Zwei Youngsters und ein Jubiläum

75-Jahre SCL Tigers, Ivars Punnenovs ist der aktuellste Tigers-Goalie der Geschichte. (Krein)

Im Rahmen des 75-jährigen Jubiläums empfangen die SCL Tigers den Leader EV Zug. Der SC Langnau wurde am 30. Januar 1946 gegründet, deshalb wird der Spielbeginn sogar eine Minute nach hinten, auf 19 Uhr 46 gelegt. Im Rahmen des Jubiläums hat die Fanszene Langnau eine „Fan-Töggle“ Aktion ins Leben gerufen, die Organisation der SCL Tigers die Fondueaktion „#tigersfondue“ und ein Jubiläumsdress mit 1’400 Namen von Abonnenten, welche sich solidarisch zeigen und keine Rückerstattung für ihr Jahresabo beantragen.

Auch zwei Youngsters schreiben ein neues Kapitel. In der 43. Minute gibt der 17-jährige Zuger Dario Sidler die Vorlage zu Sven Leuenbergers 6:2. Es ist der erste Skorerpunkt im zweiten Spiel des Zuger U20-Juniors, der ursprünglich aus dem Nachwuchs des Küssnachter SC stammt. Doch auch die Jubilare, deren Nachwuchs in den 80er Jahren auf der U20-Stufe drei Meistertitel feiern konnte, haben eine Antwort auf Sidler.

Nur drei Minuten später trifft die Namenlose Nummer 55 in seinem erst dritten NL-Spiel. Der Torschütze ist der 18-jährige Joel Bieri, Topskorer der U20-Elit-Junioren. Trotz der 4:9-Niederlage geht für Bieri ein Traum in Erfüllung, Captain Pascal Berger hat ihm den Puck nach dem Spiel überreicht, und neben der Torpremiere erlebt das Langnauer Eigengewächs auch noch seine Interview-Premiere vor der Kamera – und passend zu seinem ersten Treffer, brilliert der Youngster auch schon vor der Kamera.

SCL Tigers – Zug 4:9 (0:4, 1:1, 3:4)
Ilfishalle. – 0 Zuschauer. – SR Mollard/Dipietro, Schlegel/Burgy. – Tore: 2. Thorell (Shore, Martschini) 0:1. 5. Thorell (Martschini) 0:2. 11. Senteler (Alatalo) 0:3. 17. Simion (Diaz, Shore/Ausschluss Leeger) 0:4. 29. Huguenin (Nilsson/Ausschluss Schlumpf) 1:4. 38. Stadler 1:5. 42. (41:31) Sturny (Bircher) 2:5. 43. (42:19) Leuenberger (Sidler, Martschini) 2:6. 45. (44:54) Petrini (Dostoinov) 3:6. 46. (45:15) Bieri (Andersons) 4:6. 50. Diaz (Shore, Thorell/Ausschluss Grossniklaus) 4:7. 54. Klingberg (Leuenberger/Ausschluss Diaz!) 4:8. 60. (59:01) Klingberg (Aussschluss Maxwell) 4:9. – Strafen: SCL Tigers 7-mal 2 Minuten, Zug 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer: Maxwell; Hofmann. SCL Tigers ohne Blaser, Diem, Earl, Glauser, Kuonen, Neukom und Salzgeber (alle verletzt), Zug ohne Thürkauf und Wüthrich (beide verletzt).
SCL Tigers: Punnenovs (21. Zaetta); Lardi, Schilt; Erni, Huguenin; Leeger, Grossniklaus; Bircher; Julian Schmutz, Maxwell, Nilsson; Weibel, Flavio Schmutz, Sturny; Berger, Petrini, Dostoinov; In-Albon, Melnalksnis, Andersons; Bieri.
Zug: Hollenstein; Diaz, Geisser; Schlumpf, Stadler; Cadonau, Alatalo; Sidler; Simion, Kovar, Hofmann; Klingberg, Albrecht, Zehnder; Martschini, Shore, Thorell; Leuenberger, Senteler, Bachofner.

Wenn sich IFK und Jokerit in Küssnacht heimlich duellieren

Antti Törmänen und Waltteri Immonen haben zwischen 1990 und 1998 sieben Jahre zusammen beim finnischen Topklub Jokerit Helsinki verbracht. Seit 2008 ist Immonen als Assistenztrainer in der Schweiz tätig, Törmänen kam drei Jahre später zum SC Bern. Heute stehen die zwei Finnen bei Kloten und Biel an der Bande.

Szenenwechsel: Es ist Samstag, sieben Uhr in der Früh, die ersten Eltern treffen mit ihren Kindern in der Rigihalle in Küssnacht ein. Eines von zahlreichen Piccolo-Turnieren, welches Wochenende für Wochenende auf allen Eisbahnen in der Schweiz über die Bühne geht. Erstmals dabei beim Küssnachter SC ist ein Jungtrainer, gleichzeitig spielt der Mann mit «Jokerit Helsinki» Baseballcap im Fanionteam in der 2. Liga.

Riki Immonen (links im Jokerit-Cap), vermutet keinen Törmänen. (Küssnachter SC)

Der Jungtrainer mit der Jokerit-Mütze ist der Sprössling von Waltteri Immonen. Doch er ist nicht der einzige Finne, welcher an diesen Samstag Vormittag in der Rigihalle im Einsatz steht. Bei den Piccolos des SC Lyss steht ebenfalls ein Finne auf dem Matchblatt, dabei handelt es sich um den jüngeren Sohn des Trainers der 1. Mannschaft des EHC Biel. Biel und Lyss arbeiten bei den jüngsten zusammen, so gehören solche Aufgebote zur Tagesordnung. Törmänen Junior trägt sogar noch die Stulpen von IFK Helsinki, dem letzten Klub, vor Papas Wechsel ins Berner Seeland.

Ein aufmerksamer Gegenspieler Küssnachts, neben Törmänen stehend, will mehr wissen und fragt erstaunt: «Tragen die Spieler ihre echten Namen auf ihren Trikots?» Ob dies dem Küssnachter Assistenten finnischer Herkunft ebenfalls aufgefallen ist? Vermutlich nicht, warum auch, denn Riki Immonen hat immer in der Schweiz gespielt. So duellieren sich «heimlich» die Söhne aus der finnischen Hauptstadt im schweizerischen Küssnacht, in der Schweizer-Nachwuchsausgabe mit dem besseren Ende für «Jokerit».