis. In unserer Crew hatten wir einen aus Tschechien stammenden Sbornaja-Liebhaber, welcher sich jeweils vor den «heissen» Spielen als unser «Winkelried» ins Stadioncafé stürzte. In der Zwischenzeit nippten wir am hässlichen Krusovice-Bier, welches im- und rund ums Stadion exklusiv ausgeschenkt wurde.
Bruneck-Legende Patrick Kirchler (links) prophezeit den Ligaerhalt der Italiener. (Krein)
Es gab sogar einen Einlass, welcher ohne Ticket erfolgte. Die auserwählten Schweizer wurden durch einen Seiteneingang ins Stadion gelassen, dann auf der Treppe, auf dem Weg zu den Sitzplätzen, gebeten ihren «Eintritt» zu bezahlen und auf halbem Gang ins Glück sich selbst überlassen, in der Hoffnung, beim öffnen der Türe im obersten Sektor, von niemandem entdeckt zu werden. Gestolpert sei dabei niemand, versicherte mir der Protagonist, bei seiner etwas kuriosen aber durchaus glaubhaften Geschichte. Ach ja, fast hätte ichs vergessen, «Stolperstein Frankreich», titelte im April 1989 das SLAPSHOT-Magazin, Nr. 8, an diesen Titel erinnerten sich zwei Mitglieder unserer Reisegruppe bei der Anfahrt zum Zürcher Flughafen und an der Burgdorfer Dammstrasse liegt sogar noch heute ein echter «Stolperstein» in den Farben der Franzosen…
…und Patrik Elias, der NHL-Millionär zeigte sich zwar fotogen, allerdings leicht arrogant oder genervt wirkend, sagte er «yes by walk», so bin ich kurz mit ihm der «Trnavska cesta» entlang gelaufen und hab geknipst, gestolpert bin ich glücklicherweise nicht. Ganz anders zeigte sich der Davoser Josef Marha und hat sich fünf Minuten Zeit genommen um über die Schweiz und die Welt zu reden, Marha der mich einst in Davos vor dem „Stolperstein Einbahnstrasse“ gerettet hat.
Tschechien und New Jersey Legende Patrik Elias (rechts) zu Besuch in Bratislava. (Krein)
Der Querschnitt der „vier scheenste dääg“, wie der Basler Fasnächtler sagen würde, führt durch die Ondrej-Nepela-Arena und deren Kuriositäten von österreichischen Tschechien-Fans, über Bier welches nicht rein darf und über ein komisches Sandwich.
Lettland wechselt beim Stand von 4:4, nach 58 Minuten 07 Elvis Merzlikins für Kristers Gudlevskis ein, 25 Sekunden später geht der Lugano-Goalie für einen sechsten Feldspieler wieder zurück auf die Spielerbank. Lettland hätte drei Punkte gebraucht um die Viertelfinals zu erreichen, die Schweden erzielen den Siegtreffer ins leere Tor und Gudlevskis spielt die verbleibenden 34 Sekunden zu Ende. Aber warum kam Merzlikins zum kürzesten WM-Einsatz aller Zeiten?
Die beiden Sympathischen Alpen-Länder, welche sich in den 90er Jahren mit der Gründung der gemeinsamen Alpenliga kurzzeitig in der WM A-Gruppe etabliert haben, treffen sich in Bratislava zum Alpen-Gipfeltreffen um im Oberhaus zu überleben. Der Verlierer stürzt in die B-Gruppe ab und vieles spricht für die Österreicher. Die Geschichte der WM-Neuzeit gehört Italien, welches die letzten drei Duelle auf höchstem Niveau für sich entscheiden konnte. Zuletzt siegten die Azzurri 2000 in St. Petersburg mit 3:0, 1998 gabs in Zürich ein 5:1 und 1994 in Bozen ein 3:1-Sieg für Italien. Das letzte Unentschieden spielten die beiden 1993 in München (1:1).
Österreich – Italien 3:4nP (2:1, 0:2, 1:0, 0:0, 0:1) Ondrej-Nepela-Arena. – 9’085 Zuschauer. – SR Hribik/Tufts (Tsch/USA), Lazarev/Ondracek (Russ/Tsch). – Tore: 10. Bardaro (Trivellato) 0:1. 12. Ganahl (Unterweger) 1:1. 17. M. Raffl (Hofer, Unterweger) 2:1. 35. S. Kostner (Miceli) 2:2. 39. Rosa (Ramoser) 2:3. 42. M. Raffl (Hofer) 3:3. – Penaltyschiessen: McMonagle; -. Ganahl; Bernard hält. Bardaro; Kickert hält. Komarek 1:0; Miceli; 1:1. M. Raffl; -. Hofer; Kickert hält. Heinrich; Latte. Rosa; 1:2. Rauchenwald; 2:2. Komarek; Bernard hält. Miceli; Kickert hält. Schneider; Bernard hält. McMonagle; 2:3. – Strafen: Österreich 2×2 Minuten, Italien 3×2 Minuten. Österreich: Kickert; Pallestrang (2), Heinrich; Schumnig, Unterweger; Schlacher, Strong; Schneider (2), Herburger, T. Raffl; M. Raffl, Komarek, Hofer; Haudum, Rauchenwald, Zwerger; Ganahl, Hundertpfund, Obrist; Cijan. Italien: Bernard; Hofer, Trivellato; McMonagle, Helfer; Tauferer, Zanatta (2); Marchetti; Gander, Andergassen (2), Traversa; Bardaro, S. Kostner, Miceli; Insam, Rosa (2), Ramoser; Hochkofler, Lambacher, DeLuca; Pavlu.