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Hamburgs DEL-Uhr «eingefreezert»

Foto: Der langjährige Kapitän Christoph Schubert (hinten) spielte sechs Jahre in Hamburg. (Felix König)

Der Hamburger Sportverein (HSV) ist der einzige Fussballverein Deutschlands, der seit der Saison 1963-64 nie aus der Bundesliga abgestiegen ist. Die langjährige Liga-Zugehörigkeit veranlasste den Club-Sponsor Hamburgische Electricitäts-Werke AG (HEW) 2001, einen Zeitmesser zu installieren. Das Zifferblatt der mittlerweile kultigen Digital-Stadion-Uhr steht beim HSV bei 52 Jahren, 274 Tagen und ein paar Stunden.

Mit anderen zeitlichen Dimensionen hatten die Eishockeyaner der Hamburg Freezers zu kämpfen. Am vergangenen Mittwoch, am 18. Mai 2016 hatte der US-amerikanische Besitzer Anschutz-Entertainment-Group (AEG), die Amerikaner stiegen 2005 auch beim HC Genf-Servette aus, verkündet, keine neue Lizenz für die Spielzeit 2016-17 beantragen zu wollen. Gerade mal eine Woche blieb den Hamburgern Zeit einen neuen Käufer zu finden.

…die Uhr der Eishockeyaner ist nach 13 Jahren und 356 Tagen «eingefreezert» worden

Michael Krein

Der Ankündigung folgte eine Welle der Solidarität und ein grosser Spendenaufruf, Fans überwiesen insgesamt mehr als eine halbe Million Euro zur Rettung des Vereins. Doch selbst mit dieser Summe würden die Freezers in der kommenden Saison rote Zahlen schreiben, für die der Betreiber aufkommen müsse, sagte Anschutz-Europapräsident Tom Miserendino. Die Frist zum Lizenzantrag ist gestern Mitternacht, am 24. Mai 2016 verstrichen und heute steht das ganze Kader (darunter ex-Fribourg-Goalie Sébastien Caron) der Freezers auf dem Transfermarkt.

Die Lizenz und Schubert

Anders als die Uhr der kickenden Stadtnachbarn, ist die Uhr der Eishockeyaner nach 13 Jahren und 356 Tagen «eingefreezert» worden. Auch Freezers-Mannschaftskapitän Christoph Schubert, er hatte die Spendenaktion organisiert, trauert um «seinen Club». Schuberts Verbindung mit «seinem Club»  könnte tiefer nicht sein, oder anders gesagt, Schubert und die DEL-Lizenz der Freezers sind praktisch unzertrennlich.

Im Sommer 1999 wurde die Lizenz vom EV Landshut, dem damaligen Club Schuberts, nach München verkauft. Schubert wechselte ein Jahr später zu Landshuts Lizenznehmer München Barons. 2002 wurde die Lizenz von Bayern in die Hansestadt weiterverkauft, zeitgleich startete der Verteidiger seine achtjährige NHL-Odysse, um 2010 wieder bei Landshuts Lizenznehmer in Hamburg anzuheuern. Sage mir wo die Lizenz hingeht und ich sage dir wo Schubert spielen wird, warum nicht zurück nach Landshut…

Andere Dimensionen, nur drei Stunden entfernt!

http://www.adler-mannheim.de

Zuviel Schweizer Eishockey bringt Langeweile, vorallem Spiele wie Bern-Rapperswil-Jona fördern die Abschaffung von viel zuvielen Qualispielen. Die Liga ist eine Zweiklassengesellschaft und wird auf die Dauer langweilig. Nun wo kommt man am schnellsten an ein Spiel in einer obersten Spielklasse im Ausland? Die Antwort heisst für mich als Seeländer: Mannheim. Der Tessiner würde wohl nach Italien gehen und der Bündner nach Österreich. Mannheim liegt nur drei Autostunden von mir entfernt, also ideal für ein bisschen Abwechslung. Und so war es auch. Schon nur die SAP-Arena ist qualitativ und quantitativ für jedes Schweizer Stadion (auch für die neue Bossard Arena) unerreichbar. Der Stadionspeaker wirkt dreimal professioneller als die Besten unseres Landes. Von den Schlechtesten will ich gar nicht reden. Die Speakerin in Langnau (Brät Mägg Liin, Ahren Sbiiilo) würde in Mannheim nicht einmal in der Trainingshalle den Nachwuchs speaken können. Das Catering mahnt an eine NHL-Arena, die Plätze und die Show vor dem Spiel ebenso.

Einzig die Klasse des Spiels ist trotz allem drumherum nicht besser! Doch man hat zumindest das Gefühl, es sei doch irgendwie besser als in Ambri, Langnau oder Biel. Das Spiel wird schliesslich auch von einem „Ex-Schweizer“ entschieden: Jame Pollock trifft im Powerplay 15 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung. Es standen sich der Tabellenachte (Mannheim) und der Tabellenneunte (Hamburg) gegenüber, dementsprechend hoch war auch die Fehlerquote beider Teams. Adler Mannheim-Hamburg Freezers 3:2 nach Verlängerung. Ein mittelmässiges Spiel in einen erstklassigen Stadion. Ein Erlebnis war es allemal und bestimmt auch nicht das letzte. Und noch was, die Stars des Spiels waren ***N. Goc (Mannheim), **Pollock (Mannheim), *Festerling (Hamburg), die Pflaume: Reul (Mannheim) – mit seiner hohen Fehlerquote ein Schatten seiner selbst. Auch da Mal andere Namen aus anderen Teams, was für eine Abwechslung.

Working-Press/MK Hockey Aarberg-Mannheim