Im Hirschen zu Langnau

Zweimal pro Jahr lädt Markus «Sigi» Siegenthaler zum Hockey-Dinner im legendären Hotel, Restaurant Hirschen zu Langnau. Am 1. Mai 2026 pilgerten die Gäste, 127 an der Zahl, zum zweiten Mal in den Bankettsaal. Als Legenden wurden Willi Vögtlin, Martin Gerber, Daniel Steiner und Michael Horisberger auf die Bühne gebeten. Der Viergänger wurde zwischen den jeweiligen Bühnentalks gekonnt serviert. Gastgeber Siegenthaler eröffnete mit dem Meisterbecher von 1976, der Omega-Trophäe in der dritten Ausgabe, mit den Worten «Friburg hetne sit gester, mir aber scho sit 50 Jahr.» Horisberger begrüsste am Tisch mit «Michael, diä Qualität vo de Neme brchöme si hüt nümm here», ganz im Sinne von Hans von Gunten selig aus Sigriswil.

Gar der Meisterpokal von 1976, die Omega-Trophäe in der dritten Version, konnte neben Gerbers Stanley-Cup-Ringen der Carolina Hurricanes bewundert werden. Willi Vögtlin hätte eine ganze Stunde aus dem Nähkästchen plaudern können und neben ihm am Tisch sass das legendäre Kult-Linesman-Duo Simmen/Sommer, die beiden gaben zahlreiche Anekdoten während des Viergängers zum Besten. Dasselbe galt, am gleichen Tisch für Daniel Steiner, welcher seine Anekdoten von der Strassenhockey-Mannschaft Ersigen Dynamights bis zu den Columbus Blue Jackets mit viel Witz erzählte. Das Highlight bildete die Story aus seiner AHL-Saison mit den Rochester Americans, als ihn NHL-Goon Brad May, mit 2360 Strafminuten, im Spiel gegen Grand Rapids Griffins zum Faustkampf bitten wollte und Steiner entgegnete «i’m from Europe, i never Fight.» May liess den Neuankömmling unbestraft vom Eis ziehen und Steiners Teamkollegen waren verblüfft und feierten den ehemaligen Burgdorfer anschliessend in der Kabine.

Neben Steiner hatte Martin Gerber den gleichen Werdegang, aus der 2. Liga bis in die NHL, aus heutiger Sicht ein absoluter Wahnsinn im Sinne von «Eddie the Eagle, nichts ist unmöglich.» Gerber war im Oktober 2002 erst der sechste Schweizer NHL-Spieler und 2006 erst der zweite Schweizer Stanley-Cup-Sieger. Das Meisterteam von 2006, mit dem ganzen Tross, wurde im April nach Übersee eingeladen, wie Gerber bei Markus «Sigi» Siegenthaler auf dem Sofa eindrücklich erzählte. Keine Auskünfte über das Salär beim HC Genf-Servette, in der Saison 1974/75, wollte Horisberger geben, da es deutlich höher gewesen sein musste, als das Gehalt im Emmental. Neben einem Halbtax-Job konnte man sich in Genf aufs Hockey konzentrieren. Horisberger, damals zusammen mit René Wittwer von Langnau nach Genf gezogen, kehrte glücklicherweise im Sommer 1975, nach Genfs Abstieg in die NLB, nach Langnau zurück und war beim einzigen Titel und eben dieser Omega-Trophäe mit dabei, während Wittwer noch ein weiteres Jahr in Genf verblieb und den Titel verpasste. Wittwer durfte jedoch 1975 beim Tina-Turner-Konzert in «Les Vernets» als Bediener des Scheinwerfers den Weltstar begleiten. Ein Hockey-Bankett wie es nicht besser inszeniert und serviert werden könnte, die Fortsetzung folgt am 11. September.