Einfach nur Iggulden

Die SCL Tigers gewinnen erstmals seit drei Jahren wieder ein Derby gegen den SC Bern und dies erst noch in Bern. Matchwinner ist der zweifache Penalty-Torschütze Mike Iggulden. Kurz vor dem Interview, wir haben bereits einen Small-Talk und ein Handshake hinter uns und haben uns gegenseitig mit «Mike» vorgestellt. Doch als es mit dem Interview losgehen kann habe ich ein Blackout… …wie heisst der nette Kanadier mit Vornamen? Der Name ist einfach weg.

Das Interview beginnt man immer mit «Vor- und Nachnamen», die SRF-Kamera läuft, der Belichter steht da, der Aufnahmeleiter gibt das OK zum Interview-Start und der Protagonist wartet auf die erste Frage… …alle Blicke, auch diese von der Tribüne, richten sich auf den Interviewer und ich kann ja nicht beginnen mit «Iggulden, congratulation for the victory…»

Ein Blitzgedanke schiesst durch den Kopf, ich habe noch eine Mannschaftsaufstellung in meiner Hosentasche und das Interview beginnt mit einer kleinen Verzögerung. Und Mike Iggulden? …versteht nicht warum «Mike Krein» kurz vor der ersten Frage nochmals in die Hosentasche greifen muss.

21. September 2010

Bern – SCL Tigers 1:2nP (1:1, 0:0, 0:0, 0:1)
PostFinance-Arena. – 14’951 Zuschauer. – SR Reiber, Fluri/Müller. – Tore: 8. Simon Moser (Steiner, Pelletier) 0:1. 12. Rüthemann (Hänni, Martin Plüss) 1:1. – Penaltyschiessen: Steiner -, Martin Plüss 1:0; Pelletier -, Rüthemann 2:0; Iggulden 2:1, Vigier -; Brooks 2:2, Pascal Berger -; Camenzind -, McLean -; Dubé -, Iggulden 2:3. – Strafen: Bern 5-mal 2 Minuten, SCL Tigers 4-mal 2 plus 10 Minuten (Schild). – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer: Gardner; Reber. Bern ohne Dominic Meier und Philipp Furrer, SCL Tigers ohne Christian Moser, Flückiger (alle verletzt). – Pfostenschüsse: Gardner (10.), Pelletier (37./Latte). – Timeout Bern (61.).
Bern: Bührer; Roche, Beat Gerber; Krueger, Kwiatkowski; Jobin, Hänni; Stettler; Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthemann; Vigier, McLean, Reichert; Gardner, Dubé, Scherwey; Roland Gerber, Froidevaux, Pascal Berger.
SCL Tigers: Benjamin Conz; Curtis Murphy, Lardi; Reber, Kim Lindemann; Schilt, Simon Lüthi; Steiner, Pelletier, Simon Moser; Sandro Moggi, Camenzind, Claudio Moggi; Helfenstein, Iggulden, Brooks; Schild, Lukas Haas, Aurelio Lemm; Genazzi.

Ängelholms Erbe

Der schwedische Elitserien Klub Rögle BK Ängelholm hat sich in der vergangenen Spielzeit den Ligaerhalt erst in der Liga-Qualifikation (Kvalserien) gesichert. Der Aufsteiger von 2008 steht in dieser Spielzeit vor der schwersten Aufgabe der Klub-Geschichte. Rögles Lebensversicherung und langjähriger Captain Kenny Jönsson ist in diesem Frühjahr zurückgetreten.

Der 139-fache Internationale spielte zwischen 1991 und 1995 bereits für seinen Stammclub und war 1992 und 2008 beim Aufstieg in die Elitserien dabei. Nach Jönssons Abgang nach Nordamerika 1995, stieg die Mannschaft gleich im ersten Jahr ohne Jönsson wieder in die zweite Liga ab. Ohne seinen Weltklasseverteidiger haben die Südschweden noch keine Spielzeit in den Elitserien überstanden.

Nie ohne Jönsson

Der Auftritt gegen die SCL Tigers verspricht nichts gutes, denn die Ängelholmer werden vom Schweizer NLA-Aussenseiter aus dem Emmental klar mit 6:2 bezwungen und hinterlassen einen erschrekend schwachen Eindruck. Mit dem ehemaligen Schweizer-Söldner (Lugano und Kloten) Tommy Sjödin, steht zwar ein ehemaliger Weltklasseverteidiger vom Format von Jönsson an der Bande, für den 106-fachen NHL-Spieler ist es aber der erste Trainerjob. Seinen ersten Captain-Job übernimmt Jönsson-Nachfolger Daniel Glimmenvall.

Angeführt vom ex-Langnauer Peter Högardh verfügen die grün-weissen zwar über eine talentierte, junge Mannschaft, doch die Erfahrung und Aura von Jönsson kann damit nicht wettgemacht werden. Mit Jeremy Colliton und Eric Beaudoin, ergänzt durch den Italo-Kanadier Giulio Scandella, stehen zwei Kanadier mit NHL-Erfahrung im Kader, beide konnten sich in der besten Liga der Welt nicht durchsetzen.

Wetten dass… …es ohne die grosse Identifikationsfigur Jönsson im Frühjahr 2010 nicht reicht?

5. September 2009