Advents- und Scouting-Zeit

Sie tummeln sich wieder in den Eisstadien Europas, die Späher der National-Hockey-League (NHL). Allein am letzten Wochenende mit drei Spielrunden waren ein Dutzend NHL-Scouts in der Schweiz unterwegs. Die beiden Scouts der Buffalo Sabres, Fredrik Andersson und Teemu Numminen pendeln von Bern via Zürich nach Kloten. In Bern beobachten die beiden Skandinavier unter anderem Christoph Bertschy (Game-Winning-Goal), dessen Rechte allerdings schon bei den Minnesota Wild liegen. In Zürich sind es Jonas Siegenthaler und Denis Malgin, in Kloten sind es die jungen Davoser welche die Späher kurz vor ihrem Rückflug interessieren. Auch Pittsburgh-Scout Tommy Westlund ist in Zürich und Kloten anzutreffen.

Ehemalige Spieler 

Andersson, und Numminen waren einst selber Spieler. Andersson langjährier Torhüter bei MoDo Hockey Örnsköldsvik und Numminen war einst auf dem Weg in die NHL seinem älteren Bruder Teppo Numminen zu folgen. Wie Teppo, wurde auch der fünf Jahre jüngere Teemu von den Winnipeg Jets gedrafted, allerdings blieb es beim Draft. Nun beobachtet er selber mögliche Draft-Kandidaten für die Buffalo Sabres. Die beiden Skandinavier sind für das Amateur-Scouting in Europa zuständig. Als Pro-Scout in Buffalo ist übrigens Ex Bern- und Lausanne Trainer John van Boxmeer tätig.

Kalevi Numminen 

Apropos Trainer, Teppo- und Teemus Vater Kalevi Numminen ist in Finnland eine Legende, nach ihm ist sogar die Auszeichnung für den SM-liiga-Trainer des Jahres benannt. Vier Gewinner der Kalevi-Numminen-Trophy waren schon Trainer in der Schweiz. Ex Zug-Trainer Rauno Korpi gewann die Trophäe 1982, 1986 und 1987, der langjährige Kloten-Ausbildner Wladimir Jursinow wurde zwischen 1993 und 1995 drei Mal in Serie ausgezeichnet, ex SCB-Coach Hannu Jortikka zwischen 1999 und 2001 ebenfalls. Der vierte ist Raimo Summanen 2002.


Connor McDavid und Jack Eichel sind die heissesten Anwärter für die Nummer Eins

— Teemu Numminen (Buffalo Sabres)

Kalevi und Teppo Numminen haben bereits Eishockey-Geschichte geschrieben, Teemu Numminen soll als Scout zumindest den europäischen Teil des Kapitels der Buffalo Sabres von Morgen schreiben. Zu den heissesten Draft-Kandidaten für den Number-One-Draft 2015 zählen der Kanadier Connor McDavid (Erie Otters) und der Amerikaner Jack Eichel (Boston University). Die ersten Europäer sind auf den Positionen sieben und dreizehn des Rankings des International-Scouting-Services (ISS) vertreten: Oliver Kylington von Färjestads BK Karlstad und der Finne Mikko Rantanen von TPS Turku.

Die Schweizer Draft-Kandidaten

Die hoffnungsvollsten Schweizer Talente des ISS-Rankings sind Jonas Siegenthaler und Denis Malgin (Sohn von Albert Malgin) und dürften beim Draft vom nächsten Juni (26./27.) in Sunrise, Florida zum Zug kommen. Auf der nordamerikanischen Liste stehen die beiden in der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL) engagierten Kay Schweri (Sherbrooke Faucons) und Timo Meier (Halifax Mooseheads).

Unter Beobachtung stehen auch weitere Schweizer Talente wie Dominik Diem (GCK Lions), Colin Fontana (HC Lugano), Fabian Haberstich (SCL Tigers), Auguste Impose (HC Genf-Servette), Roger Karrer (GCK Lions), Timo Haussener (Rapperswil-Jona), Calvin Thürkauf (Zug) sowie die Berner Luca Hischier, Yanik Burren und Dario Meyer.

5. Dezember 2014

Bern – Ambrì-Piotta 4:1 (2:1, 2:0, 0:0)
PostFinance Arena. – 15’771 Zuschauer. – SR Michael Küng/Stricker, Dumoulin/Peter Küng. – Tore: 29. Giroux (Aucoin /Ausschluss Pestoni!) 0:1. 34. Loichat (Scherwey, Blum) 1:1. 40. (39:15) Bertschy (Blum /Ausschluss Lauper) 2:1. 49. Gardner (Scherwey) 3:1. 57. Gardner (Martin Plüss, Ritchie /Ausschluss Grieder) 4:1. – Strafen: Bern 5-mal 2 Minuten, Ambri-Piotta 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Bern ohne Kobasew, Reichert und Philippe Furrer, Ambri-Piotta ohne O’Byrne, Grassi, Elias Bianchi, Zurkirchen, Flückiger (alle verletzt). – Pfostenschuss Holloway (46.).
Bern: Bührer; Beat Gerber, Blum; Krueger, Gragnani; Jobin, Flurin Randegger; Kreis; Holloway, Ritchie, Cloutier; Bertschy, Martin Plüss, Scherwey; Simon Moser, Gardner, Ruefenacht; Alain Berger, Pascal Berger, Loichat.
Ambri-Piotta: Tobler; Birbaum, Bouillon; Gautschi, Zgraggen; Trunz, Sidler; Grieder, Chavaillaz; Daniel Steiner, Hall, Lauper; Stucki, Aucoin, Giroux; Duca, Schlagenhauf, Dostoinow; Pestoni, Fuchs, Lhotak.

7. Dezember 2014

Kloten – Davos 5:1 (3:0, 2:1, 0:0)
Schluefweg. – 6’923 Zuschauer (Saisonrekord). – SR Kurmann/Wiegand, Dumoulin/Küng. – Tore: 2. Schelling (Guggisberg, Hollenstein) 1:0. 11. Liniger (Guggisberg, Stancescu) 2:0. 20. (19:39) Kellenberger (Schelling) 3:0. 28. Guggisberg (Kellenberger, Back /Ausschluss Axelsson) 4:0. 31. Marc Wieser (Paschoud) 4:1. 37. Casutt (Guggisberg) 5:1. – Strafen: Kloten 5-mal 2 Minuten, Davos 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Kloten spielt im Jubiläums-Jersey (80 Jahre). Kloten ohne Gerber, Jenni, Bühler, Stoop und Santala, Davos ohne Dino Wieser, Du Bois, Forster, Kindschi und Schommer (alle verletzt). Timeout Davos (11.).
Kloten: Müller; Back, von Gunten; DuPont, Harlacher; Vandermeer, Frick; Schelling, Randegger; Hollenstein, Bieber, Bodenmann; Praplan, Liniger, Stancescu; Leone, Lemm, Mueller; Guggisberg, Kellenberger, Casutt.
Davos: Genoni; Guerra, Reto von Arx; Schneeberger, Koistinen; Jung, Camperchioli; Jan von Arx, Paschoud; Ryser, Ambühl, Axelsson; Marc Wieser, Lindgren, Paulsson; Sciaroni, Walser, Hofmann; Simion, Corvi, Jörg.

In den Katakomben von Mannheim

Mannheim, einfach nur «Wow» geht einem durch den Kopf, wenn man die SAP-Arena betritt. Nun habe ich den direkten Vergleich, innert 24 Stunden besuche ich die Bossard-Arena in Zug und die SAP-Arena in Mannheim und beide Spielstätten im Rahmen der NHL-Challenge. Ich muss zugeben, die Bossard-Arena kommt nie und nimmer an das Mannheimer Prunkstück heran. In Mannheim ist alles eine Nummer grösser und imposanter, dazu sind die Sitze komfortabler und es gibt viel mehr Verpflegungsmöglichkeiten.

Spiel statt Stadion

Das Manko liegt lieder auf dem Eis, die Partie zwischen den Adlern und Buffalo Sabres kommt nicht ans Zug-Spiel heran. Anders als die Zuger, geraten die Mannheimer gegen die Sabres, ohne den verletzten «Mannheimer» Jochen Hecht, schon früh in Rückstand. 0:3 stehts nach 20 Minuten und das Spiel ist bereits gelaufen, die Mannheimer Magerkost lässt sich nur durch eine Stadionwurst wettmachen. Auf dem Weg zu einem der zahlreichen Würstchenbuden begegnen mir in den Katakomben der ersten Drittelspause zwei Männer in Schale?


Jim Corsi

„Jim Corsi und Teppo Numminen irren durch die Katakomben der SAP-Arena.“

– Michael Krein, SAP-Arena

Ja klar die Männer in Schale sind Jim Corsi (früherer Azzurri-Hexer und aktueller Torhütertrainer der Sabres) und Teppo Numminen (ex-Spieler und aktueller Assistenzcoach der Sabres).  Diese beiden erwecken kurzzeitig nostalgische-Gefühle, bevor ich mir mein Getränk und meine Stadionwurst zu Gemüte führen kann.

Corbets Nummer 20

Weiter mit Nostalgie gehts in der zweiten Drittelspause, René Corbets Rückennumer 20, wird in einer unvergesslichen Zeremonie, von Corbet selber unter die Hallendecke gezogen, in acht Jahren hat der ehemalgie NHL-Spieler 369 Spiele für die Adler absolviert und war beim Meistertitel 2007 mit dabei. Harold Kreis (Nr. 3), Marcus Kuhl (Nr. 15), Stéphane Richer (Nr. 25) und Robert Müller (Nr. 80) heissen die anderen unsterblichen. Doch auch die Gegenwart hat ihren Platz, geehrt wird auch das erfolgreiche Schülermeister-Team der Jungadler, die Ehrung nimmt Peter Draisaitl’s Sohn Leon für seine Mannschaft entgegen.

Das Spektakel rund um die NHL-Challenge ist gross, nur sportlich fehlt es dem Heimteam an diesem Abend. Im Vorjahr kommen die Adler gegen die San Jose Sharks bis ins Penaltyschiessen, die Sabres um Tyler Ennis (3 Punkte) und Co. schienen gewarnt zu sein.

4. Oktober 2011 – NHL-Premiere-Challenge